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Süchtig

Süchtig

 

 

by Dark Sephiroth & Detail

 

 

''Kümmere dich bitte gut um ihn'', hörte ich meinen Bruder zu seinem besten Freund sagen.

 

Mein Blick fiel auf die Kaffeekanne, in der ich mich spiegeln konnte. Das Gesicht war eingefallen und verzerrt, abgekämpft. Man sah mir die letzten Monate an und ich konnte nichts daran ändern, nur weiterkämpfen, nach dem Entzug.

 

Da mein Bruder viel zu tun hatte und immer am Reisen war, wegen seines Jobs, konnte ich nicht bei ihm bleiben. Natürlich wusste ich, dass ich unter Beobachtung stand und sich jetzt sein bester Freund um mich kümmern würde.

 

Die Arbeit in dessen Cafe tat mir gut und ich war abgelenkt. Außerdem gab es hier keinen Alkohol, was zusätzlich gut war.

 

Ich überlegte mir die Haare schneiden zu lassen, die etwas ungepflegt ins Gesicht hingen und meine braunen Augen verdeckten. Zunehmen würde ich müssen und doch fiel mir alles noch sehr schwer.

 

''Achte auch bitte darauf, wenn du ihm Taschengeld gibst, wofür er es ausgibt. Zumindest am Anfang'', flüsterte mein Bruder Chris etwas leiser.

 

Er verabschiedete sich und kam zu mir rüber. Am Liebsten hätte er mich wohl umarmt, doch das hätte mir nur zu sehr wehgetan. Immerhin war ich nur Haut und Knochen.

 

''Melde dich, Tim, wenn etwas ist. Du kannst mich immer anrufen'', kam es von Chris.

 

''Hey, zieh nicht so ein Gesicht'', versuchte ich ihn aufzumuntern, ''Mir geht es hier gut und ich lebe.''

 

*-*-*

 

Den Ausführungen und der Bitte meines besten Freundes Chris hörte ich zu, nickte brav ab und an... dachte mir meinen Teil dazu.

 

Dass jetzt alles an mir hängen blieb, fand ich jetzt nicht so toll, denn immerhin war auch ich erst zweiundzwanzig Jahre jung und somit kaum so sehr viel älter als Tim. Und doch sollte ich schon so was wie Verantwortung für Tim übernehmen... acht geben, was er tat oder eben nicht... wofür er sein Geld ausgab und wofür nicht.... herrje, das konnte ja was werden.

 

Was hatte sich Chris dabei gedacht, Tim ausgerechnet meiner Verantwortung zu überstellen?

 

Aber gut, wir waren eben Freunde und Freunde helfen einander... nur... was sollte ich mit dem Bübchen anfangen?

 

Sicher, er arbeitete gut, in meinem Cafe... machte seine Sache wirklich toll... gar keine Frage und ich bewunderte ihn auch dafür, dass er den Entzug durchgezogen hatte... aber aus irgendeinem Grund mochte ich ihn nicht... ganz und gar nicht.

 

Natürlich würde ich ihn das nicht spüren lassen... schon Chris zuliebe nicht... mich aber mit ihm direkt anzufreunden... würde mir aber auch nicht wirklich in den Sinn kommen. Ich würde, soweit es mir möglich war, für ihn da sein, ihm vielleicht auch etwas helfen... auch auf ihn acht geben... aber mehr würde ich nicht tun.... eben nur das Nötigste.

 

Von wegen Dex tu mal dies und mach mal das... würde es bei mir nicht geben... definitiv nicht!

 

*-*-*

 

Kurz begleitete ich Chris noch nach draußen, wo er in sein Auto stieg. Sicher wusste ich, dass er Dex Geld gegeben hatte, immerhin hatte mein Bruder mehr als genug davon. Doch irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, unerwünscht zu sein.

 

Da musste ich aber wohl oder übel durch. Immerhin hatte ich mir alles selber zuzuschreiben.

 

Der Motor heulte auf und der Wagen fuhr vom Parkplatz runter. Mein Bruder winkte mir noch, dann war er auch schon auf und davon. Mir fiel es unendlich schwer und ich musste die Tränen zurückhalten.

 

Vorerst würden wir nur telefonieren, da er mal wieder ins Ausland musste. Die Luft draußen war angenehm. Zwar war es warm, aber dennoch windig. Ein paar Mal holte ich tief Luft, bevor ich wieder hineinging.

 

Zum Glück war es heute recht ruhig und ich widmete mich nun wieder dem Regal, was ich ausgeräumt hatte. Die Gläser polierte ich und stellte sie wieder zurück, so dass alles sauber war.

 

Ruhig verhielt ich mich, vielleicht zu ruhig und versuchte meinen Platz hier zu finden.

 

Immer wieder glitt mein Blick unauffällig zu Dex, der ebenfalls seiner Arbeit nachging. Wie lange mein Bruder wohl schon mit ihm befreundet war? Der Kontakt war bisher eher rar gewesen und ich war so froh, dass wenigstens mein Bruder mir half.

 

Sonst hatte ich Niemanden, nur falsche Freunde, die mich immer tiefer in die Sucht gebracht hatten. Unsere Eltern wollten von alledem nichts wissen. Ich wäre eine Schande, das allerdings schon vor der Sucht, wegen etwas anderem.

 

Leise seufzte ich, als das Regal fertig war.

 

Ob ich mir wohl eine Zigarette gönnen dürfte? Es war das Einzige, was mich noch ablenkte und mich nicht ständig an den Alkohol denken ließ.

 

Was würde ich jetzt für einen Tropfen geben...

 

*-*-*

 

Nachdem sich Tim von Chris verabschiedet hatte und Chris abgefahren war, waren wir wieder ins Cafe und unserer Arbeit nachgegangen.

 

Tim gab sich ja wirklich sehr viel Mühe und das hielt ich ihm auch zugute. Da ich das Cafe heute ohnehin nicht öffnen wollte... leisten konnte ich es mir das durchaus.... konnten wir uns vielleicht ja eine Pause gönnen.

 

Zudem hörte ich Tims Seufzen und drehte mich um.

 

"Bist du fertig mit dem Regal, Tim?", fragte ich ihn, legte den Kugelschreiber beiseite und ging zu ihm rüber.

 

Prüfend schaute ich mir das Regal an... ging auch mit dem Finger drüber, ob es auch wirklich sauber war. Aber es war alles okay. Tim hatte seine Sache wirklich gut gemacht.

 

"Alles sauber, sehr gut, Tim. Wenn du magst, rauchen wir beide jetzt erst mal eine und dann machen wir für heute Schluss, okay. Dann gehen wir nach Hause und ich koch uns was feines zu Essen. Einverstanden?", sprach ich ruhig und mit sanfter Stimme zu Tim.

 

Mein Zuhause lag etwas am Rande der Stadt... im Grünen... und war ein hübsches zweistöckiges Häuschen, mit einem Garten und einem kleinen Swimmingpool.

 

Meine Zigaretten nahm ich vom Tisch.... auch das Feuerzeug.... und bot Tim eine Zigarette an... nahm mir selbst auch eine.

 

"Komm, setzen wir uns", meinte ich und ging zu einem Tisch mit zwei Stühlen, setzte mich auf den einen Stuhl und bot Tim den anderen an.

 

*-*-*

 

Irgendwie war ich froh, dass Dex mich aus meinen Gedanken riss und seine Ablenkung gefiel mir sehr. Ich nickte und erwiderte nur ein ''Gern'', bevor ich mich zu ihm setzte.

 

Natürlich freute es mich, wie er meine Arbeit gelobt hatte. Die Zigarette nahm ich dankend an und zündete sie voller Genuss mit geschlossenen Augen an. Tat das gut!

 

Lang zog ich an ihr und gab mich dem Gefühl hin. Es war kein Ersatz vom Alkohol, aber es tat mehr als gut.

 

Dennoch hatte ich ein schlechtes Gewissen, Dex am Hals zu hängen und nicht auf eigenen Füßen stehen zu können.

 

Erst nach einem Moment öffnete ich wieder meine Augen und schaute kurz in Dex. Doch sah ich auch direkt aus dem Fenster. Ich wollte nicht, dass er etwas falsch verstand, wusste ich doch nicht, ob mein Bruder ihm irgendetwas gesagt hatte. Immerhin wohnte ich ja jetzt bei ihm, da war es nur allgegenwärtig.

 

Er war hübsch und irgendwie zog er immer wieder meine Blicke auf sich. Trotzdem hielt es sich noch so in Grenzen, dass es nicht auffallen sollte. Zumindest gab ich mir Mühe!

 

Außerdem wurde ich das Gefühl nicht los, er würde mich nicht mögen. Also blieb es ohnehin eine Schwärmerei, zu der ich sowieso wohl noch zu krank war.

 

Vermutlich steigerte ich mich auch nur da in etwas hinein, weil er mir half. Genau, das würde es sein! Wir kannten uns ja auch nur seit ein paar Tagen, da konnte ich mich unmöglich schon verguckt haben.

 

Er gefiel mir einfach, Punkt!

 

Man konnte doch wohl noch jemanden hübsch finden.

 

*-*-*

 

Tatsächlich setzte er sich zu mir an den Tisch und nahm die Zigarette an, die ich ihm angeboten hatte.

 

Ein wenig beobachtete ich ihn, sah, dass er seine Blicke ab und zu auf mich richtete, um dann wieder aus dem Fenster zu schauen... nun, er war wohl traurig, weil Chris weg war.... eine andere Begründung wollte mir sonst nicht einfallen.

 

"Gut, wenn wir auf geraucht haben, gehen wir erst mal nach Hause und dann mach ich uns was zu Essen, okay", meinte ich noch einmal zu Tim und lächelte ihn kurz an.

 

Noch einen Zug gönnte ich mir, dann stand ich auf und stellte alles noch ordentlich hin, schaute mich noch mal um und wand mich Tim wieder zu.

 

"Bist du dann soweit?", wollte ich von ihm wissen, denn ich hatte schon Hunger und wollte endlich heim und was essen.

 

Mein Auto stand direkt vor dem Cafe, so dass wir schnell nach Hause kämen. Einkaufen musste ich nichts, denn ich hatte alles und genug zuhause.... alles.... außer Alkohol natürlich.

 

*-*-*

 

''Hört sich gut an'', kam es dann etwas aufgeschlossener von mir.

 

Dex war dann doch recht schnell und ich drückte ebenfalls meine Zigarette aus. Hunger hatte ich zwar keinen, aber ich musste mich wieder daran gewöhnen, regelmäßiger zu essen, damit ich ein paar Kilos zunahm.

 

Es war kein Dauerzustand, so dünn und abgemagert zu sein.

 

''Ja, ich bin soweit'', lächelte ich und erhob mich, bereit mit Dex nach Hause zu fahren.

 

Zu seinem Zuhause und meinem vorübergehenden, wenn ich es denn so nennen durfte.

 

Eigentlich brannte es in mir, mehr über Dex zu erfahren und dennoch hielt ich mich schüchtern zurück. In so was hatte ich nicht viel Erfahrungen, da immer die Anderen den Anfang gemacht hatten.

 

Vermutlich würde ich mich selten dämlich anstellen oder mich verraten, dass ich Interesse an ihm hätte.

 

Also verließen wir das Cafe und fuhren zu ihm.

 

*-*-*

 

Nachdem ich das Cafe abgeschlossen hatte, setzten wir uns in meinen Wagen und ich fuhr uns heim.

 

Zuhause angekommen parkte ich das Auto in der Garage, ließ ich Tim aussteigen und führte ihn ins Haus hinein.

 

"Willkommen in deinem neuen vorläufigen Zuhause, Tim", hieß ich ihn willkommen, dann zog ich mir die Schuhe aus und führte Tim in ein schönes, sehr helles und großes Zimmer, das ich vorher schon hergerichtet hatte.

 

"Das ist dein kleines Reich. Ich hoffe es gefällt dir. Wenn du noch was hier ändern willst, kannst das gern tun... sag einfach Bescheid, wenn du was brauchst, okay. Ich bin dann mal in der Küche. Gibt es was, das du nicht isst?", erklärte ich ihm und ging die paar Treppen wieder hinab, in die Küche, wo ich uns etwas zu Essen bereiten wollte.

 

Ich entschied mich für Pizza und machte mich sogleich an die Arbeit. Meist bereitete ich alles selbst zu, bis auf den Pizzateig, das würde mir jetzt zu lange dauern. Also schnitt ich Gemüse... und was ich noch so brauchte... belegte den Teig, machte alles soweit fertig und heizte dann den Ofen an, um die Pizza anschließend in den Ofen zu schieben.

 

Nun musste die Pizza nur noch backen. Derweil deckte ich schon mal den Tisch, auch etwas zu Trinken war dabei.

 

*-*-*

 

Viel Hab und Gut hatte ich nicht, so dass ich nur einen Rucksack dabei hatte. Viel war mir nicht geblieben, da ich das Meiste verkauft hatte, um an Geld zu kommen, für mehr Alkohol. Jetzt stand ich hier und bestaunte Dexs Reich.

 

Alles war so schön, hell, sauber und groß.

 

''Danke, es ist perfekt so, wie es ist'', meinte ich mit einem sanften Lächeln, denn genau so war es auch.

 

''Ach, eigentlich esse ich alles, solange es nicht zu scharf ist'', beantwortete ich noch Dexs Frage und sah ihm nach, wie er wieder das Zimmer verließ.

 

Meine Sachen packte ich aus, es waren nur Anziehsachen, ein Handy und mein Lieblingsbuch. Alles fand also schnell seinen Platz und ich schaute mich anschließend ein Wenig hier im Haus um. Es war sicherlich erlaubt, so hoffte ich doch, dass Dex es nicht als unhöflich empfand.

 

Als ich das Bad fand, machte ich mich frisch und fühlte mich schon viel besser.

 

Tatsächlich hatte ich es geschafft mal nicht an den Alkohol zu denken. Nur jetzt, wo ich wieder aus dem Bad kam und in Richtung Küche ging, den Geruch der Pizza wahrnahm, wünschte ich mir einen Rotwein dabei.

 

Mist! Würde das denn nie aufhören.

 

Etwas fertig ließ ich mich mit der Rücken an der Wand lehnend, zu Boden sinken. Hoffentlich würde ich ein paar Bissen runter kriegen. Dex schien sich Mühe zu geben und mit einem Mal hatte ich nicht mehr das Gefühl, er würde mich nicht mögen.

 

*-*-*

 

Der Tisch war gedeckt, Besteck, Gläser und Limonade. Nun wollte ich nach Tim schauen, denn die Pizza brauchte ja eh noch etwas.

 

Was ich aber auf dem Flur zu sehen bekam, ließ mich stehen bleiben. Ich kniete mich zu Tim herab, der an der Wand gelehnt, auf dem Boden saß.

 

"Hey, was ist denn los, hm? Geht es dir nicht gut?", fragte ich meinen Mitbewohner und legte meine Hand sanft auf seine Schulter.

 

Er dachte sicher wieder an dieses furchtbare Zeug... Alkohol... aber nicht bei mir... da wäre ich sehr konsequent. Ich trank sowieso keinen Alkohol, hatte es auch nie versucht und der Kleine würde dieses Zeug von mir auch nicht bekommen.

 

Jetzt war mir auch klar, warum Chris Tim bei mir lassen wollte... weil er genau wusste, dass es bei mir eh keinen Alk gab.

 

"Komm mal hoch, Kleiner. Ich bring dich ins Wohnzimmer, da kannst du dich aufs Sofa legen, okay. Magst du was trinken? Ich hab leckere Limo da.", versuchte ich an Tim heran zu kommen.... gab mir zumindest Mühe.

 

*-*-*

 

Wie im Trance sah ich Dex plötzlich bei mir und spürte, wie ich mit den Tränen zu kämpfen hatte. Er gab sich solche Mühe und es tat verdammt gut.

 

''Mir ist nur mal wieder der Boden unter den Füßen abhanden gekommen'', gab ich ihm zur Antwort, ''So was passiert öfters...''

 

Limo klang doch verdammt gut und aus Dex Mund nun noch besser. Da er sich zu mir gekniet hatte, waren wir auf gleichen Höhe und es war ein leichtes ihm ins Gesicht zu sehen. Es wirkte so ebenmäßig und seine Augen waren der Hammer.

 

Ich musste kräftig schlucken, um meine Schüchternheit zu überwinden. Immerhin waren wir hier alleine und es gab nur ihn und mich... nur ihn und mich... verdammt.

 

''So was passiert wohl noch öfters, aber da muss ich durch'', versuchte ich mich zu rechtfertigen und reichte ihm meine Hand, in der Hoffnung, er würde mir hoch helfen. Dabei ließ ich meinen Blick sanft auf ihn ruhen. Immerhin sprachen wir ja auch gerade miteinander, wo es also angebracht war, ihn anzusehen.

 

''Es roch so gut nach Pizza, da hatte ich den verfluchten Gedanken nach einen Glas Wein. Ob das wohl jemals aufhören wird?''

 

''Danke'', fügte ich dann hinzu und schluckte die Tränen runter, ''Sofa und Limo klingen wie im Paradies.''

 

Wenn es nur halb so gut schmeckte, wie es roch, würde mir das Essen sicherlich nicht allzu schwer fallen. Außerdem hatte ich so tolle Gesellschaft. Jemanden, den ich nicht enttäuschen wollte.

 

''Denkst du, Chris meldet sich, wenn er angekommen ist?'', kam es mir plötzlich in den Sinn, da dieser nichts der Gleichen erwähnt hatte.

 

*-*-*

 

Nach Tims Erklärung und der Rechtfertigung schaute ich ihn an... nickend.

 

"Du musst dich nicht rechtfertigen, alles gut. Na, komm erst mal hoch.", erwiderte ich, ihm meine Hilfe anbietend. Seinen Blick bemerkte ich zwar, doch machte ich mir nichts draus, immerhin sprachen wir ja miteinander und da gehörte es sich eben so, dass man sich einander anschaute.

