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Der große Anska

Der große Anska

 

by Dark Sephiroth & Detail

 

Wie beinahe jedes Mal ging ich auf die Knie und krümmte mich vor Schmerzen.

 

''Ein Angriff!'', hörte ich meinen Freund Kevin Bear rufen und schon drückte er den Alarmknopf. Die Sirenen heulten laut auf und schlugen Alarm. Sofort waren alle in reger Aufregung und nahmen ihre Posten ein.

 

Dann legte mein Freund Ben Keath seinen Arm, stützend um mich und half mir hoch. Es dauerte immer eine Weile bis die Schmerzen nachließen.

 

Schwer waren meine Beine und es tat weh, einen Fuß vor den Anderen zu setzen. Aber es half nichts, da musste ich durch.

 

Auf den Weg zu den Uniformen, ging es langsam wieder und ich konnte selber laufen.

 

Es war Routine, die Uniform anzuziehen ging schnell und ich schnappte mir mein großes Schwert. Den Weg nach draußen kannte ich im Schlaf und ich führte meine Soldaten an, genauso wie meine beiden Freunde ihre anführten.

 

Immer wenn die neuen Rekruten zu unserem Stützpunkt kamen, mussten sie einige Tests durchlaufen. Dann losten wir aus. Die Stärksten kamen in meine Truppe und der Rest wurde gleichmäßig aufgeteilt, so dass die Truppen meiner beiden Freude gleich viele schwache und mittelstarke Soldaten hatten.

 

So konnten wir im Falle eines Angriffs in einer Formation angreifen. Ich ging direkt auf die Aliens zu mit meinen Männern und meine Freunde griffen links und rechts neben mir an.

 

Mittlerweile waren die Beiden mir richtig ans Herz gewachsen. Dabei konnte ich mich noch gut daran erinnern, als ich mit achtzehn hier auf den Stützpunkt kam. Wir waren zehn gute Soldaten, die unter der Leitung von Leutnant Smith ausgebildet wurden.

 

Wir hatten es ihm nie einfach gemacht und dennoch mochten wir ihn alle auf eine gewissen Art und Weise. Meine jetzigen Freunde waren damals nur Rivalen für mich und sie konnten mich nicht ausstehen.

 

Bei einer Übung wurden wir unerwartet angegriffen und verloren beinahe alle Männer unserer Truppe und der Leutnant verlor seine Beine. Nur wir drei waren noch übrig geblieben und mittlerweile selber Leutnants und befehligten Truppen in den Kampf gegen Aliens. Leutnant Smith war nicht unterzukriegen und dirigierte jetzt im Rollstuhl als Oberleutnant.

 

Für mich war er sowas wie eine Vaterfigur, da ich meine Eltern verlor, als ich hier in der Ausbildung war. Er hatte sich meiner angenommen, als alle in den Ferien nach Hause gefahren waren und ich nicht wusste wo ich hin sollte.

 

Das hier war von da an mein Zuhause.

 

Draußen angekommen, machte ich mir blitzschnell klar, wie die Lage stand und gab Anweisungen. Überall wimmelte es von kleinen Aliens. Aber es musste auch ein Alpha da sein. Ohne ein Alpha gab es keine Kleinen und immer wenn meine Wunde am Bauch schmerzte, die mir vor zwei Jahren, bei dem großen Angriff der selbe Alpha zugeführt hatte, der auch die Beine des Oberleutnants auf dem Gewissen hatte, tauchte einer auf.

 

Um mich herum kämpfen alle gegen diese kleinen ekeligen Biester, die ätzende Säure spuckten. Es war ein wildes Gemetzel mit gruseligen Lauten und zahlreichen schmerzerfüllten Schreien.

 

Gerade als ich eines dieser kleinen Biester erledigt hatte, wobei mein Schwert es blitzschnell wie Butter durchschnitten hatte, hörte ich einen meiner Freunde, wie er meinen Namen rief.

 

''Anska!''

 

Ruckartig drehte ich mich um und stand direkt vor einem Alpha. Meine Wunde hatte mich nicht vorgewarnt, weil es die ganze Zeit über in meiner Nähe gewesen war.

 

Ich blieb stehen und bewegte mich keinen Zentimeter. Wir wussten, dass sie nur auf Bewegungen reagierten, genauso wie Schlangen.

 

Doch irgendetwas stimmte nicht, denn dieser Alpha konnte mich sehen. Schlagartig wurde mir bewusst, dass es sich nicht um ein Alphamännchen handelte, was uns sonst immer begegnet war. Dieses hier war größer und hatte glänzend rote Augen.

 

''Ein Weibchen'', flüsterte ich.

 

Über sie wussten wir nicht fiel und vor allem nicht, wie man sie tötete.

 

Beinahe im selben Moment begann sie zu brüllen und ihr Atem stach mir entgegen. Für einen Moment glaubte ich taub zu werden, so laut brüllte sie. Mein Schwert konnte ich vergessen, so schnell würde ich die schwere Klinge nicht hochbekommen.

 

Allerdings tat sich mir eine andere Möglichkeit auf, als im Maul des Weibchens noch ein Maul aufging, das ebenfalls brüllte. Dort drinnen sah ich etwas blaues, leuchtendes pochen. Ihr Herz!

 

Nur einen Moment zögerte ich, bevor ich meine rechte Hand wählte, da ich mit der linken mein Schwert führte. Schnell stieß ich meine Hand ins Doppelmaul des Aliens und griff zu.

 

Mit aller Kraft drückte ich und das Alien zog. Ein mächtiger Ruck durchlief meinen Körper, als mein Schwert klirrend zu Boden fiel und das Alphaweibchen mir den Arm rausriss, bevor es tot zu Boden sank.

 

Die ganzen kleinen Aliens machten sich aus dem Staub und wieder hörte ich meinen Namen, doch er klang so weit weg. Blut lief aus meiner Schulter, aber ich blieb stehen und sogar bei Bewusstsein.

 

Um mich herum wirbelten Sanitäter. Sie versuchten auch meinen Arm zu befreien, doch das würde nutzlos sein. Er war von der Säure zersetzt, die sich im Maul des Aliens befand. Das hatte ich gespürt.

 

Erst als ich auf dem Operationstisch lag und eine Narkose bekam, sank ich in einen tiefen Schlaf.

 

*-*-*

 

Dass Krieg herrschte wusste ich ja, aber, dass ich nun auch noch in ein Kriegsgebiet, zu einem Stützpunkt beordert wurde... echt, das war zu viel. Aber ich beugte mich, was blieb mir auch anderes übrig.

 

Ich musste dem Befehl des Oberkommandierenden gehorchen... auch wenn ich Major war, so war mein Vorgesetzter ein General und ich hatte mal wieder zu tun, was dieser befahl.

 

Also hatte ich mich vor einigen Tagen schon fertig gemacht und mich zu dem Stützpunkt auf gemacht.

 

Zwei Gefreite, die zu meinem Schutz beordert worden waren, hatte ich im Schlepptau, so dass es auf der Fahrt wenigstens nicht langweilig wurde.

 

Sehr bald und schneller als mir lieb war, hatten wir den Stützpunkt erreicht, wo gerade jemand abtransportiert wurde... schlimm sah er aus und doch konnte ich mich jetzt nicht darum kümmern, musste erst mal schauen, was hier überhaupt los war.

 

Die beiden Gefreiten stellte ich als Wache ab und ging dann erst mal ins Hauptquartier, wo ich mich über die Lage hier informierte. Der letzte Angriff schien noch nicht lange her zu sein, doch jetzt herrschte erst mal Ruhe.

 

Ich meldete mich bei einem der jungen Leutnants und forderte ihn auf mir Meldung zu erstatten. Denn als Major hatte ich nun hier das Sagen, weshalb ich wohl hierher beordert worden war.

 

"Ich bin Major Kaine Sewering. Erstatten sie mir Bericht, was ist passiert?!", befahl ich forsch.

 

Mit Schrecken hörte ich dann, was mir der Leutnant berichtete und nickte ab und zu.

 

Oh je, hier würde es viel zu tun geben und ich musste neue Strategien gegen diese verdammten Aliens ausarbeiten, damit wir nicht noch mehr Männer verlieren würden.

 

Natürlich taten mir die Leutnants leid, besonders Anska, von dem mir gerade berichtet wurde, was ihm passiert war. Doch ich konnte mich jetzt keinen Gefühlen hingeben. Anska war ja sehr berühmt gewesen. Er war nun mal einer der Besten, die ich kannte. Seine Ausbildung damals hatte ich mit Wohlwollen mitverfolgt und war sein geheimer Förderer. Ob er mich kannte... wusste ich nicht... dafür kannte ich ihn umso besser.

 

Wahrscheinlich hatte Anska noch niemals von mir gehört.

 

Nur eben der damalige Leutnant Smith hatte mir über ihn berichtet.

 

*-*-*

 

''Oberleutnant Smith. Major Sewering ist soeben eingetroffen. Er ist bei Leutnant Bear und hat bereits alle wichtigen Informationen erhalten'', gab ein junger Rekrut die Informationen an Smith weiter, während er vor diesem salutierte.

 

Dieser befand sich gerade im Krankenbereich, wo er mit Leutnant Keath wartete.

 

Ein Grinsen legte sich trotz den schweren Unfalles und der Sorge um Anska auf seine Lippen.

 

''In Ordnung. Sie dürfen wegtreten'', gab er Anweisungen, ohne den jungen Mann jedoch anzuschauen. Viel zu sehr war er jetzt in Gedanken bei seinem besten Mann, der wie ein Sohn für ihn war.

 

Erst als sie wieder alleine waren, schaute er zu Ben rüber, der den Boden fixierte. Einen von ihnen reichte, um hier zu warten und es gab Pflichten, die nicht aufzuschieben waren.

 

Langsam setzte sich der schwere Rollstuhl der Oberleutnants in Bewegung. Seine weißen, kurzen Haare standen ihm eigentlich ganz gut und machten ihn trotz der 45 Jahre nicht alt. Aber heute wirkte er klapprig und seinen grünen Augen fehlte der Glanz. Das Ganze hier nahm ihn stark mit.

 

Erst kurz vor Ben kam er zum stehen, aber dieser rührte sich nicht. Langsam legte Peter Smith seine Hand auf Keath Schulter und es ging ein Ruck durch den Körper des vierundzwanzigjährigen Mannes. Seine braunen Augen starrten Smith leer an und man konnte Tränen sehen.

 

''Er schafft das! Anska ist ein Kämpfer'', sagte Smith, doch klangen seine Worte nicht so glaubhaft, wie sie sollten. Ben nickte und wischte mit dem Ärmel über die Augen. Dann fuhr er mit der Hand durch sein kurzes schwarzes Haar und atmete tief durch.

 

''Lass es mich wissen, sobald es etwas neues gibt. Ein alter Freund ist eingetroffen. In Zukunft werde ich wohl mehr Freizeit haben oder eben weniger, je nachdem, wie er es beliebt'', redete er locker mit Ben.

 

Dieser konnte nur bestätigend nicken und versprach somit ohne Worte, dass er sich melden würde.

 

Dann rollte Leutnant Smith davon in Richtung des Hauptquartiers, wo der Major Kaine vermutete.

 

Nur wenig später erreichte er diesen und salutierte vor den Wachen des Majors, die vor dem Hauptquartiers standen.

 

''Ist Major Sewering noch anwesend?'', fragte er diese.

 

''Jawohl Sir'', bekam er zur Antwort und betrat daraufhin das Gebäude.

 

Nur wenig späte klopfte er an die Tür des Hauptquartiers und betrat den Raum. Direkt salutierte er und auch Leutnant Kevin Bear nahm Haltung an.

 

''Willkommen Major Sewering. Ich freue mich Sie wiederzusehen'', kam es von Smith, während es ihm schwer fiel Haltung zu bewahren, da er schon grinsen musste. Immerhin kannten sich die Beiden schon länger und er freute sich wirklich seinen Freund wiederzusehen.

 

''Gratulation noch zur Beförderung!'', fügte er nur kurz darauf hinzu.

 

Unterdessen waren die Ärzte damit beschäftigt Anska zu operieren, was sich als nicht einfach erwies. Er hatte viel Blut verloren und wie zu erwarten war, konnte man den von Säure verätzen Arm nicht wieder annähen.

 

Ben wartete immernoch im Warteraum und ihn würde so schnell keiner hier wegbewegen können. Immerhin wusste er auch, dass er sich auf Kevin verlassen konnte und der alles regeln würde.

 

*-*-*

 

Nachdem der Leutnant seinen Bericht beendet hatte, durfte er wegtreten und ich versuchte mich mit der Lage hier zu befassen. Dafür würde ich wohl eine ganze Weile brauchen.

 

Soweit ich sehen konnte gaben sie alle hier ihr Bestes und mir wollte beim besten Willen nicht in den Sinn, warum sie mich hierher beordert hatten.

 

Nachdenklich saß ich am Schreibtisch, als es klopfte und sich kurz darauf die Tür öffnete.

 

Ein Lächeln legte sich auf meine Lippen, als ich Oberleutnant Smith wieder sah.

 

Sogleich stand ich auf und ging auf ihn zu.

 

"Oberleutnant Smith, Sir, ich freue mich auch sie wieder zu sehen und vielen Dank", antwortete ich ihm: "Bitte, nehmen sie eine bequeme Haltung ein", bat ich meinen Freund und dessen Begleiter und grinste kurz, ehe ich wieder sehr ernst wurde.

 

"Sagen sie, warum wurde ich hierher beordert? Soweit ich sehen konnte, geben alle hier ihr Bestes... also... warum?", natürlich erwartete ich eine korrekte Antwort von meinem Freund und schaute mal den Leutnant an und mal ihn, während ich mich wieder an den Schreibtisch setzte.

 

*-*-*

 

Leutnant Bear nahm eine lockere Haltung an und setzte sich wieder an seine Arbeit, die er zu erledigen hatte. Oberleutnant Smith rollte zum Schreibtisch rüber, an den sich Major Sewering gesetzt hatte.

 

''Um ehrlich zu sein, habe ich darum gebeten. Nimm es mir nicht übel. Du kannst dir sicherlich einen besseren Posten vorstellen. Aber ich möchte etwas kürzer treten und brauche jemanden den ich blind vertrauen kann.

 

Meine Phantomschmerzen werden nicht besser und es gibt Tage, da komme ich kaum in den Rollstuhl...

 

Dazu kommt, dass wir schon sehr viel über die Aliens herausbekommen haben. Vieles, was die von oben noch nicht wissen und auch nicht wissen müssen...'', erklärte Smith in aller Seelenruhe, wobei er die letzten Worte leiser sagte.

 

Währenddessen stand Leutnant Bear auf, holte einen Schlüssel hervor, den er um den Hals hängen hatte und ging an den versteckten Safe im Hauptquartier. Dort befand sich noch zusätzlich ein Geheimfach, aus der er eine CD holte.

 

Diese reichte er Smith und schaute den Major kurz an, bevor er sich wieder setzte.

 

''Ich vertraue dir. Hier ist wirklich alles drauf und nicht nur das, was du hier im Computer findest. Glaube mir, wir haben unsere Gründe. Die Regierung würde Waffen einsetzten, die die halbe Menschheit ausrotten würde. Das müssen wir verhindern'', erklärte Smith.

 

Dann reichte er die CD Kaine Sewering und nickte.

 

Kurze Zeit später ging das Telefon im Hauptquartier und Leutnant Bear nahm ab.

 

''Ja. Verstehe. Danke'', hörte man ihn sagen und er legte wieder auf.

 

''Die Operation ist überstanden, aber...'', stockte Bear der Atem.

 

''Sie konnten den Arm nicht retten'', hörte man Smith sagen, ''Er wusste das... Anska wusste das vorher. Genau deshalb hat er den rechten Arm gewählt, weil er mit dem Linken sein Schwert führt.''

 

Dabei rieb er mit den Händen über die Stumpfen seiner Beine und man merkte ihm sichtlich die Erleichterung an, dass es Anska überstanden hatte.

 

*-*-*

 

Ich hörte mir in Ruhe an, was Oberleutnant Smith sagte und nickte verständnisvoll.

 

"Ich verstehe sie, Sir, und ich werde mein Bestes geben, um ihnen so gut es geht zu helfen."

 

Als mir Peter die CD gab, hörte ich mir zunächst an, was er zu sagen hatte und freute mich, dass er mir wirklich so blind vertraute.

 

"Sie können mir vertrauen, Sir. Ich werde mir alles anschauen, und ja, ich werde sie so gut es geht unterstützen. Danke, dass sie mir vertrauen, Sir", gab ich von mir, behielt die CD aber in meinen Händen... so als wollte ich sie vor unbefugten Zugriffen schützen.

 

Dann aber hörte ich, was mit Anska war, und dass er es überstanden hätte... man aber seinen Arm nicht hatte retten können.

 

"Ich kenne Anska... er mich allerdings nicht... denke ich zumindest. Vielleicht werde ich mich auch ein wenig um ihn kümmern, wenn ich die Zeit dazu finde. Mir tut es sehr leid für ihn und ich werde alles in meiner Macht stehende tun, damit ihm bald und schnellst möglichst geholfen wird. Das verspreche ich."

 

Und es war nicht nur ein Versprechen, ich würde tun, was ich konnte, damit Anska die beste Behandlung erhielt... egal was ich würde dafür tun müssen … auch um die anderen Sachen hier würde ich mich kümmern.

 

*-*-*

 

Leutnant Smith hatte gar keine andere Reaktion erwartet und nickte Sewering zustimmend zu.

 

''Danke, dass du hier bist'', meinte Smith dann.

 

Bear hatte unterdessen mit den Tränen zu kämpfen.

 

''Bewahren sie Haltung, Leutnant'', kam es schroff vom Oberleutnant.

 

''Natürlich, Sir! Verzeihung, Sir'', schluckte Bear seinen Schmerz runter, salutierte und wand sich an Major Sewering, ''Bitte darum wegtreten zu dürfen, Major!''

 

Smith schaute zwischen den Beiden hin und her und nahm es dem Major dann ab zu antworten: ''Ich denke, wir kommen auch ohne sie hier klar. Leutnant Keath wird sicher erfreut sein, seelische Unterstützung zu bekommen. Sofern ihre Arbeit erledigt ist.''

 

''Ist sie, Sir'', hörte man Bear sagen.

 

''Was ist mit den neuen Rekruten? Sind die versorgt? Die müssen ja nicht alles mitkriegen'', meinte Smith dann.

 

''Sie sind alle in ihrem Bereich und haben Freizeit, aber den Befehl diese im Bereich zu verbringen, Sir'', sagte Bear daraufhin.

 

''Gut. Unterrichten sie mich sobald Anska aufwacht. Wegtreten!'', salutierte Smith und Bear verließ daraufhin den Raum.

 

''Es wird sicherlich noch eine Umstellung sein, jetzt jemanden über mir zu haben. Verzeih. Lange habe ich diese Jungs hier geleitet und es ist sicherlich für alle neu einen Major hier zu haben. Wenn wir unter uns sind, ist es eher wie eine kleine Familie und ich würde mich freuen dich dazu zählen zu dürfen'', kam es von Smith, nachdem die Tür hinter Bear ins Schloss gefallen war und er meinte sein Verhalten entschuldigen zu müssen.

 

''Um darauf zurückzukommen... Nein, Anska weiß nichts von dir. Ich habe dich lediglich über ihn im Laufenden gehalten, weil ich immer der Meinung war, er würde es verdienen aufzusteigen. Jedoch waren da Andere immer anderer Meinung, wenn du verstehst...

 

Jetzt ist es ja sowieso fraglich, was folgt...'', meinte Smith dann weiter.

 

Man merkte ihn immernoch an, wie sehr ihn alles mitnahm und dennoch gab er sich nicht die Blöße. Dafür hatte er zu lange trainiert eine harte Schale zu bekommen.

 

Wenig später traf Leutnant Bear im Krankenbereich ein. Er wurde zu einem Zimmer geführt und darauf hingewiesen sich ruhig zu verhalten. Leise betrat er den Raum, der ganz in weiß gehalten war, wie beinahe alles hier. Kahl und schlicht eben.

 

Ein Bett stand dort drin, in dem Anska schlafend lag. Er sah mit seinen Lichtblonden langen Haaren aus wie ein Engel. Etwas blass vielleicht und die hellblauen Augen geschlossen.

 

Immernoch bekam er Blutkonserven, da er sehr viel Blut verloren hatte. Leutnant Keath saß auf einen Stuhl direkt vorm Bett und hatte sich noch nichtmal umgedreht, so sehr war er in Gedanken.

 

Erst als der die Hand seines Freundes auf der Schulter spürte, schaute er auf, mit Tränen in den Augen.

 

''Alles gut. Er wird das schaffen. Hörst du. Anska hat das schlimmste überstanden'', flüsterte Kevin Bear seinem Freund Ben Keath zu, bevor er diesen sanft in die Arme nahm.

 

Keath weinte schluchzend los. Viel zu lange hatte er es zurückgehalten und Bear versuchte jetzt krampfhaft den Starken zu spielen.

 

*-*-*

 

Irgendwie schon ein wenig hilflos hörte ich mit an, wie Peter mit dem jungen Leutnant umging und es tat mir in der Seele weh... auch wenn ich wusste, dass er so sein musste... aber... musste er deswegen denn so schroff sein...?

 

Natürlich hätte ich Peter zurechtweisen können, doch war ich es noch nicht gewohnt Befehle zu geben... zudem Peter ja einst auch über mir stand. Mich jetzt gegen ihn aufzulehnen.... ihm zu befehlen, wo er doch mein Freund war und wir uns schon so lange kannten... fiel mir verdammt schwer... außerdem war er wesentlich älter als ich.

 

Sicher, ich hatte die Macht und den Rang dafür, aber ich war wohl einfach viel zu weich dafür.

 

Erst als der junge Leutnant raus war, hörte ich noch was Peter zu mir sagte... hörte ganz genau zu und äußerte dann auch meine Meinung:

 

"Peter, ich verstehe, dass es dir schwer fällt mich... ausgerechnet mich... jetzt über dir zu haben und ich gebe auch zu, dass es mir verdammt schwer fallen wird, dir oder auch den anderen Befehle zu erteilen... ich bin das so noch nicht gewohnt. Der junge Leutnant Bear... er tat mir eben doch sehr leid und ich würde genau deswegen doch etwas humanere Methoden hier einführen wollen.

 

Wahrscheinlich wirst du mich jetzt für zu weich halten, aber gerade jetzt in dieser schweren Zeit, tut es den anderen hier vielleicht ganz gut, wenn man nicht allzu viel Strenge walten lässt.

 

Sicher, Befehle müssen befolgt werden... gar keine Frage... aber wenn jemanden so ein schweres Schicksal widerfahren ist, wie Leutnant Anska Blue und sein Freund Leutnant Bear deswegen traurig ist... sollte er auch ruhig... weinen dürfen. Wir sind alle nur Menschen... keine Maschinen", ruhig sprach ich mit Peter, wusste und sah auch, dass ihm das alles genauso nahe ging, immerhin kannte ich ihn ja lange genug.

 

"Peter, wir kennen uns schon so lange und ich weiß was du durchgemacht hast, und dass du eben so hart sein musst, aber wenn ihr hier wie eine Familie seid, dann brauchst du doch nicht hart zu sein und schon gar nicht wenn ich dabei bin.

 

Gern füge ich mich in eure Gemeinschaft, als Familie, mit ein und freue mich mit euch zusammenarbeiten zu dürfen", sanft blickte ich meinem Freund, mit diesen Worten, in die Augen... beinahe schon entschuldigend.

 

Nun, er kannte mich... genauso wie ich ihn kannte und wusste sicher, dass ich eben nicht der harte Kerl war und auch nie sein würde... wenn es aber drauf ankäme... dann könnte ich mich durchaus durchsetzen und Peter konnte sich immer hundertprozentig auf mich verlassen.

 

*-*-*

 

Etwas betroffen schaute Peter Smith, Kaine Sewering an, musste dann aber lächeln.

 

''Ich war wohl wirklich etwas zu hart, was? Manchmal kommt es in mir durch, da kann ich nichts machen...

 

Wie du hier verfährst, das überlasse ich ganz dir. Es war nur mein Anliegen, über die Geheimhaltung mancher Dinge, die du auf der CD finden wirst. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Schließlich hast du nicht umsonst diesen Rang bekommen. Da wirst du dich schon durchzusetzen wissen. Solltest du Fragen haben oder einen Rat brauchen, bin ich jederzeit da.

 

Ansonsten bin ich gespannt, wie es hier laufen wird.

 

Natürlich weiß ich selber, dass mich manches vielleicht zu hart hat werden lässt. Aber ein so alter Kerl kann nun mal schwer aus seiner Haut. Mir haben die Aliens vor Jahren beinahe alles genommen: Meine Frau, meine beiden wundervollen Kinder und... meine Beine.

 

Das hier ist das einzige was bleibt. Woanders hin will ich gar nicht, nur eben kürzer treten'', kam es von Smith und er seufzte leise.

