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Homoparis

Homoparis

 

von Dark Sephiroth und Detail

 

 

Schwankend trugen meine Beine mich über den mit Tannennadeln übersäten Waldboden. Alles sah so fremd aus, gar nicht wie bei uns.

 

Hatte ich doch den falschen Weg eingeschlagen? Unsicher schaute ich auf den großen Kristall, der an einer Kette um meinen Hals baumelte und immer noch kein Signal von sich gab. So konnte ich auch zu Niemanden Kontakt aufnehmen.

 

Meine Ferse schmerzte stark, so dass ich kaum auftreten konnte. Dazu wurde mein Fuß langsam taub.

 

Um mich zu stützen, verwendete ich mein großes Schwert als Stütze und humpelte weiter. Einen Weg gab es schon lange nicht mehr, so, dass ich einfach meinem Gefühl nachging.

 

Immer wieder machte ich rast und setzte mich auf einen Stein oder umgekippten Baumstamm. War doch Gift in die Wunde gelangt? Den Kampf der Anderen hörte ich schon lange nicht mehr. Wie weit war ich von meiner Heimat entfernt?

 

Keuchend wischte ich meine pinken langen Haare aus dem Gesicht. Schweißperlen standen auf meiner Stirn, als meine gelben Augen endlich eine Lichtung entdeckten.

Noch einmal sammelte ich all meine Kräfte und stand auf, ging auf die Sonne zu.

 

Aber wie sah es denn hier aus? So was hatte ich vorher noch nie gesehen. Taumelnd versuchte ich mich an meinem Schwert festzuhalten, eine Klinge geschmiedet mit Drachenfeuer.

 

Erst jetzt sah ich, dass mein Fuß sich grün verfärbt hatte. Also hatte mich das Gift des Drachen doch erwischt. Sollte mein Leben mit gerade mal Neunzehn Jahren schon enden und dazu noch weit entfernt von meiner Heimat?

 

Selbst wenn ich meine trockenen Lippen noch dazu gebracht hätte zu pfeifen, hätte mein Drache Don mich aus so einer Entfernung unmöglich gehört.

 

Ich japste nach Luft, bevor ich zu Boden ging und mein Schwert mit einem schallenden Knall auf dem harten Boden, einen ungewöhnlichen Laut von sich gab.

 

*-*-*

 

Als ich an diesem Morgen erwachte, wollte ich eigentlich gar nicht aufstehen. Dennoch musste ich raus aus dem Bett, denn ich hatte so meine Pflichten und diese konnte ich nicht einfach so übergehen.

 

So schälte ich mich aus dem Bett, schleppte mich halbwegs ins Bad und erfrischte mich. Anschließend zog ich mich an und kämmte meine kurzen roten Haare. Nur schnell trank ich einen Tee und aß einen Apfel, mehr bekam ich jetzt einfach nicht runter.

 

Schnell bekleidete ich mich mit meinem langen roten Mantel, zog auch meine roten Handschuhe an, schnappte mir mein rotes Rapier und verließ dann meine Wohnung, auf dem Weg zur Arbeit.

 

Es war ein ziemlich langer Weg und doch ließ ich mir Zeit, denn allzu eilig hatte ich es nie zur Arbeit zu kommen.

 

Ich war schon eine ganze Weile unterwegs gewesen, als ich etwas, nein, jemanden vor mir liegen sah... mitten auf der Straße!

 

Was mochte ihm oder ihr passiert sein? Denn ich konnte im Moment nicht genau erkennen, ob es sich nun um einen Mann oder eine Frau handelte.

 

Pinkfarbene lange Haare, ein schlanker Körperbau... hmm... und ein Schwert das neben dem "Wesen" lag. Ich kniete mich zu ihm herab und drehte die Person vorsichtig um, so dass sie auf dem Rücken lag. Erst jetzt konnte ich es erkennen, es war ein männliches Wesen und er war so wunderschön.

 

Doch dafür war jetzt keine Zeit, denn wie ich sehen konnte ging es ihm nicht gut. Sein Fuß war grün angelaufen und sah gar nicht gut aus. So versuchte ich ihn anzusprechen:

 

"Hey, was ist passiert?", war meine Frage, doch erwartete ich eigentlich keine Antwort, so schlecht wie er aussah.

 

Mir blieb nichts anderes übrig als meine heilenden Kräfte bei ihm einzusetzen. Meine Hände ließ ich über seinen Körper wandern, berührte ihn dabei aber kaum, schloss meine Augen und ließ meine heilende Energie durch seinen Körper fließen.

 

Langsam verschwand das Grün aus seinem Bein und auch sein Körper schien sich langsam zu erholen.

 

Sacht hielt ich ihn nun in meinen Armen und wartete ab.

 

*-*-*

 

Alles fühlte sich auf einmal wieder gut an. Der Schmerz verschwand und auch die Benommenheit ging zurück. Unsicher öffnete ich die Augen und schaute in ein fremdes Gesicht. Wo war ich? Lebte ich überhaupt noch?

 

Der Mann, in dessen Armen ich lag war gekleidet, wie man es in meinem Land nur zu Hochzeiten kannte. Sollten wir etwa heiraten?

 

Erinnern konnte ich mich nur Bruchteilhaft an das, was geschehen war. Aber eine Hochzeit hätte ich mir mit Sicherheit gemerkt.

 

''Wo... wo bin ich?'', fragte ich deshalb und schaute mich suchend um. Mein Schwert lag noch bei mir, aber wo war Don?

 

Ach ja, richtig, mein Weg hatte mich durch einen Wald geführt und ich war im Kampf von Don gefallen. Langsam erinnerte ich mich wieder. Mein Kopf brummte noch etwas und ich versuchte gar nicht erst mich zu erheben.

 

Es fühlte sich recht gut an, hier in den starken Armen des Fremden zu liegen.

 

''Willst du zu einer Hochzeit'', war meine nächste Frage, die ich stellte.

 

*-*-*

 

Na endlich, er erwachte und schaute mich an, während ich ihn sanft über die Haare strich.

 

"Schh... ganz ruhig... du bist hier in Midgar. Aber du bist nicht von hier, richtig.", antwortete ich ihm mit ruhiger Stimme: "Wer bist du... wie heißt du?", wollte ich von ihm wissen.

 

Mit meinen blauen Augen schaute ich ihn sanft an und lächelte ein wenig. War ja auch nicht allzu schwierig, so hübsch wie er war.

 

Seine nächste Frage ließ mich dann allerdings grinsen und ich antwortete:

 

"Ich, und zu einer Hochzeit? Nein, ich will nicht zu einer Hochzeit, das hier ist meine Alltagskleidung. Du scheinst wirklich nicht von hier zu sein, Kleiner."

 

Noch ein wenig hielt ich ihn in meinen Armen, wollte dass er sich erst mal richtig erholte, doch dann hatte ich eine bessere Idee.

 

Da es heute nicht gerade warm und die Straße doch recht kühl war, hob ich ihn hoch, schnappte mir auch sein Schwert, ließ meinen schwarzen Flügel erscheinen und flog mit ihm zu meiner Wohnung.

 

Die betrat ich, schloss hinter mir die Tür und brachte meinen Gast in mein Schlafzimmer, wo ich ihn auf das weiche Bett legte, damit er sich erholen konnte.

 

"So, wird es sicher angenehmer für dich sein. Möchtest du etwas trinken?", fragte ich ihn besorgt.

 

*-*-*

 

Erstaunt schaute ich dem Geschehen zu und ließ mich von den Fremden fortbringen. Die ganze Einrichtung war ganz anders, wie bei uns und so auch das Bett, auf das er mich legte.

 

''Nein, ich komme aus Homoparis. Midgar? Habe ich nie gehört. Da muss ich wohl sehr vom Weg abgekommen sein. Mein Name ist Prinz Barin und wer seid ihr?'', wollte ich dann wissen.

 

Dass er mich Kleiner nannte, nahm ich so hin. War es hier vielleicht so üblich? Er wirkte jedenfalls edel auf mich und schien sehr höflich zu sein.

 

Doch da ich nicht zu Hause war, wusste ich auch nicht, was ich zu Trinken nehmen könnte.

 

''Gerne möchte ich etwas Trinken. Aber sag mir, was gibt es bei euch?'', fragte ich deshalb unsicher.

 

Meine Kehle war sehr trocken und mein Bein noch immer taub. Auch wenn es gesund aussah und nicht mehr schmerzte, schien das Gift noch nicht ganz verschwunden zu sein oder zumindest dessen folgen.

 

*-*-*

 

In aller Ruhe hörte ich zu was er mir erzählte und grinste... so, so... ein Prinz also... interessant.

 

"Mein Name ist Genesis Rhapsodos.", stellte ich mich ihm vor, hatte wohl meine Manieren vollkommen vergessen und außer acht gelassen.

 

"Nun, du kannst Wasser bekommen, wenn du magst.", bot ich Barin an.

 

"Ähm... soll ich dich mit Prinz Barin anreden oder... ist Barin auch ausreichend?", fragte ich meinen Gast freundlich und lächelte ihn an.

 

"Wo genau liegt denn Homoparis?", fragte ich Barin neugierig, da ich noch nie etwas von solch einem Ort gehört oder gelesen hatte.

 

*-*-*

 

''Nein, nein, bitte... Barin reicht vollkommen. Eigentlich hasse ich es ein Prinz zu sein, da man so viele Pflichten hat. Aber man kann sich seine Herkunft nun mal nicht aussuchen, Genesis'', antwortete ich und schaute ihn komisch an, als er das Wasser erwähnte.

 

''Nun mit Wasser tränken wir eigentlich nur unsere Tiere. Etwas frisch gepresstes hast du nicht zufällig? Ich möchte dir aber auch keine Umstände bereiten. Andere Länder, andere Sitten'', lächelte ich und irgendwie schien es mir peinlich nach etwas zu Trinken zu bitten.

 

Kurz überlegte ich, wie ich erklären sollte, wo Homoparis las, wo ich doch gar nicht wusste, wo ich war.

 

''Nun, Homoparis, ist nur aus der Luft erreichbar. Es liegt in den Bergen, wo es viele Früchte und Pflanzen gibt, von denen wir leben. Es ist sehr reich und fruchtbar, das Land. Ein wahres Paradies, für Männer, die Männer lieben und Frauen, die Frauen lieben.

 

Außerdem reiten wir auf Drachen und haben viele andere ungewöhnliche Tiere, die man in manch anderen Ländern gar nicht kennt.

 

Es ist alles grün und so voller Leben. Auch haben wir ganz andere Häuser, eher wie kleine Schlösser, wie in Gold und Silber eingerichtet sind.

 

Leider werden wir in letzter Zeit oft angegriffen. Von Fremden, aus einem fremden Land, die ebenfalls auf Drachen reiten. Jedoch scheinen sie ihre Drachen irgendwie zu kontrollieren. Unsere Drachen leben trotz allem frei.

 

Bei so einem Kampf bin ich auch hierhergekommen. Im Kampf wurde ich von einem Giftdrachen getroffen und verlor das Gleichgewicht von meinem Drachen Don. Als ich zu mir kam, lag ich in einem Wald, um mich herum brannte alles, also bin ich so gut es ging, einfach nur gelaufen.

 

Irgendwann machte sich die Wunde bemerkbar und ich habe mein Schwert als Stütze genommen. Doch konnte ich von den anderen nichts mehr hören und auch da Pfeifen nach meinem Drachen half nichts.

 

Normalerweise kann ich über diesen Kristall in Kontakt mit anderen aus Homoparis treten. Nur leuchtet er nicht, was heißt, dass ich weit weg von Zuhause sein muss'', erzählte ich ganz offen.

 

*-*-*

 

Ich hörte mir seine Geschichte an und nickte verstehend.

 

Dann jedoch stand ich kurz auf und entschuldigte mich: "Einen Moment bitte... ich hole dir etwas zu trinken.", mit diesen Worten ging ich in die Küche, nahm ein paar Orangen und presste diese mit einer Maschine, so dass ich in kürzester Zeit ein Glas Orangensaft hatte. Damit ging ich in mein Schlafzimmer zurück und setzte mich zu Barin.

 

Ich hob seinen Kopf ein wenig an und hielt ihm das Glas an die Lippen.

 

"Ich hoffe es ist gut so. Das ist frischgepresster Orangensaft. Und Wasser trinken wir auch, es ist nicht nur dazu da, um Tiere damit zu tränken.", erklärte ich meinem bildhübschen Gast.

 

"So, bei euch gibt es also nur gleichgeschlechtliche Paare... sehe ich das richtig? Aber... woher bekommt ihr dann den Nachwuchs... ich mein, wie bekommt ihr Kinder?", wollte ich weiterhin sehr neugierig wissen, auch wenn es mir nun schon etwas peinlich war, dass ich ihn hier so mit meinen Fragen überrollte.

 

Drachen also... oh je... da schien aber jemand in einer ganz anderen Zeit oder Gegend zu leben.

 

"Keine Sorge, dein Bein kommt bald wieder in Ordnung, ich habe meine heilenden Kräfte eingesetzt und hoffe wirklich, dass es dir bald besser geht, Barin. Schöner Name, übrigens.", sprach ich weiter und lächelte ihn lieb an.

 

*-*-*

 

''Mhh... Danke, das tut sehr gut'', bedankte ich mich für den Saft.

 

''Die Frauen können, wenn sie möchten von uns Männern den Samen für die Fortpflanzung bekommen und so auf natürlichen Wege Kinder zur Welt bringen.

 

Wie das genau von statten geht, darf dabei jeder selber entscheiden. Manche Männern stört es nicht, sich mit einer Frau zu paaren. Manche führen auch ein kleines Ritual durch, zu viert oder gar noch mit Freunden. Andere hingegen möchten lieber nur den Samen von einem befreundeten Pärchen empfangen und diesen selber einführen.

 

Natürlich entscheiden die Kinder je nach Empfinden, ob sie in unserem Land leben möchten und sich dem gleichen Geschlecht hingezogen fühlen. Es wird Niemand gezwungen'', erklärte ich ganz offen, da in unserem Land Sexualität ein offenes Thema war. Es wurde sogar als normal empfunden, es in der Öffentlichkeit zu tun.

 

Als Genesis erwähnte, dass er meinen Namen schön fand, musste ich schmunzeln.

 

''Flirtest du mich etwa an? Du solltest schon wissen, dass ich in einem heiratsfähigen Alter bin und innerhalb eines halben Jahres meine Wahl treffen muss, da ich dann den Thron besteigen und heiraten werde'', lächelte ich Genesis an.

 

*-*-*

 

Sehr geduldig hörte ich mir Barins Erklärung an und begriff dann alles sehr schnell.

 

Wie Barin meinte, gingen sie da sehr offen mit diesem Thema um. Nun, das konnte ich von meiner Welt so nicht sagen. Auch ich war, in dieser Hinsicht, eher zurückhaltend und prüde.

 

Erschrocken schaute ich ihn an, stellte das Glas auf das Nachtschränkchen und stand dann auf, nachdem er mich fragte ob ich ihn anflirten würde und er mir erklärte, dass er im heiratsfähigen Alter wäre... au man, auch das noch. Als ob ich nicht schon genug andere Probleme hätte.

 

"Nein, so etwas würde ich niemals tun. Ich finde deinen Namen einfach sehr hübsch und das wollte ich eben auch einfach nur zum Ausdruck bringen. Verstehst du das?

 

Hör mal, Barin, ich... bin kein Typ zum Heiraten und ich will auch nicht heiraten. Dir wünsche ich aber, dass du den oder die richtige findest, um zu heiraten. Ich bin es sicherlich nicht, denn wir kennen uns kaum.

 

Ich, für meinen Teil, wollte dir lediglich helfen, weil du hilflos warst.", erklärte ich Barin ruhig, verschwieg ihm nun aber, dass er für mich bildhübsch war.

 

Wusste ich doch nicht, wie er das sonst aufgefasst hätte.

 

Ich wusste schon jetzt, wenn ich das meinen Freunden Sephiroth und Angeal erzählen würde, würden sie mich auslachen. Denn eigentlich war ich nicht so der hilfsbereite und geduldige Typ. Normalerweise ging mir alles sonst wo vorbei. Ich hatte eigentlich auch mehr den Hang zur Literatur, ließ mich auch sehr schnell provozieren und ging ziemlich schnell auf andere los, wenn ich mich gereizt fühlte.

