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Illusionen

Illusionen

 

 

by Dark Sephiroth & Detail

 

 

Langsam ging ich die Allee entlang und genoss den Anblick der Bäume links und rechts von mir. Die Sonne schien, es war mild warm, man hörte sogar die Vögel zwitschern.

 

Als ich am Ende ankam, sah ich wie sich der Himmel verdunkelte und es langsam anfing zu regnen. Leicht streckte die die Hände aus und drehte mich glücklich. Wie ich den regen liebte und wie gut er sich auf meiner Haut anfühlte.

 

Seufzend ging ich weiter und kam an einem Strand. Der Regen ebbte ab und das Rauschen der Wellen kam in den Vordergrund. Ich näherte mich einem Liebesstuhl und machte es mir bequem.

 

Schon nach kurzer Zeit hörte ich seine liebliche Stimme: ''Milou! Schön, dass du gekommen bist.''

 

Seine tolle Gestalt schmiegte sich von hinten an mich, umarmte mich, gab mir einen Kuss auf die Wange. Dann kam er herum, setzte sich frech und leicht bekleidet auf meinem Schoß.

 

Sofort war ich im siebten Himmel, spürte wie sich deutlich etwas in meiner Hose regte. Um uns herum war es still, Niemand war zu sehen, wir waren für uns.

 

Das Gesicht vor mir, lächelte und lachte, wobei er sich genießend an mich rieb. Die Finger wurden forscher und er machte, wie immer den ersten Schritt und fuhr in meine Hose.

 

Genießend stöhnend ließ ich mich in die Liege sinken und schloss die Augen.

 

''Kapitän!''

 

Mhhh nicht jetzt!

 

''Kapitän Legler!''

 

''Nicht jetzt!'', hörte ich mich forsch sagen.

 

Es hatte doch eben erst angefangen!

 

''Kapitän Legler! Milou! Es ist wichtig!'', drang jetzt die Stimme meines bestens Freundes zu mir durch.

 

Schlagartig öffnete ich die Augen und sah meine selbst erschaffene Illusion an. Traurig sah er aus und dann pixelte er und verschwand.

 

Ich atmete tief durch und sprach das Zauberwort, was mich in die Realität zurückbrachte. Kurze Zeit später lag ich auf einer weißen Liege und starrte an die weiße Decke. Zu meiner linken stand mein bester Freund, meine rechte Hand, Ben Child.

 

Keine Bäume, kein Regen, keine Sonne... nur das gewohnte Raumschiff, schon seit vielen Jahren. Die Erde existierte nicht mehr, alle, die überlebt hatten, trieben auf Schiffen durchs Weltall, in dem es nicht nur Gutes gab.

 

Wir hatten ein recht kleines Schiff mit gerade mal zehn Mann Besatzung. Untereinander waren wir wie eine große Familie und duzten uns sogar.

 

''Ben?'', schaute ich ihn brummend an, ''Ich hoffe du hast einen guten Grund dafür, dass du mich aus meinen Illusionen holst.''

 

Immerhin hatte ich gerade Freizeit und wollte mich mit meinen eigens erschaffenen Traummann vergnügen. Dass es nur eine Illusion war, wusste ich, doch gab es hier auf dem Schiff keinen, der für mich in Frage käme.

 

''Habe ich'', und ich hörte den Ernst in seiner Tonlage, also setzte ich mich auf, ''Es treibt ein Schiff nicht weit von uns.''

 

Schneller als mir lieb war, ging es in die Kommandozentrale.

 

''Kapitän'', begrüßte mich Lila Butt, die gute Seele des Schiffes.

 

''Lila, was haben wir da?'', fragte ich und sah nach draußen.

 

''Oh mein Gott!'', platzte es aus mir heraus.

 

''Richtig! Es ist überdimensional groß und schwer beschädigt'', gab sie zur Antwort.

 

''Aber es sind Engländer, wie wir?'', hakte ich vorsichtig nach.

 

''Ja, und wie es aussieht hatten sie eine Auseinandersetzung mit den Kretschs'', hörte ich sie sagen, doch konnte ich das deutlich sehen.

 

Das Schiff was auf uns zutrieb, war nur noch zweidrittel von dem, was es Ursprünglich war und es klebte überall leuchtender gelber Glibber, der das Metall langsam auflöste. Krampfhaft hielt ich mich an meinem Kapitänssessel fest und krallte mich regelrecht dort hinein.

 

Diese Kreaturen waren schlimmer als die Hölle. Ich selbst war ihnen schon mehrfach begegnet.

 

''Haben sie das Schiff schon gescannt?'', wollte ich noch wissen.

 

''Sicher Kapitän. Es sind drei Personen an Bord, wobei eine sehr schwer verletzt ist'', kam es von Lila.

 

''Drei?'', meinte ich geschockt, ''Unmöglich so ein großes Schiff mit drei Personen zu steuern.'' Wenn es überhaupt noch möglich war, so wie der Kasten aussah.

 

''Können wir Kontakt herstellen?'', kam es mir in den Sinn.

 

''Wir haben schon mehrere Nachrichten gesendet, aber scheinbar ist der Funkkontakt ebenfalls beschädigt'', meinte Lila.

 

*-*-*

 

Seit Äonen gab es meinen Planeten, mit Namen Asika, schon, doch erst seit fünf Jahren regierte und beherrschte ich – Damal – diesen Planeten.

 

Niemand wusste wer ich war, niemand bekam mich auch nur ansatzweise zu Gesicht, denn alles wurde, wie von mir gewünscht und befohlen, von meiner Stellvertreterin und Schwester Darla abgewickelt. Gab es Probleme, war sie dafür zuständig... sie war für alles zuständig, was auf Asika und in der näheren Umgebung geschah.

 

Natürlich traf ich mich hin und wieder mit Darla, oder sie kam zu mir und erstattete mir Bericht, um von mir weitere Befehle zu erhalten.

 

Nicht einmal meine Wachen wussten... was oder wen sie bewachten... kannten mich nicht.

 

Meine Festung war an sich schon wie eine kleine Stadt... verschlungen, verwinkelt und uneinnehmbar. Meine Urahnen hatten diese Festung bauen lassen, da es irgendwann Übergriffe seitens fremder Wesen... der Menschen... gegeben hatte, die anschließend weitreichende Folgen hatten.

 

So wurde verfügt, dass sich die Herrscher von Asika niemals dem Volk oder Fremden zeigen sollten. Nicht, dass es mir verboten war, die Festung Vlasarun zu verlassen... nein.... ich konnte auf meinem Planeten tun und lassen was ich wollte. Dennoch, die Sicherheit ging natürlich vor.

 

Nur des Nachts wagte ich es und verließ Vlasarun für einige Zeit.

 

Nicht mal wegen des Volkes war diese Maßnahme notwendig... nein, es waren vielmehr die Fremden, die meinen Planeten immer wieder einnehmen und ausbeuten wollten... seit es die Erde nicht mehr gab!

 

Denn hier gab es alles im Überfluss und mein Volk war friedlich. Keine Kriege, keine Nöte... es gab wirklich nichts, das mein Volk unzufrieden gestimmt hätte und so sollte es auch bleiben!

 

Außer planetarische Sicherungsanlagen, rund um Asika, die in regelmäßigen Abständen gewartet und modernisiert wurden, verhinderten zusätzlich, dass Fremde meinen Planeten betreten, auf ihm landen oder sich hinunter beamen konnten.

 

Allerdings konnte man mit Asika in Funkkontakt treten, worum sich Darla ebenfalls kümmerte und sich hin und wieder auch als Herrscherin ausgab, um mich zu schützen.

 

Auf Asika wurde niemand direkt geboren. Es gab zwar männliche und weibliche Wesen und sie konnten sich auch lieben, aber wir waren so gesehen unfruchtbar. Wir waren keine Menschen, in diesem Sinne und wie man sie von der zerstörten Erde kannte. Nein, wir waren künstliche, sehr intelligente Lebewesen, die in Kapseln gezüchtet wurden und mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet waren.

 

Wir nannten uns Auroren und waren menschenähnliche Wesen. Jeder von uns hatte seine eigenen ganz besonderen Fähigkeiten und doch... blieben wir alle friedlich. Nun, auf der Erde hätte man Asika wohl als das Paradies bezeichnet.

 

Die männlichen und weiblichen Lebewesen waren wirklich gleichberechtigt und es spielte auch keine Rolle welche Haar – oder Hautfarbe man besaß. Allerdings hatten wir alle von Natur aus blaue Augen. Die Augenfarbe konnte sich aber ändern, z.B. bei Gefahr oder Gefühlen... eben, je nach Befinden.

 

Wir waren fähig zu atmen, auch wenn wir es nicht unbedingt mussten... auch lieben und fühlen konnten wir... Gefühle zeigen und ausdrücken konnten wir ebenfalls.

 

So hätte auch meine sechs Jahre ältere Schwester Darla, die aus der selben Serie stammte wie ich, die Herrscherin von Asika werden können, aber sie lehnte es ab und so bestieg ich den Thron und war jetzt gerade erst achtzehn Jahre jung.

 

Mein Planet Asika hatte zwei Sonnen, die sich bei einem Tagesrhythmus von nur zwanzig Stunden in Monde verwandelten und es somit Nacht werden ließen.

 

Asika hatte eine wunderbare Flora und Fauna. Tiere wurden hier aber nicht gejagt und womöglich gegessen... obwohl man das durfte, aber wir wollten es nicht... wir alle ernährten und von den Früchten und Pflanzen, die uns Asika, in mehr als ausreichender Menge, zur Verfügung stellte.

 

"DAMAL!", rief meine Schwester mir schon von weitem zu und kam auf mich zugelaufen.

 

"Was ist denn los, Darla?"

 

"Damal, da treiben zwei Raumschiffe auf unseren Planeten zu! Eines wurde schon halbwegs, durch unsere Sicherungsanlagen zerstört, aber es sind noch Überlebende auf dem Raumschiff. Das andere Raumschiff ist uns noch nicht allzu nahe gekommen."

 

"Beruhige dich, Darla. Wir haben doch alles im Griff, oder."

 

"Ja, sicher... aber... was, wenn sie auf uns feuern?"

 

"Das können sie ja gern mal versuchen... danach versuchen sie es nie wieder. Glaub mir."

 

"Hast du die Anlagen schon umbauen lassen?"

 

"Ja, das habe ich. Also keine Sorge. Wir sind geschützt. Sollten die Fremden Kontakt zu uns aufnehmen, dann weißt du ja, was du tust, nicht."

 

Darla nickte und verschwand, wie von Zauberhand, aus meiner Festung Vlasarun...

 

*-*-*

 

''Ich gehe rüber!'', beschloss ich kurzerhand und mein Freund Ben schaute mich erschrocken ernst an.

 

''Was, wenn es eine Falle ist?'', hörte ich ihn sagen, ''Lass mich mitgehen!''

 

''Wenn es eine Falle wäre, hätten sie sich wirklich große Mühe gegeben! Außerdem brauche ich dich hier, das weißt du genau'', konterte ich.

 

''Dann geh wenigstens nicht allein'', bat er mich und ich nickte zustimmend.

 

Kurze Zeit später fand ich mich mit fünf Crewmitgliedern in einem Gleiter wieder.

 

''Kapitän, es gibt keine Landebrücke und kein Landedeck... Alles ist zerstört'', stellte der Pilot fest, nachdem wir das große Schiff zweimal umrundet hatten.

 

''Kapitän'', hörte ich plötzlich Lila vom Bord meines Schiffes, ''Wir haben da ein Problem!''

 

''Ich höre, Lila'', antwortete ich ihr und gab dem Piloten des Gleiters ebenfalls Anweisungen, ''Die Stelle da, denke ich ist geeignet, dort gehen wir raus und zwei von euch bleiben hier, sollte etwas schiefgehen.''

 

''Das Raumschiff driftet auf Asika zu! Es wird bald die Umlaufbahn schneiden'', kam es warnend von Lila und ich bemerkte erst jetzt den Planeten.

 

Waren wir so weit abgedriftet? Das Raumschiff und die Rettungsaktion hatten uns völlig abgelenkt.

 

''Mist! Lila, bitte um Landeerlaubnis, falls wir es nicht schaffen werden, die Leute rechtzeitig zu evakuieren. Zur Not musst du zu mir durchstellen lassen'', sprach ich, wobei ich schon halb aus dem Gleiter raus war und auf dem Weg zu dem Raumschiff.

 

''Soll das ein Witz sein? Kapitän? Milou... diese Wesen dort, dulden keine Fremden'', rief Lila beinahe panisch.

 

Dann mischte sich auch noch Ben ein: ''Milou, mach keinen Mist. Die Männer sind vermutlich so oder so dem Tode geweiht. Komm zurück zum Schiff!''

 

Doch mittlerweile hatte ich die Tür erreicht, die durch den Druck des Öffnens einfach ins Innere gekracht war und hatte das Fremde Schiff betreten. Überall waren Kampfspuren zu sehen und gelber Glibber von den Kretsch. Leichen schwebten an mir vorbei und ich spürte, dass es kein Zurück mehr gab.

 

''Zu spät! Verschafft mir Zeit!'', rief ich und nahm meine Männer mit ins Schiff, außer die Zwei, die im Gleiter warteten, um nach den drei Personen zu suchen.

 

''Mayday... Mayday... Hier spricht Lila Butt von dem Raumschiff CML2000... Wir bitten um Landeerlaubnis für eines unserer Landschiffe... Es befindet sind bereits in ihrem Wirkungskreis, fast in ihrer Laufbahn... Bitte, lassen sie es landen... Es befinden sich Menschen an Bord... Ich wiederhole!... Mayday... Es befinden sind Menschen an Bord... Ende'', sprach Lila den Funkspruch aus, während wir uns einen Weg durch das unbekannte Schiff bahnten, um die Überlebenden ausfindig zu machen.

 

''Sie werden geröstet werden, wie Würste! Wenn sie keine Landeerlaubnis bekommen, wird das Schiff schmelzen und mit ihm alle Anwesenden!'', bemerkte Ben an Lila gewandt, die gerade den Funkspruch beendet hatte.

 

Natürlich wusste sie das, auch ohne diese Anmerkung und auch ich wusste es und riskierte gerade mein Leben für Fremde, nur weil es Landsmänner waren. Oder aber vielleicht auch, weil sie von den Kretsch angegriffen worden waren, wie es mir einst erging.

 

*-*-*

 

Wie meist, wenn es um Fremde ging, die zudem Menschen waren, präsentierte sich Darla als Herrscherin von Asika und antwortete auf den, schon erwarteten, Funkspruch.

 

"Hier spricht Herrscherin Darla vom Volk der Auroren, des Planeten Asika! Ich habe euren Funkspruch erhalten und gewähre euch die Landeerlaubnis. Aber ihr dürft nur mit eurem Raumschiff hier landen. Das andere Raumschiff kam unserem Sicherheitssystem zu nahe und wird sich bald auflösen. Holt eure Überlebenden aus dem Raumschiff und landet auf Asika.

 

Sobald ihr bereit seid, wird sich das Sicherheitssystem, das den Planeten umgibt, deaktivieren.

 

Bitte, befolgt genau meine Anweisungen.

 

Nach der Landung verlasst ihr das Raumschiff und bleibt stehen, wo ihr seid. Ihr werdet empfangen und abgeholt.

 

Eine Sauerstoff-Stickstoff Blase wird sich um euch bilden, die ihr unter keinen Umständen, verlassen solltet, da ihr sonst ersticken würdet. Wartet bis ihr abgeholt werdet!

 

Hütet euch davor Asika erkunden zu wollen... es wäre euer sicherer Tod!

 

Ich erwarte eure Antwort, Fremdlinge! ...Ende...", dann verstummte Darla und wartete auf die Einwilligung des Raumschiffes mit den Menschen an Board.

 

Unsere Physiologie war vollkommen anders, als die der Menschen. Wenn wir denn atmeten, brauchten wir beispielsweise eine vollkommen andere Zusammensetzung der Luft, auch floss durch unsere Adern kein Blut... nein, durch unsere Adern floss ein Säuregemisch!

 

Es diente uns als Lebenselixier und als Waffe!

 

Menschen oder auch andere Fremde, die uns angegriffen hatten, hatten keine Chance mehr dies zu erzählen.

 

Griff man uns also an... tötete womöglich einen von uns wurde sogleich dieses Säuregemisch freigesetzt, ähnlich wenn Menschen bluteten, und bildete dann ein tödliches Gas. Dabei verschwand dann auch die Sauerstoff-Stickstoff Blase und die Fremden erstickten qualvoll!

 

Was natürlich keiner der Fremden je wusste.

 

Ebenso wenig wussten Fremde, dass der wahre Herrscher von Asika eine leuchtende Aura um sich herum besaß.

 

Meistens vermuteten sie hier Reichtum... hofften Gold zu finden... aber sie alle wurden immer wieder bitter enttäuscht.

 

Auf Asika gab es kein Geld und auch keine Läden, wie es andere Völker und Kulturen kannten.

 

Jeder besaß sogenannte Replikatoren, wo genau das, in sekundenschnelle, produziert wurde, was man sich gerade wünschte oder brauchte. Deswegen war hier niemand arm oder reich... jeder konnte das selbe haben, wenn er oder sie wollte. Das war auch der Grund, weswegen es keine Verbrechen und folglich auch keine Gefängnisse hier gab.

 

Man musste hier auch nicht arbeiten... konnte es aber, wenn man wollte.

 

Entgegen dessen, was man so von anderen Kulturen kannte oder auch mitbekam, arbeiteten die Meisten, hier auf Asika, sehr gern, um sich einfach die Langeweile zu vertreiben.

 

Unsere Kleidung bestand aus sehr edlen Stoffen, ebenso unser Schmuck, aber es gab nur ein Schmuckstück, das nur der Herrscher, nämlich ich, tragen durfte.... die Krone von Asika!

 

Die Lebenszeit jedes Einzelnen hier, betrug genau einhundertfünfzig Jahre, danach starben wir in einer feierlichen Zeremonie und wurden automatisch durch neue Modelle ersetzt. Auch der jeweilige Herrscher von Asika war davon nicht ausgenommen.

 

Ich hatte alles mitangehört, was Darla dem Raumschiff gefunkt hatte und nickte zufrieden.

 

Sogleich ließ ich mehrere Wach- und Kampfdrohnen aufmarschieren, deren Aufgabe es war, die Fremden abzuholen und sie zum Palast zu eskortieren, den ich Kraft meiner Illusionsmagie, eigens für die Menschen entstehen ließ.

 

*-*-*

 

Erleichtert über die Zustimmung der Königin des Planeten, nahm Lila direkt mit mir Verbindung auf.

 

''Kaptän! Die Landeerlaubnis ist gewährt, allerdings nur für den Gleiter! Ich wiederhole! Nur für den Gleiter... Also um Himmels Willen, beeile dich, die Menschen da raus zu bekommen und sie in den Gleiter zu kriegen'', kam es nur etwas hysterisch von ihr.

 

Ich konnte ja nicht ahnen, was sie vom Raumschiff aus mitansehen konnte. Also taten meine Männer und ich, wie uns geheißen und beeilten uns.

 

Die nächsten Türen überwanden wir, ohne auf weitere Dinge um uns herum zu achten.

 

Nachdem wir die letzten Türen passiert hatten, standen vor uns zwei überlebende Männer einer einstmals riesigen Crew und ein Mann lag schwerverletzt auf einen Tisch. Wir stellten uns einander vor und meine Männer trugen den Verletzten hinaus, während wir ihnen folgten.

 

''Ich weiß gar nicht, wie ich ihnen danken soll'', hörte ich den Viezekommandanten des Schiffes Kevin Smith sagen und sein Kollege, ein einfacher Kämpfer nickte zustimmend.

 

Bei dem Verletzten handelte es sich um den Kapitän des Schiffes, der nicht ansprechbar war und um den es scheinbar schlecht stand.

 

''Dankt mir, wenn wir sicheren Boden unter den Füßen haben'', gab ich zurück und wir sahen zu in den Gleiter zu kommen, der noch immer brav neben dem Schiff schwebte.

 

Mittlerweile waren beide schon zu dicht in die Atmosphäre eingedrungen, als dass ein Umkehren möglich wäre. Irgendwie schafften wir es tatsächlich unbeschadet hinüber zu gelangen und nahmen im Gleiter platz.

 

''Wir sind drüben und werden uns jetzt Asika von nahem ansehen'', sendete ich meinem Schiff der CML2000 zu.

 

''Viel Glück!'', hörte ich Lila sagen, ''Ich hoffe du hast deine Hausaufgaben gemacht.''

 

Dann gab sie uns noch Anweisungen, die von der Königin kamen und denen wir folge zu leisten hätten.

 

Ja, sie wusste um meine Schwäche. Wie ich es hasste, die dicken Wälzer zu lesen, wenn uns Planeten näher kamen. Meistens überflog ich sie nur, ob sie gut oder bösartig waren.

 

Hier wusste ich wohl, dass uns eine Art Paradies erwartete und sie nur bösartig waren, wenn man es ihnen gegenüber war. Sie griffen also nur an, wenn sie angegriffen wurden. Außerdem wurde der Planet von einer Königin regiert.

 

Im Grunde war es okay, das zu wissen. Denn Königinnen waren meist nur grausam, wenn sie böse waren. Grausamer als Männer.

 

Der Gleiter konnte auf dem Planeten ohne Probleme landen und wie Lila uns mitgeteilt hatte, stiegen wir aus und blieben wo wir waren. Bei meinen Leuten machte ich mir da keine Sorgen, dass sie Schwierigkeiten machen würden. Nur bei den Fremden war ich mir nicht so sicher.

 

Eine Blase bildete sich um uns und ich konnte in die weiten des Landes blicken, da wir einen günstigen Landeplatz hatten.

 

''Atemberaubend'', sprach Kevin es aus und ich konnte ihm nur zustimmen.

 

Dennoch waren wir nicht hier, um zu plündern. Hoffentlich wusste er das.

 

Während wir warteten, erzählte er mir, dass sie schon mehrere Monate so durch All glitten und es ein Wunder sei, dass sie noch lebten. Das erklärte auch den Zustand des Kapitäns. Denn wenn die Wunden der Kretsch nicht versorgt wurden, entzündeten sie sich.

 

*-*-*

 

Von meiner Festung aus konnte ich sehen, wie das Raumschiff, das wohl ein Gleiter war, landete und einige Männer ausstiegen, die einen Verletzten bei sich hatten.

 

Die Drohnen schickte ich genau zu diesem Platz.

 

Drohnen waren Androiden und nur für den Schutz und die Verteidigung von Asika und dem Herrscher zuständig.

 

Während meine Drohnen den Landeplatz erreichten, begann ich mich vorzubereiten, denn ich wollte den Fremden persönlich gegenüber treten, wenn sie den Palast erreicht hätten.

 

Die Fremden wurden von einer der Drohnen begrüßt:

 

"Willkommen auf Asika. Bitte, folgt uns. Wir werden euch zu eurer Unterkunft bringen, wo ihr auf Herrscherin Darla treffen werdet und der verletzte Fremdling Hilfe bekommt."

 

Sogleich wurden die Menschen von den Drohnen zum Palast eskortiert, wobei die Blase natürlich erhalten blieb und eine Drohne vorsichtig den Verletzten trug.

 

Nur wenig später erreichten sie den Palast und die Drohnen brachten die Fremden hinein, wo Darla schon auf sie wartete und sich die Drohnen entfernten, nachdem sie den Verletzten wieder an die Menschen übergeben hatten.

 

"Ich grüße euch, Fremdlinge. Mein Name ist Darla.", begrüßte meine Schwester die Menschen, in einem etwas strengem Ton: "Legt den Menschen dort auf das Bett, es wird sich gleich ein Heiler um ihn kümmern. Speisen und Getränke findet ihr auf dem Tisch dort und wenn ihr sonst noch etwas brauchen solltet, dann sagt es einfach.

 

Aber bitte, verlasst den Palast nicht!

 

Ich wünsche euch einen angenehmen Aufenthalt", sprach Darla, dann verschwand sie... einfach so.

 

Inzwischen hatte ich mich mit einem Kapuzencape bekleidet, der meine leuchtende Aura und die Krone von Asika, die einem Diadem glich, verdeckte. Mein schlanker Körper wurde von dem Umhang verdeckt, genau wie meine langen, weißblonden Haare von der Kapuze verdeckt wurden. Nur meine blauen Augen waren noch so halbwegs zu sehen, ebenso mein Gesicht, das so kaum erkennbar war.

 

So wollte und konnte ich mich den Fremden präsentieren.

 

Alles was sich bis jetzt abgespielt hatte, wusste ich, hatte es gesehen.

 

Wobei sich die Menschen wirklich glücklich schätzen konnten, dass wir ihre Sprache verstehen und auch sprechen konnten, denn normalerweise sprachen wir hier eine vollkommen andere Sprache, wenn überhaupt, denn eigentlich verständigten wir uns nur mittels Gedankenübertragung oder per Telepathie und nutzen die Sprache der Menschen nicht wirklich gern.