 

Seine Hand nahm ich direkt, erhob mich und zog ihn mit hoch. Tim ein wenig stützend, brachte ich ihn ins Wohnzimmer und ließ ihn sich auf das Sofa setzen.

 

Anschließend ging ich in die Küche, wo ich mir ein Glas schnappte und die Limonade und mit Beidem das Wohnzimmer wieder betrat. Das Glas befüllte ich mit der Limo und gab es dann Tim.

 

"So hier, trink erst mal was. Dass du bei der Pizza an dieses schreckliche Zeug denken musstest, tut mir leid... das konnte ich nicht wissen. Ob das jemals aufhören wird, kann ich dir leider nicht sagen. Damit kenne ich mich nicht aus, denn ich habe noch niemals dieses Zeug probiert und es wird hier auch niemals solches Zeug geben.", sprach ich ruhig zu Tim, um ihn ein wenig abzulenken, auch wenn ich schon der Meinung war, dass er an diesem Alk-Desaster selbst Schuld war. Man konnte Probleme auch anders lösen... als sich mit diesem Zeug zuzuschütten... so groß konnten Probleme gar nicht sein.

 

Aber dazu gehörten eben ein starker, stabiler Charakter und ein bisschen guter Wille.

 

"Es wird schon werden. Ob Chris sich melden wird... kein Plan. Er wird wohl gleich weiter arbeiten, denke ich... er hat doch eh keine Zeit.", musste ich loswerden, auch wenn ich nicht wusste, wie Tim das aufnehmen würde.

 

"So, dann werd ich mal nach der Pizza schauen und den Tisch hier decken.", dachte ich laut nach und erhob mich dann auch schon.

 

Alles, was in der Küche auf dem Tisch stand, brachte ich nun ins Wohnzimmer und deckte dort den Tisch. Zwischendurch schaute ich nach der Pizza, die aber noch etwas brauchte... jedoch nicht mehr allzu lang.

 

*-*-*

 

Dexs Hand fühlte sich toll an, sie war warm und weich. Als er mich stützte, hatte ich das Gefühl eine Gänsehaut zu bekommen. Seinen Worten lauschte ich und ich verstand ihn schon irgendwie.

 

''Ich hatte einfach falsche Freunde'', sprach ich kleinlaut aus.

 

Obgleich ich doch auch selber Schuld an dem Desaster war und sie nicht auf Andere schieben sollte.

 

Mit Chris, hatte Dex vermutlich Recht und es stimmte mich ein Wenig traurig.

 

''Tut mir Leid, dass ich dir jetzt zur Last falle, weil Chris keine Zeit hat'', entschuldigte ich mich bei ihm.

 

Jetzt ging es mir ja nicht so gut, aber ab morgen wollte ich auf jeden Fall im Haushalt mithelfen.

 

''Das Frühstück mache ich dann morgen'', hörte ich mich locker sagen.

 

So langsam taute ich auf, was wohl auch an Dex offenen Worten lag. Außerdem fühlte ich mich irgendwie wohl hier.

 

''Danke, dass ich hier sein darf. Du hast es wirklich schön hier. Außerdem esse ich sehr gerne Pizza'', musste ich dann noch loswerden und lächelte sanft.

 

Dann trank ich die Limo, die verdammt gut schmeckte. Es ging mir schon viel besser und ich freute mich aufs Essen mit Dex.

 

*-*-*

 

"Ich verstehe dich ja, wegen der falschen Freunde, aber weißt du was gut gewesen wäre und von einem starken Charakter gezeugt hätte.... wenn du zu deinen sogenannten Freunden und zum Alk Nein gesagt hättest. Na ja, egal, nun ist es eh zu spät und man kann es nicht mehr ändern.", musste ich nun ebenfalls loswerden, nachdem ich Tim zugehört hatte.

 

"Das mit dem Frühstück machen... ja, damit bin ich durchaus einverstanden... aber dann hätte ich mein Frühstück bitte gern ans Bett.", neckte ich Tim und musste dann doch lachen: "Keine Sorge... es war nur ein Scherz.", fügte ich schnell noch hinzu.

 

Ein Wenig nachdenklich wurde ich auf seine Entschuldigung... hatte er gemerkt, dass ich ihn nicht so mochte?

 

"Moment... ich habe nie gesagt, dass du mir zur Last fällst, okay. Im Gegenteil, du machst deine Arbeit im Cafe ausgezeichnet... wirklich, ich bin sehr zufrieden mit dir. Okay, okay, ich gebe zu, dass ich dich anfangs nicht so sonderlich leiden mochte... kein Plan warum... ich kann es dir nicht sagen und hoffe, dass du mir jetzt nicht allzu böse bist.

 

Ich will nur ehrlich zu dir sein.", erklärte ich Tim ruhig: "Aber ich bewundere dich, dass du den Entzug so toll durchgezogen hast... das ist mein Ernst und ich denke, wir werden uns schon irgendwie zusammen raufen und miteinander klarkommen."

 

Natürlich sprach ich das jetzt vielleicht etwas zu offen aus, aber Tim war kein kleines Kind mehr und würde meine Ehrlichkeit doch hoffentlich zu schätzen wissen und nicht gleich den Beleidigten spielen. Schließlich waren wir erwachsene Menschen und nicht im Kindergarten.

 

"So, dann werde ich mal die Pizza holen und dann können wir essen. Übrigens... danke, für dein Kompliment an mein Haus. Du musst mir aber auch für nichts danken... was ich tue, mache ich gern... sonst hätte ich dich nämlich gar nicht erst bei mir aufgenommen.", das war nun das Schlusswort, dann stand ich wieder auf und ging in die Küche, um die Pizza aus dem Ofen zu holen und diese im Wohnzimmer zu servieren.

 

*-*-*

 

Bei Dex Scherz wäre mir beinahe alles aus dem Gesicht gefallen. Ihm das Frühstück ans Bett servieren... Doch er fügte schnell hinzu, dass es ein Scherz wäre... irgendwie schade.

 

Dann trafen mich seine offenen Worte und es tat gut, dass er so ehrlich war. Ich fühlte mich gleich noch besser und schaute Dex nach, wie er in die Küche verschwand.

 

Es würde schon alles gut werden und ich würde es schaffen. Dessen war ich mir nun bewusst und Dex Worte trugen ihren Teil dazu bei.

 

Also hatte ich mich nicht getäuscht und er mochte mich nicht sonderlich. Allerdings war es zu Anfang der Fall, was hieß, es wäre jetzt anders. Ein warmes Gefühl machte sich in meiner Magengegend breit und ich lächelte dankbar.

 

Als dann die Pizza serviert wurde, konnte ich nur ein ''Wow'', von mir geben. Denn sie sah sehr lecker aus. Zwar fiel es mir noch schwer, aber ich aß mit Genuss. Vielleicht auch weil ich gute Gesellschaft hatte. Trotzdem vermisste ich meinen Bruder irgendwie.

 

Um mich abzulenken, versuchte ich das Gespräch fortzuführen. Immerhin hatte ich lange genug geschwiegen und meine Schüchternheit wich mehr und mehr.

 

''Über was habt ihr, also Chris und du, eigentlich die ganzen Abende immer gesprochen?'', harkte ich neugierig nach.

 

Ich musste es einfach wissen, was Dex alles über mich wusste. Ob Chris ihm alles erzählt hatte oder ob sie nur über andere Dinge gesprochen hatten. Wusste er, dass ich auf Männer stand? Falls nicht, musste ich es ihm sagen?

 

*-*-*

 

So wie Tim reagierte hatte ich mit der Pizza wohl voll ins Schwarze getroffen, was mich grinsen ließ.

 

Ich schnitt dann die Pizza zurecht und tat uns beiden was auf die Teller... auch etwas zu Trinken vergaß ich nicht einzuschenken.

 

"Dann lass es dir mal schmecken", meinte ich noch, bevor auch ich zu essen begann.

 

Mitten beim Essen, wollte Tim von mir so einiges wissen und ich dachte einen Augenblick drüber nach, ob ich wirklich sagen sollte, was wir zusammen so geredet hatten. Aber gut, es war ja nichts geheimnisvolles und warum sollte ich nicht sagen, was wir so gesprochen hatten?

 

Noch einen Bissen gönnte ich mir, trank auch etwas dazu und schluckte dann alles runter, erst dann antwortete ich:

 

"Wir haben uns über Gott und die Welt unterhalten... über alles Mögliche eben... na ja, auch über dich, ja... aber nicht ausschließlich. Ich weiß auch, dass du schwul bist. Das finde ich aber nicht schlimm, denn ich bin auch schwul. Allerdings hatte ich bislang noch keine Beziehung... hatte irgendwie auch gar keine Zeit dazu. Na ja, und... ich will vielleicht auch gar keine Beziehung, weil ich eben dafür gar keine Zeit habe. Ich bin schon ganz gern allein.

 

Ja, auch dein kleines Problem mit diesem Zeug haben wir kurz besprochen, aber das wars auch schon. Ansonsten haben wir viel über andere Sachen geredet."

 

Wieder nahm ich einen Bissen und ließ es mir schmecken.

 

Tatsächlich hatte ich bislang nie etwas mit irgendjemandem. Mir fehlten einfach die Zeit und auch der Wille. Wenn ich sah, wie viel Stress andere Paare mit ihren Partnern oder Partnerinnen hatten.... da konnte einem doch wirklich alles vergehen. So hatte ich beschlossen allein zu bleiben... mich nicht zu binden.

 

*-*-*

 

Ich nahm einen Bissen von der Pizza, die genauso gut schmeckte, wie sie roch. Sie zerging einem quasi auf der Zunge und es war etwas ganz anderes, als das Essen in der Klinik. Vielleicht empfand ich es aber auch genau deshalb, als extrem lecker.

 

In Ruhe und sehr gespannt, hörte ich Dex zu und hätte mich beinahe an meinem Pizzastück verschluckt.

 

Er war tatsächlich auch schwul. Zufälle gab es!

 

Außerdem hatte er noch nie eine Beziehung gehabt, wollte leider auch keine.

 

War es Absicht gewesen von meinem Bruder, ausgerechnet Dex auszuwählen. Gut, viele Freunde hatte er definitiv nicht, da er wegen der Arbeit kaum Zeit dazu hatte. Aber sicherlich wären da noch Andere gewesen, bei denen ich hätte bleiben können.

 

Schnell trank ich etwas und war froh, mich schnell wieder fassen zu können.

 

Dex war schwul, genauso, wie ich!

 

Immer wieder hallten die Worte in meinem Kopf nach und ich musste unweigerlich lächeln. Sicher verstand ich, dass er keine Zeit für eine Beziehung hatte, da das Cafe viel Arbeit mit sich brachte. Dennoch spürte ich in mir etwas, was ich noch nicht deuten wollte und war froh darüber bei Dex gelandet zu sein.

 

''Das passt zu Chris, ihm sind andere Sachen wichtiger'', sprach ich meine Gedanken laut aus, ''Solltest du noch irgendwelche Fragen haben, beantworte ich sie dir gerne. Immerhin werden wir wohl eine Weile miteinander verbringen.''

 

Zumindest würde ich solange hier bleiben, bis die Ärzte ihr OK gäben.

 

''Ich hätte nie gedacht... dass du auch... schwul bist'', musste ich dann loswerden und schaute ihn mit großen Augen an, bevor ich mich fasste und weiter aß.

 

''Morgen früh muss ich nochmal zu Arzt und morgen Abend ist wie dreimal die Woche eine Sitzung'', merkte ich dann nach einer Weile, meinen Terminplaner an.

 

Da ich meinen Führerschein abgeben musste, war ich jetzt auf Bus und Bahn angewiesen. Chris hatte mir noch Fahrkarten besorgt.

 

''Machst du morgen das Cafe auf? Dann könnte ich dazwischen vielleicht helfen, um mich abzulenken...'', hörte ich mich hinzufügen.

 

*-*-*

 

Unweigerlich musste ich grinsen, bei dem Gesicht, das Tim gerade machte, als ich ihm sagte, dass ich auch schwul war.

 

"Hat dir Chris denn nie etwas davon erzählt... wundert mich eigentlich, weil er das so gar nicht tolerieren konnte und unsere Freundschaft daran beinahe zerbrochen wäre... wenn ich ihm nicht versichert hätte, dass ich von ihm so rein gar nichts will.... weil er in dieser Sache auch gar nicht mein Typ wäre. Außerdem sagte ich ihm dasselbe wie gerade eben dir... dass ich kein Interesse an einer Beziehung und dergleichen habe.", erzählte ich Tim frei heraus.

 

"Nein, im Moment habe ich keine Fragen, aber wenn ich welche haben sollte, werde ich mich an dich wenden.", erwiderte ich und aß genüsslich weiter.

 

Doch als mich Tim dann mit so großen Augen anblickte... sich wunderte, dass ich auch schwul war... senkte ich meinen Blick... schwieg erst mal nur.... kein Plan, warum.

 

Gerade jetzt wurde mir bewusst, was eigentlich los war und so zählte ich eins und eins zusammen.

 

Na klasse, Chris... das hast du ja wirklich toll hinbekommen!, dachte ich skeptisch und wütend.

 

Der hatte Tim bei mir gelassen, weil Tim auch schwul war und er genau wusste, dass ich keine Beziehung wollte... man, man, man... dieser miese Penner. Das würde ich ihm heimzahlen!

 

Der wollte mich doch tatsächlich mit seinem Bruder verkuppeln!

 

"Ist in Ordnung, dann weiß ich Bescheid. Klar, mach ich das Cafe auf und wenn du dann vom Arzt kommst, kannst du gleich ins Cafe kommen.", antwortete ich Tim nachdenklich und sprach meine Gedanken dann laut aus.

 

"Hör mir bitte zu, Tim. Ich habe gerade etwas nachgedacht und kann mir jetzt durchaus denken, was dein werter Bruder vor hat... aber daraus wird nichts werden. Er wusste ganz genau, dass ich schwul bin, aber keine Beziehung will.

 

Du bist sicher, ein liebes nettes Kerlchen... fleißig und hilfsbereit.... aber... merk dir eines bitte... aus uns wird nichts werden. Denn wie ich schon sagte, habe ich kein Interesse an einer Beziehung und auch keine Zeit für so etwas.

 

Ja, das hat sich Chris fein ausgedacht... dich bei mir zu lassen, um dass dann was aus uns werden würde. Da hat er aber die Rechnung ohne mich gemacht... definitiv.", gab ich Tim klar und deutlich zu verstehen.

 

Damit waren dann wohl alle Unklarheiten beseitigt und ich konnte in Ruhe weiter essen.

 

*-*-*

 

Ich freute mich, dass der Tag morgen geklärt war und schaffte tatsächlich zwei recht große Stücke Pizza. Zumindest für meine jetzigen Verhältnisse war das viel.

 

Als Dex mir dann aber klar und deutlich zu verstehen gab, was Sache war, spürte ich, dass es mit dem Essen sowieso für heute vorbei war. Sicher hatte er eins und eins zusammengezählt und herausgefunden, was Chris vorhatte.

 

Er kannte ihn genauso gut wie ich.

 

Doch spielte ich den Unschuldigen, denn immerhin konnte ich nichts dafür, was mein Bruder im Schilde führte.

 

''Alles gut. Ich habe eben das Selbe gedacht. Jetzt wo ich weiß, dass du schwul bist, kann ich mir denken, wieso Chris mich bei dir einquartiert hat.

 

Bisher hatte ich ja eher wenig Kontakt zu meinem Bruder, gerade auch, weil ich schwul bin. Er war der Einzige, der mir jetzt beistand. Der Rest der Familie, wäre bestimmt nicht einmal zu meiner Beerdigung gekommen, hätte ich mich tot gesoffen... Vielleicht hat er den Ernst der Lage einfach erkannt'' erklärte ich und machte eine kurze Pause, in der ich meinen Teller beiseite schob und etwas trank.

 

''Mach dir keine Gedanken, wegen uns. Nur weil wir beide schwul sind, heißt das noch lange nicht, dass wir zusammen kommen. Es wäre ja quasi so, als ob jeder Mann mit jeder Frau etwas anfangen würde, nur weil man sie verkuppeln will...'', sprach ich dann ruhig weiter.

 

Innerlich war ich jedoch aufgewühlt und auch traurig, wie direkt Dex war. Nun denn, vielleicht besser jetzt, bevor ich mich noch Hals über Kopf in ihn verknallen würde. So waren die Verhältnisse geklärt und ich konnte mich aufs Gesund werden konzentrieren.

 

Obgleich es schade war, da Dex echt gut aussah.

 

Schweifend ließ ich meinen Blick jetzt nach draußen wandern und musste staunend feststellen, dass Dex einen Pool im Garten hatte.

 

''Wow... ist das geil, ein Pool. Den hatte ich gar nicht bemerkt. Darf ich den auch nutzen?'', fragte ich freudig, wie ein Kind und schaute Dex erwartungsvoll an.

 

*-*-*

 

"Ich mach mir keine Gedanken, um uns. Wir werden uns schon verstehen und irgendwie zusammen raufen", meinte ich ruhig zu Tim: "Vielleicht hätte es andere nicht gestört, wenn du dich tot gesoffen hättest... mich hätte es sehr wohl gestört, weil irgendwie wirst du mir immer sympathischer.

 

Wir schaffen das schon, Tim."

 

Meine Worte an ihn gerichtet, sah ich aber auch, dass er schon etwas geknickt zu sein schien. Hatte der Kleine etwa doch schon angefangen sich in mich zu.... oh jeee....

 

Als Tim seinen Teller wegschob, konnte auch ich nicht mehr weiter essen und seufzte.

 

Tims Blicken folgend und seine Reaktion auf meinen Pool wahrnehmend musste ich nun doch wieder grinsen. Wie ein kleines Kind freute er sich und seine Blicke, die auf mir ruhten sagten alles.