 

Deshalb war es so seltsam, dass ich mich hier mit Barin so völlig anders benahm.

 

Denn ich war, genau wie meine beiden Freunde Sephiroth Crescent und Angeal Hewley, Rang 1 Soldier ...Genesis Rhapsodos... das gescheiterte Experiment des Shinra Konzerns.

 

Vor Barin verbarg ich allerdings was genau ich war und wie man mich behandelte...

 

*-*-*

 

Jetzt musste ich laut auflachen, so wie Genesis sich verhielt. Richtig niedlich war er!

 

''Schon gut! Alles in Ordnung'', lachte ich, ''Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken'', sagte ich zu ihm.

 

Als ich mich dann beruhigt hatte, schaute ich ihn fragend an.

 

''Weißt du, irgendwie muss ich dringend zurück. Ich muss doch wissen, was mit meinen Leuten ist. Ob es ihnen gut geht...'', kam es dann von mir und ich versuchte aufzustehen.

 

Mir ging es soweit schon wieder gut, nur richtig auftreten konnte ich noch nicht. Mein Bein fühlte ich nun schon wieder, aber der Fuß war noch taub. Mist, so konnte ich unmöglich zurück.

 

Zumal ich nicht wirklich wusste, wo genau ich hin musste.

 

''Habt ihr so was wie eine Karte im Ort? Ich weiß nämlich nicht genau, wo ich lang muss'', gestand ich dann und schaute Genesis fragend in die Augen.

 

*-*-*

 

Herrje, hatte Barin ein süßes Lachen, das war ja schon zuckersüß, und dann diese Augen dazu... dieser Blick.... aber ich war sehr erleichtert, dass es anscheinend nur ein Scherz gewesen sein sollte.

 

So hörte ich ihm zu, was er meinte und nickte.

 

"Ja, sicher, hab ich so was hier. Warte bitte kurz.", sagte ich zu ihm und verließ das Schlafzimmer kurz.

 

Nur wenig später betrat ich es wieder und hatte meinen Laptop in der Hand. Damit setzte ich mich zu Barin auf das Bett, klappte den PC auf und schaltete ihn an.

 

Sogleich suchte ich die Karte heraus, die er würde brauchen können und zeigte ihm diese dann auf dem Bildschirm.

 

"So, hier, schau mal, kannst du damit etwas anfangen?", fragte ich meinen Gast sachlich und rückte dabei unbeabsichtigt etwas näher an ihn heran.

 

"Wenn du gefunden hast, was du brauchst, kann ich dich dort auch hinbringen, denn ich kann auch fliegen. Dann bist du schneller wieder in deiner Heimat.", bot ich ihm hilfsbereit an.

 

*-*-*

 

Suchend schaute ich auf die Karte, doch nichts ähnelte meiner Heimat. Vermutlich war sie gar nicht eingezeichnet.

 

''Hmm...'', gab ich von mir, wobei ich auf die Karte starrte.

 

''Wo sind wir jetzt genau? Also ich bin durch einen sehr großen Wald gelaufen... Was meinst du, wo könnte der sein? Da angrenzend müssten Berge sein, aber ich kann keine entdecken... Vielleicht ist nicht alles verzeichnet...'', sprach ich offen meine Gedanken aus.

 

Warum war Genesis so schüchtern zurückgewichen? Nur wegen dem Wort Heirat? Jetzt schien er schon wieder zu flirten. Vielleicht hatten sie hier Sex nur zum Vergnügen ohne dabei ans heiraten zu denken.

 

Ein wenig musterte ich ihn nun schon. Er war durchaus attraktiv und könnte ein guter Liebhaber sein.

 

Aber, um das herauszufinden, dafür wäre auch noch später Zeit. Jetzt war es erst mal wichtiger herauszufinden, wo mein Zuhause lag. Zur Not müssten wir erst mal blind alles abfliegen, was in Frage käme.

 

*-*-*

 

Nach Barins Frage, zeigte ich auf einen Punkt auf der Karte, wo wir uns befanden.

 

"Hier, schau mal, dort befinden wir uns und gefunden habe ich dich hier", meinte ich und zeigte auf einen anderen Punkt auf der Karte.

 

"Wenn du durch ein großes Waldgebiet gelaufen bist, dann kann das nur hier gewesen sein, denn einen anderen Wald gibt es hier nicht", erklärte ich Barin und zeigte auf einen weit weg entfernten Punkt.

 

"Also, wenn du magst können wir los, ich könnte dich zu dem Wald bringen und von dort aus schauen wir mal, ob du dich an irgendetwas erinnern kannst. Einverstanden?", schlug ich Barin vor.

 

Ich dachte jetzt an nichts weiter, wollte Barin nur helfen, dass er wieder in seine Heimat kam.

 

*-*-*

 

''Ja ist gut, einverstanden!'', bestätigte ich Genesis vorhaben.

 

Langsam erhob ich mich und konnte tatsächlich schon wieder stehen. Auch wenn mein Fuß sich noch komisch anfühlte, ging es mir wesentlich besser.

 

Genesis hatte mich schon einmal getragen, also wusste ich was geschehen würde. Dieses Mal würde ich es mehr genießen können, als beim ersten Mal.

 

Erwartungsvoll und mit einem Lächeln auf den Lippen, weil ich dankbar war, für seine Hilfe, schaute ich Genesis an.

 

*-*-*

 

Oh je, wie sollte ich diesen Augen widerstehen?

 

Warum schaute und lächelte er mich so süß an.... das musste doch verboten werden... verdammt.

 

Ich nahm mich aber zusammen und meinte:

 

"Okay, gehen wir.", dann verließ ich, mit meinem Gast, die Wohnung und schloss hinter mir die Tür.

 

Draußen angekommen, ließ ich meinen schwarzen Flügel erscheinen, nahm Barin in die Arme, erhob mich in die Lüfte und flog mit ihm zu dem Waldgebiet.

 

Das Waldgebiet erreicht, überflog ich es langsam, damit sich Barin besser an irgendwas erinnern konnte.

 

"Wenn ich landen soll, dann sag es bitte, okay.", bat ich Barin und hielt ihn fest, damit er nicht runter fallen konnte.

 

*-*-*

 

Genießend lehnte ich mich an Genesis während des Fluges und bemerkte den Wald erst, als Genesis mich ansprach. Viel zu sehr war ich in mich gekehrt und hatte den Flug genossen.

 

Dann schaute ich mich suchend um. Der Wald sah ganz normal aus und ich konnte mir kaum vorstellen, so weit gelaufen zu sein.

 

Erst nach einer ganzen Weile, konnte ich etwas von weitem sehen, das unseren Bergen ähnelte.

 

''Magst du bitte dahinten hinfliegen?'', bat ich Genesis.

 

Doch als wir näher kamen, war es nur ein gewöhnlicher Berg, von dem aus man aber eine sehr gute Aussicht hatte. Ganz in der Nähe hatte sich dichter Nebel breit gemacht und etwas glitzerndes war zu sehen.

 

''Ich glaube, dort hinten ist es! Siehst du das?'', fragte ich Genesis unsicher.

 

Jetzt war ich mir sicher, meine Heimatstadt konnte nicht mehr weit sein. Ich versuchte es mit meinem Pfeifsignal, mit dem ich Don meinen Drachen sonst immer rief.

 

Einmal... leider antwortete er nicht... also versuchte ich es erneut und bekam von weiter Ferne eine Antwort.

 

''Don!'', rief ich aufgeregt.

 

Tatsächlich antwortete er mir und nach einer Weile, kam ein Rot-pinker Drache aus den Wolken zum Vorschein, umkreiste uns aufgeregt und voller Freude mich wiederzusehen.

 

*-*-*

 

Es hatte ziemlich lange gedauert, bis Barin endlich wusste wohin er musste. Als er dann auch noch sein Pfeifsignal probierte und irgendwann dieser Drache auf uns zugeflogen kam, hätte ich mich beinahe erschrocken, doch nahm ich mich zusammen.

 

"Ja, also, dann übergebe ich dich mal an deinen Drachen.", sprach ich, flog genau über den Drachen, setzte Barin darauf und verabschiedete mich dann.

 

"Tja, dann auf Wiedersehen und es war schön dich kennen gelernt zu haben.", mit diesen Worten kehrte ich um und flog zurück in meine Stadt.

 

Natürlich war es mir schon schwer gefallen ihn jetzt wieder zu verlassen, aber ich hatte auch meine Pflichten und konnte meiner Arbeit eben auch nicht einfach so fern bleiben.

 

Ich wünschte Barin aber alles Gute für die Zukunft und musste tatsächlich, bei dem Gedanken an ihn lächeln.

 

*-*-*

 

''Schade, ich dachte, dass ich dir mein Land zeige. Aber vielleicht magst du mich ja mal besuchen kommen'', hatte ich Genesis noch zugerufen.

 

Ob er es gehört hatte, wusste ich nicht. Aber es wäre schön, wenn ich ihn wiedersehen würde.

 

Don brachte mich zu den Bergen, wo bereits Wachen mich abfingen.

 

''Prinz Barin. Wir haben uns schon Sorgen um euch gemacht'', begrüßte man mich.

 

''Euer Vater wird erfreut sein, euch zu sehen'', kam es von einer anderen Wache.

 

Sehnsüchtig schaute ich zurück, von wo wir gekommen waren, aber Genesis war nicht mehr zu sehen.

 

Die Wachen brachten mich zu meinen zwei Vätern, die mich freudestrahlend begrüßten.

 

''Wir hatten schon schlimmstes befürchtet'', sagte mein leiblicher Vater.

 

''Lasst die Suchtruppen zurückrufen'', befahl mein anderer Vater.

 

In aller Ruhe erzählte ich ihnen, was geschehen war und ein Arzt schaute sich meinen Fuß an.

 

''Wie durch ein Wunder, als wäre nie etwas gewesen'', sagte er.

 

''Es geht mir auch gut'', antwortete ich und konnte schon wieder auftreten, ohne Probleme.

 

Als die Aufregung vorüber war und mein leiblicher Vater sich wieder ums Regieren kümmerte, nahm mich mein anderer Vater beiseite.

 

''Und, erzähl schon, ist er hübsch, dieser Genesis?'', fragte er frech.

 

''Vati!'', schimpfte ich.

 

''Aber Barin. Beiklein solltest du dich mal entscheiden! Du hast nur noch ein halbes Jahr... Wirst du ihn denn wiedersehen?'', wollte er dann wissen.

 

''Wenn ich das wüsste...''

 

*-*-*

 

Natürlich hatte ich gehört, was mir Barin nachgerufen hatte und hatte auch genickt, doch dann war ich weg und er auch.

 

Ich flog zur Arbeit und traf dort auch gleich auf meine Freunde, denen ich sogleich alles erzählte.

 

Sephi grinste nur in sich hinein und Angeal bekam so einen verträumten Blick.

 

"Hör mal, Genesis, wenn er dir was bedeutet, dann geh zu ihm. Ich mein, was erwartet dich hier, hm? Also, wenn ich du wäre, wäre ich nicht mehr hierher zurückgekehrt.", meinte Angeal.

 

Sephi nickte nur zustimmend.

 

"Nein, ich... weiß nicht. Wollt ihr mich loswerden, oder was? Bin ich nicht mehr gut genug?"

 

"Genesis, das ist Unsinn was du da erzählst. Du bist einer der Besten, das weißt du ganz genau, auch wenn die Blödmänner da oben was anderes erzählen. Du bist einer der Besten, lass dich bloß nicht unterkriegen. Und wenn du diesen Barin magst, dann geh doch zu ihm.", meinte Sephi.

 

"Ja, schon, ich mag ihn ja, aber... er meinte, dass er in einem halben Jahr heiraten müsste und so weiter... ich... nein, ich will nicht heiraten."

 

Meine Freunde begannen zu lachen und ich schaute sie nur seltsam an.

 

"Nun schau nicht so, du redest nur noch von ihm und du hast dich in ihn total verknallt."

 

"Hab ich nicht."

 

"Hast du wohl."

 

"Tze...", zickte ich und verließ den Trainingsplatz, um dann auch das Gebäude zu verlassen und etwas frische Luft zu schnappen.

 

Sehnsüchtig schaute ich zum Himmel hinauf... als würde ich etwas erwarten...

 

*-*-*

 

Nach dem Gespräch mit meinem Vater ging ich langsam spazieren. Mein Fuß war, als wäre nie etwas gewesen. Um mich herum war alles grün und voller Früchte.

 

Gold und Silbern glänzten die kleinen Schlösser, der Bewohner in der Sonne.

 

Ich liebte mein Land und die Leute, die hier lebten. Aber unter ihnen war niemand, den ich heiraten wollte. Sex hatte ich mit vielen gehabt, weil bei uns die Chemie in der Hinsicht einfach stimmen muss, für ein Leben zu zweit.

 

Keiner war es, der mich richtig zufrieden stellte, mich wirklich befriedigen konnte.

 

Doch an Genesis musste ich die ganze Zeit denken. So, wie er mich getragen hatte. Es hatte sich so verdammt gut angefühlt und ich würde nur zu gerne wissen, ob es zwischen uns passte.

 

Ach, Genesis...

 

*-*-*

 

Eine Weile dachte ich über die Worte meiner Freunde nach, dann nickte ich mir, in Gedanken, selbst zu, ließ meinen Flügel erscheinen, erhob mich in die Luft und flog einfach davon.

 

Den Weg hatte ich mir genau eingeprägt und wusste wohin ich fliegen musste. Genau diesen Weg nahm ich nun und flog geradewegs auf Homoparis zu.

 

Aber je mehr ich mich diesem Ort näherte, umso schneller pochte mein Herz, als wollte es jeden Moment heraus hüpfen und schon mal voraus fliegen.

 

Schon bald befand ich mich über diesem Ort, flog einige Runden über Homoparis hinweg, dann senkte ich meine Flughöhe etwas und sah ihn auch schon … Barin!

 

Ein sanftes, liebevolles Lächeln umspielte meine Lippen... es war gerade so, als könnte ich nicht anders.

 

Sollte ich wirklich landen und ihm zeigen, dass ich da war?

 

Ja... ich wollte landen.

 

So landete ich genau vor ihm.

 

"Hallo Barin.", begrüßte ich ihn und sah, dass es ihm wieder gut zu gehen schien. Aber er schien nachdenklich zu sein... was doch hoffentlich nicht an mir lag.

 

*-*-*

 

Ein Strahlen legte sich auf meine Lippen, als ich Genesis vor mir landen sah. Im nächsten Moment waren wir jedoch von Wachen umzingelt, die dachten, dass Genesis nichts Gutes im Schilde führte.

 

''Alles gut! Er gehört zu mir!'', versicherte ich ihnen und sie flogen wieder davon.

 

''Ich hätte ja nicht geglaubt, dich so schnell wiederzusehen'', begrüßte ich ihn und wäre ihm am liebsten um den Hals gefallen.

 

Don, der Genesis wohl erkannt hatte, kam ebenfalls angeflogen und begrüßte ihn etwas stürmisch.

 

''Don, ist gut! Langsam, du erschreckst Genesis noch!'', versuchte ich meinen Drachen zu beruhigen. Er wollte sich wohl dafür bedanken, dass Genesis mich heile nach Hause gebracht hatte.

 

*-*-*

 

Huch... ach herrje, hatte ich hier die Hühner erschreckt, oder warum standen plötzlich so viele Wachen um uns herum... du meine Güte. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich nicht hergekommen.

 

Aber Barin schickte die Wachen fort und ich entspannte mich etwas.

 

Auf seinen frechen Kommentar erwiderte ich:

 

"Ich wollte nur schauen, ob es dir auch wirklich gut geht. Nichts weiter. Und wie ich sehe, ist alles wieder okay mit dir. Dann kann ich ja beruhigt wieder heim fliegen."

 

Au man, das wars ja jetzt wieder, musste mich dieser Drache nun auch noch "begrüßen". Toll, wirklich toll.

 

"Ja, ja, schon gut.", meinte ich zu dem Tier, berührte es aber nicht, zog mich eher zurück.

 

Nein, hier würde ich noch weniger her passen, als daheim.

