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14. Türchen

Alphatier

Weiße Weihnachten bei den Wölfen

 

 

by Dark Sephiroth & Detail

 

 

14. Türchen / 3. Advent

 

 

Geduldig wartete ich auf Alan und stürmte raus, als er die Tür öffnete. Zum Glück hatte es in der Zwischenzeit nicht geschneit und ich konnte sogar noch am Fenster hinterm Haus, Spuren ausmachen.

 

''Ja, folge mir und sag bitte, wenn ich zu schnell bin'', meinte ich und folgte der Spur, bis sie sich verlief.

 

Dann musste ich Faolans Geruch erschnüffeln, was aber nicht sonderlich schwer für mich war. Zu gut erinnerte ich mich daran, wie angenehm er roch und wie sehr ich mich danach sehnte, meine Nase in sein Fell zu tauchen.

 

Immer wieder musste ich halt machen, um auf Alan zu warten und die Spur erneut aufzunehmen. Zwischendurch hatte ich das Gefühl den Geruch des Rudels wahrzunehmen. Konnte es tatsächlich wahr sein?

 

Nachdem wir eine ganze Weile gelaufen waren und wir schon weit entfernt von Alans Hütte und dem Wald waren, war ich mir sicher, den Geruch des Rudels zu erschnüffeln. Er vermischte sich mit Faolans Geruch.

 

Jedoch war ich erschöpft und auch Alan schien müde zu sein. Deshalb schlug ich eine Rast vor und wärmte ihn, damit er nicht erfror. Erst als die kalte Nacht fast vorbei war, gingen wir weiter.

 

Dann endlich hörte ich Geheule. Sollte das Faolan gewesen sein?

 

Unruhig spitze ich die Ohren und blieb stehen. Noch einmal schnüffelte ich am Boden und roch das Rudel jetzt ganz eindeutig und Faolan war bei Ihnen.

 

''Wir werden gleich auf mein altes Rudel treffen und Faolan ist bei ihnen'', sprach ich zu Alan, ''Hab keine Angst, ich werde dich beschützten.''

 

Erst dann ging ich weiter und hörte erneut dieses Heulen.

 

*-*-*

 

Alan war Haru bedenkenlos gefolgt, denn er vertraute dem Wolf, auch die Rast hatte er dankend angenommen, was auch wirklich nötig gewesen war.

 

Erst viel später waren sie weiter gegangen und Alan war wirklich froh gewesen, dass Haru ihn gewärmt hatte. Sie waren eben Freunde... auch wenn es einigen Menschen nicht passte und sie es noch viel weniger verstanden... das war ihm vollkommen egal.

 

Harus Worten zu urteilen würden sie gleich auf sein altes Rudel stoßen und etwas Aufregung machte sich nun in Alan breit, würde Haru ihn tatsächlich beschützen können?

 

Auch er hörte schon von Weitem das Geheul.... was ihm nicht so ganz geheuer vorkam... er jedoch nicht zeigte, dass er Angst hatte. Er wusste genau, dass Tiere es riechen konnten, wenn sich ein Mensch ängstigte.

 

Sicher, er sah recht kräftig aus... na ja , und zur Not würde doch auch Faolan zu ihm stehen oder...?

 

*~*

 

Es war noch etwas dunkel... die Nacht war also noch nicht vorbei... doch konnte ich nicht schlafen, wie sooft in letzter Zeit. Mein Magen knurrte, doch konnte ich nicht essen... Durst hatte ich auch... aber ich trank nur das nötigste.... so blieben mir nur meine Traurigkeit, die sich um mich legte wie ein Mantel und mein Leid... das ich heulend dem Mond klagte.

 

Immer wieder liefen mir die Tränen an meinem Gesicht herab... war untröstlich... und vollkommen verzweifelt.

 

Aber dann... irgendwie hatte ich das Gefühl Haru und Alan zu wittern... nein... das konnte nicht sein... warum sollten sie mir folgen... tze...?

 

So jaulte ich weiter den Mond an... leidend...

 

*-*-*

 

Das Geheule kam immer näher oder eher, wir dem Geheule. Es konnte nicht mehr weit sein und ich witterte Faolan mehr denn je. Mein Herz begann zu rasen und mit einem Mal sah ich ihn.