 

"Natürlich darfst du den Pool benutzen... zumindest steht da kein Schild "Betreten verboten" dran", erwiderte ich scherzend und lächelte Tim an.

 

*-*-*

 

Hatte Dex gerade eben wirklich gesagt, dass es ihn gestört hätte, wenn ich mich tot gesoffen hätte, und dass ich ihm immer sympathischer werden würde. Doch, ich hatte mich nicht verhört und musste unweigerlich lächeln.

 

Seine Anwesenheit und die aufbauenden Worte taten mir gut.

 

Der Witz mit dem Pool, ließ mich sogar lachen.

 

''Dann muss ich mir morgen dringend eine Badehose kaufen. Vorausgesetzt du gibst mir etwas Taschengeld'', meinte ich.

 

Da Dex den Tisch gedeckt und Essen zubereitet hatte, wollte ich jetzt zumindest abräumen. Also stand ich auf und stellte die Teller ineinander, die ich dann in die Küche brachte.

 

Die Worte meines Bruders, die er Dex zugeflüstert hatte, hörte ich noch immer und ich musste zugeben, ich hatte Angst davor Geld in der Tasche zu haben. Ohne Geld konnte ich auch nichts falsches kaufen, nur mit Geld wäre die Belastung größer.

 

Allerdings wäre es auch eine Herausforderung und vor allem ein Test.

 

Als ich dann gerade zurückgehen wollte, um den Rest zu holen, ging das Telefon, neben dem ich gerade stand.

 

Chris! Schoss es mir in den Kopf und ich schaute aufs Display. Tatsächlich stand dort eine längere Nummer und mein Herz pochte wie wild.

 

''Darf ich dran gehen? Das ist bestimmt Chris'', hörte ich mich aufgeregt sagen, wartete aber Dexs Reaktion ab. Denn immerhin war es sein Haus und sein Telefon.

 

*-*-*

 

Na, das war doch mal ein Lachen von Tim... das steckte mich direkt richtig an, so dass ich mitlachen musste.

 

"Weißt du was, ich gebe dir zwar das Geld, aber ich würde erst mal gern mitkommen... damit du dich langsam wieder an den Umgang mit Geld gewöhnst. Wäre das Okay für dich?", schlug ich Tim vor und hoffte er würde mir meinen kleinen Vorschlag nicht übel nehmen.

 

Etwas später machte er mir eine Freude und räumte den Tisch ab. Er war ja eh recht fleißig, das wusste ich ja schon vom Cafe her. "Danke.", sagte ich mit einem Lächeln.

 

Tim verschwand dann aus dem Zimmer und ich war gerade am Nachdenken, als ich das Telefon hörte und kurz darauf Tims Frage.

 

"Nein,", rief ich vom Wohnzimmer aus: "…da steht doch auf dem Display bitte nicht dran gehen....", musste ich als Scherz loswerden, erhob mich und ging zu Tim, kicherte und nickte dann.... "Klar, darfst du dran gehen.... du brauchst nicht zu fragen, ok.", dann ging ich in die Küche und machte mich daran abzuspülen.

 

"Wenn du fertig bist, mit reden, dann gibst du mir Chris bitte auch mal.", bat ich Tim noch, dann ließ ich ihn in Ruhe und tat meine Arbeit.

 

*-*-*

 

Dass Dex mich begleiten wollte zum Einkaufen, gab mir ein sicheres Gefühl und ich stimmte dem gerne zu. Auch fand ich daran nichts falsches. Es gab mir irgendwie Halt.

 

Dann musste ich wohl ein selten dämliches Gesicht gemacht haben, als Dex Spruch mit dem Telefon kam. Im ersten Augenblick hatte ich ihn ernst genommen und musste dann aber erneut lachen.

 

''Tim Schild hier bei Dex Severing.'', meldete ich mich am Telefon und hörte auch gleich die Stimme meines Bruders.

 

''Na Kleiner, wie schauts aus?'', wollte er wissen.

 

''Gut. Wir haben früh Feierabend gemacht und Pizza gegessen'', erzählte ich.

 

Dabei machte ich es mir auf einen Sessel bequem und schaute nach draußen.

 

''Das hört sich doch gut an. Ich sitze am Flughafen und habe noch ein bisschen Zeit. Mein Flieger kommt erst in der Nacht an, da dachte ich, dass ich jetzt schon anrufe. Morgen ist wieder ein strenger Zeitplan. Aber ich werd ab und an mal eine SMS rüber schicken'', meinte Chris dann.

 

''Okay'', gab ich etwas geknickt von mir, ''Das verstehe ich.''

 

''Dann benimm dich mal schön und mach mir keinen Ärger'', sprach er und ich fiel ihm ins Wort.

 

''Dex wollte noch mit dir reden.''

 

''Ist gut. Dann gib ihn mir mal. Wir hören uns, Kleiner'', kam es noch, bevor ich in die Küche ging und Dex den Hörer reichte.

 

''Hier'', kam es etwas traurig von mir, da das Gespräch wirklich kurz gewesen war und ich vermutlich aufs Nächste warten musste.

 

Da Dex nun mit Chris telefonierte, machte ich mich daran, den Rest vom Geschirr abzutrocknen und wegzuräumen. Zwar musste ich teilweise suchen, aber nach und nach fand ich, wo was hingehörte.

 

*-*-*

 

Ich hörte, dass das Gespräch sehr kurz war und ich hätte Chris allein dafür schon den Hals umdrehen können... aber gut, ich nahm mich zusammen.

 

Als Tim dann ziemlich geknickt zu mir in die Küche kam und mir den Hörer reichte bedankte ich mich und verließ die Küche... sah noch, dass er sich mal wieder nützlich machte, wie so oft in letzter Zeit.

 

Mit dem Hörer ging ich nun ins Wohnzimmer und sprach mit Chris:

 

"Hey Chris. Schön dich zu hören, aber sag mal, wieso war das Gespräch zwischen euch so kurz? Tim hat sich schon so darauf gefreut, dich endlich zu hören. Was soll denn das?! Und dann... weiß ich jetzt auch, warum du ihn gerade bei mir gelassen hast.... Du weißt ganz genau, dass ich keine Beziehung will! Oder wolltest du Tim damit weh tun, eben weil du genau wusstest, wie ich dazu stehe?!"

 

Ja, ich griff Chris schon etwas an, denn es ärgerte mich maßlos, wie er mit Tim umsprang und mit mir... so was, das wusste er doch ganz genau, konnte und würde ich niemals tolerieren.

 

*-*-*

 

Kurz sah ich Dex nach, wie er die Küche verließ und räumte dann alles auf.

 

Währenddessen versuchte Chris, der am Flughafen saß, sich Dex gegenüber zu rechtfertigen.

 

''Hey Dex. Nun aber mal langsam...

 

Ich sitze hier am Flughafen und mein Flieger geht gleich. Deshalb habe ich noch eben schnell angerufen, weil ich erst heute Nacht irgendwann ankomme.

 

Sicher weiß ich, wie schwer es ihm fällt, aber ich kann doch nun mal nichts machen. Lange genug habe ich die Arbeit auf Eis gelegt. Nun geht es nicht mehr.

 

Vielleicht hast du recht, dass ich ein bisschen Hintergedanken hatte, als ich ihn bei dir einquartiert habe. Immerhin würdet ihr super zueinander passen und ich glaube einfach, dass du so darüber denkst, weil du noch nie eine Beziehung hattest. Du kannst nichts vermissen, was du nicht kennst.

 

Aber das Thema lass ich wohl mal besser. Sei nicht böse deshalb. Immerhin weiß ich auch, dass er super bei dir aufgehoben ist'', erklärte Chris in Ruhe und ehrlich.

 

Im Hintergrund hörte man derweil die erste Durchsage für seinen Flug.

 

*-*-*

 

Ich hörte Chris′ Erklärung, doch war ich noch immer sauer und würde ihm das so schnell wohl nicht vergeben.

 

"Ich verstehe. Dann arbeite mal schön weiter. Diese Sache ist für mich noch nicht abgegessen, das kannst du mir glauben. Das hast du nicht umsonst gemacht.", musste ich loswerden und hörte im Hintergrund schon den Aufruf für seinen Flug.

 

"Tja, ciao dann...", meinte ich noch, dann legte ich auf... böse war ich, ja, und darüber würde das letzte Wort noch nicht gesprochen sein.

 

Mit mir tat man so was nicht... und schon gar nicht als guter Freund!

 

Von wegen wir würden super zusammen passen... der hatte doch wohl ′nen Knall!

 

Niemals würde ich mich fest binden... oder überhaupt binden... tze... was glaubte der eigentlich wer ich bin?!

 

Jetzt musste ich mich erst mal wieder beruhigen, lief im Zimmer hin und her... rauchte dabei eine... ja, die brauchte ich jetzt... definitiv...

 

*-*-*

 

Chris hatte sich ebenfalls verabschiedet und machte sich so seine Gedanken, ob er es nicht doch zu weit getrieben hatte.

 

Als ich fertig war und gehört hatte, dass Dex aufgelegt hatte, trat ich ebenfalls ins Wohnzimmer, wo ich mich hinsetzte.

 

''Alles okay?'', fragte ich, da ich sah, wie Dex auf und ab ging.

 

''Du bist sauer auf ihn, stimmts...'', fügte ich hinzu und ich fühlte mich wirklich schlecht dabei, weil ich der Grund dafür war.

 

Weil ich hier war, hatten die Beiden jetzt Stress miteinander.

 

Ich nahm mir auch eine Zigarette und zündete diese an. Einen Moment blieb ich noch, bevor ich dann, nach der Zigarette aufstand.

 

''Irgendwie war das heute ziemlich viel und ich würde mich gerne hinlegen. Sehen wir uns morgen zum Frühstück?''

 

*-*-*

 

Trotzdem ich richtig sauer war, ließ ich es nicht an Tim aus, als er ins Wohnzimmer kam und sich auch ein Zigarette nahm.

 

"Ja, ich bin verdammt sauer auf Chris und das wird auch noch ein Nachspiel haben!", redete ich mir jetzt alles von der Seele.

 

"Weißt du, ich habe ihm vertraut... habe ihn meinen Freund genannt... aber das ist vorbei... ein für alle mal... so lasse ich mich nicht behandeln.", sprach ich weiter: "Tim, du kannst nichts dafür, echt nicht und ich will nicht, dass du dich schlecht fühlst, nur weil dein werter Bruder Scheiße bau.", musste ich hinzufügen, da ich sah, dass Tim irgendwie traurig zu sein schien.

 

Ich machte meine Zigarette aus und nickte Tim zu.

 

"Klar, wir sehen uns morgen zum Frühstück. Schlaf gut und mach dir keinen Kopf, hörst du.", sprach ich ruhig und wünschte ihm eine gute Nacht.

 

Ich ging noch auf die Terrasse, wo ich in die Ferne schaute, während ich meine Hände auf das Geländer stützte, und anschließend den Kopf hängen ließ.

 

*-*-*

 

Auch ich wünschte Dex eine Gute Nacht und verschwand dann in meinem Zimmer. Dort schnappte ich mir meine Sachen fürs Bad und begab mich in selbiges.

 

Wo ich flüchtig duschte und mir die Zähne putze. Nachdem ich eine neue Unterhose angezogen hatte, ging ich wieder zurück in mein Zimmer. Im Spiegel mochte ich mich nicht lange ansehen, nicht mehr als nötig.

 

Ich musste definitiv mehr essen!

 

Obwohl Dex beruhigend auf mich eingeredet hatte, ich sollte mich nicht schlecht fühlen, ging es mir nicht gut. Mein Bruder war manchmal sonderbar, aber er hatte es gewiss nicht böse gemeint und nun war Dex richtig sauer auf ihn.

 

Eine ganze Weile stand ich am Fenster und schaute raus, bis ich keine Lust mehr hatte und ins Bett kroch.

 

Schlafen konnte ich jedoch nicht, trotz dass ich todmüde war. Also stand ich wieder auf und ging in die Küche, wo ich mir etwas zu Trinken holte.

 

Gerade als ich wieder zurückgehen wollte sah ich Dex auf der Terrasse stehen. Langsam ging ich nach draußen und sprach ihn an: ''Ist alles okay?... ähm... ich kann nicht schlafen'', versuchte ich zu erklären, warum ich noch hier herumschlich.

 

*-*-*

 

Nein, ich war kein Mitleidstyp und gewiss nicht depressiv veranlagt, aber im Moment fragte ich mich einfach: Warum ich... warum? Was hatte ich verbrochen? Wem hatte ich irgendwas getan, dass mich gerade Chris derart hinterging?

 

Natürlich hatte ich nichts dagegen, dass Tim jetzt hier war, aber... verdammt, was sollte das alles?

 

Irgendwie würden wir schon miteinander auskommen, das wusste ich... aber Chris war bei mir ein für alle Mal unten durch. Mit ihm wollte ich definitiv nichts mehr zu tun haben.

 

Wie ich eben noch so am nachdenken war, hörte ich Tim hinter mir und erschrak mich leicht... holte tief Luft und drehte mich dann um. Ach herrje... musste Tim jetzt hier nur in Unterhose vor mir stehen... au man...?

 

"Hey, Tim. Ja, alles gut, mach dir keine Sorgen. Komm, setzten wir uns noch ein wenig hier draußen hin, ok.", schlug ich ihm vor und setzte mich auf einen der Stühle... ihn nicht direkt anschauend.

 

"Ich hol mir ein Glas Limo, magst du auch eines?", fragte ich Tim und versuchte ihn anzulächeln... jedoch gelang mir das nur mäßig.

 

*-*-*

 

Dex Lächeln kam nicht wirklich an, da er sich bemühte und es nicht vom Herzen kam. Es beschäftigte ihn immer noch Chris.

 

''Lass nur, ich hole uns etwas zu Trinken und dann setzen wir uns'', meinte ich und war auch schon im Haus verschwunden.

 

In der Küche fand ich schnell die Gläser und schenkte uns Limo ein. Dann ging ich wieder nach draußen zu Dex und setzte mich zu ihm.

 

''Du machst dir immer noch Gedanken wegen Chris, stimmts?... Sei ihm nicht böse. Er hat sich bestimmt nichts schlimmes dabei gedacht'', versuchte ich meinen Bruder in Schutz zu nehmen, ''Klar, verstehe ich dich, voll und ganz. Mir geht es doch genauso. Immerhin wusste ich ebenfalls von nichts.

 

Nur was ich die letzten Tage mitbekommen habe, bin ich mir sicher, dass du ihm wichtig bist. Denn sonst hätte er den Kontakt zu dir abgebrochen, als er von deinem Schwulsein erfahren hat.''

 

Nun nahm ich einen großen Schluck Limo und spürte wie beruhigend es war, hier in der Abendsonne mit Dex zu sitzen. Dabei mir alles von der Seele zu reden, was mich bedrückte. Obgleich auch ich sauer auf meinen Bruder war, doch eher weil er mal wieder so wenig Zeit hatte.

 

''Rede nochmal in Ruhe mit ihm und schreib euch nicht ganz ab. Ich bin mir sicher, er bereut es sehr'', fügte ich dann hinzu und schaute Dex sanft an. Derweil hatte ich mich im Schneidersitz auf den Stuhl gesetzt.

 

So offen war ich lange nicht mehr gewesen und ich merkte, wie ich in so kurzer Zeit wieder langsam zu mir selbst fand. Ob es an Dex lag?

 

*-*-*

 

Schneller als ich schauen konnte, war Tim verschwunden, holte die Limo für uns und ich musste grinsen, als er so schnell wieder da war... sich zu mir setzte.

 

Mit einem "Danke", nahm ich das Glas entgegen und nahm direkt einen Schluck zu mir.

 

Tims kleine Ansprache hörte ich zwar und es war von ihm sicher auch gut gemeint, doch erreichen konnte mich das nicht.

 

Kurz schaute ich in die Ferne, bevor ich meinen Blick wieder Tim zuwand, der nun im Schneidersitz vor mir saß.

 

"Ich weiß, du meinst es sicher gut.... aber Chris weiß wie ich bin und sein kann, und dass ich so was niemals dulden würde, und dass diese Sache das Aus für unsere Freundschaft bedeutet. Ich will mit Chris nichts mehr zu tun haben... es ist aus und vorbei. Zudem bin ich nicht drauf angewiesen, dass er so gnädig ist und mein Schwulsein toleriert", erwiderte ich ruhig und doch sehr verärgert.

 

Allerdings freute es mich, dass Tim auftaute und so offen mit mir redete.

 

"Weißt du, Tim, ich bin eigentlich ein sehr ruhiger und geduldiger Mensch... lass mir vieles gefallen... lasse auch mal das ein oder andere durchgehen, aber irgendwann ist einfach mal die Grenze erreicht und dann hat meine Geduld ein Ende. Das ist jetzt der Fall. Dein Bruder ist bei mir, ein für alle Mal unten durch. Ich möchte auch nicht mehr mit ihm reden und ihn auch sonst nicht mehr sehen. Chris hat den Bogen einmal zu oft überspannt", machte ich mir ein wenig Luft, während ich mit einer Mischung aus Wut und Traurigkeit wieder in die Ferne schaute.

 

Hingegen konnte ich mir mit Tim nun schon eine Freundschaft vorstellen, aber das würde die Zeit zeigen, zudem musste auch Freundschaft erst entstehen und wachsen...

 

*-*-*

 

Irgendwie hatte ich das Gefühl da an einen Punkt gekommen zu sein, wo ich nicht weiter kam. Mir tat es leid, um die Freundschaft der Beiden und für meinen Bruder. Aber vielleicht hatte er es sich selber zuzuschreiben.

 

Außer einem ''Verstehe'', schwieg ich, ließ das Thema auf sich beruhen und trank ebenfalls einen Schluck Limo.

 

Die Luft war herrlich erfrischend und ich machte mir gar keine Gedanken, so leicht bekleidet neben Dex zu sitzen. Prüde war ich nicht, obwohl ich mich zur Zeit nicht wohl in meiner Haut fühlte.