 

Sicher, es sah hier sehr schön aus und gefiel mir, aber ich hatte das Gefühl, dass dies hier niemals meine Heimat werden könnte.

 

Zuhause fühlte ich mich ja schon überflüssig, aber hier wurde es auch nicht so sehr viel besser. Im Gegenteil, mein Selbstbewusstsein sank gerade auf den Nullpunkt.

 

So spielte ich Barin einfach den Coolen vor, versuchte meine Unsicherheit zu verbergen, auch wenn mir gerade danach war einfach wegzulaufen oder eher zu fliegen.

 

"Ja, also dann, werd ich dich mal wieder, mit deinem "kleinen" Freund, allein lassen.", verabschiedete ich mich schon wieder von Barin.

 

*-*-*

 

''Was? Aber du bist doch gerade erst gekommen...'', sprach ich etwas verdutzt und meine Laune schlug direkt um. Wieso wollte er schon wieder gehen?

 

''Bitte, bleib doch ein wenig. Ich würde dir so gerne alles zeigen. Es ist hier wunderschön... bitte'', bat ich ihn und gab Don eine Handbewegung, so dass er weg ging. Auch wenn er zu gerne Genesis richtig begrüßt hätte.

 

''Das mit den Wachen ist normal. Du bist für sie ein Fremder und da ich der Prinz bin, wollen sie mich nur beschützen. Lass mich dir alles zeigen und meinen Vätern vorstellen. Wenn dich alle kennen, kannst du ohne bedenken, kommen und gehen, wie es dir vermag...

 

Vorausgesetzt du möchtest wiederkommen'', sagte ich etwas verlegen.

 

Zu gerne wüsste ich, was in Genesis vorging und was er dachte, über mich.

 

*-*-*

 

Einen Augenblick überlegte ich, senkte verlegen meinen Kopf. Herrje, jetzt wollte er mich auch seinen... hä... Moment mal... seinen Vätern... vorstellen? Auch das noch... au man, musste ich echt gleich alles und jeden hier kennen lernen?

 

Aber gut, ich wollte mal nicht so sein... na ja und eigentlich war ich ja schon wegen ihm hier... Sehnsucht halt... kann man nichts gegen machen.

 

"Also gut,", gab ich mich geschlagen: "...dann bleibe ich eben noch etwas, wenn dir so viel daran liegt." und war schon zufrieden, dass dieses Tier endlich weg war.

 

Nicht dass ich was gegen Tiere hatte, aber dieser Drache machte mich nervös.

 

"Ich würde mich freuen, wenn du mir alles zeigst... danke.", fügte ich noch hinzu, auch wenn mir das alles eher unangenehm war.

 

Aber ich hatte von Sephiroth gelernt, wie man seine Emotionen vor anderen verbergen konnte... sich möglichst nichts anmerken ließ. Okay, das fiel mir zugegebenermaßen schon schwer, da ich eher ein Gefühlsmensch war, doch sollten sie nicht gleich hinter meine Maske schauen können.

 

Barins Erklärung hatte ich verstanden und nickte verständig.

 

Dennoch blieb mein Blick gesenkt... fast schon schüchtern... traute mich nicht ihn anzuschauen.

 

*-*-*

 

Ich freute mich sehr, dass Genesis nicht direkt gehen wollte und lächelte wieder.

 

''Dann komm'', sagte ich und nahm ihn an die Hand. So zog ich ihn mit mir und begann ihm alles zu zeigen. Den Fluss, die vielen verschiedenen Bäume und Sträucher mit der Vielzahl an Früchten.

 

Nebenbei begegneten wir auch vielen unterschiedlichen Tieren und auch ein paar Pärchen, die uns grüßten. Mir kam es vor, als wäre ich ebenfalls mit Genesis zusammen.

 

Ob es so sein könnte?

 

Langsam ging ich mit Genesis an der Hand die Wege entlang und ließ nichts aus. Sogar meinen Lieblingsort zeigte ich ihm.

 

''Hier kann man Nachts wunderbar die Sterne sehen'', verriet ich ihm.

 

*-*-*

 

Wortlos, auch wenn ich nicht wusste was das sollte, ließ ich mich von Barin an die Hand nehmen. Es fühlte sich sehr seltsam an und am liebsten hätte ich ihm meine Hand wieder entzogen, doch ich tröstete mich damit, dass ich ja meine roten Handschuhe noch anhatte. Dennoch fühlte ich mich gerade wie ein "kleines" Kind, das man an die Hand nehmen musste.

 

Ich verdrängte alles, während er mir die ganze Orte, Tiere und Plätze zeigte.

 

Ruhig hörte ich ihm zu und schaute mir alles an... nickte ab und zu, wenn er etwas mehr erzählte.

 

"Ja, es ist schön hier... wirklich.", war erst einmal alles was ich raus brachte.

 

Herrje... diese ganzen Pärchen... ich mochte mir gerade nicht ausmalen, was die wohl über mich dachten... immerhin kannten sie mich ja nicht.

 

Mein Selbstbewusstsein wurde nun aber noch immer nicht wirklich besser, irgendwie fühlte ich mich nicht würdig hier zu sein.

 

Sicher Barin war sehr lieb und nett... vielleicht empfand ich es gerade deshalb so, dass ich es nicht wert war.

 

*-*-*

 

Genesis Aussage, dass er es hier schön fand, freute mich sehr. Auch, dass ich seine Hand halten durfte und er sie mir nicht entzog.

 

''Wenn du magst, zeige ich dir jetzt das Schloss'', schlug ich vor.

 

Irgendwie fühlte ich mich unsicher bei dem Gedanken. Kannte ich meine Väter doch nur zu gut. Ein falscher Spruch und Genesis würde es womöglich übel nehmen.

 

Andererseits könnte ich Genesis auch erst mein Zimmer zeigen und wäre so ein wenig mit ihm alleine.

 

Es tat so gut bei ihm zu sein, auch wenn ich kaum etwas über ihn wusste. Irgendwie zog er mich magisch an und der Gedanke ihm ein wenig näher zu kommen, reizte mich sehr.

 

*-*-*

 

Oh je, wie sollte ich mich jetzt verhalten? Ich wollte irgendwie schnell wieder hier weg, aber ich wollte auch Barin nicht weh tun.

 

Mir schien nichts anderes übrig zu bleiben, als ihm zu sagen, was mit mir los war.

 

"Barin... bitte, höre mir einen Augenblick zu, ja.", begann ich, nachdem ich stehen geblieben war und ihn nun doch anschaute: "Du bist echt lieb und total niedlich und ich finde es super schön hier, wirklich... aber... bitte... ich... fühle mich hier nicht wohl.

 

Ich bin es nicht wert, dass du so lieb zu mir bist, weil... ich doch eh nur ein misslungenes Experiment, eines Konzerns, bin...", erklärte ich Barin und meine Stimme klang verletzt, doch merkte ich es selbst nicht.

 

"Ich werde besser wieder gehen. Bitte, nicht böse sein. Es... war wirklich schön hier und.... ich mein, wenn ich darf... komme ich gern irgendwann wieder. Ich... weißt du... ich... wollte doch wirklich nur schauen... also... ob du... ob es dir wieder gut geht. Verzeih mir... bitte. Es tut mir leid. Ich... bin nur ein... missratenes Monster, das nichts weiter kann, als wahllos zu töten."

 

Mit diesen Worten musste ich die Tränen zurückhalten, die sich schon in meinen Augen sammelten und mich nun traurig von Barin abwandte. Sollte er doch meine Tränen nicht sehen.

 

*-*-*

 

''Aber Genesis?...'', kam es erschrocken von mir.

 

''Experiment hin oder her. Du bist so lieb, da ist es nicht wichtig, ob du töten sollst. Was meinst du, was hier los ist, wenn wir angegriffen werden, da wird aus dem Paradies hier die Hölle.

 

Was denkst du, wie ich mich fühle? Mein Vater hat seinen Samen einer Frau gegeben, von der ich geboren wurde. Die mich aber nicht mitnehmen wollte, als sie gemerkt hat, dass sie doch lieber dem männlichen Geschlecht zugetan ist.

 

Im Grunde bin ich froh darüber, weil es mir hier sehr gut gefällt. Aber eine Mutter sollte ihr Kind nie im Stich lassen.

 

Jetzt habe ich zwei Väter, die so lange herumexperimentiert haben, bis endlich ein schwuler Nachfolger herausgekommen ist, für den Thron. Was denkst du, wie viele Brüder und Schwestern ich habe?

 

Im Grunde bin auch ich nur ein Experiment'', erklärte ich Genesis.

 

*-*-*

 

"Hmm... ja... verstehe. Es tut mir wirklich leid für dich.", war alles was ich dazu zu sagen hatte, denn ich fühlte mich von Barin etwas unverstanden. Aber gut, nun wusste ich, dass ich hier tatsächlich nichts verloren hatte.

 

Er kam damit vielleicht klar nur ein Experiment gewesen zu sein, aber ich kam damit eben nicht klar, zumal man mir Dinge angetan hatte, die er so sicher nicht erlebt hatte.

 

Na ja, soviel dazu. Was hatte ich auch erwartet...?

 

"Tja, dann... dir noch ein schönes Leben und eine schöne Hochzeit. Ich bin dann mal weg. Tschau.", sprach ich hinzufügend, nun aber ein wenig unterkühlt. Dann ließ ich meinen Flügel erscheinen, erhob mich in die Luft und flog davon.

 

Nein, mich würden sie hier nicht mehr wieder sehen. Vielleicht hätte ich auch eine schöne Zerstörung anrichten können... das wäre es doch mal gewesen.

 

Aber.... nein... das konnte und wollte ich Barin nun doch nicht antun... es wäre einfach nicht richtig.

 

Eine ganze Weile später erreichte ich meine Heimat wieder und bald auch meine Wohnung. Hier entkleidete ich mich, bis auf die Shorts, hängte und legte meine Kleidung ordentlich weg, wie ich es gewohnt war und setzte mich dann an den PC, nachdem ich mir etwas zu Trinken genommen hatte.

 

Nachdenklich tippte ich ein paar Berichte auf dem PC. Was hatte ich falsch gemacht? Und überhaupt, was hatte ich eigentlich mit Barin zu tun? Nichts, wenn man es genau nahm. Ich hatte ihm nur helfen wollen und es auch getan, das war auch schon alles.

 

Konnte ich dafür Dankbarkeit erwarten? Nein, eher nicht... außerdem... wer war ich schon, doch nur ein verkapptes Experiment... irgend so ein Ding... mit dem man tun konnte was man wollte...

 

Das war schon verletzend und es tat weh... sehr weh...

 

Aber egal... die Einzigen, die wirklich zu mir standen, waren Sephi und Angeal. Den Beiden konnte ich jederzeit vertrauen, was mir schon ein wenig Halt gab. Außer den Beiden, würde ich mich wohl niemandem mehr anvertrauen.

 

*-*-*

 

Verständnislos schaute ich Genesis hinterher. Hatte ich etwas falsche gesagt, dass er so schnell davonflog? Vermutlich hatte ich mich in ihm geirrt und er war gar nicht der Traummann, den ich in ihm sah.

 

Traurig ging ich den Weg alleine weiter und war total in Gedanken versunken. Viel zu spät, bemerkte ich,wie sich der Himmel dunkel zuzog. Dann ging auch schon der Alarm los. Wir wurden angegriffen!

 

Sofort pfiff ich nach Don, der augenblicklich erschien und mich auf seinen Rücken zum Schloss brachte. Die Wachen waren schon teilweise in der Luft, andere hingegen machten sich für den Kampf fertig.

 

Man brachte mir mein Schwert und ich stieg ebenfalls in die Luft. Oben wimmelte es bereits von Gegnerischen Drachen, die teils starke Kämpfer auf ihren Rücken hatten.

 

Ohne zu zögern, schwang ich mein Schwert und kämpfte für mein Land.

 

*-*-*

 

Noch immer in meinen Gedanken versunken, klingelte es plötzlich an meiner Tür. Ich stand auf ging an die Tür und öffnete diese sogleich. Davor standen meine beiden Freunde, die ich hinein bat.

 

"Hallo ihr Beiden.", begrüßte ich sie.

 

"Hallo Genesis, zieh dich an und dann komm mit, wir haben einen dringenden Auftrag.", befahl General Sephiroth.

 

Ich nickte nur, ging ins Schlafzimmer, zog meine Dienstkleidung, bestehend aus einem schwarzen Pullover, schwarzer Hose und schwarzen Stiefeln, abgerundet mit meinem roten Mantel. Anschließend schnappte ich mir mein rotes Rapier und war schon fertig.

 

Gemeinsam verließen wir meine Wohnung, doch fragte ich nicht wohin wir mussten, wunderte mich aber, dass wir in Richtung... au man... auch das noch... Homoparis... na super... flogen!

 

Unmengen dieser feindlichen Drachen griffen das Land an. Na ja, eigentlich ging es mich ja nichts an, aber Mission war eben Mission und diese musste erfüllt werden.

 

Die Bewohner verteidigten ihr Land nach allen Kräften, ja auch Barin sah ich mitten im Kampf, doch kümmerte ich mich nicht um ihn.

 

Meine Freunde und ich hatten hier lediglich einen Auftrag zu erfüllen, nicht mehr und nicht weniger.

 

Wir kämpften mit den Bewohnern gegen diese feindlichen Angreifer und hatten wirklich alle Hände voll zu tun. Teilweise kämpften wir auch mit Magie, schossen mit Feuer und Blitzen und allem was uns zur Verfügung stand, aber die Angreifer waren wirklich zu stark.

 

Erst als es sehr schlecht um das Land stand, setzte General Sephiroth seine stärkste Waffe gekonnt ein, was dann die endgültige Vernichtung der ganzen feindlichen Horde zur Folge hatte.

 

Leider wurde ich noch vorher von einem giftigen Pfeil getroffen, der nun in meinem Bauch steckte. Jedoch hielt ich noch so lange durch, bis General Sephiroth alle vernichtet hatte, erst dann wurde es um mich herum dunkel und ich stürzte in die Tiefe...

 

*~*

 

"GENESIS!", schrie Angeal, setzte einen Sturzflug ein und fing seinen Freund Genesis auf.

 

Schnell brachte Angeal seinen Freund ins Krankenhaus, wo man sich gleich um ihn kümmerte und ihn operierte. Auch musste das Gift aus seinem Körper entfernt werden. Alles dauerte eine gefühlte Ewigkeit, und als man es endlich geschafft hatte, stand Genesis' Leben noch immer auf der Kippe. Niemand konnte so genau sagen, ob er überleben würde.

 

Genesis lag im Koma, gefangen zwischen Leben und Tod...

 

Angeal jedoch blieb zunächst am Bett seines Freundes sitzen und bangte um ihn. Immer wieder sprach er ihm gut zu... hoffend er würde ihn hören.

 

Aber es tat sich nichts...

 

Kein Lebenszeichen...

 

Indessen hatte sich General Sephiroth, Barin und dessen Vätern vorgestellt.

 

"Ich bin General Sephiroth. Die Mission ist dann hiermit abgeschlossen.", meinte er kühl, aber sehr höflich, wie immer... wie er nun mal war: "Wenn sie mal wieder unsere Hilfe brauchen, dann können sie sich jederzeit an uns wenden.", sprach General Sephiroth und verneigte sich ein wenig vor den Dreien.

 

"Alles Gute für sie und ihr Land.", verabschiedete sich General Sephiroth von ihnen, mit einem geheimnisvollen Lächeln in Barins Richtung.

 

Erst dann erhob er sich in die Lüfte und flog davon.

 

Im Dienstgebäude erstattete er seinem Vorgesetzten sofort Bericht, während Genesis noch immer um sein Leben kämpfte... dem Tode näher als dem Leben.

 

*-*-*

 

Der Kampf war wirklich sehr heftig gewesen. Viele waren verletzt, manche schwer, manche weniger. Sicher machte ich mir auch um Genesis Gedanken, doch hatte ich auch ich etwas abbekommen.

 

Sephiroth wurde natürlich von meinen Väter herzlichst gedankt und kaum, dass er fort war, kam mein Vater zu mir.

 

''War das dein Retter?'', wollte er neugierig wissen.

