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Blutrausch

Blutrausch

 

 

by Dark Sephiroth & Detail

 

 

Der freie Fall fühlte sich gut an, irgendwie berauschend. Wäre da nicht dieser Andere, der sich an mich klammerte und mit mir rangelte. So hatte ich keine Kontrolle und der Aufprall kam schneller, als erwartet.

 

Boah... trotz dass ich oben lag, auf meinen Gegner, tat mir alles weh. Wie musste er sich dann erst fühlen. Überall waren Glassplitter und ich kämpfte mich auf die Beine. Benommen, zog ich einen übertrieben großes Stück Glas aus meinem Gesicht.

 

Die Wunden schlossen sich bereits, was mir viel Kraft abverlangte. Überall war Blut und ein Stöhnen... das wohl von mir kam. Alles drehte sich um mich und nur langsam nahm ich war, was um mich herum geschah.

 

Wir waren auf das unfertige Hochhaus unter dem Wolkenkratzer gekracht. War ein ganz schöner Sturz gewesen. Nur langsam machten meine Augen wieder mit und ich sah auf meinen Gegner hinunter.

 

Mir stockte der Atem, denn er war aufgespießt auf einen Pfeiler. Sein Gesicht blasser, als ohnehin schon, aus seinem Mund blubbert nur so das dunkelrote Blut... aber... er lebte. Das Herz musste knapp verfehlt worden sein, von dem Monsterspieß. Hatte er mich nicht in letzter Sekunde noch etwas weiter nach rechts geschoben?

 

Er versuchte sich zu befreien, aber seine Hände rutschten immer wieder vom Pfeiler ab. Kein Wunder soviel Blut wie er verlor, schwand auch seine Kraft.

 

Ich holte tief Luft und setzte meine Hände an den Spieß, von dem seine Hände immer wieder abrutschten. Panik stieg in seine Augen, es blubberte nur noch mehr Blut aus seinem Mund. Scheinbar wollte er etwas sagen, was nicht ging. Hatte er Angst, ich würde sein Herz mit dem Teil zerquetschen?

 

''Loslassen!'', brummte ich etwas entkräftet.

 

Die Regeneration meines Körpers hatte mir viel Kraft abverlangt und ich versuchte meine letzten Reserven zu motivieren. Es war unmenschlich ihn so sterben zu lassen oder sollte ich sagen unvampirisch?

 

Natürlich reagierte er nicht sofort. Wieso auch? Bis eben hatten wir noch gegeneinander gekämpft und ich hatte ihn mit Sicherheit rein gar nichts zu befehlen.

 

''Lass los!'', fauchte ich und endlich sanken seine Arme nach unten.

 

Dieser Blick, wie er mich ansah und überall war Blut. Ich riss mich zusammen und packte zu, um diesen Spieß vom Gerüst abzubrechen. Aber nichts geschah. Meine Kräfte reichten nicht aus. Noch einmal schnappte ich kräftig nach Luft und konzentrierte mich.

 

Eine falsche Drehung und sein Herz wäre Matsch. Endlich knackte etwas und es hörte sich zum Glück nicht nach Knochen an. Der Pfeiler gab nach und langsam zog ich ihn aus diesen Körper hinaus.

 

Mit einem lauten Knall ging ich zu Boden, wurde halb unter diesen Mistding begraben. Als hätte ich etwas ekeliges in den Händen schob ich das Teil von mir und rappelte mich schwerfällig auf.

 

Taumelnd ging ich etwas von ihm weg und erst als ich mir sicher war, dass er es rechtzeitig vor Morgengrauen alleine hier weg schaffen würde, verschwand ich und tauchte erst in meinem Unterschlupf wieder auf.

 

Ja, ich war ein Vampir und der Kerl von eben auch. Vampire gibt es nicht, sagt ihr. Oh doch! Die gibt es! Ihr könnt euch nur nicht daran erinnern. Wir jagen nur Nachts, denn die Sonne ist unser Tod.

 

Außerdem töten wir keine Menschen, sondern nehmen uns lediglich ein paar Schlücke, bevor wir die Wunde verschließen ohne Spuren zu hinterlassen und euch Menschen vergessen lassen, was geschehen war. Auch spielen wir gerne aus Langeweile mit unserem Essen, denn das seid ihr, nichts weiter.

 

Niemals würden wir uns mit euch Menschen abgeben. Es gibt arme und reiche Vampire, alte und jüngere. Jeder Vampir hat sein eigenes Gebiet in dem er jagt und somit keinem Anderen in die Quere kommt. Normalerweise.

 

Seit ein paar Wochen taucht er immer mal wieder in meinem Gebiet auf und sucht Streit. Warum, weiß ich nicht. Ich kann euch auch nicht mal sagen, wieso ich sein Leben gerettet hatte. Vielleicht, weil es einfach grausam gewesen wäre, ihn dort von der Sonne brutzeln zu lassen. Denn vorher wäre er da unmöglich alleine weggekommen.

 

Mein Name war Nathaniel von Morgenstern. Ich lebte nun schon seit über 400 Jahren und seit etwa 100 Jahren hier in der Stadt. In einer kleinen völlig ausreichenden Dachwohnung und nannte mich nur noch Nathan Morgenstern, denn meinen Adel hatte ich aus Langeweile abgelegt.

 

Genau das hatte man, nach 400 Jahren leben... Langeweile. Erst seitdem er in meinem Leben getreten war, fühlte ich wieder so etwas wie Reiz, um überhaupt des Nachts umherzustreifen.

 

*-*-*

 

Seit geraumer Zeit beobachtete ich nun schon, dass sich zwei Vampire hin und wieder bekämpften, wobei einer von ihnen besonders angriffslustig zu sein schien.

 

Ich jedoch hielt mich aus allem zurück, beobachtete die Beiden lediglich. Ich war nicht aufs Kämpfen aus, denn ich war eher der ruhige, sehr gelassene Typ... wenn auch vampirisch.

 

Mein Name ist Verandis Rabenwacht und ich bin nicht nur ein einfacher Vampir... vielmehr war ich von adliger Abstammung und bediene ich mich gern der Magie... praktiziere diese jedoch nicht öffentlich... außer es lässt sich nicht vermeiden.

 

Wie ich aussehe, fragt ihr euch... nun... von der Statur her bin ich eher mittelgroß, nicht unbedingt sportlich veranlagt. Meine braunen Haare sind mittellang... reichen mir bis zur Schulter und umrahmen mein sanftes Gesicht, in dem sich zwei rot leuchtende Augen und eine wohlgeformte Nase befinden, schmeichelnd.

 

Wie alt ich bin... nun, darüber möchte ich nicht reden... vielleicht später einmal... habt etwas Geduld, liebe Leser.

 

Wie schon so oft in letzter Zeit, hatte ich auch heute einen Kampf dieser zwei Vampire miterleben dürfen. Leider verstand ich noch immer nicht, warum sie sich so derart bekriegten.

 

War es die Langeweile, die sie zu solch gefährlichen Kämpfen antrieb?

 

Gern würde ich Nathan Morgenstern helfen, jedoch kannte er mich nicht... ich ihn dafür umso besser, denn viel zu oft hatte ich ihn heimlich bewundert... jedoch hatte er nie wirklich Notiz von mir genommen.

 

Es war beinahe so, als sei ich Luft für ihn.

 

Viel Zeit, um ihn weiter anzuhimmeln, hatte ich nicht, denn sogleich war er schon wieder verschwunden und ich war wieder einmal allein.

 

Glücklich Nathan gesehen zu haben, aber auch traurig, weil er schon wieder weg war, zog ich mich in meine unterirdische Behausung zurück und widmete mich der Studien um die Menschheit, die Magie und so einiges Andere.

 

Nun, irgendwie musste ich mich schließlich ablenken.

 

*-*-*

 

Die Vorhänge meiner Dachgeschosswohnung waren stets geschlossen und ich fühlte mich hier sicher. Direkt nach meiner Ankunft hatte ich mich auf meinem Sofa niedergelassen. Meine Kräfte waren an ihre Grenzen gekommen und ich brauchte dringend Blut. Doch würde das bis zur nächsten Nacht warten müssen.

 

Die Sonne war bereits in Anmarsch, wie mir meine innere Uhr mitteilte. Müde lehnte ich mich zurück, strich meine weißen langen Haare aus dem Gesicht und legte meinen Arm über meine leuchtend grünen Augen.

 

Gewiss war ich nicht von schwacher Gestalt, eher normal gebaut bis trainiert und von durchschnittlicher Größe, aber das von eben hatte mir alles abverlangt.

 

Wie bekam ich diesen Vampir nur dazu sich aus meinem Gebiet fern zu halten? Aber wollte ich das überhaupt? Wäre es dann nicht genauso öde wie zuvor?

 

Ihm musste ein angrenzendes Revier gehören und scheinbar schien es in meinem einfacher an Nahrung zu kommen. Gut, ich gab es gerne zu, hier lagen viele Clubs und Bars, die Menschen waren willig und vertrauten einem viel zu schnell. Man brauchte nicht viel Überredungskunst.

 

Jedoch war es nicht die feine Art sich deshalb einfach immer wieder in einem fremden Revier zu bedienen.

 

Vor lauter Grübeleien musste ich eingeschlafen sein und erwachte erst, als die Abendsonne am Himmel stand. Wie ich sie liebte! Vorsichtig lugte ich durch die Vorhänge, spielte mit meiner Hand in den letzten warmen Sonnenstrahlen.

 

Heute konnte ich nicht viel spielen, da die Heilungschancen eher gering waren. Meine Verbrennungen blieben vorerst auf der Haut und würden erst mit dem ersten Blut, das ich zu mir nahm, verschwinden.

 

Kaum war die Sonne verschwunden zwang mich der Blutdurst raus und der war diese Nacht besonders groß. In eleganter Kleidung schlenderte ich durch die Straßen und Gassen, wo ich seit Jahren jeden verdammten Winkel in und auswendig kannte.

 

Es war eine Jahreszeit in der es früh dunkel wurde. Die Clubs würden erst später öffnen und die Menschen waren nicht gerade zahlreich unterwegs. Ich hatte Mühe meine Zähne im Kiefer zu behalten, als ich eine Witterung aufgenommen hatte.

