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Dämon Inside - Fluch oder Segen

Dämon Inside- Fluch oder Segen

 

 

by Dark Sephiroth & Detail

 

 

Jegliche Ähnlichkeiten mit anderen Geschichten sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

 

 

Neugierig glitt mein Blick über den nackten Menschenkörper in dem ich mich seit kurzem befand. Er war ausgesprochen hübsch und so konnte ich einfach nicht genug davon bekommen ihn mir anzusehen.

 

Vor dem Spiegel drehte ich den Körper nach links und nach rechts, wie es mir beliebte. Ich konnte ihn führen, wie ich wollte, wenn sein Besitzer mich denn ließ.

 

Ach ja, ihr wundert euch sicher was hier los ist und worum es hier eigentlich geht. Lasst es mich versuchen zu erklären.

 

Mein Name war Nero und ich war seit gut 400 Jahren ein Dämon. Aber keiner von der bösen Sorte, falls euch das beruhigt. Sicher war ich frech und ungezogen, aber im Grunde tat ich keiner Seele etwas zu Leide. Denn es gab viele Formen von Dämonen.

 

Ich war einer von der Sorte, die sich die Menschen zu nutzen machten. Da ich mich vom Sex ernährte, waren mir die Menschen durchaus mehr als nur lieb. Insbesondere die Männer, da es mit denen einfacher war. Allerdings müsste ich meinen menschlichen Wirt, in dem ich nun lebte, wohl erst davon überzeugen oder ihn gar verkuppeln.

 

Aber wer wollte schon Jemanden, der noch wen in sich hatte? Mal ehrlich, wie würdet ihr reagieren? Denjenigen als verrückt erklären, stimmts?

 

Wie ich in diesem Körper gekommen war, fragt ihr? Nun, sagen wir mal so, es war ein Unfall. Ich wollte eben nicht in die Hölle zurückgeschickt werden und fand diesen Körper als gutes Versteck. Nun muss ich schauen, wie ich damit klar komme, trotz eventueller Unstimmigkeiten.

 

Und glaubt mir, es ist nicht schön, sich anhören zu müssen, dass man ausgetrieben wird, wenn man nicht brav ist.

 

*-*-*

 

Wie immer war ich aufgestanden, hatte geduscht und mich hiernach abgetrocknet und gepflegt. Nun stand ich vor dem Spiegel und betrachtete mich... meinen Körper und hörte wieder und wieder diese verdammte Stimme in mir... zumindest bildete ich mir das ein.

 

Förmlich konnte ich spüren, wie auch etwas anderes in mir, meinen Körper gierig zu betrachten schien... oder war es etwa Neugier?

 

Mit meinen Fingern strich ich sanft über meinen leicht muskulösen Körper, der jedoch nicht sonderlich durchtrainiert war und ich mit meinen 1,80m Größe etwa im Durchschnitt lag.

Mein 21jähriges Gesicht zierten zwei braune Augen, die von langen blauschwarzen Haaren sanft umrahmt wurden. In meinem Gesicht befand sich zudem eine kleine zierliche Nase, die perfekt zu meinen schmalen Lippen passte.

 

Mein Name ist Vincent, ich wohne in einer Zwei-Zimmer Wohnung und ich glaube, dass ich seit einiger Zeit von irgendwas oder irgendwem besessen bin.

 

Ob ich mich vielleicht mal untersuchen lassen sollte? Irgendwas stimmte doch nicht mit mir.

 

So gern hätte ich meinen Körper wieder für mich allein, denn dieses ...was auch immer in mir ist... belastete mich. Ich mein, wie würdet ihr euch fühlen, wenn euer Körper von zwei Wesen bewohnt würde...?

 

Ergo blieb mir keine Wahl... ich musste versuchen dieses Etwas los zu werden, denn meine Freunde hatten sich schon von mir abgewandt, weil ich mich zeitweise wohl seltsam benommen hatte.

 

Nur ein Freund war mir geblieben... Spencer. Er war zwar körperlich etwas schmächtig, doch verstand er mich, denn ich hatte ihm mein Problem schon einmal geschildert.

 

Auch Spencer meinte, dass ich mich eventuell doch mal einem Psychologen oder einem Priester vorstellen und einen Exorzismus durchführen lassen sollte.

 

*-*-*

 

Seufzend resignierte ich die Gedanken von Vincent und sah mich gezwungen zu härteren Maßnahmen zu greifen. Entweder würde er jetzt vollkommen durchdrehen und den Verstand verlieren oder aber mir zuhören.

 

Mir blieb keine andere Wahl, ich musste es riskieren.

 

Bisher hatte ich nur in seinem Kopf mit ihm gesprochen und auch nur zaghaft und zurückhaltend. Jetzt war Schluss damit!

 

Ich konnte nämlich auch über seine Lippen mit ihm kommunizieren und genau das hatte ich nun vor.

 

''Erschrecke dich jetzt nicht, Vincent!'', warnte ich ihn vor, in seinem Kopf.

 

Dann benutzte ich seine Lippen, zum Sprechen. Selbst wenn er verwirrt sein würde, er stand ja noch vorm Spiegel und würde es sehen. Zum Glück war er gerade entspannt, denn ich brauchte viel Energie dafür.

 

''Ich heiße Nero'', begann ich unsicher, immerhin wusste ich nicht, was geschehen würde, ''Und ich bin ein Dämon. Aber ich bin keiner von den Bösen, das musst du mir glauben. Bitte, du bist nicht verrückt und du darfst keinen Priester aufsuchen oder gar einen Dämonenjäger.''

 

Meine Stimme klang flehend und ich hatte wirklich Angst. Hah, ja richtig, ein Dämon, der Angst hatte. Ich wollte nicht in die Hölle fahren. Mir gefiel es hier sehr gut und wenn Vincent es dulden würde, warum also nicht bleiben.

 

Ob ich aus ihm wieder herausfahren und in einen anderen Körper mein Zuhause suchen könnte, wusste ich nicht.

 

Jedenfalls redete ich beruhigend auf ihn ein.

 

*-*-*

 

Spätestens jetzt, da sich meine Lippen, ohne dass ich es wollte, bewegten wusste ich, dass ich tatsächlich verrückt sein musste... auch wenn dieser Dämon mit Namen Nero, wie er sich nannte, etwas anderes meinte, so glaubte ich ihm kein Wort.

 

Für mich war es ohnehin schon unerhört, dass Der einfach so meinen Körper und, ohne dass ich wollte, benutzte.... einfach so benutzte. Das war, gelinde ausgedrückt, eine Frechheit und ich würde sehr wohl etwas dagegen unternehmen... müssen... wenn ich irgendwann mal wieder normal leben wollte.

 

So dämlich es für mich auch war, doch redete ich nun mit diesem verdammten Dämon.

 

"Hör zu.... Nero... mir ist es ziemlich egal was du bist und ob du gut oder böse bist. Meine Gedanken kennst du ja offensichtlich und weißt somit, dass ich das niemals auf Dauer dulden werde, und dass ich dein Vorgehen eine Frechheit finde. Ich will meine Freiheit und nicht von dir in Besitz genommen werden. Ich bin nämlich kein Gegenstand, den man einfach so benutzen kann.

 

Also, verzieh dich, oder ich lasse dich austreiben. Du kannst vielleicht meinen Körper besitzen und lenken... dich mir aufzwingen... aber mich wirst du niemals ganz haben können.", mit diesen Worten verstummte ich und ich wusste, dass ich all meine Gedanken nun zurückhalten musste.

 

Wenn überhaupt, würde ich ab jetzt nur noch handeln, oder eben gar nichts mehr tun, dann würde diesem Dämon schon der Spaß vergehen... egal wie lange es dauern würde...

 

*-*-*

 

Na Super! Toll gemacht, Nero. Das ging ja gehörig nach hinten los. Aber was hatte ich auch erwartet?

 

Ohne erneut Vincents Körper zu benutzen, redete ich gedanklich mit ihm, da er ja jetzt wusste, dass ich existierte, konnte ich mir das mit den Lippen auch sparen.

 

''Es tut mir leid'', begann ich ziemlich kleinlaut.

 

''Ich werde es nicht wieder tun, ohne deine Erlaubnis. Lass mich dir doch erklären, warum ich hier bin. Du warst vor ein paar Tagen spazieren und dort haben sie in diesen großen Haus an der Ecke Dämonen ausgetrieben. Sie haben einen ziemlich üblen Burschen in die Hölle geschickt.

 

Aber da gehöre ich nicht hin. Bitte, glaube mir, ich bin keiner von diesen Bösewichten. Schick mich nicht fort.

 

Bis vor kurzem war ich an dieses Haus gebunden und konnte durch dieses Ritual mich an dich binden. Selbst wenn ich wollte, ich wüsste gar nicht, wie ich hier wieder herauskäme...''

 

Ein Seufzen entkam mir, da ich natürlich den starken Widerstand von Vincent spürte. Was sollte ich tun und vor allem, wie sollte ich ihm erklären, dass ich nicht in die Hölle wollte?