 

Er merkte es nicht immer, wie hart sein Ton klang und oft war es wie Routine.

 

Inzwischen hatte Keath sich beruhigt und Bear hielt ihn noch immer in den Armen.

 

''Ben, denkst du nicht, wir sollten uns etwas Ruhe gönnen. Hier können wir nichts machen...'', kam es zögernd von Kevin.

 

Seufzend nickte Ben, denn ihm viel es schwer Anska alleine zu lassen, aber sein Freund hatte recht. Also verließen sie den Krankenbereich und gingen auf Bens Zimmer, nachdem Kevin den Arzt angewiesen hatte, sofort Smith zu verständigen, sobald Anska erwachen würde.

 

*~*

 

Von starken Schmerzen geweckt, versuchte ich klar zu sehen. Alles war verschwommen, wie in einem Traum. Um mich herum war alles weiß und ich konnte nichts sagen, weil meine Kehle wie ausgetrocknet schien.

 

Endlich erkannte ich Umrisse und da alles weiß war, musste ich auf der Krankenstation sein. Langsam erinnerte ich mich an das Alien und an meinem Arm. Schmerzerfüllt griff mein linker Arm, nach dem rechten und erfasste nur die Bettdecke.

 

Sie hatten ihn also nicht retten können. Ich hatte es schon vorher gewusst und dennoch nicht lange drüber nachgedacht. Es war die einzige Chance gewesen, da diese Aliens einen sehr dicken Panzer besitzen und nicht oft Brüllen.

 

Die Schmerzen sind gerade eher nebensächlich. Mein Blick fällt auf die Blutkonserven, die mit mir verbunden sind. Hatte ich soviel Blut verloren?

 

Ich hasste Krankenstationen und wollte nur hier weg. Auf mein Zimmer und in mein Bett, mehr wollte ich nicht.

 

Ruckartig zog ich an den Schläuchen und setzte mich auf. Dass es überall wie blöd zu piepen und zu blinken begann, störte mich weniger, da ich eher damit beschäftigt war, gegen das Schwindelgefühl anzukämpfen.

 

Eine Schwester kam herein und war sehr hysterisch, als sie sah, was hier so war. Keine Ahnung, ob es wegen dem vielen Blut so war. Sie schrie jedenfalls nach Hilfe und versuchte mich wieder hinzulegen.

 

Auch ein Arzt kam und gab irgendwelche Anweisungen in den Flur, so dass noch mehr Männer kamen und einer ans Telefon hechtete, wie ich durch die große Scheibe sehen konnte.

 

Alles wirkte so unwahr und kam nicht bei mir an.

 

''Sie müssen liegen bleiben. Anska, ich bitte sie, legen sie sich hin!'', redete der Arzt auf mich ein.

 

''Wenn die Wunden aufgehen, müssen wir in den OP.''

 

Stur schaute ich ihn an. Er glaubte doch nicht ernsthaft, dass ich mich zurück in das Bett legte. Zumal alles voller Blut war. Ich wollte in MEIN Bett!

 

*-*-*

 

"Ja, du warst schon etwas zu hart... auch wenn ich deine Beweggründe sehr gut verstehe.

 

Natürlich werde ich mich durchsetzen, wenn es sein muss, nur eben jetzt... würde ich schon etwas sanfter und humaner vorgehen."

 

Dann musste ich doch etwas lächeln, bei Peters Worten und sprach weiter:

 

"Ich denke, ich werde sehr oft deinen Rat brauchen und ich danke dir, für dein Verständnis. Wenn ich dir irgendwie helfen kann, dann lass es mich aber bitte auch wissen."

 

Immerhin kannte ich Peters Geschichte nur zu gut, aber ich bewunderte ihn auch dafür, dass er sich nicht aufgegeben hatte, dass er immer noch kämpfte und der blieb, der er war.

 

"Ja, also, ich werd mich dann mal mit der CD beschäftigen und dann schauen, wie es weiter geht. Erst mal muss ich sowieso hier ankommen und mir einen Überblick über alles hier verschaffen."

 

Mit diesen Worten stand ich auf, ging um meinen Schreibtisch herum und legte Peter freundschaftlich meine Hand auf die Schulter.

 

"Wir schaffen das schon, okay", gab ich ruhig von mir und lächelte ihn aufmunternd an.

 

Auf Peter ließ ich nichts kommen, er war ein toller Kerl, an dem sich einige noch eine Scheibe abschneiden konnten... ja, auch ich.

 

*-*-*

 

Genau in diesem Moment klopfte es hektisch an der Tür.

 

''Danke, Kaine'', sagte Smith noch, bevor er ein ''Herein'', verlauten ließ.

 

''Sir'', keuchte ein junger Rekrut, ''Anska... Er ist aufgewacht, Sir...''

 

Erleichtert atmete Smith aus und mit einem Mal schien die ganze Anspannung von ihm zu fallen. Er musste sich arg beherrschen nicht loszuheulen.

 

''Aber...'', kam es vom jungen Rekrut, immer noch nach Atem ringend, da er wohl die ganze Strecke hierher gerannt war.

 

''Aber was?... Um Himmels Willen, sagen sie schon'', kam es nun wieder etwas schroff von Smith.

 

''Er will aufstehen und sich den Anweisungen widersetzen. Schon mehrere Männer versuchen ihn in Schacht zu halten. Es besteht die... Es besteht die Gefahr, das Nähte aufgehen'', kam es von dem jungen Mann und erst jetzt bemerkte er, dass er das Salutieren total vergessen hatte und tat es nun, natürlich auch gerade, wegen des Majors.

 

''Nein, nein, das kann doch nicht wahr sein'', schimpfte Smith und griff nach dem Hörer, ''Haben diese Ärzte denn noch immer nichts gelernt. Die Wunde müsste längst verheilt sein.''

 

Dabei wählte er die Nummer der Station und wurde schlagartig wieder ernst.

 

''Geben sie mir den zuständigen Arzt. Sofort!'', hörte man Smith wettern, ''Ja, hier Oberleutnant Smith. Machen sie den Verband ab, diese Säure der Aliens ätzt zwar, ist aber auch wie eine Wunderheilung. Erinnern sie sich nicht mehr an meine Beine damals?

 

Was heißt hier überall sei Blut... Das muss woanders herkommen. Vielleicht von Blutkonserven? Versuchen sie ihn ohne Betäubungsmittel zu beruhigen. Ich bin gleich da.''

 

''Ach, wenn man nicht alles selber macht. Sie sehen Major Sewering, auch ohne Angriffe von Aliens hat man manches Mal nur Arbeit, da einige Männern einfach unfähig sind'', wand er sich an seinen Freund und Salutierte zum Gehen.

 

''Rekrut, sie schieben diesen Rollstuhl nun zügig rüber.''

 

*-*-*

 

"Nichts zu danken", gab ich noch von mir, als dann auch schon der Rekrut herein gerannt kam und erzählte was los war. Ich war nicht beleidigt, dass er nicht sofort vor mir salutierte... das war mir egal... dennoch musste ich innerlich grinsen, als er es dann nachholte.

 

Ich hörte mir dann mit an was los war, aber ich konnte mich darum jetzt nicht kümmern, denn ich hatte andere Aufgaben zu erledigen, zudem mich Anska eh nicht kannte und wohl kaum auf mich hören würde.

 

Also salutierte ich ebenfalls vor Peter und dem Rekruten, dann verließen beide das Zimmer und ich schloss hinter ihnen die Tür.

 

Erst mal atmete ich jetzt auf, schüttelte aber den Kopf über all das, was ich gehört hatte.

Nun konnte ich sehr wohl verstehen, dass Peter so schroff sein musste. Wenn ich mich hier zu sanft und human geben würde, würden sie mich hier wahrscheinlich eher auslachen...

 

Sollte ich also doch besser den Harten markieren?

 

Ob ich das konnte... ich wusste es nicht.

 

Dann aber setzte ich mich wieder an den Schreibtisch, schaltete den PC an, nahm die CD und legte die in den PC ein, dann drückte ich auf Wiedergabe und schaute mir an, was auf der CD zu sehen war.

 

Meine Augen weiteten sich und ich wusste nun, dass Peter Recht hatte, das hier durfte nicht nach Außen dringen und die da oben mussten davon tatsächlich auch nichts wissen.

 

Da ich ein photographisches Gedächtnis hatte, konnte ich mir alles sehr genau einprägen. Erst als die CD zuende war, entnahm ich diese wieder und steckte diese in meine Jackentasche.... denn so wollte ich sie hier doch nicht liegen lassen.

 

Dann kümmerte ich mich um alles andere, das offensichtlich liegen geblieben war.

 

Irgendwie müsste ich mich ja wohl auch noch hier umschauen, damit ich wusste, wo sich was befand.

 

Aber alles zu seiner Zeit...

 

*-*-*

 

Keine Ahnung wie viele Männer mich mit aller Gewalt versuchten an dieses Bett zu fesseln. Doch mir fehlte noch die Kraft sie von mir zu stoßen. Meine Kehle brannte und mein nicht vorhandener Arm schmerzte.

 

Tatsächlich hatte ich jetzt schon Phantomschmerzen. Na super.

 

''Gut jetzt'', hörte ich den Arzt erneut sagen, ''Lasst von ihm ab. Ich möchte mir deinen Arm ansehen, Anska.''

 

Wirklich wurde von mir abgelassen und ich leckte über meine trockenen Lippen. Mit einem Mal schien der Arzt aufmerksamer zu sein.

 

''Schwester bringen sie etwas Wasser'', gab er Anweisungen, ''Der Oberleutnant wird gleich hier sein. Solange bitte ich sie sich zu gedulden, Anska.''

 

So war das also, Peter steckte dahinter.

 

Endlich hatte der Arzt es geschafft den Verband zu lösen und wickelte ihn ab. Sein Gesicht sprach Bände und dann schaute er sich an, wo die Schläuche von den Blutkonserven drin gesteckt hatten.

 

''Nehmen sie alles ab und verbinden sie das. Die Blutkonserven sollten, sofern sie nicht direkt Bäume ausreißen wollen, ausreichend sein'', gab er dann zu verstehen.

 

Die Schwester stand nun mit einem Glas Wasser da, was ich hastig runterstürzte und laut ausatmete. Eine andere Schwester kümmerte sich darum, dass ich nichts mehr vollblutete.

 

''Kann ich noch mehr Wasser bekommen?'', waren meine ersten Worte.

 

''Sicher. Bringen sie eine ganze Karaffe her'', kam es von dem Arzt und die Schwester ging erneut fort.

 

Die anderen Männer verschwanden und nur einen Wimpernschlag später rollte Peter Smith in das Krankenzimmer. Den Rekrut hatte er vor der Tür zurückgelassen.

 

Sein Blick schien erleichtert, als er mir ins Gesicht sah und dennoch wand er sich erst an den Arzt, den er zurechtwies.

 

Nachdem die Schwester das Wasser gebracht hatte, schickte Peter den Arzt raus und setzte seine Mütze ab. Ein Lächeln legte sich auf seine Lippen und er rieb sich die Augen, in denen sich Tränen gebildet hatten.

 

''Du musst schon zu mir kommen, mein Junge, damit ich dich in den Arm nehmen kann'', schluchzte er.

 

Ja, er konnte schlecht aufstehen und mich drücken.

 

Es waren nur zwei Schritte, aber die schaffte ich man geradeso. Eher ruppig plumpste ich auf seinen Schoß, was wirklich komisch aussehen musste, da ich ja nun kein kleiner Junge mehr war.

 

Liebevoll nahm er mich in den Arm und druckte mich, wobei ich ihn schmerzverzogen ansah.

 

''Kannst kaum gehen. Willst aber nicht hierbleiben. Du warst schon immer ein Kämpfer'', meinte Peter zu mir und als ich seine Tränen sah, musste auch ich weinen.

 

Eine Weile später, als wir uns beruhigt hatten, stand ich wieder auf und hielt mich an einem nebenstehenden Stuhl fest. Peter rief den Rekruten rein, der mich wohl im Rollstuhl fahren sollte, was ich ablehnte.

 

Also schickte Peter diesen wieder weg und ließ Ben rufen.

 

''Der große Anska zeigt keine Schwäche, was. Lass dich von deinem Freund heile abliefern und sei lieb zu dem Arzt, wenn er nach dir sehen will'', mit diesen Worten verabschiedete sich Peter von mir. Er würde sich bestimmt nun ausruhen wollen, nachdem er den Arzt noch einige Anweisungen gegeben hatte.

 

Wenig später fiel mir mein Freund Ben um die Arme, der Kevin im Schlepptau hatte. Sie sahen beide etwas verschlafen aus und brachten mich stützend in mein Zimmer, wo ich mich sicherlich besser erholen würde.

 

*-*-*

 

Au man, wie sollte ich das alles hier schaffen? Langsam bekam ich Zweifel, ob ich wirklich der richtige für diese Aufgabe war.

 

Vielleicht hatte Peter in mir mehr gesehen, als ich war. Sicher, ich hatte meinen Rang und ich wusste auch genau, was zu tun war... aber irgendwie fühlte ich mich leicht überfordert.

 

Wie sie alle es hier so lange schon ausgehalten hatten, war und blieb mir ein Rätsel.

 

Da ich mir das Gelände hier eh anschauen wollte, ließ ich die Arbeit erst mal sein und verließ das Zimmer.

 

Schließlich brauchte ich ja auch ein eigenes Zimmer und das wollte ich mir nun suchen und mich hier ganz nebenbei ein wenig umschauen, wenn ich hier schon zwangsweise her versetzt worden war.

 

Also ging ich den langen Gang entlang, meine beiden Wachen nahm ich selbstverständlich mit mir, und erreichte so auch den Außenbereich, wo ich mich erst mal umschaute.

 

Jemand, der mir gerade entgegen kam, stellte ich mich ihm vor, fragte ihn wo sich die Quartiere befänden und er gab mir Auskunft, nachdem er vor mir salutiert hatte.

 

"Major Sewering, für sie wurde schon ein Zimmer hergerichtet, wenn sie mir bitte folgen wollen", sprach der Rekrut sichtlich nervös.

 

"Danke", gab ich ein wenig forsch von mir... auch wenn ich es eigentlich nicht wollte, da der Rekrut sehr nett gewesen war.

 

So machten wir uns auf den Weg zu meinem Zimmer...

 

*-*-*

Endlich in meinem Zimmer angekommen,ließ ich mich auf meinem Bett nieder.

 

''Geht es dir wirklich gut und brauchst du auch wirklich nichts?'', wollte Ben verunsichert wissen.

 

''Ab und an einen zweiten Arm vielleicht'', lächelte ich ihn an und merkte, dass ihm gar nicht zum Scherzen war, ''Sonst aber nichts. Danke, ich habe nun alles, was ich brauche.''

 

Kevin legte seine Hand auf Bens Schulter und meinte dann zu mir: ''Wir sind dir gerne eine Stütze und wenn wir dir den Arm ersetzten können, werden wir es tun.''

 

''Nun macht mal keinen Staatsakt daraus. Ich lebe noch und mir geht es gut. Morgen sehen wir weiter. Lasst mich nun ein wenig schlafen, bitte und danke für alles'', meinte ich und meine Freunde verließen den Raum.

 

Sicher würden sie rüber zu Ben gehen und ich konnte nun versuchen in aller Ruhe zu schlafen. Allerdings liefen bevor ich in den Schlaf fiel, doch noch ein paar Tränen über meine Wangen. Viel zu schmerzvoll war alles gewesen und ich wusste noch nicht genau, wie ich damit umgehen sollte.

 

Unterdessen hatte auch Peter Smith sein Zimmer erreicht und erneut den Tränen freien Lauf gelassen. Er wusste wie schmerzvoll die Erfahrung war einen Körperteil zu verlieren. Warum musste so ein Schicksal immer die Falschen treffen?

 

Eine Weile später, als er sich beruhigt hatte, ging auch er schlafen. Alle Posten waren besetzt und im Falle eines Angriffs würde Meldung gemacht werden.

 

*-*-*

 

Mein Zimmer erreicht wurde mir von dem jungen Rekruten der Schlüssel ausgehändigt... da war ich offenbar gerade auf den richtigen gestoßen... gut.

 

"Sie dürfen jetzt wegtreten!", sprach ich befehlend.

 

"Jawohl, Major Sewering", dann ging der Rekrut seines Weges.

 

Sogleich wand ich mich dann an meine Wachen und befahl ihnen: "Und ihr bleibt vor dem Zimmer stehen und lasst niemanden hinein... außer ich will es so!", beide nickten, dann sperrte ich die Tür auf und betrat das Zimmer, hinter mir die Tür schließend.

 

Das Zimmer war ganz gut eingerichtet und es war sehr sauber und ordentlich. Hierher konnte ich mich zurückziehen... gut.

 

Das Zimmer verließ ich kurze Zeit später wieder.

 

"Fähnrich Jackson, sie bleiben hier stehen und lassen niemanden hinein! Und sie, Fähnrich Bloom, kommen mit mir und helfen mir meine Sachen aus dem Büro zu holen!", beide salutierten, dann entfernte ich mich, mit Fähnrich Bloom aus dem Gebäude, ging hinüber zum Büro und holte meine Sachen ab, die meine Begleitung tragen durfte.

 

Mein Zimmer wieder erreicht, sperrte ich die Tür wieder auf, ließ mir meine Sachen geben und sprach zu beiden: "Sie haben jetzt Freizeit, bitte suchen sie ihre Quartiere auf."

 

Wieder salutierten beide, dann ließen sie mich allein und ich betrat mit meinem Gepäck das Zimmer, das ich hinter mir schloss.

 

Erleichtert atmete ich auf, stellte mein Gepäck auf dem Boden ab, ließ mich auf das Bett fallen und starrte gedankenversunken an die Decke.

 

Es war alles sehr viel, denn genau genommen hatte ich so noch nie, seit meiner Beförderung, die Befehlsgewalt und so hatte ich nun schon mit einer leichten Unsicherheit zu kämpfen.

 

Sonst hatte mir immer der General, mit dem ich ebenfalls sehr gut befreundet war, zur Seite gestanden, hatte mir hier und da den einen oder anderen Tipp gegeben... aber nun war ich auf mich allein gestellt. Sicher, Peter war auch hier und ihn könnte ich auch fragen, wenn es nötig wäre, aber hatte er nicht auch genug mit sich zu tun...

 

.hatte er mich nicht extra deswegen, weil er so viel zu tun hatte... weil er etwas kürzer treten wollte, hierher beordert....?

 

Ich musste sicherer werden, sonst würden sie mich hier auf gar keinen Fall akzeptieren... und schon gar nicht respektieren.

 

Irgendwie würde ich das schon hinbekommen...

 

*-*-*

 

Wie jeden Morgen wurde ich von den Trompeten draußen auf dem Hof geweckt. Beinahe unfähig vor Schmerzen mich zu bewegen, schaffte ich es irgendwie aufzustehen.

 

Noch etwas benommen, nahm ich ein Klopfen an meiner Tür war und schon steckte Ben seinen Kopf durch die Tür rein. Er war wie immer früh hoch und kam, ohne weiteres fragen hinein.

 

''Morgen'', war alles was er sagte und was ich erwiderte.

 

Eine kleine Schachtel reichte er mir mit Schmerztabletten und füllte sogleich ein Glas Wasser.

 

''Später möchtest du zum Arzt kommen, er möchte dich untersuchen'', erklärte er.

 

''Wie viele darf ich maximal?'', fragte ich und Ben schaute mich erstaunt an.

 

Ich gab selten klein bei, aber jetzt brauchte ich ein wenig was, um diese Schmerzen zu betäuben.

 

''Nicht mehr wie zwei und maximal sechs am Tag'', kam es als Antwort und ohne zu Fragen kramte Ben meine Anziehsachen raus.

 

Sicher, wenn er gefragt hätte, hätte ich womöglich darauf bestanden, mich alleine anzuziehen. Das musste ich ihm lassen, er wusste wie ich tickte.

 

Nachdem ich die Tabletten genommen und mich weitestgehend alleine gewaschen und angezogen hatte, half Ben mir mit dem Rest. Nebenbei erzählte er mir vom Major Kaine Sewering und machte mich ein wenig neugierig auf ihn.

 

''Der Rest geht schon. Bei der Rüstung werde ich später Hilfe brauchen'', meinte ich zu Ben, als ich fast fertig war.

 

''Gut, dann sehen wir uns später. Wie ich dich kenne, holst du dir nur einen Kaffee'', zwang Ben sich ein Lächeln ab und ich nickte.

 

Der Blick in den Spiegel war sehr komisch für mich und als Ben gerade raus wollte, meinte ich: ''Es sieht so fremd aus...''

 

Ich konnte genau hören, wie Ben schluckte, bevor er den Raum verließ.

 

Eine halbe Ewigkeit starrte ich mein Spiegelbild an und versuchte es so hinzunehmen. Natürlich dachte ich nicht im Traum daran mich zu schonen. Meine Rekruten musste trainieren und das würde ich ja wohl noch hinbekommen.

 

Also ging ich und holte mir einen Kaffee, bevor ich mich auf den Weg ins Hauptquartier machte, wo Peter bereits tätig war. Er fing immer früh an, bevor er sich eine Pause gönnte.

 

Doch heute schien er eher, die Arbeit aufzuteilen, anstatt selber zu arbeiten. Da sich sonst noch Niemand hier befand, ließ ich das salutieren sein und begrüßte ihn so.

 

''Schon so fleißig?''

 

''Mensch Jung. Musst du mich so erschrecken?'', zuckte Peter zusammen, ''Wieso bist du nicht im Bett? Du glaubst wohl kaum, dass ich dich die Rekruten trainieren lasse. Das können sich auch Ben und Kevin aufteilen.''

 

''Nichts da. Das sind meine Männer. Ich werde wohl kaum im Bett bleiben. Schließlich habe ich nichts mit den Beinen'', meinte ich und merkte zu spät, wie verletzend das für Peter sein musste.

 

Er schwieg und winkte ab: ''Wie du meinst. Man kann dich ja unmöglich festbinden.''

 

Kurz plauderten wir noch über belangloses und ich trank meinen Kaffee. Dann machte ich mich auf den Weg zu den Trainingsräumen.

 

Die Kabine für die Leutnants war mir sehr vertraut und dennoch stand ich vor meinem Schrank. Im Nebenraum konnte ich die Rekruten reden hören. Zwar verstand ich nicht, was sie sagten, aber es war sehr laut.

 

Dann kam auch Kevin in den Raum.

 

''Guten Morgen. Willst du das nicht erst mal noch uns überlassen?'', kam es zaghaft von ihm.

 

Als Antwort öffnete ich meinen Schrank und begann mich anzuziehen.

 

''Warte, ich helfe dir'', hörte ich ihn sagen.

 

''Finger weg. Ich kann das alleine'', brummte ich.

 

Beleidigt zog Kevin seine Rüstung an und begab sich zu seinen Rekruten Ben kam, packte er mit an, ohne ein Wort zu sagen.

 

Sicher hatte ich Kevin unrecht getan, aber irgendwie kam ich mir so hilflos vor.

 

Endlich saß die Rüstung und Ben begann nun seine anzuziehen. Mein Schwert stand im Schrank und ich öffnete diesen, da ich es herausnehmen wollte. Ruckartig ging die Spitze zu Boden, als ich es in der linken Hand hielt.

 

Es war schwerer und größer als die anderen Schwerter und ich hatte das unterschätzt.

 

Jetzt wo ich ein zwei Schritte machte, schliff die Klinke über den Boden und Ben starrte mich erschrocken an. Mein Blick wurde leer und ich ließ das Schwert fallen. Da ich nichts mit den Beinen hatte, hätte ich mich durchaus danach bücken können, nur war Ben schneller.

 

Er führte ein etwas leichteres Schwert als ich und dennoch konnte er meines problemlos halten.

 

''Ich kann es nicht heben'', war das einzige, was ich von mir gab.

 

*-*-*

 

Irgendwann war dieser erste Tag für mich zuende gegangen und ich hatte mein Zimmer an diesem Tag nicht mehr verlassen. Mein Gepäck hatte ich ausgepackt und ordentlich verstaut, alles auf Kante und dorthin wohin es gehörte... gelernt ist eben gelernt.

 

Zum Essen war ich ebenfalls nicht gegangen, mein Magen war einfach zu, bei allem was ich gesehen und gehört hatte. Am Abend war ich nur noch müde ins Bett gefallen und sogleich eingeschlafen.

 

Zwar hörte ich am anderen Morgen die Trompeten, aber dies betraf mich ja nicht, dennoch stand ich auf, machte mich fertig und verließ dann mein Zimmer. Mein Weg führte mich zunächst in die Kantine, wo ich mir nur einen Tee nahm und meinen Weg dann ins Hauptquartier fortsetzte. Unterwegs kam mir ein Leutnant entgegen, den ich kannte... es war Anska und ich wunderte mich, dass er schon wieder auf den Beinen war. Klar, er war ja auch nicht klein zu kriegen. Er erkannte mich natürlich nicht. Nun, vielleicht hätten wir ja irgendwann die Ehre uns kennen zu lernen.