 

Nach einer kurzen Vorbereitungszeit verließ ich meine Festung und machte mich auf den Weg zum Palast. Diesen erreichte ich sehr schnell, denn ich wusste, dass der Mensch dort Hilfe brauchte, da er von den Kretsch angegriffen worden war und ich genau wusste, was das bedeutete.

 

Ich betrat den Palast und begrüßte zunächst die Menschen:

 

"Willkommen auf Asika. Mein Name ist Damal", sprach ich mit ruhiger, sehr sanfter Stimme: "Ich werde mich jetzt um euren Verletzten kümmern, danach dürft ihr mir Fragen stellen und eure Wünsche äußern... sofern diese angemessen sind", sprach ich ruhig und sanft weiter, ging zu dem verletzen Mann, kniete mich zu diesem herab und ließ meine Hände, die nun sichtbar waren, über den Körper des Mannes wandern.

 

Natürlich kam so auch meine leuchtende Aura teilweise zum Vorschein, aber dies konnte ja auch zum Heilungsritual gehören.

 

Einige Zeit später hatten sich die Wunden geschlossen und ich erhob mich wieder, wand mich den Männern zu:

 

"Eurem Kameraden wird es bald besser gehen, er wird jetzt einige Zeit schlafen und ihr dürft euch hier so lange aufhalten. Euch steht der gesamte Palast zur Verfügung, nur verlasst diesen bitte nicht. Wenn es euch an etwas fehlt, dann ruft mich und ich werde euch immer helfen.

 

Dort in der Ecke steht ein Replikator. Benutzt eure Stimme, um diesen zu bedienen."

 

Sogleich demonstrierte ich ihnen, wie das Gerät funktionierte:

 

"Einen Apfel, wie man ihn von der Erde kannte!", sprach ich, dann kam auch schon der Apfel zum Vorschein, mit knackigen roten Backen... formschön, als hätte man ihn gezeichnet.

 

"Hier bitteschön. Ihr könnt ihn essen", sprach ich zu einem der Männer, der wohl der Kaptain war.

 

"Ihr seid der Kaptain, richtig. Dann mache ich euch darauf aufmerksam, dass ihr für alles, was eure Männer hier tun, verantwortlich seid. Aber das wisst ihr ja sicher, nicht", klärte ich den Mann sachlich, aber sehr ruhig auf... ihm nun in die Augen sehend.

 

*-*-*

 

Während die Drohnen uns zum Palast brachten, schaute ich mich um. Ich wollte so viele Eindrücke, wie möglich mitnehmen und befand den Planeten als wunderschön. Es gab viele schöne Planeten, nur leider auch viele feindliche Wesen, die diese zerstören wollten.

 

Im Palast konnten wir ohne Luftblasen umherlaufen, was wesentlich einfacher war.

 

Die Königin nahm uns in Empfang und ich neigte mich ein wenig, während sie zu uns sprach. Meine Männer taten es mir gleich, nur Kevin schien etwas aus der Reihe zu tanzen und Königin Darla nur anzustarren.

 

''Ich danke euch vielmals...'', sprach ich, doch weiter kam ich nicht, denn dann war sie auch schon verschwunden.

 

Meine Männer legten den verletzten Kapitän, wie ihnen geheißen, aufs Bett, wo er versorgt werden sollte. Der Tisch war mehr als reich gedeckt und ich war froh über die Gastfreundschaft.

 

Wir sollten den Palast nicht verlassen, was sicherlich für die Sicherheit des Planeten und der Einwohner bestimmt war. Über meine Männer machte ich mir da keine Gedanken, doch die Fremden, die wir aufgelesen hatten, kannte ich nicht und konnte somit auch nicht über sie urteilen.

 

Während wir uns staunend umschauten, kam ein Heiler, der sich um den Kapitän kümmerte. Zumindest glaubte ich, dass er einer zu sein schien. Die Anderen machten sich derweil über die Speisen her. Den Fremden konnte ich es nicht verübeln, wer wusste schon, was sie in den letzten Monaten zu Essen hatten.

 

Bei uns gingen die Lebensmittel ebenfalls zur Neige, da wir das Lebensmittelschiff das letzte Mal verpasst hatten. Was regelmäßig für Lieferungen sorgte. Morgen sollte es uns erneut treffen und das musste es auch, da wir das Essen bereits rationiert hatten. Also nahm ich es meinen Leuten keineswegs übel, wenn sie sich zu Essen und zu Trinken nahmen.

 

Mich interessierte aber vielmehr, dieses Leuchten, das von Damal ausging. Seine Hände schienen so, als übertrugen sie Kräfte, so leuchteten sie. Mit meinen dunkelbraunen Augen fing ich jeden noch so kleinen Eindruck ein, obgleich ich mich zurückhielt, um ihm nicht im Wege zu stehen.

 

Dann zeigte mir Damal, wie der Replikator funktionierte. Zwar hatte ich schon einmal von einem solchem Gerät gehört, aber es nie in Aktion gesehen. Erstaunt und fasziniert zugleich schaute ich Damal dabei zu, wie er einen Apfel erschuf.

 

Diesen reichte er mir und ich lächelte ihn sanft an. Meine braunen Haare hatte ich zu einem kleinen Zopf zusammengebunden und jetzt wischte ich mir verlegen eine Strähne aus dem Gesicht, um sie hinters Ohr zu stecken.

 

Es war wohl zu lange her gewesen, dass mir Jemand etwas schenkte und dazu noch ein Mann, weshalb ich wohl so reagierte. Ohne zu zögern biss ich in den Apfel, der so saftig und köstlich schmeckte, wie schon lange keiner mehr.

 

Noch während ich langsam und genießend den ersten Bissen kaute, hörte ich Damals Worte und sah in seine strahlend blauen Augen.

 

Unmöglich!

 

Mein Herz begann wie wild zu rasen und es war mir, als versinke ich im Meer von Damals Augen.

 

Am Liebsten wäre ich auf ihn zugegangen und hätte ihm seine Kapuze abgenommen. Aber mein Anstand erlaubte es mir nicht.

 

Vermutlich sollte ich mich ohnehin irren und es waren nur die Augen, meiner selbst erschaffenen Illusion, die meinen Traummann reflektierten, zum Verwechseln glichen.

 

Schon längst hatte ich nichts mehr zu kauen im Mund und sollte doch endlich etwas antworten. Sogar einem meiner Männer fiel es auf, der etwas an uns herangetreten war.

 

''Kapitän? Alles in Ordnung, Milou?'', hörte ich die Angst in seiner Stimme.

 

Vermutete er Gift in dem Apfel?

 

Ein Lächeln legte sich auf mein Gesicht und ich nickte ihm zu.

 

''Verzeiht'', wand ich mich dann an Damal, ''Eure Augen...''

 

Schnell fasste ich mich dann aber wieder und meinte mich erst mal vorstellend:

 

''Ich bin Kapitän Milou Legler von der CML2000.''

 

Weiter sprach ich:

 

''Ihr habt recht, für meine Männer bin ich verantwortlich und ich würde meine Hand für sie ins Feuer legen. Doch... die Fremden gehören nicht zu meinen Männern. Sie sind genauso Fremde für mich, wie für euch. Auch wenn ich ihr Leben gerettet habe und es Landsmänner sind, verbürge ich mich nicht für sie'', natürlich hoffte ich erneut auf Verständnis.

 

''Es geht mir blendend'', richtete ich mich dann an meinen Kollegen, ''Du solltest einen Apfel essen. Ich kann mich kaum erinnern, wann ich das letzten Mal einen solchen Apfel gegessen habe... Sagt... Schokolade ist nicht zufällig auch möglich?, wollte ich dann von Damal wissen.

 

Nur Luxusraumschiffe bekamen solche Güter, wie Schokolade oder Alkohol. Dabei konnte ich mich noch wage an ihren Geschmack erinnern.

 

''Ach, du immer mit deiner Schokolade'', hörte ich meinen Kollegen, der die Erde nicht mehr erlebt hatte und deshalb gar nicht wusste, was ich vermisste. Er ging unterdessen beruhigt zurück zum Tisch, wo er sich bediente.

 

*-*-*

 

Die Reaktion des Kaptains ließ mich schmunzeln und so ging ich etwas näher an ihn heran.

 

"Was ist denn mit meinen Augen, Kaptain?", wollte ich von ihm wissen, nachdem er sich mir vorgestellt und mir einiges zu den anderen Männern erklärt und ich ihm verständnisvoll zugehört hatte.

 

"Also, erst einmal, der Replikator kann alles erzeugen, was ihr euch wünscht... auch Schokolade. Ihr müsst es ihm einfach sagen, dann habt ihr das gewünschte Produkt. Mich freut es, dass euch der Apfel schmeckt.

 

Wenn ihr euch an die Anweisungen haltet, werdet ihr sicher wieder zu eurem Raumschiff geleitet und ich werde euch einige Nahrungs – und Arzneimittelvorräte auf das Schiff bringen lassen.

 

Den Palast solltet ihr nur deswegen nicht verlassen, weil ihr nur hier die Luft atmen könnt, die ihr braucht. Verlasst ihr aber den Palast, erstickt ihr", klärte ich den Kaptain und auch die anderen Männer auf, die sich aber schon an den Speisen gütlich taten und es ihnen zu schmecken schien.

 

"Es freut mich, Kaptain, euch kennen zu lernen und weil ich denke, dass ihr ein guter Mensch seid, werde ich euch nun ein Geheimnis verraten.

 

Nicht Darla ist die Herrscherin... nein... ich bin der Herrscher von Asika", mit diesen Worten entfernte ich meinen Umhang und auch die Kapuze, so dass es in dem Zimmer taghell wurde.

 

"Überrascht, Kaptain? Ich hoffe, ich habe euch jetzt nicht allzu sehr erschreckt", musste ich loswerden und lächelte Milou an: "Darla, ist meine Schwester, sie gibt sich gern, Fremden gegenüber, als Herrscherin aus, um mich zu schützen, denn wir sind schon sehr oft von fremden, sehr feindlichen Kulturen angegriffen worden. Deswegen haben wir ein Sicherheitssystem um Asika entworfen und deswegen gibt sich Darla als Herrscherin aus, denn niemand weiß, dass der Herrscher von Asika eine leuchtende Aura besitzt und die Krone von Asika trägt.

 

Bitte, vergebt mir diese kleine Vorsichtsmaßnahme", erklärte ich dem fremden Kaptain ruhig und mit einem sanften Lächeln.

 

*-*-*

 

Flirtete er etwa mit mir? Er wusste scheinbar genau, wie seine Augen auf mich wirkten und er schien es gelassen zu nehmen, obwohl ich ein Mann war. Von meiner Crew kannte mein Geheimnis keiner, noch nicht einmal mein bester Freund Ben.

 

Schon jetzt konnte ich die Schokolade schmecken und schmunzelte voller Vorfreude, als ich hörte, dass es möglich war.

 

''Wirklich, ihr seid viel zu gütig! Ich danke euch für eure großzügige Gastfreundschaft'', bedankte ich mich höflich, da es mir bei Darla ja nicht möglich gewesen war.

 

Doch dann schien das auch gar nicht weiter schlimm zu sein, da Damal der König war, wie er mir anvertraute. Wie versteinert schaute ich ihn an. Seine Gestalt, sein Wesen... er glich meiner Illusion. Nur das Leuchten hatte sie nicht, was ich bisher auch noch nie so gesehen hatte.

 

Seine Worte, ob ich überrascht sei, ließen mich schaudern. Mir kam es vor, als wüsste er alles von mir und meiner Illusion und als stünde ich nackt vor ihm.

 

Konnte er Gedanken lesen oder war es nur darauf bezogen, dass er hier der König sei.

 

Ich tippte einfach auf zweiteres und versuchte mich wieder in Griff zu kriegen. Der Raum war erhellt und das war wunderschön anzusehen. Nur kurz hatten die Anderen rüber gesehen, schienen der Unterhaltung aber nicht folgen zu können, da wir Abseits standen.

 

Vielleicht besser so, da Kevin schon wieder neugierig zu sein schien. Hoffentlich würde er mir keinen Ärger machen.

 

Damals Lächeln verzauberte mich und ich lächelte zurück.

 

''Es gibt nichts zu verzeihen'', begann ich, nachdem ich meine Zunge wieder gelockert hatte, ''Danke für euer Vertrauen, euer Majestät.''

 

Kurz verbeugte ich mich, aber nicht zu tief, da ich keine große Aufmerksamkeit auf mich ziehen wollte. Er sah so atemberaubend schön aus und ich hing an seinen Lippen und seinen Augen, konnte, ja mochte meinen Blick nicht von ihm nehmen.

 

Dieses Gespräch könnte ewig dauern, wenn es nach mir ging.

 

''Eure Vorsichtsmaßnahme ist mir durchaus begreiflich und taktisch sehr klug. Euer Geheimnis, ist auch mein Geheimnis!

 

Aber sagt mir, kann es auch sein, dass ihr einfach zu gutmütig seid? Eure Schwester machte auf mich einen strengeren Eindruck.

 

Ich bin es jedenfalls. Meine Crew schimpft immer mit mir, dass ich ein zu gutes Herz habe und man es mir anmerkt. Deshalb habe ich auch mit Einsatz meines Lebens diese Fremden gerettet.

 

Übrigens danke ich euch dafür, dass ihr deren Kapitän mit euren Kräften geheilt habt. Wenn ich nur damals auch solch einen Heiler gehabt hätte, als wir von Kretsch angegriffen worden waren. Es hätte vieles vereinfacht...

 

Doch darf ich euch bitten, die anderen Männer auch noch zu untersuchen? Denn ich denke, dass auch sie vom Kampf Wunden haben, wenn auch Kleinere'', bat ich Damal.

 

*-*-*

 

"Es ist wirklich kein Problem. Ich freue mich, dass ich ein wenig helfen konnte", erwiderte ich und hörte Milou weiterhin zu.

 

Er schien vollkommen erstarrt zu sein, so wie er mich anschaute. Ob es an meiner Gestalt, meinen Augen oder an der Überraschung lag, dass ich der Herrscher war... wollte ich jetzt nicht ergründen, denn es gehörte sich für mich nicht, einfach so in den Gedanken anderer zu kramen.

 

"Bitte, nennt mich bei meinem Namen... Damal... ich bin zwar der Herrscher hier, aber ihr braucht mich nicht mit euer Majestät anzureden, das ist nicht notwendig.

 

Vielleicht können wir ja irgendwann Freunde werden... mich würde es jedenfalls sehr freuen", bat ich Milou sanft: "Nach euren Erdenjahren bin ich erst achtzehn Jahre alt, dennoch denke ich nicht, dass ich zu gutmütig bin. Denn ich kann auch sehr böse werden, wenn es sein muss.... unterschätzt mich nicht.

 

Darla hätte den Thron haben können, aber sie wollte nicht, somit fiel diese Ehre mir zu.

 

Ihr müsst mir auch nicht danken, dass ich diesen Menschen geheilt habe, wie gesagt, habe ich das gern getan und ich werde mich auch um die anderen Menschen kümmern", sprach ich gütig weiter und sehr ruhig.

 

Milou schien ein toller Mensch zu sein, mit einem guten Herzen... wie er mir sagte und ich spüren konnte, dennoch machte mich, innerlich, gerade eine Sache sehr traurig, die ich aber nicht nach außen hin zeigte.

 

Denn auch wenn wir Freunde werden würden, hätte unsere Freundschaft vermutlich keine Chance... denn er könnte hier nicht bleiben, geschweige wohnen und ich könnte nicht mit ihm gehen.

 

Sicher, ich war der Herrscher und was ich sagte musste getan und respektiert werden... aber... was dann? Ein Mensch hier auf Asika... undenkbar!

 

Aus einem Menschen würden irgendwann mehr werden... vielleicht seine Freunde... Bekannte... seine Crew... vielleicht würde er auch eine Familie gründen... eine schwierige Sache... sehr schwierig.

 

Ich würde mich mit Darla beraten müssen, denn auch wenn sie den Thron abgelehnt hatte, so war mir ihre Meinung doch sehr wichtig und ich würde ihre Meinung in meine Überlegung miteinbeziehen.

 

Milous Augen sagten mir, dass er ehrlich und aufrichtig war und ich ihm glauben und vertrauen konnte, dennoch hatten Menschen allgemein ein hohes Gewaltpotenzial, das nicht zu unterschätzen war.

 

Wir waren sehr friedliebend und mochten Gewalt allgemein nicht... außer man ließ uns keine andere Wahl.

 

"Ich danke euch, dass ihr mein Geheimnis bewahrt. Aber nun werde ich mich um die anderen beiden Menschen kümmern", fügte ich lächelnd hinzu... schaute Milou an, der ein sehr hübsches Lächeln hatte.

 

Anschließend nahm ich mir die beiden anderen Menschen vor und heilte deren wirklich nur ganz kleine Wunden, die sich sehr schnell schlossen und es diesen Menschen bald besser gehen würde.

 

Mich wieder Milou zuwendend, verabschiedete ich mich, mit den Worten:

 

"Also, den Fremden wird es sehr bald besser gehen. Ich muss mich nun von euch verabschieden, denn ich habe noch einiges zu erledigen. Euch wünsche ich noch einen angenehmen Aufenthalt und werde mich darum kümmern, dass euer Schiff mit allem beladen wird, was ihr braucht"... schenkte Milou noch ein sehr liebevolles Lächeln und ging schon zur Tür...

 

*-*-*

 

''Gut, Damal'', erwiderte ich freundlich, als er mir sagte, ich müsste ihn nicht, eure Majestät nennen. So schien es mir auch sehr viel persönlicher.

 

Gerne würde ich mit ihm befreundet sein, gerade weil er rein optisch meine Illusion verkörperte. Zweifel hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine. Vielleicht weil mich seine bloße Anwesenheit blendete und nicht klar denken ließ.

 

''Sehr gern'', stimmte ich deshalb dieser Überlegung zu.

 

Er war also gerade mal achtzehn Jahre alt. Allein der Gedanke brachte mir eine Gänsehaut. Denn ich war mittlerweile vierundzwanzig und konnte mich deshalb noch gut ans Leben auf der Erde erinnern. Die wir Menschen wohl selbst dem Untergang geweiht hatten.

 

Viele spekulierten darüber, wer wirklich Schuld war. Aber ich war mir sicher, dass wir selbst es waren.

 

Ich stand also jetzt hier auf einen fremden Planeten, der mir gar nicht fremd vorkam, hörte dem Herrscher zu und konnte meine Augen nicht von ihm abwenden. Was waren das für Voraussetzungen?

 

Es tat gut, seit so langer Zeit mal wieder Land unter den Füßen zu haben. Keine Frage. Nur das hier war extrem schräg.

 

Damal heilte auch die anderen beiden Fremden und verabschiedete sich dann. Eine gewisse Schwere spürte ich in meinem Herzen und doch musste ich ihn gehen lassen.

 

''Danke Damal'', meinte ich und nickte anerkennend, ''Sagt, bitte, kann ich noch Kontakt zu meinem Schiff aufnehmen, damit die über unseren Verbleib wissen, und dass ihr Proviant schicken wollt?''

 

Hoffentlich gab es die Möglichkeit dazu, denn ich ahnte schon, wie es Ben und Lila da oben erging, in dieser Ungewissheit.

 

Außerdem war ich froh, dass es dem anderen Kapitän bald besser gehen würde, nur hoffte ich irgendwie, dass er noch ein paar Tage brauchen würde. Was sollte ich unternehmen, um länger hier zu bleiben?

 

Totaler Schwachsinn! Er war der König! Ich ein einfacher Kapitän, eines kleinen Schiffes.

 

Was hatte ich da für Hirngespinste?

 

*-*-*

 

Mich noch einmal Milou zuwendend, antwortete ich auf seine Frage:

 

"Ja, ihr könnt mit eurem Raumschiff in Verbindung treten, sofern ihr ein mobiles Funkgerät besitzt, wenn nicht ist das auch nicht schlimm. In diesem Fall würde ich euch bitten mit mir zu kommen und ich zeige euch unsere Funkstation. Von dort aus könnt ihr mit eurem Raumschiff in Verbindung treten"

 

Nun wieder mit einem ernsteren Gesichtsausdruck, schaute ich Milou an. Ich konnte ja nicht andauernd lächeln... das wurde sonst noch zur Gewohnheit und das ging nun wirklich nicht.

 

Abwartend sah ich zu Milou, der sehr in seinen Gedanken gefangen zu sein schien. Nur das Warum entzog sich meinem Wissen.

 

"Falls ihr mich begleiten möchtet, sagt euren Kameraden bitte, dass sie den Palast unter keinen Umständen verlassen dürfen. Ihr hingegen werdet geschützt sein, wenn ihr mich begleitet. Euch droht dann keine Gefahr", erklärte ich Milou hinzufügend.

 

Da ich aber, außer Milou, keinem der Menschen hier so wirklich vertraute, rief ich per Gedankenübertragung meine Schwester Darla hier her, die dann auch sogleich erschien.

 

"Darla, du passt bitte, auf die Menschen hier auf. Ich werde mit dem Kaptain zur Funkzentrale gehen, damit er mit seinem Raumschiff Kontakt aufnehmen kann"

 

"Natürlich Damal. An mir kommt hier keiner vorbei, das weißt du doch", antwortete meine Schwester und grinste mich an.

 

Ich grinste einfach nur zurück und meinte, per Gedankenübertragung, zur ihr: Später müssen wir noch miteinander reden. Ich brauche deinen Rat.

 

Darla nickte verständnisvoll, wobei ihre langen schwarzen, gewellten Haare leicht nach vorn fielen und somit ihr Gesicht ein wenig verdeckten, was sie sehr geheimnisvoll erscheinen ließ.

 

Sie war schon eine tolle Schwester, die zudem unglaublich hübsch war, und ich liebte sie schon dafür, dass sie einfach da war. Meine Schwester war sehr liebevoll und sanftmütig.... nur eben Fremden gegenüber zeigte sie sich hart und unnachgiebig... beinahe schon unnahbar.

 

Aber das war sie eigentlich gar nicht und es machte ihr auch keinen Spaß so sein zu müssen, aber wir hatten eben mit den Menschen so unsere Erfahrungen machen müssen... und das waren gewiss keine guten Erfahrungen.

 

Meine große Schwester versuchte mich eben zu beschützen, und das mit aller Macht und Härte... wenn es sein musste.

 

"Kaptain, kommt ihr?", bat ich Milou fragend, vor Darla nun wieder ein wenig förmlich klingend, denn noch wusste sie ja nicht was mich bedrückte und in meinen Gedanken durfte sie nicht lesen, würde es auch nicht tun, wenn ich es ihr nicht erlaubte.

 

*-*-*

 

''Ein mobiles Funkgerät besitze ich nicht. Es wäre höchstens eines im Gleiter. Also würde ich schon gerne von der Funkstation aus Kontakt mit meiner Crew aufnehmen'', erklärte ich.

 

Anschließend ging ich rüber zu meinen Leuten und sagte: ''Ich werde eben unseren Leuten Bescheid geben, dass wir wohlauf sind. Bitte verlasst den Palast nicht. Hier könnt ihr atmen. Dort draußen würdet ihr ersticken.

 

Genießt das Essen und ruht euch aus.''

 

Mein Kollege, der mich übrigens meistens auf Außeneinsätzen begleitete und auf den Namen John Collin hörte, nickte mir zu: ''Ich pass schon auf.''

 

Doch dann erschien Darla und sein Blick erhellte sich etwas. Es erleichterte mich, dass John nicht alleine aufpassen musste und so ging ich wieder rüber zu Damal, um ihn zu folgen.

 

Die Art und Weise, wie er mich immer Kapitän nannte, ging runter wie Öl. Er tat es mit so einer Herzlichkeit, was mich erst recht aus dem Konzept brachte.

 

Während wir uns auf den Weg zur Funkstation machten, versuchte ich mich abzulenken. Schon allein, weil ich Damal nicht immer anstarren wollte. Obwohl meine braunen Augen einfach nicht genug von seinen blauen bekamen.

 

''Damal, was denkst du... Wie lange wird der andere Kapitän schlafen? Ich möchte nichts überstürzen. Er soll transportfähig sein, wenn es zurück geht.

 

Natürlich möchte ich aber auch eure Gastfreundschaft nicht ausnutzen. Zumal ich mir wirklich nicht sicher bin, in wieweit ich den anderen beiden Männern trauen kann'', begann ich ein Gespräch.

 

So konnte ich ihn anschauen, eben aus Höflichkeit und es entstand kein Eindruck von 'starren'.

 

*-*-*

 

Sehr gut, Milou war meiner Bitte nachgekommen und hatte den anderen Menschen Bescheid gegeben.

 

Ich hatte allerdings nur zustimmend genickt, als Milou meinte, dass er eben kein mobiles Funkgerät hätte und mit mir käme.

 

Meinem Blick war aber auch nicht entgangen, wie einer dieser Menschen strahlte, als Darla den Raum betrat... wenn er da mal nicht auf Granit biss. Mit Darla war nicht gut Kirschen essen, wenn es um Menschen ging.

 

Darla, sei lieb zu den Menschen hier... bitte., bat ich sie gedanklich.

