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11. Türchen

Alphatier

Weiße Weihnachten bei den Wölfen

 

 

by Dark Sephiroth & Detail

 

 

11. Türchen

 

 

''Ja, es geht mir gut'', meinte ich zu Faolan, obgleich meine Knie noch immer zitterten und ich das Gefühl hatte, meine Füße würde tiefer als sonst in den Schnee einsacken.

 

Es war in dem Sinne keine Lüge, nur der Schock saß tief. Im Grunde ging es mir gut, genauso wie es Faolan ging. Den gleichen Weg gingen wir zurück und waren schnell bei der Hütte.

 

Als wir die Hütte erreicht hatten, öffnete ich die Tür für uns. Es war, als wären wir nie weg gewesen. Ich ging zu unserer Stelle, wo wir immer lagen und strich alles glatt, damit es wieder gemütlich war.

 

''Leg dich hin und ruhe dich aus'', meinte ich mit einem Lächeln zu Faolan.

 

Anschließend heizte ich das Feuer an, dass noch ein wenig brannte. Durch das neue Holz loderte es wieder auf und es wurde schnell warm in der Hütte. Obwohl unser Fell uns wärmte, war es nun draußen richtig kalt und ich war froh hier drin sein zu dürfen mit Faolan zusammen.

 

Hungrig war ich nicht, wir hatten schließlich erst gegessen. Nur müde und erledigt, so dass ich am Liebsten direkt schlafen würde.

 

Nur meine innere Unruhe und die Sorge um Alan würden mich nicht lassen.

 

Unruhig ging ich auf und ab in der Hütte, als ich plötzlich einen Schlitten hörte, der von einem Pferd durch den Schnee gezogen wurde.

 

''ALAN'', kam es von mir, da ich ihn durchs Fenster sehen konnte.

 

*-*-*

 

Den ganzen Weg über hatte ich geschwiegen, hatte aber vernommen, dass es Haru gut ging, was mich freute.

 

Als wir endlich die Hütte erreicht hatten und diese gemeinsam betraten, schaute ich erst mal zu, was Haru tat, dass er den Kamin einheizte, was sich auch gleich in wohliger Wärme widerspiegelte.

 

Jedoch konnte und wollte ich mich nun nicht hinlegen, denn schlafen hätte ich ohnehin nicht können... auch wenn der Schlafplatz noch so sehr dazu einlud. Allein, dass Haru so ruhelos herum lief, machte auch mich unruhig.

 

Da ich mich noch nicht wieder verwandelt und somit meine „menschliche“ Form hatte, konnte ich nun mit Haru reden.

 

Hey, er wird schon wieder kommen... sicher.“, sprach ich leise und ruhig auf ihn ein.

 

Dann jedoch hörte auch ich den Schlitten und gleich darauf, rief Haru ...Alan... was für mich hieß, dass Alan ankam.

 

So verwandelte ich mich wieder und wartete ab...

 

*~*

 

Endlich hatten sie die Hütte erreicht und Shari stieg als erster von dem Schlitten, half dann Alan abzusteigen und öffnete die Tür der Hütte, um sie mit Alan zu betreten.

 

Zunächst achtete er nicht auf die beiden Wölfe, kümmerte sich lieber erst mal um Alan, den er in sein Bett legte und vorsichtig zudeckte. Erst dann ging er noch einmal hinaus und holte den großen Korb, den er in die Hütte brachte und auch auspackte, um dann alles ordentlich wegzuräumen.

 

Nun wand er sich aber doch den Wölfen zu und sprach ruhig:

 

Haru, Faolan... bitte, hört mir zu.“, begann er, nicht wissend ob sie ihn verstehen konnten: „Ich mag euch nicht besonders, das hat auch einen Grund... aber... ich werde eurem Freund Alan alles zukommen lassen was er und auch ihr braucht. Ich will euch nicht weh tun und bitte euch deswegen... meinen Hof nie wieder zu betreten.