 

Aber alles zu seiner Zeit.

 

Schließlich erreichte ich das Büro und betrat es sogleich.

 

"Guten Morgen, Peter.", begrüßte ich meinen Freund, den ich dort antraf und der schon sehr beschäftigt war.

 

"Was tust du denn so früh schon hier? Ich denke, ich soll dir helfen.", fügte ich freundlich hinzu und stellte meinen Tee auf den Schreibtisch.

 

Irgendwie fühlte ich mich ziemlich nutzlos hier und fragte mich allen Ernstes, was ich hier sollte.

 

Eine Hand auf Peters Schulter legend, sprach ich aus, was ich dachte:

 

"Peter, wenn du doch hier alles allein tust... was soll ich dann hier, hm? Ich fühle mich ziemlich nutzlos. Ganz ehrlich, ich könnte meine Zeit auch anders verbringen.

 

Ich werde hier, mehr oder weniger, ignoriert... außer von dir natürlich... so dass ich gedenke doch wieder abzureisen. Ihr habt doch eh alles im Griff, da habe ich hier nichts verloren. Sie werden mich hier weder akzeptieren noch respektieren, also werde ich morgen abreisen. Es sind deine Truppen... deine Jungs... nicht meine...", mit diesen Worten übergab ich Peter die CD und fügte hinzu: "Keine Sorge, dein Geheimnis ist bei mir gut aufgehoben. Niemand wird etwas von mir erfahren."

 

Einen Schluck Tee trank ich und schaute in den Becher: "Verzeih mir meine offenen Worte, aber es ist das was ich denke und fühle... und... sehe. Ich werde dem General erklären, warum ich hier nichts verloren habe und ich glaube, dass er mich verstehen wird. Machs gut, Peter."

 

Mit meinen letzten Worten an meinen Freund, setzte ich mich in Bewegung, ging zur Tür und legte meine Hand auf die Klinke...

 

*-*-*

 

Erstaunt schaute Peter seinen Freund an und die CD, die er in den Händen hielt zitterte ein wenig.

 

''Verzeih mir, Kaine'', sprach er ruhig und bewusst persönlich seinen Freund an, ''Ich war eben dabei die Papiere zu sortieren und hatte nicht vor, sie zu bearbeiten. Lass mich dir bitte alle vorstellen. Gib mir Zeit, alles für dich zu regeln. Es war nie geplant, dass du so schnell hier bist.

 

Sonst hätte ich alles schon vorsorglich vorbereitet für dich.

 

Bitte, ich möchte dir Anska vorstellen und du sollst sehen, wie die Rekruten trainiert werden. Es muss eine neue Taktik durchdacht werden, da wir ein Alphaweibchen getötet haben.

 

Ein paar Tage, mehr will ich nicht. Wenn du dann immer noch so denkst, halte ich dich nicht.''

 

Damit hatte Peter nicht berechnet und es tat ihm weh, seinen Freund so behandelt zu haben. Er hatte geglaubt, dass der Major an seinem ersten Tag Ruhe bräuchte und müde sei von der Anreise. Genau deshalb hatte er nichts weiter gemacht.

 

Unterdessen starrte Ben mich an und wusste sich keinen Rat. Es klopfte an der Tür und ein Rekrut stand davor.

 

''Du hast zu tun'', kam es von mir, an Ben gerichtet.

 

Meine Rekruten rechneten sowieso noch nicht mit mir, weshalb es nicht schlimm war, dass ich jetzt wieder ging. Ben kümmerte sich um sie und ließ sie trainieren. Er ging einfach zwischen den Räumen hin und her.

 

Ich wusste erst mal nicht wohin. In voller Montur ging ich die Brücke entlang und fragte mich, welchen Sinn alles hier noch für mich hatte. Es war windig heute und meine langen lichtblonden Haare wehten umher.

 

Wie von selbst führte mich mein Weg ins Hauptquartier, wo ich ein wenig verloren vor der Tür stand und nicht wusste, ob ich wirklich klopfen sollte. Von drinnen hörte ich Stimmen. Es musste der Major sein und Peter vernahm ich.

 

*-*-*

 

Als Peter nun seinerseits diese Worte an mich richtete blieb ich abrupt stehen, drehte mich aber noch nicht um, hörte erst mal was er mir zu sagen hatte, beließ aber noch die Hand auf der Türklinke.

 

Ich drehte mich, aber irgendwann doch langsam um, die Hand immer noch an der Klinke, und schaute meinen Freund an.

 

"Ist schon okay, Peter. Ich verstehe dich sehr gut. Du hast ja, mit allem auch recht. Ich mein, als ich gestern hier ankam, hattet ihr alle große Sorgen um Anska, da ist das alles schon verständlich. Nur, wie stellst du dir das vor? Was soll ich hier tun? Nur alles überwachen, Schlachtpläne entwerfen... und die Schreibtischarbeit erledigen?

 

Ich mein, bisher seid ihr gut ohne mich ausgekommen... aber gut, ich werde mir alles anschauen und dann erneut entscheiden. In Anbetracht dessen, dass du dir sicher auch etwas Ruhe verdient hast und unserer Freundschaft, bin ich gewillt meine Entscheidung noch einmal zu überdenken", sprach ich ruhig zu meinem Freund.

 

"Dass ich so schnell hier bin, hat der General gewollt, denn er meinte du bräuchtest hier dringend Hilfe. Na ja, nun bin ich eben da und wir werden schon irgendwie das Beste draus machen, nicht", musste ich noch los werden, als ich eher versehentlich, die Türklinke runter drückte und die Tür somit öffnete.

 

Einen Moment musste ich mich sammeln, dann sah ich jemanden an der Tür stehen und musste innerlich grinsen.

 

"Na, wenn das mal nicht Leutnant Anska Blue ist", kam es freundlich von mir: "Ich bin Major Kaine Sewering und es freut mich sie kennen zu lernen, Leutnant Blue. Sie wollten sicher gerade zum Oberleutnant", meinte ich, dann gab ich die Tür frei, blieb aber noch an der offenen Tür stehen.

 

*-*-*

 

Eben noch am Lauschen, zuckte ich nun doch zusammen, als die Tür aufging. Herrje, hatte ich mich erschreckt. Ich schaute in ein weiblich anmutendes Gesicht, geziert von braunen Augen, in denen ich mich beinahe verloren hätte.

 

Ohne den Major weiter zu kennen, spürte ich gleich eine Verbundenheit zu ihm oder war es einfach nur seine ruhige Art, die nicht jeder hatte und die im Moment extrem auf mich wirkte?

 

Sicher hatte ich hier nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich auf Männer stand und dennoch nie Sex mit irgendwem gehabt, wie es unter manchen Rekruten üblich war, da die Anzahl der Frauen hier sehr rar war.

 

Vielleicht hatte ich immer auf so Jemanden gewartet. Aber was dachte ich denn da, mit einem Mal war ich mir meines Auftretens nicht mehr sicher. Also zupfte ich erst meinen Umhang zurecht, so dass dieser über meinen fehlenden Arm hing, als wollte ich verstecken, was sowieso schon jeder wusste.

 

Erst dann salutierte ich, ungewohnterweise mit der linken Hand und grinste aber direkt kurz, da ich nicht so stehen blieb. Immerhin war ich in der Hinsicht recht locker, außerdem hatten Peter und der Major sich eben auch geduzt und waren locker mit einander umgegangen.

 

''Major Kaine Sewering. Die Freude ist ganz meinerseits. Aber bitte, sagen sie Du, alle nennen mich Anska'', hatte ich gleich eine Bitte und konnte den Blick nicht von ihm nehmen.

 

Dass Peter breit grinste, bekam ich also nicht wirklich mit. Scheinbar hatte er geahnt, dass ich gefallen am Major finden würde.

 

''Ähm, zu Peter... ja...'', signalisierte ich die Worte vom Major.

 

Erst jetzt schaute ich zu Peter rüber, der schlagartig ernst wurde und mich besorgt ansah.

 

''Ich bekomme mein Schwert nicht gehoben'', seufzte ich und Peter kam zur Tür rüber gerollt.

 

''So was dachte ich mir schon. Dir fehlt das Gegengewicht, da die Schwerter, vor allem deines, sehr schwer sind. Vielleicht kann der Professor da ja etwas basteln. Deine Rüstung mit einem Gegengewicht ausstatten oder so... Du solltest ihm einen Besuch abstatten'', meinte Peter ruhig, da er scheinbar damit gerechnet hatte.

 

Dann blickte er zu dem Major rüber und grinste wieder: ''Nimm Kaine doch einfach mit. Den Professor musst du kennenlernen. So etwas verrücktes hast du noch nicht erlebt, Kaine. Außerdem brauche ich hier noch etwas und dann werde ich dich in alles einweisen. Keine Widerrede! Ab mit euch.''

 

Etwas verwirrt schaute ich Peter an, da er uns wie seine Kinder behandelte. Bei mir kannte ich so was ja. Scheinbar kannte er den Major besser, als ich dachte.

 

Irgendetwas in mir sagte mir, dass Kaine nicht wegen Peter hier war... zumindest nicht nur.

 

*-*-*

 

Ähm... hatte ich irgendwas nicht mitbekommen?

 

"Ich... ähm... ja, okay.", gab ich nur von mir, wusste nicht was ich tun oder sagen sollte, nickte nur noch und schaute Anska an, der mich irgendwie seltsam anschaute, worauf ich mir keinen Reim machen konnte.

 

So verließ ich dann schon mal das Zimmer, wartete auf dem Flur, auf Anska, der noch immer Peter anschaute und wahrscheinlich genauso verwirrt zu sein schien, wie ich.

 

"Jawohl, Herr Oberleutnant Smith.", gab ich nun doch noch von mir, weil es mich schon ein wenig nervte, dass mir Peter einfach so sagte, was ich gerade zu tun hatte... auch wenn ich wusste und auch hörte, dass er es gut und nicht böse meinte.

 

Dennoch nahm er mir damit schon irgendwie meine Autorität und das auch noch vor einem Leutnant... und ich Blödmann sagte nichts dazu, ließ es mir einfach so gefallen.

 

Es war ja nichts gegen Anska und ich begleitete ihn schon gern, aber allein, dass Peter meine Autorität untergraben hatte... konnte ich wahrscheinlich so nicht auf mir sitzen und würde mit ihm nachher drüber reden müssen. Denn so, das war Fakt, konnte er mit mir nun doch nicht umspringen... Freunde hin oder her...

 

"Na dann, gehen wir.", sagte ich zu Anska.... freundschaftlich lächelnd.

 

*-*-*

 

Erst als Peter hörte, was Kaine zu ihm sagte, merkte er, was er da wohl angerichtet hatte.

 

''Verzeihen sie Major Kaine, falls es eben zu privat geworden war. Natürlich ist es nur ein gut gemeinter Ratschlag gewesen. So was wird nicht wieder vorkommen, dass ich mit ihnen so rede'', kam es dann einsichtig von ihm und er salutierte.

 

Ich salutierte ebenfalls und begriff nun auch, dass es wohl etwas zu locker vor sich gegangen war und richtete mich zum Major.

 

''Jawohl, Major Sewering, gehen wir'', meinte ich und verließ mit ihm das Hauptquartier. Während des Weges ging ich ruhig neben dem Major her, wagte es nicht das Wort zu erheben, obgleich er so interessant auf mich wirkte.

 

Immerhin hatte er einen gewissen Rang und war mein Vorgesetzter.

 

Der Professor hatte sein Labor ganz am Ende des Militärgeländes. Er verließ es kaum, ließ sich Essen und Trinken stets bringen und werkelte an ständig neuen Sachen.

 

Es tat gut neben dem Major herzugehen und ich fühlte mich mit einem Mal größer, als ich war. Außerdem war es interessant ein neues Gesicht hier zu erblicken.

 

*-*-*

 

Peters Worte hatte ich zwar vernommen, aber ich würde später noch einmal in Ruhe mit ihm darüber reden. Auch wenn sie hier wie eine Familie waren, so musste ich mir meinen Respekt erst verdienen. Sicher, ich hatte zwar den Respekt schon aufgrund meines Ranges, aber wenn ich mir würde alles gefallen lassen, wäre das nicht unbedingt okay.

 

Ich pochte nicht unbedingt auf meinen Rang, wollte auch Teil dieser Familie werden, aber im Ernstfall mussten auch alle meinen Befehlen gehorchen... sonst gäbe es wohl viele Tote, was ich zu verhindern suchte.

 

Während Anska neben mir her lief schwieg er und ich konnte mir schon denken warum. So ergriff ich das Wort:

 

"Anska, du kannst ruhig mit mir reden, ich bin nur Major, kein Untier. Ich kenne dich übrigens schon eine ganze Weile, habe auch deine Ausbildung mitverfolgt und dich so weit wie möglich gefördert. Du bist ein sehr guter und starker Kämpfer, das bewundere ich an dir.", begann ich zu reden, da der Weg zum Professor offensichtlich sehr lang war.

 

"Du musst mich auch nicht mit Major Sewering anreden... sag einfach Kaine zu mir. Vorhin habe ich nur so schroff reagiert, weil ich nicht möchte, dass Peter meine Autorität untergräbt. Verstehst du das? Peter und ich, wir kennen uns schon ziemlich lange und es ist auch okay, dass wir sehr privat miteinander reden... dir biete ich es auch an... wenn du magst."

 

Während des langen Weges schaute ich immer wieder neben mich.... schaute Anska an. Hübsch war er und er tat mir leid, dass ihm so ein Unglück widerfahren war. Ich würde ihn nach allen Kräften unterstützen und alles in meiner Macht stehende tun, damit es ihm besser ging.

 

"Wenn ich irgendwann mal etwas für dich tun kann, Anska, dann lass es mich bitte wissen, okay.", musste ich unbedingt los werden und meinte auch was ich sagte.

 

*-*-*

 

Als Kaine das Wort ergriff und mir solch ein Kompliment machte, merkte ich eine kleine Charme der Verlegenheit in mir hochkommen. Dass er mir das Du anbot, fand ich gut und es machte ihn mir nur noch sympathischer.

 

Hatte ich also recht gehabt, mit dem Gedanken, dass Peter, Kaine alles über mich erzählt hatte. Also kannte er mich... wie er auch erwähnte.

 

''Danke'', meinte ich und lächelte leicht, was schon selten für mich war.

 

''Dann weißt du ja quasi alles über mich. Wie unfair. Ich weiß rein nichts über dich'', meinte ich nachdenklich, während ich neben Kaine herlief und geradeaus schaute.

 

''Wer weiß, vielleicht brauche ich deine Hilfe ja mal. Das gilt aber auch für mich, sofern ein Krüppel behilflich sein kann...'', kam es dann immer leiser werdend von mir.

 

Was sollte ich nur mit mir anfangen, wenn der Professor keine Lösung hätte? Fürs Büro war ich nicht gemacht.

 

''Aber vielleicht kannst du tatsächlich etwas für mich tun... Ben und Kevin haben eigentlich genug damit zu tun, ihre Leute zu trainieren und Peter möchte ich das nicht zumuten... Nur weiß ich nicht, ob es wegen deines Ranges etwas kurios ist'', wand ich ein.

 

Denn ich wusste nicht, wie ich sie trainieren sollte, ohne ihnen den richtigen Griff zu zeigen. Es wäre mir eine große Hilfe und Kaine hätte eine Aufgabe. Ich könnte ihn ja unterstützen und vielleicht so in seinem Schatten etwas Zeit mit ihm verbringen.

 

Zum ersten Mal hatte ich solche Gefühle und wusste nicht wie ich damit umgehen sollte.

 

''Wir sind gleich da, da hinten ist das Labor'', sagte ich dann.

 

*-*-*

 

Na endlich kam Anska aus sich heraus und unterhielt sich nun auch mit mir. Auch seine kurze Verlegenheit auf mein Kompliment bemerkte ich, aber ich sprach ihn nicht drauf an, sah aber auch sein hübsches Lächeln, das ich nur allzu gern erwiderte.

 

Was ich jedoch nach einer gewissen Zeit von ihm hörte, ließ mich abrupt stehen bleiben. Ich wand mich Anska zu, packte ihn an seinen Schultern, aber nicht zu fest, denn weh tun wollte ich ihm ja nun auch nicht, und sprach dann etwas strenger, aber mit sanfter Stimme:

 

"Jetzt hörst du mir mal zu, Anska: Du bist KEIN Krüppel! Hast du mich verstanden? Ich will so etwas nie wieder von dir hören, okay. Du bist ein toller Mensch, ein starker, sehr guter Kämpfer und ich erwarte von einem solchen Kämpfer, dass er die gleiche Sorgfalt auch seinem Leben widmet.

 

Ich glaube dir, dass du frustriert bist, denn es ist niemals schön so etwas erleben zu müssen, aber du kannst mir eines glauben, ich weiß ganz genau, wie du dich fühlst", um meinen Worten etwas Nachdruck zu verleihen, ließ ich von Anska ab, krempelte meinen linken Ärmel hoch und zeigte ihm meine künstliche linke Hand, die ich dann auch noch bewegte.

 

"Das hat mir einst mein Vater angetan, als er mir mit seiner Axt die Hand abschlug... und da war ich noch recht klein... sieben Jahre alt. Aber ich habe lernen müssen damit umzugehen und eines kannst du mir glauben, das war ein sehr schwieriger Prozess und ein langer, sehr steiniger Weg.

 

Ich sehe mich deswegen nicht als Krüppel, denn ich weiß was ich trotzdem leisten kann und schon geleistet habe", erzählte ich ruhig... eine kurze Pause folgte, dann fügte ich schmunzelnd hinzu: "So, nun weißt du auch etwas von mir."

 

Meinen Jackenärmel zog ich wieder runter und hörte dann, dass ich etwas tun könnte für Anska.

 

"Immer raus mit der Sprache, was kann ich für dich tun? Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um dir zu helfen, Anska, okay. Mein Rang ist dabei vollkommen nebensächlich... oder vielleicht sogar nützlich", willigte ich ein und schaute ihm sanft in die schönen hellblauen Augen.

 

Nur einen kurzen Blick zur Seite riskierte ich, als Anska meinte, dass wir das Labor gleich erreicht hätten, um dann wieder in seine hübschen Augen zu schauen und zu lächeln.

 

*-*-*

 

Ich zuckte zusammen, als Kaine mich an den Schultern packte. Erst jetzt merkte ich, dass die Schmerztabletten nachgelassen hatten, obwohl er nicht fest zupackte.

 

Sicher hätte ich seinen Worten nicht soviel Aufmerksamkeit gewidmet, hätte ich nicht seine Hand gesehen. Man sah gar nicht, dass sie nicht echt war. So gut war das gemacht. Sie verbannt sich perfekt mit seinem Arm.

 

Sein Lächeln war wunderschön und ich freute mich über seine Zusage mir helfen zu wollen.

Irgendwie hing ich an seinem Blick und schaute ihn immer noch an, als er in Richtung des Labors blickte. Erneut lächelte er und ich war wie hypnotisiert. Herrje, wenn er wüsste, was in mir vor sich ging, welch eine unbekannte Hitze in mir tobte.

 

''Na ja, ich kann mein Schwert nicht führen und den Rekruten somit keine Schwertzüge vormachen. Es wäre schön wenn wir zusammen arbeiten könnten...'', wagte ich es nun etwas kleinlaut, genauer zu werden.

 

Immerhin mussten die Rekruten jeden Tag ihre Moves üben, die ich bisher immer vorgemacht hatte. Auch hatte ich oft gegen sie gekämpft, um sie besser zu machen.

 

''Vielleicht bin ich im Moment wirklich etwas frustriert... Verzeih... Alles ist zu viel zur Zeit...'', meinte ich dann, wobei ich meinen Blick senkte.

 

Warum nur kam es mir vor, als würde ich Kaine schon ewig kennen. Gerade jetzt, wo ich das mit Kaines Hand wusste, schien es mir gar nicht so abwegig. Es wäre wirklich traumhaft, denn immerhin musste ich schon seit langem meinen Freunden dabei zusehen, wie glücklich sie miteinander waren, auch wenn Kevin oft eifersüchtig war, wegen mir, weil Ben sich so gut mit mir verstand.

 

*-*-*

 

"Selbstverständlich helfe ich dir, das habe ich dir doch versprochen und ich denke, dass ich das ganz gut hinbekommen werde. Also gehen wir erst mal zum Professor, okay", antwortete ich sanft und lächelte ihn liebevoll an.

 

Was noch so in Anska vor ging, davon ahnte ich nichts. Auch wenn es mich schon wunderte, dass er so an meinen Blicken hing. Nun, er schien sich eben einfach nur zu freuen, dass ich bereit war ihm zu helfen.

 

"Hey, es gibt nichts das ich dir verzeihen müsste, denn ich kann dich wirklich gut verstehen. Ich habe es auch nicht böse gemeint, bitte, verzeih mir, wenn ich dich zu hart angepackt habe... das wollte ich nicht... es tut mir leid.", fügte ich mit sanfter Stimme hinzu und lächelte ihn wiederum an, nachdem ich meinen Zeigefinger unter sein Kinn geschoben hatte und seinen Kopf ein wenig anhob, so dass ich ihm in seine tollen Augen blicken konnte.

 

Tatsächlich konnte ich ihn gut verstehen, denn ich hatte damals niemanden, der mir half... alles musste ich allein bewältigen... niemand war da der mir Trost spendete... aber Anska sollte es nicht so ergehen... er sollte alle Hilfe der Welt bekommen... und Trost, wenn er wollte.

 

Was in meiner Macht stünde würde ich für diesen tollen Mann tun... und nichts unversucht lassen... Anska war es absolut wert.

 

*-*-*

 

Kaines Worte taten mehr als gut und sein Zeigefinger unter meinem Kinn fühlte sich so vertraut an. Was war nur los mit mir? Sah ich mittlerweile Gespenster?

 

Es war, als gäbe es da eine Verbindung zwischen uns, so vertraut. Als wären wir bereits ein Paar. Nur hätten wir uns eben noch nicht geküsst oder der Gleichen. Bildete ich mir das alles nur ein oder empfand Kaine womöglich genauso?

 

''Ja, gehen wir zum Professor'', meinte ich und löste mich eher ungern aus dieser irgendwie vertrauten Pose. So gut hatte es sich angefühlt, Kaines Finger auf meiner Haut.

 

Dann erreichten wir das Labor und ich klopfte an die stählerne Tür, bevor ich eintrat.

 

''Willkommen, willkommen'', lächelte mich ein breites Lächeln eines sehr kleinen, etwas krumm laufenden Mannes mit wenig Haaren auf dem Haupt an, ''Schön Anska, ich habe bereits mit dir gerechnet und sie müssen der Major sein... Sewering, war der Name....''

 

Er salutierte, eher etwas ungekonnt und machte dann mit dem weiter, wo er vorher bei gewesen war.

 

''Einen Moment, einen Moment. Ich habe gleich Zeit... Das hier duldet keinen Aufschub...'', hörte man ihn säuseln.

 

Ich schaute Kaine an und machte hinter dem Rücken des Professors eine gewisse Handbewegung, die Kaine darauf aufmerksam machen sollte, dass ich den Professors für ein wenig übergeschnappt hielt.

 

Sollte er auch, solange er mir helfen würde können. Das Labor war übersät mit Tischen und Experimenten. Er schien nicht nur an einer Sache zu arbeiten.

 

*-*-*

 

Anska schien mich verstanden zu haben, und auch meine kurze Berührung seines Kinns, schien ihn nicht gestört zu haben. Noch ein kurzes Lächeln schenkte ich Anska, dann waren wir schon wieder auf dem Weg zum Labor.

 

Das Gebäude und schließlich auch das Labor erreicht, schaute ich den Professor erst mal etwas schräg an... aber ich wusste auch, dass er Anska sicher helfen konnte und begrüßte ihn deswegen auch sehr freundlich.

 

"Guten Tag, Herr Professor. Ja, ich bin Major Kaine Sewering... das ist richtig", erwiderte ich, musste aber in mich hineingrinsen, als er versuchte zu salutieren.

 

"Immer mit der Ruhe", gab ich hinzufügend von mir und schaute mich ein wenig um... währenddessen mir ein Schauer, nach dem Anderen über den Rücken lief.

 

Ja, so etwas ähnliches kannte ich bereits und spürte meine Hand mit einem Mal sehr deutlich, so dass ich sie in meine Jackentasche vergrub. Bilder von damals erschienen in meinem Kopf... die ich wohl niemals loswerden würde und die wie ein Film vor meinem geistigen Auge abliefen.

 

Ich behielt, wie gelernt, meine Fassung dennoch, auch wenn ich gerade sehr mit mir zu kämpfen hatte.

 

Ein Grinsen konnte ich mir trotzdem nicht verkneifen, als Anska eine bestimmte Handbewegung, hinter dem Rücken des Professors, machte, die ich sehr wohl verstand, da ich das ganz genauso sah.

