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14. Türchen

14. Türchen

 

In Ruhe hatte ich Marc zugehört und mich schon mit dem Gedanken angefreundet, heute noch auf Pete zu treffen. Gerade war ich eher gedanklich dabei, ob ich das passende zum Anziehen trug und mich noch frisch machen sollte, da hörte ich Marcs Vorschlag mit den Autos.

 

Sicher würde ich gerne einen der heißen Schlitten fahren, nur wäre es für mich erst mal ungewohnt mit den Linksverkehr und ich wusste nicht recht, ob ich das jetzt schon wagen wollte.

 

Allerdings kam ich gar nicht zu einer Antwort, weil Marc mit mir lieber reden wollte. Hatten wir das nicht die ganze Zeit über bereits getan? Oh je, er hatte doch wohl nicht etwa meine Blicke gesehen...

 

Schweigsam ging ich neben ihn her, konnte seiner lieben Bitte nichts abschlagen. Tee und Kekse sollte es geben, darum bat er Sam und mein Magen krampfte sich schmerzhaft zusammen.

 

Was wollte Marc bereden? Irgendwie kam ich mir gerade vor, als würde ich auf den Galgen warten und hatte panische Angst. Sicher hatte ich Marc schon unzählige Male gesagt, wie sehr ich ihn liebte, allerdings war es immer unbeachtet gewesen. Erst letztens am Telefon war er offensiv gewesen und das zurecht. Er hatte jetzt eine Frau, die er liebte und da hatte ich keinen Platz mehr.

 

Ich konnte mich dafür Ohrfeigen, ihm gesagt zu haben, Manuel nicht zu lieben. Warum nur musste ich so verdammt ehrlich zu ihn sein? Meine Beine fühlten sich an wie Blei und der Gang fiel mir sehr schwer.

 

Wieder im Wohnzimmer angekommen, nahm ich erneut auf dem Sofa platz und fühlte mich sichtlich unwohl. Nun, ich kannte Marc gut genug und was sonst, würde ihn jetzt bewegen, alles abzubrechen?

 

Vermutlich saß ich bereits in einer Stunde schon wieder im Flieger nach Hause. Denn eins würde ich nicht tun, länger den Mund halten. Er sollte endlich begreifen, wie ernst es mir war und wie sehr ich ihn wirklich liebte. Da kam nun mal kein Manuel der Welt mit!

 

*-*-*

 

Gerade hatten wir uns gesetzt, da kam auch schon Sam mit dem Tee und den Keksen, die er liebevoll auf einem Silbertablett servierte.

 

Ich bedankte mich bei meinem Butler, auch wenn ich es nicht musste, aber für mich gehörte es sich einfach so... und... Sam ließ es jedes mal grinsen... schien es wohl nicht gewohnt zu sein.

 

Hinter sich schloss er die Tür wieder und ich goss uns erst mal den Tee in die Tassen, bevor ich, mit ruhiger, sehr sanfter Stimme, zu reden begann.

 

"Felix, so geht das nicht weiter. Du machst dich kaputt und das will ich nicht. Denkst du ich bemerke deine Blicke nicht... denkst du, ich merke nicht, wie du krampfhaft versuchst deine Blicke von mir abzuwenden? Ich ahne, dass du noch immer nicht über deine Gefühle zu mir hinweg bist.

 

Aber jetzt muss ich es dir leider in aller Deutlichkeit sagen. Ich bin nicht homosexuell und ich werde deine Gefühle zu mir niemals erwidern. Ich mag dich als Freund sehr, sehr gern, wirklich. Ich achte und ehre dich, als besten Freund, aber deine Liebe kann ich nicht erwidern.

 

Dass du hier bist, freut mich sehr und ich habe dich auch sehr vermisst... ebenso würde ich dir jederzeit helfen und dir hier auch deine Karriere als Modell und ein neues Leben ermöglichen... dir helfen wo ich kann, aber lieben kann und werde ich dich niemals.", ich machte eine Pause, schaute Felix direkt in die Augen und bat ihn: "Bitte, versteh das. Ich möchte nicht, dass diese Gefühle zwischen uns stehen und vielleicht unsere Freundschaft zerstören."

 

Alsdann schwieg ich, nahm mir einen Keks, aß diesen und trank einen Schluck Tee dazu.

 

Abwartend schaute ich meinen Freund an, bereit mir auch seine Sichtweise anzuhören...

 

*-*-*

 

Da war es, dass was ich so gefürchtet hatte, trat ein. Marcs Worte zerrissen mein Herz förmlich und ich hatte schwer daran zu knabbern. Dennoch versuchte ich mir Luft zu machen, weil ich schließlich nicht einfach meine Gefühle hätte abstellen können.

 

''Marc, ich habe dir versprochen mich zurückzuhalten und das tue ich, auch wenn es mir schwer fällt. Aber was erwartest du? Meine Gefühle zu dir abstellen kann ich nicht, auch wenn du mir tausend Mal sagst, dass du sie niemals erwidern wirst.

 

Mensch Marc, ich liebe dich!

 

Das ist keine Schwärmerei und ich wäre der Letzte, der irgendetwas tun würde, was dich verletzt. Ich bin keine von deinen vielen Mädels, die du hattest. Meine Liebe hält schon über Jahre, weil ich alles an dir liebe, selbst deine Macken.

 

Außerdem kenne ich dich besser, als jeder Andere und ich wusste, dass wir jetzt hier sind und dieses Gespräch führen.

 

Sicher will ich dich ebenfalls keinesfalls verlieren, nur musst du auch meine Gefühle akzeptieren. Niemals würde ich von dir verlangen, sie zu erwidern, wenn du es nicht kannst. Nur habe ich keinen Schalter, den ich betätigen kann, um sie auszustellen. So gerne ich es würde...'', redete ich mich ein wenig in Rage.

 

Leise holte ich tief Luft und spürte, wie der Schmerz, ausgelöst durch Marcs Worte überhand nahm.

 

''Wie oft habe ich mir gewünscht eine Frau zu sein. Dann hätte ich vielleicht mit meinen Gefühlen zu dir eine Chance gehabt, aber so?...'', sprach ich weiter, musste aber abhaken, weil Tränen über mein Gesicht liefen.

 

Der Tee und die Kekse waren jetzt eher nebensächlich. Was sollte ich noch tun? Es blieb nichts mehr. Irgendwie saß ich nackt vor Marc und hatte das Gefühl, er hätte in einer eisigen Nacht, die einzige Decke, die er mir nicht geben wollte.

 

''Vermutlich bin ich niemals in der Lage jemand anderen zu lieben... Vielleicht wäre es besser, wenn ich zurück nach Deutschland gehe und wir unsere Freundschaft...'', hörte ich mich sagen, konnte es aber nicht aussprechen, ihn auch nicht mehr ansehen. Viel zu schmerzhaft war der Gedanke, Marc ganz zu verlieren und vermutlich war es die einzige Lösung, die Sinn machte.

 

Mein bester Freund fühlte sich sichtlich unwohl in meiner Gegenwart, was konnte ich da noch weiter tun, als den Schwanz einzuziehen und aus seinem Leben zu verschwinden.

 

*-*-*