 

Werde ich, Damal... werde ich, keine Sorge, du kennst mich doch., erhielt ich zur Antwort und grinste wissend in mich hinein, ehe ich mich mit Milou auf den Weg zur Funkzentrale machte.

 

Während wir durch die wunderbare Landschaft von Asika, mit seinen vielen verschiedenen Bäumen, Sträuchern, Blumen und anderen Pflanzen, zur Funkzentrale liefen, begann Milou mit mir zu reden und ich hörte ihm geduldig zu, ließ mir seine Fragen durch den Kopf gehen und antwortete dann:

 

"Es werden sicher so zwei oder drei Tage vergehen, ehe der Mann wieder erwacht, nach vielleicht noch etwa vier Tagen wird er wieder transportfähig sein. Macht euch keine Sorgen. Es wird alles wieder gut

 

Was die anderen Menschen angeht, so bin ich mir sicher, dass sie nicht auf euch oder mich hören werden... sie werden gar bald den Tod finden, da sie, genau wie die anderen Menschen zuvor, denken es gäbe hier unermesslichen Reichtum und vielleicht ein paar billige Arbeitssklaven, die sie ausbeuten können.

 

Deswegen habe ich Darla zur Beaufsichtigung geholt, denn an ihr kommt niemand vorbei. Sie ist herzensgut und sehr sanftmütig. Es tut ihr weh, wenn sie Härte und Strenge zeigen muss, aber sie tut es... mir zuliebe. Außerdem... mag sie Menschen nicht so besonders, da diese uns schon sehr oft überfallen und weh getan haben"

 

Nur noch ein paar Meter und wir hätten die Zentrale erreicht, doch dann blieb ich stehen, wand mich Milou zu und schaute ihn fragend an.

 

"Kaptain Milou, ich habe eine Frage an euch. Warum schaut ihr mich so seltsam an? Zudem sagt mir mein Gespür, dass etwas in euch vorgeht, das ich nicht recht verstehe. Habt ihr auch ein Geheimnis? Möchtet ihr mit mir darüber reden? Ich würde euer Geheimnis natürlich auch für mich behalten... wenn das euer Wunsch ist", kam ich nicht umhin ihn zu fragen.

 

Immerhin hatte ich ihm auch mein Geheimnis verraten. Ob mir Milou wohl das selbe Vertrauen schenken würde, wie ich ihm?

 

Was mich außerdem stutzig werden ließ war noch immer die Frage... was fand er an meinen Augen... diese Frage hatte er mir nicht hinreichend beantwortet.

 

Musste ich vielleicht doch auf der Hut sein? Befand ich mich womöglich in Gefahr?

 

*-*-*

Also würden wir noch gut eine Woche bleiben und es stimmte mich fröhlich. Außerdem genoss ich es sehr etwas vom Planeten zu sehen. Er war wirklich wunderschön und ich hätte mir am Liebsten jeden Winkel angesehen. Doch dazu bot wohl selbst eine Woche zu wenig Zeit.

 

Damal war ganz offen zu mir und erzählte von seiner Schwester. Hoffentlich tat John nichts unüberlegtes, da ich durchaus bemerkt hatte, wie er auf Darla reagiert hatte. Einerseits war ich jetzt froh, dass Ben und Lila oben auf dem Schiff waren. Andererseits täte es jetzt gut mit Ben zu sprechen. Seine Meinung war mir einfach über die Jahre hinweg wichtig geworden.

 

Dann blieb Damal stehen und auch ich hielt inne, lauschte seinen Worten.

 

Na toll, Milou. Jetzt bist du zum Gegenzug dran.

 

Es war nur verständlich und ich atmete tief durch. Die Luftblase um mich herum brachte nicht den nötigen Abstand, den ich gerade suchte. Dabei suchte ich doch eher Nähe.

 

''Ja, Damal, ich habe ein Geheimnis'', antwortete ich offen, denn immerhin hatte er mir auch blind vertraut, ''Nur ist es schwer zu erklären.''

 

Kurz hielt ich inne, schaute mich um, spürte wie meine Augen feucht wurden.

 

''Viel zu lange schleppe ich es schon mit mir herum. Bisher habe ich es noch niemandem gesagt und ich bin mir nicht sicher, ob ich dazu bereit bin. Ich...

 

Damal... vielleicht wäre es einfacher das euch zu zeigen.

 

Nur dazu müsstet ihr mit auf mein Schiff kommen'', gerade als ich das aussprach, spürte ich, wie es sich anhörte und stockte.

 

''Nein, verzeiht. Das hört sich ja an, als würde ich etwas gegen euch planen...

 

Damal, ich... stehe auf Männer... das ist mein größtes Geheimnis, wovon nicht einmal mein bester Freund an Bord etwas weiß.

 

Aber es gibt da noch etwas, das ich nicht in Worte fassen kann und euch gerne, sobald das nötige Vertrauen aufgebaut ist, zeigen würde.

 

Ihr ward ehrlich zu mir und habt mir euer größtes Geheimnis anvertraut, da sollte ich gleichziehen'', offenbarte ich mich, konnte aber ihn nicht ansehen.

 

Eine Träne floss über meine Wange, da es nun raus war, endlich einmal jemand erfahren hatte und ich wischte sie vorsichtig weg.

 

Was er wohl jetzt von mir denken würde? Warum hatte ich auch meine Hausaufgaben nicht gemacht. Dann wüsste ich zumindest ob Homosexualität hier auf den Planeten geduldet wurde.

 

*-*-*

 

Anerkennend nickte ich, als sich Milou mir tatsächlich anvertraute und es freute mich, dass ich mich nicht in ihm getäuscht hatte.

 

Geduldig und mit viel Verständnis hörte ich Milou zu und verstand nun was in ihm vorging.

 

Milou schien recht unsicher zu sein, offensichtlich wusste er nicht, dass wir hier sehr tolerant gegenüber allem waren und es hier sehr viele gab, die homosexuell waren... es spielte eben keine Rolle, da wir ohnehin unfruchtbar waren.

 

Wir mochten es nur nicht, wenn man uns Gewalt antun wollte oder uns auszunutzen und zu bestehlen versuchte.

 

"Kaptain Milou, wenn ich eins und eins zusammen zähle... bestehend aus euren Worten und euren Blicken mir gegenüber, dann komme ich zu der Erkenntnis, dass ihr etwas von mir wollt... wie ihr auf der Erde zu sagen pflegtet.

 

Mein lieber Kaptain Milou, das ist nichts schlimmes und ihr müsst auch nicht unsicher sein, denn hier gibt es sehr viele die homosexuell sind. Da wir unfruchtbar sind, spielt es keine Rolle was oder wen wir lieben.

 

Wir sind, trotzdem wir künstlich erzeugte Wesen sind, fähig zu lieben, zu fühlen, zu trauern, zu weinen und Schmerz zu empfinden. Wir müssen nicht atmen, können es aber tun... nur eben nicht das Luftgemisch, das ihr Menschen braucht.

 

Gern würde ich mir euer Raumschliff einmal anschauen, jedoch kann ich dort nicht bleiben und ich bitte euch das zu verstehen. Ich kann meinen Planeten nicht für immer verlassen... denn ich bin nun einmal der Herrscher.

 

Ich finde euch sehr sympathisch und wünsche mir euch mein Freund nennen zu dürfen. Ob ich euch lieben könnte, wird sich sicher noch zeigen", antwortete ich ruhig und verständnisvoll.

 

"Euer Geheimnis, Kaptain Milou, ist bei mir gut aufgehoben. Das verspreche ich euch", fügte ich hinzu und lächelte Milou sanft an.

 

"Kommt, gehen wir, da vorn ist schon die Funkzentrale", bat ich Milou lächelnd und ging voraus auf ein etwas kleineres Gebäude zu, das wir bald schon erreichten und gemeinsam betraten.

 

Inzwischen stand Darla im Raum, genau vor dem Eingang. Niemand würde hier an ihr vorbei kommen. Sie beobachtete die Menschen ganz genau... achtete auf jede ihrer Bewegungen... was sie taten und hörte auch was sie untereinander sprachen.

 

Aber es fiel ihr auch jemand auf der so ganz anders zu sein schien, der schon so anders reagiert hatte, als sie im Raum erschienen war.

 

Dennoch stand sie, auf alles gefasst, mit leicht gespreizten Beinen und verschränkten Armen da. Ihre tolle weibliche Figur wurde durch den schwarzen Hosenanzug, der mit hauchdünnen roten Streifen an den Seiten durchzogen war, sehr betont.

 

Ihr war zwar in der Nähe dieser Menschen nicht ganz wohl, aber sie hatte auch gelernt sich mit allen Mitteln zu verteidigen... auch mit ihrer Körperflüssigkeit.... dem Säuregemisch!

 

Immer wieder spürte sie die Blicke des Mannes auf sich ruhen und es machte sie tatsächlich verlegen. Sie zeigte dies natürlich nicht, sondern stand weiterhin wachsam da... auch wenn sie ihren Blick nun doch ab und zu senkte... warum auch immer...

 

*-*-*

 

Damal ging so selbstbewusst und offen mit meinen Worten um, dass es mir jetzt auch gar nicht mehr unangenehm sein musste. Er wollte mein Freund sein und das allein machte mich glücklich. Alles weitere würde sich zeigen.

 

Obwohl ich nicht einmal wusste, ob so etwas auf Dauer möglich wäre. Natürlich verstand ich ihn, dass er hierher zurückkehren musste. Immerhin war er der König dieses Planeten. Genauso, wie ich zu meinem Schiff zurückkehren musste, weil ich der Kapitän war.

 

Dennoch plagte mich nun auch das schlechte Gewissen, weil ich mich eher einen Fremden anvertraut hatte, obgleich es sich nicht so anfühlte, weil ich das Gefühl hatte, Damal schon einige Jahre zu kennen. Ben musste ebenfalls von meinem Geheimnis erfahren, dessen war ich mir nun sicher.

 

Mit gemischten Gefühlen folgte ich Damal zur Funkstation, wo ich endlich Kontakt zu meinem Raumschiff aufnahm.

 

''Hier spricht Kapitän Milou Legler! CML2000 bitte kommen'', funkte ich.

 

''Gott sei Dank'', vernahm ich direkt Bens Stimme, als hätte er nur darauf gewartet, ''Milou geht es dir gut?''

 

''Uns geht es bestens. Wir genießen die Gastfreundschaft des Planeten Asika. Außerdem werdet ihr von ihm mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werden'', antwortete ich.

 

''Wirklich? Das ist wunderbar. Das Lebensmittelschiff, was morgen eintreffen sollte, ist durch ein Wurmloch Milliarden Lichtmeilen entfernt worden'', bekam ich nun von Ben zu hören.

 

''Außerdem leidet Lila wieder einmal unter ihrer Migräne und hat sich hingelegt. Wir haben nichts mehr, was ich ihr geben könnte'', fuhr Ben fort.

 

''Beruhige dich'', versuchte ich ihn runter zu fahren und schaute Damal kurz an, ''Die Sachen werden bald eintreffen und bis dahin, sei einfach für sie da. Oder denkst du etwa ich kenne dein Geheimnis nicht?''

 

''Du...'', Ben stockte und ich konnte förmlich hören, wie er grübelte, ''Ich kann es ihr nicht sagen. Wir sind auf einem Schiff.''

 

''Vertrau mir!'', sagte ich ganz ruhig.

 

''Aber woher weißt du es? War es so offensichtlich?'', wollte er von mir wissen.

 

''Ich kenne dich eben'', lachte ich.

 

''Und ich kenne dich'', sprach Ben ruhig, ''Aber darüber reden wir wohl besser unter vier Augen. Wer weiß, wer den Funkverkehr alles mitbekommt.''

 

''Ja, da gebe ich dir recht'', meinte ich und spürte, wie eine Last von meinen Schultern fiel, ''Wir werden wohl noch eine Woche hier bleiben, bis der Kapitän des anderen Schiffes stabil ist. Aber ich werde zwischendurch hochkommen und nach euch sehen.''

 

Jetzt lachte Ben: ''Traust uns wohl nicht, was. Dein Schiff wird schon nicht zur Müllhalde. Lass bald von dir hören.''

 

Dann beendete ich das Gespräch und hoffte sehr, dass ich mich in Lilas Gefühlen nicht getäuscht hatte, Ben gegenüber.

 

John war unterdessen im Palast mit dem Essen fertig und nippte nur noch immer wieder an seinem Getränk. Er saß so günstig, dass er Darla direkt im Blick hatte und seine Augen kaum von ihr lassen konnte.

 

Er war ein treuer Kamerad von Milou und sie kannten sich schon viele Jahre. Nie zuvor hatte er eine solche Anziehungskraft von Jemanden vernommen, wie die, die von Darla ausging. Doch war er höflich und hielt sich zurück.

 

Immerhin hatte er es seinem Kapitän versprochen und wollte auch der Königin gegenüber nicht unhöflich sein. Seine Blicke allein waren schon Sünde.

 

*-*-*

 

Alles, was Milou mit seinen Leuten sprach, hörte ich mit an und musste tatsächlich grinsen, doch hielt ich mich raus, mischte mich nicht ein. Immerhin gehörte sich so was ja nicht.

 

Dieser andere Mensch in der Leitung und Milou pflegten offensichtlich einen freundschaftlichen Umgang miteinander, was ich an dem Gespräch gut erkennen konnte.

 

Nachdem sie das Gespräch beendet hatten, schaute ich Milou einfach nur an und lächelte kurz, ehe ich meinte:

 

"Kommt, ich bringe euch wieder zu euren Kameraden, danach habe ich noch einiges zu tun und bitte hierfür um euer Verständnis, Kaptain Milou", anschließend schaltete ich alles wieder aus und verließ die Zentrale, um meinen Freund Milou zurück in den Palast zu bringen.

 

Auf dem Weg zum Palast dachte ich über vieles nach, worüber ich mit Darla reden wollte... musste... dringend.

 

Reden wollte ich jetzt nicht unbedingt, meine Gedanken drehten sich im Kreis und waren mehr als ungeordnet. Das musste ich ändern und nur Darla konnte mir hierbei behilflich sein.

 

Nachdem ich Milou sicher in den Palast zurück gebracht hatte, sprach ich gedanklich zu Darla:

 

Kannst du mich bitte in die Festung begleiten, ich muss dringend mit dir reden.

 

Sicher kann ich das... auch ich muss mit dir reden. Ich folge dir gleich... einen Moment noch, antwortete sie, dann verabschiedete ich mich zuerst von den Menschen und verschwand aus dem Palast, während Darla noch einen Augenblick dort blieb, was mich etwas stutzig werden ließ... mich aber nicht wirklich störte... mich vielmehr in mich hinein grinsen ließ.

 

In der Zwischenzeit spürte Darla, dass etwas in dem Menschen vor sich ging, zeigte mit dem Finger auf John und bat ihn, Strenge vortäuschend:

 

"Hey, ihr da! Kommt mal bitte zu mir! Ich habe mir euch zu reden!", und schaute ihn, mit zu kleinen Sehschlitzen verengten Augen, durchdringend an.

 

Nachdem John sich sicher war, dass Darla ihn meinte erhob er sich und ging auf sie zu.

 

Was sie wohl von ihm wollen konnte?

 

"Warum seht ihr mich andauernd so an? Was ist mit euch? Habe ich irgendwas falsches getan oder geht es euch nicht gut? Kann ich euch irgendwie helfen?", fragte sie den Mann, während ihr Ton schon etwas freundlicher wurde... beinahe sanft.

 

"Ihr könnt mit mir über alles reden, denn ich bin nicht die, für die ihr mich haltet. Ich bin nicht die Herrscherin von Asika. Wenn euch also etwas auf dem Herzen liegt... nur zu", fügte sie, mit sanfter, sehr ruhiger Stimme hinzu.

 

*-*-*

 

Es hatte gut getan mit Ben zu reden und ich fühlte mich ausgeglichener als sonst. Irgendwie befreit.

 

''Natürlich verstehe ich das, Damal. Wir werden ja noch eine Weile hier sein und weg kann ich ohnehin nicht. Außerdem hätte ich auch nicht vor, vor dir wegzulaufen'', gab ich schmunzelnd von mir.

 

Damit verabschiedete ich mich von ihm und trat als erstes an den Replikator heran. Natürlich ließ ich mir Schokolade entstehen, die ich vor allen Anderen genoss.

 

''Den Nachtisch zuerst'', scherzte ich mit meinen Kameraden. Dann erzählte ich ihnen in Ruhe, wie viel Gastfreundschaft uns zu Teil werden würde. Auch wie lange wir noch bleiben würden, und dass unser Schiff mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werde.

 

Etwas misstrauisch war ich schon, als Darla, John zu sich rief. Obwohl ich mir nicht denken konnte, dass er etwas unrechtes getan hatte. Ich vertraute ihm und ließ die Zwei es unter sich klären. Später könnte ich immer noch nachhaken, was los gewesen war.

 

John schaute Darla lächelnd an und meinte: ''Ihr seid nicht die Herrscherin... So... Gut, dann muss ich euch sagen, mir geht es ganz und gar nicht gut. Ihr habt mir den Verstand geraubt, ich kann meine Augen nicht mehr von euch lassen und mein Herz schlägt so schnell, als wollte es einen Wettkampf gewinnen.

 

Ihr seid so wunderschön. Noch schöner, als der Planet, der Palast, als alles was ich bisher kannte. Verzeiht, wenn ich euch verlegen mache, aber ihr habt gefragt und ich antworte nur.''

 

Dabei ließ John seinen ganzen Charme spielen und seine braunen Augen ließen Darla nicht eine Sekunde aus den Augen. Sie standen außerdem im perfekten Kontrast zu seinen kurzen schwarzen Locken.

 

Währenddessen war Ben auf dem Schiff zu Lila ins Zimmer getreten und hatte ihr zumindest etwas zu Trinken mitbringen können. Freudig erzählte er ihr von Milou und dass sie bald Essen und Medizin erhalten würden.

 

Dann fasste er sich ein Herz und setzte sich zu ihr aufs Bett, auf dem sie lag.

 

''Lila, ich muss dir dringend etwas sagen. Es geht mir schon unsagbar lange so, dass ich mehr als nur Freundschaft für dich empfinde!'', sprach er dann mit zitternder Stimme.

 

*-*-*

 

Auf dem Weg zu meiner Festung machte ich noch einen kurzen Abstecher zu meinen Wachen, denen ich auftrug so viel Lebensmittel und Medikamente in den Gleiter zu bringen, wie es möglich wäre. Außerdem trug ich ihnen auf einen Replikator einzubauen, so dass die Mannschaft nie wieder am Mangel zu leiden hatte.

 

Natürlich erkannten mich die Wachen nicht, denn ich trug wieder das Cape mit der Kapuze und gab mich als Kommandeur aus.

 

Meine Wachen nickten zustimmend und machten sich sogleich daran meinen Auftrag zu erledigen.

 

Anschließend machte ich mich auf den Weg in die Festung, wo ich mich erst einmal nachdenklich an den Kamin setzte.

 

Darla schaute John erstaunt und verlegen zugleich an, denn mit solchen Worten hatte sie wahrlich nicht gerechnet.

 

Natürlich kannte sie das nicht, doch wusste sie genau wovon der Mann da sprach. Im ersten Moment fehlten ihr die Worte und sie wusste nicht so recht was sie darauf antworten sollte.

 

Aber sie fing sich recht schnell wieder und lächelte den Mann an, dessen Namen sie nicht kannte und der sie doch anlächelte.

 

"So, ihr... habt also euren Verstand an mich verloren und euer Herz gleich dazu. Ja, das sieht euch Menschen ähnlich. Was ihr mir damit vermutlich sagen wollt, ist... dass ihr euch offensichtlich in mich... verguckt habt.

 

Sehe ich das richtig?

 

Ich nehme euch, eure Worte keineswegs übel. Es sind gute und sehr schöne Worte, die mich dennoch verlegen machen, das muss ich mir eingestehen. Ich kenne solche Worte nicht, da sich noch niemand bislang getraut hat mir so etwas zu sagen.

 

Ihr seid der Erste und ich bewundere euren Mut, wirklich", erwiderte Darla und sprach weiter: "Also mein Name ist Darla und wie nennt man euch?"

 

Eine gefühlte Ewigkeit verging ehe Darla weiter sprach:

 

"Ich bin mir nicht sicher, ob ich eure Gefühle schon so erwidern kann, aber da ihr noch ein Weilchen hierbleiben werdet, würde ich mich zunächst über eine ...Freundschaft zu euch sehr freuen, denn ich mag euch irgendwie schon und ihr seid ebenfalls sehr hübsch.

 

Wir könnten gemeinsam etwas unternehmen und ich würde euch so hier einiges zeigen, wenn ihr möchtet. Wäre das auch in eurem Sinne?"

 

Auch Darlas Herz begann zu rasen, doch zeigte sie es natürlich nicht... nahm sich zusammen, obgleich ihr liebliches Gesicht schon leicht errötete. Dieser Mann machte sie tatsächlich so verlegen, dass sie kaum mehr klar denken konnte und sie genau wusste, dass sie würde mit ihrem Bruder reden müssen. Zudem strahlte dieser Mann so viel Charme aus, dass sie beinahe ihre heißgeliebte Kontrolle verloren hätte.

 

Dieser Mann war ein sehr hübscher Mensch... kaum zu glauben, dass es so etwas überhaupt gab.

 

*-*-*

 

Lila war sehr erstaunt über Bens Geständnis, konnte sich aber nur kurz beherrschen und ernst bleiben, bevor sie ihm um den Hals fiel. Hingebungsvoll küssten sie sich und gestanden sich gegenseitig ihre Liebe. Schließlich kannten sie sich schon lange genug und hatten es dennoch nie gemerkt, dass es dem Anderen genauso ging.

 

Sie ließen erst voneinander ab, als die Meldung eines Schiffes kam und sie auf mussten, um dieses in Empfang zu nehmen, was Nahrung und Medizin geladen hatte. Über den Replikator freuten sie sich besonders und waren in der Zeit, wo er eingebaut wurde, sehr gastfreundlich.

 

Auch bedankten sie sich mehrere Male und schienen ihr Glück kaum fassen zu können, da die Speisekammern, nie so voll gewesen waren.

 

Unterdessen im Palast, hing John an den Lippen von Darla, um ihr zu folgen.

 

''Da habt ihr wohl recht'', bestätigte er Darlas Aussage über des Verguckens, ''Mein Name ist John und ich würde dich nur allzu gerne kennenlernen, um zu sehen, wie tiefgründig meine Gefühle sind und natürlich ob du diese erwidern kannst.''

 

Ich hatte derweil meine Schokolade vertilgt und mir zu Essen genommen. Es schien alles wie im Paradies und nur Kevin brachte Unruhe rein.

 

''Stellst euch vor, wenn sie uns nur mästen wollen, um uns später zu essen'', flüsterte er in die Runde, damit es Darla nicht mitbekam.

 

Darüber konnte ich nur den Kopf schütteln. Kaum denkbar, wenn ich mich so täuschen sollte.

 

Als er mit noch mehr Märchen anfing, wurde ich wütend: ''Es reicht jetzt! Ihr solltet euch hinlegen und schweigen!''

 

Auch ich merkte die Müdigkeit und stand kurz darauf auf.

 

''Verzeiht'', richtete ich mich an Darla, die zu diesem Zeitpunkt, scheinbar das Gespräch gerade beendet hatte mit John, ''Königin Darla, erlaubt mir die Unterbrechung und die Frage: Wo schlafen wir? Oder wo können wir uns ausruhen? Scheinbar war alles etwas viel.''

 

*-*-*

 

"Ich würde dich auch sehr gern etwas näher kennen lernen, John. Wenn du magst, komme ich dich morgen hier abholen und zeige dir dann gern alles was du sehen möchtest.", antwortete Darla mit einem sehr sanften, liebevollem Lächeln.

 

Jedoch hörte sie, trotzdem dieser andere Mensch so leise sprach, was er redete und ihr Gesichtsausdruck verfinsterte sich augenblicklich, als sie sich zu dem Menschen umdrehte.

 

Langsam und sehr bedrohlich näherte sie sich dem Mann, der solche abscheulichen Gedanken hegte und diese zudem aussprach, dann nahm sie ihn am Kragen, hob ihn mit nur einer Hand hoch und herrschte ihn an:

 

"Du armseliger Wicht von einem Menschen!!! Wer glaubst du, bist du schon, uns so etwas zu unterstellen... von wegen wir würden euch mästen wollen, um euch zu fressen?!

 

Wir essen niemals Fleisch... wir essen nicht mal die Tiere, die hier leben und an euch Menschen würden wir uns nicht einmal die Finger schmutzig machen!

 

Herrje, ich habs doch gewusst... ihr Menschen seid so widerwärtig! Wir haben euch unsere Gastfreundschaft gewährt, haben euch Nahrungs – und Arzneimittel auf euer Schiff bringen lassen... haben euch unseren Schutz gewährt.... und dann kommt so etwas von euch...!!!