 

Irgendwie, und für mich sehr untypisch, hatte ich gerade das unbestimmte Bedürfnis fliehen zu wollen... zu müssen... aber ich hatte, verdammt noch mal, versprochen zu helfen und ich hielt mich an mein Versprechen... ließ mir eben nichts anmerken.

 

Nicht umsonst hatte ich in so kurzer Zeit den Rang eines Majors erreicht und wollte auch noch den Rang eines Generals erreichen... wofür ich alles tat, hart arbeitete... auch an mir... auch über meinen Schatten sprang... notfalls über meine symbolische Leiche ging.

 

Seit ich meine Hand gewaltsam verloren hatte, hatte ich jeden verdammten Tag hart an mir gearbeitet... niemals aufgegeben und so würde ich auch jetzt nicht aufgeben. Wenn ich so auch noch jemandem, den ich sehr mochte, helfen konnte... umso besser.

 

Aufgeben... gab es für mich nicht.... war einfach keine Option für mich... niemals... aber auch Tränen gab ich mich niemals hin...

 

*-*-*

 

''So'', hörte ich den Professor sagen, ''Das hätten wir. Nun zu... Ja! Ganz genau... Ich arbeite da seit längerem an etwas und... allerdings konnte ich es noch nicht testen... zumindest nicht an einem Menschen... Es ist aber perfekt.

 

...Speziell auf dich abgestimmt... übrigens sehr schönes Modell haben sie da, Major.''

 

Dabei deutete er auf die Hand von Kaine und mir ahnte, was er wohl für mich hatte.

 

Dann zog er auch schon einen Vorhang beiseite, hinter dem sich ein Raum befand. Zu gut kannte ich solche Räume. Panzerglas und die Tür ließ sich nur von innen öffnen und schließen. Im inneren Befand sich ein Telefon zur Kommunikation.

 

Normalerweise benutze man solche Räume heute nicht mehr.

 

Hinter dem Glas befand sich ein Arm und ich zögerte nur kurz, bevor ich in den Raum hinein ging. Mit einem Mal ging die Tür hinter mir zu und mein Blick nach draußen, signalisierte mir, dass der Professor mich anwies, den Hörer abzunehmen.

 

Deshalb ging ich zur Wand und tat dieses.

 

''Also, wie bereits gesagt, an Menschen noch nicht getestet. Vielleicht ist es auch zu früh dafür. Wir sollten womöglich noch warten... Anska, der Arm wird sich mit ihren inneren Organen verbinden und es wird nicht mehr rückgängig zu machen sein.

 

Die Schmerzen...'', hörte ich ihn sagen, bis ich den Hörer hängen ließ.

 

Noch einmal schaute ich nach draußen, hinter die Scheibe und Kaine in die Augen. Erst dann hob ich meinen Schulterpanzer an und legte meine freie Schulter an den Arm.

 

Ein Rucken und Zucken wich durch meinen Körper und der Arm hing bereits an mir. Wenn es das schon gewesen sein sollte, gut.

 

Ich stand da, wie blöd und wollte schon nach draußen, Richtung Tür, als meine Knie vor Schmerzen nachgaben. Nach Luft schnappend und mich vor Schmerzen windend lag ich am Boden. Alles drehte sich und ich fragte mich, warum ich in diesem verfluchten Raum reingegangen war.

 

Blitze durchfuhren meinen Körper und die Umgebung schien zu brennen.

 

Irgendwer hämmerte gegen die Scheibe und ich konnte den Hörer des Telefons, nicht weit von mir, schwingen sehen. Was musste ich auch so ungeduldig sein. Eine ganze Weile verging, bis ich hoch kam und den Hörer griff.

 

''Öffne die Tür, Anska'', kam es etwas unbeholfen vom Professor, als hätte er Angst.

 

Müde und mit weichen Knien rappelte ich mich auf, immer der Wand entlang und zog am schweren Hebel, um die Tür zu öffnen.

 

*-*-*

 

Nun endlich sollte es wohl soweit sein, dass Anska geholfen werden würde, und als er schließlich diesen Raum betrat, ahnte... nein, wusste ich was gleich geschehen würde.

 

Jedoch hielt ich ihn nicht auf, auch wenn ich wusste, was er gleich durchmachte.

 

Des Professors Worte bezüglich meiner Hand überhörte ich und antwortete deswegen auch nicht drauf.

 

Genauso kam es dann auch und ich musste hilflos mitansehen, wie sich mein Freund quälte... so unglaublich quälte, dass es mir die Tränen in die Augen trieb, die ich jedoch erfolgreich unterdrückte... nein, keine Tränen... ihm würde es danach besser gehen... ihm wurde doch geholfen.

 

Ich kannte diese Schmerzen nur zu gut, nur war ich damals sehr viel jünger und kleiner als Anska jetzt... als ich das durchmachte.

 

Dieser Blick, mit dem mich Anska anschaute... ich würde diesen wohl niemals vergessen.

 

Aber ich blieb stark, auch wenn ich hart schlucken musste... aber da musste der Leutnant nun mal durch, so leid es mir auch tat und ich ihm gern auch noch diese Schmerzen abgenommen hätte.

 

Anska bewegte sich in Richtung Tür und ich ging auf den Raum zu... keine Angst... keine Tränen, nur mit dem unbändigen Willen Anska helfen zu wollen... zu müssen... erreichte ich die Tür des Raumes, die ich nun von außen mit Anskas Hilfe öffnete, indem ich den schweren Hebel runter drückte.

 

Die Tür öffnete sich und ich holte Anska da raus. Sacht hob ich ihn hoch und brachte ihn auf meinen Armen zu einer Liege, auf die ich ihn legte.

 

Gott, wie leid er mir in diesem Moment tat, vermag ich nicht in Worte zu fassen und doch blieb mein Gesicht ausdruckslos... beinahe schon hart und kalt... sonst hätte mich das alles hier wahrscheinlich in ein so tiefes Loch gezogen, aus dem ich nie wieder heraus gekommen wäre.

 

Mein Herz verkrampfte sich bei Anskas Anblick, weswegen ich sanft über seine Haare strich... tröstend.

 

"Es wird alles gut", hörte ich mich leise zu ihm sagen. "Du schaffst das... du bist stark... ich bin bei dir und helfe dir."

 

Gefühle, jeglicher Art, konnte ich mir nicht leisten... musste sie unterdrücken, sie nicht an die Oberfläche kommen lassen. Sonst würden sie mich zerstören... mich womöglich zu weich werden lassen... das aber durfte niemals geschehen...

 

*-*-*

 

Kaine hatte mich auf den Arm genommen und nur zu gerne schmiegte ich zaghaft an ihn. Er roch so verdammt gut und alles, was ich eben durchgemacht hatte, schien vergessen.

 

Leider legte er mich viel zu schnell auf eine Liege. Als jedoch seine Hand sanft über meine Haare strich, wusste ich gar nicht, wie ich reagieren sollte.

 

Der Professor stand schweigend da, als wollte er den schönen Moment nicht zerstören.

 

Die Schmerzen hatten bereits etwas nachgelassen und ich kuschelte mich ein wenig an Kaines Hand. Nur nicht zu viel, immerhin sollte es ja nicht allzu auffällig sein. Jedoch tat es mir jetzt gerade unwahrscheinlich gut.

 

Jetzt wollte ich aber meinen neuen Arm testen und versuchte ihn zu bewegen.

 

''Warum kann ich ihn denn nicht bewegen?'', wand ich ein.

 

''Anska, nur nicht zu ungeduldig... nicht ungeduldig sein... Ich sagte ja bereits, es wurde noch nicht ausreichend getestet... die Versuche die gemacht wurden, bei denen dauerte es meist eine Zeit, ehe sie die Gliedmaßen bewegen konnte. Bei manchen ging es auf Anhieb und bei anderen dauerte es eben... Zeit heilt bekanntlich alle Wunden, also üben wir uns in Geduld...'', hörte ich den Professor erzählen.

 

Er stand immer noch etwas Abseits da und schien nicht stören zu wollen. Dabei konnte ich mir denken, dass er mich untersuchen wollte. In seinem Gesicht spiegelte sich die Neugier und alle Geräte schienen bereit zu stehen.

 

Auf seine Aussage hin seufzte ich laut und lehnte mich an Kaine. Geduld war nicht meine Stärke. Ich hatte gehofft, es wäre jetzt alles vorbei.

 

*-*-*

 

Wenn ich doch nur etwas hätte tun können, aber ich konnte nicht, blieb stattdessen nur bei Anska stehen, der sich an mich lehnte und es anscheinend nicht erwarten konnte seinen Arm, zu bewegen.

 

Ich hielt mich weitgehend aus der Sache heraus, wollte meinem Freund eben nur beistehen, ihn trösten, wenn es notwendig wäre und er es wollte... und ganz offensichtlich wollte und brauchte er es sehr.

 

"Ich werde dem Professor mal kurz Platz machen, okay, Anska", sanft lächelte ich meinen Freund an, dann ließ ich ihn los und entfernte mich ein Stück von ihm, um den Professor an Anska heran zu lassen.

 

"Herr Professor... bitte, sie dürfen", sagte ich noch, dann schwieg ich wieder und schaute nur zu, was der Professor mit Anska tat... beinahe fühlte ich mich so, als würde ich ihn bewachen... damit ihm nur ja nicht weh getan würde.

 

*-*-*

 

Der Professor untersuchte mich ausgiebig und war sehr angetan von dem Ergebnis. Kaine blieb die ganze Zeit über bei mir und es war schön so.

 

Auch die nächsten Tage verbrachten wir oft Zeit miteinander. Da ich nicht viel machen konnte, half ich wo ich konnte, sofern es mit nur einer Hand ging.

 

Außerdem trainierte Kaine mit mir die Rekruten und ich erwischte mich dabei, wie gerne ich ihm zusah, wenn er das Schwert schwang. Dabei hatte ich immer wieder das Gefühl unsere Blicke würden sich absichtlich treffen und eine angenehme Spannung läge zwischen uns.

 

Peter hatte sich sehr zurückgezogen und übergab Kaine die Oberhand. Wir planten einen Angriff, an ein nahegelegenes Nest. Wobei wir nicht mal wussten, ob es noch bewohnt war, da wir ja ein Alphaweibchen erlegt hatten.

 

Zwar waren meine Phantomschmerzen weg, aber ich konnte meinen Arm immer noch nicht bewegen. Die Ungeduld fraß mich beinahe auf.

 

Es war Abend und die Sonne würde bald untergehen, als ich auf der Brücke etwas frische Luft schnappte. Still war es, da viele noch beim Essen waren. Irgendwie hatte ich noch keinen Hunger und würde wohl erst später etwas zu mir nehmen. Manchmal kotze mich das Essen hier an. Aber ich konnte ja schlecht in den nächsten Supermarkt gehen und einkaufen. Der war Kilometer weit entfernt.

 

Ein wenig träumte ich vor mich hin, als Kevin und Ben unten auf den Hof hinaustraten. Sie stritten miteinander. Zwar in einer leisen Weise, so dass ich sie nicht hören konnte, aber ihre Gesten sagten beinahe alles.

 

Bestimmt war Kevin mal wieder eifersüchtig auf mich, wie so oft.

 

Manches Mal dachte ich mir, man sah, dass die Zwei ein Paar waren, obwohl sie es nicht offen zeigen. Dann wiederum dachte ich, ich sah es nur so, weil ich von ihrer Beziehung wusste.

 

Verträumt schaute ich zu den Beiden hinunter und bekam kaum etwas um mich herum mich. Meine Schulter schmerzte etwas, weil ich verspannt war und so drehte ich meinen Kopf leicht gequält hin und her.

 

*-*-*

 

Da mit Anska alles okay zu sein schien, bis auf die Tatsache, dass er seinen Arm noch immer nicht gebrauchen konnte, was aber, meiner Meinung nach, normal war, da er sich sicher erst daran würde gewöhnen müssen.

 

Zwar hatten wir die nächsten Tage viel Zeit miteinander verbracht und uns so immer mehr angefreundet, aber so wirklich wohl fühlte ich mich hier dennoch nicht, obgleich ich jede Menge Aufgaben und somit viel zu tun hatte.

 

Peter hatte ich schon eine Weile nicht mehr so wirklich gesehen, nur einmal noch hatte ich ihm meine Meinung zu einem gewissen Vorfall gegeigt, danach war es wieder friedlich zwischen uns gewesen.

 

Trotzdem Anska und ich nun gut befreundet waren, versuchte ich doch immer mehr einen gewissen Abstand zu ihm zu halten, denn irgendwie spürte ich in seiner Gegenwart etwas, das von ihm ausging und von dem ich nicht wusste, was das war.

 

Immer mehr zog ich mich zurück, arbeitete allein, wenn es möglich war und wir nicht gerade die Rekruten trainierten.

 

In letzter Zeit war mir zudem alles etwas viel geworden. Hier Trost spenden, da gut zureden und dann auch noch arbeiten und trainieren. Ich konnte nicht mehr... auch wenn ich viel Arbeit gewohnt war, so fühlte ich mich jetzt etwas ausgelaugt und brauchte dringend Ruhe.

 

So würde ich wohl in den nächsten Tagen Heim fahren und mich ausruhen... es ging einfach nicht mehr.

 

Jetzt gönnte ich mir etwas Zeit, die ich draußen verbrachte und etwas über das Gelände schlenderte, wobei ich auch an der Brücke vorbei kam, wo ich Anska stehen sah, der offensichtlich zu träumen und den beiden streitenden Leutnants zuzuschauen schien.

 

Worum es bei ihnen ging, war mir egal und es interessierte mich nicht... hatte mich auch nicht zu interessieren.

 

Auf die Brücke ging ich zu und stellte mich nicht ganz so nahe zu Anska, wobei ich hinauf zu den Sternen schaute, dann den Kopf hängen ließ und seufzte...

 

*-*-*

 

Total in Gedanken versunken bemerkte ich Kaine erst gar nicht. Endlich hatten Kevin und Ben sich versöhnt und sogar kurz an den Händen gehalten. Nun waren sie wieder hineingegangen und ich schaute mich um.

 

''Oh Major'', kam es etwas verwirrt von mir und ich salutierte kurz. Ihn schien irgendetwas zu bedrücken, da mich sein Seufzen auf ihn aufmerksam gemacht hatte.

 

Langsam ging ich rüber zu ihm.

 

''Darf ich?'', fragte ich, als ich mich neben ihn stellte. Den ganzen Tag schon war er mir mehr oder weniger aus dem Weg gegangen und ich hatte bedenken, was mit den Gefühlen war.

 

Womöglich war es doch nur eine einseitige Sache und ich hatte mich da in etwas verrannt.

 

''Bedrückt dich etwas?'', fragte ich nach. Ich wollte ihn nicht auf das Ausweichen ansprechen, aber sein Gesichtsausdruck machte mir Sorgen. Dabei schaute ich ihn eine Weile an und versuchte herauszufinden, was los war.

 

Irgendwie wirkte er abgekämpft und müde. Mir fiel das Gespräch mit Peter ein, was er am Anfang gehabt hatte und ich hatte Angst, dass Kaine nicht mehr hier sein wollte.

 

''Du willst doch nicht etwa wieder fort?'', machte ich meinen Bedenken freie Luft, ''Seitdem du hier bist, war es zum ersten Mal seit langem nicht langweilig.''

 

Dabei sah ich auch hinauf zu den Sternen und lächelte ein wenig. Es waren so viele und man konnte jeden einzelnen ganz genau erkennen.

 

Ich war mir sicher, dass die Aliens von hier weg waren und wir die Nester leer vorfinden würden. Denn so viele Sterne hatte ich hier noch nie gesehen.

 

Vermutlich würden wir dann die Stützpunkt sowieso räumen und in einen anderen umziehen, wo es noch Aliens in der Nähe zu bekämpfen gab.

 

*-*-*

 

Nun stand Anska doch wieder bei mir, wie nicht anders zu erwarten. Aber gut, wir waren Freunde und so wunderte es mich nun doch, dass er vor mir salutierte. Na ja, wir waren hier in der Öffentlichkeit... da musste da ja so sein. Ich verstand es.

 

"Sicher darfst du, warum auch nicht", erwiderte ich kurz und knapp, aber nett und freundlich... wie immer eben.

 

Auf seine nächsten Fragen antwortete ich ihm:

 

"Mich bedrückt nichts. Ich bin nur etwas müde, das ist alles. Ich... ja... ich werde wohl in den nächsten Tagen nach Hause fahren. Ich kann einfach nicht mehr, verstehst du", sprach ich aus, was in mir vor ging.

 

Aber noch immer war ich ganz ich selbst... keine Gefühle... keine Tränen... nichts, obgleich es mir ganz und gar nicht gut ging, aber noch immer beherrschte ich mich.

 

"Mir ist in letzter Zeit alles etwas viel geworden. Trost spenden... zuhören, gut zureden... arbeiten... trainieren... ich weiß nicht mehr wo mir der Kopf steht... aber es hat bis jetzt ganz offensichtlich niemanden gekümmert, wie es mir geht. Natürlich nicht... denn ich lasse niemanden hinter meine Maske schauen... gebe mich keinen Gefühlen hin... sie könnten mich ja schwächen... keine Tränen... nichts. Aber ich lasse auch niemanden zu nahe an mich heran, so dass niemand wirklich weiß wie es in mir aussieht", gestand ich meinem Freund Anska nun ganz offen... mich noch immer beherrschend und sah dabei hinauf zu den Sternen, die so wunderschön am Himmel standen... und beinahe schon zu glitzern schienen.

 

Meine Hände stützte ich auf das Geländer und ließ meinen Körper nur einen Moment hängen... so als würde ich jeden Moment zusammenbrechen.

 

"Sorry, es tut mir leid... ich... habe kein Recht zu jammern... oder mich zu beschweren", fügte ich hinzu, erst dann stand ich wieder kerzengerade am Geländer und nahm auch meine Hände vom Geländer weg.

 

Meine Hände in meinen Jackentaschen vergrabend, schaute ich nun doch zu Anska, jedoch erwartete ich nicht viel, denn er hatte immerhin mit sich selbst genug zu tun.

 

*-*-*

 

Verstehend nickte ich und meinte: ''Deine Maske sitzt zu perfekt. Nicht mal ich habe etwas bemerkt, obwohl ich viel Zeit mit dir verbracht habe. Kümmern tut es mich durchaus, sonst hätte ich jetzt ja nicht nachgehakt. Denk bitte nicht so. Du hast mir so viel geholfen in letzter Zeit, da würde ich gerne für dich da sein, wenn du mich lässt.

 

Allerdings liegt es an dir allein, ob du dann deinen Gefühlen freien Lauf lässt.''

 

Sein Blick, wie er mich ansah. Ja, er war definitiv überarbeitet und dennoch stand er aufrecht.

 

''Ich kann auch nicht so gut Gefühle zeigen. Vielleicht ist es eben einfach der Beruf, der das mit sich bringt. Aber dennoch solltest du auch mal abschalten. Hier wird schon nichts abbrennen, solange du weg bist...

 

Du... kommst doch wieder, oder?'', kam es nun doch zögernd von mir.

 

Lässig lehnte ich mit meinem gesunden Arm am Geländer, während der andere schlaff herunterhing. Dabei stützte ich mich ab und schaute Kaine an.

 

In mir tobte eine so große Angst und dennoch war ich noch nicht so weit. Schließlich konnte ich mich schlecht an seinen Mantel klammern, um ihn zum bleiben zu überreden. Gerade wo ich genau sah, wie er die Auszeit brauchte.

 

Wenn ich einen Ort hätte, an den ich zurück könnte, würde auch ich ab und an mal raus wollen von hier. Manchmal kam ich mir wie ein Gefangener vor, ein Gefangener meiner selbst.

 

*-*-*

 

Ruhig hatte ich Anska zugehört und ebenfalls verstehend genickt. Also war ich perfekt... so wie ich immer sein sollte... aber eigentlich nie sein wollte.

 

Gefühle zulassen... zulassen, dass mir Anska half... konnte ich das denn?

 

Ich kannte nur zwei Gefühle... das Gefühl der Freundschaft und des gemocht werden und das Gefühl des Hasses... des abgrundtiefen Hasses... das ein sehr starkes Gefühl war. Ein anderes Gefühl, wie etwa Liebe... kannte ich nicht. Ich war nie geliebt worden und solche Gefühle machten mir inzwischen sogar Angst.

 

Nie hatte ich heraus gelassen, was in mir wirklich vorging... hatte alles immer nur geschluckt und gut verdrängt. Auch das Trauma, das ich als Kind erfahren hatte, war nicht gelöst... wie gesagt, ich hatte niemanden, der sich um mich gekümmert hat... mir Trost gespendet hätte... immer war ich irgendwie allein.

 

Angebliche Freunde hatte ich eine Menge und sie schienen mich auch immer irgendwie zu mögen... aber das war es auch schon.

 

"Ja, ich komme wieder", antwortete ich auf Anskas Frage, stellte ihm jedoch dann meinerseits eine Frage:

 

"Wie willst du mir denn helfen, hm? Und was sollte ich um Himmels Willen für Gefühle zulassen oder ihn womöglich freien Lauf lassen? Wo mir so viele Gefühle doch so vollkommen fremd sind und ich lediglich das Gefühl des abgrundtiefen Hasses kenne. Jedes andere Gefühl macht mir Angst.

 

Ich weiß, dass hier nichts anbrennt, wenn ich nicht da bin, immerhin habt ihr es ja auch eine ganze Weile ohne mich ausgehalten, auch so alles gut hinbekommen. Ich frage mich ohnehin, was ich hier zu suchen hatte.

 

Vielleicht werde ich dem General vorschlagen, dass er hierher kommt. Es wird sicher das Beste sein. Weißt du, wenn ich nicht so hart an meiner Karriere und an mir gearbeitet hätte, würde ich mich lieber aus allem hier zurückziehen... und mir vielleicht auch mal gestatten zusammen zu brechen... aber es geht nicht, ich muss funktionieren... egal wie schlecht es mir geht", waren meine Worte.. die schon ziemlich verzweifelt klangen... jedoch ließ ich keine Verzweiflung bei mir aufkommen.

 

Alles was ich war, was ich mir aufgebaut hatte, hatte ich ganz allein geschafft... und nun wollte mir Anska helfen... wo er doch mit sich selbst genug zu tun hatte. Er war schon ein toller Kerl... wie er da so lässig am Geländer lehnte und mich anschaute... hmm...

 

...aber ich konnte niemanden an mich heran lassen... es könnten ja Sachen zum Vorschein kommen, die mir womöglich noch immer weh taten... und vor Schmerzen aller Art... seien sie körperlich oder seelisch... fürchtete ich mich... seit damals, als man mir meine Hand genommen hatte...

 

*-*-*

 

In Ruhe hörte ich Kaine zu und war erstaunt über seine Offenheit. Doch was sollte ich ihm antworten? Alles schien so sinnlos, auch wenn ich mich freute, dass er wiederkommen wollte.

 

''Ehrlich gesagt, bin ich mir auch nicht sicher, wie ich dir helfen soll. Aber ich würde es zumindest gerne irgendwie versuchen.

 

Was du hier sollst, das kann ich dir sagen Ich vermute, du bist meinetwegen hier und ich kann es Peter nicht mal übel nehmen, weil ich gerne mit dir zusammen bin.

 

Ich bin mir zwar nicht sicher, ob es ihnen recht ist, wenn ich es dir so offen sage, aber Kevin und Ben sind schon länger ein Paar. Kevin ist dazu sehr eifersüchtig auf mich, obwohl es dafür keinerlei Gründe gibt. Ben ist mein bester Freund, nicht mehr und nicht weniger.

 

Seitdem du da bist, bin ich nicht mehr das dritte Rad am Wagen. Die Zwei haben mehr Zeit für sich und wir machen was zusammen. Versteh mich da jetzt bitte nicht falsch...

 

Weißt du, wieso ich darauf komme. Weil ich es Peter nicht abkaufe, dass er kürzer treten will. Außerdem haben wir vieles gemeinsam, auch wenn das mit den Gliedmaßen Zufall war.

 

An deiner Stelle würde ich ihm eins auswischen. Du stehst doch über ihm, lass dir irgendwas einfallen'', erzählte ich offen, während ich in die Ferne schaute.

 

Die Sonne ging langsam unter und alles färbte sich in einem schönen Rotton. Wie herrlich es war hier mit Kaine zu stehen und ich genoss es in vollen Zügen, aus Angst, es könnte das letzte Mal sein.

 

*-*-*

 

Mit Anskas Worten kam ich nicht so wirklich klar, konnte einfach irgendwie nichts damit anfangen.

 

Sicher, ich hatte verstanden was er sagte, dass er mir helfen wollte... dass ich Peter eins auswischen sollte... aber warum sollte ich das tun?

 

"Anska, ich verstehe wohl was du sagst, nur der Sinn deiner Worte... ist mir, ehrlich gesagt ein Rätsel. Warum sollte ich Peter eins auswischen? Wir sind Freunde... so was würde ich niemals tun.

 

Das wäre schäbig von mir.