 

Mein leiblicher Vater verdrehte genervt die Augen, weil mein Vater es einfach nicht lassen konnte. Währenddessen wurden meine Wunden schon versorgt und ich schaute ebenfalls genervt meinen Vater an.

 

''Nein, das war nicht mein Retter!'', brummte ich.

 

''Aber, er hat dich doch so angegrinst. Das habe ich genau gesehen'', sagte mein Vater.

 

''Das musst du dir eingebildet haben'', kam es von mir und mein Vater ließ es beleidigt bleiben, weiter nachzuhaken.

 

Endlich waren meine Wunden verarztet und ich pfiff nach Don.

 

''Mein Sohn, du willst doch nicht wirklich schon wieder fliegen?'', hörte ich meinen leiblichen Vater hinter mir, der alles mitbekommen hatte.

 

''Ich muss! Vater, bitte'', sagte ich flehend.

 

Im Gesicht meines leiblichen Vaters spiegelte sich ein wohlwissendes Lächeln und er nickte, rief aber auch jemanden, der mich begleiten sollte.

 

So flog ich in Begleitung einer befreundeten Wache auf direktem Wege ins Krankenhaus. Wo ich erst erfuhr, wie schlecht es um Genesis stand.

 

Unsicher betrat ich das Krankenzimmer, während die Wache draußen bei den Drachen wartete. Ich hatte zu kämpfen, weil meine Wunden mehr schmerzten, als ich es mir eingestehen wollte.

 

Als ich sah, wie Genesis dort im Krankenbett lag, liefen mir die Tränen über die Wangen.

 

*-*-*

 

"Wer sind sie?", fragte Angeal erstaunt, denn er saß noch immer am Bett seines Freundes, doch sah er auch, dass es dem fremden Mann nicht gut zu gehen schien.

 

"Kann ich dir irgendwie helfen?", fragte er hinzufügend, bevor er nachdachte und an Genesis' Erzählung dachte. Ob das Barin war?

 

Herrje, der junge Mann schien sich ziemlich zu quälen. Schnell stand er auf, holte einen Sessel und ließ den jungen Mann sich in den Sessel setzen.

 

"Er wird wieder, hab keine Angst.", flüsterte Angeal Barin zu, denn er sah auch, dass der Junge weinte: "Genesis ist ein starker Kämpfer und er kommt wieder auf die Beine, das verspreche ich dir.", versuchte Angeal Barin zu trösten.

 

Aber noch immer kam kein Lebenszeichen, nur das Piepsen der Apparate war zu hören.

 

*-*-*

 

Wie froh ich war, mich setzten zu können.

 

''Danke'', japste ich und musste erst mal ein Taschentuch herausholen, um meine Tränen ein wenig zu trocknen.

 

''Mein Name ist Barin, ich bin der Prinz von Homoparis. Und du bist?'', wollte ich direkt wissen.

 

Unsicher schaute ich zu Genesis rüber und konnte den Worten kaum glauben schenken, die ich hörte. Genesis sah wirklich schlimm aus und ich wusste nur zu gut, was diese Giftpfeile mit sich brachten.

 

Sie waren noch schlimmer, als das Gift der Drachen und das war schon erschreckend schlimm.

 

*-*-*

 

"Ich bin Angeal Hewley, ein Freund von Genesis und Sephiroth. Ich freue mich dich kennen zu lernen, Barin.", erwiderte Angeal mit sanfter Stimme.

 

Natürlich glaubte auch er nicht so wirklich daran, dass Genesis wieder gesund werden würde, aber er hoffte es sehr. Denn er wollte seinen Freund auf keinen Fall verlieren.

 

"Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben, Barin. Genesis wird wieder gesund... ich weiß es einfach.", sprach Angeal sich und Barin Mut und Hoffnung zu.

 

Auch er sah zu seinem Freund und Tränen rannen nun auch ihm aus den Augen, bei dessen Anblick.

 

"Bitte, Genesis, komm zu uns zurück... bitte... du musst kämpfen... verdammt noch mal... komm schon, du egoistischer Mistkerl!", sprach Angeal wütend, aber auch weinend.

 

Natürlich meinte er es nicht böse, aber er drohte nun schon die Nerven zu verlieren... wollte seinen Freund einfach nicht verlieren... wollte nicht glauben, dass Genesis ...nein, er musste wieder gesund werden... er musste es einfach...

 

*-*-*

 

Wie ich Angeal so reden hörte, stand ich auf und ging rüber zum Bett. Ich mobilisierte meine letzten Kräfte und setzte mich zu Genesis.

 

Als wären wir beim Spaziergang, nahm ich seine Hand und hielt sie in der meinen.

 

Tränen liefen erneut über meine Wangen und ich sprach ebenfalls zu Genesis.

 

''Genesis, wenn du mich hören kannst, du musst kämpfen, bitte. Es gibt so vieles, was ich dir noch sagen möchte. Auch wenn du vielleicht anders denken solltest, für mich bist du keineswegs ein missglücktes Experiment... hörst du?'', schluchzte ich.

 

Dann legte ich vorsichtig meinen Kopf neben seinen Körper ab, weil ich einfach nur müde und fertig war. Dazu kamen diese unvorstellbaren Schmerzen, die ich hatte. Eigentlich gehörte auch ich in ein Krankenbett.

 

Nur wie sollte ich mich hinlegen, wenn ich nicht wusste, was mit Genesis werden würde.

 

*-*-*

 

Angeal sah wohl, wie schlecht es auch Barin ging, so ging er etwas beiseite, schob das andere Krankenbett neben das von Genesis und ging dann auf Barin zu.

 

Vorsichtig hob er ihn hoch, ging mit ihm auf das andere Bett zu und legte ihn dort hinein. Anschließend deckte er ihn mit der Decke zu.

 

"So, hier bleibst du jetzt liegen, hörst du. Ruhe dich bitte aus, wenn was sein sollte sage ich dir Bescheid.", meinte Angeal mit liebevoller Strenge in seiner Stimme und strich sacht die Tränen aus Barins hübschem Gesicht.

 

Doch überlegte er kurz und wusste dann was er tun konnte, damit Barin wenigstens einen Schmerz loswerden würde. Sacht legte er seine Hände auf Barin und heilte seine Wunden mit sanfter heilender Magie.

 

Denn nicht nur Genesis konnte das, nein, auch Angeal und Sephiroth besaßen diese Fähigkeit. Allerdings konnten sie sich nicht untereinander heilen, sonst hätte Angeal auch Genesis schon geheilt und dieser würde dann jetzt nicht im Koma liegen und um sein Leben kämpfen müssen.

 

Angeal tat es sehr leid, dass Barin so sehr litt, doch konnte er auch nichts anderes tun, als zu warten.

 

Zwischenzeitlich schaute ein Arzt nach Genesis und nickte zufrieden, stellte hier und da noch etwas ein, schrieb etwas auf und verließ dann das Zimmer. Nur wenig später betrat Sephiroth leise das Zimmer und ging auf Angeal und Barin zu.

 

"Hallo Angeal, hallo Barin.", begrüßte Sephiroth die Beiden, leise und sprach weiter: "Nun macht nicht so ein Gesicht. Ich habe eben mit dem Arzt gesprochen und er meinte Genesis wird wieder ganz gesund. Er kommt langsam wieder aus dem Koma zurück. Wie er meinte, kämpft unser Freund hier, wie ein Löwe um sein Leben. Aber wir sollen ihm Zeit lassen, sich zu erholen. In ein paar Stunden sollte er wieder bei uns sein."

 

Dann schaute er nach Genesis und bemerkte, dass Tränen aus den Augen seines Freundes rannen. Er nahm die Hand seines Freundes in die seine, drückte sie leicht, und flüsterte ihm zu:

 

"Hey, mein Kleiner, ich weiß du kämpfst gerade sehr, aber wir sind bei dir und lassen dich nicht im Stich. Du schaffst das... komm schon, Kleiner. Ich weiß, dass du es bald geschafft hast. Außerdem was sollen wir denn ohne dich tun, hm?", mit diesen Worten strich er mit seiner rechten Hand über Genesis' Kopf und lächelte sanft.

 

Angeal hatte Sephiroth zugehört und lächelte. Er freute sich, dass Genesis bald wieder gesund wäre.

 

*-*-*

 

Alles hatte ich wortlos über mich ergehen lassen. Ich wäre auch kaum zu etwas anderem im Stande gewesen. Sephiroth begrüßte ich ebenfalls, als er herein kam.

 

Auch ich freute mich sehr, zu hören, dass es Genesis bald besser gehen würde. Es tat zwar gut, dass Angeal meine Wunden heilte, doch war ich immer noch sehr erledigt. Während mir ebenfalls noch ein paar Tränen aus den Augen rannen, schloss ich diese erschöpft.

 

Bitte Genesis, werde wieder gesund. Du hast es nicht verdient so zu Leben und du solltest ein Leben führen, wie du es möchtest. Lass dich nicht unterkriegen! Kämpfe!

 

Mit den Gedanken ganz nah bei Genesis zu sein und dem Wissen, dass Sephiroth und Angeal auf ihn aufpassen, schlief ich erschöpft ein.

 

*-*-*

 

Einmal noch drückte Sephiroth die Hand seines Freundes, dann setzte er sich in einen Sessel, gleiches tat auch Angeal, nachdem er bemerkt hatte, dass Barin eingeschlafen war.

 

Die beiden Freunde unterhielten sich leise und schauten ab und an zu Genesis und Barin, aber beiden schien es gut zu gehen.

 

Aber dann ganz plötzlich gab das Überwachungsgerät einen Alarm von sich. Erschrocken schauten die Freunde erst sich an, dann zu Genesis und dem Gerät... das eine Nulllinie anzeigte.

 

Ihr Freund war wohl doch dabei den Kampf um sein Leben zu verlieren...

 

GENESIS!!! NEIN... bleib bei uns, bitte...., dachten Sephiroth und Angeal beinahe gleichzeitig.

 

Doch da ging auch schon die Tür auf. Ein Arzt und ein paar Schwestern stürmten den Raum, mit einer Wiederbelebungsmaschine.

 

Die beiden Freunde sprangen von ihren Plätzen auf und mussten nun tatenlos mitansehen, wie man versuchte Genesis wieder ins Leben zu holen. Es sah so brutal und unmenschlich aus, dass Angeal sogleich die Tränen kamen und Sephiroth sich stark zusammennehmen musste, beiden ging das hier sehr an die Nieren.

 

Sie hofften so sehr, dass man es schaffen und ihren Freund retten würde.

 

Immer weiter kämpfte man um Genesis' Leben, aber erst nach etlichen Versuchen ertönte wieder ein normaler Herzton. Sie hatten es geschafft und den Kampf gewonnen. Alles weitere lag nun an Genesis selbst... ob er leben oder sterben wollte.

 

"Es wäre besser, wenn alle das Zimmer verlassen würden, denn der junge Mann braucht Ruhe.", meinte eine Schwester, nachdem die anderen gegangen waren.

 

"Bitte, schicken sie uns nicht raus. Wir verhalten uns ruhig, aber wir werden Genesis nicht allein lassen."

 

"Also gut, aber seien sie wirklich ruhig, lassen sie ihn in Ruhe. Das eben war sehr knapp, um ein Haar hätten wir ihn verloren."

 

"Natürlich, wir haben verstanden."

 

"Gut, ich werde jede halbe Stunde nach ihm schauen."

 

Sephiroth nickte, während Angeal noch immer mit den Tränen zu kämpfen hatte. Dann verließ die Schwester das Zimmer, hinter sich die Tür leise schließend.

 

"Komm, ist gut, setz dich hin. Er wird es schaffen.", flüsterte Sephiroth Angeal zu, während sich beide wieder in die Sessel setzten.

 

Angeal nickte tapfer, dann meinte Sephiroth: "Weißt du was, ich hol uns, auf den Schreck jetzt erst mal einen Kaffee, du bleibst hier und passt auf, okay."

 

"Ja, okay."

 

"Dann bis gleich.", mit diesen Worten verließ Sephiroth das Zimmer und war froh dass Genesis am Leben war, aber auch, dass er das Zimmer verlassen konnte. Das war selbst für ihn zu viel.

 

Langsam ging er in die Cafeteria, kaufte dort Kaffee und etwas Mineralwasser. Mit allem ging er zurück zum Krankenzimmer und betrat es leise wieder.

 

"Hier, trink erst mal was.", bot Sephiroth Angeal an, der den Becher Kaffee nur allzu gern annahm.

 

"Danke."

 

"Nichts zu danken. Und hat sich schon was getan?"

 

"Nein... nichts."

 

Beide tranken einen Schluck Kaffee und verhielten sich nun ruhig.

 

*-*-*

 

Obwohl es nicht gerade leise zugegangen war, hatte ich vor lauter Erschöpfung alles verschlafen. Was wohl auch besser so war, weil man nicht wissen konnte, wie ich das verarbeitet hätte.

 

Unterdessen machte sich mein Begleiter doch Sorgen um mich. Er ließ die Drachen draußen alleine und ging mich suchen.

 

Etwas schlaftrunken erwachte ich einige Zeit später, als gerade die Tür aufging und die Wache hereinkam. Kurz nickte er Sephiroth und Angeal zu, dann wand er sich an mich.

 

''Barin, geht es dir gut?'', kam es erschrocken von ihm.

 

''Ja, danke. Jetzt geht es schon etwas besser'', hustete ich und stand langsam auf, bleib jedoch erst mal am Bett sitzen.

 

Genesis lag noch immer da, als würde er einfach nur schlafen.

 

''Flieg bitte zurück. Ich werde vorerst hier bleiben. Lass Don hier, er wird sich ruhig verhalten. Sobald Genesis außer Gefahr ist, werde ich zurückkehren. Um mich musst du dir keine Sorgen machen. Dank Angeal ist alles soweit verheilt und der Schlaf hat sein übriges getan.

 

Richte meinen Väter aus, dass sie sich keine Sorgen zu machen brauchen'', wand ich mich an meinen Begleiter, der nickte und sich verabschiedete, bevor er das Zimmer verließ.

 

Unsicher schaute ich erst zu Genesis, dann zu Sephiroth und Angeal. Ich würde Genesis zu gerne irgendwie helfen, nur wusste ich nicht wie.

 

Aber ich konnte auch nicht einfach so fortgehen, ohne zu wissen, was aus ihm werden würde.

 

*-*-*

 

Die beiden Freunde hatten sich ruhig verhalten, als die Wache ins Zimmer kam und mit Barin sprach, der inzwischen erwacht war.

 

Als der Begleiter schließlich das Zimmer verlassen hatte, fragte Sephiroth Barin flüsternd:

 

"Wie geht es dir? Ist alles okay?" und machte dabei ein sehr besorgtes Gesicht.

 

Nein, er erzählte dem Prinzen nicht welche Tragödie sich hier vor ein paar Stunden abgespielt hatte, auch wenn es sehr an ihm nagte.

 

Angeal hielt sich raus, er konnte nichts mehr sagen, stand wohl irgendwie ein wenig unter Schock.

 

Plötzlich schaute Sephiroth aber zu Genesis und grinste, denn dieser hatte seine Hand gedrückt, die Sephiroth in die seine genommen hatte.

 

Eine Träne der Freude rann aus seinen Augen... er konnte es kaum fassen.

 

Noch immer die Augen geschlossen, murmelte Genesis:

 

"H-hallo... ist... jemand hier...?"

 

"Ja, mein Kleiner, wir sind bei dir. Willkommen zurück.", antwortete Sephiroth mit Tränen in den Augen.

 

Auch Angeal konnte es kaum fassen, doch schwieg er erst mal, musste das alles erst mal verdauen.

 

*-*-*

 

''Mir geht es dank Angeal wieder ganz gut. Ein wenig schwindelig ist mir noch'', hatte ich Sephiroth geantwortet.

 

Als Genesis sich dann regte und sogar etwas sagte, musste auch ich ein paar Tränen vergießen.

 

''Was machst du nur für Sachen?'', machte ich mich bemerkbar. Langsam stand ich auf und ging zu seinem Bett rüber, wo ich seine andere Hand nahm und festhielt

 

Unsicherheit machte sich bei mir breit, ob es richtig war, hier zu sein. Aber mein Herz hielt es für richtig.