 

Ich werde Damal von dem Vorfall berichten und er wird entscheiden, was mit euch geschehen soll!!!", damit ließ Darla diesen Menschen fallen, der dann recht unsanft auf dem Boden landete.

 

Darla hatte Tränen in ihren Augen, denn es tat ihr weh, dass man so etwas von ihnen dachte... unfassbar!

 

An Milou gewandt, der ihr eine Frage gestellt hatte, erwiderte sie, unter Tränen:

 

"Der ganze Palast steht zu eurer Verfügung... in der oberen Etage.... findet ihr die Schlafzimmer...", dann wand sie sich ab und verabschiedete sich in Gedanken noch von John:

 

Gute Nacht, John, wir sehen uns morgen., dann verschwand sie... weinend.

 

Kurz darauf erschien sie bei Damal in der Festung, sah ihn schon von Weitem und rannte schluchzend auf ihren Bruder zu.

 

"Damal....", rief sie noch, dann fiel sie mir auch schon in die Arme, schmiegte sich an mich und weinte sich aus.

 

Hey, was ist denn passiert?, fragte ich meine Schwester mitfühlend.

 

Damal, die Menschen... sie sind doch böse... bitte, du musst sie wegschicken... bitte., schluchzte sie und schien sich so gar nicht beruhigen zu können.

 

Beruhige dich erst mal, Darla und dann erzählst du mir ganz in Ruhe was geschehen ist., versuchte ich meine große Schwester zu beruhigen.

 

Erst nach einer Weile hatte sich Darla zumindest soweit gefasst, dass sie mir erzählen konnte was vorgefallen war und ich sie nur allzu gut verstehen konnte.

 

Mich machte dieser Vorfall auch wütend, aber ich wollte dennoch nicht glauben, dass alle so dachten und fragte meine Schwester deshalb:

 

Waren denn alle der selben Meinung?

 

Nein, John und auch Milou waren wohl nicht der Meinung. Milou hat den Menschen zurecht gewiesen, wenn ich das richtig verstanden habe... und.... John hatte ja mit mir geredet.

 

Du magst John, hm.

 

DAMAL!!!

 

Antworte mir bitte, Darla.

 

Ähm... ja... ich... wir haben uns für morgen verabredet.gestand mir Darla und auf mein Gesicht legte sich ein wissendes, aber sanftes Lächeln.

 

Du möchtest John näher kennen lernen, habe ich recht?

 

Ja, schon... aber viel besser scheint es dir mit Kaptain Milou auch nicht zu gehen, stimmts? Du würdest ihn auch gern näher kennen lernen.

 

Ja, da hast du vollkommen recht. Ich mag ihn irgendwie sehr gern.

 

Hat sich Milou auch in dich verguckt... so wie John sich in mich?

 

Ich denke schon, zumindest wenn ich seine Worte richtig gedeutet habe.

 

Und was machen wir nun? Ich mein, wir können, aufgrund unserer Biologie, hier nicht weg.

 

Wir werden mit ihnen reden müssen, ob sie gewillt wären hier zu bleiben und sich einbürgern zu lassen. Ich würde sie ja dann auch auf unsere Atmosphäre einstimmen, so dass sie unsere Luft atmen könnten.

 

Das würdest du wirklich tun?!, wollte Darla freudestrahlend von mir wissen.

 

Ja, das würde ich gern, aber wir müssen erst mit ihnen reden, ob sie das auch möchten.

 

Darla nickte nur und ihre Augen begannen wieder zu strahlen. Anschließend besprachen wir noch einige andere Dinge, ehe wir uns verabschiedeten, sich jeder in sein Zimmer begab, uns endlich zur Ruhe legten und selig einschliefen.

 

*-*-*

 

Der Zwischenfall im Palast hatte mich aufgewühlt. Es war alles so schnell gegangen und Darla hatte mir nicht einmal die Chance gegeben, alles richtig zu stellen. Es war nur Kevin, der solch eine Unruhe mit sich brachte und der andere von dem fremden Schiff schien sich anstecken zu lassen.

 

Meine Männer hielten ab jetzt von ihm Abstand und gaben ihm sichtlich zu verstehen, dass er wirklich Mist gebaut hatte.

 

Hier weg konnten sie nicht, also zogen wir uns zurück.

 

Eine Weile unterhielt ich mich noch mit John und er gestand mir, dass ihm Darla sehr gefiel. Ich war noch nicht so weit, mich auch ihm zu offenbaren.

 

Das würde sicher mit der Zeit kommen. Außerdem wusste ich nicht, was werden würde.

 

John schien die rosarote Brille zu tragen, aber ich wollte Damal erst mal kennenlernen, bevor ich weiter dachte.

 

Wir hatten uns heute erst kennengelernt und auch wenn er meine Illusion von meinem perfekten Mann verkörperte, hieß das noch rein gar nichts.

 

Irgendwann gingen wir alle früh schlafen. Nur wie jede Nacht, wurde ich wach. In meinem Traum erschien mir meine Illusion von Damal und fragte mich wie immer, wo ich denn bleiben würde.

 

Anschließend erwachte ich immer und normalerweise ging ich dann in den Illusionsraum, um mich der Illusion hinzugeben. Stattdessen stand ich auf und ging im Palast umher.

 

Alles war ruhig und friedlich, während ich unruhig umher ging.

 

Was sollte ich tun?

 

Hatte Damal nicht gesagt, ich brauchte ihn nur zu rufen? Das konnte ich doch unmöglich mitten in der Nacht tun.

 

Also schlich ich weiter, bis ich wieder auf den Weg zurück zu meinem Bett, am Zimmer der beiden Fremden vorbeikam.

 

Ich hörte Stimmen, konnte nicht alles verstehen, nur dass sie etwas planten.

 

Leise schlich ich den Weg zurück nach unten, damit sie mich nicht hören würden und rief nach Damal. Natürlich wusste ich nicht, ob es funktionieren würde und ob er böse wäre, wenn ich ihn weckte.

 

Doch ich hatte keine andere Wahl. Außerdem sehnte ich mich sowieso nach ihm, da kam mir das sehr gelegen.

 

*-*-*

 

Ich weiß nicht, wie lange ich geschlafen hatte, aber als ich erwachte hörte ich plötzlich Milous Stimme in meinem Kopf.

 

Dass er mich nicht ohne Grund weckte, war mir klar... es musste also etwas geben, das so wichtig war, um mich aus dem Schlaf zu reißen.

 

Also erhob ich mich, zog mir schnell etwas drüber, wollte ich doch Milou nicht warten lassen, und verschwand anschließend aus der Festung, um gleich darauf im Palast, genau vor Milou, zu erscheinen.

 

"Guten Abend, Kaptain Milou. Könnt ihr nicht schlafen oder braucht ihr meine Hilfe?", fragte ich Milou ruhig, ihn sanft anschauend.

 

Jedoch, noch bevor mir Milou antworten konnte, standen einige Wach – und Kampfdrohnen hinter mir. Dies zeigte mir, dass Gefahr drohte, zudem leuchteten die Drohnen rot auf.

 

Ich wand mich zu meinen Drohnen um und fragte sie: "Was ist los?"

 

Eine der Drohnen antwortete:

 

"Gefahr! Wir müssen zwei Menschen entfernen!"

 

Ich nickte ihnen zu und ließ sie ihre Arbeit tun. Sogleich rannten die Drohnen nach oben, suchten das Zimmer der Störenfriede auf, brachen die Tür auf und holten die Beiden aus dem Zimmer heraus... nahmen sie gefangen.

 

Nur wenig später standen die Drohnen mit den Gefangenen wieder vor mir und ich fragte die Beiden:

 

"Was habt ihr vor?! Redet oder ich lasse euch an die "frische Luft" setzen. Die ist da draußen so toll, von da ist noch kein Mensch je zurückgekehrt! Also... redet!", herrschte ich die Beiden böse an.

 

Sie konnten sich nicht wehren, denn gegen diese Drohnen kam niemand an.

 

Die Beiden zitterten und schienen ihre Stimme verloren zu haben.

 

"Warum so still auf einmal? Vorhin wart ihr noch der Meinung, dass wir euch mästen wollen, um euch anschließend zu fressen... habt uns als Menschenfresser betitelt und nun fällt euch offenbar nichts mehr ein!

 

Eigentlich sollte ich kurzen Prozess mit euch machen, aber ich will noch einmal Gnade vor Recht ergehen lassen und werde euch nur in ein Zimmer einsperren. Vielleicht kommt ihr so wieder zur Besinnung", sprach ich nun wieder sehr ruhig, aber bedrohlich.

 

Mit diesen Worten nickte ich den Drohnen zu, die genau wussten was zu tun war und die Beiden abführten.

 

Traurig schaute ich den Drohnen nach und schüttelte den Kopf.

 

Doch wand ich mich nun wieder dem Kaptain zu und dankte ihm:

 

"Danke, dass ihr so wachsam gewesen seid und mich geholt habt. Das werde ich euch niemals vergessen. Verzeiht diese Maßnahme, aber so etwas können und werden wir hier nicht dulden.

 

Ich wollte euch gewiss nicht erschrecken.

 

Wenn ihr sonst nichts mehr auf dem Herzen oder einen Wunsch habt, würde ich gern wieder schlafen gehen"

 

Liebevoll, mit einer großen Portion Dankbarkeit, sah ich Milou an und lächelte.

 

*-*-*

 

Es dauerte nicht lange, dann erschien Damal vor mir und fragte mich, ob ich nicht schlafen könnte oder ob etwas wäre. In erster Linie konnte ich nicht schlafen, aber im Grunde drohte Gefahr für den Planeten und vielleicht auch für ihn selber.

 

Allerdings blieb mir keine Chance etwas zu erklären, da die Verteidigung hier äußerst gut war. Die Drohnen reagierten schnell und effektiv. Auch war ich froh, dass sie nicht zu brutal vorgingen, was ich erst befürchtete.

 

So hätten die Männer eine Chance sich zu besinnen. Was ich allerdings bei Kevin bezweifelte.

 

In Ruhe hörte ich Damals Worte und hing erneut an seinen Lippen. Sein Lächeln gab mir den Rest, da es so bezaubernd war.

 

Ich konnte einfach nicht an mich halten und machte einen großen Schritt auf den König zu, ehe meine Arme um seinem Hals lagen. Sanft drückte ich mich an ihn und verharrte einen Moment.

 

''Verzeiht... Nur einen Moment, dann dürft ihr euch wieder hinlegen'', sprach ich und atmete tief ein und aus, bevor ich wieder von Damal abließ.

 

''Das habe ich gerne getan. Es war eher Zufall, dass ich es mitbekommen habe, weil ich nicht schlafen konnte. Welch ein Glück, dass ich unter Schlafstörungen leide'', lächelte ich und nickte Damal kurz zu, während ich in seine schönen Augen schaute.

 

Jetzt ging es mir besser und ich könnte sicher wieder einschlafen.

 

*-*-*

 

Milou schien wirklich nett zu sein... so gar nicht wie die anderen Menschen, die ich bislang kennen gelernt und soeben hatte abführen lassen.

 

Er zeigte mir, dass man die Menschen tatsächlich in zwei Kategorien einordnen musste.

 

Zum Einen wären da die Guten, die zudem den nötigen Verstand besaßen, und sehr liebevoll sein konnten.

 

Zum Anderen waren da aber auch die schlechten Menschen, die offensichtlich nichts im Kopf und ein böses Herz hatten.

 

Milous Lächeln hingegen war gewinnend und hinreißend zugleich, doch staunte ich nun schon ein wenig, wollte mich schon etwas von ihm zurückziehen, als er so auf mich zukam und mich anschließend umarmte... sich an mich drückte.

 

Natürlich dachte ich zunächst an etwas Gefährliches, doch dann wären meine Drohnen schon hier aufgetaucht, aber so war alles okay.

 

Auch ich schlang meine Arme um ihn und streichelte sanft seinen Rücken.

 

"Es ist gut, Kaptain Milou... es gibt nichts zu verzeihen", erwiderte ich auf Milous Aussage hin: "Ihr seid so aufmerksam und wachsam gewesen, habt somit Asika und auch mich gerettet... wie könnte ich euch da böse sein, hm?

 

Ich denke, ihr und euer Freund John, von dem Darla so sehr schwärmt, seid gute Menschen und es wert, dass wir euch vertrauen.

 

Ihr könnt mich jederzeit rufen, wenn ihr etwas auf dem Herzen habt. Aber jetzt wünsche ich euch eine gute Nacht. Schlaft noch gut", verabschiedete ich mich mit einem erneuten Lächeln und mit einem "Ich habe euch sehr gern, Milou" nickte meinem Freund anerkennend zu, bevor ich aus dem Palast verschwand und wieder in meiner Festung auftauchte.

 

Sogleich ging ich wieder in mein Schlafzimmer, legte mich ins Bett und schlief, mit einem Gedanken an Milou, wieder ein.

 

*-*-*

 

Immer wieder halten die Worte in meinen Ohren nach, die Damal mir sagte.

Ich hab euch sehr gern, Milou!

 

Langsam ging nun auch ich wieder zu Bett, nachdem er gegangen war. Die Anderen hatten von dem Zwischenfall nichts mitbekommen und schliefen alle seelenruhig.

 

Morgen würde ich ihnen alles erzählen, zumindest fast alles. Was mich und Damal anging, würde ich stillschweigen bewahren, zumindest vorerst noch.

 

Mit dem Gedanken bei Damal schlief ich irgendwann ein und erwachte am Morgen, als John mich weckte.

 

''Die Fremden sind nicht auf ihrem Zimmer'', hörte ich ihn sagen, doch beruhigte ich ihn gleich und erzählte alles, nachdem wir die Anderen dazu geholt hatten.

 

''Wir riskieren unser aller Leben, für solch Bösewichte'', schimpfte John und ich konnte ihn durchaus verstehen.

 

''Es gibt böse und gute Menschen. Man kann so etwas vorher nicht wissen'', versuchte ich ihn zu beruhigen.

 

Dann machten sich alle frisch und gingen nach unten, wo wir frühstückten.

 

''Darla will mir heute den Planeten zeigen'', sprach John zu mir, als wir etwas für uns standen, ''Dann genieße es. Ich denke, er ist einer der Schönsten der Galaxy!''

 

Wie gerne würde ich mich dem anschließen. Nur spürte ich, dass ich unbedingt nach meinem Schiff sehen müsste. Außerdem gab es da oben ja auch noch etwas, was ich Damal zeigen wollte. Jetzt nach seinen lieblichen Worten von gestern, erst recht.

 

*-*-*

 

Schon sehr früh waren Darla und ich erwacht, hatten uns fertig gemacht und in aller Ruhe gefrühstückt.

 

Während des Frühstücks besprachen wir, was wir heute zu tun hatten bzw. tun wollten.

 

Also ich werde mich wohl erst einmal um alles Wichtige, das gestern liegen geblieben ist, kümmern.

 

Darla nickte, mit einem strahlenden Lächeln:

 

Wenn du nichts dagegen hast, werde ich John Asika ein wenig zeigen.

 

Ich habe nichts dagegen, warum denn auch. Du freust dich schon drauf, hm.

 

Ja... irgendwie schon.

 

Dann wünsche ich dir ganz viel Spaß und genieße es.

 

Danke, Damal, du bist der beste Bruder, den ich habe und der beste Herrscher, den Asika je hatte.

 

Ja, ja... schon gut. Nun ab mit dir, lass John nicht warten., wies ich ihre Schmeicheleien gespielt ab.

 

Darla nickte heftig, stand auf und verschwand sogleich. Selbstverständlich hatte ich Darla nichts von dem nächtlichen Vorfall im Palast erzählt, wollte ich ihr doch die Freude nicht verderben und sie nicht beunruhigen.

 

Ich bewunderte meine Schwester wirklich. Sie sah auch heute wieder wunderschön aus. Heute trug sie ein langes schwarzes, aber sehr leichtes Kleid, das ein wenig glitzerte und glänzte. Ihre langen schwarzen Haare hatte sie offen gelassen. Dazu trug sie ein silbernes Diadem, in das rote Edelsteine eingearbeitet waren.

 

Derweil frühstückte ich in aller Ruhe zu Ende, während ich an Milou denken musste.

 

Darla erschien im Palast, sah dann auch schon John, der bei Milou stand und sie sich zu unterhalten schienen.

 

Langsam ging sie auf die beiden Männer zu und begrüßte sie freundlich.

 

"Guten Morgen, Kaptain Milou und guten Morgen John", dabei lächelte sie John an, doch wand sie sich auch an Milou:

 

"Milou, Damal hat noch zu tun. Wenn du ihn aber brauchst, dann weißt du ja, wie du ihn erreichen kannst", sprach sie zum Kaptain, den sie duzte und gerade irgendwie wie ein Wasserfall plapperte.

 

Natürlich, sie war eben aufgeregt und hatte ihre Gefühle derzeit so gar nicht unter Kontrolle.

 

"John, bist du dann soweit? Magst du mit mir kommen? Keine Angst, wenn wir jetzt da hinaus gehen, wirst du weiterhin atmen können", musste sie unbedingt noch loswerden und kicherte leise vor sich hin... während sie mit John heftig zu flirten begann.

 

Beinahe wären John, bei Darlas Anblick die Augen aus dem Kopf gefallen.... dann ihre Worte... und nun flirtete sie auch noch so heftig mit ihm.

 

"Ja, ich bin bereit dich zu begleiten, Darla", war erst mal alles was ihm dazu einfiel.

 

Darla freute sich tierisch, dann nahm sie John einfach an die Hand und verließ mit ihm den Palast.

 

Genießend langsam führte Darla John an der Hand durch Asika und erklärte ihm hier und da etwas, auch Fragen beantwortete sie, wenn John etwas wissen wollte.

 

So ging es vorbei an großen und kleinen Seen, seltenen Bäumen, heilenden Pflanzen, bunten Blumen und immergrünen Sträuchern. Auch gab es viele Tiere zu sehen, die die Erdbewohner wohl nicht kennen konnten.

 

Nach einiger Zeit erreichten sie einen der schönsten Orte auf Asika... ein kleines wunderschönes Paradies, in dem der Wind nur leicht wehte... wie ein Hauch... auch einen riesigen Wasserfall gab es hier... neben einer großen Wiese voller bunter, wunderschöner Blumen. Dieser Ort war zudem Darlas Lieblingsplatz. Gern zog sie sich hierher zurück, wenn ihr mal etwas zu viel wurde und sie sich erholen wollte.

 

"Wie gefällt es dir, John?", wollte Darla, noch immer etwas aufgeregt, wissen und lächelte John freudig... ja, zärtlich an.

 

*-*-*

 

Als Darla erschien, hatte ich sie ebenfalls begrüßt und merkte gleich, wie sie mit John flirtete. Da schienen sich wohl zwei gefunden zu haben und ich freute mich für sie.

 

John schien total verzaubert von ihrer Schönheit und ihrem Wesen.

 

Natürlich wusste ich, wie ich Damal erreichen konnte, nur wollte ich ihn auch nicht stören, wenn er noch zu tun hatte.

 

Nachdem die Zwei gegangen waren, drehte ich meine Runden, wie letzte Nacht, durch den Palast. Geduldig, gab ich Damal einige Stunden Zeit, ehe ich mich frisch machte und nach ihm rief.

 

''Damal?''

 

Die Anderen meiner Crew ließen es sich gut gehen. Sie genossen es sehr, mal nichts tun zu müssen und sich alles an Essen wünschen zu können, wonach sie sich schon lange sehnten. Es sei ihnen vergönnt.

 

In der Zwischenzeit hatte Darla, John einiges auf dem Planeten gezeigt und war mit ihm an ihrem Lieblingsplatz angelangt. John hatte den Rundgang und die Anwesenheit von Darla sehr genossen.

 

Er interessierte sich für den Planeten und auch für sie und fragte nach vielem, was ihn in dem Sinn kam. Doch erzählte er auch einiges von sich und hatte keine Geheimnisse vor Darla.

 

''Alles hier ist wunderschön, Darla, dieser Ort hier besonders. Nur du scheinst alles mit deiner Schönheit und deinem Wesen noch zu übertreffen'', schmeichelte er ihr.

 

Sanft erwiderte er ihr Lächeln und strich zaghaft über ihre Wange.

 

''Das Wasser lädt einem gerade zu ein, ein Bad zu nehmen'', flüsterte er, als könnte sie jemand hören, dass sie etwas verbotenes vorhaben.

 

Vermutlich ging er gerade zu weit, doch hatte er das Gefühl Darla zu kennen und genau zu wissen, dass sie es sagen würde, wenn er zu forsch war. Allerdings konnte man es ihm auch nicht verübeln, wenn die Lust eines Mannes aus ihm sprach. Immerhin hatte er ewig keine Frau gehabt.

 

*-*-*

 

Noch immer brütete ich über den vielen wichtigen Dingen, wie es eben meine Aufgabe war und ich jetzt auch wusste warum Darla den Thron abgelehnt hatte. Zudem musste ich mir darüber Gedanken machen, was mit unseren menschlichen Freunden werden würde. Würden sie bleiben mussten sie eingebürgert und an die Atmosphäre von Asika angepasst und gewöhnt werden.

 

Aber dann hörte ich plötzlich Milous Stimme und schmunzelte in mich hinein. Da schien aber jemand Sehnsucht nach mit zu haben. Mich freute es natürlich, denn mir kam diese kleine Ablenkung nur allzu gelegen. Also erhob ich mich, streifte mir mein Kapuzencape über und verschwand dann aus der Festung, um kurz darauf genau vor Milou wieder zu erscheinen.

 

"Hallo Milou. Wie geht es dir? Ich freue mich dich wieder zu sehen", begrüßte ich meinen Freund, den ich nun duzte und mit sanften, lächelnden Blicken bedachte... ihn ja schon beinahe anstrahlte.

 

In der Zwischenzeit freute sich Darla, dass ihr John so viel Interesse zeigte und auch Fragen stellte. Aber noch sehr viel mehr freute es sie, dass er ihr vertraute und ihr vieles von sich erzählte.

 

Nachdem sie schließlich ihren Lieblingsplatz erreicht hatten und John ihr so liebevoll, mit solch wunderschönen Worten schmeichelte sah sie ihn verlegen lächelnd an.

 

"Du bist ein wunderbarer Mensch, John. Das meine ich ernst und ich würde mir so sehr wünschen und mich freuen, wenn du hier bleiben würdest", sprach Darla ruhig, mit strahlenden Augen, aber mit dem nötigen Ernst in ihrer Stimme, damit John so auch erkennen konnte, dass es ihr wirklich ernst war.

 

Dann jedoch kicherte sie verlegen und leise vor sich hin, als John meinte, man könne hier baden gehen und sie wusste ganz genau, obgleich sie es noch nicht kannte, was ihr John damit bezweckte. Dennoch störte es sie diese Tatsache nicht, zumal John so sanft und liebevoll zu ihr war und ihre Wange gestreichelt hatte... eine Geste, die sie lächeln, aber auch irgendwie vertrauen ließ.

 

"Gut, gehen wir schwimmen", antwortete Darla grinsend und begann sogleich sich zu entkleiden.

 

Für sie war es weder etwas besonderes noch peinlich oder womöglich unangenehm sich hier vor John auszuziehen, nein, ganz und gar nicht.

 

Ihr Körper war doch das Natürlichste überhaupt und dafür musste sie sich nicht etwa schämen, auch für ihre Figur musste sie sich auf gar keinen Fall schämen.

 

Als sie schließlich nackt vor John stand, lachte sie übermütig und sprang, mit einem gewaltigen Satz in das Wasser des Sees.

 

"John, das Wasser ist herrlich, komm doch auch rein!", bat sie ihren Freund entzückt und Freude strahlend, während sie mit ihren Händen ein wenig im Wasser plantschte.

 

*-*-*

 

Damal erschien, wie immer, vor mir und ich konnte nicht anders, als ihn anzulächeln.

 

''Hallo Damal'', begrüßte ich ihn auch, ''Mir geht es gut und ich hoffe dir auch. Habe ich dich gestört? Ich war lange geduldig, da Darla meinte, du hättest noch einiges zu tun, aber jetzt wollte ich dich gerne sehen. Nimm es mir bitte nicht übel.''

 

''Wie du weißt, gibt es da etwas, was ich dir auf meinem Schiff zeigen wollte. Wie viel Zeit hast du für mich übrig, ohne dass deine Arbeit und deine Aufgaben zu sehr darunter leiden?'', wollte ich dann von ihm wissen.

 

Immerhin hatte ich als Kapitän auch viele Aufgaben und konnte es mir nur zu gut denken, wie es ihm als König ergehen musste.

 

Währenddessen in dem kleinen Paradies:

 

''Ich würde gerne bleiben'', hatte John von sich gegeben.

 

Dann hatte Darla sich vor John entblößt und dieser bekam den Mund nicht mehr zu.

 

Er wusste nicht, ob er sich wegdrehen sollte oder hinsehen. Doch sein Körper reagierte gar nicht, er starrte die schöne Frau vor sich einfach an. Wie sollte er ihr ins Wasser folgen, wo sie so schnell hineingesprungen war, da sein Körper in Hitze stand und seine Körpermitte mehr als ausgeprägt war.