 

''Außerdem möchte ich dich gar nicht besitzen, lediglich ein Teil von dir sein... sofern du mich lässt. Kannst du mich denn kein Bisschen verstehen, dass ich nicht in die Hölle möchte'', hörte ich mich weiter verzweifelt reden.

 

*-*-*

 

Hmm... na, Klasse... und nun?

 

Ich hatte diesem Dämon zugehört... seine Worte vernommen... verstand ihn ja auch ein wenig, aber ich wollte meine Freiheit und meinen Körper für mich allein haben.

 

Allein, dass er mich so anflehte, mich auch über alles aufklärte... ließ mich innehalten und nachdenken.

 

"Also gut, okay... du kannst bleiben, aber zu meinen Bedingungen. Zum Einen, machst du dich nur dann bemerkbar, wenn ich es dir erlaube und zum Anderen lässt du mich in der Öffentlichkeit in Ruhe, dass man mich nicht noch für irre hält.

 

Nur dann kannst du bleiben. Hältst du dich nicht dran, gehe ich zu einem Priester. Hast du mich verstanden?", gab ich zur Antwort und hoffte, dass der Dämon einverstanden wäre.

 

"Was genau willst du eigentlich von mir?", hörte ich mich fragen: "Benötigst du nur eine Zuflucht oder steckt da mehr hinter?", wollte ich abschließend von Nero wissen, während ich mich von dem Spiegel abwandte, das Bad verließ und mich ins Schlafzimmer begab um mich anzukleiden, was ich auch gleich tat.

 

*-*-*

 

Mir fiel ein riesengroßer Stein von den Schultern, als ich Vincents Worte vernahm. Also durfte ich bleiben, sofern ich brav war. Hoffentlich würde ich das hinbekommen.

 

''Danke... danke... danke... Du weißt gar nicht, was das für mich bedeutet'', kam es von mir, wobei ich ihn am liebsten umarmt hätte. Da ich das allerdings nicht konnte, schmeichelte ich seine Seele ein wenig.

 

So fühlte Vincent sich gut und geborgen.

 

''Also, in der Öffentlichkeit solltest du nicht mit mir reden, so wie jetzt. Dem stimme ich voll und ganz zu. Aber wenn du denkst, bekomme ich das auch mit. Versuche es doch einfach mal. So kannst du dich mit mir unterhalten, ohne dass es jemand mitbekommt'', erklärte ich.

 

Immerhin konnte ich auch in seinem Kopf sprechen, ohne dass es ein Außenstehender mitbekam.

 

''Außerdem kann ich deinen Körper nur lenken, wenn du entspannt bist und mich sozusagen lässt. Die Ausnahme wäre, du schläfst, aber keine Sorge, da würde ich schon um deine Erlaubnis fragen. Immerhin ist und bleibt es dein Körper!'', versicherte ich.

 

Denn ich hatte seine Ansage verstanden und würde wirklich alles tun, damit ich nicht in die Hölle müsste.

 

''In erster Linie hatte ich Zuflucht gesucht. Denn auf mich hatten die Dämonenjäger es zum Glück nicht abgesehen und sie haben es glaube ich auch nicht mitbekommen. Du warst gerade da und hübsch anzusehen warst du obendrein... bist du noch'', schmeichelte ich Vincent.

 

Seine Seele ließ ich nun zufrieden, wusste ich ja nicht, ob es ihm wirklich recht war. Immerhin blieb die Angst, dass er mich immer noch loswerden wollte.

 

*-*-*

 

"Ja, ja, schon gut. Ich habe dich ja verstanden. Zwar werde ich zunächst etwas Zeit brauchen mich an dich zu gewöhnen, aber ich denke, das werde ich schon hinbekommen.", antwortete ich ihm und gab mich erst mal mit seiner erklärenden Antwort zufrieden.

 

Er fand mich also hübsch... hmm... na, wenn er denn meinte.

 

"Hör zu, ich werde jetzt einkaufen gehen und mich mit Spencer, meinem Freund treffen. Ich möchte, dass du dich dabei ruhig verhältst, ok.", erklärte ich Nero mein Vorhaben.

 

Erst dann unterdrückte ich meine Gedanken, ging in die Küche, kochte mir einen Kaffee und bereitete für mich das Frühstück zu.

 

Sicher hatte ich irgendwie bemerkt, dass sich Nero um meine... Seele.... woran ich eh nicht glaubte, gekümmert hatte. Ja, mir war so was wie Seele und dergleichen völlig egal. Deswegen war ich eigentlich froh, dass ich nun doch nicht in die Kirche gehen musste, da ich an solchen Humbug nicht glaubte und Priester für mich nur Scharlatane waren.

 

*-*-*

 

''Ich habe verstanden'', gab ich von mir, dabei ein Seufzen unterdrückend.

 

Es blieb mir ja nichts anderes übrig, als mich ruhig zu verhalten. Doch wusste ich nun, dass ich mich für den richtigen Menschen entschieden hatte. Denn auch wenn Vincent sonst seine Gedanken unterdrückte, konnte ich durchaus spüren, dass er keine Priester und auch keine Kirche mochte.

 

''Hmm... Frühstück ist gut...'', musste ich dann doch loswerden, da ich ja alles mitbekam, ''Gibt es was Süßes? Marmelade wäre toll oder Nussnugatcreme...''

 

Sicher ernährte ich mich normalerweise von Sex, aber Süßigkeiten hatten auch was. Die mochte ich an der Menschenwelt besonders. Also auf seine Linie brauchte Vincent nun nicht zu achten. Er sah wirklich toll aus.

 

''Dieser Spencer ist dein Freund?'', hakte ich so ganz nebenbei nach.

 

Immerhin gelüstete es mich neben Süßigkeiten nach etwas viel besserem.

 

*-*-*

 

Soviel zu "sich ruhig verhalten".... na ja, nun konnte ich ihm ja nicht alles verbieten, wäre ja auch nicht so toll und ich würde mir eh auch nicht den Mund oder meine Gedanken verbieten lassen.

 

Also dachte ich und unterhielt mich eben so mit Nero.

 

"Eigentlich mag ich nichts Süßes... aber dir zuliebe mache ich mal eine Ausnahme und werde mir Marmelade aufs Brötchen schmieren, okay.", gab ich zur Antwort, ging an den Kühlschrank und entnahm diesem die Marmelade, die ich sogleich auf den Tisch stellte, sowie auch einige andere leckere Dinge und den Kaffee auch nicht vergaß.

 

Schließlich setzte ich mich an den Tisch und begann zu essen, zwischendurch erwiderte ich: "Ja, Spencer ist mein Freund. Wir gehen durch dick und dünn", mit diesen Worten biss ich herzhaft in das mit Marmelade beschmierte Brötchen und kaute es genüsslich.... zwischendurch einen Schluck Kaffee trinkend.

 

*-*-*

 

Wow, Vincent gefiel mir immer besser und ich genoss es, dass er Marmelade zu sich nahm. Auf Spencer war ich schon gespannt, obwohl es ja sicher nur ein Freund war und Vincent meine Anspielung nicht mitbekommen hatte.

 

Gut, ich würde mir den jungen Mann einfach mal ansehen. Vielleicht gefiel er mir auch gar nicht und ich müsste mich anderweitig umsehen.

 

Wobei Vincent damit ja auch einverstanden sein musste. Es blieb mir ja nichts anderes übrig und ich hoffte sehnlichst, dass er mit so etwas klarkommen würde. Herrje, was würde ich machen, wenn Vincent auf Frauen stand? Ich konnte eher etwas mit Männern anfangen.

 

Ich machte mir gerade zu viele Gedanken und musste erst mal Ruhe bewahren. Vielleicht war ein bisschen Ruhe auch ganz gut für Vincent. Immerhin meinte er, er bräuchte Zeit. Vermutlich würde er Spencer sogar früher oder später von mir erzählen.

 

*-*-*

 

Gemütlich und in aller Ruhe frühstückte ich zuende und räumte hernach alles wieder ordentlich weg.

 

Irgendwann war ich endlich soweit meine Wohnung zu verlassen und mit dem Auto ins Einkaufszentrum zu fahren und dort alles einzukaufen, was ich so brauchte. Es dauerte schon so eine ganze Weile, weil ich hier noch stehen blieb und dort was schauen wollte und erst mehrere Einkaufstüten später das Einkaufszentrum wieder verließ.

 

Mein Auto erreicht, lud ich alles in den Kofferraum und machte mich dann auf den Weg zu Spencer, der wohl schon auf mich wartete, wie er mir per Whats App schrieb.

 

Also gab ich Gas und fuhr, so schnell ich konnte und durfte, zu meinem Freund.

 

Endlich parkte ich und ging auf das Haus meines Freundes zu, wo ich klingelte und er mir kurz darauf die Tür öffnete.

 

Vor mir stand, wie immer, wenn ich ihn besuchte, ein etwas schmächtiger junger Mann, der aber einen ganzen Kopf größer war, als ich. Er hatte lange, blonde Haare und funkelnde, himmelblaue Augen, die sich in einem feminin anmutendem Gesicht befanden, zu dem auch eine kleine, schmale Nase und volle Lippen gehörten.

 

"Hallo Vincent!", begrüßte er mich.

