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Streit vorprogrammiert

Streit vorprogrammiert


 

Hannes ist seit einem halben Jahr endlich wieder vergeben. Doch von einer glücklichen Beziehung kann nicht die Rede sein. Leider muss er mit ansehen, dass sein bester Freund Frank genau die Beziehung führt, die er sich so sehr wünscht.


 


 

Beziehungen wie diese


 


 

Meine Hände glitten langsam über seinen Körper, spürten seine zarte Haut unter meinen Fingern und erkundeten jeden einzelnen Winkel seines Körpers. Während sein Atem immer schneller ging und leises Stöhnen den Raum durchhalte, brachte ich meinen Freund um den Verstand.

Genüsslich küsste ich den vor mir liegenden Bauch und zog energisch seinen Geruch durch meine Nase ein.

Ich liebte dieses Spiel der Leidenschaft. Da vergaß ich immer alles um mich herum. Auch was für Probleme wir eigentlich in unserer Beziehung hatten.


 

Kevin, mein Freund war ein gutaussehender, sehr begehrter junger Mann. Mit seinen blonden Locken, seinen strahlend blauen Augen und seinem taffen auftreten, lagen ihn die Männer zu Füßen. Vielleicht auch weil er sich mit seinen gerade mal 20 Jährchen noch nicht ausgetobt hatte, wollte er sich nicht fest binden.

Ich hingegen war gut 15 Jahre älter und auch wenn man mir mein Alter nicht unbedingt ansah, hätte ich mir nie träumen lassen, dass wir uns mal als ein Paar bezeichnen würden.

Wir hatten uns vor einem halben Jahr auf einer Party eines gemeinsamen Freundes kennengelernt. Was als Flirt begann, endete im Bett und letzten Endes als Beziehung. Gerne hätte ich Kevin fest an mich gebunden, nur hätte ich ihn dann wohl verscheucht.

So musste ich trotz meiner Eifersucht, ihn regelmäßig teilen, womit der Streit vorprogrammiert war.


 

'Musst du dieses enge Shirt anziehen?, fragte ich Kevin skeptisch.

'Klar!', fauchte dieser, 'Das ist total heiß!'

Oh Ja, heiß war es! Man konnte ganz genau seine dunklen Brustwarzen erkennen, die sich deutlich unter dem Shirt abzeichneten.

Ich seufzte, was die Situation auch nicht besser erscheinen ließ.

'Was?', kam es genervt von Kevin.

'Nichts', nuschelte ich.

'Hannes, es reicht! Wir hatten doch gerade Sex, dann kann ich mir doch wohl auch etwas anderes aufreißen', redete Kevin auf mich ein, während er seine Arme in die Hüften stemmte und so ein niedliches Bild abgab, dass ich das gesagte beinahe überhörte.

Wie konnte er nur sowas denken oder sogar aussprechen?

In einer Beziehung ging es doch weitaus um mehr, als nur Sex!

'Man muss Sex und Liebe eben trennen können!', erklärte Kevin mir nun und zog seine Schuhe an.

Was sollte ich da noch erwidern? Es trafen zwei Welten und zwei Meinungen aufeinander.

Mein Freund atmete noch einmal tief durch, bevor er mir einen Abschiedskuss gab und meine Wohnung verließ.

Ziemlich fertig setzte ich mich aufs Bett und betrachtete mein Gesicht im Spiegel. Es wirkte blass, beinahe kränklich. Meine braunen Augen stachen zwar immernoch hervor, doch traten meine braunen Haare mit den graumelierten Schläfen in den Vordergrund.

Fünfunddreißig...

Langsam ließ ich die Zahl auf meiner Zunge zergehen, drehte und wendete sie, doch das machte es auch nicht wirklich besser.