 

Nachdem ich mein Glas geleert hatte, merkte ich nun doch die Müdigkeit langsam kommen.

 

''Dann werde ich mal erneut versuchen ins Land der Träume zu finden'', meinte ich, nach einer Weile des Schweigens.

 

Langsam stand ich auf und lächelte Dex an: ''Eine gute Nacht wünsche ich dir.''

 

Daraufhin verließ ich langsam die Terrasse, wollte auf mein Zimmer.

 

*-*-*

 

Das Schweigen zwischen Tim und mir war ziemlich erdrückend, aber ich änderte meine Meinung nicht, auch wenn es mir leid tat, dass es Tim zu bedrücken schien.

 

Musste ich mir wirklich alles gefallen lassen... nur um der Freundschaft willen?

 

Nein!

 

Schließlich stand Tim auf und verließ die Terrasse, mir eine gute Nacht wünschend.

 

"Ja, ich wünsche dir auch eine gute Nacht, Tim. Schlaf gut", erwiderte ich und schaute weiter in die Ferne... schaute den Sternenhimmel an... seufzend.

 

Sicher, ich hätte noch etwas sagen.... vielleicht auch tun können... aber ich konnte es eben nicht.

 

Noch immer beschäftigte mich die Frage nach dem Warum... warum hatte Chris das getan?

 

Warum?

 

Natürlich war es kein Verbrechen und getan hatte er mir ja so wirklich nichts... aber ich sah dies irgendwie als Vertrauensbruch... ja, ich fühlte mich von ihm hintergangen.

 

Es tat weh... sehr weh, aber ich würde darüber hinwegkommen... wie auch immer.

 

Die Freundschaft zu Chris war ab jetzt Geschichte und Chris für mich gestorben.

 

Mit Tim hatte das freilich nichts zu tun. Er konnte nichts dafür.

 

Langsam stand ich auf, ging ans Geländer und stützte mich mit den Händen drauf, ließ meinen Kopf hängen... starrte gedankenversunken den Boden an.

 

*-*-*

 

Ich hörte noch Dex Worte und ging dann auf mein Zimmer. Alles hier war noch so fremd und neu für mich.

 

Obwohl ich müde war und mein Körper den Stress der letzten Stunden deutlich spürte, konnte ich nicht einschlafen. Immer wieder wälzte ich mich hin und her, fand kaum Ruhe.

 

Letzten Endes musste ich doch eingeschlafen sein und wurde durch ein Klingeln geweckt. Das Telefon von vorhin war es nicht und auch mein Handy lag stumm auf dem Nachttisch.

 

Also ahnte ich bereits, dass es Dex Handy sein musste. Nur wer rief ihn zu so später Stunde noch an? Mein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es weit nach Mitternacht war.

 

Müde reckte ich mich und stand nun doch auf. Meine Neugier war zu groß, außerdem musste ich mal und hatte Durst.

 

Chris hatte derweil seinen Flug beendet, sein Gepäck in Empfang genommen und war im Taxi auf den Weg in sein Hotel. Die ganze Sache hatte ihn keine Ruhe gelassen und da er nicht stören wollte, versuchte er sein Glück auf Dex Handy.

 

Er wusste, was er für Mist gebaut hatte und wollte zumindest einen letzten Versuch wagen, der Freundschaft zu Liebe und wegen Tim, den er zur Not anderweitig unterbringen würde.

 

*-*-*

 

Noch immer stand ich hier am Geländer... mich aufstützend... nachdenklich, trotzdem ich eigentlich schlafen müsste, um am nächsten Tag wieder fit zu sein. Aber ich konnte nicht schlafen... es ging nicht und Müdigkeit wollte sich so wirklich auch nicht einstellen.

 

Dann hörte ich plötzlich mein Handy klingeln und fragte mich, wer mich zu so später Stunde noch anzurufen wagte.

 

Also verließ ich die Terrasse, ging ins Wohnzimmer, schnappte mir das Handy und schaute aufs Display. Sogleich verfinsterte sich mein Gesichtsausdruck, als ich die, mir wohl bekannte, Nummer und den dazu gehörigen Namen sah.

 

CHRIS!

 

Toll, der hatte mir jetzt gerade noch gefehlt....

 

Schon war ich am Überlegen, ob ich ihn nicht doch besser wegdrücken sollte, da es jetzt eh keinen Sinn hätte, aber dann nahm ich das Gespräch doch an und meldete mich... nicht gerade sehr freundlich.

 

"Hallo Chris... was gibt es denn so wichtiges?! Hast du nicht schon genug angerichtet?! Zu deiner Information... Tim kann erst mal bei mir bleiben, wenn er will, denn er kann ja nichts dafür... aber... unsere Freundschaft betrachte ich als beendet!

 

Du wusstest doch ganz genau wissen, wie ich auf so etwas reagiere... lange genug kennen wir uns ja schon. Somit hast du dir das selbst zuzuschreiben!", bombardierte ich Chris, in einer sehr unfreundlichen Art und Weise und man konnte hören, wie sauer ich auf ihn war.

 

Tief holte ich Luft... versuchte wieder runter zu kommen, aber es gelang mir nicht... diese Sache hatte mich echt getroffen.

 

"Weißt du eigentlich, wie weh mir das getan hat?! Ich sehe das als Vertrauensbruch an... du hast mich hintergangen! Mir reicht es endgültig!", musste ich hinzufügen, denn er sollte ruhig wissen, was ich dachte.... wie ich mich fühlte.

 

Dass Tim irgendwo in der Nähe sein könnte, daran dachte ich nicht... sah ihn auch nicht... dachte ich doch, dass er schlafen würde.

 

*-*-*

 

Leise schlich ich aus mein Zimmer ins Bad, wo ich mich erleichterte. Anschließend wollte ich in die Küche, um mir etwas zu Trinken zu holen. Doch der Weg war durch Dex versperrt, der mit Chris telefonierte.

 

Es war nicht zu überhören, was er meinem Bruder an den Kopf warf und irgendwie verstand ich ihn auch. Chris hatte sich ein Ding geleistet, was eindeutig zu weit ging, und dass Dex jetzt sauer war, war verständlich.

 

Wie angewurzelt blieb ich stehen und sah jetzt auch Dex, wie er telefonierte. Weiter traute ich mich irgendwie gerade nicht, was eigentlich totaler Blödsinn war.

 

''Hallo Dex...'', konnte Chris am Telefon gerade noch erwidern, als alles auf ihn einprasselte, was Dex sich von der Seele redete.

 

Erst nachdem er sich alles angehört hatte und Stille am anderen Ende der Leitung herrschte, wagte er es etwas zu antworten.

 

''Genau deswegen rufe ich dich zu so später Stunde noch an. Normalerweise würde ich gar nicht mehr stören, aber ich weiß, dass ich Mist gebaut habe.

 

Solltest du Tim jetzt doch nicht mehr bei dir behalten wollen, verstehe ich das und bin keineswegs böse. Da gibt es sicherlich auch eine andere Lösung. Auch wenn er, wie du sagst, außen vor ist, könnte ich es verstehen.

 

Mir tut es wirklich extrem Leid. Mich beschäftigt das sehr und ich wünschte ich könnte das irgendwie wieder gut machen.

 

Natürlich erwarte ich jetzt nichts von dir. Vielleicht lässt du dir meine Entschuldigung einfach durch den Kopf gehen. Immerhin meinte ich es nur gut und wollte dein Vertrauen nicht missbrauchen und dir auch nicht weh tun'', kam es ruhig, aber traurig von Chris.

 

Man konnte hören, wie es ihn beschäftigte und wie er mit sich kämpfte. Er hasste sich dafür, was er getan hatte und wusste jetzt schon, dass er vermutlich kein Auge zutun würde.

 

*-*-*

 

Chris hätte sich seine Entschuldigung sparen können. Ich hörte diese zwar, doch kam sie nicht mehr bei mir an. Meine Entscheidung war gefallen.

 

Noch immer bekam ich allerdings nicht mit, dass Tim hier irgendwo war und womöglich alles mithörte.

 

"Chris, du kennst mich und du weißt auch, dass ich meine Entscheidung, wenn überhaupt, so schnell nicht ändere. Wie ich schon sagte, kann Tim bei mir bleiben, wenn er möchte... aber mit dir will ich definitiv nichts mehr zu tun haben. Das ist mein letztes Wort", erwiderte ich sachlich und kühl.

 

"Ich lasse so etwas nicht mit mir machen, das weißt du. Du bist alt genug und hättest dir das vorher überlegen und durch den Kopf gehen lassen sollen", fügte ich standhaft hinzu.

 

"War es das jetzt... oder kommt da noch was?", fragte ich traurig, aber auch wütend.

 

Soweit hätte es nicht kommen müssen... jetzt war es definitiv zu spät.

 

Ich ließ mir eben nichts gefallen und setzte mich notfalls zur Wehr... mit aller Macht und allen daraus entstehenden Konsequenzen.

 

*-*-*

 

Chris verstand und konnte dem auch nichts mehr weiter hinzufügen.

 

''Verstehe... dann Gute Nacht und erzähl Tim bitte besser nichts, ich möchte nicht, dass er sich auf so was konzentriert... seine Gesundheit geht vor'', sprach Chris ebenfalls traurig und legte dann seufzend auf.

 

Unterdessen war ich gegen einen Schrank gestoßen, wie soll es so schön sein, mit dem kleinen Zeh und konnte mir ein schmerzhaftes Quieken nicht verkneifen. Das tat nämlich verdammt weh.

 

Natürlich fühlte ich mich ertappt und schaute direkt, noch während ich herum hopste zu Dex. Erwischt, dachte ich und merkte, wie mir die Röte ins Gesicht stieg.

 

Zum Glück war es dunkel oder aber wäre es hell gewesen, hätte ich mich gar nicht erst gestoßen. Da wusste ich gar nicht, was ich denken sollte.

 

*-*-*

 

"Ja, Gute Nacht", meinte ich kalt, dann legte auch ich auf und musste direkt hinter mir ein Quieken hören, woraufhin ich mich leicht erschrocken umdrehte.

 

"TIM!", sprach ich meinen Mitbewohner an: "Was machst du denn hier? Wolltest du nicht ins Bett und schlafen, hm?", fragte ich ihn erschrocken und musste grinsen, bei seinem herumgehopse.

 

"Das kommt davon, wenn man es nicht lassen kann und unbedingt anderer Gespräche belauschen muss", konnte ich mir nun nicht verkneifen zu sagen und kicherte vor mich hin.

 

"Hast du wenigstens alles mitbekommen, ja?", musste ich noch loswerden und schüttelte den Kopf, während ich ins Wohnzimmer ging und mein Handy weglegte, nachdem ich es auf stumm geschaltet hatte, denn nun wollte ich für den Rest der Nacht schon noch meine Ruhe haben.

 

"Ab ins Bett mit dir", sprach ich zu Tim, gespielt streng.

 

Dass er sich weh getan hatte, tat mir zwar irgendwie leid, aber irgendwie schadete es ihm gar nichts... das kommt davon wenn man lauschte.

 

*-*-*

 

Ertappt schaute ich Dex an und hörte seine Worte.

 

''Ich... Ich habe nicht gelauscht'', flunkerte ich und merkte gleich, wie blöd das war.

 

''Okay... vielleicht ein Bisschen'', gestand ich und hörte mit dem Hopsen auf.

 

''Dein Handy hat mich geweckt, ich musste und wollte mir was zu Trinken holen'', fuhr ich ehrlich fort, ''Da musste ich hier wohl lang und wusste nicht recht, ob ich einfach weitergehen sollte...

 

Und nein, ich habe ja nur das mitbekommen, was du gesagt hast.''

 

Jetzt fühlte ich mich richtig schlecht, denn immerhin war es nicht die feine Art.

 

''Tut mir leid... ähm... das hätte ich nicht tun dürfen... war das Chris?'', wollte ich von Dex wissen und schaute ihn traurig an.

 

Obwohl ich Dex erst so kurz kannte, spürte ich, wie nahe es ihm ging.

 

*-*-*

 

"Ach, schon okay, alles gut. Ja, das war Chris und wie ich ihm schon sagte, kannst du selbst entscheiden, ob du hier bleiben möchtest oder eben nicht. Immerhin bist du alt genug", antwortete ich Tim, nun wieder sehr ruhig und sanft.

 

Irgendwie war seine Art, wie er sich zu erklären versuchte, richtig niedlich und ich musste innerlich richtig grinsen.

 

"Na, nun schau nicht so traurig, hm. Wenn du magst kannst du dir was zu Trinken holen, ich hol mir auch noch was und dann wird’s langsam Zeit, nicht", versuchte ich Tim aufzumuntern, ihn nicht spüren zu lassen, dass ich sehr mit mir zu kämpfen hatte.

 

Tim hatte genug mit sich zu tun, da hatten meine Probleme nichts bei ihm zu suchen.

 

Ein sanftes Lächeln bekam Tim noch, dann ging ich in die Küche, holte mir eine Flasche Wasser und machte mich auf den Weg in mein Schlafzimmer, nachdem ich Tim noch mal eine "Gute Nacht", gewünscht hatte.

 

*-*-*

 

Etwas verunsichert schwieg ich vorerst, da ich mir meine Entscheidung, ob ich hierbleiben wollte, nochmal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen wollte. Im Grunde mochte ich Dex und es gefiel mir hier, genauso wie die Arbeit im Cafe.

 

Immerhin versuchte ich zu Lächeln und wünschte ihm ebenfalls eine ''Gute Nacht''.

 

Als er in seinem Schlafzimmer verschwunden war, holte ich mir ebenfalls eine Flasche Wasser aus der Küche und ging langsam an seiner Tür vorbei. Die Worte von Heute gingen mir nochmals durch den Kopf und ich merkte irgendwie, dass ich Dex zu sehr mochte.

 

Leise seufzte ich, bevor ich ebenfalls auf mein Zimmer ging.

 

Nachdem ich die halbe Flasche geleert hatte, legte ich mich schlafen und nach einer Weile schlief ich tatsächlich ein.

 

Der Wecker würde mich früh wecken, da ich zum Arzt musste. Er würde mich erneut einem Alkoholtest unterziehen und vielleicht würde ich wegen meines Hungergefühls mir Tabletten verschreiben lassen, damit ich endlich wieder zunehmen würde.

 

*-*-*

 

Ich verschwand in meinem Schlafzimmer, schloss die Tür hinter mir und seufzte.

 

Dann schnappte ich mir meine Sachen, verließ das Zimmer wieder, ging ins Bad, duschte mich kurz ab, wickelte mir das Badetuch um die Hüfte und ging wieder in mein Zimmer... die Tür schließend.

 

Anschließend holte ich mir eine Boxershorts aus dem Schrank, die ich sogleich anzog, das Badetuch auf einen Stuhl und mich ins Bett legte.

 

Erst jetzt fiel der ganze Stress von mir ab... erst jetzt da ich allein war, liefen die Tränen an meinen Wangen herab und tropften leise auf das Kopfkissen.

 

Ja, die ganze Sache mit Chris tat mir sehr viel mehr weh, als ich zuzugeben bereit war und ich litt sehr darunter. Aber ich würde standhaft bleiben... nicht nachgeben... niemals. Wer konnte schon wissen, was er sich sonst als nächstes leisten würde...?

 

Nein, das Risiko war mir zu hoch und ich war es nicht bereit einzugehen... dieses Risiko...

 

Auch dieser Schmerz würde mit der Zeit vergehen... denn die Zeit heilt ja, bekanntermaßen, alle Wunden...

 

*-*-*

 

Wie zu erwarten, weckte mich der Wecker nach einer Nacht, in der ich mich hin und her gewälzt hatte und oft wach gewesen war. Leise schlich ich mich ins Bad und machte mich fertig.

 

Anschließend bereitete ich das Frühstück vor, wie ich es versprochen hatte. Nach und nach fand ich alles, was ich brauchte und deckte den Tisch ein. Chris musste Dex erzählt haben, was für ein Schleckermaul ich war, denn ich fand vieles, was ich nur gerne aß.

 

Mein Blick fiel immer wieder nach draußen, wo sich schönes Wetter ankündigte, wie so oft in letzter Zeit. Nebenbei trank ich schon mal einen Kaffee, den ich mir zubereitet hatte, um langsam wach zu werden.

 

Am Liebsten wäre ich draußen in den Pool gesprungen, doch wollte ich nicht nackt baden. Was hätte Dex von mir gedacht oder dazu gesagt.

 

Als ich alles fertig hatte und mein Kaffee ausgetrunken war, ging ich zu Dex Zimmertür und klopfte: ''Guten Morgen. Frühstück ist fertig.''

 

Er musste sicherlich sowieso ebenfalls früh aufstehen, da er ja ins Cafe musste. Genügend Zeit zum Frühstücken hatte ich noch, bevor ich los zum Arzt müsste.

 

*-*-*

 

Seit ich Tim bei mir aufgenommen und Chris die Freundschaft gekündigt hatte, waren einige Wochen vergangen und so langsam hatte ich mich an meinen Mitbewohner gewöhnt... ja, wir kamen ganz gut miteinander aus.

 

Tim schien mehr und mehr aufzutauen, ich war mit ihm einkaufen gegangen und hatte ihm somit den Umgang mit Geld wieder beigebracht.

 

So nach und nach gab ich ihm auch immer mehr Taschengeld, denn er arbeitete wirklich gut in meinem Cafe, was ich sehr zu schätzen wusste.

 

Zwar rief Chris, Tim hin und wieder an, doch wollte ich tatsächlich nichts mehr mit ihm zu tun haben.... blieb bei der Kündigung der Freundschaft und war auch schon weitgehend drüber weg.

 

Da heute Sonntag war und wir in der letzten Zeit viel gearbeitet hatten, hatten wir uns eine Pause verdient, so dass ich das Cafe heute nicht öffnen würde.