 

"Hallo Spencer!", erwiderte ich den Gruß, dann umarmten wir uns kurz und betraten dann sein Haus.

 

*-*-*

 

Während des Einkaufens hing ich meinen Gedanken nach und verhielt mich recht ruhig. Immerhin wollte ich ja ein braver Dämon sein. Nur selten gab ich mal einen kurzen Kommentar ab, riet Vincent somit etwas zu kaufen oder es sein zu lassen.

 

Eben wie eine innere Stimme, die dir zuflüstert was gut für dich ist. Dabei sprach ich stets leise, damit Vincent sich nicht erschrak und erwartete auch keine Antwort von ihm. Es war lediglich ein Hinweis.

 

Dann endlich wurde mein warten belohnt und wir fuhren zu Spencer. Als die Tür aufging und ein hübscher Mann vor uns stand, konnte ich ein Pfeifen nicht zurückhalten.

 

''Sexy'', entkam es mir und ich spürte ein inneres Kribbeln.

 

Natürlich wusste ich nicht, was meine sexuelle Lust mit Vincents Körper machen würde. Schließlich steckte ich zum ersten Mal in einem Menschen und war sonst in einem Haus gefangen gewesen. Da war es egal, ob ich spitz wurde.

 

Aber hier? Spencer war eindeutig meine Kragenweite. Nur wie sah Vincent das?

 

*-*-*

 

Ach, du meine Güte... auch das noch. Nero schien ein Auge auf Spencer geworfen zu haben, so wie ich mich grad fühlte und er sich mir in Gedanken mitteilte. Na, toll... wirklich super!

 

"Hör mir bitte zu, Nero. Spencer ist nur ein Freund für mich, für den ich wirklich nur freundschaftliche Gefühle hege, auch wenn er noch so hübsch aussieht, und hör bitte auf mich mit deinen Gedanken heiß zu machen, okay. Sonst verschrecken wir ihn womöglich.", gab ich an meinen "Mitbewohner" zurück... natürlich auch nur gedanklich.

 

Spencer hatte mich in die Wohnstube begleitet und mir einen Platz angeboten.

 

"Kaffee, wie immer?", wollte er dann wissen.

 

"Ja, danke.", gab ich zur Antwort und setzte mich auf die Couch.

 

Ich musste mich beruhigen und Nero musste auch ruhig sein... sonst... au man... bloß nicht... nicht auszudenken... wenn... zumal Spencer wahrscheinlich nicht abgeneigt wäre, so wie wir uns vor ein paar Jahren, unter der Dusche, gegenseitig befummelt und uns so auch befriedigt hatten... au man, da kam mir doch wirklich alles wieder hoch.

 

Endlich war Spencer wieder im Zimmer und stellte die Becher mit dem Kaffee auf den Couchtisch, um sich sogleich zu mir auf die Couch zu setzen, was mich allerdings etwas auf Abstand gehen ließ.

 

Vor lauter Verzweiflung nahm ich erst mal einen Schluck Kaffee, ignorierte dabei die Warnung meines Freundes, dass der Kaffee heiß sei, und mir dabei noch die Zunge verbrannte, was ich mit einem gequälten "Aua!", quittierte.

 

"Was ist denn los mit dir?", wollte mein Freund von mir wissen.

 

Erst mal schwieg ich, doch dann platzte es einfach aus mir heraus.

 

"Na ja, weißt du... ich... hab einen Dämon in mir... Nero nennt er sich und er will nicht ausgetrieben werden und in die Hölle gehen. Ich hab ihm erlaubt bei mir... in meinem Körper zu bleiben... tja... doof ist jetzt nur, dass er wohl heiß auf dich ist und... du wohl seine Kragenweite bist.", klärte ich meinen Freund auf, der mich nur grinsend anschaute und mit jedem Wort, das ich von mir gab, nur noch breiter zu grinsen begann.

 

"Und wie sieht es bei dir aus, hm?", wollte er ganz ungeniert wissen, wobei er mir etwas auf die Pelle rückte.

 

"Spencer... bitte..."

 

"Was denn, Vincent... du kennst das doch schon, oder etwa nicht, hm. Komm schon, mach kein Drama draus. Ich habe jedenfalls nichts dagegen."

 

Nun, was hatte ich auch anderes erwartet? Das war so klar, dass Spencer so reagieren würde, wo er doch eh immer schon ein Auge auf mich geworfen hatte. Dem hatte ich nichts mehr entgegenzusetzen... und mein Kopf lief leicht rot an... während sich das Blut an einer ganz bestimmten Stelle zu sammeln schien... Klasse... wirklich toll...

 

*-*-*

 

Ich hatte mich schmollend zurückgezogen, als ich Vincents Gedanken vernahm, dass die zwei Beiden schon mal etwas miteinander gehabt hatten. Warum war er dann so dagegen, wenn es ihm gefallen hatte? Die Menschen sollte einer verstehen.

 

Doch als er Spencer dann von mir erzählte, war ich wieder voll da und grinste mir einen.

 

''Wow, du hast ihm von mir erzählt'', freute ich mich, ''Darf ich jetzt offen mit ihm reden?''

 

Total hibbelig wurde ich vor Freude und als Spencer nun auch noch mehr wollte, spürte ich eindeutig meinen großen Hunger. Sicher wollte ich Vincent eigentlich vorschlagen, dass er auch jemand anderen nehmen könnte und es nicht unbedingt sein bester Freund sein müsste, aber so wäre es natürlich einfacher.

 

Dass nun Vincent immer erregter wurde, ließ mich natürlich nicht kalt. Es stachelte mich nur noch mehr an.

 

''Wie soll ich runter kommen, wenn du selber total heiß wirst. Sorry, da kann ich nichts gegen tun. Entspann dich doch einfach und genieße es'', flüsterte ich, ein wenig auf Vincent einredend, ihm zu.

 

Dabei war ich bereit seinen Körper zu führen, wollte aber natürlich seine Zustimmung abwarten. Sein Körper sprach jedenfalls Bände.

 

*-*-*

 

"Nein, verdammt noch mal, ich will das nicht!", ereiferte ich mich und sprang von der Couch auf: "Wenn du so heiß auf Spencer bist, dann verzieh dich doch aus meinem Körper und nimm seinen in Besitz!", rief ich in die Stille des Zimmers hinein, wobei ich dann aber auch das schelmische Grinsen von Spencer, aus den Augenwinkeln heraus, genau sehen konnte.

 

Durch meinen kurzen Ausraster hatte sich meine Erregtheit langsam gelegt und ich fühlte mich schon wieder etwas besser.

 

"Ist ja schon gut, dir tut doch keiner was", versuchte Spencer mich offensichtlich zu beruhigen, blieb jedoch wo er war.

 

Kurz nickte ich ihm zu, doch blieb ich vorerst stehen, musste erst einmal wieder runter und zur Ruhe kommen.

 

"Hey, geht’s wieder, hm? Ich dachte, es hätte dir damals gefallen und außerdem muss ich dir etwas ganz Wichtiges beichten... ich habe mich schon seit langem, in dich verliebt und nicht erst seit dem Ereignis damals unter der Dusche. Verstehst du was ich sagen will? Ich liebte und verehrte dich schon lange bevor wir zusammen in der Dusche waren.", klärte mich Spencer auf und ich schaute ihn mal mit großen Augen an, mal starrte ich zu Boden, als ob dieser ganz besonders interessant wäre und ich diesen zum ersten Mal sehen würde.

 

"Ich fands nicht schlimm... echt nicht... aber... ich weiß nicht... mir war es irgendwie peinlich, als du mich.... na ja, du weißt schon...", gab ich verlegen von mir.

 

"Aber du hast mitgemacht, also kann es so schlimm gar nicht gewesen sein, dass du dich jetzt so sehr dagegen sträubst."

 

Schach matt, auch jetzt hatte ich dem nichts mehr entgegenzusetzen, stattdessen bewegte ich mich auf den Sessel zu, setzte mich hinein und senkte meinen Blick, nicht mehr wissend was ich sagen sollte.

 

Auch Nero konnte ich jetzt keine wirkliche Aufmerksamkeit schenken... es ging nicht.

 

*-*-*

 

Ach herrje, da hatte der beste Freund sich tatsächlich in Vincent verknallt. Gefühlsmäßig war ich mir nicht ganz sicher, vermutete aber, dass es Vincent nur freundschaftlich mit Spencer meinte.

 

Es war eine schöne und einmalige Sache gewesen, wie ich ahnte.

 

Doch selbst wenn ich wollte, konnte ich nicht einfach den Körper wechseln. Stattdessen versuchte ich zu Vincent durchzudringen.

 

''Vincent? Hörst du mich? Wie wäre es mit ein bisschen frischer Luft? Die würde dir jetzt bestimmt gut tun und Abstand zu Spencer täte dir nun auch gut'', riet ich ihm.

 

Sicher war ich spitz und würde jeden nehmen, der gut aussah, aber es ging mir hier auch um meinen Wirt, in dessen Körper ich nun mal steckte. Ich hatte nicht umsonst Vincent ausgewählt und wollte schließlich nichts schlechtes von ihm. Immerhin mochte ich ihn und diese Sache hier tat ihn gerade gar nicht gut.

