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24. Türchen 24

Zum Teufel mit Weihnachten

 

 

written by Detail & Dark Sephiroth

 

 

24. Türchen / Heilig Abend

 

 

Das Geheimnis

 

 

Es war einmal... ja, ich weiß, so beginnen doch nur Märchen, wirst du, lieber Leser jetzt sagen und du hast ja auch Recht damit, aber es soll ja auch ein Märchen werden.

 

Aber was passt besser zu Weihnachten als ein Märchen?

 

Es war einmal, vor langer, langer Zeit ein wunderschönes Einhorn, das in den Wolken lebte. Seine Mähne war ebenso weiß wie sein Fell und wenn es fröhlich war, glitzerte es.

 

Die meiste Zeit war es ja auch fröhlich und zufrieden. Niemals tat es etwas Böses, es war auch niemals böse oder streitsüchtig. Immer war es liebevoll und sanft... zu jedem.

 

Dann jedoch passierte etwas womit niemand rechnen konnte, am allerwenigsten das Einhorn selbst.

 

Einem anderen, kleineren Einhorn passierte ein Unglück und das Größere wollte ihm helfen, damit alles wieder gut wird, denn das Kleine weinte und wusste, dass es bestraft werden würde... denn es half immer und jedem.

 

So nahm das große Einhorn die Schuld auf sich, schützte somit das Kleine und wurde tatsächlich bestraft.

 

Seine Strafe: Es wurde auf die Erde geschickt, wo es allein und einsam leben sollte und niemals wieder in den Wolken leben durfte.

 

Am Tage war es ein Einhorn und würde sich in der Nacht in einen Menschen verwandeln.

Jedoch durfte das Einhorn dieses Geheimnis niemandem verraten, dann würde es sterben.

 

Ja, das Einhorn konnte sprechen und mit seinem Horn konnte es andere Wesen heilen.

 

Nur durch die ehrliche und aufrichtige Liebe eines Menschen, würde es wieder glücklich werden können.

 

Es weinte und bat, doch es gab kein Erbarmen. Das Einhorn wurde zur Erde geschickt, wo es in einem Winterwald landete. Es war kalt hier, alles war weiß und so fremd... so trostlos.

 

Das Einhorn fror schrecklich und es weinte glitzernde Tränen, während es seinen Kopf demütig senkte.

 

Jetzt glitzerte es nicht mehr, denn es war traurig, einsam und allein.

 

So streifte es durch den Wald, in der vergeblichen Hoffnung, dieses Leid nicht allzu lang ertragen zu müssen.

 

*-*-*

 

Nahe des Waldes befand sich ein kleiner Bauernhof mit einem jungen Bauern. Nach dem Tod seiner Eltern, hatte er das Land und den Hof übernommen. Doch das Leben war hart und der Winter bereits in vollem Gange.

 

So gab es viel zu tun, für den Bauern, Namens Tom.

 

Mit seinen 20 Jahren, war er einer der jüngsten Bauern hier in der Gegend und lebte nun schon seit 2 Jahren allein. Der nächste Hof war Kilometer weit entfernt und auch die Stadt lag in weiter Ferne.

 

Seine letzte Ernte hatte er vor einigen Wochen verkauft, um sich in der Stadt für den Winter mit Lebensmitteln einzudecken. Er lebte überwiegend von seiner Ernte und von dem, was er im Wald fand. Jedoch konnte er im Winter nichts anpflanzen, weshalb er sich mit den Grundnahrungsmitteln zufrieden gab.

 

Obwohl er wenig hatte und von dem bisschen lebte, was ihm zur Verfügung stand, war er stets gutmütig und froh im Herzen. Ihm ging es gut, auch wenn ihm innerlich immer etwas fehlte, nur wusste er nicht was.

 

Wie jeden Tag hatte er seine wenigen Tiere versorgt und sich um die Haus- und Hofarbeit gekümmert. Dann zog es ihn in den Wald, zum Bäumefällen, damit er Holzhacken konnte, für den Ofen.

 

Dabei wählte er nur Bäume aus, die sowieso den nächsten Sturm nicht überstehen würden, oder krank, alt und schwach waren. Vorne an, hatte er schon die schlechten gefällt, so dass es ihm tiefer hineinzog in den Wald.

 

Leider war ihm sein Ross vor geraumer Zeit verstorben, so dass er die Bäume jetzt alleine nach Hause schaffen musste.

 

So war er auf der Suche, nach einem geeigneten Baum, der für ihn auch tragbar war und stapfte gemütlich durch den Schnee, mit der Axt auf seiner Schulter. Seine hellblauen Augen schauten sich suchend um, während seine hellblonden Haare von einer Mütze verdeckt wurden.

 

*-*-*

 

Noch immer tieftraurig und an sein schönes Leben in den Wolken zurückdenkend, lief das Einhorn noch immer, mit gesenktem Kopf, aber doch aufmerksam durch den Winterwald, als ihm ein junger Mann auffiel, der etwas zu suchen schien.

 

Das Einhorn scheute sich auf den Mann zuzugehen. Es hatte Angst... Angst der Mann könnte böse sein, wusste es doch, wie böse Menschen allgemein sein konnten.

 

Aber sein gutes, reines Herz sagte ihm, dass er es versuchen sollte.

 

So ging es langsam auf den Mann zu und stupste ihn, mit seinem Kopf, vorsichtig von hinten an.