 

Nachdem ich ausgeschlafen hatte, stand ich auf, machte mich fertig und deckte anschließend den Frühstückstisch, für uns, im Garten. Das Wetter war wunderschön, so dass wir draußen frühstücken konnten.

 

Erst als alles fertig war, betrat ich das Haus wieder, ging hoch zu Tims Zimmer und klopfte an die Tür.

 

"Guten Morgen, Schlafmütze... das Frühstück ist fertig. Ich warte im Garten auf dich", danach stieg ich die Stufen wieder hinab, um in den Garten zu gehen und auf Tim zu warten.

 

*-*-*

 

Als ich Dexs Stimme hörte und sein Klopfen an der Tür, begann ich mich ausgiebig im Bett zu recken. Mittlerweile schlief ich immer besser und fühlte mich hier wie zu Hause.

 

Langsam erhob ich mich und suchte meine Badehose, da ich nach dem Frühstück, ein paar Bahnen schwimmen wollte, wie ich es mir angewöhnt hatte. Diese zog ich an, nachdem ich sie gefunden hatte und zog eine lockere Dreiviertelhose darüber.

 

Es war jetzt richtig schön warm draußen, weshalb ich Barfuß und ohne T-Shirt los ging. Bevor ich jedoch zu Dex auf die Terrasse ging, huschte ich ins Bad, wo ich mich frisch machte und einen prüfenden Blick in den Spiegel riskierte.

 

Ich hatte fast wieder mein altes Gewicht und mochte mich schon wieder leiden. Außerdem hatte ich durchs regelmäßige Schwimmen ein paar Muskelansätze bekommen.

 

Alles lief bestens, nicht nur dass Leben hier mit Dex, sondern auch die Therapiestunden. Außerdem vermisste ich Chris nicht mehr so stark, wie zu Anfang. Immerhin hatte ich ja jetzt Dex, obwohl ich mir eingestehen musste, ihm schon gerne noch näher zu kommen.

 

Doch wollte er so was ja nicht und das respektierte ich.

 

Meine Haare machte ich unter dem Wasserhahn nass, damit sie nicht kreuz und quer abstanden. Anschließend ging ich nach draußen.

 

''Guten Morgen, Frühaufsteher'', neckte ich Dex zurück und grinste frech, wobei ich mich an den toll gedeckten Tisch setzte.

 

*-*-*

 

"Dir auch einen guten Morgen, Langschläfer. Nach dem Frühstück ist wieder schwimmen angesagt, hm", begrüßte ich meinen Mitbewohner, der schon sehr gut aussah und sich toll erholt hatte.

 

"Guten Appetit", wünschte ich Tim und begann direkt zu essen.

 

Alles was zu einem ordentlichen Frühstück gehörte, stand auf dem Tisch und wir brauchten uns nur zu bedienen.

 

Mittlerweile hatte ich mich schon an Tims Anwesenheit gewöhnt... mich störte es nicht mehr, dass er nun hier war.

 

"Sag mal, Tim, was hältst du davon wenn du hier bleiben würdest? Ich mein, immerhin wohnst du eh schon eine ganze Weile hier und Platz genug ist auch da", stellte ich ihm die Frage, die mich beschäftigte.

 

Dass Tim hier halbnackt saß, störte mich recht wenig.... immerhin war ich es schon gewohnt... kannte es eben nicht anders.

 

Inzwischen sah ich Tim als Freund an, mit dem man sich unterhalten und auch mal scherzen konnte.

 

Ja, ich mochte ihn wirklich gut leiden.

 

Während ich weiter aß, wartete ich auf seine Antwort.

 

*-*-*

 

''Oh ja, das mit dem Pool ist eine tolle Sache'', meinte ich und bediente mich ebenfalls beim Essen. Mittlerweile schmeckte es mir ja auch wieder alles und ich musste keine Tabletten mehr nehmen, um Hunger zu bekommen.

 

Als ich dann Dexs Vorschlag hörte, musste ich breit Grinsen. Es freute mich riesig.

 

''Wirklich! Meinst du das ernst'', überschlug sich beinahe meiner Stimme und ich sprang vom Stuhl auf.

 

Ich konnte mir es einfach nicht mehr vorstellen alleine zu sein und Chris war ohnehin viel beruflich unterwegs.

 

Stürmisch sprang ich auf Dex zu und umarmte ihn fest. Jetzt wo ich wieder mehr auf den Rippen hatte, konnte ich so was auch wieder, ohne dass es mir weh tat.

 

*-*-*

 

Herrje, beinahe wäre mir das Brötchen aus der Hand gefallen, als Tim auf mich zukam und mich stürmisch umarmte.

 

"Wow.... hey...! Ja, ich meine das ernst. Sonst hätte ich es dir ja wohl nicht vorgeschlagen. Hast du denn noch Sachen bei Chris, die du brauchst? Dann können wir sie demnächst abholen, wenn du magst", antwortete ich und musste grinsen.

 

Langsam löste ich mich von Tim und lächelte ihn an.

 

Niedlich war es ja, wie er sich so gefreut hatte. Jedoch war ich bei so etwas eher distanziert, konnte seine Umarmung nicht wirklich erwidern, hatte Tim nur kurz an der Schulter berührt, ihn dann auch schon wieder losgelassen.

 

*-*-*

 

Leider war die Umarmung viel zu schnell vorbei und ich setzte mich nun auch wieder hin, damit es nicht auffiel.

 

''Nein, ich habe nichts mehr bei Chris. Mehr besitze ich nun mal nicht. Damals habe ich alles, was man zu Geld machen konnte verkauft und in Alkohol investiert. Das ist nun ja zum Glück vorbei'', gestand ich und merkte, wie es mir schwer fiel, so was zuzugeben.

 

Natürlich aß ich jetzt auch weiter und genoss die Sonne, die bereits schien. Es sollte wohl ein herrlicher Tag werden.

 

Da Chris nach dem Streit zwischen Dex und ihm, mich beinahe nur noch auf den Handy anrief, wunderte es mich nicht, dass dieses jetzt klingelte. Etwas mühsam holte ich es aus einer Seitentasche meiner Hose raus und grinste gleich.

 

''Es ist Chris'', meinte ich zu Dex, obwohl mich sonst auch kaum jemand anrief.

 

''Hey Chris'', meldete ich mich am Telefon und unterbrach kurz mein Essen, trank aber noch schnell einen Schluck Limo.

 

''Hey Tim. Na, wie geht es dir? Ich habe dich doch wohl nicht geweckt?'', hörte ich meinen Bruder fragen.

 

''Nein, nein, alles gut. Wir sind gerade am Frühstücken'', erzählte ich und schaute kurz zu Dex rüber.

 

''Das ist schön. Ich rufe auch nur an, weil ich dir mitteilen wollte, dass ich morgen wieder nach Hause komme. Du kannst dann wieder zu mir ziehen'', sprach Chris ruhig und freudig.

 

Mir blieb aber die Spucke weg und ich wusste nicht, was ich dazu sagen sollte.

 

''Also, ich melde mich dann noch mal bei dir. Genieß die Sonne. Es soll bei euch ja richtig heiß sein. Bis dann'', mit diesen Worten hatte Chris auch schon aufgelegt und ich schaute mein Handy an, bevor ich es weglegte.

 

*-*-*

 

Nur zum Teil hatte ich das Gespräch mitbekommen, das Tim mit Chris geführt hatte und runzelte die Stirn, als er dann auflegte und das Handy anschaute.

 

"Was ist denn los?", wollte ich als erstes von ihm wissen.

 

Irgendwie ahnte ich, dass etwas nicht okay war.

 

"Was hat Chris denn von sich gegeben?", stellte ich die anschließende Frage und legte mein Brötchen erst einmal wieder auf den Teller zurück.

 

"Du kannst mit mir über alles reden, das weißt du, und wenn was sein sollte, sag es ruhig", musste ich noch unbedingt loswerden.

 

Immerhin hatte er sich mir schon sehr geöffnet und musste wissen, dass er mir vertrauen konnte. Dass er keine Sachen weiter hatte, war okay, schließlich hatten wir eh schon vieles neu gekauft und ich war zufrieden nicht mehr auf Chris treffen zu müssen.

 

*-*-*

 

Ich musste kräftig schlucken, da ich einen festen Kloß in meinem Hals spürte. Dex vertraute ich und doch hatte ich gerade sehr gemischte Gefühle.

 

''Chris kommt morgen nach Hause und er meinte, dann könnte ich wieder zu ihm ziehen'', brach es dann aus mir heraus.

 

Eben noch hatte ich mich riesig gefreut, zu hören, dass ich hier bleiben konnte und nun das.

 

''Er hat mich noch nicht einmal zu Wort kommen lassen, so hat mich das überrascht'', fügte ich hinzu.

 

''Was soll ich denn jetzt machen?'', sagte ich dann eher zu mir selbst.

 

Mir war gerade seit langem mal wieder der Appetitt vergangen. Ich steckte im Zwiespalt und wusste nicht ob ich lieber hierbleiben oder zurück zu meinem Bruder wollte. Was aber würde werden, wenn dieser wieder weg musste, wegen seiner Arbeit? War ich schon so weit, alleine zu bleiben?

 

*-*-*

 

In aller Ruhe hörte ich Tim zu und nickte bedächtig. Erst nachdem er zuende geredet hatte, antwortete ich ihm, ruhig und sachlich:

 

"Du allein entscheidest, was du möchtest. Immerhin bist du alt genug, um deine eigenen Entscheidungen treffen zu können und du bist nicht verpflichtet den Wünschen deines Bruders folge zu leisten.

 

Ich würde mich freuen, wenn du hier bleiben würdest... aber zwingen werde ich dich natürlich nicht. Schau mal, wenn dein Bruder wieder weg muss... was dann? Natürlich glaube ich nicht, dass du dann wieder schwach wirst. Dazu bist du schon zu gefestigt, ich glaube, dass du es schaffen würdest, allein zu bleiben.

 

Aber wie gesagt, es ist allein deine Entscheidung, wo du wohnen bzw. leben möchtest.

 

Niemand kann dir diese Entscheidung abnehmen. Ich mein, wir sind die ganzen Wochen gut miteinander ausgekommen, haben uns aneinander gewöhnt... und wenn du wieder zu ihm ziehst... bist du allein."

 

Das war nur meine Meinung, was Tim draus machen würde... war allein seine Entscheidung. Denn Entscheidungen zu treffen gehörte eben auch mit zum Leben und zum Erwachsensein.

 

Zwar hatte ich nun auch keinen Hunger mehr, aber ich aß noch mein Brötchen in Ruhe auf und trank meinen Kaffee dazu, während ich Tim sanft anschaute.

 

*-*-*

 

Dex hatte Recht mit allem, was er sagte. Die Entscheidung lag bei mir allein und ich wollte mir das in Ruhe überlegen. Ruhig nickte ich und ließ meinen Blick zum Pool gleiten.

 

''Ich werde in aller Ruhe darüber nachdenken und dann meine Entscheidung fällen'', sprach ich etwas in Gedanken versunken, ''Schließlich habe ich noch in den ganzen Tag dafür Zeit.''

 

Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, auch wenn mein Herz hierbleiben wollte. Vielleicht wäre ich auf Dauer hier doch unglücklich. Denn mittlerweile hatten sich da schon Gefühle breit gemacht, gegen die ich nicht ankämpfen konnte.

 

''Stört es dich, wenn ich schon schwimmen gehe?'', fragte ich Dex dann, nach einer kleinen Schweigepause.

 

Dabei würde ich den Kopf sicher frei bekommen. Natürlich fand ich es unhöflich, da Dex noch am Essen war, nur war es ja nicht gang und gebe. Außerdem wollte ich eigentlich auch beim Abräumen helfen.

 

In mir tobte ein großer Kampf und mein Bruder wusste von alledem noch nichts.

 

Vermutlich würde er sich freuen, wenn ich hier bleiben wollen würde. Dann würde er sich bestätigt fühlen und müsste sich nicht mehr um mich kümmern.

 

*-*-*

 

Tims Worte vernehmend, nickte ich kurz verstehend, dann sah ich seinen Blick, der gen Pool ging, hörte dann auch schon seine Frage und schüttelte den Kopf.

 

"Alles gut, geh ruhig schwimmen.", willigte ich in Tims Vorhaben ein.

 

Meinen Kaffee hatte ich inzwischen ausgetrunken und auch mein Brötchen aufgegessen, als ich aufstand und den Tisch abräumte.

 

Anschließend wischte ich den Tisch noch mit einem Lappen ab und verzog mich ins Haus... genauer in die Küche. Hier spülte ich das Geschirr ab, räumte alles dahin, wohin es gehörte und dachte über alles nach.

 

Mit allem fertig, setzte ich mich auf einen Stuhl am Tisch und schaute aus dem Fenster... nachdenklich, während ich mir eine Zigarette anzündete und dann schon merkte, wie sich Tränen ihren Weg aus den Augen bahnten und über meine Wangen liefen.

 

Was sollte ich denn tun?

 

Ich konnte Gefühle so nicht zeigen oder aussprechen... und über meinen Schatten springen konnte ich eben auch nicht.

 

Natürlich mochte ich Tim... vielleicht mehr als mir bewusst und ich zuzugeben bereit war, aber ich konnte es weder sagen noch zeigen.

 

Würde Tim gehen, würde ich ihn nicht aufhalten können... aber ich wusste auch, was ich in diesem Fall tun wollte. Ich würde mein Cafe schließen und mich ins Ausland absetzen, denn ich wäre dann ja so oder so wieder allein.

 

Sicher, ich wollte immer allein sein... hatte es so gesagt und auch immer so gewollt, aber nun hatte ich mich so sehr an Tim gewöhnt, dass ich ihn echt vermissen würde. Leider konnte ich das weder zeigen noch ausdrücken.

 

Somit würde ich wohl Tims Entscheidung abwarten müssen.

 

Noch immer liefen die Tränen unkontrolliert an meinem Gesicht herab und tropften auf den Tisch, während ich hastig meine Zigarette rauchte...

 

*-*-*

 

Ich war sehr froh, dass Dex mich ermunterte in den Pool zu gehen. Das tat ich auch direkt und konnte noch aus den Augenwinkel beobachten, wie er den Tisch abräumte, quasi meine Arbeit verrichtete.

 

Natürlich würde ich es wieder gut machen, nur brauchte ich jetzt einfach einen freien Kopf.

 

Bis auf die Badehose zog ich mich aus und schwamm meine Runden, wie jeden Morgen. Nein, mehr schwamm ich und tiefer tauchte ich ab. Unter Wasser hörte ich nichts und es kam mir vor, wie eine andere Welt.

 

Obwohl es ohnehin sehr ruhig hier war, bis auf die Geräusche der Natur.

 

Erst als ich keine Puste mehr hatte, ließ ich mich auf die Stufen des Pools nieder. Während ich mich lang machte und versuchte meinen Atem wieder in einem gleichmäßigen Rhythmus zu bekommen, schaute ich in den Himmel.

 

Dabei wägte ich Pro und Kontra ab, was besser wäre, hier zu bleiben oder wieder zu Chris zu gehen.

 

Ein bisschen Angst hatte ich schon, denn immerhin mochte mein Bruder die schwule Seite nicht, was ein großes Problem darstellte. Außerdem würde er nicht ewig Zuhause bleiben.

 

Immer noch unsicher, stand ich auf und wollte mich abtrocknen. Doch hatte ich vergessen ein Handtuch mit raus zu nehmen. Also ging ich ins Haus und holte eins aus dem Bad. Anschließend suchte ich nach Dex und fand ihn völlig aufgelöst in der Küche.

 

Langsam ging ich auf ihn zu und kniete mich, tropfend nass, wie ich noch immer war, zu ihm nieder. Während er vor mir auf einen Stuhl saß, hockte ich vor genau diesem und schaute ihn verwundert an.

 

Dutzende Fragen fielen auf mich ein und doch wusste ich nicht, was ich sagen sollte. Stattdessen ging ich wieder ein bisschen hoch und nahm ihn einfach in die Arme. Nass war ich ohnehin schon, da waren die Tränen nichts dagegen. Mein Handtuch hielt ich noch in den Händen, womit ich sanft über Dex Wangen rieb.

 

''Warum weinst du?'', war alles, was ich fragen konnte... und als würde ich es ahnen, fügte ich hinzu: ''Ist es, weil ich eventuell wieder zu Chris ziehe?''

 

Mein Herz raste wie blöd und es schmerzte auch, Dex so zu sehen.

 

*-*-*

 

Verdammt, ich war unvorsichtig geworden... wie nur konnte mir... ausgerechnet mir, so was passieren. Das Letzte, das ich wollte, war, dass Tim mich so sah... au man...

 

Schnell versuchte ich die Tränen wieder zu unterdrücken, was gar nicht so einfach war... zumal sich Tim gerade so lieb um mich kümmerte... mich zu trösten versuchte.

 

So versuchte ich wenigstens die Tränen mit dem Ärmel abzuwischen, als mich Tims Frage erreichte und ich ihn anschaute... als hätte ich einen Geist gesehen... oder war Tim etwa Hellseher...?

 

Was sollte ich ihm denn nun antworten?

 

Sollte ich etwa über meinen Schatten springen... für mich eigentlich undenkbar... eigentlich... denn würde ich es nicht tun... wäre Tim morgen vielleicht weg... würde wieder zu Chris ziehen.

 

"Ja.... ich... ja, es ist, wie du vermutest. Ich... ich... glaube... ich würde dich sehr... vermissen", antwortete ich... die Tränen krampfhaft unterdrückend... mit mäßigem Erfolg.

 

Diese Antwort war schon das höchste der Gefühle, die ich ihm zu geben vermochte... mehr ging einfach nicht und ich hoffte sehr, dass Tim diese Antwort ausreichen würde.

 

Mich der Tränen, die ich vergossen hatte, schämend, senkte ich meinen Kopf, was die Sache nun auch nicht einfacher machte, da Tim direkt vor mir stand... mit seinem tollen Körper...