 

Damit es ihm besser ging, schmeichelte ich erneut seiner Seele und versuchte seinen Körper in Bewegung zu setzen, damit er an die frische Luft kam. Dabei war ich mir nicht sicher, ob ich etwas zu Spencer sagen sollte. Immerhin hatte ich stillschweigen versprochen. Doch innerlich wurmte es mich.

 

*-*-*

 

Ich war nun schon vollkommen verwirrt, durch Spencers Worte, und nun mischte sich Nero ein... au man... toll.

 

Zwar ahnte... nein, wusste und spürte ich, dass Nero es gut meinte, aber ich wusste auch, dass Spencer mir sicher auch nichts böses wollte. Nur hatte mich Spencers Geständnis ganz schön aus der Bahn geworfen, weil ich damit nicht gerechnet hatte.

 

Damals... nun das war einfach ein Experiment für mich gewesen... nichts weiter, dass sich mein bester Freund nun auch noch in mich verliebt hatte.... nun ja, so was kam eben vor... ja auch unter besten Freunden.

 

"Hör zu, Spence, ich habe dein Geständnis vernommen und finde es total süß von dir, wirklich, aber... ich weiß nicht ob ich deine Gefühle je werde erwidern können. Ich finde dich toll und ja auch sehr süß und hübsch, aber... herrje, ich hatte noch nie eine Beziehung, das weißt du doch. Lass mir etwas Zeit, okay.

 

Ich werd jetzt erst mal an die frische Luft gehen und über alles nachdenken. Sei mir bitte nicht böse, aber ich muss das erst mal verdauen und ein wenig zur Ruhe kommen. Ich melde mich auf jeden Fall bei dir."

 

"Ist okay, Vincent, ich verstehe dich und gebe dir die Zeit, die du benötigst.", erwiderte mein Freund und schaute mich liebevoll an.

 

Ich erhob mich und verließ das Wohnzimmer.... bald darauf verließ ich auch das Haus, nachdem ich mich von meinem Freund verabschiedet, der mich noch zur Tür gebracht hatte.

 

Draußen angekommen, atmete ich erst mal tief ein und aus. Um Nero konnte ich mich jetzt nicht kümmern, musste erst mal alles verdauen.

 

Ja, die frische Luft tat mir tatsächlich gut... so wie es Nero gesagt hatte.

 

*-*-*

 

Natürlich ließ ich Vincent gewähren, hatte ja auch gar keine andere Wahl. Doch merkte ich auch das Gefühlschaos in ihm drin und wie gut ihm die frische Luft tat.

 

''Du liebst ihn nicht!'', hörte ich mich sagen, wobei ich nicht mal wusste, ob er mich wahrnahm, ''Das würde sich anders anfühlen, glaube mir!''

 

Seufzend zog ich mich zurück und ließ Vincent mit seinen Gedanken allein. Er würde sich sicher melden, wenn er Rat bräuchte.

 

Stattdessen ließ ich meinen Blick durch die Gegend wandern und schaute mir an, wer so an uns vorbeiging. Es müsste doch spürbar sein, auf was für einen Typ Vincent stand. Obwohl er jetzt womöglich sowieso nichts mitbekommen würde.

 

Hach, ich würde Vincent schon führen und ihm einen süßen Typen suchen. Das ginge doch nicht, dass er noch nie eine Beziehung hatte. Er musste sich schließlich nicht verstecken.

 

*-*-*

 

Wieder hörte ich Neros Worte, doch wusste ich nicht mal, ob ich Spencer liebte... mich vielleicht doch noch in ihn verlieben und seine Gefühle nicht doch irgendwann erwidern konnte.

 

Ich war mir so unsicher, wie niemals zuvor und doch hatte ich das Gefühl ich würde meinem Freund das Herzbrechen, wenn ich ihm einen Korb gäbe. So was brachte ich unmöglich übers Herz.

 

"Vielleicht kann ich seine Gefühle ja doch irgendwann … na ja, erwidern.", sprach ich gedanklich zu Nero, spürte aber auch, dass er sich nach anderen Kerlen umzusehen schien.

 

"Herrje, hör auf, anderen Kerlen nachzusehen... oder willst du mich etwa verkuppeln? Hast du schon mal daran gedacht, dass ich eventuell gar keine Beziehung haben möchte... und vielleicht lieber allein bleiben würde? Ich fühle mich einfach nicht bereit und irgendwie... würde ich mich viel lieber zuhause verstecken.", gab ich weiter von mir... natürlich alles gedanklich.

 

Schließlich lenkte ich meine Schritte auf den Heimweg zu...

 

*-*-*

 

''Allein blieben willst du?'', schnaufte ich entsetzt, ''Das kannst du mir nicht antun. Ich meine, dadurch dass ich in dir lebe, brauche ich nicht die nötige Energie... aber normal ernähre ich mich vom Sex mit Menschen.''

 

So, es war raus und ich wusste nicht, ob Vincent das gut finden würde.

 

''Woher willst du wissen, dass dir eine Beziehung nicht behagt? Und schauen wird doch wohl noch erlaubt sein, oder etwa nicht?'' gab ich kleinlaut von mir.

 

Die Erkenntnis keinen Sex mehr haben zu werden, hatte mich ganz schön getroffen. Während ich auf Vincent einredete, hatte ich kaum Augen für das drum herum und scheinbar war wohl noch jemand in Gedanken.

 

Ein junger Mann rasselte mit uns zusammen. Er war groß, schlank und wow... gutaussehend. Seine dunkelbraunen großen Augen schauten uns um Verzeihung bittend an, wobei er sich durch seine dunklen kuren Haare mit der Hand fuhr.

 

''Es tut mir leid'', stammelte er verlegen und wurde sogar ein bisschen rot, ''Ich habe dich zu spät gesehen... war in Gedanken.''

 

Ich wagte es nicht, etwas zu sagen, sondern starrte den Mann einfach nur an. Der oder keiner! Mist verdammter! Wie sollte ich Vincent denn überzeugen? Er durfte diesen Fremden nicht einfach gehen lassen.

 

*-*-*

 

Klasse! Auch das noch, jetzt stieß ich mit so einem Kerl zusammen, der auch noch rot anlief, als er sich entschuldigte.

 

"Ja, ja, schon gut. Pass das nächste Mal besser auf, wohin du gehst.", gab ich kalt von mir, doch spürte ich auch Nero und seine vorherigen Worte waren auch nicht so ganz ohne.

 

Der wollte mich tatsächlich jetzt mit dem Typen da verkuppeln... nein, aber nicht mit mir und schon gar nicht vor dem Hintergrund, dass er sich von Sex ernährte, den wir Menschen haben konnten, aber nicht zwingend haben mussten.

 

Ohne den Typen weiter zu beachten, ging ich an ihm vorbei und weiter meinem Zuhause entgegen.

 

Währenddessen sprach ich gedanklich zu Nero:

 

"Pass mal auf, Nero, wenn dir etwas nicht passt, was ich tue, dann hast du jederzeit die Möglichkeit dich zu verziehen. Ich brauche dich jedenfalls nicht. Damit das klar ist!

 

Ich entscheide allein, was ich will und was nicht. Merke dir das! Wenn du dich vom Sex ernährst, dann bist du bei mir definitiv an der falschen Adresse. Denn weder brauche ich den Sex, noch mag ich das sonderlich. Wenn du das so sehr brauchst, dann solltest du dir wirklich jemand anderen suchen, der dich ernähren kann, denn ich werde es nicht sein.", diese kleine gedankliche Predigt von mir gegeben, verstummte ich und lief einfach weiter meines Weges.

 

Bald wäre ich daheim und dann, so hoffte ich, hätte ich endlich meine Ruhe.

 

*-*-*

 

Der junge Mann hatte sich nochmal entschuldigt, doch Vincent ging einfach weiter.

 

''Nein, das kannst du doch nicht machen!'', jammerte ich, ''Er ist perfekt!''

 

Seufzend registrierte ich anschließend Vincents Worte und wurde immer kleiner. Wie konnte er das alles so sagen? Wo er noch nie eine Beziehung gehabt hatte. Ich wollte ihm doch nicht schaden oder ihn jeden Tag dazu anspornen mit irgendwem Sex zu haben.

 

Immerhin war der Sex aus Liebe perfekt.

 

Langsam zog ich mich in Vincent zurück, soweit es mir möglich war. Zwar konnte ich nicht aus ihn raus, mich aber weit drinnen in ihn verstecken. Ich blieb still und grübelte für mich allein.

 

Gekränkt war ich und müde. So setzte ich mich in eine Ecke, zog die Beine an mich ran und legte meinen Kopf auf die Knie. Leise flossen Tränen über meine Wangen. Die Ansprache hatte gesessen. Nicht nur, dass ich hier nicht willkommen war, es würde vermutlich niemals Sex geben und zu einer Beziehung wäre Vincent auch nicht bereit.

 

Da ließ ich mich ganz schön hineinsteigern und versuchte mich so unsichtbar wie möglich zu machen. Wahrscheinlich würde ich ein paar Tage brauchen, ehe ich mich erneut zu Wort melden würde.