 

*-*-*

 

Beinahe den halben Tag hatte ich damit verbracht meine Studien weiter zu führen, ehe mich die Müdigkeit letztlich doch noch packte und ich todmüde in mein Bett fiel, wo ich augenblicklich einschlief.

 

Viel zu früh hatten mich meine Katze und meine innere Uhr geweckt. Wie, um alles in der Welt, sollte ich diese Nacht überstehen, so müde wie ich noch immer war?

 

Nun, irgendwie würde es schon gehen, denn jetzt musste und würde ich mich ernähren müssen... es musste eben sein, auch wenn ich gegen Gewalt war, so musste ich mein eigenes Überleben dennoch absichern.

 

So bekleidete ich mich in elegante, schwarze Kleidung, fütterte meine Katze, denn auch sie sollte nicht zu kurz kommen, erst dann machte ich mich auf den Weg meinen Unterschlupf zu verlassen und mich unter die Leute zu mischen.... sie anzulocken und … nun ja...

 

Eigentlich sehr schnell hatte ich eine traurige, arglose junge Frau gefunden, die mir ihre Leidensgeschichte erzählte... mir auch sehr leid tat... sie aber dennoch mein Opfer wurde und nun nicht mehr zu leiden hatte.

 

Ein guter Tausch, wie ich fand, denn ich nahm mir ihr Blut, dafür hatte ich sie von ihrem Leiden erlöst... auch wenn sie sich schon ein wenig erschrocken hatte.

 

Die Kühle der Nacht genießend, spazierte ich, als sei nichts geschehen, durch die Straßen, als ich etwas spürte... witterte... wie auch immer... aber... ich kannte diese Witterung...

 

...Nathan musste in der Nähe sein.

 

Ach herrje... und nun?

 

Er kannte mich doch nicht. Was wenn er mich nun für einen Feind hielt oder jemanden, der ihm seine Beute streitig machen würde...?

 

Nein, ich war weder auf Streit noch auf einen Kampf aus... also würde ich ihm wohl oder übel aus dem Wege gehen müssen, denn ich wollte ihn nicht verletzen und an meinem Leben hing ich auch irgendwie noch.

 

Es tat weh, dies tun zu müssen... und es gab wieder einen Knacks in meinem Herzen... aber... was sollte ich denn sonst tun?

 

*-*-*

 

Das war Blut, was ich dort vernahm. Scheinbar hatte sich hier Jemand gesättigt. Doch es war nicht der bekannte Geruch. Stattdessen spürte ich dieses bekannte Kribbeln, was ich eigentlich schon oft in dieser Stadt gespürt hatte.

 

Da ich hier bereits seit gut 100 Jahren lebte, konnte es nur ein anderer Vampir sein, der das auslöste. Aber da er mich in Frieden ließ und er nicht weit in mein Revier eingedrungen war, beließ ich es dabei.

 

Wobei ich nie eine feste Grenze gesetzt hatte und es deshalb ohnehin schwer war zu unterscheiden, wo man noch Jagen durfte. Gerade als ich mich abwenden wollte, um einer erneuten Witterung nachzugehen, nahm ich ein Knurren war und den Geruch meines Feindes von letzter Nacht.

 

Wütend, da dieser nichts gelernt hatte, ging ich ein paar Schritte in die Richtung, wo ich ihn vermutete. Bewusstlos glitt ein Mensch zu Boden und ein fieses Grinsen erschien aus einer dunklen Gasse. Daniells sonst so eisblaue Augen leuchteten rot auf, als er mich erblickte.

 

Gekonnt cool strich er sich seine mittellangen braunen Haare aus dem Gesicht, stieg über den Menschen rüber, wobei seine beeindruckende Gestalt auf mich zukam. Wir waren uns ebenbürtig, gleichstark und von gleicher Statur.

 

Ein Knurren entwich meiner Kehle und gerade als ich handeln wollte, wurde mir klar, wie sehr ich im Nachteil war. Mein Feind hatte sich bereits gestärkt und war schneller bei mir, als ich weg konnte.

 

''Du hättest mich töten sollen'', spottete er, während seine Hand meine Kehle umschloss.

 

''Das hätte ich'', krächzte ich, wobei ich seine andere Hand an meiner Brust spürte.

 

Was hatte er vor? Wollte er mir mein Herz rausreißen?

 

*-*-*

 

Um Ärger zu vermeiden, wollte ich eben noch gehen und Nathan in Ruhe lassen, als ich auch schon eine andere Kraft zu spüren bekam und diese schien mit Nathan gleich zu sein.

 

Aber was... ?

 

Verdammt nein, ich durfte nicht zusehen... durfte ihn nicht diesem anderen Vampir überlassen... egal was aus mir werden würde...

 

Also teleportierte ich mich an genau diese Stelle, wo sich meine Augen weiteten... bei dem Anblick, der sich mir hier bot.

 

Mit einem gekonnten Flammenzauber schleuderte ich zunächst den anderen Vampir, dessen Namen ich nicht kannte, von Nathan weg, anschließend umhüllte ich meinen Angebeteten mit einem Schutzzauber und brachte ihn von hier weg... in mein unterirdisches Reich. Zeit um große Worte zu verlieren hatte ich nicht gehabt, das hier musste halt schnell gehen, denn Nathan hatte sich in großer Gefahr befunden.

 

Hier würden wir sicher sein, denn niemand konnte diesen starken Zauber, der mein Reich umgab, brechen.

 

Erst danach entfernte ich den Schutzzauber von Nathan und blickte ihm sorgenvoll in die Augen.

 

"Entschuldige bitte, mein dramatisches Auftreten... aber ich musste dich irgendwie retten. Mein Name ist übrigens Verandis Rabenwacht. Ich freue mich, dich endlich kennen lernen zu dürfen.

 

Brauchst du Hilfe... kann ich etwas für dich tun?", sprach ich ruhig auf meinen Gast ein.

 

*-*-*

 

Alles ging rasend schnell, auch wenn es für meine Vampiraugen durchaus nachvollziehbar war, überraschte mich mein fremder Retter. Nachdem der Schutzzauber von mir genommen wurde, griff ich mir etwas nach Atem ringend an den Hals, wo bis vor kurzem noch Daniells Hand gelegen hatte.

 

Verandis also hieß mein Retter, der mich in Sicherheit gebracht hatte. Ich konnte den Zauber spüren, den dieses Reich behütete. Neugierig schaute ich mich um.

 

Tief atmete ich durch, bevor ich mich reckte und schluckte, um zu antworten:

 

''Scheinbar muss ich dir für dein dramatisches Auftreten danken'', begann ich und musste schmunzeln, als ich mir vorstellte, wie Daniell sich jetzt ärgerte.

 

''Mein Name ist Nathan Morgenstern und ich freue mich dich kennenzulernen. Nur sag, wieso freust du dich mich ENDLICH kennenzulernen? Sind wir uns schon mal begegnet?

 

Im Moment geht es mir ganz gut, ich brauche bloß bald Blut... habe mich gestern etwas übernommen.''

 

Bei den letzten Worten zeigte ich ihm meine verbrannte Hand und hoffte damit, dass er verstand, dass ich mich zur Zeit nicht selbst heilen konnte. Auch hatte ich noch immer das Gefühl, als würde eine Hand an meinem Hals drücken.

 

Sicher signalisierte ich Verandis hier meine Schwäche, doch glaubte ich nicht, dass ich bei ihm in Gefahr war, denn immerhin hatte er mich gerade eben gerettet. So etwas geschah auch nicht alle Tage. Mein Leben war mal wirklich interessant.

 

*-*-*

 

"Nun, wie du gerade eben mitbekommen hast, praktiziere ich hin und wieder die Magie und daher kenne ich dich auch, weiß auch, dass dein Name Nathan ist.

 

Seit einer geraumen Zeit habe ich dich schon beobachtet, wie ihr euch bekämpft habt... jedoch wollte ich mich bis jetzt nicht einmischen und ich hätte es auch weiterhin nicht getan, wenn du nicht in Gefahr gewesen wärst.", erklärte ich meinem Gast und fügte hinzu:

 

"Wenn du magst, kannst du von mir trinken, denn ich habe mich gerade erst gestärkt. Also, nur zu. Ja, du siehst das richtig... auch ich bin ein Vampir"

 

Kurz schaute ich mir seine verletzte Hand an... die ich sanft in meine Hände nahm.

 

"Das wird wieder... trink von mir und du wirst dich sehr schnell heilen können.", bot ich meinem Gast und Angebeteten, wovon er noch nichts wusste, an.

 

Wie sehr musste ich mich hier zusammennehmen, um Nathan nicht meine wahren Gefühle zu offenbaren... herrje...

 

*-*-*

 

Von einem anderen Vampir trinken sollte ich. Das letzte Mal hatte ich das bei meiner Wandlung getan. Im Grunde eine intime Sache, die mit viel Vertrauen zu tun hatte.

 

Verandis roch gut und seine Hände, die meine hielten, fühlten sich angenehm an. Warum eigentlich nicht?

 

''Verstehe'', antwortete ich etwas nachdenklich auf seine Worte hin.

 

Er hatte mich beobachtet und die Sache mit Daniell mitbekommen. Wir mussten ein gutes Programm abgeliefert haben.

 

''Okay, dann trinke ich von dir'', sagte ich und kam Verandis langsam näher.

 

Kurz sog ich noch einmal seinen Geruch ein, der wirklich angenehm war, bevor ich meine Lippen an Verandis Hals legte. Seine Haut schmeckte salzig und kaum, dass meine Zähne sich in den Hals bohrten, mischte sich das süße Blut hinzu.

 

Während er meine eine Hand hielt, hatte meine andere sich in seinen Kragen vergraben und drückte ihn an mich. Schluck für Schluck floss der rote Saft meine Kehle hinunter. Viel zu köstlich, um aufzuhören und doch hielt ich inne.

 

Sanft leckte ich die kleinen Löcher, die durch meine Zähne entstanden waren sauber. Sie verschlossen sich, als wäre nie etwas gewesen. Schon während des Trinkens hatte sich mein Körper regeneriert, so dass von meiner Brandwunde und von dem Gefühl an meinem Hals nur noch Erinnerungen geblieben waren.

 

Tief atmete ich aus, bevor ich Verandis losließ, um einen Schritt zurückzutreten, zu schauen, ob alles okay war mit ihm.