 

''Musst du einen solche Sorgen bereiten?'', schluchzte ich.

 

*-*-*

 

Ich hörte Sephis Stimme... dann hörte ich eine andere, mir bekannte Stimme... Barin... er war auch hier und schien sich Sorgen gemacht zu haben.

 

Langsam öffnete ich die Augen, schaute mich sacht um, dann spürte ich auch schon Barins Hand und wand mich zu um.

 

"Es... tut... mit leid...", antwortete ich noch schwach: "Wolltest du … mir nicht... noch... so ...viel ….sagen?", fragte ich Barin scherzend, doch schloss ich die Augen wieder, fühlte mich noch nicht wirklich wieder gut.

 

"Ich... hab... Durst... bitte...", flüsterte ich und fühlte mich noch ein wenig, wie ausgetrocknet.

 

*~*

 

Sogleich ließ Sephiroth die Hand seines Freundes los und holte etwas zu trinken, das er seinem Freund auch ganz vorsichtig verabreichte.

 

"Hier, mein Kleiner, trink.", flüsterte er und lächelte zufrieden, dass sein Freund wieder da war.

 

*-*-*

 

Zwischen all den Tränen musste ich nun schmunzeln, weil Genesis meine Worte gehört hatte.

 

''Alles zu seiner Zeit'', antwortete ich und wischte meine Tränen fort.

 

Erstmal wusste ich gerade nicht, wo ich anfangen sollte und außerdem war es irgendwie nicht die richtige Stimmung. Aber Genesis Hand zu halten fühlte sich gut an.

 

Nur wüsste ich zu gerne, was in ihm vor sich ging. Leider konnte ich die Sache nicht vergessen, dass er einfach so fortgegangen war, ohne mir eine Chance zu geben.

 

In meinem Kopf ging so viel vor sich, dass ich gar nicht wusste, was ich denken oder sagen sollte.

 

*-*-*

 

"Hey, du hast alles gehört, hm?", kam es fragend von meinem Freund Sephiroth, während sich Angeal weiterhin in Schweigen hüllte und mich immer wieder schuldbewusst anschaute... jetzt da er wusste, dass ich alles gehört hatte.

 

Ich nickte meinem Freund nur zu, der das Glas auf das Tischchen neben mir abgestellt hatte. Anschließend wand ich mich wieder Barin zu, der irgendwie nachdenklich zu sein schien.

 

"Ich verstehe. Alles gut, mach dir keine Sorgen, Barin. Und... bitte... verzeih mir, dass ich... einfach fortgegangen... bin. Es... tut mir... leid.", sprach ich leise schluchzend zu Barin, während mir die Tränen an meinen Wangen herab liefen und auf das Kissen tropften.

 

Nur so nebenbei bekam ich mit, dass sich Sephiroth und Angeal aus dem Zimmer entfernten und die Tür hinter sich schlossen.

 

Jetzt hatten sie mich doch glatt mit Barin allein gelassen... hmm...

 

Toll, kaum dem Tode entronnen, schon kamen wieder Probleme auf mich zu und ich wünschte mir gerade, dass ich nicht wieder erwacht wäre, auch wenn es mich eigentlich freute, dass ich für Barin eben kein missglücktes Experiment war.

 

Tieftraurig und weinend schaute ich Barin kurz an, wand dann meinen Blick von ihm ab, denn er sollte nicht sehen, dass ich weinte. Ich wünschte mir gerade jetzt mehr denn je... den Tod...

 

*-*-*

 

Es tat gut mit Genesis alleine zu sein und ich hielt weiter seine Hand, die ich jetzt fest drückte. Denn ich hatte sehr wohl bemerkt, dass er weinte.

 

''Mir tut es auch leid, falls ich mich falsch ausgedrückt hatte und dich vielleicht somit zum gehen animiert habe. Bitte weine nicht...

 

Genesis, ich hab dich irgendwie sehr gern, weißt du. Du kannst dir gar nicht vorstellen, was ich mir für Sorgen gemacht habe. Es war mir egal, wie schwer verletzt ich war. Denn ich musste unbedingt wissen, wie es dir geht...'', gestand ich Genesis ganz offen.

 

Sanft streichelte ich seine Hand dabei und wusste nicht, was ich noch sagen sollte. Wie ich mich ausdrücken sollte. Vor allem aber, wie ich ihm sagen sollte, dass ich ihm näher kommen wollte.

 

Zudem ihm die Sache mit der Heirat ja solche Angst machte.

 

*-*-*

 

Ruhig hörte ich ihm zu... hörte was er sagte... seine Worte und wusste, dass er wohl doch merkte, dass ich weinte, so wie er gerade meine Hand hielt und sie drückte.

 

"Nein, dir muss nichts leid tun... ich hätte nicht einfach so gehen dürfen. Es tut mir leid.", erwiderte ich noch immer ziemlich ruhig, versuchte die Tränen zu unterdrücken, nicht mehr zu weinen.

 

"Ich... habe dich auch gern. Aber du hättest dir wirklich keine Sorgen machen müssen, trotzdem lieb von dir, dass du hierher gekommen und bei mir bist.", fügte ich hinzu, wand mich dann wieder Barin zu und schaute ihn an.

 

"Weißt du, was mich hat kämpfen lassen... warum ich unbedingt leben wollte? Nicht weil ich Sephis oder Angeals Worte hörte... nein, es waren deine Worte... die mich zurück brachten... weswegen ich unbedingt weiterleben wollte.", gestand ich Barin, schaute ihn weiter an, hoffend er würde verstehen...

 

*-*-*

 

Ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen und ich nickte verstehend. Mehr Worte bedarf es erst mal nicht. Denn das genügte mir vollkommen.

 

Liebevoll streichelte ich weiter Genesis Hand und schaute ihm einfach nur in die Augen. Eine ganze Weile schwieg ich und genoss es einfach bei ihm zu sein.

 

''Ich werde dich jeden Tag besuchen kommen, bis es dir wieder richtig gut geht. Natürlich dann auch gerne weiterhin'', lächelte ich Genesis an, ''Aber jetzt sollte ich erst mal nach Hause zurückkehren.

 

Werde schnell wieder gesund, hörst du?''

 

Dann küsste ich ihn sanft auf die Stirn. Mehr wagte ich vorerst noch nicht. Doch das fühlte sich schon mal richtig gut an.

 

*-*-*

 

Ich nickte, als ich seine Worte hörte und versuchte zu lächeln, doch so richtig wollte es nicht gelingen.

 

"Ich verstehe dich. Geh nur und mach dir keine Sorgen um mich, okay.", sprach ich leise: "Werde du bitte auch wieder gesund und komm gut heim, ja."

 

Dann schloss ich unwillkürlich die Augen, als er mich auf die Stirn küsste, ließ die Augen auch geschlossen und genoss was ich spürte. Es fühlte sich gut an, aber so richtig wusste ich nicht was ich davon zu halten hatte.

 

War es Freundschaft, die er für mich fühlte und mich deshalb auf meine Stirn küsste?

 

Oder wollte er womöglich... hmm... was sollte ich denken... was sollte ich fühlen?

 

*-*-*

 

Liebevoll streichelte ich über Genesis Lippen, bevor ich mich abwand und ging. Mein Herz wollte bleiben, doch würde ich morgen schon wieder hier sein. Vielleicht würde sich dann nach und nach mehr ergeben.

 

Draußen wartete Don, der mich Heim flog. Zuhause war noch viel zu tun. Vieles musste wieder aufgebaut werden, Verletzte wollten versorgt werden und meine Väter machten sich auch Sorgen.

 

In Ruhe erzählte ich ihnen alles und verbrachte den Rest des Tages damit, zu helfen, wo ich nur konnte. Dabei war ich gedanklich die ganze Zeit bei Genesis und mein Herz sehnte sich nach ihm.

 

Die Nacht bracht herein, in der ich kaum schlafen konnte und so brach ich früh morgens schon auf, um wieder ins Krankenhaus zu fliegen. Die Sehnsucht hatte mich gepackt und ich kam noch vorm Frühstück bei Genesis an.

 

Weil ich wusste, wie grausam Krankenhausessen sein konnte, hatte ich ihm ein leckeres Frühstück besorgt und für mich gleich mit.

 

Also schlich ich mich ins Krankenhaus, da noch keine Besuchszeit war und klopfte leise an Genesis Tür.

 

*-*-*

 

Als Barin gegangen war, war ich direkt eingeschlafen. So merkte und spürte ich nicht was um mich herum passierte. Ich war einfach nur vollkommen fertig und so richtig gut fühlte ich mich auch noch nicht.

 

*~*

 

Sephiroth und Angeal waren nur noch einmal kurz bei ihrem Freund gewesen, dann waren sie gegangen, denn es schien ihm soweit gut zu gehen.

 

Das Klinikpersonal kümmerte sich jedoch weiterhin um Genesis, denn so wirklich gesund war er eben doch noch nicht.

 

Genesis schlief den Schlaf der Gerechten, ihn konnte nichts und niemand stören.

 

*~*

 

Im Schlaf träumte ich etwas, dass zwar sehr schön war, mich jedoch erschrocken aufwachen ließ, so dass ich mit Schweißperlen auf der Stirn die Augen öffnete und mich beinahe panisch umsah.

 

Dann hörte ich ein Klopfen an der Tür und brummte, ziemlich schlaftrunken und noch immer leicht panisch: "Ja, bitte...?"

 

Natürlich ahnte ich nicht, wer mich um diese Zeit besuchen wollte...

 

*-*-*

 

''Guten Morgen'', flüsterte ich mit einem Lächeln auf dem Gesicht und schlich mich ins Zimmer. Doch schlug meine Stimmung gleich um, als ich Genesis ansah. Er sah ziemlich fertig aus und hatte Schweißperlen auf der Stirn.

 

Sofort nahm ich einen Waschlappen und tupfte diese liebevoll fort, indem ich mich zu ihm aufs Bett setzte. Das Frühstück hatte ich vorerst einmal beiseite belegt.

 

''Alles okay mit dir? Hast du nicht gut geschlafen?'', fragte ich besorgt und streichelte seine Hand. Mein Herz schrie nach seinen Berührungen, wollte seine Nähe spüren, aber ich hielt mich noch zurück.

 

Genesis sollte sich erst mal erholen und zu Kräften kommen. Jedoch konnte ich es nicht lassen und küsste ihn zaghaft auf die Lippen. Wusste ich doch nicht genau, ob er es auch wirklich wollte.

 

*-*-*

 

Herrje, da kam mein gedankliches Problem zur Tür herein und begrüßte mich lächelnd. Und so wie er lächelte, war bei ihm da eindeutig mehr, als nur... Freundschaft.

 

Hatte ich mich da selbst hinein manövriert?

 

Ja, sicher, wenn ich eins und eins zusammenzählte, konnte ich kaum auf ein anderes Ergebnis kommen.

 

Ich hatte ihm geholfen, nur ein wenig hatte ich mich ihm genähert, und dass er dachte, dass ich mit ihm flirten würde, war ja auch schon ziemlich eindeutig. Die Tatsache, dass er in einer Gegend wohnte, wo es mehr homosexuelle Paare gab, sprach ohnehin für sich. Und dann gab es da noch ganz andere Faktoren, die auf nichts anderes schließen ließen.

 

Dann musste ich an meinen Traum denken, als mich Barin, mit sorgenvollem Gesicht, fragte, ob ich nicht gut geschlafen hätte.

 

"Nein, ich habe nicht so gut geschlafen. Irgendwie hab ich was geträumt und es hat mir... zwar sehr gefallen, aber es hat mich auch etwas erschreckt. Mach dir keine Sorgen, okay.", versuchte ich mich Barin zu erklären und ihm gleichzeitig die Sorgen zu nehmen.

 

Da war es wieder.... seine Hand die, die meine streichelte... seine Fürsorge, wie er meine Stirn vom Schweiß befreite... da war mehr, als er mir wahrscheinlich sagen wollte.

 

"Was führt dich denn, zu so früher Stunde, zu mir, hm?", wollte ich, noch immer ziemlich fertig, aber ein wenig lächelnd, von ihm wissen.

 

Dann jedoch bekam ich meine Antwort spontan, und für mich völlig überraschend küsste er mich plötzlich und unerwartet.

 

Der Kuss war sanft und zaghaft... es fühlte sich für mich schon gut an... keine Frage, aber ich konnte ihn dennoch nur mit großen Augen anstarren... unfähig mich zu bewegen, etwas zu sagen... oder irgendwie zu reagieren.

 

Tja, da war sie, die Antwort auf meine gedankliche Frage.

 

Er wollte mehr von mir, als nur Freundschaft... soviel war mir nun auch klar.

 

*-*-*

 

''Irgendwie konnte ich nicht richtig schlafen und wollte unbedingt zu dir. Dann habe ich gedacht, dass ich uns ein leckeres Frühstück kaufe und mich einfach ins Krankenhaus schleiche. Denn eigentlich ist noch gar keine Besuchszeit, weißt du...''begann ich zu reden und stand wieder auf.

 

Genesis Reaktion bekam ich gar nicht wirklich mit, viel zu sehr war mein ganzer Körper mit Glück durchströmt. Endlich war ich wieder bei ihm und ich habe ihn sogar einfach geküsst.

 

Ich ging zum Fenster und ließ frische Luft herein, bevor ich das Essen bereitete. Mein Blick fiel auf die Uhr und ich wusste, dass wir noch ein wenig Zeit hätten, bevor jemand kommen würde.

 

So gut hatte ich mich lange nicht gefühlt und ich gab mir viel Mühe, ihm ein leckeres Frühstück zu präsentieren. Das stellte ich dann auf den Tisch, den ich über Genesis Bett drehte. Einen Stuhl rückte ich ans Bett heran, damit ich neben Genesis saß und mitessen konnte.

 

''Ich hoffe, es schmeckt dir'', fügte ich noch hinzu und lächelte ihn liebevoll an.

 

*-*-*

 

Langsam und sehr vorsichtig setzte ich mich auf, schaute Barin zu was er da trieb. Herrje, Frühstück um diese Zeit.

 

Aber er hatte sich so viel Mühe gegeben, so dass ich nicht vermochte ihn jetzt zu enttäuschen... brachte es einfach nicht übers Herz.

 

Innerlich musste ich grinsen, nachdem ich seine Erklärung gehört hatte. Definitiv lief da mehr bei ihm, aber... was sollte ich jetzt tun. Wäre ich überhaupt schon bereit eine Beziehung zu führen und womöglich zu... heiraten?

 

"Wenn es so toll schmeckt, wie es aussieht...", lobte ich Barin, versuchte ihm ein Lächeln zu schenken, doch war ich zu sehr in meinen Gedanken gefangen.

 

So nahm ich mir ein Brötchen, bestrich aber nur eine Hälfte und biss dann ein kleines Stück ab... hoffend mein Magen würde mitspielen und nicht dicht machen.

 

Einen Schluck Orangensaft nahm ich zu mir, dann musste ich mich erst mal erholen... das war schon wieder viel zu viel, zu dieser Zeit. Denn so früh konnte ich normalerweise nicht essen, dennoch versuchte ich es.

 

Ich schwieg, traute mich nicht mehr Barin anzuschauen, wo er doch jetzt neben mir saß und sich mein Gesicht leicht rötlich verfärbte.

 

*-*-*

 

''Das hoffe ich doch'', antwortete ich Genesis und begann ebenfalls zu essen. Scheinbar hatte es mich schon richtig erwischt, denn Hunger hatte ich eher weniger.

 

Aber allein das Beisammensein war schön und reichte mir vollkommen.

 

So aß auch ich eher wenig und schwieg. Nach einer Weile, nachdem auch Genesis nichts mehr zu sich nahm, räumte ich alles ab. Es war auch Zeit, denn bald würde eine Schwester hier aufschlagen.

 

''Ich schleiche mich jetzt erst mal raus und komme später wieder. Brauchst du noch irgendetwas? Soll ich dir etwas mitbringen? Deine Wünsche kannst du ruhig äußern. Eine Zeitschrift vielleicht oder ein Buch?'', fragte ich Genesis hilfsbereit.

 

Es sollte ihm doch an nichts fehlen.