 

*-*-*

 

Dex war es peinlich, wie ich merkte, weshalb ich mich erhob und leicht auf den Tisch vor ihm setzte. Da hatte ich wohl den richtigen Riecher gehabt.

 

''Ich würde dich auch vermissen'', gab ich zu und freute mich wie ein kleines Kind über seine Aussage, mir dessen tiefer Bedeutung aber nicht bewusst, noch nicht zumindest.

 

''Jetzt nach dem Schwimmen habe ich den Kopf sehr viel freier und ich kann dir sagen, dass ich hier bleiben möchte'', bei dir bleiben möchte, sprach ich ruhig und schaute dabei hinaus.

 

''Chris wäre doch bald wieder weg und dann? Irgendwie kann und will ich noch nicht alleine sein. Außerdem könnte ich nicht so mit ihm reden, wie mit dir und nicht so ungehemmt Späße machen.

 

Was erst würde er sagen, wenn ich mal Jemanden mitbringen würde? Das ginge gar nicht'', fügte ich offen und etwas in Gedanken hinzu.

 

''Dazu kommt, dass ich einen weiteren Weg zu den Sitzungen und zum Doc hätte, vom Cafe ganz zu schweigen. Denn ich möchte auch weiterhin dir helfen'', kam es dann noch ergänzend.

 

''Also, wenn es dir nichts ausmacht, möchte ich dich beruhigen und sagen, ich würde sehr gerne hierbleiben...'', hörte ich mich dann kleinlaut sagen.

 

Erst jetzt schaute ich Dex wieder an und spürte diesen schmerzlichen Wunsch ihn fest in die Arme zu nehmen. Nur das wollte er ja nicht. Was aber, wenn ich Jemanden mitbringen würde? Wäre das für ihn okay?

 

*-*-*

 

Während meine Tränen langsam versiegten, hörte ich Tim ruhig zu und mit einem mal legte sich ein freudiges Lächeln auf meine Lippen und ich begann übers ganze Gesicht zu strahlen.

 

"Ehrlich? Du würdest mich auch vermissen?", konnte ich mir diese überflüssige Frage nicht verkneifen: "Du würdest gerne bei mir... ich mein... ja, ich... würde mich tierisch freuen, wenn du bei mir bleibst.... nicht weg gehst.", musste ich hinzufügen und strahlte Tim einfach nur an.... freute mich wie ein kleines Kind an Weihnachten... sprang auf und hatte so ganz plötzlich meine Gefühle so gar nicht mehr unter Kontrolle... ging einen Schritt auf Tim zu, der vor mir, leicht auf dem Tisch saß, und umarmte ihn.

 

Diese Umarmung fiel dann wohl doch etwas zu stürmisch aus, so dass Tim rückwärts auf dem Tisch landete und ich so halbwegs auf ihm... mich gerade noch abfangen könnend.

 

Unsere Blicke trafen sich und meine Gefühle begannen Achterbahn zu fahren, als ich in seine hübschen Augen schaute. Mit einem Mal schienen meine Lippen ganz trocken zu sein, so dass ich sie mit der Zunge anfeuchten musste, dann.... und so als könnte ich gar nicht anders... legte ich meine Lippen auf die Seinen... küsste ihn... sanft und zärtlich.

 

Keine Ahnung, ob er das überhaupt wollte und ich es überhaupt durfte, aber ich konnte gerade irgendwie nicht anders. Wenn er dies hier nicht wollen würde, würde er mich sicher gleich zurück stoßen.

 

Jedoch brauchte er das nicht zu tun, denn schon wurde ich mir gewahr, was ich hier eigentlich tat, löste mich sacht von Tim, packte seine Hand und zog ich sacht mit hoch.

 

"Sorry... tut mir leid, aber.... da ist wohl grad was mit mir durch gegangen...", entschuldigte ich mich reumütig, meinen Blick senkend: "Aber ich... hab mich gerade so gefreut... und...", weiter konnte ich irgendwie nicht reden, da mir gerade jetzt jedes weitere Wort im Halse stecken blieb.

 

*-*-*

 

Es tat so gut zu sehen, wie Dex sich freute und ein breites Lächeln zierte mein Gesicht. Endlich kam die ersehnte Umarmung und gerade als ich es genießen wollte, meine Arme um ihn schlang, landeten wir auf dem Küchentisch.

 

Nicht so stürmisch, dachte ich noch.

 

In meiner Badehose regte sich was, so eindeutig war diese Position und am Liebsten hätte ich meine Beine um seine Hüften geschlungen.

 

Dann seine Zunge, der mein Blick folgte, die seine Lippen benetzten, welche mir näher kamen, zu nah. Seine Lippen berührten die Meinen und ich konnte gar nicht anders, als still zu halten, zu hoffen, alles wäre real und nicht bloß Träumerei.

 

Als Dex den Kuss dann viel zu schnell beendete, mich mit hoch zog, holte ich erst mal kräftig Luft. Seine Entschuldigung war süß und so schüchtern, doch bei mir hatte es schon längst klick gemacht. Die Tatsache, dass er mich vermissen würde, wie er sich freute, weil es mir genauso ergehen würde.

 

Alles passte zusammen! Seine Euphorie, der Kuss... Ich war mir sicher!

 

Sanft nahm ich Dex′s Hand und legte sie an meine Hüfte, zog ihn dichter an mich heran, schlang meine Beine um seinen Körper und lächelte sanft.

 

''Dann freue dich noch ein Bisschen mehr'', bat ich ihn lüstern und schaute direkt in seine tollen Augen, bevor ich meine Arme um seinen Hals schlang und ihn wieder auf mich zog, mich zurücklehnend, hoffend der Tisch würde nicht nachgeben.

 

Gierig suchten meine Lippen die Seinen und meine Zunge tauchte ein in seinen Mund.

 

Und als wäre das alles nicht genug, drückte, schmiegte ich mich heiß an ihn, an seinen Körper. Viel zu lange hatte ich keinen Sex mehr gehabt. Wie konnte er Öl ins Feuer gießen und meinen es würde nicht beginnen zu lodern?

 

Dazu kamen noch meine Gefühle für ihn, die ich die ganze Zeit über versucht hatte, zu verdrängen, nicht zuzulassen, seinetwegen.

 

*-*-*

 

Wie? Was? Hatte ich gerade irgendwas verpasst? War es doch nicht... nein, es schien nicht verkehrt zu sein, was ich getan hatte. Tim wollte es genauso sehr wie ich!

 

Seine Arme, die meinen Hals umschlangen, sein Körper, der sich an den Meinen schmiegte... seine Beine, die meinen Körper nicht mehr frei geben wollten... alles machte mich plötzlich ziemlich an. Sein Körper, der bittend vor mir lag... bittend, ich möge ihn befriedigen, denn ich hatte sehr wohl bemerkt, dass sich bei ihm etwas regte.

 

Natürlich hatte ich Gefühle für Tim entwickelt.... und diese gingen gerade jetzt mit mir durch... konnte sie einfach nicht mehr kontrollieren.

 

Also gut, dann eben hier auf dem Küchentisch... warum auch nicht... stabil genug war er immerhin.

 

So ließ ich Tim gewähren, erwiderte seinen Kuss, mit eben der selben Leidenschaft, wie er sie mir entgegen brachte. Meine Zunge spielte mit der seinen... hieß sie willkommen, während sich meine Hände langsam auf Wanderschaft, über seinen fast nackten Körper begaben, diesen zärtlich streichelten.

 

Zwischendurch ließ ich immer wieder von Tim ab, um mich selbst zu entkleiden... wenn schon, denn schon... wie man so schön sagt. Schließlich stand ich nur noch in Boxershorts vor dem Tisch... halb auf Tim liegend... und küsste ihn weiter... ließ meine rechte Hand zwischen uns gleiten und legte diese dann auf seine Männlichkeit, die noch in der Badehose verborgen lag... sich aber schon sehr hart anfühlte.

 

Es wäre nun mein erstes Mal und irgendwo, in meinem Inneren, stellten sich plötzlich Versagensängste ein, trotzdem ich das hier mehr als heiß und erregend fand.

 

*-*-*

 

Seufzend erwiderte ich die heißen Küsse von Dex und gab jedes Mal ein Brummen von mir, sobald er sich von mir löste. Doch gefiel es mir auch, dass er sich immer mehr entblößte. Gleiches Recht für uns Beide, indem wir halbnackt waren.

 

Alles was er tat, machte mich rasend und nur noch geiler. Ein wenig bedenken hatte ich schon, Dex könnte noch einen Rückzieher machen. Allerdings versuchte ich das zu verdrängen und ließ mich gehen.

 

Meine Hände streichelten ihn überall dort, wo sie ran kamen. Als er dann über meine Härte fuhr, konnte auch ich nicht anders und ließ meine Hand an seinem Körper hinabgleiten.

 

Schnell hatte ich gefunden, was ich wollte und massierte über Dex′s Boxershorts seine Männlichkeit. Dabei suchten meine Lippen seine erogenen empfindlichen Stellen, zumindest dort, wo sie ran kamen und wollten zwischendurch immer wieder mal einen Kuss.

 

Ich wollte etwas sagen und doch hatte ich Angst, den Moment zu zerstören, bedenken dass Dex es doch nicht mehr wollte. Aber ich stöhnte immer wieder leise, wenn er etwas mehr als gut machte, so wie jetzt.

 

Dirigierend drängte ich meinen Unterleib gegen seine Hand und spürte wie ich zum Platzen gespannt war da unten.

 

*-*-*

 

Oh je... hoffentlich blamierte ich mich hier nicht. Aber Tim stöhnte, was mir zeigte, dass ich ganz offensichtlich irgendwas richtig zu machen schien.

 

Tim schien tatsächlich mehr zu wollen. Gott... sollte ich echt? Sollte ich ihn echt... nehmen?

 

Also gut, ganz ruhig, Dex, es ist alles okay, du schaffst das. Denk einfach dran, was dir selbst gefallen oder eben nicht gefallen würde, dachte ich noch, als Tims Unterleib sich schon an meine Hand drückte.

 

So zog ich Tim, unter vielen Küssen und Streicheleinheiten, die Badehose aus und begann anschließend meine Lippen und meine Zunge über Tims Körper wandern zu lassen, während sich meine rechte Hand schon mal mit seiner Männlichkeit beschäftigte... diese mal streichelte und mal ein wenig massierte, aber auch seine Hoden nicht ausließ.

 

So erreichte meine Zunge seine Männlichkeit und ich stoppte mein Tun kurz... zweifelte etwas, doch dann schob ich alles beiseite, leckte sanft über seinen Schaft und seine Eichel.

 

Da es schon sehr eng in meiner Boxershorts wurde, zog ich mir diese zwischendurch aus, denn Tim hatte mich nun auch ziemlich erregt, als seine Hand meine Männlichkeit massierte, was mich stöhnen ließ.

 

*-*-*

 

Wow, ich war definitiv auf Wolke sieben und kam aus dem Stöhnen kaum mehr raus. Als Dex Zunge und seine Lippen abwärts glitten, wurde ein Traum war. Dann dachte ich, er würde alles hinschmeißen und sanft strich ich ihm über den Kopf.

 

Mit den Lippen formte ich förmlich das Wort 'Bitte' und dann tat er es tatsächlich.

 

''Mhhh... gut'', konnte ich nur von mir geben, wobei ich doch Angst hatte, es wäre schon zu viel.

 

Dex war so liebevoll und zärtlich bei dem, was er tat, dass mir kleine Schauer durch den Körper liefen. Nebenbei zog er sich aus und ich schaute ihn nur zu gerne an.

 

War ich froh, wieder im Reinen mit meinem Körper zu sein und mich ihm so nackt zeigen zu können, ohne Schamgefühl.

 

Die ersten Lusttropfen kamen schon aus meiner Männlichkeit und ich spürte Dex Zunge an meinem Schaft, dann sanft über meine Eichel lecken. Ich lag ausgeliefert auf dem Tisch und es gefiel mir. Dennoch wollte auch ich, Dex verwöhnen.

 

Sanft streichelte ich durch sein Haar, warf meinen Kopf mal nach links, mal nach rechts und genoss sein Tun.

 

''Bitte...'', wagte ich es nun doch, ''Lass mich dich auch verwöhnen.''

 

Langsam schob ich Dex hoch und rutschte vom Tisch runter, kniete mich auf den Küchenboden. Meine Hände strichen an seinen Schenkeln hoch und meine Nase vergrub sich in seiner Körpermitte.

 

*-*-*

 

Gerade war ich dabei Tim zärtlich zu verwöhnen und sein Stöhnen zu genießen, als wäre es Musik in meinen Ohren, als ich seine Worte vernahm und Tim gleich darauf vom Tisch rutschte und sich an mir zu schaffen machte.

 

Herrje, meinte er das ernst.... echt jetzt?

 

Seine Nase erreichte meine Körpermitte und ich konnte nur noch erregt aufstöhnen... auch seine Hände, die über meine Schenkel strichen.... machten mich total heiß.

 

Gott, war das geil, was Tim da tat und ich hatte echt Mühe mich noch zurückzuhalten.

 

"B-bitte....", stöhnte nun auch ich, konnte es mir einfach nicht verkneifen.

 

Mit der Kontrolle meiner Gefühle war es nun definitiv vorbei... sie sprudelten über.... fuhren Achterbahn.

 

Meine Hände streichelten sanft seinen Kopf und über seine Haare... zerwühlten diese ein wenig... während ich hart schluckte... sicher, ich kannte so was ja nicht.

 

*-*-*

 

Dex′s Bitte kam ich nur zu gerne nach und wollte ihn auch nicht groß zappeln lassen. Immerhin war ich selber mehr als hart.

 

Meine eine Hand blieb an seinen Schenkel ruhen, während die Andere seine Männlichkeit umschloss. Liebevoll setzte ich einen Kuss auf die Eichel und leckte anschließend neckend drüber.

 

Dabei richtete sich mein Blick nach oben und ich begann Dex′s Männlichkeit langsam in meinen Mund aufzunehmen, förmlich einzusaugen. Derweil drückte meine Hand leicht den Schaft und auch auf die Hoden übte ich leichten Druck aus, massierte diese etwas.

 

Natürlich wollte ich Dex nicht zu geil machen und ließ deshalb bald von seiner Männlichkeit wieder ab, nachdem ich sie schön feucht gemacht hatte, richtete mich auf und küsste ihn heiß und innig. Dabei fasste ich kurz unsere beiden Männlichkeiten und rieb sie aneinander.

 

Doch auch das ließ ich schnell, da ich jetzt schon viel zu heiß war. Zwar wusste ich nicht, ob Dex es wirklich komplett durchziehen wollte, aber es wäre mir alles Recht gewesen, so heiß war ich auf ihn.

 

Kurz tastete ich hinter mir erneut nach dem Tisch und setzte mich wieder rauf, zog Dex wieder auf mich drauf, rieb mich an ihn, hörte nicht auf ihn zu küssen. Niemals hätte ich mir das hier träumen lassen und jetzt geschah es tatsächlich.

 

*-*-*

 

Scheiße... wie geil war das denn... was tat er mit mir? Oh Gott... wenn er so weiter machte... würde ich kommen, so oder so.

 

Aber Tim hörte dann einfach so auf, legte sich auf den Tisch und zog mich auf sich.

 

Au man, er wollte tatsächlich, dass ich ihn nehme. Wusste er eigentlich, was er da von mir wollte... herrje... wenn nur diese Unsicherheit nicht gewesen wäre.

 

Schließlich fasste ich mich, befeuchtete kurz seinen After, denn allzu lange würde ich das hier nicht mehr aushalten. Also brachte ich meine Männlichkeit so an seinen Eingang, dass ich nur noch einzudringen brauchte.

 

Noch ein wenig spreizte ich Tims Beine und drang anschließend, langsam und ganz vorsichtig, mit meiner Gliedspitze in ihn ein... sanft und zärtlich... konnte mir ein erregtes, rauchiges Stöhnen nicht verkneifen.

 

Natürlich küsste ich Tim mal sanft mal leidenschaftlich weiter, so dass ihm das hier nur nicht zu heftig werden würde und nicht zu sehr schmerzte... denn das wollte ich auf keinen Fall... es sollte Spaß machen... uns beiden einfach nur Spaß machen...

 

*-*-*

 

Voller Erregung spürte ich Dexs Küsse und bekam mit, wie er seine Männlichkeit anfeuchtete. Dann drang er endlich in mich ein und ein erregendes Seufzen kam über meine Lippen.

 

Es zog nur kurz, aber Schmerzen hatte ich keine, obwohl das letzte Mal ewig her war. Vielleicht wollte ich es einfach viel zu sehr und war einfach zu geil auf Dex.

 

Seine Küsse halfen mir auch schnell die Lust zu finden und das komische Gefühl, das da unten nichts zu suchen hatte, ließ nach. Nur noch Lust regierte mich und ich presste mich demonstrativ gegen seinen Körper.

 

Meine Hand glitt zwischen uns und ich begann mich zu bearbeiten. Jetzt wollte ich nur noch Erleichterung, egal wie schön das hier war. Dieses Gefühl war vollkommen.

 

Während meine andere Hand Dex fest hielt, lag ein Bein um ihn und das andere hatte ich auf seine Schulter gelegt, damit er mehr Freiraum unten hatte. Wie sehr hatte ich mir das erträumt und gewünscht. Jetzt passierte es tatsächlich und ich konnte es kaum glauben.

 

Dex und ich schliefen miteinander und er tat instinktiv das Richtige.

 

Vermutlich würde ich mich morgen verfluchen keine Gleitcreme zur Hand gehabt zu haben. Aber so kam es mir irgendwie noch intensiver vor, näher.

 

*-*-*

 

Immer tiefer drang ich in Tim ein, der sich schon in die richtige Position gelegt, mir aber auch Freiraum gelassen hatte.

 

Als meine Männlichkeit ganz in ihm verschwunden war, hielt ich zunächst inne, damit sich Tim an mich gewöhnen konnte, erst dann begann ich mich langsam in ihm zu bewegen.