 

Was haben wir denn gemeinsam und … Ben und Kevin... ich mein... meinst du... sie... sie lieben sich... so richtig... wie... Mann und Frau?

 

Außerdem... warum bist du gerne mit mir zusammen? Ich verstehe das nicht ganz... und warum sollte Peter mich wegen dir hier her geholt haben?"

 

Fragen über Fragen stellte ich Anska... überhäufte ihn förmlich mit meinen Fragen, die ich unbedingt beantwortet haben wollte.

 

Zunächst schaute ich Anska an, sah, wie er in die Ferne schaute... dann tat ich es ihm gleich und schaute zum Himmel hinauf, während ich auf seine Antworten wartete.

 

*-*-*

 

''Na ja, ich dachte, dass du vielleicht sauer auf Peter bist, weil er dich hierher kommen lassen hat, und das alles unter einem anderen Vorwand. Aber es ist natürlich dir überlassen und war nicht wirklich ernst gemeint.

 

Ja, Ben und Kevin sind richtig zusammen, so wie Mann und Frau'', war ich gewillt ihm seine Fragen zu beantworten und merkte sehr wohl, wie sehr ich mich in etwas verrannt hatte.

 

Kaine empfand nicht so wie ich. Er war nur ein Freund, nicht mehr und nicht weniger.

 

''Ich weiß es nicht genau, warum Peter dich hierher geholt hat. Nur nehme ich es eben an, weil ich mich oft alleine fühle und dir es scheinbar ebenso geht... Er kennt uns beide sehr gut und wir sind so was wie Söhne für ihn. Vielleicht wollte er uns einfach zusammen haben.

 

Bist du denn nicht gerne mit mir zusammen? Ist so was verwerflich? Es war von Anfang an eine gewisse Harmonie zwischen uns und die Chemie stimmte einfach, da empfinde ich eben so...'', fuhr ich fort.

 

Warum nur war ich mit einem Mal so traurig? Was hatte ich denn auch erwartet? Dass Kaine mir um den Hals fiel und mir sagte, dass er ebenso, wie Ben und Kevin mit mir zusammen sein wollte.

 

Wind kam auf und wehte meine langen Haare umher.

 

''Langsam wird’s frisch... wollen wir reingehen... Ich hab nichts gegessen... Hast du Lust?'', wollte ich dann wissen, in der Hoffnung noch ein wenig Zeit mit ihm zu verbringen.

 

*-*-*

 

"Doch, ich bin schon gern in deiner Nähe, aber in letzter Zeit empfing ich so seltsame Emotionen von dir, die ich mir nicht erklären konnte... und... die mir Angst einjagten.

 

Ich bin es nicht gewohnt mit Gefühlen umzugehen... ich habe eine verdammte Angst vor Gefühlen. Zwar finde ich es nicht verwerflich... ganz und gar nicht... nur ...ich fühle mich eben nicht wohl, wenn ich zu viele Emotionen spüre.

 

Du bist ein toller Mensch, Anska... wirklich... ich bewundere dich ehrlich, nur weiß ich einfach nicht, wie ich mit deinen Empfindungen umgehen soll... ich habe damit doch keine Erfahrungen", erklärte ich meinem Freund offen und ehrlich.

 

"Okay, gehen wir was essen. Mir wird es auch langsam kalt", willigte ich sanft ein und lächelte Anska an.

 

Was genau empfand er für mich? War es wirklich nur Freundschaft, wie ich dachte... oder... nein... nein... sicher nicht...

 

*-*-*

 

Als ich seine Worte hörte, fragte ich mich, ob er etwas ahnte. Irgendwie hörte es sich für mich so an. Wie sollte ich ihm klarmachen, dass er keine Angst zu haben brauchte?

 

Zwar freute ich mich und sein Lob machte mich auch verlegen, doch war ich etwas überfordert.

 

Da stand ich nun und wusste mir keinen Rat. Auch hatte ich Angst nicht weiterzukommen, hier festzusitzen mit meinen Gefühlen.

 

Ruhig ging ich neben Kaine her und schüttelte mich kurz, als wir drinnen angekommen waren. Die meisten hatten jetzt Freizeit und waren auf ihren Zimmern.

 

Auf den Weg zur Kantine begegnete uns niemand. Auch in der Kantine selber war kaum etwas los. Viel Auswahl gab es nicht mehr und nur das übliche, was es immer gab.

 

''Könntest du da nicht irgendwas managen, dass wir mal was anderes bekommen? Es ist tagaus tagein das selbe. Zwar Abwechslungsreich und reichlich Obst und Gemüse gibt es auch, aber immer die gleichen Sachen, nur eben im regelmäßigen Wechsel...'', machte ich mir etwas Luft.

 

''Oft habe ich deshalb gar keinen Appetit..'', fügte ich hinzu und suchte mir nur wenig aus. Der Hunger war ja da...

 

Als wir dann saßen, wollte ich es nun doch wissen.

 

''Wovor genau hast du Angst? Verletzt zu werden?''

 

*-*-*

 

"Sicher kann ich da was machen... das werde ich auch gleich in Angriff nehmen, wenn ich wieder daheim bin. Ich kann dich wirklich gut verstehen", erwiderte ich verstehend, denn so konnte es tatsächlich nicht weiter gehen, mit dem Essen.

 

Dann nahm ich mir etwas Salat und was zu trinken, setzte mich zu Anska und begann zu essen.

 

Als er mich aber auf meine Angst ansprach hatte ich beinahe das Gefühl mir würde jeder Bissen im Halse stecken bleiben.

 

Was sollte ich denn jetzt antworten?

 

"Ich... weiß es nicht. Es ist... eine unbestimmte... Angst... ich weiß nicht warum ich mich vor Gefühlen fürchte. Weil ich so was nicht kenne... nur den Hass, als negatives Gefühl... und das einzige positive Gefühl, das ich noch kenne.... das Gefühl der Freundschaft... etwas anderes... kenne ich nicht. Vielleicht ist es ja auch die Angst vor... dem ...Unbekannten.", erwiderte ich und legte erst mal das Besteck wieder weg... nahm stattdessen das Glas und trank etwas.

 

Mir war es... gerade so, als wäre ich in der Wüste und gleich am Verdursten.

 

*-*-*

 

So war das also...

 

''Aber wenn du die Liebe nicht kennst, wie kannst du dann davor Angst haben... Es ist so etwas wundervolles, Kaine...'', sprach ich, obgleich ich ihn damit nicht angreifen wollte.

 

Am Liebsten hätte ich ihn mit in mein Zimmer genommen und gesagt ''Komm, ich zeige dir, wie schön es sein kann''. Aber dazu fehlte mir der Mut.

 

Doch vermissen würde ich ihn definitiv...

 

''Wann wirst du denn gehen?'', hakte ich vorsichtig nach.

 

Es jagte mir ein wenig Angst ein, ihn gehen zu lassen. Dabei klammerte ich mich an sein Versprechen, dass er wiederkommen wollte. Was blieb mir auch anderes übrig.

 

Langsam begann ich zu Essen, obwohl es nicht viel war, so reichte es mir trotzdem.

 

*-*-*

 

"Es ist... ich weiß es nicht... das Unbekannte... ich kenne so was nicht. Ich habe Angst... Gefühle könnten mich schwächen... und das will ich nicht. Ob es wundervoll ist, weiß ich nicht... ich habe bisher immer ohne solche Gefühle gelebt... warum sollte sich das jetzt ändern...", beantwortete ich Anskas Frage.

 

Einen kleinen Bissen nahm ich noch zu mir und hörte auch gleich die nächste Frage meines Freundes.

 

"Ich denke... ich werde gleich morgen früh abreisen... wann ich wieder komme... weiß ich nicht.", antwortete ich ehrlich.

 

Dann trank ich noch etwas und aß schließlich das bisschen Salat auf, das ich mir auf den Teller getan hatte.

 

So langsam beschlich mich das seltsame Gefühl... Anska empfand mehr als Freundschaft für mich... allerdings konnte ich mich auch irren, aber die vielen Fragen seinerseits ließen keinen anderen Schluss zu.

 

*-*-*

 

''Verstehe'', antwortete ich ruhig und aß dann auf. Mein Trinken nahm ich vom Tablett und brachte das Tablett schon mal weg.

 

''Soll ich deins auch schon mitnehmen?'', fragte ich, als Kaine fertig mit dem Essen war.

 

Irgendwie war ich traurig, wollte am liebsten noch die ganze Nacht mit Kaine verbringen und andererseits dachte ich, dass eine kleine Trennung vielleicht gut tun würde, wieder klar zu denken.

 

''Weiß Peter denn schon von deiner Abreise?'', wollte ich dann noch wissen, als ich wieder am Tisch saß.

 

Er würde sicherlich nicht begeistert sein und wer weiß was vermuten. Müde rieb ich mir die Augen und lehnte ich lässig in meinem Stuhl zurück. Kurz berührten sich unsere Beine unterm Tisch.

 

''Oh, sorry'', entschuldigte ich mich direkt und lächelte Kaine kurz an.

 

Müde sah er aus und er würde bestimmt früh schlafen gehen wollen. Ich würde den Dingen seinen Lauf nehmen lassen, vorerst zumindest.

 

*-*-*

 

"Danke.", sagte ich, als Anska mein Tablett mitgenommen und sich dann wieder zu mir an den Tisch gesetzt hatte.

 

Anschließend beantwortete ich seine nächste Frage mit einem "Ja, ich habe ihn davon unterrichtet", als auch schon Anskas Beine an den meinen spürte und zurück zuckte.

 

Anska hatte sich entschuldigt, doch kam diese Entschuldigung nicht, als wäre sie ernst gemeint... eher... ironisch, da er mich gleich darauf kurz anlächelte.

 

Nur kurz nickte ich, dann meinte ich: "Also, da ich morgen ganz früh aufbrechen will, werde ich jetzt in mein Quartier gehen und schlafen", damit stand ich auch schon auf und wünschte ihm noch eine "Gute Nacht", und verließ anschließend die Kantine.

 

Mein Quartier erreicht schloss ich hinter mir die Tür, zog mich sogleich aus und legte mich ins Bett, wo ich bald, mit vielen wirren Gedanken, einschlief.

 

Am nächsten Morgen stand ich auf, noch bevor die Trompeten ertönten, machte mich fertig, packte noch schnell meine Tasche, räumte das Zimmer auf und verließ es anschließend.

 

Meine beiden Wachen warteten schon am Ausgang, des Gebäudes, auf mich und salutierten.

 

"Rührt euch", befahl ich streng, dann packte Fähnrich Bloom mein Gepäck in den Kofferraum, sodann stiegen wir ins Auto und Fähnrich Jackson fuhr uns aus der Kaserne heraus.

 

Ich lehnte mich zurück und schloss ein wenig die Augen. Endlich war ich wieder auf dem Heimweg. Dem General hatte ich per Handy schon alles erklärt und er verstand mich, meinte auch, dass er überlegte selbst die Befehlsgewalt in der Kaserne zu übernehmen und mich damit zu entlasten, so dass ich nicht wieder zurückkehren müsste.

 

Ich würde es mir überlegen, hatte ich erwidert... eingedenk des Versprechens, das ich Anska gegeben hatte.

 

Doch nun war ich erst mal auf dem Weg nach Hause... in mein wunderschönes Haus, mein Anwesen... meinem riesigen Garten, in dem ich mich endlich erholen konnte, wo ich mich wohlfühlte... wo ich mich sicher fühlte... wo mir niemand weh tun konnte, wo ich alles heraus lassen konnte, was ich sonst immer in mich hinein fraß... wo ich ein wenig verwöhnt ...bedient wurde... fast nichts mehr selber tun musste.

 

Den Flughafen erreicht, verabschiedete ich mich von Jackson und Bloom: "Sie fahren zurück zur Kaserne, ich komme nun allein klar."

 

"Jawohl, Major Sewering", antworteten beide, wie aus einem Munde, stiegen wieder ins Auto ein und fuhren davon.

 

Irgendwann saß ich tatsächlich im Flugzeug und war glücklich. Den Flug über schlief ich und erwachte erst, als mich die Stewardess weckte.

 

Endlich hatte ich wieder heimatlichen Boden unter den Füßen und wurde sogleich von meinem Chauffeur abgeholt, den ich noch vor dem Flug verständigt hatte.

 

Ja, ich führte jetzt das Leben, das mir zustand... genug hatte ich durchmachen müssen... eigentlich schon zu viel... da stand mir dieses Leben, das ich nun führte, einfach zu und ich lebte somit im Luxus.

 

Zwei Stunden später war ich zuhause, brauchte mich um nichts mehr zu kümmern, ließ alles stehen und liegen und ließ mir ein Bad zubereiten, wo ich mich in der großen Badewanne, in angenehm warmen Wasser, entspannte.

 

Endlich fiel der Stress von mir ab....

 

Sicher, dachte ich auch an Anska, sah immer wieder sein Gesicht, seine Augen vor mir... und doch wusste ich nicht, ob ich wirklich zurückkehren würde... obgleich ich es eigentlich versprochen hatte.

 

Während ich in der Badewanne saß und mich entspannte, rief ich meinen Freund den General an und wir redeten über sehr viele Dinge, ich erzählte ihm auch einiges... aber nur das was er wissen durfte... nichts weiter. Von der CD erfuhr er selbstverständlich nichts... kein Wort kam über meine Lippen, über diese Sache.

 

Aber ich hielt es auch für sehr wichtig zu veranlassen, dass es in der Kaserne endlich mal besseres Essen gab und gab auch eine logische Begründung dazu ab. Mein Freund versprach mir alles weiter zu leiten. Ich bedankte mich, dann verabschiedeten wir uns und legten auf.

 

Nur noch ein wenig blieb ich in der Wanne liegen, entspannte mich und ließ nun meinen Gefühlen freien Lauf... ließ meine Tränen einfach laufen, denn hier... sah mich niemand...

 

*-*-*

 

Am Abend hatte ich Kaine noch eine gute Reise gewünscht und am liebsten wäre ich ihm um den Hals gefallen. Schlafen konnte ich diese Nacht nicht und lag lange wach. Erst am Morgen irgendwann fielen mir doch die Augen zu und ich erwachte wie immer mit den Trompeten.

 

Ben stand wie immer zeitig in meiner Tür und ich hatte es sehr eilig fertig zu werden.

 

''Langsam'', ermahnte er mich, da er so schnell auch nicht die Knöpfe des Hemdes zumachen konnte.

 

Doch es war bereits zu spät. Kaines Zimmer war leer und aufgeräumt. Mit meinen Gedanken allein, setzte ich mich auf sein Bett und starrte die weiße Wand an.

 

Ob er wirklich wiederkommen würde?

 

Unterdessen hatte Peter einen Trupp zusammengestellt, der die Gegend auskundschaftete. Wie zu erwarten war, waren die Aliens hier vor Ort fort und es gab keinen Grund mehr weiter hier zu bleiben.

 

Peter veranlasste also alles, zur Räumung oder vielmehr zu einem Umzug.

 

Keine Ahnung, wie lange ich hier saß. Irgendwann kam ein Rekrut und wollte nachsehen, ob in den Räumlichkeiten noch etwas zum Einpacken war.

 

''Leutnant Anska'', kam es erst erschrocken von dem Rekruten, bevor er salutierte.

 

''Sie dürfen sich rühren'', meinte ich und stand auf. Er erzählte, wieso er hier war und dass alle am Packen wären.

 

Also begab ich mich zu Peter, der ebenfalls in seinem Zimmer war, wo er alles zusammen räumte.

 

''Anska'', begrüßte er mich und ich konnte in seinem Blick sehen, wie er mich durchschaute.

 

''Wir gehen also fort'', hörte ich mich beinahe tonlos sagen.

 

''Habt ihr euch gestritten? Ist er deswegen fort?'', fragte Peter mich.

 

''Nein. Kaine war müde und abgekämpft. Deswegen ist er fort...'', meinte ich, merkte aber, wie nah mir dieses Thema ging. Langsam ging ich rüber zum Fenster und schaute hinaus. Wie gerne ich mich doch richtig von ihm verabschiedet hätte. Aber er gab mir nicht mal eine Möglichkeit dazu.

 

''Es ist nicht so, wie du vermutest... zumindest geht es nicht von uns Beiden aus... Ich weiß, dass ich dir nichts vormachen kann. Vermutlich habe ich mich ganz schön in etwas verrannt und er will von alledem nichts wissen'', sprach ich jetzt ganz offen.

 

''Hast du es ihm denn gesagt?'', hörte ich Peter nun direkt hinter mir.

 

Anstatt zu antworten, konnte ich nur mit dem Kopf schütteln.

 

*-*-*

 

Nachdem ich mich richtig entspannt hatte und es mir nun schon sehr viel besser ging, entstieg ich der Wanne und ging ins Schlafzimmer, wo ich mich in bequeme Sachen kleidete.

 

Ja, so war es gut.

 

Anschließend setzte ich mich in die Bibliothek und trank meinen Tee, den mir mein Butler gebracht hatte. Doch sollte ich die Ruhe hier nicht allzu lange genießen dürfen, denn schon klingelte das Telefon und ich nahm das Gespräch an.

 

Es war mal wieder der General, der mir berichtete, dass die Kaserne in ein anderes Gebiet umzog, das zudem ganz bei mir in der Nähe wäre und ich somit nicht mehr allzu weit fahren oder fliegen müsste. Somit konnte ich dann auch zum Feierabend immer wieder nach Hause zurückkehren.

 

Es freute mich und so nahm ich mir vor, wenn der Umzug vollzogen wäre, dass ich meinen Posten dort wieder aufnehmen würde, was ich auch meinem Freund verkündete, der sich ehrlich freute. Er versicherte mir aber auch, dass das Essen zukünftig sehr viel Besser und abwechslungsreicher sein würde... so wie ich darum gebeten hatte.

 

Irgendwann legten wir wieder auf und ich genoss meinen Tee... wobei ich an Anska denken musste und... an mein Versprechen... das ich nun doch einlösen würde.

 

Zwar hatte ich ein seltsames Gefühl bei der Sache, doch hatte ich es ja versprochen... und würde mich daran halten... egal was kam.

 

*-*-*

 

''Aber woher willst du dann wissen...'', wollte Peter fragen. Doch weiter kam er nicht, da ich ihn ins Wort fiel.

 

''Ich weiß es einfach. Wir haben lange gesprochen und ich kenne ihn mittlerweile. Warum musstest du ihn herholen? Du hast es doch nur meinetwegen gemacht, habe ich recht?'', schrie ich ihn wütend an.

 

Aber anstatt eine Antwort abzuwarten, ging ich hinaus und auf mein Zimmer. Dort standen bereits Kartons, die darauf warteten gepackt zu werden.

 

Leider verzweifelte ich mit einem funktionierenden Arm schon daran einen zusammenzufalten und so saß ich irgendwann total verzweifelt auf dem Fußboden.

 

''Brauchst du Hilfe?'', hörte ich Kevin plötzlich. Dabei hatte ich weder ein Klopfen noch die Tür selber vernommen, da ich wohl so sehr mit mir und dem Karton beschäftigt gewesen war.

 

''Nein... sieht das etwa so aus?'', brummte ich griesgrämig. Wobei ich nicht mal wusste, worauf ich eigentlich sauer war... auf Peter, auf Kaine, auf den Karton oder doch auf mich selbst, weil mir der Mut fehlte, meinen Gefühlen Luft zu machen?

 

Kevin ließ sich aber nicht wie sonst, von mir abwimmeln, sondern hockte sich neben mich. Dabei setzte er sich hinter mich und ich konnte die Hitze in meine Wangen steigen fühlen.

 

Meine linke Hand legte er an den Karton und die rechte schob er vor als Stütze. Im Grunde half er mir somit einen Weg zu finden, den Karton beinahe selber zu falten.

 

''So Fertig'', spürte ich seinen Atem in meinem Nacken.

 

Beeindruckt starrte ich den Karton an und zuckte erst zusammen, als ich Bens Stimme vernahm: ''Seit ihr zwei fertig?''

 

''Nein'', antwortet Kevin und erhob sich wieder, ''Anska hat noch nicht mal angefangen und dabei soll es heute noch losgehen. Heute Abend werden wir in der neuen Kaserne schlafen.''

 

Irrte ich mich, oder war es diesmal Ben, der Eifersüchtig zu sein schien.

 

Er atmete tief ein und aus, bevor er sich daran machte und noch einen Karton faltete.

 

''Na dann, mal hoch mit dir. Oder willst du da Wurzeln schlagen?'', lächelte Ben mich an und half mir hoch.

 

Zu Dritt packten wir dann meine Sachen ein und ich merkte, wie gut es Ben getan hatte, mal zu spüren, wie Kevin sich immer fühlte. Mit einem Mal ging er ganz anders mit mir um und es war gut so.

 

Denn ich wollte keinen meiner Freunde, nein, ich wollte Kaine und ich hatte neuen Mut gewonnen.

 

Alles wurde verladen und die Kaserne hier wurde quasi eingemottet. Wir fuhren und flogen anschließend mit dem Flugzeug. Da ich die Nacht wachgelegen hatte, verschlief ich die meiste Zeit und als wir ankamen, war ich wie gerädert.

 

*-*-*

 

Meine Teestunde beinahe beendet meldete sich mein Handy, ich sah auf das Display und wurde kreidebleich.

 

Dennoch nahm ich zitternd das Gespräch an:

 

"Hallo Kaine... hier ist dein Vater. Wie geht es dir?"

 

"Ich wüsste nicht, was wir zu besprechen hätten und wie es mir geht, geht dich nichts an."

 

"Nun gut, dann eben anders... ich habe keine Bleibe und werde deswegen bei dir einziehen."

 

Sprachlos schaute ich mein Handy an... wusste gerade nicht was ich sagen sollte... aber dann hielt ich das Handy wieder an mein Ohr und brüllte, wie ich es von der Armee her kannte, ins Handy: "DU WIRST GAR NICHTS.... BLEIB WO DER PFEFFER WÄCHST.... MEINETWEGEN KANNST DU IRGENDWO IN EINEM LOCH VERROTTEN UND WAGE ES NIE WIEDER MICH ANZURUFEN!!!!", dann beendete ich das Gespräch und legte das Handy mit zitternder Hand auf den Tisch.

 

Tränen des Schmerzes, die das Trauma von damals hinterlassen hatte, rannen über mein Gesicht... so dass ich in mich zusammen sank.

 

Total fertig klingelte ich nach meinem Butler, der auch gewisse medizinische Kenntnisse besaß und mir sogleich zu Hilfe kam.

 

Ruhig sprach er mit mir und versuchte mich so ein wenig zu trösten und zu beruhigen.

 

"Kaine, so bringt das nichts, du musst dringend in eine Therapie, sonst macht dich das alles kaputt und du wirst nicht mal das dreißigste Lebensjahr erreichen. Bitte, du darfst auch ruhig mal Gefühle zu- und rauslassen, das ist nichts wofür du dich schämen musst... bei dem was du durchgemacht hast.

 

Schau dich doch an... du bist vollkommen fertig", ich nickte zwar, doch wusste ich es besser... und würde eben so weiter machen wie bisher... vielleicht wollte ich mich ja auch einfach fertig machen, um nicht mehr leiden zu müssen.

 

Wie ein Kind... schluchzend... weinend... vor Angst zitternd, klammerte ich mich an Sebastian... meinen Butler... und eigentlich schon sehr guten Freund.

 

Ihm konnte ich wirklich vertrauen... denn niemals würde er irgendwas verraten, was hier gerade geschah.

 

*-*-*

Noch etwas neben der Spur betrat ich die Kaserne und die Zimmer wurden von Peter verteilt. Es gab wieder Abteilungen für die Rekruten, wo jede Stufe seinen eigenen Trakt hatte.

 

Für die Leutnants, also Kevin, Ben und mich gab es ebenfalls einen Trakt.

 

Außerdem bewohnte Peter noch einen Trakt alleine und Kaine, sofern er wiederkommen würde, bekam ebenfalls seinen eigenen. Natürlich stand noch einer leer, falls es mal noch höheren Besuch geben würde.

 

Ungewohnt war es und dennoch ging ich in mein Zimmer und wollte meine Sachen ausräumen. Viel besaß ich ja nicht und es würde nicht allzu lange dauern.

 

Da stand plötzlich Peter in der Tür und reichte mir einen Zettel. Scheinbar hatte er mir meinen Ausbruch übel genommen, denn er sagte kein Wort.

 

Wie gebannt starrte ich den Zettel an, auf der Kaines Adresse mit Telefonnummer stand. Die Stadt war nicht weit von hier und die einzige, die noch nicht evakuiert worden war, weil scheinbar keine Gefahr für sie bestand.

 

Die Aliennester befanden sich alle in der anderen Richtung, weshalb wir hier in der Kaserne auch keinen Angriff zu befürchten hätten.

 

Was sollte ich nur tun? Kaine war doch heute morgen erst abgereist und wir hatten uns gestern noch gesehen. Da konnte ich ihn wohl unmöglich anrufen oder gar belästigen.