 

*-*-*

 

Sein kurzes Zögern verstand ich wohl, mir wäre es vermutlich nicht so sehr viel anders ergangen.

 

Aber dann trank er doch von mir... sanft war er und ich genoss es, wie Nathan von mir trank. Die Nähe seines Körpers... so unglaublich berauschend... da konnte man wirklich süchtig werden, wenn man nicht aufpasste.

 

Schließlich ließ Nathan von mir ab und ich fühlte mich so traurig... beinahe leer. Natürlich war es Unsinn... aber ich hatte seine Nähe doch so unglaublich genossen.

 

Nachdem er einige Schritte zurück ging und mich anschaute, konnte auch ich es mir nicht verkneifen, ihn anzusehen... nur kurz und so unauffällig wie möglich, und doch so sehnsüchtig, dass es fast schon weh tat... was ich jedoch sah... herrje... war unglaublich.

 

"Geht es dir jetzt besser?", wollte ich von Nathan wissen, um nicht noch vollkommen in meinen Sehnsüchten zu versinken und mich eventuell noch zu verraten.

 

"Kann ich dir sonst noch etwas Gutes tun?", fragte ich Nathan noch, bevor ich ihm gastfreundlich einen Platz anbot.

 

*-*-*

 

''Mhhh, ja mir geht es viel besser'', brummte ich leise.

 

Gerne nahm ich platz und setzte mich, wobei ich die Beine übereinanderschlug.

 

''Nein ich wüsste gerade nicht, was du mir noch gutes tun könntest. Ich bin dir wirklich dankbar und sollte dich eher fragen, ob ich mich irgendwie revanchieren kann?'', erwiderte ich und schaute Verandis sanft an.

 

Wie lange war es her, dass ich so einen Kontakt mit einem Gleichgesinnten hatte? Hatte ich überhaupt schon mal so eine Beziehung gepflegt, außer die kurze Einführung in das Leben eines Vampirs, damals mit meinem Schöpfer?

 

Selbst wenn, war es mir entfallen. Denn das mit Daniell war eher ein Machtkampf und keineswegs friedlich gewesen.

 

''Wie lange beobachtest du mich schon? Hat es dir die Langeweile angetan und dich das Schauspiel amüsiert?'', wollte ich dann wissen.

 

Natürlich wollte ich Verandis nicht reizen oder mich über ihn lustig machen. Es war einfach meine Art und ihn ein Wenig zu provozieren gehörte für mich dazu.

 

Meine Zunge spielte mit meinen Zähnen, wobei ich meinen Gastgeber noch immer schmecken konnte, obwohl meine Fangzähne eingezogen waren.

 

*-*-*

 

Nachdem sich Nathan gesetzt hatte, setzte auch ich mich, konnte meinen Blick aber nicht so wirklich von ihm nehmen... jetzt erst recht nicht, wo ich sah, wie schwungvoll er seine Beine übereinander schlug.

 

Au man, so was musste doch verboten werden... jetzt bloß nicht noch rot werden... das wäre dann wohl die Krone der Peinlichkeit.

 

"Du brauchst dich nicht zu revanchieren... was ich tat und dir anbot, tat ich gern und bin zufrieden, dass es dir besser geht.", erwiderte ich mit sanfter, sehr ruhiger Stimme und vernahm seine Frage, die er an mich stellte. Hörte ich da etwa einen leisen Unterton? Wollte er mich reizen... provozieren....?

 

Nun, da hätte er wohl Pech, denn mich konnte man nicht reizen oder gar provozieren... und Nathan schon mal gar nicht.

 

Ruhig beantwortete ich ihm seine Frage:

 

"Ich beobachte dich schon, seit du gegen diesen anderen Vampir kämpfst. Aber die Langeweile ist es nicht, die mich bewogen hat, euch zu beobachten, denn ich habe keine Langeweile und das Schauspiel hat mich auch nicht amüsiert... eher erschreckt, könnte man sagen."... herrje und nun?

 

Warum hatte ich ihn beobachtet? Nathan würde es wissen wollen und ich musste ihm eine Antwort geben, wenn ich mich nicht doch noch verraten wollte.

 

"Meine Beobachtungen hatten da eher was mit meinen Studien, die Vampire und Menschen betreffend, zu tun.", fügte ich schnell hinzu, um seinen Wissensdurst zu befriedigen.... nahm mich dabei aber mächtig zusammen.

 

*-*-*

 

Diese Ruhe, die Verandis ausstrahlte und sich nicht provozieren ließ, gefiel mir.

 

''Gut. Aber sollte mal etwas sein, ich stehe durchaus in deiner Schuld. Das lass ich mir nicht nehmen'', meinte ich, auch wenn er es vielleicht nicht hören wollte.

 

Es gefiel mir hier zu sitzen in angenehmer Gesellschaft und es war mal etwas anderes.

 

''Verstehe. Du machst etwas gegen deine Langeweile. Ich wüsste zur Zeit nicht, was mir gefallen würde. Schon so vieles habe ich hinter mir. Bevor ich hierher kam, hatte ich ein reiches Leben mit vielen Bediensteten. Doch auf Dauer wurde es mir zu öde.

 

Seit 100 Jahren lebe ich nun in dieser Stadt und merke die Jahre, die hinter mir liegen. Alles ist immer das Selbe, der gleiche Trott jede Nacht aufs neue'', erzählte ich und heulte mich ein Bisschen aus.

 

Keine Ahnung ob Verandis es hören wollte, aber ich musste ihm irgendetwas erzählen. Es war, als würde meine Zunge gelockert werden und ich wollte mich ihm mitteilen.

 

*-*-*

 

"Alles gut, ich werde es mir merken und mich an dich wenden, wenn ich Hilfe brauchen sollte.", nahm ich seine zukünftige Hilfestellung an... nun, auch wenn ich sie wohl kaum brauchen würde, aber ich wollte Nathan auch nicht beleidigen und sagte deswegen zu.

 

Während ich Nathan zuhörte, richtete ich meinen Blick hin und wieder zu ihm, um diesen dann auch gleich wieder zu senken, immerhin wollte ich Nathan ja nicht tot starren.

 

Ab und zu nickte ich verstehend, auf die Worte, die ich von Nathan vernahm und somit merkte, dass er sich ein wenig bei mir aussprechen wollte... es wohl irgendwie zu brauchen schien.

 

Warum auch nicht? Ich hatte alle Zeit der Welt und warum sollte ich diese Zeit nicht damit verbringen Nathan zuzuhören?

 

Er tat mir leid, jedoch was sollte ich dagegen tun? Was konnte ich dagegen tun?

 

Eigentlich nichts, aber vielleicht half es Nathan ein wenig, wenn ihm jemand einfach nur zuhörte, zudem so ja auch die Zeit verging.

 

"Ich verstehe dich, Nathan. Auch ich bin schon, seit wer-weiß-wie-lange auf dieser Welt... zudem ich ein geborener Vampir bin und nicht durch jemanden dazu gemacht wurde.

 

Deswegen vertrage ich auch das Sonnenlicht. So wie du jetzt auch, nachdem du von mir getrunken hast. Auch dir kann die Sonne nichts mehr anhaben.", führte ich die Unterhaltung weiter und lächelte mein Gegenüber sanft an.

 

*-*-*

 

Ich wusste es musste einen Haken geben. Vielleicht hätte ich mich vorher informieren sollen, bevor ich von einem Fremden Vampir das Blut trinke. Dumm gelaufen.

 

Schön und gut, dass ich jetzt der Sonne trotzen konnte, so blieben wohl meine liebsten Spiele jetzt aus. Nie wieder würde sie mich verbrennen, um dann der Sonne zu trotzen, indem ich mich heilte.

 

''Verstehe'', lachte ich auf, ließ mir aber meine Enttäuschung darüber nicht anmerken.

 

Allerdings konnte ich mich auch nicht freuen, was wohl bescheuert war, denn jeder andere Vampir hätte alles für so eine Gabe gegeben. Andererseits würde ich mir sie zu nutzen machen können. Vielleicht würde ich mein kleines Problem namens Daniell so los werden.

 

''Verandis, sei mir nicht böse. Ich genieße deine Gastfreundschaft wirklich sehr und bin dir immer noch dankbar, doch nach dem ganzen, was passiert ist, würde ich mich gerne zurückziehen. Denn wie es aussieht habe ich Tagsüber eine kleine Racheaktion auszuüben'', sprach ich, wobei mein Blick verschleiert war, weil ich mir schon ausmalte, was ich tun würde.

 

*-*-*

 

Warum nur wurde ich das Gefühl nicht los, dass Nathan irgendwie enttäuscht war... weil ich eben anders war, als andere... weil ich die Gefühle von Vampiren und allen anderen Wesen wahrnehmen konnte.

 

Nun gut, da würde er jetzt wohl durch müssen, denn ändern konnte ich das ohnehin nicht mehr... so gern ich es jetzt auch wollte, denn ich wollte vieles, aber ich wollte ihm ganz sicher nicht schaden.

 

Seine Worte erreichten mich... trafen mich wie brennende Pfeile und doch konnte ich damit umgehen, ließ mir absolut nichts anmerken, zudem Nathan ja nicht mein Gefangener … sondern nur mein Gast war.

 

Ich würde ihn also gehen lassen, ja sogar selbst aus meiner Unterkunft, an die Oberfläche bringen müssen.

 

Dann wäre ich wieder allein... allein mit einem Schmerz, der von der Sehnsucht nach Nathan verursacht wurde und ich nichts dagegen tun konnte, außer still und ganz für mich allein zu leiden.

 

"Ich verstehe dich. Gib mir Bescheid, wann ich dich wieder auf die Oberfläche bringen soll", gab ich ruhig und mit sanfter Stimme von mir... verständnisvoll nickend.

 

*-*-*

 

Im Grunde war es ja ganz nett mit Verandis zusammenzusitzen und es lief mir gewiss nichts weg. Vielleicht sollte ich doch noch ein Bisschen bleiben.

 

''Danke. Vielleicht muss es nicht direkt sein, denn im Grunde finde ich es ganz interessant, dass du ein geborener Vampir bist. Man merkt es so gar nicht, außer dass eben eine angenehme Kraft von dir ausgeht.