Bis vor einem halben Jahr dachte ich, dass mit Fünfunddreißig Jahren mein Leben vorbei wäre. Doch dann lernte ich Kevin kennen und war bis über beide Ohren verliebt. Jetzt schien die Rosarote Brille langsam zu verblassen und die Streitereien waren an der Tagesordnung. Wie sollte es auch ohne gehen, wenn ich eine feste Beziehung wollte und Kevin eine offene. Wir hatten ja noch nicht mal über Regeln gesprochen.

Vielleicht wäre es mit einfacher?

Ich stand auf und drehte mich vor dem Spiegel hin und her. Ein paar Kilos hatte ich zugelegt, die mussten definitiv verschwinden, wenn ich meinen Freund halten wollte. Sonst würde ich ihn noch an einen besseren verlieren.


 

'Hey Frank, hast du ein bisschen Zeit und Lust auf Fitness?', rief ich meinen besten Freund an.

'Och nö! Auf was für einen Trip bist du denn schon wieder?', brummte dieser ins Telefon.

Was hatte ich auch erwartet? Frank konnte essen was und wie viel er wollte und nahm nicht zu. Aber als mein bester Freund, musste er nunmal herhalten. Vielleicht nicht unbedingt nur um Sport zu treiben, sondern gewiss auch, weil ich mich ausheulen wollte.

'Bitte', flehte ich ihn an, 'Ich lade dich im Nachhinein auch zum Essen ein.'

Irgendwie klang das gerade widersprüchlich.

'Na schön', gab Frank sich geschlagen, 'Ich muss mich aber erst aufstylen.'

'In einer Stunde?', fragte ich zaghaft.

'Einer?', schrie mein bester Freund ins Telefon und ich hörte deutlich wie er am schnaufen war.

Nebenbei fiel mein Blick auf die Uhr, da mir nicht allzuviel Luft für Aktivitäten blieb, weil ich später noch arbeiten musste.

'Das schaffst du schon!', versuchte ich ihn zu überzeugen, da die Zeit sonst knapp geworden wäre.

'Ja ist gut. Nun leg schon endlich auf!', hörte ich Frank noch sagen, bevor ich ihn wegdrückte.

Ich war schnell umgezogen und machte mich auf den Weg zu meinem besten Freund, der sich seit fast 4 Jahren in einer festen Beziehung mit seinem Freund Ralf befand.

Besagter öffnete mir auch nach dem dritten Mal klingeln die Tür.

'Sorry, ich war im Garten,' begrüßten mich zwei dreckige Hände, die auch nichts anderes hätten vermuten lassen.

'Frank ist noch im Bad. Aber komm ruhig rein, du kannst mir helfen', lachte Ralf.

'Also wenn Frank länger als eine halbe Stunde braucht, helfe ich dir bestimmt', scherzte ich weiter. Obwohl das gar nicht so abwegig gewesen wäre, da mein bester Freund mehr Zeit im Bad als anderswo verbrachte.


 

Ich trat in den hellen Flur, wo ich meine Jacke und Schuhe ablegte. Ein neuer Spiegel hing neben der Garderobe und das gegenüberliegende Bild kannte ich auch noch nicht.

'Franks neuste Errungenschaften!', witzelte Ralf.

Ein Grinsen legte sich auf meine Lippen, da ich das nun schon kannte. Frank richtete seit knapp 2 Jahren die Wohnung ein, wobei er seine genaue Vorstellung hatte, wie alles irgendwann aussehen musste.

Ralf hingegen war eher der, der sich um den Garten und das Handwerkliche kümmerte. Er kam öfters von der Arbeit und durfte einen neuen Schrank aufbauen oder Nägel in die Wand schlagen. Das konnte Frank kein bisschen, für sowas hatte er zwei linke Hände.

'Soll ich dir was zu trinken machen?', fragte Ralf kleinlaut.

'Danke, ich weiß ja wo alles steht. Geh ruhig weiter deiner Arbeit nach', antwortete ich ihm. Schließlich wusste ich genau, dass Ralf in der Küche eine Niete war, das wiederum war Franks Aufgabengebiet. Auch wenn er nur den Kühlschrank hätte aufmachen müssen, blieb der Gedanke an das letzte Mal, wo Ralf nur den Tisch abräumen wollte. Letzten Endes konnte Frank sich ein neues Service kaufen, da die Hälfte auf dem Boden zerbrach.