 

Es überlegte, ob es mit dem Mann reden und sich ihm vorstellen sollte, aber was dann?

 

Zudem die Tiere hier ja nicht reden konnten, so würde es doch sicher ziemlich seltsam aussehen, würde es jetzt zu reden beginnen.

 

Nein, Menschen glaubten meist nicht was sie sahen oder hörten oder erschraken sich, also ließ es das Einhorn sein und schwieg, schaute den Mann nur sanft, aber leidend an.

 

*-*-*

 

Tom zuckte kurz zusammen und drehte sich dann zu dem Einhorn um. Er glaubte seinen Augen kaum, so sah er vor sich ein schönes, aber trauriges, pferdeähnliches Wesen, was jedoch kein Pferd war.

 

Erstaunt schaute er das schöne Geschöpf an und streckte seine Hand nach ihm aus. Vorsichtig hielt er seine Hand vor die Nase des Tieres, bevor er diese zaghaft über dessen Nüstern, auf die Stirn legte.

 

''Na, wo kommst du denn her? Hmm?'', fragte er, ohne eine Antwort zu erwarten, ''Du schaust aus, als würdest du gar nicht hierher gehören.''

 

Suchend schaute Tom sich um, ob jemand in der Nähe war. Nun, da das Wesen auch keine Zügel oder dergleichen trug, schien es Niemandem zu gehören.

 

''Du siehst traurig aus. Bist bestimmt müde und hungrig'', sprach er weiter. Eben so, wie er es mit seinen Tieren tat, da er sonst keinen zum Reden hatte.

 

''Ach, so Jemanden wie dich könnte ich sehr gut gebrauchen. Ich schlage dir einen Deal vor, wenn du magst. Hilf du mir mein Feuerholz nach Hause zu schaffen und du darfst im warmen Heu, im Stall schlafen und bekommst Futter und Trinken'', schlug der Bauer vor und streichelte liebevoll über die Mähne des Wesens.

 

Erst jetzt sah er das Horn und dachte bei sich, dass er Träumen müsse. So etwas wie Einhörner gab es doch nicht.

 

''Was hältst du davon? Du hast mich doch verstanden, oder? Hab keine Angst. Dir steht es jederzeit frei, wieder zu gehen. Nur wäre ich dir mehr als dankbar, wenn ich mein Holz nicht alleine tragen müsste'', sprach Tom ganz ruhig und schaute sich nochmals suchend um.

 

Niemand war zu sehen, aber dafür hatte Tom einen Baum entdeckt, auf den er zuging. Mit einigen gekonnten Schlägen fällte er den Baum. Krachend ging diese zu Boden und Tom schaute direkt zu dem schönen Geschöpf, in der Annahme, es würde flüchtend fortlaufen.

 

*-*-*

 

Es war schön, als der Mann es streichelte und mit ihm sprach, das hatte das Einhorn nicht erwartet.

 

Als der Mann dann den Baum abholzte, schaute es ihm zu, aber das Einhorn erschrak eben nicht, es blieb wo es war und schaute dem Mann zu, was er tat.

 

Langsam ging es auf den Mann zu, schaute ihn an und nickte. Dann begann es doch zu sprechen:

 

"Mein Name ist Angel (englisch) und ja, ich möchte dir gern helfen."

 

Wie es sein gutes Herz ihm eben sagte, half Angel dem Mann gern … wie es eben jedem half.

 

"Nur zu, ich trage das Holz für dich heim.", bot es dem Mann seine Hilfe an.

 

*-*-*

 

Tom schluckte kräftig, als er die Worte vernahm. Wurde er vor lauter Einsamkeit langsam verrückt? Erst das Horn auf dem Kopf dieses Geschöpfes und jetzt sprach es noch zu ihm.

 

''Angel...'', wiederholte er den Namen und rieb sich die Augen.

 

Doch Angel war noch da und hatte sich auch nicht erschreckt, so wie er es von seinem Pferd gewohnt war.

 

''Sag mir, Angel, wer oder was bist du?'', fragte Tom skeptisch.

 

Er fing sich jedoch recht schnell und dachte bei sich, dass er diese Chance wahrnehmen musste. Also schlug er das Holz klein und breitete seine Plane aus, worauf er das Holz stapelte.

 

Dann band er die Seile fest an der Plane, so dass alles sicher verpackt war und ging langsam auf Angel zu.

 

''Ich werde dir jetzt dieses Seil umlegen, okay. Dann kannst du ziehen und ich helfe schiebend von hinten'', sprach Tom ruhig, wenn auch noch ein wenig neben sich.

 

Träumte er das hier alles oder war es wahrhaftig da, dieses Wesen, was aussah wie ein Einhorn?

 

*-*-*

 

"Ich bin ein Einhorn und bis vor Kurzem lebte ich in den Wolken. Aber dann ist etwas passiert, ich wollte helfen und wurde bestraft. Meine Strafe... ich muss hier auf der Erde bleiben und hier leben.", erklärte Angel traurig.

 

Er nickte dann aber, als der Mann ihm erklärte was er zu tun gedachte und hielt still, als der Mann ihm das Seil umlegte.

 

"Du brauchst mir nicht zu helfen, ich schaffe das allein. Führe mich bitte nur zu dir nach Hause.", bat Angel sanft.

 

Angel dachte daran was der Mann gesagt hatte. Er könnte dann im Stall, im warmen Heu, schlafen... es gefiel ihm nicht, da er etwas anderes gewöhnt war. Aber er würde es dem Mann nicht sagen, sondern sich fügen.