 

Nun weiß ich wenigstens woher dieses Kribbeln immer kam. Das muss deine Anwesenheit gewesen sein'', meinte ich und musste kurz schmunzeln.

 

''Wie ist es so? Ist es einsam? Hast du schon viele Vampire erschaffen? Ich kann mich noch gut an meinen Erschaffer erinnern. Er wirkte immer so traurig und unvollkommen... es war, als würde er die Zeit genießen einen neuen Vampir anzulernen...'', bei den letzten Worten wurde ich nachdenklich.

 

Es war alles schon so lange her und Erinnerungen kamen hoch, die ich längst verdrängt hatte. Verdammt, hatte ich mich damals dämlich angestellt. Mir war es schwer gefallen das alles zu begreifen und anzunehmen. Jetzt war ich ein Vampir durch und durch, hatte mich schon lange mit meinem Schicksal abgefunden.

 

*-*-*

 

So sehr mich nun seine Worte freuten, so wusste ich doch, dass ich nicht das Recht hatte Nathan hier festzuhalten und ihm womöglich meine Gefühle aufzudrängen.

 

Dennoch genoss ich die Zeit mit ihm und natürlich war ich mehr als froh, dass er noch etwas bleiben wollte.

 

"Danke, ich finde deine Anwesenheit auch sehr angenehm und es freut mich, dass du noch nicht zurück magst. Nun, ich finde es nichts besonderes, dass ich ein geborener Vampir bin und ich habe auch noch keine Vampire erschaffen.

 

So etwas würde ich nun wirklich keinem Menschen antun und doch verspüre ich keine Langeweile und einsam fühle ich mich …. so gesehen... auch nicht...", erklärte ich ruhig... so sachlich es mir möglich war und doch senkte ich kurz meinen Blick, um nicht noch rot anzulaufen.

 

Nathans kurzes Schmunzeln war mir durch und durch gegangen und ich war arg damit beschäftigt, nichts von meinen Gefühlen nach außen dringen zu lassen... was mir zugegebener Maßen sehr schwer fiel und doch erwiderte ich das Schmunzeln.

 

"So gut kenne ich mich mit anderen Vampiren nicht aus, da ich noch am lernen bin", antwortete ich wahrheitsgemäß.

 

Es hatte also bei ihm gekribbelt, wenn ich in der Nähe war... hmm... konnte ich vielleicht doch hoffen?

 

*-*-*

 

Aufmerksam hörte ich Verandis zu und nickte verstehend: ''Ach, ich beneide dich. Mir fällt die Decke regelmäßig auf den Kopf. Dann brauche ich einen Tapetenwechsel und muss etwas in meinem Leben ändern.

 

Wie vor hundert Jahren, wo ich mein adeliges Leben hinter mir gelassen habe. Eigentlich ist mein Name Nathaniel von Morgenstern, nur wurde es mir zu öde.

 

Im Grunde kann ich mich gar nicht mehr erinnern, wie es war ein Mensch zu sein. Also finde ich es nicht schlimm, was manche Vampire machen, wobei ich selber auch noch keine erschaffen habe.''

 

Kurz ließ ich den Blick wandern, bevor ich wieder zu Verandis sah.

 

''Dann führst du richtig Buch über das Leben der Vampire? Also, wenn du etwas wissen möchtest oder fragen hast? Vielleicht kann ich dir ja helfen?'', kam es richtig motiviert von mir.

 

Es klang interessant, denn so genau hatte ich mir nie Gedanken darüber gemacht, ob alle Vampire gleich waren oder ob es Unterschiede gab. Sicher hatten die einen besondere Kräfte und andere waren ganz schlicht, aber im großen und ganzen dachte ich immer sie seien gleich.

 

*-*-*

 

"Zwar bin ich ebenfalls adliger Abstammung, aber ich habe auch nie so wirklich wert darauf gelegt. Sehr früh habe ich damals mein Elternhaus verlassen und bin hierher gezogen.", antwortete ich erzählend, denn ich fand es sehr interessant was Nathan mir erzählte und so speicherte ich alles in meinem Kopf ab.

 

Zwischendurch kam meine Katze Sammy zu uns, beschnupperte zunächst Nathan und mauzte kurz, ehe sie sich an ihn schmiegte und zu schnurren begann.

 

"Sammy... nein... ", gab ich zwar von mir, doch wusste ich natürlich, dass sie nicht auf mich hörte und Nathan ganz offensichtlich zu mögen schien.

 

"Sie scheint dich zu mögen", gab ich kurz von mir und dachte über seinen Vorschlag nach.

 

"Dein Vorschlag gefällt mir sehr und ich werde darüber nachdenken. Im Augenblick fallen mir keine Fragen ein, aber ich werde es dich wissen lassen, sofern ich etwas wissen möchte

 

Deine Kämpfe gegen den anderen Vampir, war das nur gegen die Langeweile oder gab es da noch andere Gründe, die euch oder dich zu solchen gefährlichen Kämpfen bewogen haben?", musste ich dann doch irgendwie loswerden.

 

*-*-*

 

''Also standest du schon früh auf eigenen Beinen. Das finde ich gut'', meinte ich.

 

Dann kam Verandis Katze zu mir und ich fand es witzig, dass er sie davon abhalten wollte.

 

''Ist schon gut'', sagte ich, als er erwähnte, sie würde mich mögen.

 

''Ich habe nichts gegen Katzen'', fügte ich hinzu und begann sie liebevoll zu kraulen.

 

Vielleicht sollte ich mir auch mal ein Haustier zulegen. Es war schon eine Weile her und etwas kleines hatte ich ohnehin noch nie. Pferde besaß ich schon und Gänse waren auch auf meinem Hof gewesen, sowie ein stolzer Pfau, aber eine Katze war nie dabei gewesen.

 

''Na du bist mir ja einer'', meinte ich zu Sammy und begann mit ihm zu spielen, wobei der sich an meinen Arm krallte und ich ihn weiter reizte.

 

''Eigentlich war ich genervt, weil Daniell, so heißt der andere Vampir, sich in meinem Revier bedient hat. Wenn es einmal vorgekommen wäre, hätte ich nichts gesagt, oder es am Randgebiet gewesen wäre. Aber es war regelmäßig mittendrin. Nur weil es ein leichtes war bei mir im Revier Beute zu machen. Da sind wir aneinander geraten.

 

Vielleicht wollte ich mir einreden, es wäre nicht so schlimm und würde über die Langeweile hinweghelfen. Im Grunde war es sogar ein Anreiz auf die Jagd zu gehen.

 

Gestern habe ich ihm sogar das Leben gerettet und jetzt musste ich merken, wie sehr ich mich geirrt habe.

 

Daniell will scheinbar mein Revier, um jeden Preis und wenn ich gestern in seiner Lage gewesen wäre, hätte er mich einfach sterben lassen'', die letzten Worte spuckte ich nur so hinaus, denn es tat schon weh, sich getäuscht zu haben.

 

*-*-*

 

Anscheinend machte es Nathan nichts aus, dass Sammy ihn bedrängte... er spielte sogar mit ihm. Das war ein Bild... für die Götter und ich konnte mir ein leises Kichern doch nicht ganz verkneifen.

 

Dann jedoch hörte ich ihm in aller Ruhe zu und erfuhr so nun den Namen des anderen Vampirs... der mir nun doch irgendwie bekannt vorkam... nur wusste ich nicht wohin ich ihn stecken sollte... woher kannte ich Daniell bloß...?

 

Es erschrak mich natürlich nicht, was mir Nathan erzählte, denn ich hatte es ja mit eigenen Augen mitangesehen.

 

"Du hättest nicht sterben können, denn du warst niemals allein... ich war immer in deiner Nähe und hätte dich in jedem Fall gerettet.", ließ ich Nathan wissen, ob ich mich damit verriet... kein Plan...

 

Dann kam mir noch eine Frage in den Sinn:

 

"Aber warum hast du mich dann niemals angegriffen... denn auch ich habe in "deinem Revier" schon gewildert?", nun war ich schon sehr gespannt darauf, was Nathan antworten würde.

 

Sammy spielte derweil weiter mit ihm... ließ sich reizen und krallte sich fauchend ab und zu in Nathans Ärmel.

 

*-*-*

 

Ich wusste nicht, was ich dazu sagen sollte, dass Verandis mich so beschützt hätte. Warum tat er das überhaupt?

 

''Danke, ich weiß das wirklich zu schätzen'', meinte ich, wobei ich es genoss mit Sammy zu spielen.

 

Was ich aber dann hörte, ließ mich mit dem Spielen mit Sammy inne halten.

 

''Du auch?'', schaute ich ihn fragend an.

 

Wieso hatte ich davon denn nichts mitbekommen? War ich zu sehr auf Daniell fixiert gewesen? Lediglich das Gefühl beobachtet zu werden, was sich regelmäßig mit einem Kribbeln bemerkbar machte, hatte ich sonst vernommen.

 

''Das ist mir nicht klar gewesen...'', betrübt schaute ich zu Boden, wobei Sammy es scheinbar nicht verstand, dass ich aufgehört hatte mit ihm zu spielen und immer wieder auf meine Hand losging.

 

''Warum?'', fragte ich, ohne Verandis anzusehen oder gar Sammy zu beachten.

 

*-*-*

 

Herrje, hätte ich doch besser den Mund gehalten, denn nun schien Nathan sehr betrübt zu sein und es tat mir in der Seele weh, ihn so zu sehen.

 

Also stand ich auf, ging zu ihm herüber, nahm Sammy an mich, der sich sogleich schnurrend an mich schmiegte, und schaute Nathan sanft an. Während ich ihm tröstend über den Rücken strich, antwortete ich leise:

 

"Zum einen wusste ich bislang nicht, dass du es als dein Revier betrachtest und zum Anderen bin ich schon hier gewesen, als du hierher kamst. Quasi bist du in mein Gebiet eingedrungen. Aber ich finde das nicht schlimm, denn ich betrachte es nicht als mein Gebiet.

 

Seit ich von Zuhause ausgezogen bin, war ich hier. Hier habe ich Sammy gefunden, hier habe ich meine Studien angefangen und... hier habe ich... dich kennen gelernt.