 

Tim schien es zu gefallen, was ich tat, denn er hatte Hand an sich selbst gelegt und massierte seine Männlichkeit.

 

Es war so schön warm in ihm und ich war plötzlich so heiß auf Tim, dass ich mich nicht mehr beherrschen konnte und nun doch etwas heftiger und härter in ihn stieß... erregt stöhnend und ab und zu genießend die Augen schließend.

 

Eine kleine Weile bewegte ich mich noch in Tim, hielt ihn und mich an ihm fest, dann jedoch war es auch schon vorbei und ich erreichte meinen Höhepunkt... mit einem lauten, sehr erregten, rauchigem Stöhnen, ergoss ich mich in Tim, während mein Körper leicht und erregt zitterte.

 

Mich nach vorn über beugend küsste ich Tim leidenschaftlich, wobei mir ein "Ich liebe dich", heraus rutschte... etwas, das ich noch nie zu jemandem gesagt hatte.

 

Au man, meine so heiß geliebte Kontrolle war wohl endgültig dahin... na toll...

 

*-*-*

 

Jetzt ging es doch ganz schön zur Sache und ich hatte Mühe locker zu bleiben. Es sah total erregend aus, was für ein Bild Dex abgab und ich fand es gerade gar nicht so wichtig, jetzt mit ihm zu kommen.

 

Denn da hätte ich mich schon extrem ins Zeug legen müssen. Seine Stöße waren heftig und hart, wobei ich so was schon sehr mochte. Nur hatte ich einfach zu lange keinen Sex mehr gehabt und würde mich daran erst wieder gewöhnen müssen.

 

Allerdings beobachtete ich ihn mit einem Lächeln im Gesicht. Er schien es wohl unterschätzt zu haben, was Gefühle anging. Immerhin hatte er mir zu Anfang, als ich hier bei ihm Einzog klar erklärt, dass er keine Beziehung wollte.

 

Gerade als ich mir leise Gedanken darüber machte, ob es nur sein Trieb war, der hier mit ihm durchging, kam es ihm. Das hier hatte Jemand wirklich nötig gebraucht! Dieses Bild von ihm, brannte sich in meinem Gedächtnis ein, da es so geil aussah und sich wahnsinnig gut anfühlte.

 

Mit seinen folgenden Worten waren dann auch die kleinsten Zweifel dahin.

 

Mein Bein nahm ich von seiner Schulter, schlang es nun ebenfalls um seine Hüfte, um ihn noch ein Bisschen in mir zu behalten. Mit dem Oberkörper richtete ich mich ein Wenig auf und küsste ihn leidenschaftlich.

 

''Ich befürchte da geht es dir genauso wie mir und das beruhigt mich ungemein, denn ich liebe dich auch'', antwortete ich ihm, nachdem ich den Kuss gelöst hatte.

 

Derweil pochte meine Männlichkeit hart zwischen uns und ich konnte es einfach nicht lassen, fuhr mit meinen Händen über seinen knackigen Hintern. Schnell fanden meine flinken Finger seinen Spalt und strichen dort auf und ab.

 

Ob ich ihn auch dürfte? Oder sollten wir uns das lieber aufsparen?

 

Vermutlich hatte er so was noch nie getan, obwohl so gut, wie das hier gerade war, hatte ich an diesem Gedanken arge Zweifel.

 

*-*-*

 

Tja, so viel zum Thema Quickie. Tim schien noch lange nicht genug zu haben, denn ganz offensichtlich war er noch nicht gekommen.

 

Aber er erwiderte mein, eigentlich unbeabsichtigt ausgesprochenes, Liebesgeständnis. Genau das hatte ich mir gedacht... hatte Chris also sein Ziel erreicht, ja...? Auch wenn ich Tim nun doch offensichtlich liebte... so würde ich Chris das niemals vergessen... im negativen Sinne. Unsere Freundschaft war für mich dennoch gestorben und ich wollte auch weiterhin nichts mehr mit Chris zu tun haben.

 

Als Tim nun mit seinen Fingern über meinen Hintern wanderte und durch meinen Spalt glitt, wurde mir endgültig mulmig zumute und so entzog ich mich etwas.

 

"Tim... ich... Gott, ich weiß nicht wie ich es sagen soll... aber... ich hab so was noch nie... gemacht und hab ein bisschen Angst davor... sorry", gestand ich, mit hochrotem, gesenktem Kopf.

 

Gott, war mir das peinlich, vor Tim das zuzugeben, aber was sollte ich tun... ich musste es ihm sagen... alles andere hätte jetzt eh keinen Sinn und würde mir unter Umständen nur weh tun.

 

Wenn Tim nun doch weiter machen wollte, was ich leider befürchtete, dann würde er sicher etwas vorsichtiger sein... hoffte ich zumindest.

 

*-*-*

 

Da hatte ich also richtig gedacht und küsste Dex liebevoll.

 

''Ist okay'', sprach ich beruhigend, wenn auch leicht enttäuscht, ''Wir müssen nicht... also ich muss nicht dich...''

 

Leise seufzte ich und ließ mich zurück auf den Tisch sinken. Da Dex sich schon leicht entzogen hatte, ließ ich ihn los, wobei ich deutlich spüren konnte, wie er aus mir glitt. Dass es dabei feucht auf den Tisch unter mir wurde, konnte ich ebenfalls deutlich merken.

 

Trotz allem war ich glücklich und lächelte ihn an. Er liebte mich und alles andere würde kommen, da war ich mir sicher. Immerhin war es so auch schon mehr als nur nett gewesen. Wir hatten Sex gehabt und das obwohl Dex eigentlich so etwas niemals wollte.

 

Ehrlich gesagt wusste ich nicht recht, ob ich mir nun einfach Erleichterung verschaffen sollte und ob mir danach überhaupt noch war.

 

''Da hab ich nun tatsächlich deine Meinung geändert...'', hörte ich mich überglücklich sagen, ''Ich hatte solche Angst davor meine Gefühle zu offenbaren, weil ich doch genau wusste, wie du dazu stehst.''

 

*-*-*

 

Toll gemacht, Dex.... warum hast du nicht einfach die Fresse gehalten und es über dich ergehen lassen....?!, dachte ich innerlich fluchend, als ich Tims Worte hörte, der sehr enttäuscht zu sein schien, immerhin war er noch immer erregt und hatte sich eben nicht erleichtern können... na klasse... aber ich erwiderte dennoch seinen Kuss.

 

Zwar tat mir Tim leid, aber nun kamen mir eben jene Gedanken in den Sinn... eine fast-Beziehung und schon kommen die Probleme... ich hatte es doch genau gewusst.

 

Tims nächste Worte machten diese Gedanken leider auch nicht so sehr viel besser und ich hasste mich dafür, dass ich mich auf diese Sache eingelassen hatte... aber gegen diese dämlichen, verdammten Gefühle kommt man eben nicht an.

 

"Ich.... es tut mir leid, dass ich vorhin was gesagt hab. Ich hätte es einfach über mich ergehen lassen sollen... ich wollte nicht, dass du enttäuscht bist.", kam die Entschuldigung von mir, doch schwieg ich zunächst zu der Sache von wegen Meinung geändert usw..

 

Da Tim jetzt eh auf dem Tisch lag und mir so weitgehend alles vergangen war, meinte ich dann nur: "Tja, also, ich geh dann mal unter die Dusche.", alsdann sammelte ich meine Klamotten ein und verließ die Küche mit einem: "Wenn du willst kannst du ja mitkommen.", was ich mir offensichtlich nicht verkneifen konnte.

 

Man, man, man... was war nur mit mir los...

 

*-*-*

 

Was stammelte er da? Doch, bevor ich Widerspruch einlegen konnte, hatte er sich auch schon von mir gelöst. Mir fehlten die richtigen Worte.

 

Im ersten Moment dachte ich: Das wars jetzt! Wollte mir die Schuld daran geben. Dex sammelte seine Klamotten ein und mir war schon nach heulen zumute. Allerdings lud er mich dann doch ein, mitzukommen. Meine Erregung war vorerst dahin, trotzdem wollte ich nicht schmollend hierbleiben.

 

Immerhin hatte ich mich in Dex verliebt und wollte keinen Streit. Außerdem musste die Sache geklärt werden, ohne großes Tarar.

 

Groß was zum Anziehen hatte ich ja nicht und in meine nasse Badehose wollte ich nicht wieder hineinschlüpfen. Also nahm ich nur das Handtuch mit und legte die Badehose im vorbeigehen nach draußen zum Trocknen.

 

Das Handtuch landete in der Wäsche und ich folgte Dex. Kurz stand ich sehnsüchtig im Türrahmen, bevor ich zu Dex unter die Dusche stieg.

 

Zögernd schmiegte ich mich an ihn und küsste ihn zaghaft. Meine Lebensgeister erwachten direkt wieder und meine Männlichkeit wurde langsam wieder hart.

 

''Du musst dich für nichts entschuldigen!'', musste ich nun aber doch noch loswerden, ''Ein Küchentisch ist kaum der richtige Ort für ein erstes Mal. Außerdem Bedarf so etwas Zeit und ein gründliches Vorspiel.

 

Ich war nicht enttäuscht, weil ich nicht durfte, sondern weil ich auch irgendwie kommen wollte. Wenn du mich wirklich liebst werden wir das sicherlich irgendwann auch andersherum machen, darum mache ich mir gar keine Sorgen.''

 

Natürlich hoffte ich sehr die richtigen Worte gefunden zu haben. Wobei ich mir da nicht wirklich sicher war. In so etwas war ich noch nie gut gewesen, weshalb meine bisherigen Beziehungen wohl auch nie lange gehalten hatten.

 

''Verstehst du, was ich sagen will?'', fügte ich hinzu und griff mir Dex′s Duschgel.

 

Sanft begann ich ihn einzuseifen und merkte, wie sehr mich das erregte. Dex′s Haut unter meinen Fingern zu verwöhnen, war die reinste Wohltat.

 

*-*-*

 

Tatsächlich war mir Tim ins Bad gefolgt und hatte meine Einladung angenommen, die mir mal wieder, wie so oft in letzter Zeit, irgendwie heraus gerutscht war.

 

Ich hatte angenehm warmes Wasser angestellt und stand schon in der Dusche, als sich Tim zu mir gesellte und mit mir sprach.

 

Nickend antwortete ich: "Klar, versteh ich, was du mir damit sagen willst", dann hatte sich Tim auch schon mein Duschgel geschnappt und begann mich einzuseifen, was sich zugegebenermaßen schon gut anfühlte.

 

Allerdings hatte ich schon gesehen, dass er wieder erregt war, so dass ich innerlich grinsen musste, bei dem Anblick.

 

Also schnappte ich mir ebenfalls das Duschgel und begann Tim auch einzuseifen... sanft, langsam und meine Hände an seinem Körper herab wandern lassend, bis ich mein Ziel erreichte.

 

Sanft umfasste ich Tims Männlichkeit und begann sie zunächst nur zu streicheln, was dann in ein Massieren überging und immer rhythmischer wurde.

 

Tim wollte seine Erleichterung... er sollte sie haben...

 

*-*-*

 

Dex verstand mich und ich war sehr erleichtert. Als er dann begann an mir herumzufummeln, konnte ich kaum an mir halten. Erst leise und dann immer lauter begann ich zu stöhnen.

 

Außerdem konnte ich meine Hände nun auch nicht so wirklich bei mir behalten und streichelte Dex Männlichkeit ebenfalls. Zwar wusste ich nicht, ob er nochmal verwöhnt werden wollte, aber was war so falsch daran.

 

Meine Lippen suchten die Seinen, da es jetzt sowieso keine Worte gab, für das, was wir hier taten.

 

Langsam wurden meine Knie weich unter den Berührungen und ich spürte, dass es mir gleich kommen würde.

 

*-*-*

 

Tims Stöhnen zeigte mir, dass ich es richtig machte und ich erwiderte so auch seinen Kuss... leidenschaftlich... aber auch zärtlich.

 

Da ich mich vorhin schon erleichtert hatte, ging bei mir nun nichts mehr. Sicher, Tim meinte es gut, aber bei mir war da definitiv tote Hose. Es fühlte sich zwar schön an, aber mein kleiner Freund wollte jetzt einfach nicht mehr.

 

So massierte ich Tims Männlichkeit weiter, ließ auch die Hoden nicht aus und spürte so, dass es Tim wohl gleich kommen würde.

 

Meine Zunge drang in seinen Mund ein, spielte mit seiner Zunge und erkundete seine Mundhöhle... ausgiebig.

 

*-*-*

 

Ich ließ von Dex′s Männlichkeit ab und umarmte ihn, wie ein Ertrinkender. Dabei stöhnte ich in den Kuss hinein und ergoss mich in Dex′s Händen, was direkt vom warmen Wasser fortgespült wurde.

 

''Danke'', flüsterte ich und war jetzt überglücklich.

 

Einen Moment brauchte ich, ehe sich mein Atem beruhigte und meine Beine wieder standfähig waren.

 

''Bitte, lass mich nie wieder los'', kam es übermütig von mir.

 

Im Grunde meinte ich damit, dass ich mit ihm zusammen sein wollte. Am Besten wäre, ich würde meinen Bruder gleich anrufen und ihm alles erzählen. Nur war das auch in Dex Interesse?

 

*-*-*

 

Mit einem Grinsen quittierte ich, dass Tim gekommen war und sich an mir fest hielt. Natürlich hielt ich ihn auch fest und hörte seine Worte.

 

Erwidern wollte und konnte ich jetzt nichts, doch freute es mich, dass wir das kleine Problem sozusagen gelöst hatten.

 

Nach Tims nächsten Worten nickte ich nur und hielt ihn noch etwas, ehe ich ihn weiter gründlich einseifte und anschließend alles abduschte.

 

Was Tim mit seinen Worten meinte, konnte ich mir direkt vorstellen, doch würden wir noch reden und einiges klarstellen müssen.

 

Es war ja nicht so, dass ich nicht mit Tim zusammen sein wollte... aber es gab Dinge, die wir unbedingt klären sollten... eines davon hieß... Chris...

 

*-*-*

Wie sehr ich es genoss, wie Dex mich einseifte und abduschte. Ich tat es ihm gleich, bei ihm. Anschließend stieg ich aus der Dusche raus und reichte ihm sein Handtuch. Immer wieder suchte ich seine Lippen zu einem Intensiven Kuss auf.

 

Irgendwie bekam ich nicht genug von ihm. Obwohl ich vorerst befriedigt war, zog mich Dex magisch an.

 

''Soll ich uns einen Tee machen oder lieber noch eine Limo einschenken'', hörte ich mich dann fragen, damit wir überhaupt hier aus dem Bad kommen würde.

 

Außerdem wollte ich auch mit meinem Freund reden und mir sicher sein, dass wir Beide zusammen sein wollten.

 

*-*-*

 

Dankend nahm ich das Badetuch entgegen und trocknete mich ebenfalls ab, um gleich darauf die Dusche zu verlassen und Tim natürlich eine Antwort zu geben, nachdem ich seine Küsse erwidert hatte... da er es irgendwie nicht so wirklich lassen konnte... ich aber auch nicht.

 

"Ich denke ein Tee würde uns beiden sicher gut tun... danke, Tim. Wir können uns ja dann auf die Terrasse setzen.", sprach ich lächelnd, verließ das Bad und ging ins Schlafzimmer, wo ich mich wieder ankleidete, meine Haare trocknete und diese wieder ordnete.

 

Inzwischen überlegte ich, wie ich es ihm beibringen sollte, dass ich nicht wollte, dass Chris von uns erfuhr. Denn Chris würde sich dann ja bestätigt fühlen und ich konnte mir sein dämliches superbreites Grinsen schon direkt vorstellen, doch wollte ich ihm diesen Triumph nicht lassen. Zudem wollte ich ohnehin nichts mehr mit Chris zu tun haben... trotzdem ich mit Tim zusammen sein wollte.

 

*-*-*

 

''Gut'', meinte ich und wickelte mir das Handtuch um die Hüften.

 

Meine Badehose würde sicherlich bald trocken sein, dann könnte ich die wieder anziehen oder aber ich würde nackt schwimmen. Jetzt stand dem ja auch nichts mehr im Wege.

 

Bester Laune ging ich pfeifend in die Küche und kochte uns einen Tee. Während der vor sich hinzog, deckte ich auf der Terrasse und suchte auch nach ein paar Keksen, die ich dazustellte.

 

Dann nahm ich den durchgezogenen Tee und ging hinaus. Dort schenkte ich uns ein und setzte mich gemütlich in einen Stuhl. Es lag ein breites Grinsen in meinem Gesicht, denn ich war mehr als zufrieden. Überglücklich, um genau zu sein.

 

*-*-*

 

Nachdem ich mich fertig gemacht hatte, verließ ich das Schlafzimmer und ging raus auf die Terrasse. Zu meiner Freude saß Tim schon dort und hatte den Tisch toll gedeckt.

 

So setzte ich mich auf den anderen Stuhl und lächelte Tim an:

 

"Wow, das sieht echt toll aus. Danke.", musste ich zunächst unbedingt loswerden.

 

Dann schaute ich kurz in die Ferne, genoss die Sonne und schaute dann wieder Tim an, der glücklich zu sein schien... zumindest wirkte er auf mich so. Ich hoffte nur, dass er mir meine nächsten Worte nicht übel nehmen würde oder allzu enttäuscht wäre.

 

Zunächst nahm ich einen Schluck Tee zu mir und stellte die Tasse wieder hin, dann begann ich zu reden:

 

"Du siehst richtig glücklich aus und ich bin es auch. Ich möchte mit dir zusammen sein, denn ich liebe dich. Aber... und jetzt nimm es mir bitte nicht übel... ich möchte... nein, ich will nicht, dass Chris von unserer Beziehung erfährt. Ich kann mir direkt vorstellen, dass er sich dann bestätigt fühlen wird und … ich kann mir sein superdämliches Grinsen ebenfalls sehr gut vorstellen. Außerdem möchte ich trotz allem nichts mehr mit ihm zu tun haben."