 

Was sollte er denn sonst tun?

 

Er fügte sich gehorsam, obgleich er noch immer sehr traurig war. Zudem würde er dann als Mann im Heu schlafen müssen, oder sich eben die Gegend als Mann anschauen.

 

In der Nacht würde er sich ja verwandeln, aber was dann?

 

Außerdem vermisste Angel seine Freunde, die alle noch oben in den Wolken waren... und... die er nie wieder sehen würde.

 

Leise weinte Angel wieder ein paar glitzernde Tränen, die sanft, leise in den Schnee fielen... wo sie wunderschön glitzerten.

 

*-*-*

 

''Danke'', kam es von dem Bauern und er legte vorsichtig das Seil um den Hals des Einhorns, ''Ich heiße übrigens Tom und du bist wirklich ein Einhorn? Ich dachte immer, so etwas gibt es gar nicht.''

 

Dann ging er voraus in Richtung des Hofes, wo sie nach einer Weile auch ankamen. Dort lud er das Holz ab und stapelte es, wie gewohnt. Natürlich befreite er auch Angel von dem Seil und streichelte ihn erneut.

 

Er nickte dankbar und ging anschließend in den Stall.

 

''Komm, wenn du magst zeige ich dir alles'', sprach er. Die Tränen hatte er nicht mitbekommen und so dachte er nach wie vor, dass Angel einfach nur müde und hungrig sei.

 

''Ich habe nicht viel, aber von dem bisschen gebe ich dir gerne etwas ab. Auch wenn es mir komisch vorkommt, wo du doch sprechen kannst, dich im Stall schlafen zu lassen. Leider habe ich im Haus wohl kaum genügend Platz für so ein schönes Tier wie dich. Die Decken sind dort sehr niedrig, weißt du'', erzählte Tom.

 

Dann zeigte er Angel den kleinen, aber feinen und sehr sauberen Stall, mit seinen wenigen Tieren. Eine offene Fläche häufte er mit Heu und Stroh an und stellte einen Eimer Wasser bereit.

 

''Wie versprochen, sollst du nicht eingesperrt sein. Hoffentlich kann ich es dir ein bisschen Recht machen. Du bist sicher besseres gewohnt. Aber lass mich dir geben, was ich habe. Dir soll es an nichts fehlen. Wenn du etwas möchtest, so sage es mir bitte'', kam es noch von Tom.

 

Kurz ging er durch eine Tür, die zu seinem Haus angrenzte und suchte eine große weiche Decke raus, die er Angel vorsichtig umlegte. Außerdem hatte er einen seiner schönsten Äpfel mitgebracht und hielt ihn Angel hin.

 

''Ich hoffe du magst so etwas. Mein Pferd Ferdinand hat Äpfel immer geliebt'', sagte Tom und musste anschließend gähnen. Die viele Arbeit hatte ihn müde gemacht.

 

''Es wird langsam Zeit, dass ich noch eine Kleinigkeit esse. Danach schaue ich nochmal nach dir, wenn es recht ist, bevor ich schlafen gehe'', lächelte Tom und verabschiedete sich somit, um durch die Zwischentür in sein Haus zu gehen.

 

Noch einmal streichelten seine warmen Hände Angel liebevoll über die Stirn und durch die Mähne. Gedanklich spielte er mit dem Gedanken ihn zu striegeln und zu reiten, doch wusste er immer noch nicht, ob es nicht doch ein Traum war und nachher Niemand mehr hier wäre.

 

*-*-*

 

Natürlich fügte sich Angel, denn er tat doch nie etwas Böses und würde niemals etwas Böses sagen... niemals.

 

Bereitwillig hatte er die Last zum Hof des Mannes, der sich ihm als Tom vorgestellt hatte, gezogen, war aber auch froh gewesen, als Tom ihn von der Last befreite.

 

Er hatte es sich aber gedacht, dass Tom es nicht so ganz glauben konnte, dass er – Angel – wirklich ein Einhorn war. Aber so waren die Menschen nun einmal, sie glaubten es selbst dann nicht, wenn sie es direkt vor sich sahen und sogar berühren konnten.

 

Aber Angel nahm Tom das nicht übel, warum sollte er auch?

 

Tom war sehr lieb zu ihm und so vermisste Angel seine Freunde noch mehr, doch unterließ er es jetzt Tränen zu vergießen, wollte Tom nicht auch noch Sorgen bereiten.

 

Als Angel den Stall sah und sich ein wenig umgeschaut hatte, nickte er dankbar, ließ sich auch von Tom streicheln, wobei er genießend die Augen schloss, und aß auch den Apfel.

 

"Dankeschön, du bist sehr lieb zu mir und wenn ich dir helfen kann, dann tue ich das gern.", sprach Angel ruhig, nachdem er Tom genau zugehört hatte: "Ich danke dir, aber ich brauche nichts weiter. Es ist alles gut, danke.", fügte Angel mit sanfter, melodischer Stimme, hinzu und senkte dabei demütig seinen Kopf.

 

Die weiche Decke ließ er sich umlegen, nachdem er sich ins Heu gelegt hatte und schloss wiederum die Augen.

 

Erst nachdem Tom den Stall verlassen hatte, weinte Angel wieder ein paar Tränen, ob der Bestrafung, die so ungerecht war. Er vermisste seine Freunde so sehr und die schönen weichen, weißen Wolken. Aber Angel fügte sich, würde nicht jammern.