 

Ich mag dich, Nathan... wirklich und ich habe immer wie ein Schutzengel über dich gewacht, seit du hierher gekommen bist.

 

Bitte, schau nicht so betrübt drein. Es tut mir leid, ich hätte schweigen sollen. Bitte, verzeih mir."

 

Noch ein wenig streichelte ich seinen Rücken, zog dann aber meine Hand vorsichtig von ihm zurück, denn er sollte sich auf keinen Fall bedrängt fühlen, denn das war das Letzte, was ich wollte.

 

*-*-*

 

Das es so sein könnte, darüber hatte ich nie nachgedacht. Tatsächlich war ich der Eindringling und mir war es nie bewusst gewesen.

 

''Woher hätte ich das wissen sollen? Was ist, wenn ich auch in Daniells Revier eingedrungen bin und nicht er in meines?'', überlegte ich offen.

 

''Nein, ich finde es gut, das du etwas gesagt hast. Es stört dich also wirklich nicht, dass ich in deinem Revier lebe und jage... du hast über mich gewacht? Hmm...'', fügte ich nachdenklich hinzu.

 

''Ich glaube es war heute wirklich alles ein Wenig viel und ich möchte nun nach Hause'', hörte ich mich sagen. Denn es war wirklich zu viel für eine Nacht und ich brauchte dringend Ruhe, so gerne ich auch in Verandis Gesellschaft war.

 

Hoffentlich war es okay für Verandis und er würde es verstehen, dass ich nun so Reißaus nehmen wollte.

 

*-*-*

 

"Es ist okay und mich stört es wirklich nicht, dass du hier bist und du bist auch nicht in mein Gebiet eingedrungen, denn es ist ein öffentliches Gebiet, das niemandem gehört.", erwiderte ich erklärend und fügte hinzu:

 

"Gut, ich werde dich jetzt zurückbringen", mit diesen Worten erhob ich mich und setzte Sammy auf das Sofa, wo er sich ins Kissen kuschelte.

 

Alsdann stellte ich mich ganz dicht an Nathan heran, konzentrierte mich kurz und sogleich standen wir wieder auf der Straße. Natürlich wusste ich nun nicht, wo Nathan wohnte, deswegen würde er nun allein nach Hause gehen müssen.

 

"So, da wären wir. Gib auf dich acht und vielleicht sehen wir uns ja mal wieder. Machs gut, Nathan", verabschiedete ich mich von dem Vampir, konzentrierte mich abermals und erschien wieder in meiner Unterkunft.

 

Etwas verloren stand ich nun da, doch es war okay so. Nathan hatte recht gehabt... es war wirklich alles etwas viel gewesen.

 

So machte ich mich fertig, schnappte mir anschließend Sammy und ging zu Bett, wo ich noch eine ganze Weile wach lag....

 

*-*-*

 

''Machs gut, Verandis'', hatte ich zum Abschied gesagt, bevor dieser wieder verschwand.

 

Langsam ging ich dann die Straßen entlang. Ich hatte keine Eile, da mir die Sonne nichts mehr antun konnte. Es war recht ruhig und ich verfolgte die wenigen Gestalten, die bereits unterwegs waren.

 

Eine junge Frau kam mir entgegen und ich nahm sie sanft in die Arm, führte sie etwas Abseits in eine Gasse, wo ich von ihr trank. Anschließend schaute ich ihr tief in die Augen und ließ sie das Geschehene vergessen.

 

Gestärkt teleportierte ich mich in meine Wohnung, wo ich mich aufs Sofa niederließ.

 

Das Gebiet hier gehörte also niemanden und ich hatte mich hier niedergelassen, es beansprucht, mich gestritten darum, gekämpft bis aufs Blut und beinahe bis zum Tod.

 

Ein Seufzen entkam meinen Lippen, bevor ich mich zurücklehnte und die Augen schloss. Müde war ich nicht, aber ich döste ein Wenig vor mich hin. Immerhin war ich es gewohnt, des Tages zu ruhen.

 

*-*-*

 

Wie erwartet, überkam mich eine tiefe Traurigkeit, die ich jedoch nicht an mich heran ließ. Ich lauschte dem ruhigen Atem von Sammy, der ab und zu leise schnurrte oder andere Laute von sich gab.

 

Natürlich fiel es mir schwer mich auf etwas anderes, als auf Nathan zu konzentrieren... aber... ich musste meine Gedanken von ihm lösen... sonst wäre ich womöglich nie wieder ich selbst und ich musste auch aufhören seinen Schutzengel zu spielen. Immerhin war Nathan ja alt genug, um auf sich selbst zu achten.

 

Tja, lieber Leser.... gegen die Liebe kann man leider nichts tun... irgendwie ist man ihr schutzlos ausgeliefert und eine unerwiderte Liebe, von der, der andere noch nicht mal was weiß.... tut einfach nur wahnsinnig weh.

 

Doch irgendwann schloss ich die Augen und schlief ein.

 

Unruhig hatte ich geschlafen und meine Träume waren ebenfalls nicht gerade die Besten... dennoch stand ich auf, auch weil Sammy mich nicht in Ruhe lassen wollte.

 

Also machte ich mich fertig, fütterte Sammy und ging anschließend in mein Arbeitszimmer, wo ich alles aufschrieb, was mir Nathan erzählt hatte. Ich durfte einfach nicht mehr an ihn denken.

 

*-*-*

 

Irgendwann musste ich doch etwas eingeschlafen sein. Als ich erwachte, fühlte ich mich wie gerädert und wollte im ersten Moment gar nicht aufstehen. Warum hatte ich auch auf der Couch geschlafen? Selber schuld!

 

Irgendwie hatte sich in meinem Leben trotzdem nichts geändert. Aber ich war mir sicher, dass sich etwas ändern musste. Nur was? Die Langeweile fraß mich förmlich auf.

 

Also stand ich doch auf, machte mich fertig und verließ meine Wohnung. Ich streifte durch die Straßen, war dabei auf der Hut und stärkte mich bei einem Mann, der mir förmlich in die Arme lief.

 

Von Daniell war weit und breit keine Spur, worüber ich auch irgendwie froh war. Zwar wollte ich mich rächen für seine Aktion, aber was wenn ich dazu gar kein Recht hatte. Wenn es so war, wie Verandis sagte und dieses Gebiet niemanden gehörte, so war der Streit auch nicht rechtens.

 

Vielleicht sollte ich Daniell das Gebiet überlassen und mich irgendwo anders nieder lassen. Nachdenklich ließ ich mich auf ein Hausdach nieder und beobachtete die Menschen der Stadt. Zwar fühlte ich mich zu Hause hier, aber es fehlte etwas und vor allem wollte ich keinen Ärger mehr.

 

Ich konnte gar nicht verstehen, dass Verandis keine Langeweile hatte, wenn er die ganze Zeit über hier gelebt hatte.

 

*-*-*

 

Gefühlte Stunden schienen vergangen zu sein... und doch waren es nur zwei Stunden gewesen, in denen ich geschrieben hatte. Denn schon lenkten sich meine Gedanken, wie von selbst, wieder in Nathans Richtung.

 

So versuchte ich mich wiederum auf etwas anderes zu konzentrieren, aber... ich hatte keine Chance.

 

So schnappte ich mir Sammy, der ja auch mal frische Luft brauchte und vielleicht würde er ja gern auch wieder frei sein, und verließ meine Unterkunft. Draußen ließ ich Sammy runter, nachdem ich mich von ihm, unter Tränen, verabschiedet hatte.

 

"Machs gut, Sammy", flüsterte ich noch zu, dann rannte er davon und ich sah ihm traurig nach.

 

Hatte ich es doch gewusst... er schien mich eben doch nicht gemocht zu haben. Nun, warum sollte er auch? Ich hatte doch nicht das Recht ihn gefangen zu halten.

 

So lief ich allein und einsam durch die Straßen, ohne Ziel... keinen Hunger spürend und auch keinen Durst. Nur die schmerzlichen Gefühle der unerfüllten Liebe und der Sehnsucht, waren meine Begleiter, dennoch weinte ich nicht... auch wenn mir gerade jetzt danach gewesen wäre.

 

Ich wusste eben einfach, dass ich kein Recht hatte Sammy oder gar Nathan für mich zu beanspruchen und doch musste ich ständig an beide denken.

 

*-*-*

 

Ganz in Gedanken versunken und die Menschen beobachtend, schaute ich mich um, als ich einen kleinen Kater sah, der Sammy sehr ähnlich schien. Oder war er es gar?

 

Kurz zögerte ich, bevor ich mich bei ihm niederließ. Er mauzte und begrüßte mich direkt. War er ein Freigänger?

 

''Na, du, wo hast du denn Verandis gelassen?'', fragte ich ihn.

 

Natürlich bekam ich darauf keine Antwort, er schien diesen Ausflug aber sehr zu genießen.

 

Ich schloss die Augen, ließ die Stadt auf mich wirken und versuchte eine Quelle ausfindig zu machen, die nur die Aura eines Vampirs sein konnte. Tatsächlich fand ich eine und machte mich auf den Weg dorthin, nachdem ich Sammy noch einmal gekrault hatte.

 

Allerdings handelte es sich um Daniell, der zum Glück so mit sich und seinem Opfer beschäftigt war, dass er mich nicht direkt bemerkte. Gerade als ich den Rückweg antreten wollte, bemerkte ich noch jemanden und hierbei konnte es sich nur um Verandis handeln.

 

Daniell schien dessen starke Präsenz ebenfalls bemerkt zu haben und ließ von seinem Opfer ab. Der Kerl war scheinbar dümmer, als er aussah, denn er hatte Verandis die Sache von letzter Nacht ziemlich übel genommen und knurrte diesen an.

 

''Was willst du? Kümmere dich um deinen Kram!'', blaffte er.

 

Wobei ich mir nicht mal sicher war, ob Verandis hier mit Absicht auf Daniell treffen wollte.

 

Ich hielt mich in der Dunkelheit verborgen und dennoch traf mich kurze Zeit später Daniells Blick.

 

*-*-*

 

Noch immer ging ich langsam durch die schier unendlich langen Straßen dieser Stadt und hing meinen Gedanken nach, als ich die Gegenwart zweier Vampire spürte.