 

Nachdem er mir geantwortet hatte, küsste ich ihn erneut zaghaft auf seine Lippen. Etwas unsicher war ich mir noch deswegen. Aber bisher hatte er nicht gesagt, dass er das nicht wollte. Das war schon mal ein gutes Zeichen.

 

Danach schaute ich vorsichtig zur Tür heraus, um zu sehen, ob jemand auf dem Gang war. Nachdem die Luft rein zu sein schien, sagte ich noch 'Bis später' und war auch schon verschwunden.

 

Auf dem schnellsten Wege ging ich nach draußen zu Don, der brav unter einem Baum wartete.

 

*-*-*

 

Die Luft war angefüllt von der Spannung, die ich spürte und kaum mehr erträglich war.

 

Wiederum beobachtete ich Barin, was er tat... wie er alles wegräumte und dann ein paar Worte an mich richtete. Ich meinte nur, dass ich eigentlich nichts bräuchte, außer mein Buch "Loveless". Aber ich war fast sicher, dass er mein Lieblingsbuch nicht kennen würde, geschweige auftreiben konnte.

 

So legte ich mich wieder hin, nachdem Barin weg war und ich ihm ebenfalls ein 'Bis später' geantwortet hatte.

 

Wenn ich nun aber dachte meine Ruhe zu haben, hatte ich mich gründlich getäuscht, denn nur wenig später öffnete sich die Tür und herein kamen ein Arzt und eine Schwester.

 

Sie begrüßten mich, dann wurde ich untersucht und zu meiner Freude schien alles gut zu sein.

 

"Nur noch ein paar Tage, dann können sie das Krankenhaus wieder verlassen."

 

Ich nickte nur nachdenklich, dann wurde alles entfernt, was so an Kabeln an mir hing, dann verließ der Arzt das Zimmer. Anschließend wurde ich noch mit Essen und vielem anderen versorgt, bevor sich dann auch die Schwester aus dem Zimmer entfernte.

 

Ruhe, endlich Ruhe. Ich legte mich wieder hin und schlief sogleich ein, versuchte meine Gedanken zu verdrängen und an nichts mehr zu denken.

 

Wieder träumte ich diesen Traum, doch erschreckte er mich diesmal nicht mehr so sehr, so dass ich nicht erwachte und weiter schlief.

 

*-*-*

 

Da Genesis keine großen Wünsche hatte, machte ich mich auf in den nächsten Buchladen, um sein Lieblingsbuch zu besorgen. Leider hatten sie es nicht vorrätig, würden es für mich bestellen.

 

Aber das reichte mir nicht, weil ich es sofort brauchte. Die Buchhandlung riet mir eine andere Buchhandlung, die sehr viel Auswahl hatte, wo ich das Buch womöglich direkt bekommen könnte.

 

Also ging ich dorthin und hatte Glück, dass sie noch ein Exemplar hatten. Das kaufte ich direkt und ging anschließend noch in ein Kaufhaus, wo ich etwas süßes für Genesis kaufte.

 

Sicher war es ungewohnt für mich in einen Kaufhaus, aber ich kannte es schon von anderen Ländern. Danach ging ich noch ein wenig spazieren, immerhin wollte ich Genesis auch etwas Ruhe gönnen.

 

Erst zur Besuchszeit am Nachmittag ging ich wieder ins Krankenhaus. Don wartete brav draußen im Schatten, unter einen Baum auf mich.

 

*-*-*

 

Ruhig und selig lag ich in meinem Bett und schlief den Schlaf der Gerechten. So konnte ich auch nicht merken, was hier vor sich ging oder ob wer mein Zimmer betrat.

 

Noch immer träumte ich diesen Traum, konnte mir ein Lächeln irgendwie nicht verkneifen, auch wenn es doch eher unbewusst war.

 

Barin... in einer wunderschönen Tracht... viele Leute waren versammelt... alles war festlich... eine Hochzeit! Und ich war dabei... stand neben Barin, der mich lieb anlächelte, bevor er mich küsste und ich diesen Kuss erwiderte...

 

Irgendwann erwachte ich, schaute mich um, setzte mich hin und stand dann langsam auf. Mich noch am Bett festhaltend, lief ich vorsichtig auf das Fenster zu und schaute hinaus.

 

Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien und ich war irgendwie zufrieden... wusste nicht mal warum.

 

*-*-*

 

''Hallo'', grüßte ich freundlich eine Schwester, die mir auf dem Gang entgegenkam. Dann klopfte ich höflich an die Tür zu Genesis Krankenzimmer, bevor ich eintrat.

 

''Oh hey... Du bist auf, wie schön'', begrüßte ich Genesis freudig. Ihn wieder so zu sehen, tat sehr gut.

 

Langsam ging ich auf ihn zu, wie verträumt er dort am Fenster stand. Meine Hände legte ich links und rechts an seine Oberarme und streichelte diese mit meinen Daumen. Dann legte ich meinen Kopf auf seine Schulter und umarmte ihn so von hinten.

 

''Herrlich ist es heute draußen, nicht wahr?'', sagte ich ruhig, bevor ich sacht mit meiner Nase, die seine berührte, um ihn anschließend einfach zu küssen.

 

Wie schön warm und weich seine Lippen waren. Mein Herz schien Purzelbäume zu schlagen vor Aufregung. Die Augen hatte ich geschlossen und genoss einfach nur den Moment.

 

Dann löste ich mich wieder von Genesis und holte das Buch hervor.

 

''Aufgabe erfüllt'', zwinkerte ich ihm zu und lächelte ihn an.

 

*-*-*

 

Da ich mir schon dachte, dass es Barin war, der mein Zimmer betrat, drehte ich mich erst einmal nicht um und schaute weiter aus dem Fenster. Aber dann kam er auf mich zu, streichelte und umarmte mich von hinten, was sehr seltsame, unbekannte Gefühle in mir auslöste.

 

Als er sich dann vor mich stellte, meine Nase, mit der seinen berührte und mich küsste und dazu die Augen schloss, wollte ich es einfach wissen und erwiderte den Kuss... zögernd... zaghaft.

 

Nachdem er sich von mir gelöst hatte und das Buch hervor holte, musste ich tatsächlich grinsen, als er dann meinte, dass er seine Aufgabe erfüllt hätte. Dieses Lächeln... und dass er mir zuzwinkerte... ließ mich wieder einmal leicht erröten.

 

"Toll... ich... danke dir.", antwortete ich Barin flüsternd, senkte dann aber sehr verlegen den Kopf, während ich das Buch an mich nahm.

 

*-*-*

 

So wie Genesis schaute und vorher meinen Kuss erwidert hatte, konnte ich gar nicht anders. Sanft legt ich meine Hand an sein Kinn, hob es an und küsste ihn erneut.

 

Liebevoll strich ich dabei mit meiner Zunge über seine Lippen, bat somit um Einlass.

 

Jetzt raste mein Herz noch mehr und ich schloss genießend die Augen, während meine Arme sich um Genesis legten.

 

Es war ruhig hier und die Sonne schien zum Fenster rein. Alles schien für den Moment still zu stehen.

 

*-*-*

 

Noch immer sehr verlegen, spürte ich, dass Barin mein Kinn anhob und mich erneut küsste, wieder konnte ich nicht anders, als diesen Kuss zu erwidern.

 

Mein Mund öffnete sich beinahe von allein, als Barins Zunge über meine Lippen strich und sich meine Wangen nun schon in ein dunkleres Rot tauchten.

 

Meine Gefühle fuhren gerade Achterbahn. Ich wusste nicht was ich fühlen sollte. Mein Herz raste... war das die Liebe, von der ich schon so oft gelesen hatte, die ich so oft aus meinem Lieblingsbuch zitierte?

 

War ich etwa... herrje... ja, es musste wohl so sein... ich war sehr wahrscheinlich in Barin... verliebt.

 

Und das passierte mir... ausgerechnet mir.

 

War es nicht immer Sephi, dem so was passierte... oder Angeal... in mich hatte sich doch sonst niemand verliebt.

 

Aber so wie sich Barin mir gegenüber verhielt, war auch er eindeutig in mich verliebt.

 

Aber was dann?

 

Konnte ich auch über meinen Schatten springen und ihn... irgendwann... heiraten?

 

War ich überhaupt beziehungsfähig?

 

Ich kannte mich damit nicht aus... was sollte ich tun?

 

Unsicherheit erfasste mich...

 

*-*-*

 

Ich spürte wie Genesis den Kuss erwiderte und wollte ihn am liebsten nicht mehr lösen. Viel zu schön fühlte es sich an und viel zu geil machte es mich.

 

Doch musste ich mich versuchen zu beherrschen, denn Genesis war doch noch immer geschwächt. Außerdem wollte ich nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen. Alles zu seiner Zeit.

 

Leider wurden wir jedoch unterbrochen, denn hinter uns hörte ich die Tür und als hätten wir etwas verbotenes getan, löste ich mich mit hochrotem Kopf von Genesis.

 

Herrje, war das peinlich, da war ich total in Gedanken gewesen. Wusste ich doch genau, wie es in manchen Ländern gesehen wurde, wenn sich zwei Männer küssten.

 

Verlegen schaute ich Genesis an, dann zu Boden. Meine Hände legte ich schützend auf meine Körpermitte und versuchte meine Erregung zu verbergen.

 

*-*-*

 

Herrje, es hatte sich so toll angefühlt, dann jedoch wurden wir unterbrochen, denn die Tür öffnete sich und herein kam Sephiroth. Ich schaute, wie gebannt, zur Tür, nachdem wir uns voneinander gelöst hatten.

 

"S-Sephiroth... ich... ähm...", stammelte ich und sah auch, wie rot Barin am Kopf geworden war.

 

Sephiroth grinste nur wissend.

 

"Hallo, ihr Beiden. Ich kann gern später wieder kommen, wenn ihr fertig seid. Ich wollte gewiss nicht stören.", entschuldigte er sich bei uns.

 

Ein wenig kam er dennoch auf uns zu und schaute uns nacheinander an. Dann bat er Barin:

 

"Barin, ich hätte dich gern mal gesprochen. Allein und draußen, wenn es geht." und machte dabei ein etwas ernsteres Gesicht.

 

"Keine Sorge, mein Kleiner, ich bringe dir Barin gleich wieder.", meinte er noch zu mir, bevor er sich auf den Weg, raus aus dem Zimmer, machte.

 

Ich schaute ihm nur gedankenversunken nach.

 

*-*-*

 

''Hallo... Ähm... ja... Sicher'', hatte ich nur von mir geben können, schaute noch kurz unsicher rüber zu Genesis, wenn auch noch etwas verlegen, bevor ich Sephiroth folgte.

 

Die Tür schloss ich hinter uns, während wir nun im Flur standen.

 

Verlegen schaute ich zu Boden, bevor ich Sephiroth ansah.

 

''Ähm... Ich kann das erklären...'', wollte ich beginnen irgendwie das Geschehene zu erklären. Aber war das überhaupt notwendig?

 

Wollte Sephiroth das überhaupt von mir?

 

*-*-*

 

Ich schaute beiden nach, dann wand ich mich wieder dem Fenster und dem schönen Wetter zu, während sich meine Gedanken beinahe überschlugen.

 

Was wollte Sephi von Barin?

 

*~*

 

"Hey, Barin, es ist gut, du brauchst mir jetzt nichts zu erklären. Ich möchte nur von dir wissen, was genau du von Genesis willst. Ich mein, ich ahne es, aber ich will es von dir wissen.

 

Was wird mit euch? Willst du ihn mit nach Homoparis nehmen?

 

Ich weiß ja nicht was er dir so erzählt hat, aber er hat viel zu viel durchmachen müssen. Er hatte noch nie eine Beziehung oder dergleichen. Er ist sehr verletzlich und empfindlich.

 

Ich möchte nicht, dass ihm wehgetan wird. Er ist mein bester Freund... fast schon ein Bruder für mich. Verstehst du das?", sprach Sephiroth ruhig mit Barin und schaute ihm sanft, aber fragend in die Augen.

 

*-*-*

 

Ein Lächeln legte sich auf meine Lippen, als ich hörte, dass Sephiroth sich nur Sorgen um Genesis machte.

 

''Weißt du, ich denke, dass ich mich ganz schön in Genesis verliebt habe. Meine Bedenken sind nur, dass Genesis es zu viel ist mit mir, weil ich in einem halben Jahr heiraten muss, um der neue Thronfolger zu werden.

 

Ob er mit nach Homoparis geht oder weiter hier lebt, bleibt natürlich ihm überlassen.

 

So weit entfernt ist es ja nun nicht. Es liegt ganz bei ihm. Weh tun oder gar verletzten werde ich ihn keinesfalls. Eher jeden Wunsch von den Augen ablesen. So etwas wie zwischen ihm und mir erlebe ich auch zum ersten Mal.

 

Ich möchte nur glücklich mit ihm werden und vor allem, dass er glücklich ist!'', versicherte ich Sephiroth sanft aber voller ernst.

 

*-*-*

 

Sephiroth nickte verständnisvoll und grinste. Ja, dem kleinen Prinzen schien es wirklich ernst mir seinem Freund zu meinen.

 

"Ja, das dachte ich mir. Dann rede mit ihm, mach ihm klar was du für ihn empfindest. Vielleicht wird es ja einfacher als du denkst.

 

Ich würde nur sehr ungern meinen Freund hergeben wollen, aber das steht hier nicht zur Sache. Ich wünsche dir jedenfalls, dass du glücklich wirst.", erwiderte Sephiroth ruhig und mit sanfter Stimme.

 

"Ich lasse euch jetzt allein und komme später wieder. Richte ihm bitte schöne Grüße von mir aus. Geh zu ihm und versuche ihn glücklich zu machen. Ihr habt es beide verdient.", fügte der General hinzu, drehte sich dann, winkend um, und machte sich auf den Weg das Krankenhaus zu verlassen.

 

*~*

 

Noch immer etwas unsicher und nachdenklich, wand ich mich vom Fenster ab und legte mich wieder ins Bett. Nachdem ich mich zugedeckt hatte, drehte ich mich auf die Seite, den Blick wieder zum Fenster zugewandt, schloss ich meine Augen.

 

*-*-*

 

Leise ging ich ins Zimmer zurück, wo ich Genesis wieder im Bett vorfand.

 

''Genesis? Schläfst du?'', fragte ich leise, während ich mich dem Bett näherte.

 

Dann setzte ich mich auf einen Stuhl zu ihm und schaute ihn fragend an.

 

''Genesis? Hat es dir gefallen, dass ich dich geküsst habe? Sage mir, hat es dir auch gefallen, dass ich dich berührt habe?'', fragte ich ihn mit einem Lächeln auf den Lippen.

 

''Ich möchte sehr gerne mit dir zusammen sein. Eine Beziehung würde ich sehr gerne mit dir führen und ich hoffe sehr, dass es dir keine Angst macht, dass ich in einem halben Jahr heiraten soll.

 

Es geht darum, dass ich der neue Thronfolger werden muss, weil meine Väter bereits zu alt dafür sind. Wenn du es nicht möchtest, verstehe ich das natürlich.

 

Denn ich möchte nur, dass du glücklich bist.

 

Auch müsstest du nicht unbedingt in Homoparis leben, wenn du das nicht wollen würdest. Du könntest sehr wohl hier deine Wohnung behalten. Soweit ist die Entfernung ja nicht'', versuchte ich alles zu erklären und hoffte sehr, Genesis würde meine Gefühle verstehen.

 

*-*-*

 

Ich hörte, dass Barin das Zimmer wieder betrat und öffnete meine Augen, als er sich auf den Stuhl, an meinem Bett, setzte.

 

"Ich bin wach.", erwiderte ich, dann hörte ich ihm zu was er zu sagen hatte.

 

Geduldig hörte ich mir alles an und wurde auf einen Schlag rot im Gesicht.

 

Wenn ich es richtig verstanden hatte, ließ mir Barin alle Optionen offen, was mich freute und sehr beruhigte.

 

Erst als er zuende geredet und ich kurz nachgedacht hatte, sprach ich:

 

"Also erst mal... von dem, was du mir jetzt gesagt hast... habe ich... schon geträumt. Zuerst erschreckte es mich, aber jetzt könnte ich mich direkt daran gewöhnen.

 

Ja, es hat mir gefallen, dass du mich geküsst und berührt hast. Ich weiß noch nicht so wirklich, wie ich reagieren soll. Aber... ich habe definitiv starke Gefühle für dich entwickelt.