 

Es war bereits mitten in der Nacht, als sich Angel aus dem Heu erhob und sich verwandelte.

 

Im Stall stand nun ein junger Mann, mit gewellten, langen, weißblonden Haaren, die wie Perlen in der Sonne glitzerten, genau wie seine Mähne, wenn er ein Einhorn war. In dem sehr femininen Gesicht befanden sich zwei himmelblaue Augen. Sein sehr schlanker, nicht sehr kräftiger Körper war bekleidet mit edlen weißen Sachen.

 

So verließ er den Stall und schaute sich zunächst auf dem Hof um. Dann machte er sich an die Arbeit. Liebevoll fütterte er die Tiere und befreite die Wege von Schnee und Eis.

 

Bis in die frühen Morgenstunden arbeitete Angel unermüdlich auf dem Hof, erst dann verwandelte er sich wieder in das Einhorn zurück und legte sich in den Stall, wo er augenblicklich einschlief.

 

Er wollte Tom einfach ein wenig von dem zurückgeben, was er ihm Gutes getan hatte.

 

*-*-*

 

Tom war nachdem er etwas gegessen hatte, schlafen gegangen. Wie jeden Morgen erwachte er früh und trank einen Kaffee, wobei er sich fertig machte.

 

Anschließend ging er hinaus und wollte den Schnee wegräumen. Doch es war schon alles weggeräumt. Verwundert darüber ging er in den Stall, wo er die Tiere füttern wollte. Aber auch diese waren bereits versorgt.

 

Nach und nach sprach er eines nach dem Anderen an, streichelte sie und ließ sie ein wenig nach draußen auf den Hof, damit sie sich die Beine vertreten konnten.

 

Erst zum Schluss kam er an Angels Platz an und schmunzelte. Er hatte also nicht geträumt, alles war wahr und in seinem Stall lag tatsächlich ein Einhorn.

 

Langsam ging er hinüber und setzte sich zu ihm ins Heu.

 

''Guten Morgen, Angel, hast du gut geschlafen?'', fragte er, während er ihm sanft die Stirn streichelte.

 

Bewundernd sah er Angel an und lächelte sanft.

 

''Du bist wunderschön, weißt du das eigentlich?'', schmeichelte er ihm.

 

Ein wenig verträumt nahm er die Bürste, die ganz in der Nähe lag und begann Angels Mähne zu bürsten.

 

*-*-*

 

Ein wenig fertig war Angel und schlief den Schlaf der Gerechten. Als Tom sich jedoch zu ihm setzte und ihn liebevoll ansprach, öffnete Angel langsam und noch sehr verschlafen die Augen.

 

Hätte er jetzt erröten können, wäre jetzt wohl der richtige Zeitpunkt dafür gewesen, nachdem Tom ihm so sehr schmeichelte. Angel erwiderte jedoch darauf nichts, denn eingebildet war er ja nun nicht.

 

Dann spürte er, dass Tom seine Mähne bürstete und blieb noch ein bisschen liegen, ließ sich von ihm verwöhnen, wobei er genießend die Augen schloss.

 

Nur wenig später öffnete er seine Augen wieder und sah Tom an.

 

"Ich wünsche dir auch einen guten Morgen. Ja, danke ich habe gut geschlafen.", antwortete Angel und log dabei ein wenig, denn er durfte sich ja nicht verraten, da dies sein Tod wäre.

 

"Hast du auch gut geschlafen, Tom?", wollte Angel wissen und stand langsam auf.

 

Mit sanften Blicken schaute er Tom an.

 

"Kann ich dir wieder etwas helfen?", fragte Angel.

 

*-*-*

 

''Ja, ich habe sehr gut geschlafen. Wie es aussieht ist heute nur Holz holen angesagt, da hier wohl die Heinzelmännchen waren und meinen Hof vom Schnee befreit, sowie die ganzen Tiere versorgt haben'', erzählte Tom.

 

''Wenn der Schnee stärker wird, kommen wir nämlich nicht mehr in den Wald, also brauchen wir einen Vorrat. Du... bleibst doch, oder?'', fragte Tom dann etwas skeptisch.

 

Der Gedanke, dass Angel ihn wieder verlassen könnte, machte ihn traurig. Er fühlte sich so wohl bei ihm. Endlich hatte er jemanden, der ihn nicht nur zuhörte, sondern auch mit ihm redete.

 

Ganz schwer wurde ihm ums Herz, bei dem Gedanken, Angel wieder gehen zu lassen.

 

Auch Tom stand nun auf und klopfte die Bürste gründlich sauer. Anschließend richtete er Angels Schlafplatz wieder her und legte die Decke zusammen.

 

*-*-*

 

"Ähm, ja, ich... muss leider bleiben, ich kann nie wieder dorthin zurück, woher ich kam.", antwortete Angel sehr traurig, unterließ es aber zu weinen, um Tom keine Sorgen zu bereiten.

 

"Gut, gehen wir Holz holen", willigte Angel ein und versuchte wirklich alles um sich abzulenken.

 

Natürlich konnte Tom nicht wissen, wie traurig Angel war, dass sein Fell und seine Mähne eigentlich glitzerten, aber nur wenn er eben glücklich war.

 

Nur derzeit war er alles andere als glücklich, auch wenn er spürte wie viel Mühe sich Tom mit ihm gab und wie lieb er zu ihm war. Leider durfte er sich ihm eben nicht anvertrauen.