 

Einer war Nathan... und der andere... musste dann wohl Daniell sein. Eigentlich wollte ich nur noch weg von hier... nicht wieder auf Nathan treffen und mir diesen unbeschreiblichen, seelischen Schmerz antun... aber dann hielten mich diese harschen Worte von Daniell zurück und ich blieb stehen.

 

Langsam drehte ich mich um, zeigte meinen Schmerz aber nicht und schaute diesem anderen Vampir einfach nur emotionslos in die Augen. Sicher, ich dachte an Nathan und auch an Sammy, wobei ich letzteren wohl eh vergessen konnte... der hatte jetzt seine Freiheit wieder.

 

"Was ich will? Ich will, dass du hier verschwindest, denn es ist mein Gebiet... ich bin vor dir hier gewesen", bluffte ich, in der Hoffnung, dass Daniell drauf einsteigen würde und nichts von dem wüsste was ich Nathan gestern noch erklärt hatte.

 

"Ich soll mich um meinen Kram kümmern? Das tue ich, glaub mir, denn wenn du hier nicht sofort verschwindest, lernst du mich von einer sehr unschönen Seite kennen.", drohte ich Daniell, denn ich wusste sehr genau, dass er gegen mich keine Chance hätte.

 

Dann jedoch folgte ich den Blicken seiner Augen und konnte so sehen was er sah... Nathan... ich erblickte ihn und stellte mich, wie aus Reflex, vor ihn. An mir würde Daniell nicht vorbei kommen.

 

"Dir hat wohl meine kleine Vorstellung von gestern nicht gereicht, was. Du kannst gern mehr davon bekommen, wenn unbedingt ein Häuflein Asche werden willst.", gab ich ruhig und sachlich, aber tonlos und ohne Emotionen, von mir.

 

Dass ich gerade genau vor Nathan stand, blendete ich jetzt aus, ließ den Schmerz nicht überhand nehmen, der mich beinahe von innen her auffraß.

 

*-*-*

 

Bereits zum zweiten Mal beschützte mich Verandis und ich kam nicht umhin, dieses Gefühl zu genießen. Neugierig verfolgte ich Daniells Reaktion, wobei ich meinem Beschützer über die Schulter sah.

 

Man konnte förmlich spüren, wie ihm der Arsch auf Grundeis ging und ihm alles aus dem Gesicht fiel. Mit einem Fauchen verschwand er und ich konnte seine Anwesenheit nicht mehr spüren.

 

Ruhe kehrte ein und mit einem Grinsen legte ich meine Hand auf Verandis Schulter.

 

''Wird wohl langsam zur Gewohnheit'', schmeichelte ich ihm und schaute mich um.

 

Daniell war weg und ich konnte mir denken, dass er nicht mehr hier auftauchen würde.

 

''Danke'', meinte ich leise und schaute Verandis lieb an.

 

Ich war froh, dass er da war und mir erneut geholfen hatte. Vielleicht war es gar nicht verkehrt, so was wie einen Freund zu haben.

 

*-*-*

 

Mit einem leichten, aber angenehmen Schauer spürte ich Nathans Hand auf meiner Schulter, während ich noch damit beschäftigt war Daniells Spur auszumachen... ob er auch wirklich verschwinden würde. Nun, er war wirklich verschwunden und ich hörte Nathans angenehmen Worten zu.

 

Langsam drehte ich mich um, sah sein Lächeln auf den Lippen, das so wunderschön aussah und ich nur erwidern konnte.

 

"Nichts zu danken.", gab ich erwidernd von mir und war froh diesen Vampir... Daniell endlich los zu sein. Bloß gut, dass er auf meinen kleinen Bluff hereingefallen war.

 

"Nun wirst du wohl nicht mehr in Gefahr sein und meine Hilfe nicht mehr benötigen.", sprach ich ruhig.... mit einem riesigen Fluss voller Tränen, der sich durch meine Gedanken zog, trotzdem dies hier schon ein echt toller Moment war.

 

Dennoch machte ich mir nichts vor.... ich würde wohl weiter leiden müssen. Aber es war gut so, Hauptsache Nathan war in Sicherheit, das war alles was zählte.

 

"Ich werde dann mal wieder heim. Vielleicht auf bald", verabschiedete ich mich sanft von Nathan... ihn nun doch ein wenig anhimmelnd... es einfach nicht mehr unterdrücken könnend.

 

*-*-*

 

''Aber, warum willst du denn schon wieder nach Hause? Es ist eine so tolle Nacht...'', meinte ich, wobei Verandis mich so komisch ansah.

 

''Was hast du? Alles klar?'', hörte ich mich fragen.

 

Himmelte er mich hier gerade an? Hatte er mich deswegen beobachtet und meinen Schutzengel gespielt.

 

''Deswegen also das alles...'', meinte ich ruhig, schmunzelnd und umrundete meinen Retter.

 

Hmm, vielleicht wäre das interessant und schön, eventuell wäre es genau das, was mir helfen würde in meinem Leben.

 

''Okay, wenn es wirklich so ist, wie ich denke, dann muss ich dir ganz offen sagen, dass ich mich noch nie verliebt habe. Auch bin ich in der Hinsicht, etwas mit einem Mann zu haben, ziemlich unerfahren.

 

Allerdings riechst du gut und ich spüre dieses angenehme Kribbeln, wenn du in meiner Nähe bist. Außerdem würde es mich schon reizen, etwas neues auszuprobieren...'', sprach ich offen, wobei ich meine Unterlippe zwischen die Zähne zog und daran knabberte.

 

Mein Blick war verrucht und intensiv auf Verandis Augen gerichtet.

 

*-*-*

 

Erst jetzt, da mich Nathan umrundete... diese Worte an mich richtete... bemerkte ich, was ich getan hatte... was ich hatte wohl einfach nicht unterdrücken können.

 

Toll gemacht, Verandis, dachte ich nur, dann spürte ich auch schon, wie sich meine Wangen in ein leichtes Rot tauchten, meine Verlegenheit hoch kam und ich meinen Blick senkte.

 

Nathans Blicken konnte ich einfach nicht standhalten und meine Stimme hatte ich wohl irgendwie ebenfalls verloren. Mist verdammter... wo war sie bloß hin...?

 

Zunächst nickte ich nur leicht mit dem Kopf, als erstes Zeichen, dass Nathan mit seiner Vermutung recht hatte. Als sich schließlich mein Kopf, samt Stimme und Denkvermögen wieder einschaltete, antwortete ich, so ruhig ich es bei meiner derzeitigen Lage, möglich war:

 

"Ja, du hast recht... ich habe mich schon seit langem in dich... verliebt und... es ist auch für mich das erste Mal und nicht ganz einfach für mich", versuchte ich irgendwie zu erklären, senkte mal meinen Blick und mal versuchte ich Nathan in die Augen zu blicken.

 

"Es ist.... wäre also... für uns beide ziemlich neu... und... du löst bei mir auch ein... sehr angenehmes Kribbeln aus", fügte ich stammelnd hinzu.

 

Verdammt, war mir das peinlich. Warum hatte ich mich auch nicht unter Kontrolle gehabt?! Was würde Nathan jetzt von mir denken? Zudem mich seine verruchten Blicke fesselten und mich nicht mehr klar denken ließen...

 

*-*-*

 

Also war meine Vermutung richtig gewesen und ich fand es irgendwie niedlich, wie Verandis rot wurde und Schwierigkeiten hatte, seine Worte zu finden.

 

''Hattest du denn schon mit Frauen etwas?'', wollte ich wissen, denn ich hatte durchaus damit Erfahrungen, nur bisher noch nichts sexuelles mit einem Mann gehabt. Sicher hatte ich geflirtet und gerade mit den Menschen gerne gespielt, doch mehr war da nie gewesen.

 

Ich mochte es einfach zu flirten und zu spielen. Gerade jetzt, wo ich um Verandis Gefühle wusste, war es sehr reizvoll. Meinen Finger legte ich auf seine Brust und fuhr eine kleine Bahn von einer Brustwarze zur Anderen. Zwar konnte ich sie durch die Kleidung nur erahnen, was jedoch nichts machte.

 

Meine Zunge wurde vorwitzig und leckte mir über die Lippen.

 

''Was würdest du von einem Snack halten, den wir uns teilen? Du darfst auch entscheiden, wer es sein soll und wo wir ihn einnehmen'', fragte ich.

 

So etwas wollte ich schon immer einmal machen, mir mit einem anderen Vampir einen Menschen teilen. Mal schauen, was Verandis davon hielt.

 

*-*-*

 

Nun, die Flucht hatte Nathan zumindest nicht angetreten, also schien ihn mein Verhalten nicht ganz abgestoßen zu haben, tja und seine Worte machten mich nun noch etwas verlegener, als ohnehin schon.

 

"Ich...ähm... nein, hatte noch gar keinen... Sex", gab ich offen zu, als ich spürte und sah, was Nathan da mit mir tat und ich mir leicht auf die Unterlippe biss, ihn nun mit meinen Augen fixierend.

 

Das versprach heiß zu werden, auch wenn ich von der Materie keine Ahnung hatte... so hatte ich doch eine rege Fantasie und konnte mir durchaus vorstellen, was das werden würde. Zudem tat seine Zunge, die seine Lippen befeuchtete, sein übriges.

 

Auf Nathans Vorschlag nickte ich einwilligend:

 

"Gut, gehen wir. Ich hab sowieso Hunger", gab ich von mir, blickte mich schon mal um und hatte einen blonden jungen Mann im Blick.

 

"Schau mal, was hältst du von dem Typen da drüben?", fragte ich Nathan und zeigte unauffällig auf den Mann: "Und gleich da drüben gibt es eine gemütliche kleine Gasse", schlug ich gleich darauf noch vor und schaute Nathan liebevoll, sanft in die Augen.

 

*-*-*

 

Kaum zu glauben, so gut wie Verandis aussah, dass er noch nie Sex hatte. Aber es gab durchaus viele, die so etwas gar nicht taten. Vor allem, weil man ich untereinander meistens mied und mit Essen spielte nun mal nicht jeder so extrem, dass man mit den Menschen womöglich Sex hatte.

 

Ich freute mich, dass mein Freund auf den Vorschlag einging und die Vorfreude stieg, als er mir einen jungen Mann zeigte.