 

Nicht umsonst haben mich nur deine Worte ins Leben zurückgeführt.

 

Ich weiß auch, dass es sich dabei um Liebe handelt. Allerdings muss ich dir sagen, dass ich noch nie eine Beziehung hatte... auch keine... One-Night-Stands oder so und ich bin deswegen etwas ...verunsichert.

 

Nein, es macht mir keine Angst, dass du heiraten musst... ob ich dazu schon bereit bin, weiß ich nicht, aber das wäre ja wohl auch erst in einem halben Jahr, nicht."

 

Ich lächelte Barin lieb, noch etwas unsicher, an.

 

"Ich mein, wir könnten es ja erst einmal versuchen, wie es mit uns funktioniert und dann schauen, ob du mich in einem halben Jahr wirklich heiraten willst. Und ob ich für die Hochzeit bereit und überhaupt beziehungsfähig bin.

 

Meine Wohnung würde ich erst einmal schon gern behalten wollen, denn hier fühle ich mich eigentlich sehr wohl und auch meine beiden Freunde würde ich sehr vermissen.

 

Aber ich möchte auch, dass du glücklich wirst und bist, sonst wäre es ja nur einseitig und das wäre unfair. Wenn dann sollten wir beide glücklich sein, oder.", schlug ich ihm mit sanfter Stimme und liebevoll vor.

 

Mit einem liebevollen Lächeln schaute ich Barin nun abwartend an.

 

*-*-*

 

''Hört sich alles sehr gut an'', sagte ich einverstanden und gab Genesis einen Kuss.

 

''Lass uns schauen, wohin uns diese Beziehung führt!'', fügte ich sehr glücklich hinzu. Denn das war ich definitiv. Glücklich!

 

Es erleichterte mich sehr, dass auch Genesis glücklich war und Sephiroth schien seinen Freund wirklich gut zu kennen, denn er hatte recht gehabt.

 

Liebevoll streichelte ich meinen Freund übers Gesicht und lächelte erneut.

 

*-*-*

 

Endlich war alles geklärt und wir waren mittlerweile ein Paar.

 

Seit nunmehr zwei Wochen war ich nun schon wieder aus dem Krankenhaus raus. Barin war wirklich jeden Tag bei mir gewesen und besuchte mich nun auch immer wieder bei mir daheim.

 

Außer küssen war aber noch nichts weiter zwischen uns passiert.

 

Heute nun, sollte ich seine Väter kennen lernen, wir hatten uns in Homoparis verabredet und ich musste in nicht ganz zwei Stunden los.

 

Wie immer zog ich meine schwarzen Sachen an, meine schwarzen Stiefel und meinen roten Mantel. Anschließend befestigte ich mein rotes Rapier an meinem Rücken und schaute mich noch einmal um.

 

Tief atmete ich ein und aus bevor ich meine Wohnung verließ.

 

Draußen angekommen, ließ ich meinen schwarzen Flügel erscheinen, erhob mich in die Luft und flog nach Homoparis. Doch je näher ich kam, desto unruhiger wurde ich wieder, aber ich wollte das hier und inzwischen war ich mir sogar fast sicher, dass ich ihn heiraten wollte.

 

Ziemlich schnell erreichte ich die Stadt und landete dann genau vor Barin.

 

"Hallo, mein Engelchen.", begrüßte ich ihn und gab ihm einen sanften Kuss auf den Mund.

 

*-*-*

 

''Hallo, mein Engel'', begrüßte ich Genesis ebenfalls und erwiderte den Kuss.

 

''Alles gut! Du brauchst nicht nervös zu sein. Sie sind Beide sehr nett und können es kaum erwarten dich endlich kennenzulernen'', beruhigte ich ihn ein wenig, da ich seine Nervosität spürte.

 

Meine Väter hatten den großen Tisch eindecken lassen. Es gab viele verschiedene Früchte und Säfte zur Auswahl. So was verstanden wir unter einer Kaffeetafel.

 

Unruhig ging mein Vater auf und ab, während mein leiblicher Vater schmunzelnd am Tisch saß und das mit ansah.

 

Ich hatte Genesis an die Hand genommen und war ins Schloss gegangen. Don hatte sich brav zurückgehalten, obwohl er Genesis genauso liebte, wie ich ihn.

 

''Vater... Vater... hier sind wir'', sagte ich, als wir den Saal betraten und mein Vater kam direkt auf uns zu und schüttelte Genesis wie wild die Hand. Er strahlte und musterte ihn. Mir war das ganze ziemlich peinlich.

 

Hingegen kam mein leiblicher Vater langsam auf uns zu und hielt sich ein wenig zurück.

 

''Hallo Genesis, schön dich kennenzulernen. Es bleibt dir überlassen, ob du eure Majestät oder aber Vater sagst'', kam es dann von ihm und ich wäre am liebsten im Erdboden versunken, vor Scham.

 

''Warum setzten wir uns nicht einfach'', sagte ich dann und mein Vater, hätte Genesis Hand wohl nie mehr loslassen wollen, doch so musste er es.

 

Wie konnte man nur so aufdringlich sein. Wie froh ich sein würde, wenn ich meinen Schatz endlich für mich allein hätte, nachdem wir hier fertig waren.

 

*-*-*

 

Oh man, irgendwie war mir das alles ziemlich unangenehm, da ich so viel Trubel eben nicht gewohnt war. So war ich doch mehr aufgeregt, als ich mir eingestehen wollte.

 

Beinahe krampfhaft, hatte ich Barins Hand festgehalten und ließ mich von ihm ins Schloss führen.

 

Sogleich kam einer seiner Väter an und begrüßte mich überschwänglich, was mir auch sehr unangenehm war, doch blieb ich höflich.

 

"Ich freue mich auch euch kennen zu lernen, Majestät.", gab ich von mir, und zu Barins anderem Vater sagte ich beinahe das selbe.

 

Ich spürte die Wärme an meinem Kopf und wusste, dass ich wohl mal wieder puterrot angelaufen war. Sie schienen wirklich sehr nett zu sein und sich echt zu freuen, mich kennen zu lernen.

 

Meinen Kopf hielt ich jedoch weitgehend gesenkt, bis wir an die Tafel kamen und ich meinen Augen nicht trauen wollte.

 

WOW... dachte ich bei mir...

 

Herrje, die hatten sich doch wohl nicht extra für mich solche Mühe gegeben, oder...?

 

Das wäre mir allerdings noch peinlicher gewesen, denn so viel Aufmerksamkeit war ich echt nicht gewohnt.

 

"Bitte, sag mir, dass sie den Tisch nicht nur wegen mir so haben eindecken lassen.", bat ich meinen Liebling flüsternd und wusste kaum mehr wohin ich schauen sollte.

 

*-*-*

 

Wie süß Genesis war, wenn er so rot anlief. Zum Glück konnte er keine Gedanken lesen und ahnte nicht, was ich später noch mit ihm anstellen wollte, denn dann würde er sicher, die ganze Zeit über so aussehen. Einfach zum vernaschen süß!

 

''Nein'', beruhigte ich ihn, ''Alles gut. Für uns wird so was veranstaltet, wie bei euch, wenn es Kaffee und Kuchen gibt. Hier sind es eben Früchte und Säfte. Also einfach so, wenn man Besuch bekommt. Verstehst du?''

 

Ich lächelte ihn verliebt an und rückte ihm den Stuhl zurecht. Nachdem er sich gesetzt hatte, nahm ich neben ihm platz.

 

''Es gibt hier sehr viele Pflanzen, Früchte und Gemüse, was es bei euch nicht gibt. Bei uns gibt es einfach alles und für uns ist es alltäglich. Also bitte, bedien dich und lass es dir schmecken, mein Schatz'', sagte ich.

 

Dann kam auch schon eine Dienerin und schenkte mir einen Saft ein, den ich wollte. Anschließend ging sie rüber zu Genesis und fragte ihn, welchen Saft, er sich wünschte.

 

Meine Väter wurden auch bedient und nahmen sich etwas vom Obst.

 

Natürlich löcherte mein Vater Genesis mit vielen Fragen und ich hoffte nur, dass dies hier schnell vorbeigehen würde.

 

*-*-*

 

Einigermaßen beruhigt war ich nun schon, dass dies hier nicht wegen mir veranstaltet wurde und atmete erleichtert aus.

 

Natürlich traute ich mich erst einmal nicht an das alles heran, es sah doch so toll aus, es wäre ein Frevel gewesen, würde man es zerstören.

 

Meinem Schatz hatte ich gut zugehört und verstand was er mir zu erklären versuchte, nickte verstehend.

 

Die Dienerin bat ich, dass ich gern einen Apfelsaft hätte, den sie mir dann auch eingoss und den Becher wieder hinstellte.

 

Verlegen schaute ich mich hier um, beobachtete alles ganz genau, musste mir aber auch viele Fragen von einem seiner Väter gefallen lassen, die ich alle geduldig, höflich und sehr freundlich beantwortete.

 

Schließlich wagte ich es und nahm mir sehr zögerlich eines der Früchte, und biss zaghaft hinein. Irgendwie fühlte ich mich gerade so klein und unbedeutend... herrje, ob sich das je legen würde?

 

Aber ich hatte ja mein Engelchen bei mir, so war es sehr viel besser zu ertragen.

 

Wäre einer meiner Freunde auch dabei gewesen, hätte ich mich noch etwas sicherer gefühlt, aber das Glück hatte ich nun nicht.

 

Nun, ich würde es wohl auch so überleben.

 

*-*-*

 

Zum Glück überstanden wir das Beisammensein mit meinen Vätern und bevor mein Vater Genesis noch mehr Löchern konnte, nahm ich meinen Schatz an die Hand.

 

''Ihr entschuldigt uns sicherlich'', sagte ich mit einen Lächeln und zog Genesis mit mir.

 

''Sorry, aber ich musste da jetzt weg'', flüsterte ich ihm zu, als wir den Saal verlassen hatten.

 

''Komm, ich zeige dir meine Zimmer'', fügte ich dann lächelnd hinzu und wir gingen hinauf ins Schloss, wo die ganze obere Etage mir gehörte.

 

Im Grunde war es wie eine kleine Wohnung, mit einem großen Badezimmer und zwei Räumen, einem Schlaf- und einem Wohnraum.

 

''Tja, das hier ist mein und wenn du magst auch unser Reich'', wagte ich es dann verlegen zu sagen und musste Genesis einfach küssen. Viel zu lange hatte ich mich zurückgehalten.

 

''Ich muss mich für meinen Vater entschuldigen. Er scheint total vernarrt in dich zu sein'', kam es dann von mir, wobei ich Genesis wieder an die Hand nahm, um ihm mein Schlafzimmer zu zeigen.

 

''Bleibst du heute Nacht hier?'', fragte ich ihn dann etwas verlegen, wobei meine Finger sanft über seinen Arm strichen.

 

So gerne wollte ich ein wenig mehr von ihm, als nur Küsse. Doch hatte ich mir auch vorgenommen, mich seinem Tempo anzupassen. Ihn für die ganze Nacht dicht bei mir zu haben, war gedanklich schon mal sehr verlockend.

 

*-*-*

 

Mit beinahe unendlicher Dankbarkeit, folgte ich meinem Schatz, der mich von der Tafel und auch von seinem Vater erlöst hatte.

 

Mit Staunen folgte ich Barin und schaute mir alles genau an. Eine ganze Etage für sich allein und dann auch noch mit allem drum und dran... wow... das war wirklich beeindruckend.

 

Unser Reich... das musste ich mir direkt auf der Zunge zergehen lassen und es musste wohl auch erst einmal mein Gehirn richtig erreichen. Keine Frage, es hörte sich wirklich verlockend an, aber konnte ich das wirklich so annehmen?

 

Nun, ich würde meine Wohnung dennoch nicht aufgeben, denn immerhin war es meine eigene Wohnung, sie war mein Eigentum. Zugegeben sie war nicht so schön groß wie das Reich meines Schatzes, aber sie war auch mit vielen Annehmlichkeiten ausgestattet, worauf ich sehr stolz war.

 

Den Kuss, meines Schatzes, erwiderte ich nur allzu gern und schloss dabei die Augen genießend.

 

"Ach wo, du brauchst dich nicht für deinen Vater entschuldigen, er war sehr nett, aber ich bin dennoch froh, dass du mich befreit hast. Warum ist er so vernarrt in mich? Das kann ich nicht so richtig verstehen?", meinte ich liebevoll, stellte aber gleich noch eine Frage.

 

"Es ist wirklich schön hier und ...ja, dann... ist es... eben... unser Reich. Aber ich würde trotzdem gern mein kleines Reich behalten.", fügte ich sanft hinzu und ließ mir das Schlafzimmer zeigen.

 

Seine anschließende Frage und das sanfte Streicheln von ihm über meinen Arm, ließen mich wiederum leicht erröten, doch nickte ich einwilligend.

 

"Natürlich, ich bleibe gern heute Nacht bei dir.", erwiderte ich auf seine Frage, doch senkte ich mal wieder verlegen meinen Kopf.

 

Ich spürte, dass auch Barin verlegen war und musste nun doch ein wenig grinsen.

 

So nahm ich Barin einfach in die Arme und drückte ihn liebevoll an mich. Sanft streichelte ich dabei seinen Rücken.

 

"Ich... liebe dich...", flüsterte ich ihm zu: "...und... ich glaube, ich bin fast soweit... dass ich mich auf eine Hochzeit... mit dir... einlassen kann."

 

Noch bevor Barin antworten konnte, küsste ich ihn sanft und voller Liebe.

 

*-*-*

 

''Mein Vater hat eben die ganze Zeit gewartet, dass ich endlich einen Mann mit nach Hause bringe. Sie haben beide viele Söhne und ich somit viele Geschwister. Nur lebte außer einer Schwester, niemand hier. Mit mir hatten sie Glück, endlich einen Thronfolger zu haben'', erklärte ich Genesis seine Unverständnis.

 

Dass er rot wurde gefiel mir wieder sehr. Er sah dabei immer so unglaublich süß aus, einfach zum Vernaschen.

 

Als er dann sagte, dass er bleiben würde, freute ich mich natürlich. Der nächste Satz brachte mich zum Erstaunen, auch wenn ich mich noch mehr freute und seinen Kuss noch etwas steif erwiderte.

 

Ich hatte einfach nicht die Chance ihm zu sagen, dass ich ihn auch liebte.

 

Doch mein Körper schrie geradezu nach diesen Zärtlichkeiten und wenn Genesis heiraten wollte, dann wollte er bestimmt auch langsam weiter gehen, als sich nur zu küssen.

 

Anstatt mich von ihm zu lösen und etwas dazu zu sagen, umarmte ich ihn ebenfalls und setzte mich aufs Bett. Ihn zog ich dabei auf mich, so dass er von Angesicht zu Angesicht, auf meinen Schoß saß.

 

Den Kuss unterbrach ich dabei nicht und genoss es, zu spüren, wie sein Gesicht glühte.

 

*-*-*

 

Barins Erklärung bezüglich seines Vaters hatte ich nun verstanden und nickte verstehend.

 

Ich genoss, dass Barin meine Küsse erwiderte, doch dann wurde mir ein wenig mulmig zumute, als sich mein Schatz aufs Bett setzte und mich auf sich zog, so dass ich breitbeinig und von Angesicht zu Angesicht auf ihm saß.

 

Meine Wangen glühten förmlich in dem schönsten Rot, denn er küsste mich weiter und ließ nicht von mir ab.

 

Dennoch erregte es mich unglaublich, so hier auf ihm zu sitzen, ihn zu küssen, ihm so nahe zu sein. So senkte ich meinen Kopf mal wieder verlegen.

 

Ich streichelte meinen Schatz zärtlich und liebevoll, begann seinen schönen Körper langsam zu erkunden.

 

Wow... er fühlte sich richtig gut an und meine Hände bekamen einfach nicht genug von ihm.

 

*-*-*

 

Jetzt wollte Genesis es aber wissen und seine Hände machten mich wahnsinnig. Meine Männlichkeit wurde geweckt und drückte gegen den Schoß meines Schatzes.