 

Aber er wollte ihr folgen und begann sich nun ebenfalls auszuziehen. Dafür konnte er sich zwar etwas wegdrehen, doch viel verbergen konnte er bei seinem gut gebauten Körper nicht.

 

Schnell sprang er ebenfalls ins Wasser und tauchte ab. Einen Moment hielt er unter Wasser die Luft an und schaute nach oben. Als er Darla sah, tauchte er direkt vor ihr auf.

 

''Du hattest recht, dass Wasser ist herrlich'', räusperte er sich.

 

Zwar umgab sie jetzt das Nass, aber es war komisch so nackt zu sein und außerdem zu wissen, dass so eine schöne Frau hier nackt vor ihm schwamm.

 

*-*-*

 

"Mir geht es auch gut, Milou. Du hast mich keineswegs gestört, ganz im Gegenteil... mir ist diese kleine Ablenkung sehr willkommen... und da diese Ablenkung von dir kommt, ist sie mir umso angenehmer", erwiderte ich ruhig, Milous Lächeln erwidernd.

 

"Für dich habe ich so viel Zeit, wie du magst und mich ertragen kannst. Gern würde ich dich auf dein Raumschiff begleiten.", fügte ich mit strahlenden Augen hinzu.

 

Natürlich war ich sehr gespannt darauf, was Milou mir zeigen wollte... auch auf die restlichen Menschen der Mannschaft war ich gespannt. Ob sie wohl genauso nett und freundlich wären wie Milou und John?

 

Oder wären sie gar wie... nein, daran wollte ich nicht denken. Ich wollte mir das Raumschiff des Kaptains ansehen und mir alles zeigen lassen.

 

"Wenn du soweit bist, können wir los.", musste ich noch los werden und schaute Milou nun abwartend an.

 

Unterdessen freute sich Darla tierisch über Johns Einwilligung, dass er hier bleiben wollte. Ob er das ernst meinte... oder hatte er dies nur so daher gesagt, weil er gerade... ja... Herzen auf dem Augen zu haben schien?

 

Zudem wunderte sich Darla, dass sich John vor ihr ein wenig wegdrehte, als er sich auszog. Das verstand sie nicht so ganz. John hatte doch einen ebenso tollen Körper, wie sie selbst und musste sich für nichts schämen. Auch Darla wusste, dass männliche Wesen unten herum anders aussahen, als weibliche Wesen und doch war es für sie das Normalste auf der Welt.

 

Nachdem John nun endlich auch im Wasser war, abtauchte und anschließend vor ihr wieder auftauchte, kicherte sie vergnügt... sich freuend, dass es ihm auch so gut gefiel.

 

Nun begann sie John verspielt nasszuspritzen und lachte dabei herzhaft. Dann ließ sich sich rückwärts ins Wasser fallen, machte einen Salto unter Wasser und tauchte hinter John wieder auf... ihn gleich darauf sanft umarmend.

 

"Du würdest wirklich bei mir bleiben?", fragte sie John flüsternd, sein Ohr mit ihren Lippen leicht berührend, während ihre Hände seinen Bauch vorn streichelten.

 

*-*-*

 

Ob Damal überhaupt wusste, wie seine Worte auf mich wirkten. Sicher wusste er das. Denn immerhin hatte ich ihm gesagt, wie anziehend ich ihn fand. Er schien mit mir zu flirten und mir war es sehr recht.

 

''Gut, lass uns los'', erwiderte ich und folgte Damal.

 

Wir gingen zu einem Schiff, was uns zu meinem Raumschiff flog. Die Aufregung in mir wuchs, aber auch die Freude, meine Freunde wiederzusehen.

 

''Hier spricht Kapitän Milou Legler, wir bitten darum an Bord kommen zu dürfen'', funkte ich durch, als wir in der Nähe meines Schiffes waren.

 

Im Grunde war es als kleiner Scherz gedacht, da ich ja der Kapitän war und deshalb jederzeit an Bord durfte. Nur waren wir in einem fremden Schiff und meine Leute, mussten ja auch wissen, wer sich an Bord befand.

 

''Hier sprich Lila Butt von der CML2000. Kapitän, wir freuen uns, sie an Bord lassen zu dürfen'', kicherte Lila ins Funkgerät.

 

Dann dockten wir an und die Verbindungstür öffnete sich. Wer mich mit einem strahlen im Gesicht begrüßte, war kein Anderer als mein bester Freund.

 

''Kapitän'', begrüßte er mich förmlich.

 

Immerhin hatten wir Gäste und er wusste ja nicht, wie locker ich mit Damal umging. Dann reichte er mir ein kleines Gerät, was Damal das Atmen an Bord ermöglichte.

 

''Hier, das musst du nur an deinen Hals klemmen. Klein, aber effektiv. Möchtest du deine Männer mitnehmen?'', fragte ich ihn.

 

Sie würden dann ebenfalls ein solche Gerät bekommen und dürften sich durchaus auf dem Schiff umsehen.

 

Währenddessen hatte John ebenfalls begonnen Darla mit Wasser zu bespritzen und lachte dabei. Dann tauchte sie ab und hinter ihm wieder auf.

 

Seine Erregung ragte an seinem Bauch steil empor und er konnte nichts dagegen machen. Ihre Lippen an seinem Ohr, bereiteten ihm eine Gänsehaut und er seufzte leise.

 

''Ja, das würde ich!'', sprach er.

 

Dann legte er eine Hand auf eine von ihren und verharrte einfach im Wasser so ruhig es ging.

 

*-*-*

 

Es war ein sehr seltsames Gefühl meinen Planeten zu verlassen und ein fremdes Raumschiff zu betreten.

 

Natürlich staunte ich nicht schlecht, als wir andockten und eingelassen wurden. Nickend begrüßte ich diesen Menschen, der ebenfalls sehr nett zu sein schien.

 

"Hallo, mein Name ist Damal... der Herrscher von Asika.", sprach ich grüßend, doch winkte ich dann ab: "Nein, danke, das brauchen wir nicht. Denn wie ich dir schon einmal sagte müssen wir nicht atmen und tun es nur dann, wenn wir es möchten.", dabei lächelte ich Milou an.

 

Ein wenig aufgeregt war ich schon... immerhin konnte es sich ja hier um eine Falle handeln... aber diesen Gedanken verbannte ich schnell wieder aus meinem Kopf. Milou würde so etwas niemals tun... niemals, denn das traute ich ihm nun wirklich nicht zu.

 

"Meine Drohnen bleiben an Bord und bräuchten so etwas nun ganz und gar nicht", kicherte ich leise und grinste Milou lieb an.

 

"Na, dann zeig mir mal das Schiff und was du noch so meintest. Ich bin gespannt.", bat ich meinen Freund.

 

Darla freute sich sehr, als sie die erneute Bestätigung von John bekam, dass er tatsächlich hier bleiben wollte.

 

Sanft streichelte sie seinen Bauch weiter, ließ es auch zu, dass er eine Hand auf ihre legte.

 

Langsam schwamm sie um ihn herum, bis sie genau vor ihm zum Stehen kam und ihn sanft lächelnd anschaute.

 

"Ich freue mich, dass du hier bleiben möchtest und ich weiß auch, dass Damal damit einverstanden ist. Du... würdest hier eingebürgert und an unsere Atmosphäre gewöhnt werden, dann könntest du dich hier frei bewegen und mit mir leben.", erklärte Darla... auch wenn es vielleicht nicht gerade der rechte Zeitpunkt dafür war. Aber John sollte ruhig schon mal wissen, worauf er sich einlassen würde.

 

Ob John es jetzt noch immer wollte?

 

Ob sie jetzt die Stimmung verdorben hatte?

 

Eine leichte Unsicherheit erfasste sie, doch ließ sie sich nichts anmerken und ging stattdessen noch etwas näher auf John zu... noch näher... dann schaute sie ihn lächelnd an, kam seinem Gesicht noch näher und legte dann ihre Lippen sanft und sehr zärtlich auf die Seinen... küsste ihn...

 

Natürlich spürte sie dabei auch seine Erregung... auch da wusste sie ganz genau was los war...

 

*-*-*

 

''Willlkommen, My Lord! Mein Name ist Ben Child, ich grüße euch'', sprach Ben und trat beiseite, dass wir an Bord gehen konnten.

 

''Verzeih. Irgendwie habe ich das in der Aufregung vergessen'', wand ich ein, wegen des Atmens und folgte Ben.

 

Zuerst ging es in die Kommandozentrale, wo Lila mit ein paar Kollegen stand und sich um alles kümmerte.

 

''Lila Butt'', stellte sie sich Damal vor und lächelte mich an, ''Milou, schön dass du wieder da bist.''

 

Sie sah sehr glücklich aus und auch Ben schien mehr als glücklich. Ich war sicher, dass sie ein Paar waren.

 

Anschließend ging ich mit Damal durchs Schiff und zeigte ihm alles. Den Illusionsraum hielt ich mir für den Schluss auf. Als wir den Raum betraten, sah man zwei Liegen in einem weißen Raum. Mehr war mit bloßem Auge nicht zu sehen.

 

In der Zwischenzeit erwiderte John den Kuss heiß und innig, den Darla ihm gab. Er war sich sicher, wie nie zuvor.

 

Sanft, aber fordernd zog er sie an sich heran und musste sich arg zusammenreißen, nicht direkt über sie herzufallen. Zu groß war seine Lust und sein Begehren. Viel zu lange war das letzte Mal her und aus Liebe war es bisher nie gewesen.

 

Jetzt spürte er eine Welle des Verliebtseins und wollte sich ihr hingeben, mit ihr Zärtlichkeiten austauschen.

 

*-*-*

 

"Bitte, nenn mich Damal... denn du bist nicht mein Untertan und ich bin nicht dein Herrscher", antwortete ich Ben ruhig, aber lächelnd: "Aber es freut mich dich kennen zu lernen.", musste ich abschließend loswerden, bevor Milou mir tatsächlich das Schiff zeigte.

 

Ich stellte schon auch einige Fragen, denn damit kannte ich mich nun mal nicht aus und wollte folglich vieles wissen und von Milou erklärt haben.

 

Natürlich bestaunte ich einiges und stellte mir die Frage... ob Milou vielleicht bei mir bleiben würde. Immerhin war dies hier ein schönes Schiff... beeindruckend obendrein... ob ihm das nicht doch irgendwann fehlen würde?

 

Auch seine Freunde und seine Mannschaft... würden sie ihm nicht auch fehlen... und er ihnen... immerhin schienen sie ein recht gutes Verhältnis zueinander zu haben.

 

"Es ist beeindruckend... wirklich.", sprach ich meine Eindrücke bezüglich des Schiffes, an Milou aus.

 

Schließlich erreichten wir einen anderen Raum, der so vollkommen anders war... irgendwie so gar nicht zum Schiff passen wollte. Auch war nicht unbedingt viel in diesem Raum zu sehen... außer der zwei Liegen.

 

"Was ist das für ein Raum?", wollte ich von Milou wissen.

 

Was für tolle Gefühle das waren, die Darla gerade zu spüren begann... unbeschreiblich schön, so dass sie tatsächlich kurz davor war vollkommen ihre Kontrolle zu verlieren.

 

"Ich liebe dich...", hauchte Darla in den Kuss hinein... denn so war es nun mal... sie hatte sich wirklich Hals über Kopf in John verliebt.

 

John machte sie wahnsinnig, mit seinen heißen Küssen, von denen Darla nicht genug bekam. Schließlich zog sie John, schwimmend, an Land und verführte ihn... auf eine sehr sinnliche, zärtliche und sanfte Art und Weise, wie man es nur auf Asika kannte....

 

*-*-*

 

Ben hatte das Du dankend angenommen.

 

Als wir uns im Illusionsraum befanden, stellte mir Damal eine Frage, die ich gerne beantwortete.

 

''Das ist der Illusionsraum. Hier kann man Illusionen erleben. Komm, vertrau mir, ich werde es dir zeigen'', erklärte ich.

 

Dann legte ich mich auf eine Liege und bot Damal die Andere an. Anschließend reichte ich ihm eine Brille und meinte: ''Wenn du aufhören willst, musst du nur 'Illusion' sagen!''

 

Daraufhin setzte ich die Brille auf und vor mir erschien meine Allee, die ich so vermisst hatte. Die Sonne schien und es roch nach Regen.

 

Die Erde, wie ich sie einst kannte, schien wieder zu existieren. Ich hoffte Damal würde mir vertrauen und ebenfalls erscheinen, natürlich nur virtuell, denn normalerweise lag er ja auf der Liege im Raum.

 

Mein Herz raste und ich war sehr aufgeregt.

 

John gab sich Darla total hin, ließ es geschehen und konnte nur noch 'Ich liebe dich auch', erwidern.

 

*-*-*

 

Laut Milous Erklärung, war dies hier ein Illusionsraum... und damit wohl das was er mir hatte zeigen wollen.

 

Ich fand es recht interessant und war bereit mich darauf einzulassen, wollte sehen, was er wohl immer gesehen hatte... weshalb ihn meine Augen so fasziniert hatten.

 

Zunächst schaute ich nur zu, wie sich Milou auf die Liege legte und diese Brille aufsetzte. Etwas unsicher war ich mir schon, aber ich wollte mich drauf einlassen... wollte eine neue Erfahrung machen.

 

So legte ich mich auf die andere Liege und setzte mir nun ebenfalls diese Brille auf.

 

Sogleich erschrak ich mich ein wenig, aber nur ganz kurz, denn ich wusste ja nun, dass es sich nur um eine Illusion handelte und ich eigentlich ja in Sicherheit war.

 

Bei der Illusion schien es sich um die Erde zu handeln... wie sie einst gewesen war. Schön war es hier und so konnte ich Milou durchaus verstehen.

 

Dann aber sah ich ihn... wie er eine Straße entlang lief ...genau auf mich zu, wie es schien.

 

Unbekannte Gerüche strömten mir entgegen und ich spürte die Wärme der Sonne, die es auf der Erde ja nur einmal gegeben hatte.

 

"Milou", sprach ich... auf meinen Freund zugehend: "ich bin hier", schaute Milou in die Augen, als ich nahe vor ihm stand.

 

Ich war gespannt, was das hier werden sollte... ahnte aber, dass es mehr werden würde... als ein bloßes Treffen...

 

Darla schwebte derweil im siebten Himmel, als sie Johns Worte hörte... sie offensichtlich auch liebte.

 

Nachdem sie sich geliebt hatten, schwammen sie noch ein paar Runden im See, ehe sie sich wieder anzogen und langsam... Hand in Hand zurück zum Palast gingen.

 

Da John sich augenscheinlich entschieden hatte, hier zu bleiben, zeigte Darla ihm, auf dem Weg zum Palast, die Festung, in der ihr Bruder Damal residierte und wo er die Einbürgerung und die Anpassung erhalten würde.

 

*-*-*

 

Überwältigt von meinen Gefühlen, wieder in die Welt, die ich einst so liebte einzutauchen, bemerkte ich Damal erst, als er mich rief. Lächelnd ging ich auf ihn zu und reichte ihm die Hand.

 

''Komm, es gibt viel zu sehen'', sprach ich.

 

Langsam ging ich die Allee wieder hoch, die unterschiedliche Bäume beherbergte. Dann begann es zu regnen, als wir am Ende angelangt waren. Nur wenig, so dass wir nicht durchnässt wurden, es aber durchaus spüren konnten.

 

Kurz blieb ich stehen, schloss die Augen und richtete mein Gesicht nach oben.

 

''Ich liebe den Regen!'', seufzte ich und dann wurde ich langsam nervös.

 

Ein Blick zu Damal, bevor wir weiter gingen und an einen Strand kamen. Unsere Schuhe verschwanden und wir konnten den Sand unter unserer Füßen spüren. Der Regen hörte auf und es roch nach Meer.

 

Dabei wehte eine leichte Brise und die Sonne schien nicht mehr ganz so stark.

 

Zwei Liegestühle standen dort, weil ich wollte, dass es diesmal zwei waren. Auf sie ging ich zu, blieb aber vor ihnen stehen.

 

''Was ich dir jetzt zeige, habe ich vor vielen Jahren erschaffen. Genau wie diese Welt hier. Man kann es nicht von heute auf morgen durch bloße Erinnerungen erzeugen. Dazu bedarf es sehr viel Arbeit'', erklärte ich.

 

Und dann erschien auch schon meine Illusion von Damal, als hätte sie nur darauf gewartet. Sehnsüchtig schaute sie mich an, kam auf mich zu. Doch sie stockte und schaute Damal an.

 

Unsicher und voller Schmerz blickte sie zu mir herüber.

 

''Ist er der Grund, warum du mich hast warten lassen'', hörte ich ihn verletzt sagen.

 

Immer wieder in den letzten Jahren wollte ich mir einreden, dass er keine Gefühle hatte und nur ein Trugbild war. Aber jetzt konnte ich seinen Schmerz spüren.

 

Unsicher schaute ich Damal an und wusste nicht, was er jetzt von mir halten würde. Der Mann sah genauso aus, wie er. Nur eben das Leuchten fehlte.

 

Währenddessen hatte John sich gerne die Festung zeigen lassen und freute sich sehr darauf, hier bei seiner Angebeteten bleiben zu können. Allerdings wusste er noch nicht so recht, wie er es Milou sagen sollte.

 

*-*-*

 

Es war schön mit Milou hier entlang zu gehen, den leichten Regen zu spüren und die Erde mal so zu sehen, wie er sie offensichtlich in Erinnerung hatte... wunderschön.

 

Als wir den Strand erreichten, schaute ich mich staunend um und erblickte, nach einer Weile, die wir durch den Sand gegangen waren, zwei Liegestühle.

 

Um Fragen zu stellen fehlten mir die Worte, so genoss ich, was ich sah, schweigend... hörte nur Milous Erklärung, bewunderte seine Arbeit und nickte anerkennend.

 

Jedoch erschien kurz darauf diese Illusion, von der Milou gesprochen hatte und die mir so ähnlich sah, als wäre sie mein Zwillingsbruder und schaute ihn sehnsüchtig an.

 

Aber ich konnte auch dessen Schmerz spüren, nachdem diese Illusion zu Milou gesprochen hatte.

 

Mich schmerzte es, das zu sehen und ich spürte auch, wie sehr es mich schmerzte, so dass sich mein Herz zu verkrampfen schien und ich mir nur knapp die Tränen verkneifen konnte.

 

All meine Hoffnungen, Milou zukünftig an meiner Seite zu wissen... mit ihm mein Leben verbringen zu können... schwanden dahin... zerplatzten wie eine Seifenblase... wie man so schön auf der Erde sagte.

 

Ich wand mich an diese Illusion:

 

"Hallo, mein Name ist Damal. Ich weiß nicht genau wer du bist, aber ich wollte dir sicher nicht weh tun und will dir sicher auch Milou nicht wegnehmen. Es tut mir leid", sprach ich sanft, mit ruhiger Stimme, während sich Tränen des Schmerzes und der Enttäuschung nun doch ihren Weg aus meinen Augen bahnten... ich sie nicht mehr zurückhalten konnte.

 

Anschließend wand ich mich Milou zu und sprach weiter:

 

"Milou, ich habe mein Herz an dich verloren und es wird immer dir gehören... aber... ich will mich nicht zwischen dich und deine Illusion drängen. Ich hatte so sehr gehofft... mir so sehr gewünscht... dass... aber nein... ich... es tut mir leid. Vielleicht können wir ja wenigstens Freunde bleiben.

 

Bitte, bring mich nach Asika zurück....", mit diesen Worten zog ich mich zurück, ging einige Schritte rückwärts und drehte mich dann weg.

 

Mein Herz war gebrochen... aber ich bewahrte die Haltung... wie ich es gelernt hatte und doch zitterte ich am ganzen Körper.

 

Eigentlich könnte ich es mir sehr einfach machen und zu Atmen beginnen, dann wäre für mich alles sehr schnell vorbei und ich müsste mich nicht unnötig quälen. Aber ich dachte nun an meinen Planeten Asika... an meine Schwester Darla und an meine Untertanen... sie alle brauchten mich und so durfte ich mir nicht einfach so das Leben nehmen... musste diesen Schmerz ertragen...

 

*-*-*

 

Damals Reaktion tat mehr weh, als die von seiner Illusion. Ich ging an ihr vorbei und legte meine Hände auf Damals Schultern.

 

''Was redest du da? Es ist nur eine Illusion...'', sprach ich und schaute die Illusion an, die pixelnd verschwand, ohne ein Wort an Damal erwidert zu haben.

 

''Ich will nicht länger eine Illusion lieben, sondern den realen Damal! Ich habe mich in dich verliebt und nicht in ihn. Lediglich meinen Traummann stellt er da und war für sexuelle Gelüste zuständig. Aber du... Damal... Du bist real! '', erklärte ich und schmiegte mich sanft an meinen Freund.

 

''Für die Illusion habe ich schon eine Lösung. Er muss nicht traurig sein. Wir könnten ihm eine Illusion von mir erschaffen. Immerhin ist es eine Illusion und kein realer Mensch'', gab ich von mir.

 

Im nächsten Moment erschien die Illusion von Damal vor uns und lächelte: ''Das würdest du für mich tun? Ich möchte nicht alleine sein.''

 

Sehnsüchtig schaute ich Damal an und wartete auf seine Reaktion.

 

*-*-*

 

Noch immer liefen die Tränen an meinen Wangen herab, als ich zwei Hände auf meinen Schultern spürte und kurz darauf die liebevollen Worte meines Freundes.

 

Langsam drehte ich mich zu Milou um und fragte ihn:

 

"Meinst.... du das wirklich ernst?"

 

Sicher, ich hatte seine Worte gehört und glaubte ihm, aber... es klang zu schön um wahr zu sein, weshalb ich mich irgendwie rückversichern musste, indem ich ihn fragte.... ja, als könne ich es nicht glauben.

 

Die Illusion war zunächst verschwunden und meine Tränen versiegten langsam.

 

Als sich Milou an mich schmiegte konnte ich es beinahe noch weniger glauben und doch war es gerade so real für mich, dass ich nicht anders konnte, als mich ebenfalls an ihn zu schmiegen.

 

"Ich wünsche mir so sehr... mit dir mein Leben zu verbringen... aber... würdest du das auch wollen? Ich liebe dich auch und... wünsche mir nichts sehnlicher", flüsterte ich meinem Freund zu, während sich mein Herz nun doch wieder freute.

 

Eine ganze Weile waren wir schon aneinander geschmiegt da gestanden, als ich Milou reden hörte und kurz darauf auch die Illusion wieder erschien.

 

Langsam löste ich mich von Milou und nickte sanft.

 

"Ja, diese Lösung gefällt mir auch und ich bin damit einverstanden... es ist eine gute Lösung." und schenkte Milou, aber auch der Illusion, ein liebevolles Lächeln.

 

*-*-*

 

''Ich möchte mit dir zusammen sein! Das sollten wir in Ruhe bereden'', sprach ich zu Damal.

 

''Gut. Hab noch etwas Geduld!'', meinte ich zu der Illusion und schaute dann Damal an.

 

''Lass uns zurückkehren'', sagte ich und fügte: ''Illusion'', hinzu.

 

Schon war die Illusion vorbei und ich war wieder auf der Liege, nahm meine Brille ab.

 

Eine Illusion von mir selbst zu entwerfen, würde einige Zeit dauern. Außerdem war ich immer noch so eingestellt, dass ich Damal erst mal richtig kennen lernen wollte, bevor ich ernstere Schritte tat.

 

Verliebt war ich, sehr sogar. Aber ich würde vorerst auf meinen Schiff bleiben wollen. Wir müssten ja nicht allzu weit von dem Planeten weg und ich könnte somit jederzeit Damal besuchen.

 

Wenn unsere Liebe dann stärker wäre, würde ich sicherlich gerne zu ihm auf den Planeten ziehen. Sofern so etwas möglich sei. Ben und Lila würden bestimmt gerne das Schiff übernehmen.

 

Soweit wollte ich eigentlich noch gar nicht denken und doch schien es mit Damal allgegenwärtig, eine Zukunft zu planen. Aber ich wollte mit ihm auch alles noch besprechen in aller Ruhe und vielleicht auch erst nachdem wir ein paar Zärtlichkeiten ausgetauscht hätten.

 

*-*-*

 

Irgendwas kam mir an Milou gerade sehr seltsam vor, doch ließ ich mir nichts anmerken. So nickte ich nur, tat es ihm gleich und sagte: "Illusion".

 

Anschließend nahm ich die Brille ab, stand von der Liege auf und sah dann auch schon Milou, der noch auf der Liege lag, seine Brille aber schon abgenommen hatte.

 

Warum auch immer, aber etwas sagte mir, dass Milou etwas ganz anderes vor hatte, als ich dachte. Außerdem konnte ich es an seinem Gesichtsausdruck sehen, dazu musste ich nicht einmal seine Gedanken lesen. Sein Gesichtsausdruck war für mich wie ein offenes Buch.

 

Mich enttäuschte es, wie er zu denken schien.... von wegen Zärtlichkeiten austauschen. War das etwa alles woran er dachte und wovon er eine eventuelle Beziehung abhängig machte?