 

''Einverstanden, aber was hältst du davon, wenn wir ihn mit zu mir nehmen und es uns richtig gemütlich machen. Sobald er ausgedient hat, schicken wir ihn einfach fort'', hatte ich einen Gegenvorschlag zu machen, würde aber auch die Gasse in Betracht ziehen, da sie etwas verruchtes hatte, was ich durchaus mochte.

 

Verandis Blick lag auf mir und dieses angenehme Kribbeln war wieder da. Ob es so aufregend werden würde, wie ich es mir erhoffte und sich gut anfühlen würde? Darauf wollte ich mich auf jeden Fall einlassen und es herausfinden. Immerhin waren wir uns sympathisch.

 

Der junge Mann hatte uns bemerkt und nickte uns lächelnd zu. Er war wirklich hübsch und sah köstlich aus. Das Blut in seinen Adern konnte ich pulsieren spüren, wobei ich Probleme hatte, meine Zähne im Kiefer zu verbergen. Trotzdem würde ich Verandis gerne den Vortritt lassen, für den ersten Bissen.

 

*-*-*

 

Zwar gefiel mir Nathans Vorschlag sehr, doch hatte ich noch nichts zu mir genommen, so dass ich kaum mehr lange warten konnte und auch nicht wollte. Also antwortete ich vorschlagend:

 

"Dein Vorschlag gefällt mir zwar, aber ich hab Hunger und würde mich mit dem Typen gern jetzt gleich beschäftigen. Danach können wir ja zu dir gehen, wenn du magst", und schaute kurz zu dem Typen rüber, der uns doch tatsächlich angelächelt hatte... wenn der wüsste...

 

Bislang hatte ich meine Opfer immer für mich allein gehabt, ein Opfer nun aber mal mit einem anderen Vampir zu teilen... war eine neue Erfahrung, die ich gern machte. Wobei ich nun aber bemerkte, dass Nathan ganz offensichtlich gern viel Spaß hatte und mit dem Essen spielte. Das tat ich zwar auch ganz gern, aber nicht ganz so intensiv... jedoch würde ich mich sicher auch daran bald gewöhnen.

 

Mit dem Essen zu spielen... womöglich zu flirten... wäre sicher ganz reizvoll, auch wenn ich es noch nie versucht hatte. Mit Nathan versprach es aber sehr spaßig zu werden.

 

Wie aus Reflex und eigentlich eher unbeabsichtigt, nahm ich Nathans Hand und ging mit ihm auf den Typen zu, denn ich wusste nicht, wie lange ich mich würde noch zusammenreißen können, zudem es Nathan ja wohl nicht so sehr viel anders zu gehen schien.

 

*-*-*

 

''Einverstanden'', willigte ich ein und ließ meine Hand von Verandis nehmen, um mich zu unserem Opfer führen zu lassen.

 

Ein intensiver Blick genügte, um das Opfer in die dunkle Gassen gehen zu lassen, wo er sich reizvoll an die Wand lehnte. Genießend schloss er die Augen, bot seinen Hals dar und streichelte sich dabei über seinen Körper. In seiner Hose war eine beachtliche Beule zu sehen, die sich deutlich abzeichnete.

 

Ich konnte nicht anders und zog Verandis zu unseren Opfer rüber, streichelte den Hals, der so entblößt dalag. Er hielt ganz still, wie geheißen. Meine andere Hand führte ich zu meinem Mund, beleckte meinen Daumen, um mit dem selben über Verandis Lippen zu fahren, sie zum Öffnen zu bewegen.

 

Ganz dicht trat ich an meinen Freund, so dass sich unsere Körper berührten.

 

''Mach den ersten Bissen'', ermunterte ich ihn, wobei meine Zunge verspielt erst Verandis Ohr, dann dessen Lippen kurz berührten, die ein Hauch.

 

Erneut fuhr meine Hand über den Hals des Opfers, als wollte sie den richtigen Punkt anzeichnen, wo die Zähne sich in die Haut bohren sollten.

 

Auch ich war erregt, jedoch nicht wegen des jungen Mannes, eher wegen der ganzen Situation und der Reiz des Neuen. Gerne ließ ich Verandis das spüren.

 

*-*-*

 

Zunächst musste ich damit klarkommen, was hier abging und was Nathan tat. Da ich so etwas nicht kannte, schaute ich dem Ganzen vorerst nur zu, bis mich Nathan miteinbezog und ich nicht wusste, was mit mir geschah.

 

Der Typ da schien recht erregt zu sein, was er sicher nicht gewesen wäre, wenn er bei klarem Verstand gewesen wäre, aber gut, es sollte ja auch kein Aufsehen geben, also war es gut so.

 

Meine Lippen öffneten sich schon ganz von selbst, doch ließ ich Nathan machen, ließ mich ein wenig von ihm führen... machte mit, so gut ich konnte... schaute was Nathan tat und versuchte von ihm zu lernen.

 

Die Berührung unserer Körper ließ mich leicht erzittern und in meinem Inneren begann es zu kribbeln... hach... war das alles aufregend.

 

Ich nickte auf Nathans Ermunterung hin, näherte mich dem Typen, strich dessen Haare noch etwas zur Seite, legte meine rechte Hand in dessen Nacken, zog seinen Hals noch dichter zu mir und biss genussvoll hinein.... die Augen schließend.

 

Nur wenig später ließ ich wieder von ihm ab und schob den Typen mehr oder weniger zu Nathan rüber.

 

Allerdings hatte ich nun nicht mit meinem Opfer gespielt, denn mir war es vollkommen egal, ob der Typ erregt war, oder eben nicht. Tja, ich würde wohl noch viel lernen müssen... hatte es leider noch nicht so drauf, wie Nathan.

 

Vielleicht war ich in der Hinsicht einfach noch etwas zu steif... aber auch das konnte sich ändern, dessen war ich mir sicher.

 

*-*-*

 

Der Anblick wie Verandis seine Zähne in das Fleisch bohrte, war sehr prickelnd und ich genoss es zuzusehen. Dabei lag der Geruch von Blut in der Luft, was mich regelrecht anstachelte und meine Zähne aus meinem Kiefer lockte.

 

Das Opfer seufzte wohlig und schien es sehr zu genießen. Natürlich nur, weil ich es so wollte. Als Verandis mit dem Trinken fertig war und mir den Typen rüber schob, leckte ich erst mal Verandis Mundwinkel sauber.

 

Dabei schaute ich ihn von unten her intensiv an. Für einen Bruchteil hatte ich seine weichen Lippen mit meiner Zunge berührt und ich musste zugeben, was ich neben dem Blut schmeckte, gefiel mir.

 

Dann machte ich mich an der selben Stelle zu schaffen, von der bis vor kurzem noch Verandis getrunken hatte. Meine Zähne bohrten sich in die Löcher, die bereits da waren und ich zapfte mir genüsslich etwas Blut ab.

 

Als ich fertig war, leckte ich über den Hals des Mannes und verschloss die Wunde somit. Aus halb geschlossenen Augen beobachtete er mich und schien wie auf Drogen, sich kaum noch gerade halten zu können.

 

Scheinbar hatten wir ihm etwas viel zugemutet, aber da musste er nun durch. Mit einem intensiven Blick schaute ich ihm in die Augen, ließ ihn vergessen und etwas anderes denken, was geschehen war.

 

Dann drückte er sich von der Wand ab und torkelte schwerfällig aus der Gasse hinaus. Nur noch kurz, schaute ich ihm nach, kannte ich es ja zu genüge, wie die Menschen sich verhielten, nachdem man von ihnen getrunken hatte.

 

*-*-*

 

Es war neu und schön zugleich, was Nathan mit mir tat, wie er meine Mundwinkel sauber leckte und zugegebener Maßen machte es mich mächtig an. War ja auch kein Wunder... immerhin war ich sehr verliebt in Nathan, da war das wohl mehr als normal.

 

Ob sich Nathan aber noch immer dessen bewusst, dass ich in ihn verliebt war... bezweifelte ich, aber vielleicht irrte ich mich ja auch und er tat dies hier mit Absicht.

 

Wie er sich an dem Typen zu schaffen machte... man, da konnte man ja eifersüchtig werden. Natürlich hatte ich keinen Grund dazu, denn noch waren wir nicht zusammen... also... konnte und durfte ich auch nicht eifersüchtig sein.

 

Wobei ich Eifersucht ohnehin für ein unnötiges Gefühl hielt, das ich nicht brauchen konnte.

 

Als der Typ dann endlich aus der Gasse wankte, konnte ich mir ein leises Kichern nicht verkneifen.

 

"Dem haben wir aber ziemlich zugesetzt... und gehen wir jetzt zu dir?", wollte ich von Nathan wissen.

 

*-*-*

 

Ein leises Knurren entwich meiner Kehle, als ich Verandis Worte vernahm. War da wer etwa ungeduldig? Mein Spiel schien zumindest nicht, so an ihm vorbei gegangen zu sein. Ich konnte seine Erregung riechen und nickte einwilligend.

 

''Komm'', meinte ich und legte meine Hand auf seine Brust, während mein anderer Arm sich um seine Hüfte schlang. Mit einem Wimpernschlag waren wir in meiner Dachwohnung.

 

''Tja, hier wohne ich'', meinte ich, wobei ich eher langsam von meinem Freund abließ.

 

Allerdings brauchte ich keinen großen Abstand zwischen uns, denn dafür war ich viel zu aufgeheizt. Außerdem reizte mich immer noch der Gedanke, es mit einem Mann zu tun. Verandis roch so unbeschreiblich gut. Wie mochte er erst riechen, wenn er sich schwitzend an meinem Körper rieb.

 

*-*-*

 

Wie zu erwarten ging alles sehr schnell und so standen wir Minuten später in seiner Wohnung, ich war nicht einmal dazu gekommen auch meinen Arm um seine Hüfte zu legen.

 

Ich konnte nicht anders, als mich kurz umzusehen, trotzdem Nathan so dicht bei mir stand. Anerkennend nickte ich kurz.

 

"Schön hast du es hier", musste ich unbedingt loswerden, ohne zu ahnen, was in Nathan gerade vor sich ging. Zwar schien sein Geruch gerade irgendwie anders zu sein, aber ich dachte mir nichts dabei.