 

Es wurde unangenehm eng in meiner Hose, aber ich versuchte mich zu beherrschen, auch wenn die Gesichtsfarbe von Genesis mich eigentlich dazu trieb, regelrecht über ihn herzufallen.

 

Ich genoss diese Nähe und die Zärtlichkeiten zwischen uns. Doch musste ich mich kurz aus dem Kuss lösen, da ich mich sonst womöglich nicht mehr unter Kontrolle gehabt hätte.

 

Liebevoll ließ ich meine Hände auf Genesis Hintern geparkt und stupste mit meiner Nase, die seine an. Ein Lächeln legte sich auf meine Lippen, denn ich war einfach nur glücklich.

 

*-*-*

 

Die Hände meines Lieblings auf meinem Allerwertesten fühlten sich nicht schlecht an, sogar mehr als gut, aber warum hatte er jetzt den Kuss gelöst?

 

Aber ich dachte mir schon, dass er dafür sicher seine Gründe hätte. Ich kannte mich damit nicht aus und würde mich von Barin führen lassen.

 

Seine Nase, die meine anstupste, ließ mich verlegen grinsen, aber ich machte einfach mit.

 

Sein Lächeln, das er mir schenkte, ließ mich ebenfalls lächeln. Er schien so glücklich zu sein und das freute mich ehrlich, zudem es mir nicht so sehr viel anders ging. Ich war ebenfalls sehr glücklich und hätte am liebsten die ganze Welt umarmt. Nie zuvor, hatte ich so viel Glück empfunden.

 

Mit meinem Gesicht kam ich dem seinen ganz nahe, küsste ihn zärtlich und flüsterte ihm ins Ohr:

 

"Ich liebe dich... weißt du eigentlich, wie... glücklich ich gerade bin.", währenddessen strichen meine Hände über seine Arme... seinen Körper.... seinen Hals... es fühlte sich einfach nur toll an ihn zu berühren und zu streicheln.

 

*-*-*

 

''Ich liebe dich auch! Und ich bin auch sehr glücklich... allerdings, wenn du so weitermachst, kann ich für nicht mehr garantieren'', gestand ich Genesis, nachdem ich seinen Kuss erwidert hatte.

 

Seine Streicheleinheiten machten es nicht besser und seine liebe unschuldige Art, schien mich sowieso verrückt zu machen.

 

Meine Hände wurden nun ebenfalls frech und wanderten seinen Rücken hoch, unter sein Shirt. Ertasteten seine warme und weiche Haut. Wie gut er sich anfühlte.

 

Erneut küsste ich ihn und wollte dieses Spiel nie mehr enden lassen.

 

Nur war er schon bereit für mehr?

 

Unsicher löste ich mich erneut und schaute ihn fragend an.

 

''So gerne würde ich dich ganz nah spüren! Am Liebsten in mir...'', wurde ich nun direkter.

 

Ob Genesis das selbe wollte, wie ich?

 

*-*-*

 

Ach herrje.... seine Worten hallten in meinen Ohren wider und ich wusste nicht was ich sagen oder tun sollte. Mein Gesicht nahm die Farbe von überreifen Erdbeeren an und mein Herz pochte gegen meinen Brustkorb, als wollte es jeden Moment herausspringen.

 

"Ich... ich... will es ja auch... aber... ich... na ja... weiß nicht... wie... na ja... wie...", stammelte ich vor mich hin und schaute nun überall hin... nur ihn konnte ich irgendwie nicht mehr anschauen.

 

"Na ja, ich... weißt du... ich... hm... hab noch nie...", herrje, weiter konnte ich echt nicht reden... man, das war so krass peinlich.

 

Dennoch tat es gut, wie er meinen Rücken streichelte... seine warmen Hände auf meiner nackten Haut fühlten sich toll an, nur wurde ich jetzt noch unsicherer, als ich ohnehin schon war.

 

"Ich... ähm... es tut mir leid...", flüsterte ich peinlich berührt.

 

Was sollte ich denn nur machen?

 

Man, ich war doch echt zu nichts zu gebrauchen... toll... Genesis... echt toll...

 

*-*-*

 

''Alles gut'', versuchte ich ihn zu beruhigen, ''Wenn du es wirklich willst, helfe ich dir und übernehme die Führung, okay?''

 

Ich musste schmunzeln, denn Genesis war wirklich zu süß.

 

''Weißt du eigentlich wie süß du bist, wenn du so rot wirst und so schüchtern bist. Es muss dir nicht peinlich sein. Schön, dass du so offen bist. Wir kriegen das schon hin und es wird bestimmt wunderschön'', flüsterte ich und streichelte ihn dabei weiter.

 

Dann zog ich ihn sanft aufs Bett und legte mich neben ihn. Während ich ihn umarmte, schaute ich einfach nur in seine schönen Augen und genoss den Moment.

 

Innerlich war ich schon viel zu heiß und wusste ganz genau, dass ich vorher irgendwie Druck ablassen musste. Sonst würde diese Zweisamkeit viel zu schnell zuende sein.

 

*-*-*

 

Mit Staunen stellte ich fest, dass Barin mir viel Verständnis entgegen brachte, was mich tatsächlich ein wenig beruhigte, dennoch war es mir sehr peinlich, dass ich so gar keine Erfahrungen hatte.

 

Aber wie hätte ich die auch machen sollen, wenn ich immer nur gearbeitet hatte und niemals für etwas anderes Zeit gehabt hatte, da ich ständig auf Abruf war.

 

Seinem Vorschlag die Führung zu übernehmen, stimmte ich nickend zu und lächelte schüchtern. Diese Schüchternheit verstärkte sich noch einmal, als er meinte, dass ich süß wäre, wenn ich errötete und schüchtern war.

 

Na toll... echt toll... Genesis Rhapsodos... reiß dich doch einfach mal zusammen... verdammt...

 

Bereitwillig ließ ich mich von meinem Schatz auf das Bett ziehen, ließ mich auch von ihm umarmen, was ich ihm gleich tat, da es sich so toll anfühlte und ich gar nicht anders konnte.

 

"Du bist viel süßer als ich.", flüsterte ich meinem Liebsten grinsend zu, bevor ich ihm ebenfalls in die Augen schaute und mich ein angenehmes Kribbeln erfasste.

 

Dann folgte ich einfach meinem Instinkt und ließ meine Hände einfach über seinen Körper wandern... ganz langsam... liebevoll und zärtlich.

 

Herrgott fühlte sich das toll an und dabei in diese tollen, wunderschönen Augen zu schauen... unbeschreiblich...

 

*-*-*

 

Genesis folgte scheinbar seinem Instinkt und begann mich zu streicheln, was sich wirklich gut anfühlte. Seufzend tat ich es ihm gleich und suchte dabei seine empfindlichsten Stellen.

 

Erneut küsste ich ihn, wobei meine Lippen auch mal über seinen Hals wanderten.

 

Nach einer Weile zog ich ihm seinen Mantel aus und sein Oberteil. Immerhin wollte ich jetzt auch die Haut sehen, die ich gefühlt hatte.

 

Ja, er war verdammt sexy und so begann ich seinen Oberkörper mit Küssen zu übersähen. Seine Brustwarzen neckte ich ein wenig, indem ich über sie leckte. Doch legte ich mich nicht ganz auf ihn, ließ ihm etwas Freiraum.

 

Groß genug war mein Bett für solche Spiele und das nutzte ich jetzt aus.

 

Anschließend zog auch ich mir mein Oberteil aus, was ebenfalls irgendwo landete.

 

Wieder ging ich hoch und küsste meinen Schatz leidenschaftlich, wobei ich alles um mich herum vergaß.

 

*-*-*

 

Ich entspannte mich vollends, als Barin mich ebenfalls zu streicheln begann und anscheinend meine empfindlichen Stellen suchte. Herrje, was würde das werden? Ich war doch überall so empfindlich und konnte mich kaum mehr zusammennehmen.

 

Endlich wurde ich nun meinen Mantel und auch mein Shirt los, doch als er dann sehr ungezogen wurde und meine nackte Haut betrachtete, zudem meine Brustwarzen leckte, meinen Oberkörper küsste... stöhnte ich mal leise auf und mal gab ich ein wohliges Seufzen von mir.

 

Ich konnte mich nicht beherrschen, denn ich war einfach nur viel zu empfindlich.

 

Aber auch ich war nicht gerade faul und folgte ihm abermals. So erhob ich mich ein wenig erwiderte die Küsse meines Schatzes und ließ meine Hände nun auch über seinen, ebenfalls nackten, Oberkörper gleiten.

 

Sanft und zärtlich, ließ ich meine Hände nach vorn wandern, die sogleich seine Brustwarzen erreichten und über diese leicht drüber streichelten. Meine Finger spielten und neckten seine Brustwarzen ein wenig, dann löste ich den Kuss, um diese in den Mund zu nehmen und leicht daran zu saugen.

 

Die Zeit schien, in diesem Moment, für mich stehen zu bleiben. Um mich herum schien alles leer zu sein, nur Barin und ich existierten noch.

 

Barin, meine erste große Liebe....

 

*-*-*

 

Sehr gerne ließ ich mich von Genesis verwöhnen und genoss seine Zärtlichkeiten. Nach einer Weile hielt ich es jedoch kaum noch aus und zog ihm die Hose und auch die Unterhose aus.

 

Dabei küsste ich jeden Millimeter seines schönen Körpers.

 

Es war, als wäre er mein Lebenselixier oder aber die Luft, die ich zum Atmen brauchte.

 

Ihm schien es zu gefallen und so konnte ich gar nicht anders und streichelte, leckte und bearbeitete seine Männlichkeit, mit Lippen, Mund und Händen.

 

Dabei zog ich mich auch irgendwie aus und genoss es, dass meine nackten Beine, die seinen ab und an berührten. Meine Männlichkeit war auch schon mehr als hart und ich war so heiß.

 

Ich hatte das Gefühl, als würde ich jeden Moment vor Geilheit platzen.

 

*-*-*

 

Wenn ich dachte, dass Barin vorhin "ungezogen" war, dann irrte ich mich gewaltig, denn irgendwie hatte er es geschafft meine Hosen zu entfernen und begann mich überall zu küssen, bis er schließlich meine Männlichkeit erreichte und ich mich leise stöhnend unter ihm wand.

 

Meine Hände krallten sich in die Bettdecke, während sich mein Unterleib ihm ein wenig entgegen hob.

 

Nur ganz kurz hatte ich mitbekommen, dass er nun auch nackt war und musste unbedingt einen Blick auf ihn erhaschen.

 

Wow... er war echt gut gebaut, was mich nun echt geil machte...

 

Seine Bemühungen mich hochzubringen, trugen Früchte und meine Männlichkeit stand wie eine Eins. Kaum mehr hielt ich es aus und begann schon leise zu betteln.

 

"Bitte... lass mich nicht schmoren... bitte...", flüsterte ich und schaute ihn mit von Lust verhangenen Augen an.

 

Ich war ihm total verfallen... ich brauchte ihn einfach, als wäre ich am ersticken. Seine Berührungen... seinen Körper, seine Küsse... einfach alles liebte ich an ihm und war schon mehr als süchtig nach meinem Schatz.

 

*-*-*

 

Mit einem Grinsen auf den Lippen nahm ich nun Genesis eine Hand und leckte zwei Finger ganz intensiv. Ließ sie tief in meinen Mund gleiten, um sie gut zu befeuchten. Als ich sie wieder hinauszog, führte ich sie zu meinen Hintern, wo ich einen direkt einführte.

 

Ein Stöhnen kam über meine Lippen und schon nach kurzer Zeit musste der zweite Finger mit rein. Ich wollte ihn so sehr spüren, aber ein bisschen Vorbereitung musste sein.

 

Während ich nun seine Finger rein und rausbewegte, griff ich in die Schublade und holte die Gleitcreme heraus. Die trug ich gleichmäßig auf Genesis Männlichkeit auf, wobei ich ein letztes Mal seine Finger herauszog, um sie gegen seine Männlichkeit einzutauschen.

 

Langsam setzte ich mich auf Genesis und empfing mit einem Seufzen seine Männlichkeit in meiner Enge. Endlich sollte ich bekommen, wonach ich mich so sehr sehnte.

 

*-*-*

 

Nur halb realisierte ich was Barin mit mir tat, doch ließ ich es geschehen, dachte mir nichts dabei, wobei ich eh viel zu heiß gewesen war, um jetzt nachzufragen.

 

Ich spielte sein Spiel mit und irgendwie gefiel es mir. Er hatte tatsächlich die Führung übernommen und ich konnte nur draus lernen.

 

Immer lauter stöhnte ich auf, konnte mich kaum mehr beherrschen.

 

Als meine Männlichkeit schließlich in seiner Enge Platz fand, musste ich vollkommen erregt aufstöhnen und hob meinen Unterleib ein wenig an, so dass ich tiefer in ihn gelangen konnte.

 

Mir gefiel was wir hier taten, doch ahnte ich bereits, dass der Spaß wahrscheinlich nicht so lang dauern würde, wie ich es gern hätte. Dazu war ich viel zu erregt, viel zu geil und es war mein erstes Mal... da war das dann wohl verzeihlich.

 

Soweit es mir möglich war, stieß ich in meinen Liebsten, wobei ich die Augen genießend schloss.

 

*-*-*

 

Genesis Stöße erregten mich nur noch mehr und ich sah das Ende schon direkt vor mir, dabei hatten wir doch gerade erst damit begonnen. Viel zu geil war ich und viel zu sehr hatte ich mich danach verzerrt.

 

Also griff ich nach meiner Männlichkeit, die steil empor ragte und bearbeitete sie.

 

Schon kam es mir, mit lautem erregten Stöhnen ergoss ich mich auf Genesis Bauch, während er seine Männlichkeit in mich trieb.

 

''Geil'', raunte ich, konnte gar nichts anderes mehr sagen.

 

Dabei genoss ich es einfach nur, was hier geschah und hatte das Gefühl, der Orgasmus wollte nicht enden.

 

*-*-*

 

Länger als gedacht, konnte ich noch in meinen Liebsten stoßen, aber nur bis Barin kam und meinen Bauch bespritzte, wobei es um meine Männlichkeit sehr eng wurde und ich ich nur noch einmal zustoßen konnte, ehe ich laut aufstöhnend ebenfalls kam.

 

Wow, was ich dabei spürte, war nicht mit Worten zu beschreiben. Ich hatte das Gefühl, mein ganzes Sperma wäre nur dafür da um sich in ihm zu ergießen.

 

"Jaaaa.... geil...", konnte auch ich mir nicht verkneifen zu seufzen, während sich mein Rücken leicht durchbog und sich mein Körper anspannte.

 

Langsam kehrte mein Verstand zurück, nur meine Atmung war noch damit beschäftigt sich zu beruhigen, ich streichelte meinen Liebling, sanft und zärtlich.

 

"Ich ….liebe... dich... so sehr....", flüsterte ich noch immer ein wenig atemlos.

 

Meine Augen öffneten sich langsam wieder und sahen Barin noch immer auf mir sitzen, was mir, wie schon so oft in letzter Zeit, die Röte ins Gesicht trieb.

 

Vorsichtig setzte ich mich auf, jedoch ohne mich ihm zu entziehen, nahm ihn in die Arme und küsste ihn leidenschaftlich.

 

*-*-*

 

''Ich liebe dich auch sehr...'', antwortete ich, bevor ich daraufhin Genesis Kuss erwiderte.

 

Jetzt hatte ich meinen Traummann gefunden. Sexuell passte es besser denn je und auch wenn Genesis noch viel lernen musste, war der Sex wunderschön. Die Harmonie stimmte einfach zwischen uns.

 

*~*

 

Die Bevorstehende Hochzeit wurde allerdings auf ein Jahr verschoben. Jedoch hatten Genesis und Barin sich gesucht und gefunden. Sie heirateten zum neuen Termin und wurden die neuen Thronfolger von Homoparis.

 

Genesis behielt seine Wohnung weiterhin, damit sie dort einen Rückzugsort hatten und auch mal Urlaub machen konnten.

 

In Homoparis bewohnten sie die obere Etage des Schlosses gemeinsam und seitdem das Land den Schutz von Sephirtoh, Angeal und Genesis zusätzlich genoss, wurden sie auch immer weniger angegriffen.

 

*-*-*

 

Ende