 

*-*-*

 

Sicher, ich hatte Neros Jammern vernommen, doch änderte dies nichts an meiner Meinung oder an meiner Entscheidung. Er war nun still und ich erreichte so irgendwann meine Wohnung, die ich sogleich betrat.

 

Anschließend tat ich alles wie immer, wenn ich heim kam. Schuhe und Jacke ausziehen und ordentlich wegstellen, dann in die Küche wandern und erst mal einen Kaffee kochen.

 

Währenddessen bekleidete ich mich im Schlafzimmer mit lockeren, bequemen Sachen und ging anschließend ins Bad, wo ich mir die Hände wusch.

 

Der Kaffee war inzwischen fertig und ich schenkte mir einen Becher voll ein, den ich mit ins Wohnzimmer nahm und vor mir auf den Couchtisch stellte.

 

Bequem hatte ich es mir gemacht und den Fernseher eingeschaltet, der aber nur so nebenher lief und mich somit nicht beim Nachdenken störte.

 

Ich wusste natürlich, dass Nero mir so gesehen nichts getan hatte, aber er war einfach so in meinen Körper eingedrungen... unerlaubt... jetzt versuchte er mich auch noch zu verkuppeln, weil er sich vom Sex ernährte... das war zu viel... einfach zu viel. Ich allein entschied ob und wann ich etwas tun wollte und das würde sich auch in naher Zukunft nicht ändern.

 

Er tat mir zwar schon irgendwie leid, doch würde er da durch oder sich einen anderen Wirt suchen müssen, denn ich ließ mir nun mal nichts diktieren oder mich zu etwas drängen.

 

Was glaubte Nero denn, dass ich den Typen am besten gleich da auf der Straße hätte flachlegen sollen, oder was? Nein, das konnte er ganz getrost vergessen.

 

Die nächsten Tage vergingen und ich hatte schon eine Weile nichts mehr von Nero gehört, worüber ich auch ganz froh war. Ich ging derweil wieder meiner geregelten Arbeit nach, machte auch so manche Überstunde, widmete mich zwischendurch meinem Hobby, dem Fotografieren, und traf mich auch hin und wieder mit Spencer.

 

*-*-*

 

Ich hatte mich tagelang sehr ruhig verhalten und Vincents Leben einfach nur als Zuschauer betrachtet. Es war für mich nicht verständlich, warum er keine Beziehung wollte. Sicher war er auf eine Art und Weise glücklich, aber meines Erachtens fehlte ihm etwas.

 

Langsam hatte ich genug geschmollt, was eigentlich auch gar nicht meine Art war. Doch irgendwie fühlte ich mich verletzt und missverstanden. Nur weil ich mich vom Sex ernährte, hieß es ja nicht, dass ich gleich mit jeden rummachen wollte.

 

Es war um einiges schöner, wenn Gefühle mit im Spiel waren. Außerdem war es für mich sättigender.

 

Wir waren gerade mit der Arbeit fertig und Vincent hatte noch schnell etwas eingekauft. Mittlerweile kannte ich den Tagesablauf und wusste genau was nun kommen würde. Es stand das Wochenende vor der Tür und jetzt würde es nach Hause gehen.

 

Soviel ich wusste stand bisher nichts an für heute, was wohl hieß, dass Vincent sich entweder spontan mit Spencer treffen würde oder aber einen ruhigen Abend bei sich zu Hause veranstaltete.

 

''Fehlt dir denn rein gar nichts in deinem Leben'', meldete ich mich nach tagelangem Schweigen zu Wort.

 

Der Nachhauseweg zog sich in die Länge und uns kam bereits das dritte Pärchen entgegen. Sie schienen wirklich glücklich, hielten Händchen und lachten. Bei diesem Anblick wurde mir ganz warm ums Herz und dennoch schien es so, als wollte Vincent einfach nicht auf diese Art glücklich sein.

 

Die Wohnung war zum Glück in greifbarer Nähe und gerade als das Pärchen an uns vorbeiging, sah ich Jemanden, den wir bereits kannten. Es war der junge Mann, der uns vor Tagen beinahe über den Haufen gerannt hatte. Er stand an der Bushaltestelle und wartete auf den Bus.

 

Nein, damit würde ich jetzt nicht anfangen und doch schrie alles in mir danach, dass es so etwas wie Schicksal sein müsste.

 

*-*-*

 

Nachdem ich die letzten Tage nichts von Nero gehört hatte, hatte ich ihn ja schon beinahe vergessen und mich dabei sehr wohl gefühlt.

 

Doch jetzt meldete er sich wieder zu Wort, jetzt und hier so von unterwegs aus.

 

"Wenn du es genau wissen willst, nein mir fehlt nichts... rein gar nichts.", gab ich ihm daraufhin nur zur Antwort.

 

Nein mich hatte es keineswegs gestört, dass nun schon das dritte Pärchen an mir vorbei lief. Mich störte es schlicht und ergreifend nicht.

 

Bis nach Hause war es nicht mehr sehr weit, das letzte Pärchen war an mir vorbei gegangen, als auch ich diesen Kerl an der Bushaltestelle stehen sah, so als hätte Nero selbst meinen Kopf in dessen Richtung gelenkt.

 

Jedoch störte auch das mich nicht, so dass ich meine Schritte schnurstracks an der Bushaltestelle vorbei lenkte und nach Hause ging. Ich wusste, dass Nero jetzt sicher schon wieder so halbwegs am sabbern war und mich wahrscheinlich noch immer zu gern mit dem Typen verkuppeln oder mich gern noch einmal drauf angesprochen hätte.

 

Daraus würde jedoch nichts werden. Ich wollte keine Beziehung... nur meine Ruhe.... Basta!

 

Natürlich könnte ich mir direkt denken was jetzt gerade in Nero vorgehen musste, aber er hatte ja noch immer die Möglichkeit mich endlich allein zu lassen und sich einen anderen Wirt zu suchen. Traurig oder gar böse wäre ich jedenfalls auf keinen Fall, würde er verschwinden.

 

So erreichte ich meine Wohnung und betrat diese sogleich...

 

*-*-*

 

Okay, soviel zum Thema Schicksal. Da hatte ich die Rechnung ganz ohne Vincent gemacht. Nun gut, was sollte ich auch tun?

 

''Du könntest mir wenigstens ein bisschen was gönnen. Immerhin bin ich jetzt ein Teil von dir und kann das schlecht ändern. Einfach so in einen anderen Körper fahren ist nicht und ich wüsste auch gar nicht, wie ich das anstellen sollte.

 

Hier gibt es kein Schild worauf Ausgang steht'', wetterte ich los.

 

''Ich will ja gar nicht, dass du in der Gegend herum popst. Du könntest auch das Angebot von Spencer annehmen... Apropos, was steht heute Abend überhaupt an?'', wollte ich dann wissen.

 

Es musste doch ein Kompromiss zu finden sein, mit dem wir Beide einverstanden wären.

 

Was ich natürlich nicht wusste war, dass bereits ein Dämonenjäger auf uns aufmerksam geworden war und Vincent auf der Straße beobachtet hatte.

 

*-*-*

 

Na toll, dieser verdammte Dämon war jetzt ein Teil von mir und das hieß für mich nur eines, ich würde den wohl erst dann los werden, wenn mein Leben beendet wäre.

 

Au man.... da hatte ich mir ja was eingebrockt... man, was für ein Scheiß!

 

"Weißt du was, mir ist es so ziemlich egal was du brauchst, und ob ich dir was gönnen sollte... wohl eher nicht. Allein wenn ich daran denke, dass ich dich bis an mein Lebensende aufm Hals habe... wird mir, ehrlich gesagt, schlecht!", wetterte ich nun meinerseits, denn was dieser Dämon konnte, konnte ich schon lange.

 

"Falls du es genau wissen willst, heute steht gar nichts an. Ich werde es mir hier gemütlich machen und einen Film anschauen oder... soll ich es mir hier vielleicht noch selbst machen...?! Wie hättest du es denn gern?!", wurde ich nun ironisch und sehr wütend: "Ja, ich will dich loswerden und ich denke nun doch ernsthaft drüber nach zu einen Priester zu gehen, denn mir ist es, verdammt noch mal, egal ob du in der Hölle schmorst oder eben nicht.

 

Außerdem wer sagt denn, dass es überhaupt eine Hölle, den Teufel oder gar Gott gibt. Das ist doch alles von Menschen gemachter Aberglaube, weil sie es in früheren Zeit nicht anders wussten... Blitze und Donner, Regen und Sonne von einem überirdischen Wesen geschickt wurden... so entstanden Götter und solch Zeugs... was für ein Unsinn!", wetterte ich weiter, konnte mich kaum noch einkriegen, denn wenn ich etwas hasste, dann war es wenn man mir versuchte etwas aufzudrängen.

 

Dass irgendwo anders noch ganz andere Dinge vor sich gingen, ahnte ich nicht und es wäre mir derzeit wahrscheinlich ohnehin egal gewesen.

 

Außerdem, warum sollte ich das Angebot von Spencer annehmen, meinem Freund und Nero womöglich nachgeben? Nein, sicher nicht...