 

Sacht löste ich mich von ihm und begann mich etwas umzusehen und was ich sehen konnte, gefiel mir. Sicher, es war anders als mein Zuhause, aber so was sollte ja durchaus vorkommen, dass kein Zuhause dem anderen glich.

 

Schließlich schaute ich Nathan sehr intensiv in die Augen, so wie er es vorhin auch bei mir getan hatte. Nun, vielleicht wollte ich einfach ausprobieren, wie der Blick auf ihn wirkte, immerhin hatte ich noch eine Menge zu lernen.

 

*-*-*

 

''Danke'', meinte ich auf sein Lob hin und lächelte sanft.

 

Ich schaute Verandis zu, wie er sich umsah. Sicher, es war anders hier, wie bei ihm. Alles war viel kleiner, aber ausreichend und vor allem schlicht.

 

Dann sah mein Freund mich intensiv an und ich konnte nicht anders, als auf ihn zuzugehen. Sanft legte ich meine Hand auf seine Brust und ertastete die eine Brustwarze durch die Kleidung.

 

''Wenn du mich so ansiehst...'', sprach ich ruhig und konnte nicht anders, als seinen Blick zu erwidern.

 

Ohne Umschweife oder den Satz gar zu beenden, legte ich meine andere Hand in seinen Nacken, zog ihn an mich und ließ meine Lippen vorsichtig auf die Seinen nieder.

 

*-*-*

 

Ungewohnt war es, was Nathan mit mir tat, doch spürte ich auch, dass es mich leicht zu erregen begann, obgleich oder gerade weil ich so etwas nicht kannte.

 

Seltsame Gefühle durchströmten mich, doch ließ ich sie zu... gab mich ihnen hin.

 

Nathans Worten, die er an mich richtete... den Satz nicht zuende führte... lauschte ich, bis er meinen Blick zu erwidern schien und ich seine Hand in meinem Nacken zu spüren bekam.

 

Ich ließ mich an ihn heranziehen und musste unwillkürlich die Augen schließen, als ich diese wundervollen Lippen auf den meinen spürte und sich gerade mein Traum erfüllte.

 

Natürlich erwiderte ich den Kuss sogleich, sanft und zärtlich, als könnte ich gar nicht anders.

 

*-*-*

 

Der Kuss schmeckte gut, Verandis schmeckte nach mehr, viel mehr. Was zärtlich, beinahe zu zart begann, wie ein Hauch, noch unsicher und ungewohnt. Wurde mit jeder Sekunde sicherer und sanfter.

 

Meine Zunge bohrte sich einen Weg in die fremde Mundhöhle, um diese zu erkunden. Unterdessen neckten meine Finder die Brustwarze, die sie unter der Kleidung erahnten.

 

Da ich nicht wusste, wie weit wir gehen wollten, ließ ich unsere Kleidung vorerst an. Trotzdem teleportierte ich uns in eine bequemere Lage, aufs Sofa.

 

Sicher sehnte sich mein erregter Körper nach Erlösung, aber ob ich das mit Verandis tun sollte, wusste ich nicht. Immerhin hatte er Gefühle für mich, von denen ich nicht wusste, ob ich sie erwiderte.

 

Bisher war es reizvoll und aufregend. Schon lange nicht mehr war ich so gut unterhalten worden. Wäre doch schade, wenn das hier zu schnell an Reiz verlieren würde.

 

*-*-*

 

Es war schon Aufregend, was wir hier taten und ich zuließ, dennoch beschlich mich ein seltsames Gefühl... ein ziemlich ungutes Gefühl zudem.

 

Sicher, es war schön mit Nathan hier zu liegen und zu kuscheln... zu küssen, denn natürlich erwiderte ich seine Küsse nur allzu gern, aber etwas sagte mir... das hier ging mir noch etwas zu weit. Zudem ich Nathans Gedankengänge nicht nachvollziehen konnte.

 

Er wollte unterhalten werden... wusste nicht ob er meine Gefühle irgendwann würde erwidern können... nein, so wollte ich das hier nicht.

 

Wenn ich doch nur gewusst hätte, was in Nathan vorgegangen war... hätte ich ihm meine Gefühle nicht gestanden.

 

Aber nun war es eben raus, doch wollte ich auf gar keinen Fall so weiter machen.

 

Wir mussten reden, das war Fakt... ob es ihm oder mir nun gefiel oder nicht.

 

So löste ich mich sacht von Nathan, stand auf und stellte mich etwas weiter weg von dem Sofa.

 

"Nathan.... nein, so möchte ich das nicht. Warum hast du solche seltsamen Gedanken?

Ich mein, ich komme wohl damit klar, dass du meine Gefühle vielleicht nicht erwidern kannst, aber... nur zu deiner Unterhaltung... sorry, bin ich mir zu schade.", richtete ich das Wort an ihn.

 

Nun, zumindest war ich nicht davon gelaufen und ließ ihm die Chance sich zu erklären und auf eben diese Erklärung wartete ich jetzt.

 

*-*-*

 

Gerade war es noch so schön gewesen, da unterbrach Verandis unser Tun, was ich mit einem gequältem Knurren kommentierte. Seine Worte hörte ich und so verstand ich auch sein Handeln.

 

''Verandis... komm wieder her zu mir'', bat ich ihn, ''Erstmal dienst du nicht zur Unterhaltung. Da hast du etwas missverstanden. Denn dazu benutzte ich lediglich die Menschen.

 

Was die Gefühle angeht zu dir, hast du recht, da bin ich mir unsicher. Aber jetzt wo du weg bist, fühlt es sich leer an und damit meine ich nicht meine unerfüllte Lust.

 

Es ist neu für mich mit einem anderen Vampir zusammen zu sein, dazu noch intim und außerdem noch mit einem Mann.

 

Ich werde dir beweisen, dass ich dich nicht ausnutzen will.

 

Was hältst du davon, wenn wir es für heute nicht übers Küssen hinausgehen lassen. Dann könnten wir uns regelmäßig sehen die nächsten Tage, Wochen, Monate.

 

Wie nennt man das nochmal? Daten?

 

Gib mir die Chance dich näher kennenzulernen und dabei kannst auch du eine bessere Bekanntschaft mit mir machen. Wer weiß vielleicht irrst du sogar in deinen Gefühlen, wenn du erst mal meine ganzen Macken kennst.''

 

Ich hatte etwas gewonnen, was mir Freude bereitete im Leben. Etwas, wo meine Langeweile keine Chance mehr hatte. Darum wollte ich kämpfen, um jeden Preis. Nannte man so etwas schon Liebe? Vermutlich war ich auf den richtigen Weg.

 

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Mit langsamen Schritten bewegte ich mich wieder auf Nathan zu, lauschte währenddessen seinen Worten und fand schon, dass es gute Worte waren, die er da an mich richtete.

 

Ich wollte ihm glauben... mein Herz wollte ihm glauben, weil es sich unsterblich in genau diesen Vampir, mit Namen Nathan, verliebt hatte, da mussten seine Worte doch ehrlich und gut sein, oder?

 

Direkt vor Nathan stehend, hob ich meine Hand, legte diese liebevoll an seine Wange und strich sanft darüber... lächelte ihn dabei lieb an.

 

"Ich glaube dir", begann ich ruhig zu antworten: "Auch denke ich, dass es sicher nicht schaden kann, wenn wir uns wirklich erst etwas besser kennen lernen. Ich mein, ich weiß, dass ich mich in dich verliebt habe und das schon seit langem, und dass ich mich ganz sicher nicht geirrt habe.

 

Aber ich will dir auch die Zeit geben , die du brauchst, um dich an die, für dich ungewohnte Situation zu gewöhnen. Ich kann dich gut verstehen, denn auch für mich ist es neu und ungewohnt, wo ich bislang doch ebenfalls immer allein und für mich war... niemanden hatte, außer Sammy... der nun aber auch weg ist.", erklärte ich mit sanfter und ruhiger Stimme... eben wie immer, wobei ich ihm sanft in die Augen schaute.

 

Erst nach diesen Worten beugte ich mich zu ihm herab und legte meine Lippen zärtlich auf die seinen, um so zu unterstreichen, wie ernst mir das hier war.

 

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Um etwas zu erwidern blieb mir gar keine Zeit, denn schon hatten Verandis Lippen meine wieder in Beschlag genommen. Ich beließ es dabei und erwiderte den Kuss nur zu gerne. Es fühlte sich einfach fantastisch an.

 

Geküsst hatte ich wahrlich schon genug, aber das hier war wirklich heiß.

 

Genießend schlang ich die Arme um meinen Freund und ließ mich voll und ganz auf den Kuss ein. Liebevoll streichelte ich dabei über seinen Rücken und genoss seinen Geruch.

 

Ich hatte vorerst noch keine Vorstellung, wie die Zukunft aussehen würde. Aber ich beließ mir alles offen, wollte Verandis näher kennenlernen. Bisher gefiel es mir mit ihm sehr gut.

 

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Nachtrag

 

Für diese Nacht und auch die folgenden Nächte blieben Nathan und Verandis brav und beließen es beim Küssen.

 

Jedoch trafen sie sich hin und wieder, unternahmen sehr viel zusammen und lernten sich so nach und nach immer besser kennen. Während sich Nathan mit der Zeit tatsächlich in Verandis zu verlieben begann, wurden dessen Gefühle für Nathan immer stärker und er wurde sich immer sicherer, dass er ohne Nathan nicht mehr leben wollte.

 

So gestanden sich beide, in einer wunderschönen lauen Sommernacht ihre Gefühle zueinander und machten diese Nacht anschließend zur Krönung ihrer Liebe, indem sie endlich intim miteinander wurden und es hiernach gar nicht mehr lassen konnten.

 

Nathan und Verandis blieben für immer und ewig zusammen, nichts und niemand konnte sie je trennen.

 

Auch Sammy kam irgendwann zu Verandis zurück... auch er wusste offensichtlich was gut war und wo es ihm gut ging. Nie wieder hatte Nathan mit Langeweile zu kämpfen und Verandis fühlte sich nie wieder einsam, doch führte er seine Studien dennoch weiter, wobei ihm natürlich Nathan sehr gern half.

 

Von Daniell hörten und sahen die Beiden nie wieder etwas, dieser hatte sich wohl ein anderes Gebiet gesucht...

 

~ ENDE ~