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16. Türchen

16. Türchen

 

"Ist okay, ruhe dich aus und fühl dich hier wie zuhause.", hatte ich, auf Felix′ Worte hin erwidert und spürte dann auch schon, dass er sich langsam von mir löste.

 

Also erhob ich mich nun, schaute Felix noch einmal an, dessen Tränen langsam zu versiegen schienen.

 

"Na klar, morgen ist auch noch ein Tag und dann schauen wir weiter.", fügte ich hinzu, ging dann zur Tür, öffnete diese und verließ das Wohnzimmer... ließ aber die Tür offen.

 

So ging ich in die Bibliothek, schloss hinter mir die Tür, setzte mich dort an den Schreibtisch und begann für meinen Führerschein zu lernen.

 

Erst jetzt, da ich allein war, wurde mir alles so richtig bewusst und so legte ich meinen Kopf auf den Schreibtisch und weinte nun doch... leise.

 

Felix wollte, dass ich glücklich war... aber wie konnte ich glücklich sein, wenn ich wusste, dass er litt. Vielleicht sollte ich mich ihm einfach hingeben und fertig. Scheiß doch mal drauf... Liebe hin oder her, wer brauchte schon diese dreckige Gefühl, das einem nur weh tat.

 

Ich brauchte dieses Scheiß Gefühl, namens Liebe nicht mehr. Aber, hey, ich war reich... sollte ich das nicht einfach genießen. Von Liebe wurde man schließlich nicht satt und mit meinem Reichtum würde ich vielleicht ja doch ein wenig angeben können, oder.

 

Ich war fertig... einfach nur fertig mit der Welt...

 

*-*-*

 

Marc kam mir sonderbar vor, als hätte ich ihn nicht erreicht, als wäre da eine Mauer um ihn herum. Trotzdem stand ich nach einer halben Ewigkeit auf und ging in mein Zimmer.

 

Unschlüssig lief ich auf und ab, ging dann doch ins Bad, erfrischte mich und wieder zurück ins Zimmer.

 

Mein Handy ging und ich erkannte Manuels Nummer, war versucht ihn wegzudrücken oder zu ignorieren, doch das Klingeln wurde immer lauter und ich hatte Angst, es würde jemand hören. Also ging ich doch ran.

 

''Hey'', begrüßte ich ihn.

 

''Hey Felix. Ich wollte dich unbedingt hören. Störe ich?'', begrüßte er mich.

 

''Ähm... ja, im Moment ist es gerade unpassend'', log ich und hasste mich gleichzeitig dafür.

 

''Okay, dann mache ich es kurz. Nur mal vorne Weg, das hat nichts mit uns zu tun, aber ich kann deinen Vertrag nicht verlängern. Tut mir leid'', hörte ich ihn sagen und mir stockte der Atem.

 

''Bitte?'', fuhr ich ihn an.

 

''Felix, es gibt noch andere Sachen, die du machen kannst, aber fürs Modeln muss man geboren sein und eine gewisse Ausstrahlung haben. Die hattest du zu Anfang, aber jetzt sehe ich die auf keinem Bild'', erklärte er mir.

 

''Weißt du was, Manuel, steck dir deinen Vertrag sonst wo hin. Ich werde es dir zeigen und schon bald in viel besseren Kreisen modeln! Ach ja, für mich hat das sehr wohl etwas mit uns zu tun und wenn du es genau wissen willst, ich liebe dich nicht! Ich liebe Marc, meinen besten Freund'', wütete ich und legte auf.

 

Beinahe hätte ich mein Handy noch an die Wand geworfen, allerdings besann ich mich doch und setzte mich nur seufzend auf mein Bett. Was hatte ich mir jetzt nur dabei gedacht? Sicher entsprach es der Wahrheit, nur eben, dass Marc meine Gefühle nicht erwiderte und Manuel gewiss nun dachte, ich hätte etwas mit ihm am Laufen.

 

*-*-*

 

Scheiß Heulerei... brauch ich nicht... ebenso wenig, wie diese blöde Liebe. Schluss mit der Heulerei. Ich wischte mir die Tränen, mit einem Taschentuch weg und machte mich ans Lernen.

 

Zwischendurch klingelte ich nach Sam und ließ mir ein Bier bringen. Ja, das brauchte ich nun, auch wenn ich eigentlich keinen Alkohol trank, aber jetzt... ließ ich mir dieses Bier direkt schmecken.

 

Nach etwa zwei Stunden hatte ich die Nase gestrichen voll vom Lernen, denn ich konnte den Stoff eh im Schlaf... also, scheiß mal drauf. So ließ ich alles stehen und liegen, ging in die Bar und holte mir eine Flasche Champagner, dazu ein Glas, mit alledem setzte ich mich auf die Terrasse, schaute hinauf zum Himmel und seufzte.

 

Erst dann öffnete ich die Flasche und schenkte mir ein Glas ein, das ich, etwas unpassend, einfach herunter stürzte und spürte, wie ich langsam einen an der Waffel kriegte, nachdem ich das nächste Glas geleert hatte.

 

Egal... wen interessierte das schon....?

 

*-*-*

 

Nachdem ich einige Zeit Löcher in die Wand gestarrt hatte, tigerte ich erneut im Zimmer umher und fand keine Ruhe. Also ging ich im Haus umher. Die Neugier trieb mich, wenn auch höflich, so dass ich keine Zimmer durchwühlte, sondern einfach nur nochmal schauen wollte, wie toll es hier war.

 

Außerdem brauchte ich irgendwie frische Luft.

 

Gerade wo ich mich fragte, wo Marc sich wohl herumtrieb, stieß ich auf genau jenen, der auf der Terrasse saß.

 

''Hey'', flüsterte ich eher, weil ich doch etwas erstaunt war, ihn hier anzutreffen.

 

Na ja, es war sein Haus, seine Terrasse, aber ich dachte, er hätte zu tun. Da war ich schon erstaunt, wo ich nur nach draußen wollte, ihn hier anzutreffen. Unmöglich konnte ich ihn jetzt die Ohren voll heulen, wegen Manuel und meines Vertrages.

 

Ihm schien etwas zu beschäftigen und trank er da etwa Alkohol?

 

''Du trinkst?'', stutze ich nun doch in normaler Lautstärke. ''Ist alles okay?''

 

Irgendwie machte ich mir gerade große Sorgen um ihn und ich wusste nicht recht, ob ich mich einfach dazu setzten sollte. Immerhin konnte ich auch ein paar Gläser vertragen. Einfach ein Bisschen vergessen. Obwohl ich sonst ja auch eher selten Trank.

 

*-*-*