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2. Türchen

 

 

 

 

2. Kapitel

 

Nachdem Kay erschienen war, kam endlich auch Miro durchs Portal mit Begleitung und ich konnte meine Ungeduld kaum zügeln, als ich IHN wiedersah. Es war Jahrzehnte her, als wir uns das letzte Mal gesehen hatten. Während er unter den Menschen lebte, sogar Freundschaften geschlossen hatte, war ich einer der Dämonen gewesen, der mit so einen Leben nichts anfangen konnte. Ich hatte meine Freiheit genossen und Letztenendes sogar den Thron bestiegen.

 

Ein Lächeln legte sich auf mein Gesicht und ich stand vom Thron auf. Erhob meine zwei Meter Körpergröße, die gut trainiert waren und optimal proportioniert. Schwarz war meine Haut und von einer feinen Fellschicht überzogen, die sich im Falle von Erregtheit zurückbildete und mich nackt sein ließ. Im Intimbereich war das Fell so intensiv, dass man nichts sehen konnte.

 

Meine violetten Augen leuchteten auf und ich freute mich meinen alten Freund wiederzusehen. Ich war ein Rachedämon mit großen schwarzen gebogenen Hörnern am Kopf und einen mächtigen zweifachen Teufelsschwanz. Der Kategorie zehn gehörte ich an, was sehr selten war.

 

Wobei ich mir bei meinem Freund, der ein Eisdämon war, immer schon sicher war, dass er irgendwann ebenfalls eine zehn sein würde. Es fehlte bloß ein entsprechendes Erlebnis um diese Stärke, die tief in ihm schlummerte, zu wecken.

 

Ich ging die vielen Stufen hinunter und legte meine Hand auf seine weichen weißen Schultern. Wie von selbst streichelten meine Daumen über das seidene Fell und ich konnte spüren wie ihm ein Schauer durchlief. Meine rechte und linke Hand hatten ihre Aufgabe erfüllt, ihn geweckt und aus seiner Zelle geholt. Jetzt schaute ich in sein verwirrtes Gesicht, in seine gelben Augen und musste mich zwingen Worte zu finden.

 

''Du hast lange geschlafen, mein Freund...Dante... Viel zu lange... Es hat sich viel geändert. Die Dämonen leben nicht mehr unter den Menschen. Die Menschen wissen nichts mehr von unserer Existenz. Glaube mir, so ist es besser'', sprach ich und machte eine kurze Pause, verfolgte seine Regung, die sich in seinem Gesicht abspiegelte, bevor ich weitersprach:

 

''Es eskalierte und ich musste eingreifen. Aber keine Sorge. Deine Menschenfreunde, die du kanntest, leben alle schon lange nicht mehr und ich kann dich beruhigen, dass sie alle ein erfülltes Leben hatten...

 

Ich habe lange nicht eingegriffen. Doch als du dir gewünscht hast, nicht mehr zu schlafen, konnte ich nicht anders. Im Grunde habe ich dir nur deinen Wunsch erfüllt und es ist alles wie früher. Die Menschen wissen nichts von uns Dämonen und wir können in Frieden leben'', offenbarte ich Dante.

 

''Du fragst dich sicherlich, was du jetzt hier sollst und kannst dir denken, dass ich dir nicht nur das erzählen wollte. Dafür kennst du mich zu gut, nicht wahr?'', kam es von mir mit einem schelmischen Grinsen und bevor ich einen Rückzieher machen konnte, ließ ich weiter Worte folgen:

 

''Siehst du den zweiten Thron, der kann dir gehören. Regiere an meiner Seite!''

 

Dann ging ich mit meinen Lippen ganz dicht an sein Ohr: ''Du erwartest doch jetzt keine Liebeserklärung? Ich bin ein Dämon, Schatz und DAS... DAS wäre ein wunder Punkt, den ich mir als König nicht leisten kann.''

 

Ich entfernte mich wieder von ihm, ließ sogar seine Schultern los, um ein paar Schritte weiter in den Thronsaal hineinzugehen.

 

''Lass dir Zeit mit deiner Entscheidung. Du musst dich bloß auf den Thron setzen'', fügte ich noch hinzu und konnte das Rumoren der anderen Dämonen spüren, die wie lästige Fliegen überall waren.

 

Noch war mein Freund schwach, müde vom langen Schlaf und angreifbar. Aber ich würde ihn beschützen und meine linke und rechte Hand ebenso. Er war hier in Sicherheit. Sicherlich passte es einigen Dämonen nicht, wenn zwei so starke Dämonen die Macht hatten, aber wenn es wirklich dazu kommen würde, könnte uns keiner diese Macht streitig machen.

 

Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Miro an Dante herantrat und leise zu ihm meinte: ''Du hast Don gehört. Wenn du schlau bist, besteigst du den Thron. Vielleicht bist du der Einzige, der seine impulsive Seite zügeln kann'', und als Dante ihn wissend ansah, fügte er hinzu: ''Ja, das ist eine große Bitte.''