 

"Wenn du möchtest bleibe ich bei dir.", bot Angel sanft an.

 

*-*-*

 

Als Tom das hörte, begann er übers ganze Gesicht zu strahlen, auch wenn ihm Angels Geschichte sehr nahe ging und er sich eine Träne wegstrich.

 

''Wirklich?'', fragte er unnötigerweise und fiel Angel um den Hals.

 

''Danke!'', flüsterte er und schmiegte sich an Angels Hals.

 

''Mhh, du riechst gut!'', kam es dann von ihm, ''Hast du auch Hunger? Möchtest du erst etwas essen? Oder wollen wir später zusammen essen, nach getaner Arbeit?''

 

Wieder strich er liebevoll durch Angels Mähne und konnte es immer noch nicht fassen. Doch glaubte er jetzt, dass es real war.

 

*-*-*

 

"Wir sollten erst die Arbeit tun.", erwiderte Angel und war ganz gerührt von Toms Gefühlsausbruch.

 

"Schon gut, ich bleibe gern, wenn es dir so viel bedeutet."

 

Natürlich genoss es Angel sehr, wie sich Tom an ihn schmiegte und genoss dieses neue Gefühl, das in ihm aufkeimte.

 

"Komm, gehen wir, umso schneller sind wir fertig, oder?", meinte Angel lieb und verließ schon mal den Stall.

 

Doch kaum war er draußen angekommen, umgab ihn ein wärmendes Licht und eine unsichtbare Stimme sprach zu ihm:

 

"Angel, es hat sich alles aufgeklärt, du wurdest zu Unrecht bestraft. Kiara hat gestanden, dass sie es war und nicht du. Wenn du magst, kannst du zu uns zurückkehren."

 

"Nein, ich möchte jetzt hier bleiben. Denn hier habe ich einen sehr lieben Menschen gefunden, der Hilfe braucht und so allein ist. Aber ich habe eine Bitte... bitte bestraft Kiara nicht, sie kann doch nichts dafür."

 

"Ist schon gut, Angel, Kiara wird nicht bestraft, wenn dies dein Wunsch ist. Gut, dann bleibe dort, wenn dir dieser Mensch etwas bedeutet. Aber solltest du je zurück kommen wollen, bist du jederzeit herzlich willkommen, Angel. Unsere Tür steht dir jederzeit offen. Du darfst dem Menschen nun auch sagen, was mit dir los ist, wenn du magst. Du hast nichts mehr zu befürchten."

 

"Dankeschön.", erwiderte Angel, dann verschwand das Licht wieder und Angel war nun nicht mehr traurig... nun begann er tatsächlich ein wenig zu glitzern, denn er war wieder etwas glücklicher, da diese Schuld von ihm genommen worden war.

 

*-*-*

 

Tom war nochmal ins Haus gegangen und hatte von alledem nichts mitbekommen. Als er dann durch den Stall zurückging, sah er den Sattel seines Pferdes. Doch den Gedanken verwarf er gleich wieder, da ihm Angel dazu viel zu schade vorkam.

 

Also packte er seine Sachen, die er zum Holz holen brauchte und ging hinaus zu Angel.

 

Es war heute etwas kälter als gestern, so dass Tom seinen Mantel bis oben zuknöpfte und seinen Schal enger band. Die Handschuhe suchte er aus seinen Taschen und versteckte seine Hände darin.

 

Liebevoll schaute er Angel an.

 

''Von mir aus, können wir'', sprach er mit einem Lächeln auf den Lippen.

 

*-*-*

 

"Gut,", meinte Angel: "...wenn du magst, kann ich dich auch tragen, dann geht es schneller.", bot Angel Tom an.

 

Ja, jetzt war er ein bisschen glücklicher als noch vor wenigen Minuten, denn eine sehr schwere Last war von ihm abgefallen, zudem fühlte er sich langsam wohl bei Tom... nun auch wenn er dafür sein Luxusleben hatte aufgeben müssen.

 

Tom kümmerte sich gut um ihn, das war sehr viel mehr als er erwarten konnte.

 

Mit noch immer sanften Blicken schaute Angel Tom an, doch behielt er sein Geheimnis erst einmal für sich. Er würde sich eben weiter Nacht für Nacht in den jungen Mann verwandeln und auf dem Hof arbeiten.

 

So konnte er Tom etwas von seiner vielen Arbeit abnehmen, auch wenn es meist nicht sehr leicht war, alles zu bewältigen.

 

*-*-*

 

So half Angel, Tom den ganzen Winter über und auch als der Frühling kam, wo es draußen wieder mehr zu tun gab, blieb Angel, immer noch sein Geheimnis für sich behaltend.

 

Der Sommer kam und ging, mit viel Arbeit für Beide. Als dann der Herbst Einzug hielt und die Blätter von den Bäumen fielen, begleitete Angel, Tom in die Stadt, wo sie Lebensmittel besorgten. Noch bevor der Winter einbrach, hatten sie alles fertig und ausreichend Holz herangeschafft.

 

Tom hatte Angel so lieb gewonnen, dass er es gar nicht in Worte fassen konnte. Täglich verwöhnte er das Einhorn mit Leckereien und pflegte dessen Fell ausgiebig.