 

Dann aber nicht mit mir... da würde er gewaltig auf Granit beißen. Denn anders als Darla... ja, ich wusste davon... würde ich mich nicht so einfach verführen lassen... oder Milou verführen. Denn anders als die Menschen, musste ich keinen Sex oder sogenannte Zärtlichkeiten haben... hatte auch kein Verlangen danach.

 

Warum blieb er dann nicht einfach auf seinem Schiff bei seiner... ach so tollen... Illusion von seinem Traummann, wenn ihm doch die Zärtlichkeiten offensichtlich so wichtig waren?

 

Langsam reichte es mir... immer dieses hin und her!

 

"Na dann, noch viel Spaß beim Erschaffen deiner Illusion. Ich gehe zurück nach Asika. Wenn du genau weißt, was du willst, kannst du dich gern bei mir melden. Offensichtlich weißt du nämlich ganz und gar nicht was du wirklich willst.

 

Ich kann es an deinem Gesichtsausdruck sehen und es enttäuscht mich, was du zu denken scheinst. Es reicht offensichtlich nicht aus, dass ich euch Hilfe gewährte... Freundschaft, Verständnis und Vertrauen schenkte...", mit diesen Worten verabschiedete ich mich, kopfschüttelnd, von Milou und fügte noch hinzu:

 

"Euer Gleiter steht noch immer auf dem Landeplatz... holt diesen bitte bald ab", dann verschwand ich aus dem Raumschiff und erschien sogleich in meiner Festung, von wo ich den Funkkontakt zu meinen Drohnen aufnahm und diese zum Planeten zurück beorderte.

 

Da Milou, allem Anschein nach, nicht wusste was er wollte, würde ich für ihn vorläufig unerreichbar sein, wie ein Stern am Himmel. Die Festung konnte er ohne meine oder Darlas Erlaubnis nicht betreten und ich musste bzw. brauchte die Festung ohnehin nicht verlassen.

 

Traurig und enttäuscht zog ich mich in mein Zimmer zurück. Dass Darla und John auch hier waren, wusste ich zwar, doch wollte ich gerade niemanden mehr sehen.

 

Auch überlegte ich Darla zu empfehlen, diesen John ebenfalls auf das Raumschiff zurück zu schicken. Menschen machten eh immer nur Ärger oder enttäuschten einen.

 

Ja, ich musste Darla vor diesem John schützen... Menschen wussten doch eh nie was sie wollen und vielleicht würde John Darla auch irgendwann enttäuschen.

 

Tränen rannen aus meinen Augen und so schloss ich mich in meinem Zimmer ein.

 

Wenn diese Menschen weggehen würden... uns enttäuschen würden... würde ich keinem Menschen je wieder erlauben hier zu landen... auch nicht im Notfall... nie wieder!

 

*-*-*

 

Perplex über Damals Worte lag ich auf der Liege und starrte ins Nichts. Er hatte mir nicht einmal eine Chance gelassen zu reagieren. Dabei verstand ich ihn rein gar nicht.

 

Wieso sollte ich nicht wissen, was ich wollte?

 

Eben noch hatte ich ihm meine Gefühle offenbart und jetzt war er fort, ohne einen für mich ersichtlichen Grund.

 

''Damal?... Damal?'', rief ich, aber nichts geschah.

 

Tränen kamen in mir hoch und ich hatte Mühe, sie zu unterdrücken.

 

Ben stand plötzlich in der Tür und schaute mich verdutzt an.

 

''Die Drohnen sind fort und wo ist Damal?'', hörte ich ihn sagen, bevor er auf mich zukam und sich zu mir auf die Liege setzte.

 

''Auch fort. Er kann einfach so verschwinden'', erklärte ich mit belegter Stimme.

 

''Was ist denn passiert?'', wollte er wissen.

 

Doch antworten konnte ich gerade nicht, meine Tränen waren stärker und Ben schien sichtlich überfordert zu sein, mich zu trösten. Deshalb ging ich in meine Kabine und schloss mich ein.

 

Ich sollte den Gleiter abholen? Was war mit meinen Kameraden? War mir jetzt alles verwehrt? Wenn ja, warum? Was, um Himmels Willen, hatte ich falsch gemacht.

 

Keine Ahnung wie lange ich weinte und einfach nur auf meinem Bett lag. Lila kam zwischendurch, um nach mir zu sehen, stellte auch etwas zu Essen hin, aber ich wollte nichts und niemanden sehen, auch nichts essen.

 

War es so falsch gewesen, was ich gedacht hatte? Damal hatte scheinbar andere Zukunftspläne. Doch wollte ich es ja mit ihm besprechen und nichts übers Knie brechen.

 

Scheinbar erwartete er blindes Vertrauen, und dass ich alles von jetzt auf gleich aufgab. Aber das konnte ich nicht. Ich brauchte meine Zeit und konnte nicht für einen Mann, den ich nun den zweiten Tag kannte, alles hinwerfen.

 

Auch wenn er meine Illusion verkörperte.

 

Irgendwann aß ich doch ein wenig und begab mich in den Illusionsraum. Dort wollte ich aber nicht entspannen, sondern arbeiten. Wenn Damal mich nicht wollte, musste ich es akzeptieren. Nur hatte ich meiner Illusion etwas versprochen und das wollte ich halten.

 

Es würde einige Zeit in Anspruch nehmen und ich gab mich dieser Aufgabe vollkommen hin. Natürlich dachte ich dabei an Damal und daran, den Gleiter holen zu müssen. Nur würde ich den doch sowieso gegen Ende der Woche brauchen, wenn die Anderen ebenfalls zurück wollten.

 

Wollte Damal mich wirklich nicht mehr?

 

Mich selbst zu entwerfen lenkte mich wenigstens ab. Was hatte ich mir auch dabei gedacht, ihm so zu vertrauen? Hatte alles auf den Tisch gelegt, mich quasi nackt ausgezogen vor ihm.

 

Vielleicht missfiel ihm die Illusion ja doch. Aber dann hätte er das gesagt. Immer und immer wieder ließ ich seine Worte auf mich wirken, kam aber zu keinem Ergebnis.

 

Erst nach einer ganzen Weile ging ich zurück in meine Kabine und nahm mir das große Buch vor, in dem die ganzen Planeten aufgeführt waren. Ausgiebig studierte ich den Planeten Asika und deren Bewohner.

 

Damal konnte also meine Gedanken lesen... hmm... hatte ich irgendetwas gedacht, was ihm missfallen haben könnte?

 

Der Planet war toll und alles an ihm gefiel mir, mehr denn je. Erst beim zweiten Durchlesen stieß ich auf etwas, was mich stutzig machte. Sie hatten keinen Sex. War es das gewesen?

 

Nein, ich hatte an Küssen gedacht, nicht gleich an Sex. Sicher, ich wollte zärtlich mit ihm sein, ihm nahe sein, nur nicht direkt mit ihm schlafen. Wobei das wohl sowieso flach fiel, wie es mir schien. Ohnehin war es sicherlich sowieso egal.

 

Wenn ich Damal nicht erreichte, was sollte ich denn tun, um mit ihm zu sprechen. Selbst wenn sie mich auf den Planeten zurückließen, damit ich den Gleiter holen könnte, würde ich ohnehin ohne Hilfe nicht weit kommen.

 

Seufzend ließ ich mich aufs Bett fallen und starrte aus dem Fenster. Von hier sah Asika noch schöner aus. Wäre ich doch einfach dort geblieben und hätte ihm meine Illusion nicht gezeigt. Dann wäre vielleicht alles anders gekommen.

 

Ich schloss die Augen und sah Damal vor mir. Meine Hände knöpfen mein Hemd auf und fuhren über meine Brust. Ein Seufzen konnte ich nicht unterdrücken. Die Vorstellung, dass so etwas nie passieren würde, schmerzte.

 

*-*-*

 

In der Zwischenzeit hatte es Darla geschafft, dass ich sie ins Zimmer ließ. Natürlich hatte ich sogleich versucht ihr John auszureden, aber da blieb Darla hart und meinte, dass sie sich niemals von John trennen würde und sollte er sie je enttäuschen, was sie nicht glaubte, würde sie damit wohl klarkommen müssen, doch hätte ich kein Recht sie von ihm zu trennen und beschützen müsse ich sie wohl auch nicht.

 

Sie hinterfragte auch, was mich dazu bewegte so zu denken und ich erzählte ihr haarklein, was geschehen war.

 

"Herrje, Damal, du bist wirklich noch ein Kind. Denk doch mal nach. Dein Milou ist ein Mensch und er kennt sich wahrscheinlich nicht mit unseren Sitten und Gebräuchen aus. Du hast ihm ja nicht einmal die Gelegenheit dazu gegeben sich zu erklären!

 

Ich mein, klar, verstehe ich dich, aber so hättest du nicht reagieren dürfen.

 

Geh zu ihm und sprecht euch aus, ja.

 

Und was John und mich angeht... wir werden zusammen und er wird hier bleiben!", schimpfte Darla mit mir und wusch mir damit gründlich den Kopf.

 

"Also, wirst du nun zu ihm gehen oder muss ich ihn holen?!", fragte sie mich abschließend, doch war ich nicht imstande ihr zu antworten... nur Bäche von Tränen liefen an meinem Gesicht herab.

 

"Also gut... dann werde ich ihn eben holen und dann sprecht ihr miteinander und euch aus. Ist das klar?!", bestimmte sie streng.

 

Ich nickte nur traurig... geknickt und schaute zu Boden...

 

Darla verschwand dann und tauchte auf dem Schiff genau vor Milou wieder auf.

 

Sogleich sprach sie ihn an:

 

"Hallo, Kaptain Milou. Ich bin hier um euch mitzunehmen. Mein Bruder leidet und wie ich sehe, leidet ihr genauso. Also, mitkommen!", bestimmte sie gespielt streng, aber nicht böse, dann packte sie den Kaptain an den Schultern... wobei es ihr gerade egal war, dass sein Hemd offen war, und wie sie sehen konnte, seine Hände über seine Brust fuhren, was sie grinsen ließ... und verschwand mit ihm von dem Raumschiff, um sogleich in der Festung wieder zu erscheinen.

 

Sie packte Milou dann bei den Händen und zog ihn mit sich zu Damals Zimmer, das sie mit ihm sogleich betrat.

 

"So, und jetzt redet ihr miteinander! Das ist ja nicht auszuhalten, wie ihr beide leidet und keiner von euch Sturköpfen nachzugeben bereit ist!

 

Und damit das auch funktioniert werde ich einen Bann um das Zimmer legen, so dass du, Damal, nicht abhauen kannst und du, Milou, eben auch nicht", damit verschwand Darla wieder und ich spürte, dass sie Ernst gemacht und uns hier sozusagen eingeschlossen hatte.

 

Tränen überströmt schaute ich noch immer traurig zu Boden.

 

"Hallo Milou. Ich... es tut mir leid. Bitte, verzeih mir", brachte ich dennoch irgendwie heraus, wagte es aber nicht ihn anzuschauen, da mir alles so unangenehm und peinlich war, wie ich mich verhalten hatte.

 

"Ich... liebe dich doch... und ich dachte....", weiter kam ich nicht, da die Tränen meine Stimme versagen ließen...

 

*-*-*

 

Als Darla vor mir erschien, war ich nur zu gerne bereit mit ihr zu gehen. Mein Hemd zuzuknöpfen, dazu kam ich allerdings nicht. Im Laufen war es mir auch nicht wirklich möglich, zumal Darla eine Hand von mir festhielt und als ich dann, dem am Boden zerstörten Damal sah, stand mir danach gar nicht mehr der Sinn.

 

Darla verließ uns und Damal entschuldigte sich bei mir, was mir einerlei war. Für mich gab es nichts zu entschuldigen.

 

Langsam ging ich auf ihn zu und kniete mich nieder. Meine Hände streichelten seine nassen Wangen und ich spürte den Schmerz in mir hochsteigen, hatte ebenfalls mit Tränen zu kämpfen.

 

''Es gibt nichts zu verzeihen'', sprach ich sanft und konnte nicht anders, als mein Gesicht an das Seine schmiegen.

 

Zu gerne hätte ich ihm meine Gefühle gezeigt und ihn geküsst, aber es war wichtig, dass wir miteinander redeten.

 

Ich nahm seine Hände, legte sie in die Meinen und setzte mich neben Damal.

 

''Lass mich wissen, was du dachtest. Irgendwie bin ich nicht so ganz dahinter gestiegen. Warum denkst du, ich wüsste nicht, was ich wollte?

 

Auf jeden Fall weiß ich, dass ich alle Gedanken, die ich auf dem Schiff hatte, mit dir bereden wollte. Nichts hätte ich alleine entschieden. Wenn du etwas nicht möchtest, sollten wir darüber reden und eine Lösung finden, die für uns Beide sinnvoll erscheint und uns Beide glücklich macht.

 

Meine Gefühle für dich sind sehr groß. Ich habe mich total in dich verliebt, kenne dich aber erst seit zwei Tagen und laufe gewiss mit einer rosa-roten Brille herum. Das Letzte, was ich möchte, ist dich zu verletzten oder gar selbst verletzt zu werden'', versuchte ich zu erklären.

 

*-*-*

 

Mein tränennasses Gesicht schmiegte auch ich nur zu gern an das Seine und ließ ebenfalls nur allzu gern alles geschehen, was Milou tat.

 

Dann spürte ich seine Hände, die die Meinen hielten und er sich zu mir setzte, mir alles erklärte und meinte, dass es nichts zu entschuldigen gäbe.

 

Während meine Tränen langsam versiegten, ließ ich mir seine Worte durch den Kopf gehen und verstand ihn schon irgendwie. Jedoch konnte ich erst nach einer Weile antworten, da ich mich erst einmal beruhigen musste.

 

"Ich... dachte... na ja, ich habe gesehen, was du dachtest... dass du dachtest erst mit mir Zärtlichkeiten auszutauschen... und... ach, ich weiß auch nicht, irgendwie hat mich die ganze Sache mit deiner Illusion verletzt und da dachte ich, dass du nur die... körperliche Nähe suchen würdest.

 

Ich dachte, du würdest dich erst dann entscheiden... bei mir bleiben zu wollen, wenn ich deine körperliche Nähe erwidere.

 

Aber, so möchte ich das nicht. Wir können zwar Sex haben, aber zum einen kenne ich das nicht und zum anderen... brauche ich das nicht unbedingt, denn wir hier sind ohnehin unfruchtbar. Wie gesagt, wir können dennoch Sex haben und uns der körperlichen Nähe hingeben.

 

Jedoch möchte ich diese körperliche Nähe erst, wenn... wenn wir wirklich zusammen sind.

 

Ich weiß, das sich wahrscheinlich falsch gedacht habe, weil ich euch Menschen eben nicht so gut kenne, auch nie versucht habe die Menschen kennen zu lernen oder so richtig zu studieren, weil ihr uns immer und immer wieder angegriffen und verletzt habt.

 

Ich weiß auch, dass ich noch sehr viel lernen muss, insbesondere, was euch Menschen angeht. Wie gesagt, ich... habe es nicht so gemeint und es tut mir aufrichtig leid.", erklärte ich Milou, wieder sehr ruhig.

 

"Ich werde und würde dich niemals verletzen. Das habe ich bisher nicht getan und so wird es auch bleiben. Bitte, glaub und vertrau mir doch... bitte. Ich... vertraue dir doch auch, sonst würde ich dich doch gar nicht so nahe an mich heran lassen. Sicher ist, dass ich dich liebe", fügte ich sanft bittend hinzu.

 

"Da ich dich zu nichts drängen mag, lasse und gebe ich dir die Zeit, die du brauchst um dir sicher zu sein... um... mich besser kennen zu lernen.", musste ich unbedingt noch los werden, bevor ich dann wieder schwieg und meinen Kopf nur leicht senkte.

 

*-*-*

 

''Ach herrje. Jetzt verstehe ich, was du gedacht hast'', sprach ich und streichelte mit meinen Fingern über seine Hände, ''Ich würde gerne mit dir zärtlich sein, aber erst, wenn wir richtig zusammen sind.

 

Nur Sex allein macht mich nicht glücklich. Dann hätte ich auch bei meiner Illusion bleiben können. Für ihn bin ich übrigens dabei einen Partner zu entwerfen.

 

Denn es gibt nur noch dich für mich und ich möchte dir vertrauen, dich kennenlernen und Zeit mit dir verbringen.

 

Sofern du es dir auch wünschst...

 

Natürlich gehört für mich Sex dazu, allerdings nur, wenn du dich damit anfreunden kannst. Immerhin gibt es wichtigeres als die Lust, von der ich mich zu sehr habe leiten lassen.''

 

Ich spürte wie sehr ich Damal begehrte, aber noch mehr spürte ich, wie verliebt ich in ihn war. Mir war es sehr wichtig, dass er auch glücklich war.

 

''Wie du von mir lernen musst, muss ich auch von dir lernen. Bei euch ist alles anders, genauso wie bei uns'', fügte ich lächelnd hinzu.

 

''Zeit... wir könnten die restlichen Tage der Woche nutzen, um mehr Zeit miteinander zu verbringen...'', schlug ich vor, ''Sofern ich bleiben darf...''

 

*-*-*

 

In aller Ruhe hörte ich Milou zu und verstand ihn nun noch etwas besser, auch tat es mir gerade zu gut, dass er meine Hände streichelte.

 

Verstehend nickte ich und traute mich nun doch, Milou anzusehen.

 

"Dann haben wir beide noch viel zu lernen, was.", stellte ich lächelnd fest, ehe ich weiter sprach: "Natürlich darfst du bleiben, wie sollen wir uns sonst richtig kennen lernen?

 

Ja, ich möchte dich auch besser kennen lernen, mit dir irgendwann zärtlich sein und mit dir zusammenleben, wenn du bereit dazu bist."

 

Mit liebevollen, zärtlichen Blicken schaute ich Milou an, hoffend die richtigen Worte gefunden zu haben.

 

Ich wollte ihn keineswegs verletzen und noch einmal irgendwas Dummes von mir geben. Milou war mir einfach zu wichtig geworden und würde es nur nach mir gehen... würde ich ihn sogleich einbürgern und auf uns einstimmen... ihn eingewöhnen.

 

Aber offenbar wollte ich da sehr viel mehr, als Milou und schien auch sehr ungeduldig zu sein. Nun, es war wohl meinem Alter zuzuschreiben, denn ich war ja noch sehr jung und müsste mich sehr wohl noch in Geduld üben.

 

Wahrscheinlich lag es aber auch an der Tatsache, dass ich als Herrscher sehr verwöhnt wurde, denn wenn ich etwas wollte bekam ich es sofort und nicht erst später. Nun, da würde ich mich wohl umgewöhnen müssen.

 

"Wie gesagt, du bekommst alle Zeit der Welt und wenn du irgendwann bereit bist, würde ich mich freuen, mit dir mein Leben verbringen zu dürfen und auch den Sex können wir dann durchaus praktizieren. Ich werde erst dann glücklich sein, wenn du es auch bist", fügte ich abschließend hinzu und lächelte Milou sanft an.

 

*-*-*

 

Ich lächelte Damal ebenfalls sanft an und nickte zustimmend.

 

''Nehmen wir an, es klappt mit uns, wie stellst du dir das zusammenleben vor? Gibt es für mich eine Möglichkeit hier zu leben? Ich meine, zwar hänge ich an meinem Raumschiff, aber das hier ist das Paradies...

 

Damal, in Gedanken bin ich doch schon viel weiter. Es bleibt nur ein wenig Angst und die muss ich erst mal überwinden.

 

Eigentlich kenne ich dich ja erst seit zwei Tagen und doch kommt es mir vor, als kenne ich dich schon ewig'', offenbarte ich.

 

In meinen Gedanken, wohnte ich schon hier und das Raumschiff, genauso wie meine Freunde waren nur noch Besucher, die ab und an kamen.

 

''Gerne verbringe ich mit dir die nächsten Tage und möchte alles von dir wissen. Alles von deinem Mann, von den Menschen hier, aber vor allem von dir'', sagte ich und lächelte Damal verliebt an.

 

Meinen Kopf legte ich auf seine Schulter und schmiegte mich sanft an ihn. Die Nähe tat unbeschreiblich gut und Damal roch auch noch so angenehm. Ich wollte ihn nie mehr einen Grund dazu geben, schlecht über mich zu denken.

 

Er hatte schlechte Erfahrungen gemacht und war geprägt. Trotzdem vertraute er mir und ich Dussel brauchte Zeit. Vielleicht sollte ich einfach alles riskieren. Nein, ich konnte uns die Woche geben und viel mit ihm unternehmen. Dann würde ich sehen, ob ich bleiben wollte.

 

Sicherlich könnte ich vom Herzen her nicht so einfach gehen. Ich schmunzelte bei diesem Gedanken und schloss kurz die Augen.

 

*-*-*

 

Leise kicherte ich bei Milous Worten, er war aber auch zu lieb.

 

"Unser Zusammenleben... nun, ich bleibe selbstverständlich der Herrscher von Asika und du darfst den Platz neben mir, auf dem Thron, einnehmen. Du kannst aber auch arbeiten, wenn du möchtest, nur gibt es hier eben kein Geld für deine Arbeit. Wir arbeiten hier nur, wenn wir möchten und ...oder.... Langeweile haben.

 

Solltest du dich dafür entscheiden hier zu bleiben, wirst du von mir eingebürgert und... an die Atmosphäre hier gewöhnt, damit du auch unsere Luft atmen kannst. Dies ist jedoch nie wieder umkehrbar. Wenn du dann auf dein Raumschiff willst, brauchst du das Gerät, das ihr mir angeboten habt.

 

Entschuldige, wenn ich das so sage und wahrscheinlich mache ich gerade mal wieder einen Fehler, aber dein Freund John... bleibt ebenfalls hier und wird in den nächsten Tagen von mir eingebürgert und angepasst. Darla und John lieben sich abgöttisch und ich habe seinem Bleiben zugestimmt.", erklärte ich Milou ruhig, ehe ich ihn fragte:

 

"Wovor hast du Angst? Ich mein, du musst hier vor nichts Angst haben. Du kannst alles tun, was du magst, außer natürlich gewalttätig werden, das steht dann schon unter Strafe, denn wir leben und lieben den Frieden und die Freiheit.

 

Der Grund: Zu viel Gewalt mussten wir hier schon erleben und erdulden", versuchte ich Milou seine Angst zu nehmen, aber ich ahnte, dass er noch viel Zeit brauchen würde und ich würde ihm diese geben... ihn nicht bedrängen.

 

Zustimmend nickte ich zu alledem, das Milou die nächsten Tage tun wollte und ließ seine Nähe zu.

 

Sanft legte ich meinen Arm um seinen Körper und drückte ihn an mich, streichelte ihn ein wenig. Die Finger meiner rechten Hand konnten es aber nicht so ganz lassen und mussten unbedingt die Haut an seiner Brust berühren, dort wo das Hemd offen war.

 

Seine Haut fühlte sich seidig an und ich streichelte seine Haut gedankenverloren weiter, ohne mir etwas dabei zu denken. Seine Haut fühlte sich eben einfach nur toll an...

 

*-*-*

 

''Das hört sich alles schön an'', konnte ich nur von mir geben, weil ich es mir lebhaft vorstellen konnte, hier zu leben.

 

''So, John bleibt also hier. Es sei ihm vergönnt. Immerhin hat er lange nach der wahren Liebe gesucht'', gab ich zu, auch wenn ich überrascht war.

 

''Gewalt und Krieg hasse ich auch, weshalb das hier wohl der perfekte Ort für mich ist. Angst habe ich nur davor, dass es aus irgendeinem Grund zwischen uns nicht stimmen könnte. Was, wenn wir nach ein paar Wochen feststellen, dass wir einander gar nicht richtig lieben?'', gab ich meine Zweifel preis.

 

Doch dann konnte ich nur genießend die Augen schließen, als ich Damals Hand an meiner Brust fühlte. Leise seufzte ich, immerhin hatte ich es mir eben noch so gewünscht, als ich auf dem Bett lag.

 

Jetzt passierte es tatsächlich und seine Finger waren es, die mich streichelten.

 

Wusste er überhaupt, wie ich darauf reagierte? Wie Sex ging?

 

Eine angenehme Gänsehaut machte sich über meinen Körper breit und meine Brustwarzen wurden hart. Es fühlte sich so schön an und ich schloss erneut meine Augen, atmete tief ein und aus.

 

Mein einer Arm legte sich von hinten an Damals Hüfte und meine Finger krallten sich in seine Kleidung. Den anderen Arm hatte ich bis eben noch vorne bei mir gehabt, doch legte ich ihn jetzt zaghaft auf seinen Oberschenkel ab.

 

Scheinbar hatte Damal Interesse daran einen Menschen mal näher anzufassen und ich würde gewiss nichts dagegen tun. Sollte er mich ruhig erkunden. Sex hin oder her. Das hier wollte ich einfach genießen und es schien alle Ängste fortzublasen.

 

*-*-*

 

Noch immer streichelte ich Milous Haut, bekam irgendwie einfach nicht genug davon, als ich hörte welche Angst ihn beschäftigte... worum er sich sorgte.