 

Meine Worte waren gesagt und ich schaute Tim sanft... liebevoll an.. hoffend er würde mich verstehen.

 

*-*-*

 

Als Dex auf die Terrasse kam, fühlte ich mich in meinem glücklichen Gefühl bestätigt. Er sah toll aus und lobte mich mal wieder, was mir runter ging, wie Öl.

 

Kurze Zeit später eröffnete er direkt ein Gespräch und ich wollte am Liebsten wieder mit ihm zurück ins Bad und das Gespräch umgehen. Sicher verstand ich ihn, aber es hörte sich für mich trotzdem schrecklich an.

 

''Wenn du das so sagst, hört es sich für mich so an, als gäbest du unserer Beziehung kaum eine Chance. Gehst du davon aus, dass sie nicht lange andauern wird? Hast du immer noch die Meinung über Beziehungen?'', wollte ich von ihm wissen.

 

''Ich verstehe, wenn wir es Chris nicht direkt auf die Nase binden. Darüber wollte ich sowieso mit dir reden. Was ich ihm sagen soll, warum ich hier bleibe oder ob ich direkt die Wahrheit sagen darf. Aber wenn du das jetzt so sagst, fühle ich mich irgendwie, als gäbe es für dich einen Grund, sich für mich zu schämen. Auch wenn das Blödsinn ist, ich weiß.

 

Dir geht es darum, was zwischen dir und Chris vorgefallen ist...'', meinte ich dann und seufzte zum Schluss.

 

Ewig könnte man so etwas nicht geheim halten, zumal Chris es sicherlich an meiner Stimmung merken müsste, dass etwas anders wäre, als sonst. Selbst wenn Dex ihm weiterhin aus dem Weg gehen wollte, war mein Bruder nicht doof und kannte mich.

 

*-*-*

 

Oh, mein Gott... warum wurde ich eigentlich immer irgendwie missverstanden?!

 

Als hätte ich einen Geist gesehen, schaute ich Tim an. Was redete er da?

 

"Warum werde ich eigentlich immer missverstanden? Ich habe eine klare, deutliche Aussprache. Ich stottere nicht und ich rede nicht Chinesisch rückwärts. Was bitte war daran nicht zu verstehen? Ich möchte doch nur nicht, dass Chris sich irgendwie bestätigt fühlt.

 

Das hatte doch nun wirklich nichts mit dir oder unserer Beziehung zu tun... du, meine Güte, dann tu doch was du willst... echt", gab ich ruhig, aber resignierend von mir, zog mein Handy aus der Hosentasche und legte es vor Tim auf den Tisch.

 

"Gott im Himmel... hier, nimm das Handy und ruf deinen werten Bruder am Besten gleich an... erzähl ihm alles brühwarm... mir doch egal...echt", damit stand ich kopfschüttelnd auf, ging ans Geländer und stützte mich seufzend, mit den Händen, drauf.

 

Ich hatte es doch gewusst... Beziehungen.... Bindungen... bringen eben doch nur Probleme...

 

Worauf hatte ich mich da bloß eingelassen?

 

Nun war es eh zu spät... da würde ich, wohl oder übel, durch müssen...

 

*-*-*

 

Bumm! Das saß! Dexs Ansprache hatte mich ganz schön erwischt und ich spürte, wie ich mit den Tränen zu kämpfen hatte. Hatte ich ihn tatsächlich missverstanden? Oder eher er mich?

 

Sicherlich wusste ich, warum er es meinem Bruder nicht sagen wollte. Aber es hörte sich für mich danach an, als wollte er es ihm nie sagen.

 

Meine Beine zog ich an meinen Körper ran und legte meine Arme darum. Außerdem legte ich meinen Kopf auf meine Knie, so dass ich zur Seite schaute. Irgendwie konnte ich Dex gerade nicht ansehen und telefonieren wollte ich erst recht nicht.

 

Insbesondere nicht, bevor wir das hier nicht geklärt hätten.

 

''Ich liebe dich!'', flüsterte ich dann, wobei mir nun doch die Tränen übers Gesicht liefen, ''Und ich möchte nicht mit dir streiten... wenn du es ihm nicht sagen möchtest, respektiere ich das.''

 

Noch immer konnte ich ihn nicht ansehen, auch wenn ich es so meinte, wie ich es sagte. Mir tat es unglaublich weh, wo unsere Beziehung gerade erst begonnen hatte, gleich so zu streiten.

 

War das womöglich ein schlechtes Omen?

 

*-*-*

 

Nachdenklich schaute ich in die Ferne, als ich Tims Worte hörte, die sich für mich tränenerstickt anhörten.

 

Toll... jetzt bekam ich ein schlechtes Gewissen. Warum wurde eigentlich alles auf mir abgeladen? Was hatte ich bloß verbrochen, dass man mir immer irgendwie ein schlechtes Gewissen machte?

 

Ich fühlte mich unverstanden, mies und schlecht, doch gab ich mir, wie andauernd in letzter Zeit, einen Ruck und ging... mal wieder... auf Tim zu.

 

Klar, warum auch nicht. Ich war doch eh der Böse und SO unglaublich schlimm. Ich hatte es verdient, dass man mir ständig ein schlechtes Gewissen zu machen versuchte... es auch schaffte und mich nicht verstand.

 

So langsam hatte ich die Nase gestrichen voll... schon jetzt... und das am Anfang dieser... unserer Beziehung.

 

Sanft berührte ich Tims Schulter, streichelte diese und sprach ruhig:

 

"Ich liebe dich doch auch und auch ich möchte nicht mit dir streiten. Aber kannst du mich denn nicht wenigstens ein bisschen verstehen?

 

Ich habs doch nicht so gemeint und es hatte doch auch nichts mit dir oder unserer Beziehung zu tun. Es tut mir leid. Wenn es dir aber so wichtig ist... dann erzähle es halt deinem Bruder.", waren meine Worte, dann ließ ich von Tims Schulter ab, ging an den Tisch, nahm mir eine Zigarette und zündete diese an.

 

Verzweifelt ließ ich mich dann auf dem anderen Stuhl nieder und rauchte die Zigarette... während ich nun ebenfalls mit den Tränen zu kämpfen hatte.

 

*-*-*

 

Als ich Dex Hand auf meiner Schulter spürte, zog ich meine Nase hoch und auch ihn an. Natürlich versuchte ich die Tränen in den Griff zu bekommen, da es mir peinlich war.

 

''Irgendwie ist es mir ja nicht wichtig. Immerhin kenne ich seine Meinung gegenüber Schwulen. Nur meinst du nicht, dass er es früher oder später von Jemanden erfahren wird?'', meinte ich.

 

Obwohl ich gerade Zweifel hatte, in wieweit unsere Beziehungen dieses Haus verlassen würde.

 

''Lass uns das jetzt nicht über den Kopf brechen'', beschloss ich dann und ging rüber zu Dex.

 

Dort angekommen setzte ich mich einfach auf seinen Schoß und nahm ihn in den Arm.

 

''Morgen werde ich Chris sagen, dass ich hier bleiben will. Alles andere ist noch nicht wichtig, vielleicht auch noch zu frisch. Du bist verunsichert, oder?'', stellte ich dann fest.

 

Liebevoll streichelte ich ihn ein Bisschen, konnte meine Finger irgendwie nicht bei mir behalten.

 

*-*-*

 

Ruhig an meiner Zigarette ziehend und den Rauch auspustend, hörte ich Tim zu und wusste, dass er irgendwie ja Recht hatte, aber ich wollte einfach Chris den Triumph nicht geben.

 

Dann sah ich Tim auf mich zukommen, der sich dann auf meinen Schoß setzte und mich umarmte, während er weiter sprach und mich streichelte.

 

"Ist schon okay. Ich will es auch nicht vor allen geheim halten... warum auch und wenn Chris es von wem anderes erfährt... gut, wenn nicht... auch gut... und ob es ihn interessiert... glaub ich kaum, der wird sich nur bestätigt fühlen und sich freuen, dass ich endlich nicht mehr Single bin. Diese Freude gönne ich ihm aber nicht. Verstehst du mich... ein wenig?"

 

Auf Tims Frage, ob ich verunsichert sei... schüttelte ich zwar den Kopf... doch wusste ich es besser.

 

Die Kippe ausdrückend, schaute ich Tim an und erwiderte:

 

"Nein, ich bin nicht... naja, vielleicht doch ein bisschen verunsichert... naja, da muss ich jetzt wohl durch..."

 

Sanft nahm ich Tim auch in den Arm und streichelte ihn ebenfalls.

 

*-*-*

 

Brummend gab ich mich den Streicheleinheiten hin, die Dex mir gab und konnte auch nicht aufhören. Zwar wollte ich jetzt nicht mit ihm schlafen, aber nach dem Streit hier, brauchte ich einfach seine Nähe.

 

''Oh ja, Chris wäre schadenfroh'', dachte ich dann laut.

 

Kurz löste ich mich dann aus der Umarmung, weil ich meinen Tee austrinken wollte. Anschließend lächelte ich Dex an.

 

''Wir werden Chris morgen schon an der Nase herumführen, oder?'', zwinkerte ich meinen Freund dann zu, bevor ich mich wieder an ihn schmiegte.

 

Da fiel mir ein, dass ich gar nicht wusste, wann er auftauchen würde. Irgendwie machte es die Sache spannend. Gut, er würde nicht lange bleiben, weil er mit Dex nichts mehr zu tun hatte. Aber allein die Tatsache, er könnte uns irgend wobei unterbrechen...

 

Jetzt musste ich breit grinsen und wischte die letzten Tränen fort.

 

''Man muss nur miteinander reden'', erklärte ich dann, ''Man kann sich immer mal falsch verstehen. Deshalb muss man drüber reden und es klarstellen.''

 

*-*-*

 

Nach dem Streit tat es schon gut, dass wir einander nahe waren. Jedoch hätte es gar nicht erst soweit kommen müssen... na ja... egal.

 

Wieder lauschte ich Tims Worten und wieder musste ich zugeben, dass er Recht hatte.

 

Als sich Tim kurz von mir löste, um seinen Tee auszutrinken, tat ich es ihm gleich und trank meinen Tee nun auch aus, der inzwischen kalt geworden war. Auch einen Keks gönnte ich mir, bevor Tim sich wieder an mich lehnte und ich ihn in den Arm nahm.

 

"Du hast Recht.", war alles was mir noch einfiel, während ich krampfhaft überlegte, wie wir es Chris heimzahlen könnten und ihm ein Schnippchen zu schlagen.

 

Doch jetzt und hier schloss ich die Augen, genoss die frische Luft und unser Beisammensein.

 

Mir stellte sich nur die Frage, wann der werte Herr morgen hier auftauchen würde. Ich wollte ihn jedenfalls nicht sehen... auf gar keinen Fall!

 

Das Tim seinen Bruder sehen wollte, war klar, aber mich würde dieser Penner nicht sehen...

 

*-*-*

 

Eine ganze Weile saß ich so bei Dex, bis ich langsam aufstand und mich reckte.

 

''Was stellen wir zwei denn heute noch an?'', fragte ich und nahm mir nun auch einen Keks.

 

Unser freier Tag würde sicherlich, wie meistens, nur so dahinfliegen. Doch dieses Mal würde ich jede Sekunde genießen.

 

''Vielleicht schreibe ich Chris mal und frage, wann er morgen hier sein wird'', beschloss ich dann noch und suchte mal eben mein Handy.

 

Außerdem müsste ich noch etwas anziehen, da ich nur mit einem Handtuch kaum unter Leute könnte. Oder aber wir blieben einfach hier und machten uns es gemütlich, dann würde ich meine Badehose wieder anziehen.

 

Dennoch war ich Gedanklich noch bei Chris und tippte ihm ein paar Zeilen. Auch, dass ich noch etwas mit ihm zu besprechen hätte.

 

Sicher, es war mein Leben und ich war alt genug, konnte selber entscheiden. Aber ich machte mir schon so meine Gedanken.

 

Dann schaute ich Dex an und meinte: ''Wenn du willst, kann ich Chris morgen hier treffen, wenn du arbeiten bist und mit ihm reden, dass ich hier bleiben möchte.''

 

Hoffentlich wäre ich ein guter Schauspieler und er merkte nichts.

 

*-*-*

 

Als Tim schließlich aufgestanden war, erhob auch ich mich, denn meine Beine drohten schon so langsam einzuschlafen, was ich an dem leichten Kribbeln merkte, das sich gerade einstellte.

 

Nicht, dass Tim schwer war, aber wenn man so eine Weile sitzt, dann können einem schon mal die Beine einschlafen, das dann in einem unangenehmen Kribbeln endet.

 

"Also, ich würde gern hier bleiben, wenn das für dich okay ist. Dann kannst du noch schwimmen und ich könnte mal wieder meinen Rasen mähen. Später könnten wir es uns gemütlich machen", war mein Vorschlag auf Tims Frage.

 

Nickend stimmte ich seinem Vorhaben, Chris zu schreiben, zu und machte mich anschließend daran den Tisch wieder abzuräumen und alles in die Küche zu tragen.

 

Mehr als einverstanden erklärte ich mich, auf Tims Vorschlag, dass er Chris morgen allein hier empfangen würde, während ich arbeiten wäre.

 

"Ja, das wäre mir sehr Recht, denn ich will ihn nicht sehen. Ja, und wenn du dich eben verquatscht oder er es merken sollte, ist dies auch kein Beinbruch und ich werd dir dann sicher nicht den Kopf abreißen", musste ich auf seinen Vorschlag loswerden und kicherte leise vor mich hin.

 

Mir war es langsam so was von egal, was Chris von mir dachte oder eben nicht, denn ich musste und wollte ihn nicht mehr sehen und auch keinen Kontakt mehr zu ihm haben. Dabei würde ich auf jeden Fall auch bleiben, komme was da wolle. Diese Freundschaft war für mich gegessen!

 

Mich so zu hintergehen... mein Vertrauen so zu missbrauchen... das ließ ich mir nur einmal gefallen... und dann nie wieder!

 

Ja, ich war sehr nachtragend.

 

Während Tim noch schrieb, räumte ich die Küche auf, wischte den Tisch auf der Terrasse ab und holte danach den Rasenmäher aus der Garage, um gleich darauf in den Garten zu gehen und den Rasen zu mähen.

 

*-*-*

 

Dex′s Worte erleichterten mich und ich fand es gut, dass er hierbleiben wollte.

 

Während er sich an dem Rasen zu schaffen machte, tippte ich Chris ein paar Zeilen.

 

Hallo Chris

Wann kommst du morgen?

Müsste dann in Ruhe etwas mit dir besprechen.

Wäre schön wenn du dich kurz meldest.

Lg Tim

 

Anschließend zog ich meine Runden im Pool. Es war eine gute Ablenkung, wenn ich Probleme hatte. Dadurch musste ich nicht mehr an den Alkohol denken und meiner Figur kam es außerdem zugute.

 

Immer wieder hielt ich inne und schaute Dex zu. Er hatte einen tollen Körper und mähte fleißig den Rasen.

 

Hoffentlich hätten wir später noch Zeit für ein wenig Zweisamkeit. Irgendwie sehnte ich mich nun doch danach ihm näher zu sein. Gerade eben, als ich auf seinen Schoß saß, hielt es sich noch in Grenzen.

 

So verging der Nachmittag recht schnell und mein Hunger auf Dex wurde langsam größer.

 

*-*-*

 

In aller Ruhe mähte ich den Rasen, was schon ziemlich viel Zeit in Anspruch nahm und mich dabei auch nicht gerade überschlug.

 

Ab und an machte ich eine Pause, schaute Tim beim Schwimmen zu und machte dann weiter, bis der Rasen so aussah, wie ich ihn gern hätte.

 

Der Rasenmäher bekam seinen Platz anschließend wieder in der Garage, dann verzog ich mich ins Haus, wo ich mich dann noch im Haushalt betätigte und das Wohnzimmer aufräumte, danach noch die Wäsche in die Waschmaschine tat und diese anstellte.

 

In letzter Zeit hatte ich hier doch einiges sehr schleifen lassen, so dass es nun viel zu tun gab und ich somit bis beinahe zum Abend hin zu tun hatte.

 

Derweil hatte Chris die SMS von Tim erhalten und schrieb ihm zurück:

 

Hey Tim,

schön, dass du dich meldest.

Ich werde jetzt gleich meine Sachen packen

und dann losfliegen.

Werde Morgen früh so gegen zehn Uhr bei dir sein.

Ist auch alles okay?

LG Chris

 

Dann schickte er die SMS an Tim ab und freute sich schon darauf ihn wieder zu sehen, auch wenn er sich Gedanken darüber machte, was Tim mit ihm zu besprechen hätte.

 

*-*-*

 

Dex und Tim machten sich noch einen schönen Abend und hatten eine heiße Nacht, in der keiner zu kurz kam.

 

Am Nächsten Tag traf Chris pünktlich ein und Dex war wie verabredet im Cafe. Tim erzählte seinen Bruder, dass er wegen dessen Arbeit lieber bei Dex bleiben wollte. Zwar dachte sich Chris seinen Teil, schwieg aber.

 

Er ließ die Zwei und bedrängte sie auch nicht. Erst sehr viel später, kam es durch Zufall raus.

 

Tim und Dex wurden zusammen glücklich, auch wenn es ab und an mal Missverständnisse gab, die die Zwei aber gleich aus der Welt schafften, indem sie miteinander redeten und sich versöhnten.

 

Chris meldete sich nur noch selten und die Freundschaft zwischen ihm und Dex war Geschichte. Dafür klappte es um so besser bei Dex und Tim.

 

Außerdem hatte Tim keinen Rückfall mehr und kam Bestens mit seiner Sucht klar.

 

*-*-*

 

Ende