 

Er lachte viel mit Angel über alles mögliche und merkte so langsam, was ihm all die Zeit über gefehlt hatte. So manches Mal wünschte Tom sich so sehr, dass Angel doch ein Mensch wie er wäre, denn irgendwie schien ihm dieses innerliche, warme Gefühl, was er Angel gegenüber hatte aussichtslos.

 

Der Winter brach mit jede Menge Schnee herein und eines Nachts sah Tom aus seinem Fenster einen in Weiß gekleideten Mann den Schnee wegräumen. Versucht hinauszugehen, ließ er es doch bleiben und schaute ihm nur zu.

 

Wunderschön und anmutig, doch so kräftig und stark genug war er. Alles räumte er, bis auf den letzten Haufen bis in die frühen Morgenstunden weg. Tom schaute genauer hin, wo der Mann denn nun hin verschwinden würde.

 

Aber als er sah, dass der Mann Richtung Stall ging, hatte er sofort große Angst um Angel und sprang auf. Durch die Verbindungstür stürmte er, nur in Schlafanzug bekleidet in den Stall, wo der Mann bereits hineingegangen sein müsste, seiner Vermutung nach.

 

*-*-*

 

Nun war Angel schon ein ganzes Jahr lang hier bei Tom und fühlte sich immer wohler bei ihm, doch sein Geheimnis behielt er weiterhin für sich.

 

War ja auch kein Wunder, dass sich Angel so wohl bei ihm fühlte, so lieb und nett Tom zu ihm war und sich um ihn kümmerte. Dennoch fand er, dass es noch nicht an der Zeit war, Tom von seinem Geheimnis zu erzählen.

 

Wusste er doch nicht, wie Tom es auffassen würde, wenn er sich ihm offenbarte.

 

Wie immer, hatte Angel auch diesmal wieder alle Arbeit auf dem Hof getan, während Tom schlief... dachte er zumindest.

 

Erst in den frühen Morgenstunden, verschwand er wieder im Stall, verwandelte sich zurück und legte sich müde ins Heu.

 

Er hatte nicht einmal bemerkt, dass Tom ihn beobachtet hatte.

 

*-*-*

 

Tom bekam seinen Mund nicht mehr zu. Träumte er etwa? Nein, er war sich sicher, dass es kein Traum war.

 

Aber warum hatte Angel ihm nie etwas erzählt?

 

Leise ging Tom zurück ins Haus und legte sich in sein Bett. Damals als er Angel fand oder Angel ihn, hatte der Spuk auf dem Hof begonnen. Also passte eines zum Anderen.

 

Lange überlegte er, was er tun sollte, bevor er aufstand. Er ließ Angel schlafen, da er ahnte, wie erschöpft dieser sein würde. Dann bereitete er wie immer das Frühstück vor und hatte eine List, wie er Angel dazu bekommen würde, ihm davon zu erzählen.

 

Sein Herz raste wie wild, denn die ganze Zeit über hatte er sich jemanden an seiner Seite gewünscht. Angel war also gar kein Einhorn, sondern vielleicht nur verzaubert.

 

Also wären Toms Gefühle nicht aussichtslos.

 

''Guten Morgen, mein Hübscher'', weckte Tom, Angel recht spät an diesen Morgen.

 

''Ich habe mir etwas überlegt und möchte dich an meiner Idee teil haben lassen. Du bist mir sehr ans Herz gewachsen und so möchte ich dich die ganze Zeit über bei mir haben. Es reicht mir nicht, dich nur des Tages zu sehen.

 

Lass uns umbauen und einen großen Teil des Stalles zum Wohnraum hinzufügen. Weil ich finde, dass du so ein schönes Geschöpf bist und es nicht verdient hast, hier im Heu zu übernachten. Bei mir ist es viel gemütlicher und wärmer.

 

Außerdem ist es nur eine kleine Umbaumaßnahme, da mein Vater vor Jahren den Stall vergrößert und das Haus verkleinert hat. Im Grunde müssen wir nur alles Rückgängig machen. Dann werde ich noch den Dachboden wegnehmen über dem Haus, so dass die Decken höher liegen und du dich frei bewegen kannst.

 

Wir stellen noch ein paar Möbel um, dann sollte das alles kein Problem sein'', offenbarte Tom, Angel seine List und wartete geduldig ab, was passieren würde.

 

*-*-*

 

Angel hatte an diesem Morgen noch wunderbar geschlafen und als er von Tom geweckt wurde... so lieb geweckt wurde, hatte er endlich ausgeschlafen.

 

Aber warum sprach er ihn mit "mein Hübscher" an?

 

"Guten Morgen, Tom.", begrüßte Angel seinen Freund, denn als solchen sah er ihn an.

 

Langsam stand Angel auf, schaute Tom an und hörte ihm geduldig zu was dieser ihm vorschlug.

 

Ach herrje, was sollte Angel denn jetzt tun?

 

Tom wollte ihn tatsächlich bei sich haben... dauernd... aber... warum?

 

Angel wusste und ahnte nicht, was in Tom vorging, dachte er doch noch immer, dass Tom nichts wüsste und auch nichts ahnte. Somit kam er auch nicht dahinter, was Tom im Schilde führte.

 

Nachdem Tom zuende gesprochen hatte, schüttelte Angel den Kopf, denn es wäre, seiner Meinung nach, viel zu viel Arbeit, die Tom sich da aufhalsen wollte.