 

*-*-*

 

Endlich hatte ich mich, dank Sebastian wieder beruhigt und lächelte ihn dankbar an.

 

"Danke, ich... werde mir deine Worte zu Herzen nehmen."

 

"Ja, ja... das sagst du jedes Mal, wenn du Panik hast und was hast du bislang getan, hm... nichts... du arbeitest bist du nicht mehr kannst... und... brichst dann zusammen. Das kann ich nicht gut heißen. Aber es ist deine Entscheidung und ich werde sie akzeptieren.

 

Alles gut? Geht's wieder, hm?"

 

"Ja, danke."

 

"Okay, ich geh dann mal wieder, wenn was ist... bin ich da, das weißt du. Geh ruhig etwas raus... das wird dir gut tun."

 

Ich nickte, dann verließ Sebastian das Zimmer und ich blieb noch etwas sitzen bevor ich das Zimmer ebenfalls verließ und in meinen großen Garten ging, mich in den Rasen legte und die Sonne genoss.

 

Wie es wohl Anska ging?

 

Ob der Umzug wohl schon erledigt war?

 

Wie sollte ich mich meinem Freund gegenüber verhalten, wenn wir uns sehen würden?

 

Nein, ich würde ihm sicher nicht mehr aus dem Wege gehen. Egal was kommen oder werden würde... ich würde nicht mehr fliehen... sondern das Gespräch suchen, wenn es notwendig wäre.

 

Sicher, ich hatte immer wieder mit Zusammenbrüchen zu kämpfen, aber aufgeben... nein, das gab es dennoch nicht für mich... niemals...

 

*-*-*

 

Eine ganze Weile überlegte ich hin und her. Dann entschied ich mich Kaine doch anzurufen.

 

Dafür suchte ich ein Telefon aus, wo ich wusste, dass ich auch wirklich alleine war. Es musste nicht unbedingt jeder mitbekommen, was ich mit Kaine womöglich zu besprechen hatte.

 

Wieder dauerte es eine Weile, bis ich mich durchringen konnte und die Nummer wählte. Die Anderen waren sicherlich bereits beim Abendessen und ich hatte mitbekommen, dass es eine ganz andere Auswahl gab.

 

Soweit hatte Kaine also schon etwas bewirkt und ich war sehr froh, ihn als Freund zu haben.

 

Hoffentlich würde das auch in Zukunft so bleiben. Ein wenig skeptisch war ich da schon, gerade wegen meiner Gefühle und wegen seiner Angst.

 

Auch wenn ich neugierig aufs neue Essen war und hungrig, wollte ich erst mal mit Kaine sprechen, seine Stimme hören. Ich vermisste ihn jetzt schon und wartete ungeduldig am Telefon.

 

Es tutete und ich meldete mich, als jemand abnahm.

 

''Guten Abend, hier spricht Anska Blue. Ich würde gerne Major Kaine sprechen, wenn es geht'', hörte ich mich sagen und fand, ich hörte mich total brav an.

 

*-*-*

 

Das Sonnenbad hatte ich gegen Abend beendet und war wieder im Haus verschwunden. Im Wohnzimmer hatte ich es mir gemütlich gemacht und war eben am Essen, als mir Sebastian meldete:

 

"Kaine... das ist für dich", wobei er das untere Ende des Telefons zuhielt, so dass der Anrufer nichts hören konnte. "Willst du annehmen?"

 

"Wer ist es denn?"

 

"Anska Blue."

 

Ach herrje.... auch das noch... aber ich nickte und nahm das Telefon entgegen.

 

"Hallo Anska, schön dich zu hören. Wie geht es dir?", waren meine Worte, und ich klang, meiner Meinung nach, wie immer. Denn wieder unterdrückte ich alles was mir vorhin noch so weh getan hatte.

 

Schnell trank ich noch einen Schluck, als mich Sebastian allein ließ und die Tür von außen schloss.

 

Ich nahm noch ein bisschen Salat und genoss die große Mahlzeit in vollen Zügen.

 

*-*-*

 

Mein Herz begann augenblicklich schneller zu schlagen, als ich Kaines Stimme vernahm und ich wusste im ersten Moment nicht mal mehr, was ich sagen wollte.

 

Genauso, wie immer klang er, als stünde er direkt neben mir.

 

''Hallo Kaine'', kam es dann nun doch, mit einer kurzen Verzögerung von mir, ''Mir geht es soweit ganz gut. Wir sind in der neuen Kaserne angekommen, es gibt besseres Essen, was wohl dir zu verdanken ist und was ich wohl gerade verpasse... eben alles wie immer.

 

Aber, wie geht es dir? Bist du gut angekommen? Fühlst du dich jetzt besser?

 

Ich meine, ich weiß das geht nicht von heute auf morgen, aber manchmal hilft ja auch einfach ein Ortswechsel.

 

Wie mir scheint, sind wir jetzt quasi Nachbarn. Zumindest sagte mir Peter das'', plauderte ich los und verschwieg bewusst den Streit mit Peter.

 

Auch versuchte ich, wie immer zu klingen. Auf einmal schien es mir albern, Kaine meine Gefühle am Telefon zu gestehen. Es würde wohl doch nur eine einfache Unterhaltung werden und nicht mehr.

 

*-*-*

 

"Danke, mir geht es schon sehr viel besser. Ich weiß, dass ihr heute umgezogen seid, und dass ihr jetzt in meiner Nähe seid, und es freut mich, dass ich, wegen des Essens, etwas bewirken konnte.

 

Aber warum isst du denn nicht mit den anderen zusammen, hm?", wollte ich wissen... konnte mir aber schon beinahe denken warum nicht.

 

Anrufen hätte er mich auch morgen noch können... aber nein, es musste jetzt sein... schon seltsam. Aber gut, ich konnte ihn ja auch ein bisschen verstehen... vielleicht fühlte er sich gerade allein und hatte niemanden zum Reden.

 

So wollte ich ihm wenigstens zuhören, wenn ihn etwas bewegte... oder er einfach nur reden wollte.

 

"Morgen werde ich kurz in die Kaserne kommen, denn ich muss etwas mit Peter bereden. Ich werde meinen Dienst in der Kaserne bald wieder antreten, aber... abends werde ich heim fahren und nicht in der Kaserne übernachten. Es ist dann eben, wie als ob man zur Arbeit fährt und abends wieder heim", erklärte ich Anska.

 

Natürlich verschwieg ich meinem Freund wohlweislich meinen heutigen Zusammenbruch... denn niemand sollte wissen, was hinter der Maske des Majors steckte. So ließ ich meine Mitmenschen nur das sehen, was ich sie sehen lassen wollte... nicht mehr und auch nicht weniger.

 

Meine Angst... wieder verletzt zu werden, in welcher Form auch immer... war übermächtig...

 

*-*-*

 

In Ruhe hörte ich Kaine zu und genoss es mit ihm zu plaudern. Ganz in Gedanken schaute ich dabei gegen die Wand und versuchte mir Kaine privat vorzustellen, wie er wohl gerade sich auf dem Sofa lümmelte.

 

Kaum vorstellbar und dennoch wollte ich es zu gerne mal sehen.

 

''Nun ja... Peter hatte mir deine Nummer gegeben und ich wollte unbedingt hören, ob du gut angekommen bist. Heutzutage passiert so viel...

 

Außerdem möchte ich Ben und Kevin nicht allzu viel stören. Irgendwie war mir danach ein wenig mit dir zu plaudern. Ich hoffe, ich störe dich bei nichts'', meinte ich ungezwungen offen.

 

Wie gerne würde ich jetzt neben ihm sitzen oder zumindest bei ihm sein.

 

''Das verstehe ich, dass du Abends nach Hause möchtest. Wenn ich ein Zuhause hätte, würde ich es auch so machen'', sagte ich. Doch einerseits würde das auch bedeuten, dass wir weniger Zeit miteinander verbringen würden.

 

Auch wenn es mir schwer viel, schluckte ich diesen Gedanken runter und freute mich darauf, dass Kaine morgen herkommen wollte.

 

''Vielleicht sehen wir uns ja morgen. Das würde mich freuen'', hörte ich mich sagen.

 

Wie gerne würde ich jetzt durchs Telefon kriechen und in Kaines schöne Augen sehen. Diese Sehnsucht nach ihm würde mich noch umbringen.

 

Für einen Moment schloss ich die Augen und dachte daran, wie es wohl bei ihm aussah. Ob es ganz edel eingerichtet war oder eher locker?

 

''Erzähl mir ein bisschen was... bitte!'', bat ich dann, ''Irgendwas. Was du heute gemacht hast oder wo du gerade bist, was du getan hast, bevor ich angerufen habe... Hier passiert immer das Selbe. Ich möchte mal an irgendwas anderes denken... Nur für einen Moment.''

 

In meine Stimme mischte sich eine unbekannte Traurigkeit und es war wohl auch wegen des Streites mit Peter, aber auch, weil ich Kaine vermisste.

 

*-*-*

 

In aller Ruhe hörte ich Anska zu, während ich weiter aß und zwischendurch das Fernsehen anschaltete... es aber nur ganz leise nebenher laufen ließ.

 

"Och, du störst mich nicht, denn ich esse weiterhin mein Abendbrot und schaue nebenher fern, während ich gemütlich auf dem Sofa sitze", erklärte ich Anska und hörte dann, was er von sich gab... er hatte kein Zuhause... ich hatte dafür sehr viel Platz... mehr als ich für mich allein brauchte.

 

Tja, und ehe ich meinen... "Vater" zu mir holen würde... würde ich Anska anbieten sich bei mir zuhause zu fühlen... bei mir einzuziehen. Immerhin war er mein Freund und da konnte ich es ihm doch wenigstens anbieten und schauen... eher hören, was er dazu meinte.

 

"Ganz sicher sehen wir uns morgen", gab ich zunächst von mir und bevor ich seiner Bitte folgen wollte... musste ich nun doch etwas los werden.

 

"Du hast also kein Zuhause... das wusste ich nicht und es tut mir leid für dich... ich... möchte dir darum und weil wir so gute Freunde sind etwas anbieten... du kannst es dir ja überlegen. Also, was hältst du davon zu mir zu ziehen und... mein Zuhause, auch als dein Zuhause anzusehen? Du könntest ja heute mal vorbei kommen, wenn du magst und es dir anschauen, vielleicht fällt dir deine Entscheidung dann etwas leichter", ob es richtig war, was ich von mir gegeben und ihm angeboten hatte, wusste ich nicht, aber ich war froh es ihm zumindest angeboten zu haben.

 

"Tja, was ich heute getan habe... ich habe mich in der Badewanne erholt, anschließend in meinem Garten ein Sonnenbad genommen... tja... das wars es auch schon", erzählte ich weiter, ließ dabei natürlich alles aus, was mich und meine Gefühlswelt betraf.

 

"Wie gesagt... wenn du magst, kannst du mich gern heute noch besuchen kommen. Aber das ist deine Entscheidung", bot ich Anska ruhig an... denn hatte ich das Gefühl, dass er sich irgendwie traurig angehört hatte.

 

*-*-*

 

Was Kaine mir da vorschlug, ließ mein Herz höher schlagen und meine Stimme hellte vor Freude auf: ''Meinst... meinst du das ernst?... Sehr gerne würde ich bei dir einziehen...''

 

Mit einem Mal war da wieder dieses Gefühl, als wäre da mehr als Freundschaft, als wären wir bereits ein Paar. In meiner Brust breitete sich eine angenehme Wärme aus.

 

''Du weißt gar nicht, wie glücklich du mich gerade machst'', schluchzte ich leise und musste stark gegen meine Freudentränen ankämpfen. So etwas war mir lange nicht passiert, denn normalerweise behielt ich die Kontrolle über meine Tränen.

 

Einen Moment brauchte ich, um mich zu beruhigen.

 

Ich sollte ihn also besuchen kommen. Im Grunde wollte ich nichts sehnlicher, als ihn sehen, aber da gab es noch Peter, den ich um Erlaubnis fragen musste.

 

''Dann werde ich mal schauen, ob mir Peter Ausgang gewährt... Wir hatten heute eine kleine Auseinandersetzung und ich war nicht gerade nett zu ihm...'', gestand ich Kaine nun.

 

Jetzt fühlte ich mich schlecht, dass ich laut gegenüber Peter geworden war.

 

*-*-*

 

Hatte ich es doch gewusst... so wie sich Anska gerade freute... war da sehr viel mehr als er mir gesagt hatte.

 

Nun gut, ich war gespannt wie sich alles ergeben würde und würde dementsprechend reagieren.

 

"Ja, das meine ich ernst... sonst hätte ich dir den Vorschlag doch nicht gemacht, oder", erwiderte ich und musste grinsen... denn allein die Aussage, dass ich ihm eine große Freude damit machte... war sicher nicht nur darauf bezogen, dass er vielleicht endlich ein Zuhause hätte... nein... er wollte meine Nähe... suchte sie... und mir fiel es schwer ihm diese Nähe... die Nähe die er so sehr von mir begehrte zuzulassen... aus Angst.

 

"Ihr habt euch gestritten... Peter und du? Davon musst du mir nachher gleich erzählen, wenn du hier bist. Außerdem... hast du schon vergessen, dass ich der kommandierende Offizier und dein Vorgesetzter bin... du hast gar keinen Ausgang... es ist alles dienstlich. Nur falls wer fragt. Und Peter kann dir den Ausgang somit weder gewähren, noch verwehren. Ich gebe dir den direkten Befehl bei mir zu erscheinen. Peter kann nichts dagegen tun", erläuterte ich Anska und musste breit grinsen... so war es ja nun einmal.

 

Sie hatten mich dort eingeteilt und somit konnte ich fast alles tun und lassen, was ich wollte. Und wenn ich Anska hierher befahl würde ich wohl meine Gründe haben.... vielleicht als Leibwache...

 

"Also, bis gleich, mein Freund", sprach ich noch und wartete auf seine Antwort.

 

*-*-*

 

Ich musste ebenfalls breit Grinsen, bei den Worten, die ich von Kaine hörte und wischte meine Tränen fort.

 

''Zu Befehl, Major'', hörte ich mich lächelnd sagen.

 

In mir tobte diese Sehnsucht, die dringend gestillt werden musste und so verabschiedete ich mich von meinem Freund und legte auf.

 

Alle waren beim Essen, also ging ich direkt in den Speisesaal, wo Peter an einem Tisch saß, mit Kevin und Ben.

 

''Soeben habe ich mit Major Kaine telefoniert und er möchte, dass ich direkt zu ihm komme'', eröffnete ich das Wort.

 

''Er möchte es oder er wünscht dich zu sehen?'', brummte Peter etwas grimmig.

 

''Es ist ein Befehl'', gab ich von mir.

 

''Sicher. Wie der Major befielt'', sagte Peter, ohne mich weiter anzusehen, ''Dann komm diesen Befehl auch nach.''

 

Zu gerne hätte ich mich bei Peter entschuldigt und mit ihm geredet, aber es war einfach der falsche Zeitpunkt. Er musste sich erst mal beruhigen, dafür kannte ich ihn zu gut. Jetzt hatte es keinen Sinn.

 

Also trat ich weg und sauste zu meinem Zimmer. Schnell machte ich mich frisch und zog mir meinen Mantel über. Dann ließ ich mich zu der Adresse auf den Zettel fahren.

 

Lange dauerte die Fahrt nicht, so dass ich Kaines Worte, er wollte nach Feierabend nach Hause fahren, durchaus verstand. Aber konnte ich sein Angebot wirklich annehmen, wo ich nicht mal wusste, was er wollte.

 

Konnte er meine Liebe überhaupt erwidern?

 

''Danke. Sie können zurückfahren. Wenn nötig, lasse ich mir ein Taxi rufen'', meinte ich, als wir bei der Adresse ankamen.

 

Da stand ich nun, vor einem bemerkenswerten Anwesen und wusste gar nicht, ob ich wirklich richtig war. Die Adresse musste stimmen, denn Peter versah sich bei so was nie.

 

Mit mulmigen Gefühle trat ich also heran und betätigte die Klingel.

 

*-*-*

 

Noch immer saß ich beim Abendessen, denn eilig hatte ich es nicht gehabt, mit dem Essen und ließ mir gern etwas mehr Zeit dafür. Zwischenzeitlich und nachdem wir aufgelegt hatten, hatte ich Sebastian gebeten noch ein Gedeck auflegen zu lassen, was dieser dann auch getan hatte.

 

Ich hatte Sebastian auch gebeten meinen Besuch, der gleich hier erscheinen würde, sofort zu mir zu bringen. Er hatte nur gegrinst und genickt... ich hatte mich nur bedankt.

 

Dann klingelte es wenig später auch schon und Sebastian ging zur Tür, die er öffnete und den jungen Mann feststellend fragte:

 

"Sie sind sicher Leutnant Anska Blue, richtig. Bitte, kommen sie mit mir, Kaine erwartet sie bereits."

 

Mit diesen Worten ließ er Anska eintreten, schloss hinter ihm die Tür und brachte ihn zu mir ins Wohnzimmer, wo er vorher angeklopft hatte.

 

"Ja, bitte.", gab ich von mir, dann öffnete sich auch schon die Tür und Sebastian ließ Anska eintreten.

 

Sogleich stand ich auf und ging auf ihn zu, während ich mich bei Sebastian bedankte.

 

"Danke Sebastian, das wäre dann alles.", sagte ich und wand mich an meinen Freund: "Hallo Anska... schön, dass du hier bist.", begrüßte ich ihn und schenkte ihm ein sanftes Lächeln.

 

*-*-*

 

Ich konnte nur staunen, wie toll alles hier aussah und einen Butler hatte Kaine auch. Mit offenem Mund nickte ich zustimmend, als dieser mich begrüßte und zu Kaine führte.

 

Wahnsinn! Was Kaine hier erreicht hatte, machte mich stolz auf ihn.

 

Als wir dann den Raum betraten, in den Kaine sich befand und er mich lächelnd begrüßte, konnte ich kaum an mich halten. Der Butler war noch nicht aus dem Zimmer, als ich Kaine um den Hals fiel.

 

''Kaine...'', japste ich und wich direkt zurück, ''… Sorry, ich freue mich so. Es ist so toll hier. Wahnsinn. Wie in einem Traum...''

 

Staunend schaute ich mich um und konnte es noch immer nicht fassen. Voller Emotionen war ich und dazu strahlte ich, wie schon lange nicht mehr. Irgendwie hatte ich für einen Moment sogar ein Zucken durch meinen rechten Arm vernommen oder war es gar Einbildung?

 

Meine Gefühle fuhren jedenfalls Achterbahn und ich starrte Kaine an, ehe ich mich einigermaßen fing.

 

''Schön, hier zu sein... Kaine'', meinte ich dann, etwas ruhiger.

 

Wie gut er aussah und so lässig. Damit es nicht auffiel hatte ich meine Uniform anbehalten und kam mir gerade ziemlich steif vor.

 

''Du siehst schon sehr viel erholter aus... Danke, dass ich kommen durfte. Keine Ahnung, wann ich das letzte Mal da raus war. Es ist alles so unwirklich. Entschuldige, aber ich weiß gerade nicht, wie ich mit diesen vielen Gefühlen umgehen soll...'', versuchte ich mein Handeln und mein Strahlen zu erklären.

 

Irgendwie musste ich Herr meiner Selbst werden, sonst würde ich mich doch verraten.

 

*-*-*

 

Sebastian verließ das Zimmer und schloss grinsend hinter sich die Tür, nachdem er den kleinen emotionalen Ausbruch von Anska mitangesehen hatte.

 

Direkt nahm ich Anska in die Arme, als er mir so um den Hals gefallen war.

 

"Schhh... du musst dich für nichts entschuldigen... alles gut", sprach ich ruhig auf meinen Freund ein, nachdem er zurückgewichen war.

 

Ich ging ihm nach, streckte meine Arme aus und nahm ihn lieb in die Arme. "Ich freue mich doch auch, dass du hier bist... also kein Grund sich zu entschuldigen und zurückzuweichen."

 

Sanft streichelte ich seinen Rücken, während ich ihn an mich drückte. Ich wusste einfach, dass er es brauchte und es sich... sehr wahrscheinlich wünschte... meine Nähe suchte... von der ich ihn nun ein wenig kosten ließ. Eine Weile standen wir so da, dann löste ich mich wieder von ihm und schaute ihm in die Augen.

 

Sein freudiges Strahlen sagte mir alles... sprach Bände.

 

"Na, wie sieht es aus, magst du mit mir zusammen essen, hm? Ich hab noch ein Gedeck auflegen lassen... für dich.", fragte ich meinen Freund und führte ihn zum Sofa, wo er neben mir sitzen konnte.

 

"Bitte, setz dich doch", bot ich Anska einen Platz an und setzte mich schon mal auf das Sofa und klopfte leicht mit der Hand neben mich.... lächelte ihn lieb an.

 

Seine letzten Aussagen hatte ich zwar vernommen und auch seine Entschuldigung, doch nickte ich daraufhin nur mild lächelnd. Er brauchte sich doch gar nicht zu entschuldigen.

 

*-*-*

 

Wie sehr ich Kaines Nähe genossen hatte. Er roch immer noch so gut und verführerisch. Für einen Moment war mir, als gäben meine Knie nach und ich hielt mich wie ein Ertrinkender an meinem Freund fest.

 

Dazu das Streicheln über meinen Rücken. Ich war definitiv im siebten Himmel und es gab an meiner Ansicht gerade nichts zu rütteln. Auch Kaine wollte mehr.

 

''Sehr gerne esse ich mit dir'', meinte ich und setzte mich dicht neben ihn aufs Sofa.

 

Es war, als könnte ich nicht genug bekommen und dazu merkte ich, wie mein Gesicht leicht glühte. Was auf dem Tisch stand, sah toll aus und ich wusste gar nicht, wo ich anfangen sollte.

 

Unsere Knie berührten sich, doch es störte mich nicht und ich wich auch nicht zurück. Kaine hatte mich total in seinen Fängen und ich war wie benebelt.

 

''Man, sieht das alles gut aus. Da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll'', lachte ich auf und nahm mir dann hier und da etwas, was ich auch direkt kostete.

 

Ich konnte mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so gut gegessen hatte. Dazu noch Kaines Nähe und sein Lächeln, da wollte ich am Liebsten nie wieder fortgehen.

 

*-*-*

 

"Lass es dir schmecken", waren meine Worte, als er sich dann endlich doch etwas nahm und hier und da etwas von dem Essen kostete. Es schien ihm zu schmecken, was mich sehr freute. Nicht umsonst hatte ich hier einen der besten Köche angestellt.

 

Ein wenig musste ich Anska dann beim Essen beobachten, wobei ich mir ein leichtes Grinsen nicht verkneifen konnte.

 

Auch ich aß irgendwann weiter... langsam und genussvoll... ließ mir sehr viel Zeit und fragte meinem Freund zwischendurch:

 

"Und... könntest du dir vorstellen hier zu wohnen? Denn, was ich sagte, meinte ich sehr ernst."

 

Ich wollte eben einfach, dass sich Anska hier wohlfühlte... ein Zuhause hatte, sich sicher fühlen konnte... so wie ich. Ich mochte meinen Freund sehr gern und ich hatte mir doch geschworen... ihm zu helfen... alles zu tun, was in meiner Macht stand... egal was ich würde tun müssen.

 

Während ich meinen Freund liebevoll anlächelte tobte in mir ein Kampf... zwischen Angst... und etwas... das ich unmöglich definieren konnte. Panik stieg in mir auf, die Panik etwas verkehrt zu machen... etwas falsches zu sagen... und die Panik... mein Vater könnte hier doch noch auftauchen.

 

Mein Atem ging schon etwas schnell und die Tränen konnte ich nur ganz knapp zurückhalten, als ich mich erhob und mich kurz bei Anska entschuldigte. Er sollte nicht mitbekommen, was gerade in mir vor ging... durfte nicht hinter meine perfekte Maske blicken.... und sollte sich keine Sorgen um mich machen müssen.

 

"Entschuldige mich bitte einen Moment... ich bin gleich wieder da... muss nur etwas mit Sebastian besprechen", sagte ich, mit einem Lächeln, dann verließ ich das Wohnzimmer, hinter mir die Tür schließend.

 

Schnell eilte ich den langen Flur entlang... auf der Suche nach Sebastian, den ich schließlich in der Bibliothek fand...

 

"Sebastian...", keuchte ich noch, bevor ich in den Armen meines Butler und Freundes, der auf mich zu eilte, zusammenbrach.

 

"Alles gut... Kaine, beruhige dich... ich bin da", versuchte mich Sebastian, mit seiner sanften, sehr angenehmen Stimme, zu beruhigen, während sich mein Körper zitternd schon wieder verkrampfte, mich Weinkrämpfe schüttelten und sich meine Hände in Sebastians Sachen krallten.

 

"Bitte... hilf mir... ich kann nicht mehr...", schluchzte ich zitternd, während mich Sebastian tröstend streichelte.

 

*-*-*

 

Kaines Blicke bemerkte ich und genoss seine Aufmerksamkeit in vollen Zügen.