 

*-*-*

 

Richtig in Fahrt schnaufte ich erst mal wütend, bevor ich erwiderte: ''Oh glaube mir, Vincent, die Hölle gibt es und du willst dem Teufel nicht begegnen, ich genauso wenig.''

 

Den Gedanken, dass Vincent es sich selbst besorgen wollte, was natürlich rein ironisch von ihm gemeint war, versuchte ich aus meinem Kopf zu verbannen oder unserem Kopf. Im Grunde könnte ich ihn streicheln... Oh, Mist verdammter. Nach dieser Aktion hier würde er so was nie im Leben mit sich machen lassen.

 

Gerade als ich noch etwas hinzufügen wollte, klingelte es an der Tür und ein ungutes Gefühl machte sich in mir breit.

 

Nur einen Moment später stand ein Schrank von einem Mann vor uns und ein intensiver Blick durchbohrte uns.

 

''Gestatten, Charlie Brown, Dämonenjäger'', erklang eine tiefe Stimme, die mir eine Gänsehaut bescherte und das nicht nur, weil er der Feind war.

 

''Darf ich?'', war die nächste Frage und mit einer Handbewegung bat er um Einlass.

 

''Vincent'', jammerte ich und schluckte schwer, ''Ich mag den nicht... lass den nicht rein... bitte.''

 

Die letzten Worte waren nur ein Hauchen und ich verzog mich so tief in Vincent, wie es ging und ich aber trotzdem noch etwas von dem Geschehen mitbekam.

 

Na super, und das wo wir gerade mitten im Streit waren und Vincent sowieso nichts anderes im Kopf hatte, als mich loszuwerden.

 

*-*-*

 

Was für ein Schwachsinn... von wegen den Teufel würde es geben... aber wenn Nero denn glaubte... mir war es vollkommen egal.

 

Ich wollte nur eines... dieses Ding in mir los werden!

 

Unser Streit wurde jäh unterbrochen, da es an der Tür läutete und ich diese nur wenig später öffnete. Den Kerl, der vor mir stand, starrte ich erst mal nur an, doch begrüßte ich ihn:

 

"Ihnen auch einen guten Tag, Herr Brown. Mein Name ist Vincent Farini. Bitte, kommen sie doch herein", erwiderte ich freundlich lächelnd, obgleich... oder gerade weil Nero es nicht wollte und herum jammerte.

 

Würde ich ihn denn nun endlich los werden?

 

"Also, Herr Brown...", sprach ich den Dämonenjäger an, nachdem er meine Wohnung betreten und ich die Tür geschlossen hatte: "Wieso sind sie hier?", wollte ich anschließend von ihm wissen, obgleich ich mir heimlich schon ins Fäustchen lachte und mir direkt vorstellen konnte, welch große Angst Nero gerade haben musste.

 

"Tja, Nero, du hättest dir vielleicht doch besser einen anderen Wirt aussuchen sollen...", waren meine Gedanken an den Dämon.

 

*-*-*

 

Vincent ließ diesen Kerl tatsächlich rein. Hatte seine Mutter ihm denn niemals gesagt, dass man keine Fremden ins Haus lässt. Mit einem kräftigen Schlucken, versuchte ich mich unsichtbar zu machen. Natürlich war das unmöglich, aber ich wollte nicht, dass dieser Kerl auf mich aufmerksam wurde.

 

''Charlie, mein Guter'', brummte dieser, tätschelte Vincent mit einem kräftigen Schlag die Schulter und trat ein.

 

''Nett haben sie es hier. Aber ich will gleich zur Sache kommen. Sie ahnen doch bereits warum ich hier bin, nicht wahr?

 

Wir waren vor etwa einer Woche in dem leerstehenden Haus Ecke Billigton. Sie wissen, welches Haus ich meine!

 

Dort haben wir einem ziemlich üblen Dämon ausgetrieben und doch nahmen diese Schwingungen nicht ganz ab'', erklärte er direkt und zeigte auf ein Gerät.

 

Ein Wimmern kam mir über die Lippen, denn damit konnte er meine bloße Anwesenheit messen.

 

''Wenn mich nicht alles täuscht, steckt in ihnen ein Dämon und den würde ich gerne dahin schicken, wo er hingehört... Wenn sie erlauben... Dauert auch nicht lange'', die letzten Worte kamen mit einem dreckigen Grinsen und dieser Schrank von einem Kerl ließ mir eine Gänsehaut über den Rücken laufen.

 

Ernsthaft? Verflixt Vincent... nimm die Beine in die Hand und lauf!

 

*-*-*

 

Bei den Worten dieses Kerls, der sich Dämonenjäger schimpfte, grinste ich zwar fies in mich hinein, doch war mir der Typ unsympathisch, auch wenn ich Nero zu gern losgeworden wäre, aber nicht so.... wenn dann von einem Priester... aber nicht von so einem windigen Typen... mit dem Aussehen eines vollgefressenen Sportbeutels.

 

Nein, ich hatte keine Angst vor diesem Kerl, der da vor mir stand, warum denn auch...?

 

Ich und Angst... was für ein Scheiß... tze...

 

"Hören sie zu, Mr. Brown, mag sein, dass ich einen Dämon in mir habe, ja... und eigentlich will ich den auch los werden, weil der mich einfach nur nervt... aber... er hat mir bislang nicht wirklich was angetan. Somit rate ich ihnen, Mr. Brown, sich schnellstmöglich aus meiner Wohnung zu verziehen, bevor ich die Polizei rufe oder sie eigenhändig hinaus befördere!", entgegnete ich frech und baute mich bedrohlich und ohne Angst vor dem Typen auf.

 

Mit diesen Worten trat ich noch ein Stück an diesen Kerl heran, packte ihn am Kragen und schob ihn aus meiner Wohnung heraus... die Türe zuvor öffnend. Anschließend ließ ich die Tür krachend wieder ins Schloss fallen und verschloss diese dann auch.

 

Sicher, der Typ hatte sich schon etwas gewehrt, doch hatte ich seine Ahnungslosigkeit ausgenutzt und einen Überraschungsangriff gestartet. Tja, das wars dann. Klar, rechnete ich damit, dass dieser Typ sicher an mir kleben bleiben und nichts unversucht lassen würde, um mir Nero doch noch auszutreiben. Aber dagegen wäre ich auf jeden Fall gewappnet.

 

"Und nun zu uns, Nero... du hast keinen Grund zur Freude, auch wenn dieser Kerl jetzt weg ist. Denn wenn ich dich austreiben lasse, dann nur durch einem Priester, auch wenn ich die alle für Scharlatane halte. Wenn du dich allerdings ruhig verhältst, mich nicht mehr mit diesem komischen Typen, mit Sex oder einer Beziehung nervst, kannst du bleiben und du wirst dich mit dem zufrieden geben müssen, was du bekommst. Vielleicht mach ich es mir ab und zu selbst oder nimm mir Spencer als One-Night-Stand... aber mehr wird es nicht geben. Ist das jetzt bei dir angekommen, Nero!?", sprach ich sanft und doch mit der nötigen Strenge in meiner Stimme.

 

Erst mal musste ich mich dann jedoch setzen und starrte an die Wand vor mir.

 

Man, worauf hatte ich mich hier bloß eingelassen? Bei dem Stress, den ich zur Zeit hier hatte, sollte ich mir nun auch noch eine Beziehung an den Hintern hängen?! Nein, danke!

 

"So, Nero, und nun hätte ich gern meine Ruhe...", gab ich noch von mir, bevor mir eine Träne aus dem linken Auge rann und langsam an meiner Wange herab lief... während ich mich immer wieder fragte...:

 

Warum ich? Warum? Was hatte ich verbrochen?

 

*-*-*

 

Wow, soviel Einsatz hatte ich Vincent gar nicht zugetraut und das obwohl von diesem schmierigen Typen eindeutige Gegenwehr ausging. Er hatte auch ganz schön geschimpft. Sicher freute ich mich im ersten Moment, allerdings holten mich Vincents Worte schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

 

Die nächsten Worte sorgten für einen Lichtblick und ich verhielt mich ruhig. Nur ein wenig streichelte ich Vincents Seele, als Dank, dass ich vermutlich bleiben durfte.

 

Wer wusste schon, was der Typ gemacht hätte. Womöglich wäre Vincent zu Schaden dabei gekommen. Das hätte ich mir niemals verziehen.

 

Als jedoch Vincent um Ruhe bat und eine Träne ihren Weg fand, spürte ich wie erschöpft er war und wie fertig er mit den Nerven zu sein schien. Zwar blieb ich ruhig, ließ Vincent aber wissen, dass er nicht allein war. Innerlich breitete ich eine Wärme aus, die einer Umarmung glich, weil ich mich entschuldigen wollte und ihn tröstend zur Seite stand.

 

Schließlich konnte ich auch mehr, als an Sex denken und herum zicken und das wollte ich ihm beweisen.

 

*-*-*

 

Meine Worte schienen gefruchtet zu haben, denn Nero gab tatsächlich Ruhe und doch spürte ich, wie er ganz lieb zu mir war. Jetzt, da ich mich ein wenig erholte, weil ich irgendwie fertig war, konnte ich direkt ein innerliche Umarmung fühlen, die sicher von Nero ausging.