 

Da Alan mein Freund ist, werde ich euch aber auch akzeptieren, denn er hat mir klar gemacht, was er für euch empfindet. Ihr könnt euch glücklich schätzen, ihn als Freund zu haben, denn er würde jederzeit sein Leben für euch geben“, damit beendete Shari seine kleine Ansprache an die Wölfe, wandte sich noch einmal Alan zu und fragte ihn:

 

Brauchst du noch etwas? Soll ich da bleiben?“

 

Nein, Shari, alles gut, lass nur, ich komme klar. Danke für alles, und dass es dich gibt.“

 

Na, alles gut, ruhe dich aus und werde gesund. Ich komme morgen wieder und schaue nach dir. Okay.“

 

Danke, und komm gut heim.“

 

Mach ich... bis morgen, dann“, verabschiedete sich Shari und verließ die Hütte, um draußen auf seinen Schlitten zu steigen und nach Hause zu fahren...

 

*-*-*

 

Sobald der Bauer Shari aus der Tür war, ging ich rüber zu Alan.

 

''Geht es dir gut? Brauchst du wirklich nichts mehr? Was hast du dir nur dabei gedacht? Aber vor allem, was ist passiert?'', bombardierte ich ihn mit Fragen und merkte es erst, als ich zuende gesprochen hatte.

 

''Oh, sorry. Vielleicht musst du dich erst mal ausruhen'', fügte ich dann schuldbewusst hinzu.

 

''Ich lege noch etwas Holz auf'', hörte ich mich sagen und wand mich etwas ab, weil ich Alan nicht drängen wollte. Es wäre wohl auch zu viel verlangt.

 

Schuldbewusst schaute ich Faolan an. Jetzt war es Alan gewesen, der verletzt worden war. Faolan hatte schon einen Angriff überlebt. Nur was, wenn sie ihn wieder angreifen würden oder uns?

 

Zwar hatte ich versprochen Faolan zu beschützen, nur wie sollte ich das machen? Gegen ihre Feuerwaffen hatte ich keine Chance. Außerdem schienen sie nicht gerade friedlich zu sein, so wie sie Alan zugerichtet hatten.

 

Wenn es wirklich so wäre, sollten wir lieber nicht mehr ins Dorf oder auch nur in die Nähe gehen. Wir hatten doch alles vor Ort, was wir brauchten und Alan hatte auch vorher hier im Wald alles gefunden.

 

Sicher hatte Shari mit ihm Freundschaft geschlossen, nur würde er ihn beschützen können, vor den Anderen?

 

So viele Fragen stellten sich mir und ich hoffte, Alan würde es so gut gehen, dass er mir wenigstens ein Bisschen beantworten konnte.

 

*-*-*

 

Nachdem dieser Bauer weg war, verwandelte ich mich wieder und ging auf Alans Bett zu, während Haru unseren Freund mit Fragen bombardierte.

 

Ich setzte mich zu Alan auf das Bett und schaute ihn sorgenvoll an.

 

Nachdem Haru fertig war, konnte auch ich mir die Frage nicht verkneifen: „Wie geht es dir?“

 

Erst mal, ihr beiden, es geht mir gut, wirklich. Shari hat mich gut versorgt. Macht euch keine Sorgen“, antwortete Alan uns, während er sich erhob und setzte sich in seinem Bett auf, dann sah er uns an und erzählte uns was geschehen war und von seiner abenteuerlichen Flucht.

 

Was meinst du damit, was ich mir dabei gedacht habe, Haru?“, wollte Alan dann von meinem Freund wissen: „Danke, Haru, für deine Hilfe“, bedankte sich Alan.

 

Alan erzählte uns aber auch, warum man ihm das angetan hatte... auch von seinem Bruder Lionel, der in ihn verliebt gewesen und was danach geschehen war. Er ließ auch wirklich nichts aus.. erzählte einfach alles.

 

Gespannt hörte ich Alan zu, mir kamen sogar die Tränen bei seiner Erzählung... ich konnte es einfach nicht mehr zurückhalten.

 

Mit traurigem Blick schaute ich erst Alan, dann Haru an... warum war eigentlich alles so kompliziert...?