 

Ich konnte nicht anders und begann zu rennen. Um Alan brauchte ich mir vorerst keine Sorgen machen, da die Anderen noch zu schlafen schienen.

 

Außerdem konnte er Faolan jetzt auch sehen und so rannte ich den Rest des Weges, ließ Alan kurz zurück. Viel zu groß war die Sehnsucht und die Freude, Faolan wohlauf zu sehen.

 

Stürmisch fiel ich ihm um den Hals, riss ihn dabei regelrecht zu Boden und umarmte ihn fest.

 

''Dir geht es gut. Gott sei Dank... Dir geht es gut'', schluchzte ich, brachte nicht mehr heraus.

 

Sein Geruch wiedermal so nah zu spüren, war einmalig und ich wollte gar nicht von ihm lassen, drückte meine Nase in sein Fell, ließ den Tränen freien Lauf.

 

*-*-*

 

Eben klagte ich dem Himmel noch mein Leid, als Harus Witterung immer stärker wurde und ich wusste, dass es sich hierbei sicher nicht um eine Geruchshalluzination handeln konnte.

 

Dann sah ich ihn auch schon auf mich zurennen, wollte noch ausweichen, doch zu spät, er riss mich direkt zu Boden und umarmte mich.

 

Seine Worte hörte ich wohl, doch konnte ich, in meiner Tierform, ja nichts erwidern. Nur ein wenig ließ ich es mir gefallen, dann schob ich ihn von mir, rappelte mich auf und verwandelte mich.

 

Alsdann sah ich auch schon Alan, der ebenfalls auf mich zukam, jedoch Abstand hielt.

 

Sag mal“, begann ich: „Kannst du mir mal sagen, was das hier soll?! Warum bist du mir gefolgt?!“, zickte ich Haru an.

 

Nein, ich hatte nicht vergessen, dass er es doch eh nicht für notwendig hielt mit mir zu reden. Also was wollte er denn dann hier?

 

Ein wenig giftig schaute ich mal zu Haru und mal zu Alan und entfernte mich etwas...

 

Sicher, ich war schon irgendwie froh beide zu sehen, doch zeigte ich es erst mal nicht...

 

*-*-*

 

Ich atmete tief durch, als ich Faolan so hörte und verstand ihn nur zu gut.

 

''Faolan, bitte hör mich an'', flehte ich, schluckte kräftig und ging einen kleinen Schritt auf ihn zu, wollte ihn jedoch nicht bedrängen und ließ ihm deshalb seinen Abstand haben, ''Du bist wütend und verletzt, was ich sehr gut verstehe.

 

Du weißt genau, dass ich dir nicht alles gesagt habe, stimmts?''

 

Erneut schluckte ich und schaute kurz zu Alan rüber, bevor ich weitersprach. Zum Glück war vom Rudel noch nichts zu sehen, so dass ich frei sprechen konnte.

 

''Vielleicht verstehst du mich ein bisschen, wenn ich dir sage, was mich so bewegt. So hoffe ich zumindest. Sicher hast du recht, mit dem Gedanken, ich hätte dir einfach vertrauen sollen und ich schäme mich zutiefst dafür'', fuhr ich fort und musste mit den Tränen kämpfen.

 

Angst mischte sich in meine Bedenken und ich holte noch einmal tief Luft.

 

''Faolan, ich liebe dich. So, wie ich es nicht tun dürfte. Ich liebe dich, als wärst du ein Weibchen...''

 

Jetzt war es raus und ein Stein fiel mit einer großen Last von meinen Schultern, doch blieb die Erwartung und die Angst auf Faolans Reaktion.

 

Steif stand ich da, als hüllte mich die Kälte des Winters ein.

 

*-*-*

 

Als mich Harus Worte erreichten, musste ich erst mal schlucken.

 

Das war es also gewesen, was er mir nicht hatte sagen wollen oder können.

 

Ach herrje... und nun?

 

Ihm ging es also genauso wie Alan und seinem Bruder.

 

Haru... ich... ähm... weiß gerade nicht, was ich sagen oder wie ich reagieren soll. Das muss ich jetzt wohl doch erst mal verdauen.