 

"Danke", gab ich, in Gedanken, von mir und schloss ein klein wenig die Augen, nachdem ich mir die Träne weg gewischt hatte.

 

So hing ich meinen Gedanken nach. Dabei dachte ich an meinen Freund Spencer, an diesen Typen, der an der Bushaltestelle gestanden war und an meinen "Mitbewohner" Nero.

 

Dass ich erst mal keine Beziehung wollte, war klar. Ich könnte wohl etwas mehr unternehmen, mit wem auch immer, hier und da vielleicht einen One-Night-Stand oder Gott-weiß-was anstellen... mal schauen.

 

Im Augenblick wollte ich einfach nur chillen und schaltete deswegen das Fernsehen an, das aber nur so nebenbei laufen sollte und ich den Fernseher deshalb wirklich nur auf minimale Lautstärke laufen ließ.

 

Während ich ab und zu zum Fernsehen schaute, machte ich mich auf der Couch lang, deckte mich mit einer Decke zu und bald schon fielen mir ganz von selbst die Augen einfach so zu....

 

*-*-*

 

Jetzt brauchte Vincent einfach Ruhe und die gönnte ich ihm auch. Während er schlief, öffnete ich seine Augen wieder und schaute Fernsehen. So bekam ich mit, was hier und da geschah. Es würde Vincent nicht stören beim Schlafen, also streichelte ich weiter seine Seele, schenkte ihm innere Geborgenheit und sah fern.

 

Müde war ich nicht, obwohl es ganz schön heftig gewesen war. Um ein Haar hätte dieser Brown mich ausgetrieben und vermutlich auch noch meinem Freund geschadet.

 

Ich würde dafür Sorgen, dass so etwas niemals geschah. Dabei ging es mir nicht darum, nicht in die Hölle zu gelangen, sondern darum Vincent zu beschützen.

 

Während ich mich regelrecht in Vince kuschelte, dem Geschehen im Fernsehen folgte, hörte ich etwas vor der Haustür. Im ersten Moment dachte ich an dieses Ekel von Brown, wodurch ich hochschreckte.

 

Natürlich blieb das nicht ohne Auswirkungen auf Vincents Schlaf.

 

''Da ist wer...'', erklärte ich mein Verhalten.

 

Angst... Ein Dämon hatte doch keine Angst. Vielmehr wusste ich nicht, wie ich mit dieser Situation umgehen sollte.

 

Wie hypnotisiert starrte ich die Tür an und als es klopfte, sprang ich sogar ein wenig in die Luft.

 

''Schau erst durch den Spion... nicht dass es wieder dieser Kerl von eben ist...'', riet ich Vincent, nun doch etwas ängstlich.

 

Färbten die Gewohnheiten der Menschen etwa auf mich ab oder war es einfach, weil ich nicht genau wusste, wie ich Vince beschützen könnte.

 

*-*-*

 

Hach... es war so schön gewesen... ich hatte so schön geschlummert, oder doch eher geschlafen, als mich Neros Unruhe aufschrecken ließ.

 

Herrje, was war denn nun schon wieder? Hatte man denn hier nie seine Ruhe?!

 

Wie Nero meinte wäre da wohl wer an der Tür, nun das würde ich jetzt eben prüfen gehen und schauen wer mich nun wieder nerven wollte.

 

Ergo war ich aufgestanden, zur Tür gelatscht und lugte erst mal durch den Spion... hielt mich somit an Neros Rat, da ich meinte, dass Nero recht hatte... es konnte doch sonst wer vor der Tür stehen und uns womöglich eins auf die Rübe geben.

 

Doch vor der Tür stand.... au man... auch das noch... dieser Typ von der Haltestelle, mit dem ich irgendwann zusammen gestoßen war. Aber was konnte der bloß von mir wollen und woher wusste der eigentlich wo ich wohnte... oder war es gar Zufall?!

 

Gefühlte tausend Fragen gingen mir durch den Kopf, ehe ich mich dazu durchrang die Türe vorsichtig zu öffnen.

 

Kaum, dass ich die Tür geöffnet hatte, grinste mich dieser Typ an, während ich ihn fragend begrüßte:

 

"Hallo. Was kann ich für sie tun?", war erst mal alles was mir dazu einfiel und ich war im Augenblick nicht gerade begeistert über den Besuch.

 

Wieso grinste der mich eigentlich so an?

 

Herrje, Nero machte wahrscheinlich gerade Luftsprünge, weil doch gerade der Typ vor mir stand, den er sich für mich wünschte...

 

Und was nu....?

 

*-*-*

 

Sicher musste ich grinsen, als ich den Typen sah, aber verwundert war ich genauso, wie Vince. Was wollte der Typ hier?

 

Luftsprünge machte ich deshalb keine, stand eher mit offenem Mund da und schaute auf den jungen Mann vor uns. Dieser grinste zwar, schien aber ziemlich verlegen zu sein und kratze sich mit einer Hand im Nacken.

 

''Entschuldige bitte'', hörte ich ihn krächzen, wonach er sich räusperte.

 

Ups... waren wir schon beim Du? Nun denn, ich blieb erst mal still und schaute mir an, was hier vor sich ging.

 

''Da war so ein schmieriger Kerl und ich dachte... nun ja...'', stammelte er weiter und schien sogar ein wenig rot zu werden.

 

''Mensch, nun spuck schon aus, was du willst'', wetterte ich in Vincent, ohne dass der Kerl etwas davon mitbekam. So was brachte mich auf die Palme, auch wenn er noch so niedlich war und es irgendwie auch ziemlich komisch zu sein schien, wie schüchtern er sich anstellte.

 

''Eigentlich wollte ich nur wissen, ob mit dir alles okay ist'', hörten wir ihn endlich sagen und die braunen Augen schauten uns an, als hätten sie etwas verbotenes getan.

 

Ein Seufzen gefolgt von einem Kichern konnte ich nicht unterdrücken, auch wenn es erneut nur für Vincent zu vernehmen war. Irgendwie war es süß, denn obwohl er uns nicht kannte, hatte er sich Sorgen gemacht. Wer hätte auch ahnen können, dass Vince diesen Brown alleine in die Flucht schlägt.

 

Die Vorstellung, dass der Typ vor uns die ganze Zeit draußen auf und ab gegangen war und sich regelrecht überwinden musste, hier anzuklopfen, fand ich sehr amüsant. Andererseits sollte er an den Vorzügen eines Retters wohl noch arbeiten, denn wäre etwas passiert, wäre er vermutlich zu spät dran gewesen.

 

*-*-*

 

Mit hochgezogener Augenbraue hörte ich mir sein Gestammel an und musste Nero direkt recht geben, weil sich der Typ sonst wie anstellte, ehe der auch nur einen vernünftigen Ton heraus bekam. Innerlich musste aber auch ich kichern, jedoch fand ich das Getue die Schüchternheit von dem nicht unbedingt süß... aber gut, wenn Nero denn meinte, gab ich mich halt geschlagen.

 

"Ja, ja, schon gut. Mir geht’s super. Ich hab den Typen an Arsch und Kragen gepackt und ihn aus der Wohnung geworfen, mit der Androhung die Bullen zu rufen, falls der sich noch mal hier blicken lässt.", gab ich zur Antwort, doch konnte ich nun gar nicht ertragen, wie der Typ so da stand, wie ein begossener Pudel... oder wie bestellt und nicht abgeholt, also gab ich mir einen Ruck und meinte kurzerhand:

 

"Na los, komm schon rein", nahm, mit diesen Worten seine Hand und zog ihn mehr oder weniger mit mir, wobei ich so ganz nebenbei die Tür schloss.

 

"Willst du was trinken?", fragte ich ihn anschließend: "Mein Name ist übrigens Vincent Farini, du kannst mich aber auch Vince nennen, das ist kürzer.", stellte ich mich erst mal anstandshalber und mit einer Spur Charme vor und konnte mir ein Grinsen nicht wirklich verkneifen.

 

Schließlich erreichten wir das Wohnzimmer und ich bat meinen Besucher doch Platz zu nehmen. Dennoch stellte ich mir die Frage, warum es einen Fremden interessierte wie es mir ging. Was hatte ich mit dem zu schaffen? Wir kannten uns so doch nicht mal.

 

Na ja, aber auch das konnte sich vielleicht und mit ein bisschen guten Willen ändern...

 

*-*-*

 

Der Typ schaute nicht schlecht, als Vince ihm erzählte, was er mit diesem Brown getan hatte. Erst recht wurden seine Augen groß, als er in die Wohnung gezogen wurde und ich meinte zu sehen, dass die Röte in seinem Gesicht zunahm. Vielleicht war das ja, weil Vincent ihn an die Hand nahm.

 

Erneut kicherte ich und amüsierte mich über ihn.

 

''Der steht auf dich'', flüsterte ich leise zu Vincent, wobei der Besuch mich ja nicht hören konnte.

 

''Ähm, Okay... Vince... ich heiße Brandon Leege und nehme gerne etwas zu trinken'', kam es vom Besuch und ich hatte das Gefühl, als wenn dieser sich langsam entspannte.