 

Was hatte Alan alles durchmachen müssen und nun half er uns auch noch und beschützte uns zudem mit seinem Leben...

 

Ich werde euch weiterhin helfen und würde mich freuen, wenn ihr mir dafür nur ein wenig Gesellschaft leistet“, meinte unser Freund abschließend.

 

*-*-*

 

''Na ja, ich meinte, mit den Worten, was du dir dabei gedacht hast, warum du uns mit deinem Leben beschützt hast. Es hätte auch nach hinten losgehen können'', erklärte ich, nachdem Alan meine Fragen beantwortet hatte.

 

Anschließend erzählte er uns seine Geschichte und warum er hier so abgeschottet, ganz allein lebte. Mit Erstaunen hörte ich zu und wurde ganz ruhig, beinahe nachdenklich.

 

Da würde ich Alan sicherlich noch näher zu befragen, wenn wir mal ungestört wären.

 

Immerhin empfand ich genauso für Faolan und Alan schien ebenso zu einem Mann hingezogen gewesen zu sein. Er sprach so offen darüber und schämte sich nicht mal.

 

Jedoch ließ mich Faolans trauriger Blick wieder zu mir selbst finden und ich setzte mich zu ihm aufs Bett, nahm ich sanft in den Arm.

 

''Wenn es nach mir geht, es steht dem nichts im Wege, dass wir hier bei dir bleiben und dir Gesellschaft leisten'', sagte ich zu Alan.

 

Sanft streichelte ich Faolan über den Rücken, um ihn zu trösten. Das Rudel schien fort zu sein und so hatte ich keine Verpflichtungen, auch wenn ich mich ein wenig schuldig fühlte, sie zurückgelassen zu haben.

 

Irgendwie müsste ich Faolan das mit dem Rudel noch beibringen. Doch wollte ich ihm nicht noch mehr beunruhigen. Alans Geschichte stimmte mich ebenfalls traurig und ich fragte mich, wie meine Zukunft aussah.

 

*-*-*

 

Auf Harus direkte Frage lächelte Alan ihn liebevoll an und antwortete:

 

Was ich mir dabei gedacht habe... fragst du? Nun, ihr seid meine Freunde. Ich mag Wölfe sehr gern und niemals würde ich zulassen, dass euch etwas geschieht. Wäre es nach hinten losgegangen, dann wäre es eben so. Weißt du, um mich ist es nicht schade... aber ihr seid zu schön und zu wertvoll, als dass ich zulassen könnte, dass euch ein Leid geschieht.

 

Immer wieder würde und werde ich so handeln, Haru.“

 

Dann mischte ich mich ein und antwortete, während ich die sanfte Umarmung von Haru genoss: „Nein, Alan, das hast du nicht verdient. Du musst uns nicht mit deinem Leben beschützen, auch wenn es eine wirklich ehrenhafte Geste von dir war... aber... du bist genauso wertvoll, denn es gibt wahrlich nicht mehr so viele gute und hilfsbereite Menschen, wie dich.

 

Bitte, bring dich, wegen uns nicht mehr so in Gefahr. Viel mehr sollten wir nun auch etwas für dich tun und dich vielleicht ein wenig beschützen.“

 

Ich schmiegte mich an Haru heran und schloss, nach meinen Worten an ihn, die Augen.

 

Es fühlte sich toll an, so in Harus Armen zu liegen, mich an ihn zu kuscheln, sein Herz dabei schlagen zu hören und mich von meinem Freund so sanft streicheln zu lassen.

 

Ich bleibe auch gern bei dir, Alan. Danke, dass du so ein toller Mensch bist“, fügte ich mit sanfter Stimme hinzu.

 

Dann öffnete ich meine Augen wieder und schaute Alan sanft an, sah, dass er Tränen in den Augen hatte.

 

Ihr wisst gar nicht wie glücklich ihr mich macht... ich danke euch“, sagte er mit strahlenden Augen, in denen Tränen der Freude glitzerten.

 

*-*-*

 

~ Ende Teil 11 ~