 

"Tom... nein... das... musst du nicht tun. Bitte, ich... hach... verdammt...", begann Angel und fluchte, das erste Mal in seinem Leben: "… ich glaube, ich sollte dir etwas erzählen. Also, wie du weißt, kam ich damals aus den Wolken hierher, weil ich ungerechter Weise für etwas bestraft wurde, das ich nicht getan hatte.

 

Aber ich nahm die Schuld für ein anderes, viel kleineres Einhorn, auf mich und wurde deshalb zur Strafe hierher geschickt.

 

Mit meinem Eintreffen, hier auf der Erde, änderte sich etwas Entscheidendes... also, ich... wurde Nacht für Nacht zu einem Menschen... einem ...jungen Mann.

 

Zudem hieß es, nur wenn mich jemand in dieser Form wahrhaftig lieben würde, könnte ich endlich glücklich werden und müsste mich nie wieder verwandeln... ich könnte dann in der Menschenform bleiben und auch so leben.

 

Da es aber auch zunächst hieß, dass ich mit niemandem darüber reden dürfte, weil ich sonst sterben würde, hielt ich mich daran und konnte mich dir nicht offenbaren.

 

Dann aber wurde mir mitgeteilt, dass sich Kiara nun doch gestellt hätte und ich somit schuldlos war. Man bot mir damals an, ich könnte wieder in die Wolken zurückkehren, doch ich lehnte, dir zuliebe, ab... obwohl ich meine Freunde sehr vermisste und auch immer noch vermisse.

 

Sicher, von da an, hätte ich mich dir offenbaren können, aber ich dachte, dass noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen wäre und es für dich vielleicht zu viel werden würde. Deshalb unterließ ich es und behielt mein Geheimnis für mich.

 

Tja, nun kennst du mein kleines Geheimnis. Ich war es auch... der sich jede Nacht um deinen Hof kümmerte. Dies konnte ich wirklich nur Nachts tun, denn nur in der Nacht war es mir möglich, mich in einen Menschen zu verwandeln.", gestand Angel und senkte seinen Kopf... konnte sich aber noch nicht verwandeln, da das Zeichen der Liebe noch fehlte.

 

Da Tom aber, wie er selbst, ein Mann war, würde es ein solches Zeichen der Lieben wohl eher nicht geben, glaubte Angel. Denn er wusste ja nur von der Liebe zwischen männlichen und weiblichen Wesen.

 

Er selbst hatte so etwas nie erlebt, hatte also niemals einen Partner oder eine Liebe an seiner Seite gehabt.

 

*-*-*

 

Je mehr Angel erzählte, umso mehr verstand Tom. Immer wieder nickte er verstehend und als Angel von dem Mann auf dem Hof erzählte, der des Nacht die Arbeit hier machte, konnte Tom nicht anders und begann breit zu grinsen.

 

''Ein Zeichen der Liebe also'', sprach er leise, aber hörbar zu Angel und ging einen Schritt auf ihn zu.

 

Wie schon so oft legte er liebevoll seine Hand auf die Stirn des Einhorns und begann dessen Mähne zu streicheln und den Hals zu kraulen. Schmunzelnd sah er dieses schöne Geschöpf an, das ihm so ans Herz gewachsen war.

 

''Ich bin froh, dass du es mir erzählt hast und sei mir nicht böse, aber der Umbau war nur eine List. Denn ich habe dich letzte Nacht als Mensch gesehen. Wie du draußen am Arbeiten warst. Dann gingst du in den Stall und ich hatte große Panik, dass dir etwas passieren würde. Also bin ich ebenfalls in den Stall gegangen und habe gesehen, wie du dich zurückverwandelt hast.

 

Das musste ich erst mal verarbeiten, weshalb ich dich schlafen ließ und mir deshalb diesen Plan zurechtgelegt habe, damit du mir die Wahrheit sagst. Sei mir bitte nicht böse. Schließlich wusste ich doch nicht, was alles dahinter steckte.

 

Du glaubst gar nicht, wie dankbar ich dir bin, dass du hier geblieben bist. Das war das schönste Jahr, was ich je durchlebt habe. Doch auch wenn du mir versprochen hast, dass du hierbleiben wirst bei mir, möchte ich dich von deinem Versprechen befreien.

 

Sicher wünsche ich mir nichts sehnlicher, dass du für immer an meiner Seite bleibst, nur möchte ich auch, dass du glücklich bist. Solltest du glücklicher sein, wenn du zurückkehrst zu den Wolken, dann ist es okay!'', kam es von Tom.

 

Dabei hatte er schon Tränen in den Augen, weil ihm alles so nahe ging. Dann konnte er nicht anders und küsste Angel ganz sanft. Dabei merkte er gar nicht wie viel Liebe er in diesen einen Kuss steckte.

 

*-*-*

 

Das hatte Angel nicht erwartet, als Tom ihm von seiner List erzählte und auch davon, dass er ihn letzte Nacht als Mensch gesehen hatte.

 

Tom hatte Angel also überlistet. Angel war sehr traurig darüber, verstand aber auch Toms Beweggründe, die zu dieser List geführt hatten.

 

Böse war er deswegen nicht. Er hätte es auch gar nicht gekonnt, da sein gutes Herz dies nicht zuließ.

 

Jedoch kam Angel nicht dazu ihm zu antworten, denn Tom küsste ihn, so vollkommen unerwartet. Nur kurz hatte Angel die Tränen in den Augen von Tom sehen können.