 

''Ich wollte jetzt aber auch nicht aufdringlich sein. Mir kam es nur irgendwie komisch vor'', versuchte er sich zu rechtfertigen.

 

Brandon hatte sich auf die Couch gesetzt, wo wir bis eben noch gelegen haben und schaute sich ein Bisschen interessiert um.

 

*-*-*

 

Aha, Brandon also, hieß dieser Typ mit den braunen Augen. Jedoch rollte ich genervt mit den Augen, als Nero meinte Brandon würde auf mich stehen... na gut, ich merkte davon nichts... er wäre mir auch mit Sicherheit zu schwer gewesen.

 

Kleiner Scherz am Rande.

 

Während Brandon mein Angebot annahm und sich auf die Couch setzte, verschwand ich in der Küche und holte für meinen Gast etwas zu trinken. Damit ging ich zurück ins Wohnzimmer und stellte das Glas vor Brandon auf den Tisch.

 

Nachdem ich mich in einen der Sessel gesetzt hatte antwortete ich:

 

"So, dir kam etwas komisch vor, ja. Warum bist du dem Typen dann nicht gleich gefolgt und kommst jetzt erst schauen, wie es mir geht. Es hätte auch durchaus schon zu spät sein können."

 

Das musste ich jetzt einfach los werden, zudem mich Nero mit seinen Kichern nervte und sich wahrscheinlich mal wieder sonst was ausmalte von wegen Beziehung und der Richtige... bla bla bla... ich wollte davon nichts hören, denn meine Einstellung dazu hatte ich Nero hinlänglich erklärt... basta.

 

Natürlich sah ich Brandon an und sah auch, dass er sich staunend umschaute... so auch, dass seine Wangen einen rötlichen Farbton aufwiesen.

 

Nur wusste ich jetzt einfach nicht, worüber ich mit Brandon hätte reden können oder sollen...

 

*-*-*

 

Im ersten Moment schaute Brandon sich noch um, als er Vince Frage hörte und verlegen zu Boden schaute.

 

Da wünschte sich wohl gerade jemand im Erdboden zu versinken und ich war schon drauf und dran etwas dazu zu sagen, dass es da unten keineswegs toll war, als Brandon wieder aufsah.

 

''Ich habe mit mir gehadert, weil wir uns ja gar nicht kennen. Letztendlich hätte ich es mir niemals verziehen, nicht doch nachzusehen...'', erklärte er.

 

Dann schwieg er einen Moment, weil es ihm wohl unangenehm war.

 

''Schön hast du es hier'', meinte er und nahm einen Schluck von seinem Getränk.

 

Erneut herrschte Schweigen.

 

''Es tut mir Leid... Ich hätte nicht zögern dürfen...'', entschuldigte Brandon sich.

 

Dabei schaute er Vincent an, als hätte er wer weiß was getan.

 

''Zum Glück geht es dir gut'', fügte er hinzu und zeigte mit einem Lächeln seine strahlend weißen Zähne.

 

*-*-*

 

Er hatte mit sich gehadert... schön.... und nun? Ich haderte jetzt mit mir, wie ich Brandon beibrachte, dass ich müde und total fertig war und schlafen wollte. Spät genug war es ja inzwischen auch schon.

 

Nur mit einem leichten Lächeln, das aber gleich wieder verschwand, und einem Kopfnicken erwiderte ich Brandons Lächeln und seine letzten Worte.

 

"Hör zu, Brandon: Dir muss nichts leid tun, mir geht es gut und fertig. Ich kann dich auch ganz gut leiden, nur bin ich jetzt einfach zu müde und kaputt, als dass ich gewillt bin jetzt noch länger wach zu bleiben. Du weißt ja jetzt, dass alles okay und gut ist.

 

Ich würde jetzt gern ins Bett gehen, wenn du nichts dagegen hast und würde dich deswegen bitten nach Hause zu gehen... oder penn meinetwegen hier auf der Couch, ist mir egal.

 

Außerdem, wenn wir uns ja nicht kennen, weswegen du ja wohl gezögert hast, warum hat dich mein Wohl dann jetzt interessiert, wo alles vorbei ist und wir uns immer noch nicht gut genug kennen, als dass dich mein Wohl hätte interessierten sollen....", äußerte ich nun meine Meinung und fügte abschließend hinzu:

 

"Das soll jetzt kein Rauswurf sein, aber es ist spät und ich bin einfach nur fertig.", mit diesen Worten, die sachlich, kühl rüber kamen, erhob ich mich auch schon und ging in Richtung Tür. Dabei war es mir vollkommen egal, was Brandon jetzt von mir dachte oder ob es eventuell unhöflich war.

 

Sicher, er war mir nicht unsympathisch... aber ich wollte meine Ruhe und vielleicht konnten wir uns ja irgendwann wieder sehen... vielleicht wäre so auch eine Freundschaft möglich.... mal schauen, aber nicht jetzt. Denn jetzt wollte ich einfach nur noch meine Ruhe.

 

*-*-*

 

Natürlich hatte ich durchaus bemerkt, wie müde Vincent war und hatte dem deshalb nichts hinzuzufügen. Brandon hatte eine Karte auf den Tisch gelegt und meinte: ''Natürlich, es ist ja auch schon spät. Ich weiß auch nicht, wieso ich mir Sorgen gemacht habe.

 

Aber ich weiß nun, dass alles gut ist und wenn etwas sein sollte oder du mal etwas Trinken gehen möchtest, ruf mich an.''

 

Gut, jetzt wusste ich auch was auf der Karte stand.

 

Brandon erhob sich, nickte Vincent noch zu und wünschte eine gute Nacht, bevor er verschwand.

 

''Dieses Mal bevorzuge ich aber das Bett. Für die Nacht ist die Couch kein Dauerparkplatz'', kam es von mir, wobei ich das lieb meinte und nicht wollte, dass mein Freund morgen wie gerädert war.

 

Außerdem wollte ich auch ein Bisschen die Augen schließen und wenn Vincent total entspannt war, würde es mir leichter fallen.

 

*-*-*

 

Tatsächlich hatte Brandon mit Verständnis reagiert, sich verabschiedet und war anschließend gegangen. Auf seine Worte hatte ich zunächst nur genickt und ihm dann auch eine gute Nacht gewünscht.

 

Die Karte hatte ich zwar vom Tisch genommen und kurz drauf geschaut, aber dann verschwand diese in einem Schubfach meines Schrankes, bevor ich mich endlich auf den Weg ins Schlafzimmer machte, dabei auch über Neros Bemerkung grinsen musste.

 

"Ja, wir gehen jetzt ins Bett, die Couch ist wirklich unbequem, du hast Recht", erwiderte ich müde, aber mit sanfter Stimme.

 

Das Schlafzimmer erreicht, entkleidete ich mich und schleppte mich anschließend träge ins Bett, in das ich mich einfach nur noch hineinfallen ließ, die Augen schloss und sogleich einschlief.

 

Die nächsten Tage vergingen ohne besondere Vorkommnisse... zumindest nichts was mich hätte aufgeregt. Ich ging meiner Arbeit nach, laberte hin und wieder mit Nero und hatte auch Brandon schon einmal angerufen, um ihn einzuladen mit mir was trinken zu gehen.

 

Einmal hatte ich mich sogar zu einem One-Night-Stand mit Spencer hinreißen lassen, was mir aber nicht besonders viel gebracht hatte und ich somit weiterhin der Meinung war, dass ich es nicht brauchte... lediglich Nero hatte ich damit sozusagen einen Gefallen tun wollen.

 

*~*

 

So verging die Zeit und Vincent gewöhnte sich immer mehr an Nero. Jedoch ließ er sich, wie er es schon gesagt hatte, auf keine Beziehung ein. Spencers Gefühlen zuliebe gab es nur gelegentlich einen One-Night-Stand zwischen den Beiden und nicht mehr, da Vincent das nicht erwidern konnte.

 

Vincent kam immer besser mit dem Dämon klar und musste merken, wie anders alles war.

 

Die Tatsache wie anders sich Selbstbefriedigung anfühlte, machte nach und nach einen besonderen Reiz aus. Schließlich konnte Nero hier die Führung übernehmen und es fühlte sich nicht einsam an, sogar richtig gut.

 

In diesem Sinne ging Vincent mehr oder weniger eine Beziehung mit dem Dämon ein und gönnte sich nur gelegentlich etwas mit Spencer.

 

Brandon traf er zwar ab und an, doch blieb alles auf Freundschaftlicher Ebene.

 

Erst als nach vielen schönen Jahren auf der Erde, Vincents Ende gekommen war, tauchte der Teufel auf und forderte sein Eigentum, also Nero, zurück. Da Vincent diesen jedoch abgrundtief liebte, ließ er ihn nicht alleine gehen.

 

Gegen Liebe konnte selbst der Teufel nichts machen und nahm so Beide mit.

 

In der Hölle war es zwar trist und öde, doch zu Zweit und nun auch nicht mehr in einem Körper steckend, hieß es endlich Dinge tun zu können, die sonst unmöglich waren.

 

Vincent und Nero dienen von da an gemeinsam dem Teufel und liebten sich in jeder freien Minute bis in alle Ewigkeit.

 

*~*

 

Ende