 

Aber ich finde es toll, dass du dich mir anvertraut hast. Jetzt wird mir auch so einiges klar. Deswegen hast du meine Nähe gesucht... mich in dein Rudel aufgenommen“, antwortete ich, nun wieder etwas ruhiger... auf ihn zu gehend.

 

Alan...“, bat ich unseren Freund zu uns, da er etwas Abseits stand.

 

Er kam auf uns zu und ich schaute ihn an.

 

Wusstest du davon?“

 

Alan nickte und erwiderte: „Ich habe es auch erst erfahren, als du schon weg warst.“

 

Wieder konnte ich nichts anderes tun, als mal zu Alan und mal zu Haru zu sehen... war verwirrt, wusste nicht wie ich mich verhalten sollte.

 

Also... stopp... Auszeit...“, stammelte ich: „wenn ich dich richtig verstanden habe, dann liebst du mich und willst somit auch eine Beziehung mit mir. Das ist... ja schon irgendwie... ja, wie soll ich sagen... süß von dir... und doch werde ich wohl irgendwie Zeit brauchen... mir das alles durch den Kopf gehen lassen... und mir meiner Gefühle klar zu werden.

 

Bitte, versteh mich nicht falsch. Ich mag dich und hab dich echt gern und ich finde dein Liebesgeständnis an mich wirklich total schön... nur bitte... gib mir Zeit. Ich kann deine Liebe jetzt nicht, so von jetzt auf gleich, erwidern.“

 

Abwartend schaute ich Haru an, hoffte, dass ich nichts falsches gesagt hatte.

 

Schließlich senkte ich meinen Kopf ...nachdenklich...

 

*-*-*

 

Sicher, was hatte ich auch erwartet? Dass Faolan mir um den Hals fiel? Im Grunde brachte er so viel Verständnis auf, womit ich nun gar nicht gerechnet hatte.

 

''Alles gut. Lass dir Zeit. Ich laufe nicht weg'', meinte ich und merkte erst jetzt, wie schlecht er eigentlich aussah.

 

Doch wusste ich nicht, was ich dazu sagen sollte. Klar, war ich ein wenig enttäuscht, aber auch sehr froh, dass Faolan mich nun nicht hasste. Oder spielte er es nur vor? Nein, so schätzte ich ihn nicht ein.

 

Er war von Anfang an offen und aufrichtig zu mir gewesen. Da würde er mich jetzt nicht belügen.

 

''Also willst du vorerst hier bleiben?'', fragte ich, den Boden anschauend, weil mir die Situation nun irgendwie peinlich war.

 

Jedoch wurde unser Zusammensein unterbrochen, da das Rudel erwachte. Zähne fletschten uns entgegen. Nicht etwa wegen mir, sondern wegen Alan. Immerhin war ich es, der sie gelehrt hatte, die Menschen zu fürchten und zu achten.

 

Zum Glück stand Alan nun dicht bei uns und ich stellte mich noch schützend vor ihm. Ja, jetzt würde ich mein Leben für ihn geben.

 

''Haru?'', kam es verwundert von Mai.

 

Scheinbar hatten sie nicht mehr mit mir gerechnet.

 

''Ja, ich bin es und es tut mir leid, dass ich euch im Stich gelassen habe. Es freut mich zu sehen, wie gut ihr alleine klar kommt und ich möchte auch gar nicht mehr ein Teil des Rudels sein'', erklärte ich.

 

''Beruhigt euch bitte. Dieser Mensch heißt Alan und er ist mein Freund. Er wird euch nichts tun'', versuchte ich zu versichern, machte aber auch ein paar Schritte rückwärts, als Zeichen für Alan, sich mit mir langsam zu entfernen.

 

Noch einmal schaute ich Faolan an, war sogar in der Lage, ihm in die Augen zu sehen.

 

Wenn die Anderen es wirklich darauf ankommen lassen würden, wusste ich nicht, ob ich in der Lage wäre, Alan alleine zu beschützen. Hoffentlich ließen sie mit sich reden und es wäre noch schöner, wenn Faolan nach wie vor zu uns stehen würde.

 

*-*-*

 

~ Ende Teil 14 ~