Die Beiden ergänzten sich wie Pfeffer und Salz in der Suppe. Ich wünschte mir manchmal so eine harmonische Beziehung zu führen.

Ralf hatte sich wieder seiner Arbeit zugetan und ich ging in die Küche und nahm mir etwas Mineralwasser.

Am Kühlschrank hingen wieder neue Bilder, die mir ins Auge fielen. Es waren welche vom letzten Urlaub der Beiden, wo sie in Italien waren. Man bemerkte sofort wie harmonisch deren Beziehung war.

'Schöne Bilder, nicht wahr?', hörte ich Franks Stimme plötzlich hinter mir, wobei er einfach weitersprach und gar keine Antwort von mir wollte, 'Es war die ganze Zeit über so schönes Wetter. Nicht zu warm, aber so herrlich, dass man alles machen konnte. Trotzdem werden wir dieses Jahr woanders hinfahren. Ich würde ja gerne mal an die Ostsee. Es müssen doch nicht immer andere Länder sein. Doch Ralf will gerne die weite Welt sehen. Er meint immer, dass eigene Land kann er sich ansehen, wenn er alt ist und mit einem Wohnwagen durch die Gegend fährt.'

Frank lachte nach dem letzten Satz auf und schaute mich entgeistert an:

'Kannst du dir das vorstellen? ICH in einem Wohnwagen?'

Nun musste auch ich Lachen, denn obwohl ich diese Geschichte nicht zum ersten mal hörte, amüsierte mich der Gedanke Frank in einen Wohnwagen zu sehen. Es müsste schon ein Luxuswohnwagen sein, der genügend Komfort zu bieten hätte.

'So Herzchen und nun musst du mir mal sagen, wer dich geritten hat? Wieso willst du auf einmal Sport machen?' fragte mein bester Freund mich nun direkt.

Ich kam wohl nicht drum herum und musste mit ihm reden. Klar wusste er wie unglücklich ich eigentlich in meiner jetzigen Beziehung war, weshalb eigentlich nur wenige Worte reichten.

'Ich... will mal wieder etwas nur für mich tun?!', kam es eher fragend von mir.

Frank schüttelte mit dem Kopf: 'Diese Beziehung macht dich kaputt und du merkst es noch nichteinmal.'

Mit diesen Worten nahm er mich in die Arme und drückte mich kräftig. Ich spürte etwas in mir hochkommen und musste doch tatsächlich meine Tränen unterdrücken. Zum Glück ließ Frank mich wieder los und schaute mich mit sehr ernster Miene an: 'Wir gehen nun zum Sport!'

Ein breites Grinsen legte sich auf sein Gesicht.

'Und wir tuen etwas nur für dich!'

Ein Nicken folgte und ich stimmte Gesagtem ein.

Wir mussten ein echt blödes Bild abgegeben haben, wie wir uns so nickend gegenüberstanden.

'Wir gehen jetzt zum Sport und suchen dir einen heißen Mann!', kam es mit einem noch breiteren Grinsen von meinem besten Freund und ich stockte abrupt mit dem Nicken. Doch zur Gegenwehr hatte ich gar keine Chance, da Frank meine Hand nahm und mich mit sich zog.

'Schatz wir sind dann weg, etwas für Hannes tun', rief er noch schnell in Richtung Garten, bevor die Tür hinter uns ins Schloss fiel und wir in Ralfs Auto einstiegen.

Ob dieser, das gesagte im Garten gehört hatte, war fraglich.

Ich gab mich geschlagen und nahm seufzend auf den Beifahrersitz platz. Eigentlich mochte ich es nicht so gerne, wenn Frank Auto fuhr, schon gar nicht Ralfs VW Turbo. Aber wenn mein bester Freund sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, fügte man sich besser seinem Schicksal.