 

Sanft hielt ich ihn fest und streichelte Milou einfach weiter, dabei ließ ich meine Hand mal nach oben zu seinem Gesicht wandern und mal etwas weiter nach unten. Es fühlte sich gut an, Milou zu berühren und seinen Körper zu erkunden.

 

Zudem schien es ihm sehr zu gefallen, wenn ich das Schließen seiner Augen richtig deutete.

 

Da ich jetzt aber keine Worte verschwenden und die Stimmung zwischen uns nicht verstören wollte, schlich ich mich in seine Gedanken, was für mich nicht schwierig war, und sprach telepathisch zu ihm:

 

Milou, bei uns ist es so Sitte, wenn wir mit jemandem zusammen leben und uns lieben, bleiben wir ein ganzes Leben lang mit demjenigen zusammen. Niemals gehen wir fremd, wie ihr Menschen sagen würdet, und wir begleiten unsere Liebsten auf ihrem letzten Gang, der genau an ihrem 150sten Geburtstag stattfindet und wir uns dann feierlich auflösen.

 

Meine kleine telepathische Rede beendet, spürte ich Milous rechten Arm an meinem Körper und seine linke Hand, die er auf meinem Oberschenkel abgelegt hatte.

 

Es fühlte sich seltsam an, aber auch irgendwie schön... dennoch war es ungewohnt für mich und so richtig wusste ich nicht was ich tun sollte. Also ließ ich seine Hand einfach auf meinem Schenkel liegen, zudem es ja wohl auch nichts Schlimmes war.

 

Derweil hatte Darla sehr wohl mitbekommen, was sich im Zimmer ihres Bruders abspielte und freute sich für die Beiden: Na, endlich...., dachte sie und grinste in sich hinein, während sie den Bann vom Zimmer ihres Bruders wieder entfernte.

 

Sodann begab sie sich wieder in ihr Zimmer, wo sie sich mit ihrem John beschäftigte.... diesen mal wieder verführte und wohl offensichtlich nicht genug von ihm bekam.

 

*-*-*

 

Damals Worte beruhigten mich und ich wurde sichtlich ruhiger. Darüber, dass er nur in meinen Gedanken mit mir kommunizierte, dachte ich nicht weiter nach. Hatte ich doch im großen Buch so etwas gelesen.

 

Seine Hand, die mich streichelte, ließ mich allerdings erschaudern. Im positiven Sinne, da sie Gefühle in mir auslöste, die eine bloße Illusion nicht hätte herbeirufen können. Es war real und meine Männlichkeit drückte langsam aber fordernd gegen meine Hose.

 

Meine Hand, die auf Damals Oberschenkel lag, wanderte zu seinem Gesicht, streichelte dort seine Wange.

 

Danke. Diese Worte beruhigen mich.

 

Mehr konnte ich nicht denken und dann küsste ich ihn einfach. Innerlich schien ich zu zerspringen vor Liebe nach ihm. Alles schien so unwirklich und doch war es wahr.

 

Keine Ahnung, ob ich einen Fehler machte, aber alles fühlte sich gerade so gut an. Mit einer sanften Drehung meinerseits, saß ich breitbeinig auf Damals Schoß und drückte ihn auf sein Bett... sanft und nicht zu übermütig, quasi nur mit dem Kuss und meinem Körper.

 

Hoffentlich verstand er meinen Gefühlsausbruch nicht falsch. Ich konnte gerade einfach nicht anders, musste irgendwohin mit meinen Gefühlen für ihn.

 

*-*-*

 

Milous Gedanken nach zu urteilen hatte er mich verstanden und so hatte ich offensichtlich geschafft ihn ein wenig zu beruhigen. Was Milou aber dann tat war mir erst einmal nicht so geheuer, auch wenn ich mich nicht zur Wehr setzte.

 

Als er sich auf meinen Schoß setzte, fühlte sich dies schon recht seltsam an, zudem spürte ich so auch seine schon leicht erregte Männlichkeit und ich ahnte, dass ich ihn mit meiner Erkundung seines Körper, wohl erregt hatte.

 

Herrje, und nun?

 

Milou küsste mich nun auch noch, etwas, das mir ebenfalls unbekannt war und woran ich mich wohl gewöhnen müsste, wenn ich mit Milou leben wollte. Zwar erwiderte ich seinen Kuss, tat dies aber eher zaghaft.

 

Dann jedoch ließ er sich mit mir auf das Bett sinken, so dass ich unter ihm lag. Mir wurde das nun aber doch zu brenzlig, da ich nicht wusste, was Milou vorhatte und ich das so noch nicht wirklich wollte.

 

Dieser kleine, zärtliche Angriff seinerseits, kam für mich doch sehr überraschend, so dass ich meine Gedanken wiederum an ihn übertrug:

 

Was tust du mit mir ….bitte... nicht... ich... bin noch nicht soweit...

 

Keine Ahnung, ob ich ihn so noch erreichen konnte, aber ich musste es versuchen, wobei ich ihn sanft, bittend anschaute... zärtlich und liebevoll seine Wange streichelte.

 

*-*-*

Voller Verlangen war mein Kuss, den ich nur ungern und mit einem kleinen Brummen beendete. Damals Worte in meinem Kopf verstand ich nur zu gut und ich wollte keineswegs etwas gegen seinen Willen mit ihm tun.

 

Liebevoll streichelte ich über seine Wange, ertastete seine weichen Lippen, die eben noch mit meinen verbunden waren.

 

''Verzeih mir. Es ging gerade etwas die Lust mit mir durch'', entschuldigte ich mein Tun.

 

Langsam glitt ich von Damal und kam neben ihm zu liegen. Meine Finger streichelten über seine Brust und begannen, als sie oben angekommen waren, mit seinen Haaren zu spielen.

 

Ich war ihm nicht böse, sondern froh darüber, dass er sich gemeldet hatte. Wer wüsste schon, wie weit ich gegangen wäre.

 

''Du kennst so etwas gar nicht, oder? Weißt du denn wie... also...'', irgendwie fand ich die Worte nicht recht. Über Sex zu reden war mir unangenehm.

 

Dabei spürte ich, wie meine Wangen erröteten und für einen Moment schloss ich die Augen, konnte meinen Freund einfach nicht ansehen.

 

*-*-*

 

Ein Glück, ich hatte ihn doch noch erreicht und war beruhigt, als Milou von mir abließ. Natürlich dachte ich mir schon, dass er gerade jetzt vielleicht etwas mehr gewollt hätte, aber... das konnte ich noch nicht.

 

Mein Freund legte sich neben mich und begann mit mir zu reden...wobei er sich dann doch nicht getraute, den letzten Rest seines Satzes auszusprechen.

 

Warum eigentlich nicht?

 

War es ihnen vielleicht peinlich und unangenehm über Sex zu reden?

 

Verstehen konnte ich das nun aber auch nicht. Sie taten es gern, hielten es für eine der schönsten Sachen der Welt... soweit ich es mal gelesen hatte... und dann war es ihnen aber wieder peinlich drüber zu reden... hmm... seltsam... sehr seltsam...

 

Offen und ehrlich antwortete ich Milou:

 

"Nein, ich kenne Sex noch nicht. Ich weiß zwar was beim Sex passiert, aber das war es auch schon.

 

Warum hast du deinen Satz nicht beendet? Ist es dir peinlich über Sex zu reden?

 

Warte... ja, natürlich... dir ist es peinlich, oder? Du bist ziemlich rot im Gesicht.

 

Verzeih, wenn ich dich so direkt darauf anspreche, aber... vor mir muss es dir nicht unangenehm sein. Ich kann damit umgehen. Ebenso könnte ich mich jetzt und hier vor dir nackt ausziehen... da ist nichts Schlimmes dabei.

 

Niemand muss sich seines Körpers schämen und über Sex zu reden... dafür muss man sich auch nicht schämen. Ich gebe auch zu, ohne mich zu schämen, dass ich Angst vor Sex habe... aber ich weiß auch, dass diese Angst sicher unbegründet ist... dennoch bleibt eben das Gefühl", erklärte ich Milou, leise und mit sanfter Stimme.

 

Ich genoss das Gefühl, wie er mit meinen Haaren spielte und mich streichelte, dennoch war dies ein ernstes Thema und wir würden darüber reden müssen....

 

*-*-*

 

Damal ging so offen damit um und redete einfach frei heraus, was in ihm vor sich ging. Es tat gut und beruhigte mich etwas. Mein roter Kopf wollte allerdings nicht verschwinden und schien wahrscheinlich schon einer Tomate zu gleichen.

 

''Ja... es ist mir unangenehm, so offen darüber zu sprechen. Ich tue es sonst lieber, als das Thema aufzugreifen'', gestand ich und versuchte Damals Blick stand zu halten.

 

Gott, war mir heiß und mein Freund, der neben mir lag, war es erst recht. Langsam verfolgte ich meine Finger, wie sie Damal sanft streichelten. Irgendwie konnte ich sie nicht von ihm lassen.

 

''Gegen ausziehen hätte ich nichts, wenn dir danach ist'', kam es mir über die Lippen und ich biss direkt auf selbige, da ich mich dafür hasste, es ausgesprochen zu haben.

 

''Aber ich denke das wäre keine so gute Idee, da die Wirkung jetzt gerade nicht angepasst wäre'', fügte ich aufrichtig hinzu.

 

Einen Moment schwieg ich und verfolgte immer noch meine Finger mit den Augen. Warum nur fühlte es sich mit Damal so toll an?

 

''Warum hast du Angst vor Sex? Weil du es nicht kennst?'', wollte ich dann wissen und genoss es einfach mit ihm zusammen zu sein.

 

*-*-*

 

Innerlich musste ich schmunzeln, so wie Milou sich zierte über Sex zu reden, aber es musste sein, ob er nun wollte oder nicht... ob es ihm peinlich war oder eben nicht, denn nur so würden wir uns einander abstimmen und herausfinden können, was uns gefiel und was nicht.

 

Ich fand das sehr wichtig.

 

"Ja, ich denke meine Angst vor Sex ist meiner Unkenntnis zuzuschreiben. Ich denke aber auch, dass es normal ist und sicher vergehen wird", beantwortete ich Milous Frage.

 

Aus seinen vorangegangenen Worten konnte ich schließen, dass er jetzt gern Sex mit mir hätte... oder zumindest etwas in der Art... wie Zärtlichkeiten oder eben auch solche Dinge, die man so vor dem Sex tun könnte... ohne gleich aufs Ganze gehen zu müssen.

 

Dennoch war ich eben noch nicht soweit Milou schon so nahe zu kommen.

 

"Natürlich werde ich mich jetzt vor dir nicht auskleiden, denn ich kann mir schon denken, was das auf dich für eine Wirkung hätte. Das, mein lieber Milou, möchte ich aber noch nicht. Ich bitte dich, das zu verstehen.", erklärte ich meinem Freund ruhig und sachlich.

 

Dennoch legte sich ein Lächeln auf meine Lippen, da Milou seine Finger wohl einfach nicht so wirklich unter Kontrolle zu haben schien und mich streichelte.

 

Ich hingegen hatte meinen Körper und meine Gefühle sehr wohl unter Kontrolle, auch wenn es sich gut anfühlte, was Milou tat. Ein Wenig ließ ich es mir noch gefallen, doch dann erhob ich mich langsam und schaute meinen Freund grinsend an.

 

"Du magst es, mich zu berühren, nicht wahr? Aber ich denke, den Rest sollten wir uns für später aufheben. Ist das so für dich in Ordnung?", flüsterte ich Milou sanft zu, bevor ich das Bett verließ und meine Kleidung wieder richtete.

 

*-*-*

 

Natürlich war es normal davor Angst zu haben. Hätte ich mit meiner Illusion nicht schon alles mögliche ausprobiert, hätte ich womöglich auch Angst. Wobei es real ja sicherlich intensiver und anders wäre.

 

Im Grunde war ich wohl noch Jungfrau und der Gedanke bereitete mir ein kleines Kribbeln im Magen. Erst recht als Damal meinte, wir sollten uns den Rest für später aufsparen.

 

Eigentlich war ich noch nicht so weit. Immerhin wollte ich Damal erst besser kennenlernen und mir sicher sein, dass ich das hier wollte.

 

Nun stand ich ebenfalls auf und richtete meine Kleidung, bevor ich mit Damal einen schönen Tag verbrachte. Bis auf ein paar innige Blicke und leichter Körperkontakt, der unsere Sympathie zueinander mehr und mehr bestätigte, passierte aber nichts.

 

Auch die nächsten Tage verlief es ruhig zwischen uns. Wir konzentrierten uns darauf, einander besser kennenzulernen und so verflogen die Tage nur.

 

Am Abend des vorletzten Tages, wusste ich mehr über Damal, als er selbst und er kannte mich besser, als ich es je hätte für möglich halten können. Blind verstanden wir uns, ohne großes Gerede. Obwohl wir viel miteinander sprachen, war es zwischendurch so, als ob es nicht vieler Worte bedarf.

 

Während die Anderen den letzten Abend feierten, für John bereits feststand, dass er hierbleiben würde, hatten Damal und ich uns einen ruhigen Ort gesucht, wo wir uns zurückziehen konnten.

 

''Ich könnte morgen die Fremden einem Gefangenentransporter übergeben, sofern dir danach strebt. Ober möchtest du sie lieber selber bestrafen für ihr Vergehen, was sie vorhatten zu tun?'', teilte ich mich Damal mit.

 

Eigentlich sollten wir über uns sprechen und ob ich bleiben wollte, doch wusste ich, dass ich das nicht konnte. Allein der Gedanke morgen abreisen zu müssen, tat irre weh. Trotzdem wollte ich diesen Schritt wagen, denn erst, wenn ich wüsste, wie stark ich Damal vermissen würde, könnte ich spüren, wie sehr ich ihn wirklich liebte.

 

Er hatte mir versprochen, mir alle Zeit der Welt zu lassen und dennoch zerriss es mich beinahe. Ich spülte meinen Kummer mit einem erneuten Glas Wein runter und gönnte mir etwas Schokolade, während ich jede Geste, jede noch so kleine Bewegung von Damal bewunderte und verfolgte.

 

*-*-*

 

In den nächsten Tagen lernte ich Milou besser kennen und wollte tatsächlich mein Leben mit ihm verbringen, begann ihn mehr und mehr zu lieben, doch hatte ich ja versprochen ihm Zeit zu lassen und drängte ihn deswegen auch nicht.

 

Ich hielt mich etwas zurück, wollte mich nicht direkt und noch mehr an ihn gewöhnen, da ich ja wusste, dass er bald wieder fortfliegen wollte und würde.

 

Mir tat es sehr weh und zerriss mir beinahe das Herz, erst recht, als ich John an unseren Planeten angepasst und ihn eingebürgert hatte. Er würde nun nicht mehr zurück zum Raumschiff können, wenn er keinen Atemschutz bekäme.

 

Natürlich hatte ich es Darla zuliebe getan, da ich ja wollte, dass sie glücklich wird.

 

Nur ich war mehr als unglücklich und wenn ich des Nachts allein in meinem Bett lag, weinte ich solange bis ich einschlief. Jedoch sprach ich mit Milou nicht darüber, denn er sollte sich nicht bedrängt fühlten... eben, wegen des Versprechens.

 

Nun saßen wir hier im Park... einem wunderschönen Ort auf Asika... meinem Lieblingsort, der so voller Stille und doch so voller Schönheit war.

 

So vernahm ich Milous Frage, die mir bestätigte, dass er morgen tatsächlich abreisen würde und ich mich nun stark zusammennehmen musste, um nicht zu weinen.

 

Herrje, was interessierten mich diese Gefangenen...?!

 

Aber gut, vielleicht war es ja besser so.

 

"Ich werde die Gefangenen hier behalten und selbst bestrafen. Wir haben nichts davon, wenn es andere für uns übernehmen... denn es war unser Planet, den sie bedrohen wollten.", beantwortete ich seinen Frage und schaute anschließend hinauf zum Himmel, wo die beiden Monde hell leuchteten.

 

Milou trank Alkohol, etwas, das ich nicht mochte... es aber ...na ja, akzeptierte. Den Geruch mochte ich nicht und unterließ es deswegen auch zu atmen.

 

Ich schwieg nach meiner Antwort, konnte und wollte nichts mehr sagen.

 

*-*-*

 

''Verstehe'', konterte ich nur und schaute ebenfalls in den Himmel. Mein Herz war schwer und nur deswegen trank ich, damit ich den Schmerz stillen konnte.

 

Wie sollte ich morgen aufs Schiff gehen? Ohne Damal die Zeit überstehen?

 

''Ich muss nochmal zum Schiff. Das verstehst du doch? Die Illusion muss ich noch entwerfen...'', dann komme ich wieder..., dachte ich meine Worte weiter, nach einer Weile des Schweigens.

 

Es fiel mir so unsagbar schwer zu gehen. Doch ich war der Kapitän und wenn ich wollte, dass das Raumschiff vor Ort blieb, würde es so sein.

 

Erst nachdem ich gesprochen hatte, schaute ich zu Damal. Ich sehnte mich nach ihm, wollte ihn in den Arm nehmen, mit ihm zärtlich sein.

 

Die Woche hatte mich an ihn geschweißt, mir gezeigt, wie er wirklich ist und wie sehr ich mich in ihn verliebt hatte.

 

*-*-*

 

"Ich verstehe das. Außerdem habe ich es dir doch versprochen, dass ich dir die Zeit lasse, die du brauchst. Mach dir also keine Sorgen.", antwortete ich abermals, doch schaute ich Milou nicht an, schaute weiterhin zum Himmel, weil ich sonst einfach nur losgeheult hätte... es aber ließ... mich beherrschte.

 

Natürlich verstand ich meinen Freund, wusste ich doch von dieser Illusion, die er noch fertigstellen musste.

 

Dennoch war mir das Herz schwer, der Schmerz fraß mich beinahe von innen her auf und meine Augen brannten schon vom vielen nächtlichem Weinen.

 

Schließlich hielt ich es nicht mehr aus, stand von der Bank auf und lief ein wenig hin und her, denn auf der Bank hielt es mich nicht länger... in Milous Nähe... die ich ab Morgen vorerst nicht mehr zu spüren bekommen würde.

 

Aber nun ja, ich konnte und wollte ihm seine Freiheit nicht nehmen, das Recht stand mir nicht zu... trotz aller Liebe.

 

Immer wieder blieb ich kurz stehen, starrte zum Himmel hinauf und unterdrückte den Drang zu weinen.

 

*-*-*

 

Jetzt wurde Damal unruhig, trotz seiner verständnisvollen Worte. Hin und her lief er, während ich seinen Schritten mit den Augen folgte.

 

Ihn so zermürbt zu sehen, machte mich fertig. Wie sollte ich um Himmels Willen so gehen?

 

Also stand ich auf und ging auf Damal zu, langsam schlang ich meine Arme um ihn und hielt ihn einfach nur fest.

 

''Ich möchte eigentlich gar nicht gehen'', schluchzte ich dann.

 

Gegen die aufkommende Traurigkeit und gegen die Tränen konnte ich nichts machen.

 

''Bitte, schau mich an!'', bat ich meinen Freund, während meine Hände sanft über seinen Rücken streichelten.

 

Sehnsüchtig schaute ich ihn an und spürte wie mein Körper und alles in mir, sich nach ihm sehnte. Es war nicht Sex, worum es hier ging, sondern Liebe.

 

*-*-*

 

Noch immer lief ich hin und her, als ich plötzlich Milou auf mich zukommen sah, der mich dann umarmte und mich bat ihn doch anzuschauen.

 

Ich konnte es eigentlich nicht, aber ich tat es dennoch, wollte ihm den Gefallen tun... wollte ihn doch nicht enttäuschen.

 

Erst dann hörte ich seine Worte, dass er eigentlich nicht gehen wollte, hörte diese Sehnsucht und den Schmerz in seiner Stimme... spürte seinen Körper an dem Meinem... seine Hände, die mich streichelten und somit alles noch so viel schwerer für mich machten.

 

"Ist schon gut", flüsterte ich ihm zu: "ich verstehe dich doch und ich mag dir auch deine Freiheit nicht nehmen... mag dich nicht drängen, möchte dir die Zeit geben, die du brauchst"

 

Meine Worte waren ehrlich gemeint und meine Augen schauten Milou sehnsüchtig an, während sich nun doch eine Träne aus meinem rechten Auge stahl... über meine Wange lief.

 

"Ich liebe dich", fügte ich hinzu: "Bitte, gib da draußen auf dich acht.", sprach ich noch, bevor ich meinen Blick nun doch wieder senkte.

 

*-*-*

 

Endlich sah Damal mich an und ich konnte den Schmerz in seinen Augen sehen.

 

''Ich liebe dich auch!'', war alles, was ich erwidern konnte, bevor ich ihn sanft küsste. Meine Hände wanderten nach vorne und legten sich auf seine Brust.

 

''Natürlich gebe ich auf mich acht und werde auch nur so lange bleiben, wie es notwendig ist'', sagte ich dann, nachdem ich den Kuss beendet hatte, obwohl er nach soviel mehr schmeckte.

 

Der Alkohol hatte seinen Dienst getan und ich war leicht beschwipst.

 

Darum wollte ich ihn nicht zurücklassen, weil ich ihn liebte.

 

''Entschuldige, normalerweise trinke ich nicht... es ist nur, wegen morgen'', versuchte ich mich zu rechtfertigen.

 

Sehnsüchtig schaute ich Damal an und ärgerte mich dafür getrunken zu haben. Er mochte es nicht, das merkte ich.

 

''Was wäre... wenn du mich einfach begleitest?'', kam es mir in den Sinn. Doch ich ahnte, dass das unmöglich war. Er hatte hier seine Pflichten und wurde gebraucht.

 

*-*-*

 

Sehnsüchtig erwiderte ich Milous Kuss und lauschte anschließend seinen Worten. Natürlich beruhigte es mich, dass er versprach auf sich acht zu geben... nur machte das meine Sehnsucht nach ihm nicht geringer.

 

Auf Milous Entschuldigung nickte ich verstehend, denn auch ich hätte jetzt gern meinen Schmerz irgendwie betäubt, aber ich tat es natürlich nicht... versuchte eben so damit klarzukommen.

 

"Milou... du weißt doch, dass mir das nicht möglich ist.", musste ich sein Angebot leider ablehnen, auch wenn ich es zu gern angenommen hätte.

 

"Ich muss hier bleiben, denn ich habe nun mal meine Aufgaben, das weißt du doch.", fügte ich erklärend hinzu und lächelte ihn aufmunternd an: "Wir sehen uns wieder und darauf sollten wir uns freuen... und nicht trauern.", waren meine abschließenden Worte, bevor ich meine rechte Hand hob und sanft über seine Wange streichelte.

 

*-*-*

 

Ich genoss die Streicheleinheiten und hatte Schwierigkeiten meine Tränen zurückzuhalten.

 

''Natürlich weiß ich das'', sprach ich und lächelte sanft, ''Kannst du vielleicht die Nacht bei mir bleiben... mehr möchte ich nicht. Nur bei mir bleiben...''

 

Die letzten Stunden an seiner Seite sein und seine Nähe spüren, mehr nicht. Es waren keine Hintergedanken dabei, nur Liebe.

 

Der Gang morgen würde schwer fallen und dennoch hatte Damal recht. Wir würden uns wiedersehen und das bald. Dann würde auch ich eingebürgert werden, wie John und nichts würde uns mehr trennen.

 

Es war so schön hier und ich wollte an Damals Seite sein, wollte sein Partner sein. Dazu würde ich endlich wieder eine Heimat haben. Das, wonach ich mich am meisten sehnte.

 

*-*-*

 

"Natürlich, ich bleibe gern in dieser Nacht bei dir.", willigte ich auf Milous Frage ein und lächelte ihn ebenfalls sanft an.

 

"Komm, gehen wir noch ein Stückchen zusammen, und dann ins Bett.", bat ich meinen Freund liebevoll und schaute ihn ebenso an, während ich mich sacht von ihm löste, ihm aber gleich darauf meine Hand bot, damit wir gemeinsam ein Stückchen gehen konnten.

 

Nicht lange wollte ich spazieren gehen, nur ein wenig, zum Entspannen und dann zu ihm in den Palast, in sein Zimmer zu gehen und die Nacht dort mit Milou zu verbringen.

 

Jetzt wollte ich nicht an den Morgen denken, wollte nur Milous Nähe spüren... auch ohne Worte... einfach nur zusammen sein... die restliche Zeit miteinander verbringen.

 

*-*-*

 

Wie glücklich ich war, als Damal einwilligte. Dann nahm ich seine Hand, die er mir anbot und ging mit ihm spazieren. Etwas in Gedanken ging ich neben ihm her und genoss alles um uns herum.

 

Klar, hatte ich Bedenken, morgen zu gehen. Doch ich wollte mein Versprechen der Illusion gegenüber halten. Viel zu lange wartete sie schon auf ihren Partner. Außerdem würde ich die Formulare für Ben fertig machen, damit er Kapitän werden könnte.

