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15. Türchen

15. Türchen

 

Ruhig hörte ich mir an, was Felix antwortete und was er fühlte. Es tat mir weh, dass er sich so... ja, kein Plan... wie auch immer fühlte, aber was sollte ich tun?

 

"Felix, was stellst du dir vor soll ich tun? Ich mein, genauso wie du keinen Schalter hast, um deine Gefühle zu mir abzustellen, habe ich keinen Schalter um Gefühle zu dir anzustellen … und meine Gefühle zu Celine abzustellen. Das geht eben auch nicht.", eine kurze Pause folgte, in der ich mir Felix′ letzte Worte durch den Kopf gehen ließ, dann aber antwortete ich:

 

"Nun, wenn du das so siehst... dann geh. Geh zurück nach Deutschland und beende unsere Freundschaft. So leid es mir auch um unsere Freundschaft und um dich tut, ich kann deine Gefühle nicht erwidern.

 

Ich verstehe dich durchaus, Felix, aber ich kann nicht einfach mal so von jetzt auf gleich homosexuell werden, um deine Gefühle zu erwidern. Das geht nicht. Denn man ist entweder schwul, oder eben nicht. Und ich bin es definitiv nicht.", sprach ich weiterhin sehr ruhig, obgleich sich Felix schon in Rage redete.

 

"Nur eines sollst du wissen, ich werde dich immer ehren und achten, auch wenn du unsere Freundschaft beenden solltest. Ich habe dich gern, so wie du bist und es gibt nichts, was das ändern könnte.", fügte ich mit sanfter Stimme hinzu.

 

Nach diesen Worten stand ich auf, ging auf die Couch zu und setzte mich neben Felix. Behutsam legte ich meine Hand auf seinen Rücken, strich kurz sanft darüber und nahm ihn anschließend tröstend in die Arme, da ich sah, wie sehr Felix litt und nun auch noch weinte.

 

Natürlich tat er mir leid, nur konnte ich nicht über meinen Schatten springen, ebenso wenig, wie es Felix konnte.

 

*-*-*

 

Was für ein Gefühl, als Marc mich in den Arm nahm, um mich zu trösten. Doch konnte ich nicht aufhören zu weinen. Ich wusste jetzt noch viel weniger, wie meine Zukunft aussehen sollte. Aber ich konnte sie mir in Wirklichkeit nicht ohne Marc vorstellen.

 

Er hatte mir unmissverständlich klar gemacht, dass es niemals etwas zwischen uns geben wird und ich musste wohl oder übel damit klar kommen.

 

Hilflos krallte ich mich in seine Kleidung, bettete meinen Kopf an seine Brust und ließ meinen Tränen freien lauf. Wilde Dinge gingen mir durch den Kopf und alles verwarf ich wieder, konnte kaum einen klaren Gedanken fassen.

 

Sagte man nicht grundsätzlich alle Menschen wären bi?

 

Bullshit! Marc war hetero und mit Celine zusammen, die er liebte. Selbst wenn ich unsere Freundschaft riskieren würde, um ihn zu küssen, wäre da nie mehr. Dann kam mir noch der blöde Gedanke ihn anzubetteln, mir fünf Minuten zu geben, mich tun zu lassen mit ihm, was ich wollte und wenn sich dann nichts bei ihm regte, würde ich ihn glauben.

 

Nichts von solchen verwirrenden Ideen verließ meine Lippen, außer leises Schluchzen.

 

Ich fühlte mich am Ende angekommen, unfähig jemand anderen meine Liebe zu schenken. Was sollte ich aus meinem Leben machen?

 

''Lass mich versuchen... mich mehr im Griff zu haben... Bestimmt bekomme ich das hin...'', redete ich mir ein und wusste schon von vorne herein, dass das zum Scheitern verurteilt war.

 

Marc, mein Marc, zum ersten Mal hatte er mich von sich aus in den Arm genommen. Wäre es doch nur aus einem anderen Grund, als mich nur zu trösten. Lass mich nur nicht los, nie mehr. Jetzt wäre doch ein guter Zeitpunkt, um einfach zu sterben.

 

Wie sehr ich seinen Geruch genoss, so dicht an mir und es fühlte sich einfach unbeschreiblich an. Ganz anders, als wenn Manuel mich in den Arm nahm. Spätestens jetzt war ich mir sicher, Manuel nicht lieben zu können. Nur was sollte ich tun?

 

*-*-*

 

Felix schien es wirklich erwischt zu haben und er tat mir unglaublich leid, dennoch konnte ich einfach nicht über meinen Schatten springen.

 

"Hey... schhhh... alles gut, nicht weinen.", versuchte ich weiterhin Felix zu trösten, ahnte dabei aber, dass es diese Situation nicht unbedingt besser machen würde.

 

Wahrscheinlich machte er sich nun auch noch Hoffnung. Nein, sicher nicht.... ich hatte ihm klar zu verstehen gegeben, was ich dachte, und dass es niemals etwas zwischen uns geben würde.

 

Seine Worte hörte ich... schluchzend kamen sie über seine Lippen und doch war ich gewillt Felix zu glauben.

 

"Ich gebe dir die Chance und ich bin gewillt dir zu glauben. Aber ich will auch nicht, dass du dich fertig machst. Hörst du? Ich mag dich wirklich sehr und will nicht, dass du leiden musst.", flüsterte ich Felix tröstend zu und streichelte ihn weiter.

 

So langsam versagten auch meine Nerven. Alles wurde mir irgendwie langsam zu viel. Die Firma leiten, die Verantwortung über diesen Besitz, das neue Land, das neue Leben und nun auch noch Felix, den ich trösten musste... mich zudem unter Druck gesetzt fühlte, weil ich seine Gefühle nicht erwidern konnte... nein, es war nicht nur Felix... es war alles, das mich fertig machte und mich unter Druck setzte.

 

Aber ich weinte nicht, versuchte mich zusammen zu nehmen, nicht auszurasten... versuchte dafür eine dicke, sehr große Mauer um mich herum entstehen zu lassen...

 

*-*-*

 

Verflucht, Marc, dann lass mich nicht leiden!

 

Er war mir so nah, wie nie zuvor und es fehlte nur ein winziges Stück mehr, um mich glücklich zu machen. Langsam bekam ich meine Tränen in den Griff, war ja auch zu peinlich, hier zu flennen.

 

''Und ich will einfach nur, dass du glücklich bist'', flüsterte ich.

 

Für einen Moment berührte meine Wange die Seine und ich war mehr als versucht, Marc zu küssen, all meine Liebe in den Kuss zu stecken. Doch ließ ich es, drückte mich lieber sanft von ihm weg.

 

''Vermutlich ist es besser, ich ruhe mich jetzt etwas aus'', sprach ich, ohne ihn anzusehen, spürte wie meine Wangen rot glühten, vor Scham und wegen der Tränen, ''Morgen sehen wir weiter...''

 

Irgendwie war ich gerade unfähig mich zu erheben, obwohl ich ins Bett wollte, ins Zimmer, was für mich hergerichtet worden war, wo auch schon meine Tasche stand.

 

Wenn ich morgen zur Firma wollte, um mich vorzuführen, durfte ich nicht verheult aussehen oder als hätte ich eine anstrengende Nacht gehabt. Außerdem sagte Marc doch, er müsste noch arbeiten, da war ohnehin keine Zeit für mich.

 

*-*-*