 

Die Liebe, die er spürte, die in diesem Kuss lag... so viel Liebe... die Tom in diesen Kuss legte, verwandelte Angel, und vor Tom stand nun wieder ein junger Mann, in weißer, sehr edler Kleidung.

 

Angel wurde nun auf einem Schlag bewusst, dass Tom ihn liebte, sonst hätte sich Angel niemals am Tage und von allein verwandeln können.

 

Sich sacht von Tom lösend, schaute Angel, der ja nun ein junger Mann war, Tom mit sanften Blicken an.

 

"Tom... du... empfindest Liebe ...für mich?", fragte er unnötigerweise.

 

Von nun an musste sich Angel nicht mehr verwandeln, konnte es aber, wenn er es wollte. Seine langen weißblonden Haare begannen zu glitzern, denn nun war Angel glücklich.

 

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Etwas verlegen schaute Tom, Angel in die Augen und lächelte sanft.

 

''Ja, ich liebe dich!... Ich habe dich all die Zeit über geliebt, es nur nicht zuzugeben getraut, da ich in der Annahme war, dass du ein Einhorn bist. Aber jetzt, wo ich weiß, dass du ein Mensch bist, kann ich es mir eingestehen und dir sagen!

 

Ich liebe dich!'', sagte Tom, wobei er mit geröteten Wangen Angel in die Augen sah.

 

''Herrje, als Mensch bist du genauso schön, wie als Einhorn'', fügte Tom dann noch hinzu und schaute kurz verlegen zu Boden, bevor er wieder in Angels Augen sah.

 

''Wirst du denn nun fortgehen?'', kam es plötzlich von Tom und man merkte deutlich, wie sehr ihn dieser Gedanke schmerzte.

 

Verunsichert was aus ihm werden sollte, ohne Angel, sah Tom seine große Liebe vor sich stehen, jetzt endlich in der Form eines Menschen.

 

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Mit ebenfalls ein wenig geröteten Wangen, schaute Angel Tom weiter an, hörte was er sprach und musste direkt ein wenig lächeln, als Tom nun so verlegen vor ihm stand.

 

Aber ihm – Angel – erging es ja nicht so sehr viel anders. Auch er war verlegen, denn so gesehen kannte er die Liebe nicht, die Partner füreinander empfanden.

 

"Ich... ähm.. nein, ich gehe nicht zurück und wenn du magst... bleibe ich gern bei dir. Ich mag dich wirklich sehr... ob es Liebe ist... weiß ich nicht. Ich kenne mich damit nicht aus. Aber ich weiß, dass ich in deiner Gegenwart sehr glücklich bin und deshalb gern hier bleiben würde."

 

Mit einem liebevollen Lächeln schaute Angel Tom an, ging ein wenig auf ihn zu, legte seine Arme um ihn und drückte ihn sanft streichelnd an sich.

 

Ja, er spürte, dass es Tom zu schmerzen schien, würde er fortgehen.

 

"Hab keine Angst... wie gesagt, wenn du magst... bleibe ich bei dir.", flüsterte Angel Tom ruhig und mit sanfter Stimme zu.

 

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Tom genoss und erwiderte die Umarmung, schloss dabei ein wenig die Augen. Ein Lächeln legte sich auf seine Lippen und er strahlte Angel an.

 

''Ja, ich möchte sehr gerne, dass du bleibst. Lass uns herausfinden, ob es Liebe ist. Vorausgesetzt du schläfst ab jetzt im Haus und arbeitest nicht mehr heimlich Nachts'', kicherte Tom.

 

Es fühlte sich alles so richtig an und ihm war es egal, ob es nur Freundschaft oder sogar Liebe werden würde. Hauptsache sie waren zusammen.

 

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"Gut, dann bleibe ich und schlaf ab jetzt gern im Haus. Es wird mir gut tun, des Nachts nicht mehr zu arbeiten.", antwortete Angel, auf das Gesagte von Tom eingehend und lächelte ebenfalls.

 

Tom hatte ein wirklich hübsches Lächeln, wie Angel fand.

 

Er war schon sehr gespannt, wie sich Liebe anfühlte und wie sie es herausfinden würden.

 

Jetzt war er jedenfalls einfach nur noch glücklich, dass er jemals sein Glück finden würde, hätte er nicht geglaubt, hätte man es ihm erzählt.

 

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So verbrachten Angel und Tom Heilig Abend zusammen. Sie fanden heraus wie schön Liebe sich anfühlt und wie wichtig es ist zusammen zu sein – eben nicht alleine. Gerade zu den Feiertagen!

 

Wie nebensächlich Geschenke und das ganze drumherum eigentlich war. Der ganze Weihnachtsstress, den sich viele machten. Man sollte einfach mal abschalten und das beieinander genießen!

 

Angel und Tom lernten sich lieben und genossen jede freie Minute miteinander. Sie bewohnten den Hof gemeinsam und arbeiteten für ihr Wohl.

 

Doch besuchten sie auch zusammen das Reich in den Wolken ab und zu, wo Angel, Tom seine Freunde vorstellte, die für ihn wie eine große Familie waren.

 

Glücklich und zufrieden lebten sie und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute!

 

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HAPPY END!

 

 

Damit möchten wir euch allen ein frohes Fest wünschen und auch für die Antichristen unter euch, die nicht feiern, schöne besinnliche Tage! Genießt einfach ohne viel Stress, das Beisammensein!

 

Eure Dark Sephiroth & eure Detail