 

Trotzdem schien alles so weit weg und ich wollte Damal eigentlich ja gar nicht verlassen.

 

Als wir dann endlich im Palast waren und mein Zimmer betraten, drückte ich Damals Hand ganz fest, bevor sich meine Arme um seinen Hals schlangen. Ich wusste ja, wie er darüber dachte, doch konnte ich gerade nicht an mir halten.

 

Sanft, aber fordernd küsste ich meinen Freund und schmiegte mich an ihn.

 

*-*-*

 

Wie schön es war mit Milou einfach nur spazieren zu gehen, die Ruhe und Nähe zu genießen und anschließend langsam zum Palast zu gehen, um dort sein Zimmer zu betreten.

 

Irgendwie war ich gerade sehr glücklich, obgleich ich Milou ab Morgen eine Weile nicht sehen würde. Aber jetzt und hier waren wir beisammen, hatten uns und die Welt um uns herum existierte gar nicht... als würde die Zeit für uns jetzt einfach nur stehen bleiben.

 

Dann sah ich, wie Milou seine Arme um meinen Hals schlang, spürte es direkt auch und zierte mich schon ein wenig, doch hatte ich seinem anschließenden Kuss nichts entgegen zu setzen und erwiderte diesen sogleich.

 

Dieser sanfte und doch so fordernde Kuss war so voller Gefühl, so zärtlich und doch wollte ich dies eigentlich noch nicht so wirklich, ließ es aber geschehen.

 

Immerhin wäre dies vorerst unsere letzte Nacht, die wir gemeinsam verbringen würden und keiner von uns wusste, wann Milou zurückkehren würde.

 

Also ließ ich mir seinen Kuss gefallen, würde Milou jedoch rechtzeitig stoppen, sollte er mir doch zu weit gehen.

 

Mit meinen Gedanken sprach ich aber zu ihm:

 

Wir sollten langsam etwas schlafen, damit du morgen auch ausgeruht bist.

 

Dann schaute ich Milou sanft an und lächelte, nachdem ich den Kuss vorsichtig gelöst hatte.

 

Der Tag heute war lang gewesen und ich hatte viel zu tun gehabt, so dass ich nun doch schon sehr müde war.

 

*-*-*

 

Sicherlich war ich etwas enttäuscht, aber scheinbar war Damal noch nicht so weit. Also legte ich mich ins Bett und kuschelte mich, nachdem er sich dazu gelegt hatte, einfach nur an ihn.

 

Denn auch ich war müde und schlief bald mit dem Geruch von Damal, ganz dicht bei mir, ein.

 

Der nächste Morgen kam viel zu früh und als ich erwachte, war da wieder dieser bittere Nachgeschmack. Nachdem ich mich frisch gemacht hatte und bereit zur Abreise war, küsste ich Damal noch einmal innig und schmiegte mich an ihm.

 

Immerhin wussten es noch immer nicht alle und es würde in der Hinsicht keine Verabschiedung vor den Anderen geben. Noch nicht! Erst musste ich auch noch diesen Schritt tun.

 

Als wir dann draußen waren, verabschiedeten sich alle voneinander. Vor allem John wurde mit viel Herzlichkeit überschüttet. Sie würden ihn alle vermissen.

 

''Melde dich ab und zu, ja?'', bat ich Damal, bevor wir das Raumschiff betraten, das uns zu meinem Schiff hoch brachte.

 

*-*-*

 

In dieser Nacht hatte ich sehr gut geschlafen, trotz des Wissens, dass Milou am nächsten Morgen abreisen würde.

 

Natürlich hatte ich gespürt, dass mein Freund enttäuscht war, weil ich ihn noch nicht allzu nahe an mich heran ließ, aber ich war eben noch nicht soweit.

 

Nachdem wir am anderen Morgen erwacht und aufgestanden waren, machten wir uns fertig und verabschiedeten uns voneinander... natürlich in aller Heimlichkeit, da Milou offensichtlich auch noch nicht soweit war vor seinen Freunden zu seiner Neigung zu stehen.

 

Verstehen konnte ich das allerdings nicht, dennoch war es seine Sache und ich würde mich nicht einmischen.

 

Die Verabschiedung fiel sehr herzlich aus und man konnte spüren wie schwer es den Menschen fiel ihren Freund John hierzulassen, doch dieser hatte sich entschieden und war mit Darla sehr glücklich.

 

Es gab also auch Menschen, die genau wussten was sie wollten. So etwas schätzte ich sehr, dennoch liebte ich Milou... er brauchte eben einfach etwas Zeit.

 

Das Raumschiff hob ab und flog davon, trotzdem war ich nicht traurig, denn ich wusste ja, dass wir uns wiedersehen würden. Selbstverständlich hatte ich Milou versprochen mich ab und an zu melden. Doch hatte auch ich meine Aufgaben und eben nicht allzu viel Zeit.

 

Darla nahm ihren John und zog mit ihm in ihr großes Haus, das einer Villa glich... nach menschlichen Maßstäben. Den Palast, der eh nur eine Illusion von mir gewesen war, ließ ich nach der Abreise der Menschen wieder verschwinden.

 

Danach kümmerte ich mich noch um die Menschen, die meinem Planeten, meinem Volk und mir Böses antun wollten. Ich bestrafte sie mit der ganzen Härte, ohne Gnade und ohne Erbarmen. So ließ ich diese Menschen von meinem Drohnen hinaus bringen und entfernte selbst die Schutzatmosphäre, die sie umgab damit sie atmen konnten, woraufhin sie qualvoll, jammernd, bittend und flehend erstickten.

 

Gewiss, es war kein schöner Anblick, wie sie sich quälten, aber in diesen Dingen konnte ich sehr konsequent und erbarmungslos sein. Gräber bekamen sie natürlich keine... sie wurden, nach der Prozedur, einfach in einem magischen blauen Feuer verbrannt.

 

Nein, es tat mir um diese Menschen, kein bisschen leid... sie hatten diese Strafe verdient!

 

Als Milou und seine Freund weg waren und ich die anderen Menschen bestraft hatte, kehrte wieder etwas Normalität auf Asika ein. Meine Aufgaben, und das waren nicht wenige, denn es war schon einiges an Arbeit liegen geblieben, erledigte ich sehr gewissenhaft, eben wie gewohnt. Ab und an, meldete ich mich, wenn ich Zeit hatte, bei Milou und wir funkten miteinander.

 

Sicher, ich vermisste Milou sehr, nur ließ es meine Zeit nicht zu, dass ich ständig mit ihm in Funkkontakt treten konnte. So blieb es bei einem Gruß am Morgen und zur Nacht und manchmal auch zwischendurch.

 

John schien sich hier wunderbar einzuleben und sehr gut zurecht zu kommen, wobei Darla ihn natürlich nach Kräften unterstützte, ihm alles erklärte und auch zeigte.

 

Die Beiden waren ein sehr hübsches Pärchen und ich war stolz auf meine Schwester und auch auf John.

 

*-*-*

 

Einen ganzen Monat war ich nun schon auf dem Schiff und ich vermisste Damal mehr denn je. Natürlich blieb das auch nicht ganz verborgen und Ben schaute mich eines Mittags skeptisch an.

 

''Du musst unbedingt mehr essen, Milou. Du siehst echt beschissen aus und das ist noch nett ausgedrückt'', hörte ich ihn sagen.

 

''Ich vermisse ihn so'', sagte ich nur und starrte auf den Planeten Asika, der sich vor meinem Fenster erstreckte.

 

Wie schön er aussah, so friedlich und ja, wenn ich ihn ansah, fühlte ich, als wäre es meine Heimat, die sich da in ihrer ganzen Pracht zu sehen gab.

 

''Und was gedenkst du dagegen zu tun?'', kam es von Ben, der seine Hand auf meine Schulter gelegt hatte, damit ich aus meinem Tagtraum erwachte. Denn innerlich ging ich gerade mit Damal Hand in Hand spazieren.

 

''Meine Illusion ist beinahe fertig und dann... ja, dann möchte ich dir das Schiff überlassen'', rückte ich zaghaft mit der Sprache raus.

 

Ben entglitt in dem Moment alles aus seinem Gesicht und ich musste tatsächlich anfangen zu lachen.

 

''Ist das etwa dein Ernst?'', wollte er nun wissen und ich nickte zustimmend, während ich versuchte mich zu beruhigen.

 

''Du machst dich über mich lächerlich?'', meinte mein Gegenüber nun immer noch skeptisch.

 

''Nein, Ben'', sagte ich dann ganz ruhig, ''Ich möchte mit Damal zusammen auf Asika leben und ich könnte mir keinen besseren Nachfolger vorstellen, als dich!''

 

Dann fing Ben glatt an zu heulen und fiel mir um den Hals.

 

''Aber du musst mir versprechen, mich regelmäßig besuchen zu kommen! Hörst du?'', gab ich noch von mir.

 

Den Rest des Tages verbrachte ich im Illusionsraum und auch wenn es gegen meine Natur war, weil ich sonst sehr regelmäßig mit Damal funkte, ließ ich das heute mal aus. Ich wollte die Illusion fertig bekommen.

 

Lila musste mich bei meinen Freund entschuldigen und ich hoffte inständig, er würde mich verstehen und es nicht in den falschen Hals bekommen.

 

Erst spät in der Nacht wurde ich fertig und begab mich in meine Illusion. Ein letztes Mal, ging ich die Allee entlang, genoss die Sonnenstrahlen und den Regen, bevor mich meine Illusion empfing.

 

''Ich dachte schon, du kommst nicht mehr... nie mehr wieder'', flüsterte diese und ich lächelte ihn an.

 

''Verzeih, aber ich hatte dir doch gesagt, es könnte eine Weile dauern...'', sprach ich, kam aber nicht weiter.

 

''Heißt das etwa...?'', strahlte meine Illusion von Damal mich an.

 

Kurz schloss ich die Augen und konzentrierte mich. Als ich sie wieder öffnete, stand mein Ebenbild neben mir und ging langsam auf Damals Illusion zu.

 

*-*-*

 

Heute hatte ich sehr viel zu tun und wurde erst spät in der Nacht fertig. Als ich schließlich zur Funkstation ging und auf Milou wartete, empfing ich eine Frauenstimme... Lila... sie meinte, dass Milou heute nicht mit mir funken könnte, da er zu tun hätte.

 

Ich wusste worum es ging und verstand. So bedankte ich mich bei Lila, sprach noch ein wenig mit ihr und beendete dann den Funkkontakt, nachdem ich sie gebeten hatte Milou schöne Grüße auszurichten.

 

Ob sich Milou nun schon, vor seinen Freunden, zu seiner Neigung und seiner Liebe zu mir bekannt hatte?

 

Sodann verließ ich die Station und ging noch etwas spazieren, hatte mich natürlich sorgfältig verhüllt, so dass ich nicht erkannt werden konnte.

 

Jetzt wollte ich einfach meine Ruhe haben und mich ein wenig erholen.

 

Erst als es mitten in der Nacht war, kehrte ich in meine Festung zurück, wo ich mein Schlafzimmer betrat, mich in bequeme Sachen einkleidete und es mir, mit einem Buch, auf dem Bett gemütlich machte.

 

Auf dem Bauch liegend, las ich das Buch, wobei ich schon ab und zu an Milou denken musste...bis ich schließlich, mit dem Kopf auf dem Buch, einschlief.

 

*-*-*

 

Wie die Illusionen sich langsam anschauten und zu lächeln begannen, merkte ich, dass ich alles richtig gemacht hatte. Aber auch spürte ich wie sehr ich Damal vermisste und wie gerne ich bei ihm sein wollte.

 

Als ich fertig war, ließ ich die Beiden in ihrer Welt allein. Sollten Probleme auftauchen, könnte mich meine Illusion ja wieder in meinen Träumen besuchen, das wusste ich.

 

Müde, aber glücklich und dennoch betrübt, begab ich mich in den Aufenthaltsraum, wo ich die ganze Mannschaft hinzu rief, obgleich es schon spät war. Jetzt hieß es für mich reinen Wein einschenken.

 

Lila war die Erste, die erschien und mich von Damal lieb grüßte. Sie wusste, neben Ben bisher als einzige bescheid, was sich aber nun ändern sollte.

 

Erst als alle anwesend waren, begann ich zu reden:

 

''Ich bedanke mich bei euch für euer jahrelanges Vertrauen, indem ihr mich als Kapitän akzeptiert habt und meinen Entscheidungen stets gefolgt seid. Allerdings heißt es jetzt auch für mich Abschied nehmen.''

 

Ein Raunen ging durch den Raum und Ben lächelte mich wissend an, auch Lila nickte mir zustimmend zu.

 

''Als wir auf Asika waren, habe auch ich mich verliebt, nicht nur John. Jedoch wollte ich hier noch etwas wichtiges erledigen und alles rechtlich festhalten, damit es mit euch allen auch weitergeht'', fuhr ich fort und hielt kurz inne.

 

''Allerdings... ist es bei mir keine Frau. Meine Liebe gilt einem Mann! Nämlich Damal. Diejenigen, die mit unten waren, hatten bereits das Vergnügen und vielleicht wird der eine oder andere auch ihn mal kennenlernen...'', sprach ich weiter und machte diesmal keine Pause, da ich ein wenig Angst vor den Reaktionen hatte.

 

''Meinen Posten wird Ben übernehmen. Hiermit übertrage ich ihm den Posten als Kapitän. Ihr kennt ihn alle und ich hoffe sehr, dass ihr ihn alle genauso gut behandelt und respektiert, wie ihr es bei mir getan habt...

 

Ansonsten bleibt alles, wie es war. Ihr dürft jederzeit Funkkontakt aufnehmen und mit Absprache mich auch besuchen'', schloss ich meine Ansprache und schaute in die Runde.

 

Für einen Moment herrschte eine erdrückende Stille, bevor Ben aufstand und den Anderen zunickte, mir die Hand gab.

 

''Na, was meint ihr? Rocken wir das Schiff auch ohne Kapitän Milou?'', hörte ich Bens Stimme.

 

Ein Gröhlen ging durch den Raum, bevor alle nach und nach zu mir kamen, mich drückten, mir Glück wünschten und alles Gute. Sie hatten es gut aufgenommen und ich war eine Last leichter auf den Schultern.

 

Anschließend unterzeichnete Ben noch die nötigen Papiere und daraufhin gingen alle schlafen. Nur ich blieb in meinem Zimmer vor dem großen Fenster stehen und starrte auf Asika. Nun war es also so weit und am Liebsten hätte ich direkt mit Damal gefunkt.

 

An Schlaf war diese Nacht nicht zu denken, da ich mich unendlich nach Damal sehnte. Stattdessen packte ich meine Sachen zusammen und wartete sehnsüchtig auf den morgendlichen Funkkontakt, wofür ich zeitlich ins Cockpit ging.

 

*-*-*

 

Lange hatte ich nicht geschlafen, aber gut, als ich am anderen Morgen erwachte, aufstand und mich fertig machte. Anschließend frühstückte ich in aller Ruhe mit Darla und John, was, wie immer, sehr lustig war. John war eben ein toller Mensch und ich hatte es nicht bereut ihn hier integriert zu haben und gönnte meiner Schwester das Glück von ganzem Herzen.

 

"Tja, dann werd ich mal zur Station gehen, mal schauen ob Milou schon funken mag.", meinte ich nachdem wir das Frühstück beendet hatten.

 

John und Darla nickten, grinsten sich an und verließen mit mir gemeinsam die Festung.

 

Währen die Beiden ihres Weges gingen, begab ich mich zur Funkstation und meldete mich:

 

"Asika an CML2000, bitte kommen. Damal hier. Milou, bist du da?", sprach ich fragend und hoffte, dass Milou Zeit hätte.

 

Natürlich sehnte ich mich sehr nach Milou und hoffte folglich, dass er heute etwas Zeit hätte, denn langsam wurde mein Herz sehr schwer und wollte nicht mehr so lange auf Milou verzichten.

 

Dennoch übte ich mich in Geduld, auch wenn es sehr schwer war.

 

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Endlich hörte ich die heiß ersehnte Stimme von Damal und ein Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus.

 

''Hier CML2000. Ja, Damal, ich bin hier. Ein Tag ohne dich ist schwer auszuhalten, wie sollte ich einen weiteren überstehen'', sprach ich sehnsüchtig.

 

''Ich habe es gestern Abend noch allen gesagt... also das mit uns! Außerdem ist die Illusion fertig und sie scheinen beide glücklich zu sein.

 

Wenn du also möchtest... mich immer noch willst... ich wäre abreise bereit und möchte gerne zu dir. Würde dich gerne in meine Arme schließen'', sprudelte es aus mir heraus, wenn auch unzählige Bedenken sich in mir breit machten.

 

Nein, alles würde gut werden und ich würde gleich nach Asika fliegen, in meine neue Heimat.

 

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Als ich Milous Stimme vernahm, begannen meine Augen zu strahlen und seine Worte ließen mich übers ganze Gesicht grinsen.

 

"Ja... ja... ja... ich will dich immer noch und ich sehne mich so sehr nach dir.", freute ich mich riesig, während mir eine Freudenträne aus meinem rechten Auge lief.

 

"Ich werde gleich die Sicherungsanlagen ausschalten, dann darfst du den Planeten anfliegen und landen, ich erwarte und liebe dich..., möchte dich auch in meine Arme schließen und freue mich riesig auf dich.", willigte ich mit Freuden ein.

 

Noch während wir redeten schaltete ich die Sicherung aus, so dass Milou Asika anfliegen und landen konnte. Erst danach würde ich die Sicherung wieder einschalten.

 

Ich war so glücklich, wie schon lange nicht mehr. Endlich würde ich glücklich werden können... glücklich mit einem Menschen... einem sehr liebevollen Menschen... einem Mann... Milou.

 

*-*-*

 

''Ist gut... dann bis gleich'', freute ich mich, wie ein kleines Kind an Weihnachten auf die Geschenke und beendete den Funkkontakt.

 

Ben, der mittlerweile neben mir stand, umarmte mich zum Abschied und auch Lila drückte mich nochmal.

 

''Machts gut, meine Freunde'', verabschiedete ich mich und stieg in meinen persönlichen kleinen Gleiter, der mich nach Asika brachte.

 

Dort landete ich wohl behalten, weil Damal die Sicherungsanlagen ausgeschaltet hatte. Müde, weil ich die Nacht nicht geschlafen hatte, aber glücklich wartete ich auf Damal.

 

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Nachdem wir den Funkkontakt beendet hatten, begab ich mich zum Landeplatz. Ich freute mich sehr auf Milou, denn die Zeit ohne ihn war viel zu lang gewesen.

 

Dann sah ich von weitem schon den Gleiter auf Asika zufliegen und rannte nun auf den Landeplatz zu.

 

Leider schaffte ich es nicht rechtzeitig dort zu sein, denn als ich dort ankam, war der Gleiter schon gelandet und Milou schon ausgestiegen.

 

So rannte ich auf Milou zu.

 

"Milou!", rief ich freudestrahlend und fiel ihm sogleich um den Hals.

 

Ein wenig schaute ich ihm in die Augen, dann küsste ich ihn, sehnsüchtig... sanft und voller Zärtlichkeit.

 

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''Damal'', kam es nur noch über meine Lippen, bevor ich den Kuss ebenso leidenschaftlich erwiderte und ihn gar nicht enden lassen wollte.

 

Erst nachdem mein Körper erst mal ein bisschen zufrieden zu sein schien, löste ich sacht meine Lippen von Damal, ohne aber die Umarmung aufzuheben.

 

''Ab jetzt bleibe ich bei dir! Für immer! Ich möchte, dass du mich einbürgerst... bitte... lass mich das hier als meine Heimat ansehen'', sprach ich liebevoll und lächelte meinen Freund an.

 

Denn jetzt war ich mir sicher. Allein die Sehnsucht hatte es mir gezeigt und die vielen Funkgespräche, die ich, bis auf die Letzten nie verpasst hatte. Meine Gefühle waren richtig und ich liebte Damal.

 

''Ich liebe dich! Lass mich an deiner Seite leben'', bat ich ihn noch, obwohl es überflüssige Worte waren. Wussten wir doch Beide, warum ich hier war, und dass ich bleiben wollte.

 

Trotzdem brauchte ich gerade irgendwie die Bestätigung. Vielleicht machte mich aber auch allein Damals Nähe total verrückt.

 

*-*-*

 

Unsere Lippen trennten sich, jedoch nicht unsere Umarmung, als ich Milous Worte hörte und sich ein sanftes Lächeln auf mein Gesicht legte.

 

Nickend willigte ich ein... mit freudestrahlenden Augen.

 

"Ich warte schon so lange auf dich, liebe dich so sehr... sehne mich nach dir und werde dich gern einbürgern.

 

Auch ich möchte mein Leben mit dir verbringen... mit dir an meiner Seite.

 

Asika ist deine neue Heimat... versprochen.", antwortete ich bestätigend... ahnte, dass Milou diese Bestätigung von mir gerade zu brauchen schien.

 

"Wenn du magst, werde ich dich heute Abend schon einbürgern, dich als den Mann an meiner Seite, auf dem Thron anerkennen. Aber zunächst... werde ich dich jetzt an die Atmosphäre von Asika anpassen.", fügte ich freudig hinzu, dann legten sich meine Hände an seinen Kopf und ich schloss die Augen.

 

Sogleich umhüllte eine sanfte Energie, die von meinem Körper ausging, seinen Körper und begann damit seinen Körper anzupassen.

 

Es dauerte etwas, doch schließlich hatte ich es geschafft und schaute Milou sanft an, während ich die Sauerstoffblase, die seinen Körper umhüllte, auflöste.

 

"Du kannst jetzt ganz normal atmen. Keine Angst, dir wird nichts geschehen. Versuch es nur.", bat ich Milou liebevoll, fügte dann aber hinzu: "Dies ist nicht wieder umkehrbar.", dies hatte ich damals auch John gesagt, doch wusste er das schon von Darla und war damit mehr als einverstanden gewesen.

 

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Damal bestätigte mir meine Wünsche und ich strahlte ihn erwartungsvoll an. Dann ging eine unbekannte Energie durch mich hindurch und ich schloss die Augen, während Damal mich an die Atmosphäre anpasste.

 

Erst als die Blase sich auflöste, riss ich die Augen auf und hielt geistesgegenwärtig die Luft an. Unsinnigerweise traute ich mich nicht die ersten Atemzüge zu machen.

 

Doch die Worte meines Liebsten beruhigten mich und ich holte tief Luft. Von John wusste ich bereits, dass es nicht mehr umkehrbar war, was mich aber nicht weiter störte. Ich war mir mit meiner Entscheidung so sicher, wie noch nie zuvor.

 

Ich strahlte meinen Freund an und umarmte ihn sogleich.

 

''Danke für alles'', musste ich irgendwie loswerden, ''Danke, dass ich dich getroffen habe. Danke, dass ich dich lieben darf und danke, dass ich bei dir sein darf, an deiner Seite, mit dir das Leben zu genießen.''

 

Sanft schmiegte ich mich an Damal und wusste nicht recht wohin mit meinen Emotionen. Ein bis zwei Freudentränen vergoss ich nun noch, bevor ich meinen Liebsten erneut küsste.

 

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Herrje, das hätte ich so nicht erwartet, dass sich Milou so sehr freuen würde.

 

Als sich Milou an mich schmiegte, nahm ich ihn liebevoll in die Arme und strich sanft über seinen Rücken.

 

"Es ist gut, du musst dich nicht bedanken, denn wir wollten es beide. Außerdem freue ich mich, dass du bei mir bleiben und mit mir leben willst.", flüsterte ich ihm zu, um anschließend seinen Kuss zu erwidern.

 

Dann sah ich auch schon Milous Tränen... spürte, dass er sie aus Freude weinte, löste den Kuss sacht und küsste dann seine Tränen zärtlich fort.

 

Gedanklich sprach ich zu ihm:

 

Hey, alles gut. Komm, wir gehen nach Hause... deinem neuen Zuhause.

 

Ich schaute meinen Liebsten an, lächelte und reichte ihm die Hand, um mit ihm zur Festung Vlasarun... unserem Zuhause... zu gehen.

 

Milou würde viel lernen müssen und ich würde ihm gern dabei helfen. Die Festung würde ich ihm zeigen und ihm auch einiges erklären müssen.

 

John war ja auch schon fleißig am Lernen und... nun ja, vielleicht konnte John seinem Freund ja auch ein wenig helfen.

 

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Milou lebte sich recht schnell ein und die Liebe zwischen ihm und Damal wuchs immer mehr. Sie lebten glücklich und zufrieden miteinander. Genauso wie John und Darla.

 

Auch machten sie langsam ihre ersten sexuellen Efahrungen miteinander. Dabei ließen sie sich alle Zeit der Welt.

 

Die Crew vom Raumschiff CML2000 besuchte den Planeten mit Absprache regelmäßig und war ein gern gesehener Gast.

 

Ben und Lila blieben ebenfalls zusammen und bekamen sogar Kinder. Sie blieben auf dem Raumschiff, welches sie leiteten und wurden so ebenfalls glücklich.

 

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Ende