 

''Ich würde sehr gerne hier mit dir wohnen'', beantwortete ich seine Frage und schenkte ihm ein Lächeln. Meinen linken Arm legte ich auf die Lehne, so dass er hinter Kaine lag und für einen Moment schien die Zeit still zu stehen.

 

Dann jedoch stand Kaine auf und entschuldigte sich bei mir.

 

Ein Wenig bedenken hatte ich nun schon wieder und war mir nicht sicher. Aber vermutlich wollte Kaine wirklich nur etwas klären.

 

Während er weg war, aß ich weiter und war auch bald satt und zufrieden. Anschließend stand ich auf und sah mich ein wenig um. Es war wirklich mehr als schön hier und ich freute mich sehr, hier mit Kaine wohnen zu dürfen.

 

Vielleicht würden wir ja bald ein Paar sein. Der Gedanke ließ mich erneut breit Grinsen und ich spürte einen stechenden Schmerz, der durch meinen rechten Arm zuckte.

 

''Au'', jaulte ich auf. Doch dann war auch schon alles wieder gut, als wäre nichts gewesen.

 

Kaine blieb ziemlich lange weg und ich fragte mich, ob ich nachsehen sollte, wo er blieb. Andererseits schien es mir aber unhöflich und ich beschloss noch eine Weile auf ihn zu warten.

 

War er anders gewesen, als sonst? Dafür kannte ich ihn nicht gut genug, um das beurteilen zu können. Sehnsüchtig schaute ich aus dem Fenster in den Sternenhimmel hinauf.

 

''Ach Kaine, wenn du wüsstest...'', sprach ich leise zu mir.

 

*-*-*

 

"Ist schon gut... du bist nicht allein... schhh", versuchte Sebastian weiterhin mich zu beruhigen.

 

Es dauerte eine ganze Weile bis ich mich wirklich wieder einigermaßen beruhigt hatte und Sebastian mich mit sich hoch zog.

 

"Ich bringe dich ins Schlafzimmer, da kannst du dich erholen, okay."

 

Ich nickte nur... zu mehr war ich im Moment nicht fähig. Gesagt, getan, mein Freund brachte mich ins Schlafzimmer und legte mich ins Bett, deckte mich zu und ich schloss die Augen.

 

Da Sebastian ja von dem Besuch wusste, machte er sich gleich anschließend auf den Weg ins Wohnzimmer, klopfte höflich an und betrat das Zimmer sogleich.

 

"Anska... ich fürchte Kaine kann jetzt nicht bei ihnen sein, ihm geht es psychisch gerade sehr schlecht. Er befindet sich im Schlafzimmer, um sich zu erholen. Wenn sie es wünschen, werde ich sie gern zu ihm bringen", erklärte Sebastian dem jungen Mann, der aus dem Fenster schaute.

 

"Sir, geht es ihnen gut... ist alles in Ordnung mit ihnen?", fragte Sebastian fürsorglich nach und ging ein paar Schritte auf Anska zu.

 

*-*-*

 

Ein Wenig erschrak ich mich schon, als Sebastian plötzlich da war und dazu noch meinte, dass es Kaine nicht gut ging.

 

''Was... Aber was ist denn mit Kaine?'', hakte ich nach, ''Wäre es ihm denn recht, wenn ich ihn so sehen würde. Ich kann mir denken, dass er es nicht so gerne zeigt. Er erwähnte etwas davon, wie er standhaft sein müsste...''

 

Dabei bemerkte ich, wie eine Träne sich aus meinem Auge stahl und als Sebastian sich dann nach meinem Befinden erkundigte, wusste ich nicht, was ich tun sollte.

 

''Bitte, sagen sie ruhig Anska zu mir. Mir ist das Du lieber... Ob alles in Ordnung mit mir ist, fragen sie...'', meinte ich und seufzte, ''Meine Gefühle fahren Achterbahn und ich weiß nicht, was schlimmer ist... Die Tatsache zu wissen, wie schlecht es Kaine eigentlich geht und ich nichts tun kann...

 

Oder die Ungewissheit, wie meine Gefühle ihm gegenüber, auf ihn wirken würden.''

 

Natürlich wusste ich nicht, wie der Butler reagieren würde. Zumal ich ihn nicht kannte. Doch er schien Kaine zu kennen und vielleicht würde er mir einen Rat geben. Meine Freunde waren gerade nicht da, die ich hätte fragen können.

 

''Kaine möchte, dass ich hierher ziehe und ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich kann unmöglich seine Einladung annehmen, ohne ihm vorher reinen Wein eingeschenkt zu haben. Dazu geht es ihm nicht gut und ich weiß nicht, ob ich dagegen etwas tun kann. Obwohl ich ihm so gerne helfen möchte'', sprach ich weiter.

 

*-*-*

 

In aller Ruhe hörte sich Sebastian an, was Anska ihm erzählte und nickte verständnisvoll.

 

"Ich verstehe dich, Anska. Ich darf dir leider nicht allzu viel über Kaines Gefühle erzählen. Aber ich kann dir sagen, dass er nur so tut als ob er stark ist. Ich denke dennoch, wenn er es dir anbietet, dass du hier wohnen darfst, dann meint er es auch so. Vielleicht will er dir nur helfen... vielleicht steckt auch mehr dahinter... das weiß ich nicht.

 

Jedoch denke ich, dass es vielleicht nicht schlecht wäre, wenn du hier einziehst... damit, glaube ich, hilfst du ihm am allermeisten. Er hatte vorhin einen Anruf von seinem ...Vater bekommen... ich denke, du kennst die Geschichte... nicht wahr. Und dieser Anruf brachte dieses Trauma, das er von damals davon trug, wieder hervor. Er hat es nie überwunden und leidet unter schrecklichen Panikattacken und Zusammenbrüchen... aus denen ich ihn immer wieder heraus ziehen muss.

 

Wenn aber alles vorbei ist... markiert er wieder den Harten und Starken... lässt sich nicht helfen und denkt, dass er keine Gefühle hat. Dabei müsste er dringend in eine Therapie... aber er will nicht.

 

Du liebst ihn, wenn ich das richtig verstanden habe, dann solltest du hier bei ihm sein und um seine Gefühle für dich kämpfen. Wie ich hörte bist du ein guter Kämpfer, dann solltest du diesen Kampf auch auf dein Leben und deine Liebe ausweiten.

 

Außerdem glaube ich, Kaine weiß es längst, was du für ihn empfindest... er will es vielleicht nur noch nicht so wirklich wahrhaben. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn hier mal ein bisschen frischer Wind herein kommt und Kaine tut es sicher auch gut."

 

Sebastian wusste, dass er vieles, was er gerade erzählt hatte nicht hätte erzählen dürfen, aber... vielleicht würde es Anska ja schaffen und... Kaine ein wenig helfen können.

 

Auf die Reaktion und die Antwort des jungen Mannes wartend, schaute Sebastian Anska an.

 

*-*-*

 

Es tat gut Sebastian zuzuhören und ich nickte verstehend.

 

''Danke. Dann werde ich hier einziehen und ich würde jetzt gerne zu Kaine. Vielleicht kann ich ihm ja ein wenig beistehen, sofern er mich lässt'', meinte ich lächelnd.

 

''Ich werde ihm nichts von unserem Gespräch erzählen. Hab Dank, dass du so offen warst'', fügte ich lächelnd hinzu.

 

Ja, ich war ein Kämpfer und die Sache mit meinem Arm hatte mich das beinahe vergessen lassen. Sebastian hatte Recht und ich suchte wieder das Starke in mir, meinen Kampfgeist.

 

Jetzt wollte ich alles, was ich verdient hatte. Hier leben mit Kaine, seine Liebe gewinnen und meinen Arm benutzen. Es war genug mit dem Trübsal blasen.

 

*-*-*

 

"Dann herzlich Willkommen, Anska und nichts zu danken", erwiderte Sebastian mit einem Lächeln: "Bitte, komm mit mir, Anska, ich bringe dich zu Kaine. Und danke... dass du nichts von unserem Gespräch zu Kaine sagst. Er vertraut mir... blind. Ich hätte dir das alles nicht erzählen dürfen. Nur weil ich ihm helfen will, tat ich es, denn ich bin nicht nur sein Butler... sondern auch... sein Freund.", erklärte Sebastian Anska, dann ging er auf die Tür zu, öffnete diese und führte Anska zum Schlafzimmer von Kaine.

 

Auf dem Weg dorthin erklärte und zeigte er dem jungen Mann alles mögliche, denn das würde er brauchen, wenn er hier bald einziehen wollte.

 

Das Schlafzimmer erreicht klopfte er leise an die Tür und öffnete diese dann. Noch etwas leiser betrat er das Zimmer und winkte auch Anska mit hinein.

 

Mit dem Zeigefinger an seinem Mund deutete Sebastian Anska an, dass er leise sein sollte, da Kaine schlief, leider aber schlecht zu träumen schien.

 

Langsam ging er auf das Bett zu, strich tröstend über Kaines Haare und flüsterte:

 

"Schhh... du bist in Sicherheit... ganz ruhig.", dann schaute er Anska an und winkte ihn zu sich heran.

 

"Komm ruhig her... alles okay.", flüsterte er Anska zu.

 

*-*-*

 

Das Haus war wirklich riesig, wie ich erneut feststellen musste. So gut es ging, prägte ich mir alles ein und hörte, was Sebastian mir erzählte, wo sich welcher Raum befand.

 

Als wir dann in Kaines Schlafzimmer ankamen, stand ich erst wie angewurzelt da. Es kamen mir Bedenken, ob ich ihm wirklich helfen konnte. Er träumte schlecht und ich fasste wieder meinen ganzen Mut zusammen.

 

Ich zog meine Uniformjacke aus, die ich über einen Stuhl legte und lockerte die obersten Knöpfe meines Hemdes.

 

''Danke Sebastian'', sprach ich ruhig.

 

Noch einmal holte ich tief Luft, ehe ich mich vorsichtig zu Kaine legte. Keine Ahnung, ob es ihm gefallen würde, aber ich sah gerade keine andere Möglichkeit, als für ihn da zu sein.

 

Zaghaft huschte ich zu ihm unter die Decke und flüsterte leise: ''Es ist alles gut. Du bist nicht allein, denn ich bin jetzt bei dir.''

 

Mehr wagte ich nicht zu sagen, wollte ich ihn doch nicht unnötig beunruhigen. Vielleicht würde er auch einfach weiter schlafen.

 

Schön warm und weich war es hier bei ihm und alles roch so gut. Erst jetzt bemerkte ich, wie erschöpft ich war, da mir der Schlaf, der letzten Nacht noch fehlte.

 

*-*-*

 

Lächelnd nickte Sebastian und verließ das Zimmer, hinter sich die Tür schließend.

 

Ich schlief unruhig und ich träumte immer den selben Traum... über das was mir passiert war, dann hörte ich im Unterbewusstsein, Sebastians Stimme und es wurde besser, ich schlief auch nicht mehr so fest und döste nur noch etwas vor mich hin.

 

Dann jedoch hörte ich eine andere Stimme und jemand legte sich zu mir ins Bett... Anska... ich hörte ihn und er war es, der sich zu mir legte.

 

Ruhig blieb ich liegen, ließ es zu, dass er mit unter meine Decke kam. Noch immer war ich so fertig, dass ich wieder am einschlafen war und nur noch ein "Danke", zu Anska flüsterte, mich dann an ihn kuschelte und sofort beruhigt wieder einschlief.

 

Ja, so war es gut... ich war sicher und nicht allein, Anska hatte recht.

 

*-*-*

 

Sebastian verließ das Zimmer und Kaine hatte mir ein 'Danke' zugeflüstert. Ich war der glücklichste Mensch der Welt in genau diesem Moment. Ganz ruhig ging Kaines Atmung und er hatte sich doch tatsächlich an mich gekuschelt.

 

Liebevoll schlang ich meinen linken Arm um ihn und spürte ein Kribbeln in meiner rechten Hand. Vielleicht könnte ich den Arm ja auch bald bewegen.

 

Alles roch so gut und langsam ergriff mich die Müdigkeit. Dennoch genoss ich es in vollen Zügen hier mit Kaine zu liegen und schlief dann überglücklich ein.

 

*-*-*

 

Ich schlief in dieser Nacht so gut, wie schon lange nicht mehr... keine Albträume... keine Unruhe... nichts, das meinen Schlaf hätte stören können.

 

Das verdankte ich, ohne Zweifel, Anska.

 

Als ich am nächsten Morgen erwachte, schaute ich grinsend neben mich und wusste genau, was los war. Wäre Anska nur ein Freund gewesen... hätte er nur freundschaftliche Gefühle für mich gehegt, hätte er sich niemals zu mir ins Bett gelegt, seinen Arm schützend um mich gelegt... zugelassen, dass ich mich an ihn schmiegte... nein, Anska... liebte mich, ganz offensichtlich... oder war zumindest verliebt in mich.

 

Nun, wir würden darüber reden müssen... vielleicht bei einem leckeren Frühstück.

 

Ich würde Zeit brauchen, um mir meiner Gefühle für ihn sicher und bewusst zu werden.

 

Leise stand ich auf, strich sanft und, so dass er nicht erwachte, über seine Haare.

 

So schlich ich mich aus dem Zimmer, lehnte die Tür nur an und ging dann ins Bad, wo ich kurz duschte, mich pflegte und mit einem Badetuch bekleidet das Bad anschließend wieder verließ.

 

"Guten Morgen, Sebastian", begrüßte ich meinen Freund, der mir entgegen kam und mir auch einen guten Morgen wünschte.

 

"Geht es dir besser, Kaine? Hast du gut geschlafen?"

 

"Ja, danke, Sebastian... mir geht es sehr gut und ich habe auch sehr gut geschlafen."

 

"Möchtest du gleich frühstücken?"

 

"Ja, ich werde mich nur noch anziehen und du kannst schon das Frühstück zubereiten, danke."

 

Sebastian nickte lächelnd und entfernte sich anschließend, während ich ins Schlafzimmer ging, um mich anzukleiden.

 

Auf dem Weg dorthin, machte ich einen kleinen Umweg in die Bibliothek, wo ich das Telefon in die Hand nahm und Peter anrief.

 

"Hallo Peter, Kaine hier. Wie geht es dir? Ich wollte dir nur Bescheid geben, dass Anska vorläufig hier bleibt. Wir werden dann zusammen wieder in der Kaserne erscheinen.", erklärte ich meinem langjährigen Freund.

 

Sein Okay, brauchte ich nicht einzuholen oder abzuwarten... ich war der Major und der kommandierende Offizier... und nahm mir die Entscheidungsfreiheit, die ich zur Not auch begründen konnte.

 

*-*-*

 

Als Peter die Nummer auf dem Display sah, wusste er schon wer es war und ahnte, was Kaine wollte.

 

''Hallo Kaine. Ich verstehe. Es ist in Ordnung. Ihm wird die Auszeit gut tun, genau wie dir, Ich freue mich dann, euch erholt wiederzusehen'', meinte Peter und lächelte übers ganze Gesicht.

 

Er hatte keine Einwände und war auch nicht mehr sauer auf Anska.

 

Unterdessen räkelte ich mich in Kaines Bett, sog seinen Geruch in mich auf und genoss es noch für einen Moment, ehe ich aufstand.

 

Auf dem Flur, versuchte ich mich zu erinnern, wo sich das Bad befand und fand es auch, hinter der zweiten vermuteten Tür. Dort angekommen, nahm ich mir, was ich brauchte, duschte ausgiebig und zog mich wieder an.

 

Tatsächlich fand ich sogar einen Fön, mit dem ich begann meine langen Haare zu trocknen.

 

Ein wenig mulmig war mir schon, da ich mich Kaine offenbaren musste. Länger könnte ich es nicht aufschieben. Ich musste ihm sagen, was ich für ihn empfand.

 

*-*-*

 

"Ich freue mich auch dich dann wieder zu sehen", antwortete ich Peter, bevor ich mich von ihm verabschiedete und wir auflegten.

 

Anschließend begab ich mich ins Schlafzimmer, wo ich mich sogleich ankleidete. Natürlich trug ich nun keine Uniform, es waren eher bequeme, aber elegante Sachen, die meinen Körper verhüllten.

 

Da ich mir schon denken konnte, dass Anska nichts weiter hier hatte, suchte ich auch gleich noch ein paar passende Sachen für ihn heraus, die ihm auch passen müssten, damit er nicht die ganze Zeit in dieser Uniform herum laufen musste.

 

Die Uniform könnte dann Sebastian in die Reinigung geben, denn für diese Woche hatten wir erst einmal frei und würden in der nächsten Woche unseren Dienst wieder aufnehmen. In dieser Zeit würden wir, falls es Anska recht wäre, den Umzug vollziehen, so dass er dann, bei Dienstbeginn, schon mit mir hier wohnte. So könnten wir dann auch immer abends gemeinsam heim fahren.

 

Aber das würde ich gleich dann auch noch mit meinem Freund besprechen müssen, ob er damit überhaupt einverstanden wäre.

 

Nachdem ich mich fertig gemacht hatte, begab ich ich mich ins Esszimmer, wo auch schon das üppige Frühstück auf dem Tisch stand, was mich, vor Freude, strahlen ließ. Sebastian hatte sich heute mal wieder selbst übertroffen.

 

Nur kurz sah ich meinen Freund am Zimmer vorbeilaufen, ging auf ihn zu und meinte bittend:

 

"Sebastian, du hast dich, mit dem Frühstück, heute mal wieder selbst übertroffen... danke, das sieht echt toll aus. Würdest du bitte Anska suchen um ihm sagen, er möchte sich im Schlafzimmer bitte die anderen Sachen anziehen und würdest du ihn dann bitte hierher zum Frühstück bringen."

 

"Natürlich, Kaine, das tue ich gern."

 

"Danke, Sebastian, du bist ein Schatz."

 

Mein Freund grinste mich an und ging dann weiter.

 

Sebastian suchte dann nach Anska, brauchte aber nicht lange, da er schon den Fön aus dem Bad hörte und klopfte an die Badezimmertür.

 

"Anska, wenn du fertig bist, möchtest du bitte, im Schlafzimmer die Sachen anziehen und dann werde ich dich zum Frühstücken zu Kaine bringen. Ich warte hier auf dich.", sprach Sebastian etwas lauter, durch die Tür hindurch, damit es der junge Mann auch mitbekam.

 

*-*-*

 

Als ich Sebastians Stimme vernahm, schaltete ich kurz den Fön ab, um ihn besser verstehen zu können.

 

''Ist in Ordnung, Sebastian. Ich bin gleich soweit'', meinte ich, föhnte noch eben schnell fertig und ging dann hinaus auf den Flur.

 

Anschließend begab ich mich, wie angegeben ins Schlafzimmer, wo ich von Kaine Sachen liegen sah. Er hatte wirklich einen guten Geschmack und so zog ich mich um. Es fühlte sich gleich ganz anders an und ich wirkte irgendwie befreit.

 

''So, dann wollen wir mal'', meinte ich zum Butler, als ich wieder hinaus auf den Flur trat, etwas nervös, aber kampfbereit.

 

Nun ließ ich mich ins Esszimmer führen, wo Kaine schon auf mich zu warten schien.

 

''Guten Morgen'', strahlte ich Kaine unweigerlich an, da ich an letzte Nacht denken musste. Langsam ging ich auf ihn zu und umarmte ihn kurz mit einem Arm. Erneut ging ein Zucken durch meinen anderen Arm, diesmal wahrhaftiger, als die letzten Male.

 

''Ich hoffe du hast gut geschlafen. Das hier sieht ja wirklich köstlich aus... Nur... da gibt es etwas, was ich dringend mit dir bereden muss. Es liegt mir auf dem Herzen und muss gesagt werden, bevor ich hier einziehe...'', machte ich mir direkt Luft, bevor ich wieder kneifen würde.

 

Die Sache mit meinem Arm versuchte ich erst mal Beiseite zu schieben. Alles zu seiner Zeit.

 

*-*-*

 

Sebastian schloss hinter sich Tür und ließ uns allein.

 

"Guten Morgen, Anska. Ja, ich habe sehr gut geschlafen... das verdanke ich, ohne Zweifel, dir. Keine Albträume... nichts. Danke", erwiderte ich und musste grinsen, als mein Freund den Frühstückstisch bewunderte.

 

"Ja, der liebe, gute Sebastian hat sich heute mal wieder selbst übertroffen... er ist das Beste was mir passieren konnte. Bitte, setz dich erst mal", begann auch ich nun zu reden, wollte ihm zwar nicht das Wort abschneiden... aber ich redete dennoch weiter, da mein Freund gerade eine Pause machte.

 

"Ich kann mir schon denken, was du auf dem Herzen hast... und berichtige mich, bitte, wenn ich falsch liege, aber... kann es sein, dass du dich in mich... verliebt hast? Das ist nicht schlimm... sollte da etwas wahres dran sein, denn ich möchte trotzdem, dass du hier einziehst... wünsche dich trotzdem in meiner Nähe.

 

Du weißt aber, dass ich... große Angst habe verletzt zu werden... und vor diesen unbekannten Gefühlen, mit denen ich nicht umzugehen weiß... deshalb erbitte ich mir von dir ein wenig Zeit. Ich muss mir über meine Gefühle zu dir erst bewusst und sicher sein.

 

Vielleicht hast du in der ersten Zeit auch ein bisschen Geduld mit mir... so schnell und von einem Tag auf den anderen geht es nicht. Aber ich mag dich sehr, sehr gern, das kannst du mir glauben, sonst hätte ich niemals zugelassen, dass du mit mir in einem Bett schläfst und hätte mich auch sicher nicht an dich geschmiegt.", erklärte ich meinem Freund und blickte ihm dabei sehr sanft und mild lächelnd in die Augen.

 

"Die Sachen stehen dir übrigens ausgezeichnet. Du siehst toll aus... zum... verlieben.", konnte ich mir das abschließende Kompliment nicht verkneifen und schmunzelte.

 

Anskas freudiges Strahlen erwärmte mich und es sagte mir auch, dass ich mit meiner nunmehr ausgesprochenen Vermutung recht hatte.

 

*-*-*

 

Ich fand nicht, dass Kaine mir die Worte aus dem Mund nahm und mir das vorweg nahm, was ich sagen wollte. Eher erleichtert und verstanden fühlte ich mich. Ein warmes Lächeln schenkte ich ihm und dann konnte ich doch nicht anders und fiel ihm um den Hals.

 

''Danke'', kam es sehr erleichtert von mir, ''Ja, du hast recht mit allem, was du gesagt hast und ich weiß, worauf ich mich einlasse. Es stört mich nicht, denn ich habe mir ja vorgenommen, dir zu helfen, mit deiner Angst klarzukommen und ich werde dich erobern.''

 

Sanft drückte ich Kaine, bevor ich breit grinste und mich an den Tisch setzte. Mein rechter Arm schmerzte und ich stöhnte kurz gequält, wollte es aber ignorieren.

 

Warum musste es ausgerechnet jetzt wehtun.

 

''Gut, wenn ich zum verlieben aussehe, ziehe ich ab jetzt nur noch deine Sachen an'', scherzte ich, nachdem ich mich wieder gefasst hatte.

 

Wie gut ich mich fühlte, so erleichtert und frei. Kaine war eben ein toller Mann und es definitiv wert erobert zu werden.

 

''Sag bitte, wie geht es jetzt weiter? Soll ich direkt hier einziehen? Wenn es nach mir ginge, lieber heute, als morgen. Außerdem muss ich nicht zurück zur Kaserne? Ich meine für gestern hatte ich mich abgemeldet, aber heute?'', stellte ich die Fragen, die mich außerdem bewegten, wollte eben dieses peinliche Thema vom verliebt haben, schnell beiseite schieben.

 

Darüber redete ich nun mal nicht allzu gerne.

 

*-*-*

 

Anskas Worte ließen mich verlegen werden, so dass ich kurz meinen Blick senkte und das Gefühl hatte, als würden meine Wangen zu glühen beginnen... herrje, nicht dass ich ausgerechnet jetzt auch noch rot wurde.

 

Jedoch ließ ich mich davon nicht beirren sondern hob meinen Blick wieder, schaute Anska an und lächelte. Er wollte mich also erobern, das klang ja, wie eine Kampfansage und... es war genauso wie ich es geahnt hatte... au man, das würde schwer für mich werden... aber ich war auch neugierig genug, um es angehen und versuchen zu wollen.

 

Außerdem war Anska sehr lieb, so dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass er mich je verletzen würde... dennoch kam ich nicht einfach so über meine Angst hinweg... das würde schon noch was dauern.

 

"Wenn du magst... kannst du gern meine Sachen anziehen, das stört mich nicht, ich habe genug Sachen. Also... nur zu", gab ich zurück, hatte seinen Scherz aber verstanden und lachte kurz auf.

 

Als mein Freund schließlich das Thema wechselte, erkannte ich schon, dass es ihm wohl etwas unangenehm gewesen war... und ich war auch froh, über etwas anderes reden zu können.

 

"Ja, also... wenn du magst, kannst du sofort hier einziehen, dem steht nichts im Wege. Wenn du also magst, holen wir, gleich nach dem Frühstück, deine Sachen aus der Kaserne... du bekommst dann auch dein eigenes Zimmer, wenn du möchtest und hast eine Woche Zeit dich hier einzugewöhnen.

 

Und... nein, du musst jetzt erst mal nicht zurück zur Kaserne, denn ich habe vorhin mit Peter gesprochen und dich vorläufig abgemeldet. Er freut sich, wie er meinte, wenn wir beide dann wieder zurückkommen werden.

 

Du bleibst jetzt erst mal hier, bei mir, wenn es okay für dich ist... und dann kümmern wir uns auch um deinen Arm, der ja schon ab und zu noch weh tut, wenn ich das richtig sehe. Wir werden deinen Arm ein wenig trainieren und dann... wird es schnell besser werden", erzählte ich meinem Freund ruhig.

 

"Außer natürlich... du willst jetzt sofort zurück zur Kaserne...", konnte ich mir den Scherz nicht verkneifen und musste einfach grinsen.

 

*-*-*

 

In Ruhe hörte ich Kaine zu und hing quasi an seinen Lippen. Es freute mich zu hören, wie es laufen würde und ich war mehr als einverstanden.

 

Frech streckte ich ihm die Zunge raus, als er meinte, dass ich direkt zurück könnte.

 

''Nein, jetzt hast du mich am Hals, selber schuld'', scherzte ich.

 

''Na ja, mein Arm zuckt ab und an schon und schmerzt bereits hier und da. Ich denke, dass ich ihn bald bewegen kann. Aber ich habe auch das Gefühl, dass es mit den Gefühlen zu tun hat, die ich zulasse...'', ging ich dann auf Kaines Aussage ein.

 

Ich hatte also Urlaub und würde diesen mit Kaine verbringen. Alles klang wie in einem Traum und ich konnte es kaum erwarten meine Sachen zu holen.

 

''Man gut, dass ich meine Sachen noch nicht ausgepackt habe. Im Grunde könnten wir die Kartons doch einfach bringen lassen'', fiel es mir dann ein.

 

Dabei schaute ich Kaine verliebt an, weil es sich so gut anfühlte bei ihm zu sein.

 

*-*-*

 

"Na, mal nicht so frech, Leutnant Blue.", nahm ich den Scherz direkt auf und streckte ihm nun ebenfalls frech die Zunge raus: "Fein, dann hab ich dich eben am Hals... immerhin wollte ich das ja so", und pikste ihm leicht übermütig in die Seite, konnte mir ein Lachen dabei nicht verkneifen.

 

"Das mit deinem Arm bekommen wir schon hin... gemeinsam schaffen wir das.", antwortete ich meinem Freund: "Vielleicht solltest du noch mehr Gefühl zulassen, wenn es denn wirklich daran liegt.", fügte ich hinzu.

 

Zwischenzeitlich nahm ich mir eine Tasse Tee und ein Brötchen, das ich aufschnitt und Nuss-Nougat-Creme drauf tat. Anschließend biss ich herzhaft hinein und nahm auch von den Früchten, die ich erst mal auf meinen Teller legte.

 

"Bitte, greif zu", bat ich meinen Freund, dann zog ich mein Handy hervor, suchte eine Nummer heraus und hielt das Handy ans Ohr.

 

Es klingelte, dann meldete sich jemand.

 

"Fähnrich Bloom, Major Sewering hier. Sie lassen sich von Oberleutnant Smith den Schlüssel zu Leutnant Blues Zimmer geben, laden alles ein, was dem Leutnant gehört und bringen es zu mir. Sie können auch Fähnrich Jackson zur Hilfe nehmen. Haben sie das verstanden?!", befahl ich streng.

 

"Jawohl, Major Sewering!", gab Bloom von sich, dann legte ich auf, nachdem ich ihm meine Adresse durchgegeben hatte.

 

Mich wieder Anska zuwendend, sah ich seinen verliebten Blick und wurde doch glatt wieder verlegen. Klar, eben noch den Major spielen... und jetzt... einen auf verlegen machen... super Kaine... echt super....

 

*-*-*

 

Es tat gut, so ungezwungen mit Kaine herumzualbern. Als er meinte, ich sollte zugreifen konnte ich es mir deshalb nicht verkneifen: ''Jawohl, Major!''

 

Doch musste ich gleich darauf lachen und bediente mich.

 

Was er gesagt hatte, gefiel mir sehr und ich war gespannt darauf, was kommen würde.

 

Das Essen sah nicht nur gut aus, sondern schmeckte auch toll. Dann erlebte ich erneut, wie toll es war, einen Major zum Freund zu haben. Kaine hatte es veranlasst, dass meine Sachen hergebracht wurden.

 

Genüsslich biss ich in mein Brötchen, was ich mir vorher belegt hatte und schaute meinen Freund an. Er wirkte etwas verlegen, aber auch für mich war es eine neue Situation.

 

''Weißt du...'', begann ich deshalb ganz offen zu erzählen, ''Im Grunde ist es ja einfach für jemanden der schwul ist. Sex gibt es schon viel, aber für mich kam so was nie in Frage. Ich habe immer auf den Richtigen gewartet.

 

Zwar habe ich vor der Armee schon ein paar Erfahrungen gesammelt, aber die ganze Zeit währenddessen war rein gar nichts.''

 

Erneut biss ich von meinem Brötchen ab und trank einen Schluck Tee. Mir war es wichtig, dass Kaine wusste, wie ernst es mir war, und dass er mir vertrauen konnte.

 

*-*-*

 

Während ich in aller Ruhe mein Frühstück aß, mir mal wieder richtig viel Zeit ließ, hörte ich Anska zu, was er erzählte und nickte ab und zu verstehend.

 

"Verstehe... aber... du hast damit schon Erfahrungen gesammelt... ich kenne das gar nicht.", erwiderte auch ich ganz offen: "Für so etwas hatte ich nie Zeit und... kein Verlangen. Ich habe hart gearbeitet... für das was ich erreichen wollte und immer noch erreichen will. Ich kann es mir eben nicht leisten weich zu sein... in der Öffentlichkeit Gefühle zu zeigen... und auch... wie von Sebastian empfohlen... kann ich mir keine... Therapie leisten... ich muss hart sein... hart und unnachgiebig... der sein, der ich immer war... auch wenn es mir sehr oft, sehr schwer fällt.", fügte ich erzählend hinzu.

 

Dann aß ich einige Weintrauben, trank etwas Tee dazu und belegte mein Brötchen dann mit etwas Schinken, Käse und Tomate oben drauf. Herzhaft biss ich hinein und ließ es mir schmecken.

 

Es war schon toll hier mit meinem Freund zu sitzen und zu frühstücken... nicht mehr allein zu sein... ja, daran konnte ich mich möglicherweise gewöhnen.

 

Die Sache mit der Liebe würde ich sicher auch noch hinbekommen... mit Anskas Hilfe... dessen war ich mir sicher.

 

*-*-*

 

''Ich verstehe dich ja'', erwiderte ich auf Kaines Worte ganz ruhig, ''Aber du musst nicht zwangsläufig so hart sein. Zwar schon so, dass man merkt, man muss den Befehlen folgen, aber manches mal ist es etwas zu viel.

 

Sei mir nicht böse, wenn ich das sage. Gerade eben, zum Beispiel, da warst du sehr hart, obwohl du nur eine simple Anweisung gegeben hast.

 

Dabei erwarte ich nicht, dass du in der Öffentlichkeit Schwäche zeigst.

 

Nur musst du auch versuchen loszulassen, wenn du, wie jetzt hier mit mir bist.''

 

Mein Brötchen hatte ich aufgegessen und legte nun meinen linken Arm hinter Kaine. Sanft strich ich ihm über die Schulter, allerdings nur kurz, da ich ihn zu nichts drängen wollte.

 

*-*-*

 

Auf die Worte meines Freundes nickte ich verstehend, doch würde ich diese Sache wohl nicht ändern, auch wenn ich wusste, dass Anska schon irgendwie recht hatte.

 

"Ich bin dir keineswegs böse, warum auch. Nur... kann ich nicht anders. Sicher, hier mit dir versuche ich loszulassen, auch das fällt mir erst mal sehr schwer. Ich war lange allein... hatte außer Sebastian und den anderen Bediensteten niemanden hier. Keine Gefühle... keine Liebe und ...kein Loslassen. Das geht eben nicht von jetzt auf gleich.

 

Bitte, versteh du das auch. Denn, wie ich schon sagte... brauchst du vielleicht schon ein wenig Geduld mit mir.", erwiderte ich ruhig und sachlich und spürte dann... sein Streicheln... an meiner Schulter... kurz war es... aber ich musste mich zusammennehmen, um nicht weg zu zucken.

 

Ein wenig versteift hatte ich mich, senkte meinen Blick und ließ meine Hand mit dem halben Brötchen, sinken, kam mir beinahe wie eine Mimose vor, die sich bei Berührung zusammen zieht... während sich mein Herzschlag leicht erhöhte...

 

*-*-*

 

''Schon gut. Ich habe dich ja verstanden und ich werde mich in Geduld üben'', lächelte ich Kaine an.

 

Wie niedlich er war, wenn er so verlegen den Blick senkte. Es würde mir schwer fallen, aber ich nahm mir vor, ihm die Zeit zu lassen, die er brauchte.

 

Irgendwie machte es mich stolz, dass ich der Erste sein sollte, der Kaine zeigte, was Liebe war und wie schön es sein könnte mit jemanden intim zu sein.

 

Ein Brötchen nahm ich mir noch und belegte es. Auch ein paar Früchte durften nicht fehlen. Genüsslich aß ich alles auf und trank auch meinen Tee dabei.

 

''Was machen wir denn mit der neu gewonnenen Freizeit?'', wollte ich dann von Kaine wissen, da ich in so was nun gar keine Erfahrungen hatte.

 

Mir fiel nun auch nichts ein, was ich hätte tun mögen. Sicher war es schön gewesen, gestern mit Kaine so eng aneinander gekuschelt einzuschlafen, aber wir waren ja eben erst aufgestanden.

 

Aber es gab sicher noch etwas anderes, was wir tun könnten. Zumal ich Kaine nicht überfordern wollte.

 

*-*-*

 

"Danke.", sagte ich, nachdem ich mich wieder einigermaßen gefasst hatte.

 

Es würde wohl doch sehr schwer für mich werden, die Liebe, die Anska für mich empfand, zuzulassen, allein, dass er mich nur kurz berührt hatte... ließ mich beinahe erstarren. Aber ich würde mich wohl oder übel dieser, für mich, neuen Situation stellen müssen... stellen wollen... trotz Angst und Panik.

 

Vielleicht würde es ja auch ganz schön werden und meine Angst würde sich in Luft auflösen... aber das wären wohl vorerst nur ...Wunschträume... dazu hatte ich zu viel durchmachen müssen.

 

Endlich kam von Anska die, von mir ersehnte, Ablenkung und ich atmete innerlich unbemerkt auf.

 

Während ich nun langsam weiter aß, dachte ich kurz nach und meinte dann, wieder lächelnd:

 

"Also erst mal solltest du vielleicht dein neues Zuhause kennen lernen... ich könnte dir auch den großen Garten zeigen, du könntest dir schon mal ein Zimmer aussuchen, wohin du dich, bei Bedarf, zurückziehen kannst... tja... und dann werden wohl bald deine Sachen hier sein und wir könnten ein wenig raus gehen, Eis essen... ins Kino gehen... eigentlich alles was du magst.", bot ich meinem Freund an: "Wir können aber auch schwimmen gehen... im Keller befindet sich ein großer Swimmingpool.", fügte ich hinzu, so hatte er noch etwas mehr Auswahl.

 

Mein Brötchen hatte ich endlich aufgegessen, aß nun noch einen Apfel und trank meinen Tee aus.

 

*-*-*

 

Egal, was Kaine mir anbot, alles war Musik in meinen Ohren. Solange ich mit ihm zusammen sein durfte, schien mir, als wäre alles toll.

 

''Was immer du magst. Nur mit dem Schwimmen, werde ich wohl Probleme haben. Wobei ich gegen etwas plantschen nichts einzuwenden habe'', lächelte ich sanft.

 

Dabei gönnte ich mir noch eine Tasse Tee und war gespannt, auf das, was kommen würde.

 

''Gerne suche ich mir ein Zimmer aus, denn meine Sachen müssen ja irgendwo bleiben und auspacken sollte ich sie vielleicht auch. Für mich ist es nur etwas ungewohnt, soviel Freizeit zu haben'', meinte ich dann.

 

Der absolute Luxus erwartete mich scheinbar hier und ich war bereit diesen zu genießen.

 

''Kaine, danke für alles'', sagte ich dann, aber auch weil ich seine Unsicherheit wegen meines Armes bemerkt hatte, ''Versuch dich nicht zu verkrampfen, wenn ich dich berühre. Ich beiße dich nur, wenn du es willst.''

 

Dabei zwinkerte ich Kaine frech zu und legte vorsichtig meine Hand auf sein Knie. Dort blieb sie liegen, ohne dass ich sie bewegte. Da musste mein Freund durch, auch wenn es ihm schwer fiel.

 

*-*-*

 

Hach ja, es stimmte ja... er konnte ja mit dem Arm noch nicht schwimmen... ich Vollidiot... wie konnte ich das vergessen... wo war ich nur mit meinen Gedanken?!

 

"Ach, das Schwimmen kann auch bis später warten, wenn du deinen Arm besser im Griff hast. Der Pool läuft uns ja nicht weg", gab ich aufgeschlossen von mir: "Tja, dann hast du, mit dem Auspacken, doch eigentlich genug zu tun, nicht. Während du dann hier auspackst, kann ich mich ein wenig im Garten betätigen. Denn den Garten pflege nur ich allein... das darf hier vom Personal niemand tun. Der Garten ist nämlich mein ganzer Stolz", erklärte ich Anska offen und ehrlich.

 

"An so viel Freizeit wirst du dich mit der Zeit schon noch gewöhnen... keine Sorge.", erwiderte ich und nickte kurz: "Nichts zu danken, Anska", fügte ich sanft hinzu, als ich dann auch schon wieder Worte hörte, die mich beinahe erstarren ließen und ich ahnte, was gleich geschehen würde.

 

Sicher hatte ich den Scherz von meinem Freund verstanden, doch konnte ich jetzt gerade kaum reagieren, denn schon hatte er seine Hand auf mein Knie gelegt und ließ diese dort liegen.

 

Natürlich verkrampfte sich mein Körper merklich und ich zog mich leicht zurück, während sich mein Herzschlag fast schon wieder verdoppelte. Ich versuchte mir alles mögliche einzureden... alles nicht schlimm... Anska wird dir nicht weh tun... du brauchst keine Angst zu haben... immer wieder versuchte ich mich so zu beruhigen... versuchte mir auch die letzte Nacht ins Gedächtnis zu holen...

 

...aber alles vergeblich... leicht ängstlich schaute ich hinab auf mein Knie... sah die Hand meines Freundes dort liegen und japste schon nach Luft, während ich schon beinahe ein Stoßgebet zum Himmel sandte... es möge bald vorbei sein.

 

Dennoch ahnte ich, dass mein Freund nicht aufgegeben und es immer wieder versuchen würde und ich ihm nicht entkommen konnte.

 

Innerlich erleichtert stellte ich fest, dass mich der Himmel doch erhört haben musste, denn nur wenig später klingelte es an der Tür.

 

Sacht löste ich mich von meinem Freund, lächelte erleichtert, aber liebevoll und meinte: "Das sind sicher deine Sachen, ich bin gleich wieder da. Du kannst auch gern mitkommen, wenn du magst", damit stand ich auch schon auf und verließ das Esszimmer... die Tür ließ ich aber offen, ließ Anska die Wahl, ob er hier bleiben oder mitkommen wollte.

 

Auch wenn ich froh war dieser Situation erst einmal entkommen zu sein, so wusste ich doch, dass es nicht das erste und auch nicht das letzte Mal sein würde und ich mich wohl oder übel daran gewöhnen musste. Ich freute mich dennoch über die kleine Galgenfrist.

 

Kurze Zeit später hatte ich die Tür erreicht und öffnete diese.

 

Tja, normalerweise war ja Sebastian dafür zuständig, aber der hatte um diese Zeit andere Sachen zu tun... wie einkaufen usw. also musste ich die Tür öffnen.

 

"Hallo, ihr Beiden, da seid ihr ja", begrüßte ich meine beiden Rekruten.

 

"Major Sewering, Sir, wie befohlen, sind hier Leutnants Blues Sachen."

 

"Rührt euch. Danke, und ich bin jetzt nicht im Dienst.... ihr könnt auch Kaine sagen, okay", sprach ich zu den Beiden, die mich etwas... ja, seltsam anschauten, während ich grinsen musste.

 

"Ja, jetzt schaut nicht so. Helft mir bitte, die Sachen ins Haus zu tragen", bat ich die Beiden, eingedenk dessen was Anska gesagt hatte mit ruhiger Stimme, die nur nickten und sich sogleich an die Arbeit machten, aber auch ich packte mit an... ließ sie nicht alles allein tun.

 

*-*-*

 

''Gerne und später schaue ich mir dann deinen Garten in aller Ruhe an'', sagte ich ruhig.

 

Sicher hatte ich Kaines Angespanntheit bemerkt und dachte mir schon, dass er froh war, als es an der Tür klingelte. Aber es war okay so und langsam folgte ich ihm zur Tür.

 

Erst hörte ich in Ruhe mit an, wie viel Mühe sich Kaine gab, sanft mit den Beiden zu sprechen und es ließ mich schmunzeln. Er hatte sich meinen Rat zu Herzen genommen und das gefiel mir sehr.

 

''Hallo'', begrüßte ich dann auch die Beiden, ganz locker eben und half ebenfalls mit, die Sachen reinzutragen. So brauchte jedenfalls keiner Zweimal zu laufen, da es nicht allzu viel war, was ich besaß.

 

''Dankeschön, fürs bringen'', bedankte ich mich dann bei den Beiden und lächelte sanft.

 

''Tja, jetzt muss ich mir wohl nur noch ein Zimmer aussuchen'', meinte ich dann zu Kaine, als alles im Haus war.

 

''Vielleicht möchten die Beiden noch etwas trinken, bevor sie zurück müssen?'', überlegte ich dann laut und schaute meinen Freund fragend an.

 

Der Gedanke, dass es jetzt auch mein Zuhause war, kam mir noch etwas fremd vor und dennoch war mir der Sinn nach Gastfreundschaft.

 

*-*-*

 

Gut, der Umzug war vollzogen und wie Anska schon sagte, musste er sich jetzt nur noch ein Zimmer aussuchen, aber zunächst schloss ich mich der Gastfreundschaft meines Freundes an und bat meine Rekruten herein.

 

"Bitte, kommt rein, und trinkt was mit uns... ihr könnt auch noch etwas essen, wenn ihr möchtet", sprach ich freundlich und schloss hinter den Beiden die Tür, die sich staunend angeschaut und dann genickt hatten.

 

Natürlich, war es mir nur recht, dass sie noch etwas blieben... es verlängerte meine Galgenfrist erheblich. Ich hatte auch das Schmunzeln meines Freundes bemerkt, doch ging ich da jetzt nicht drauf ein.

 

"Kein Problem, Leutnant Blue, nichts zu danken", meinte dann Fähnrich Bloom, während ich mit allen ins Esszimmer ging, wobei meine beiden Rekruten sich staunend umschauten... so auch mich noch immer etwas seltsam ansahen, da sie mich gänzlich anders kannten.

 

Nun, sie würden ihren "alten" Major schon noch früh genug wieder haben... hatte ich doch nicht vor die sanfte Tour für immer und vielleicht auch noch in der Kaserne abzuziehen... nicht mit mir. Hier, privat war es eine ganz andere Sache und auch okay, aber nicht in der Öffentlichkeit oder in der Kaserne... da würde dann schon wieder ein anderer Wind wehen.

 

Im Esszimmer angekommen, bot ich den beiden einen Platz an und auch mein Freund sollte sich ruhig wieder setzen, dann klingelte ich nach einem anderen Bediensteten... Cole... der dann auch gleich angerannt kam und fragte, was ich denn wünschte.

 

"Cole, bitte bringen sie den Herrschaften doch etwas zu trinken und legen sie noch zwei Gedecke auf. Vielen Dank."

 

"Kommt sofort, mein Herr", willigte Cole ein, der mich aber siezte, so wie ich ihn auch, denn er war zwar mein Diener, aber nicht mein Freund, dennoch machte auch er seine Arbeit ausgezeichnet.

 

Sogleich ging Cole los und war nur wenig später mit zwei Tassen Kaffee und zwei Tellern wieder da. Alles stellte er vor die beiden Rekruten hin, denen ich zunickte und die sich dann bedienten.

 

"Lasst es euch schmecken", sagte ich noch, bevor ich mich an meinen Freund wandte.

 

"Möchtest du dein Zimmer genau neben dem meinen?", fragte ich Anska und schaute ihn dabei lächelnd an.

 

Mir war es egal, ob die Beiden auch noch da saßen... mein Privatleben ging niemanden etwas an und was ich privat mir Anska zu schaffen hatte auch nicht, auch würde ich mich nicht vor den beiden erklären oder womöglich rechtfertigen.

 

Allerdings konnte ich schon etwas Neid auf ihren Gesichtern erkennen.

 

*-*-*

 

Es tat mir gut, wie Kaine jetzt war. Auch fand ich es witzig, wie die beiden Rekruten schauten. Sie kannten Kaine so nicht und es war amüsant mit anzusehen, wie sie sprachlos zu sein schienen.

 

Gerne setzte ich mich wieder hin und lernte nun auch nebenbei noch einen Bediensteten kennen. Daran würde ich mich wohl erst mal gewöhnen müssen und dennoch war es ja ähnlich wie in der Kaserne, wo ich eben die Rekruten hatte, für gewisse Arbeiten und das Essen vorgesetzt bekam.

 

Als Kaine dann so offen mit mir sprach, merkte ich den Stolz, der sich in mir aufbaute. Ihn schien es nicht zu stören und ich war sehr froh darüber.

 

''Ja, sehr gerne, nehme ich das Zimmer neben deinen. Mal schauen, in wieweit ich es überhaupt nutze. Aber meine Sachen haben dann zumindest einen festen Platz'', sprach ich ruhig und ahnte, welch innere Unruhe ich Kaine damit bescherte.

 

Dabei schenkte ich ihm ein liebevolles Lächeln und hoffte auch diese Nacht wieder bei ihm schlafen zu dürfen.

 

*-*-*

 

"Dann werden wir nachher alles in dein Zimmer bringen, du darfst alles auspacken und einräumen ...tja und ich... werde mich in meinem Garten sonnen", konnte ich mir nicht verkneifen von mir zu geben und grinste meinen Freund nun an.

 

Natürlich wusste ich was er mir damit sagen wollte.... ob er das Zimmer überhaupt nutzen würde und es machte mich sehr nervös... nun, da gab es ja noch meinen Garten in dem ich mich notfalls stundenlang aufhalten konnte.

 

Aber nein, ich wollte das doch auch... also würde ich da wohl durch müssen... mit oder ohne Zusammenbrüche und Panik und Angst... hatte ich doch schon so viel erreicht, und jetzt fürchtete ich mich vor Berührungen, die nicht einmal weh taten... die von einem Freund kamen... der mir wahrscheinlich niemals weh tun würde.

 

Ich musste mich eben zusammennehmen... egal wie, auch wenn es mir noch so schwer fallen würde und schon bei dem Gedanken daran innerlich zitterte, wie Espenlaub.

 

Die beiden Rekruten waren irgendwann mit dem Essen fertig und tranken noch ihren Kaffee, ehe sie sich bei uns bedankten und sich langsam verabschiedeten...

 

*-*-*

 

Nachdem die beiden Rekruten weg waren, machten wir uns daran, alles in mein Zimmer zu räumen. Es war ein schöner, großer Raum und es war für mich erst noch neu und ungewohnt.

 

Kaine ging dann hinaus in den Garten und ich begann meine Sachen auszupacken. Alles bekam seinen Platz und langsam fühlte ich mich wie zu Hause.

 

Jetzt wo meine Sachen hier waren, merkte ich, wie es in mir Klick machte.

 

Ich ließ mir Zeit und genoss es auch. Als ich fertig war, ging ich hinaus in den Garten, wo ich mich erst mal staunend umsah. Wie herrlich es auch hier war, bemerkenswert und all das sollte jetzt auch mein Zuhause sein.

 

Langsam ging ich durch den Garten, um nach Kaine zu schauen.

 

*-*-*

 

Anskas Sachen waren schnell in sein Zimmer getragen und ich begab mich endlich in meinen Garten... meinen schönen Garten auf den ich ganz besonders stolz war... an den ich niemanden heran ließ.

 

Um den Haushalt brauchte ich mich nicht zu kümmern, das erledigten andere für mich, so hatte ich viel Zeit für mein Hobby.

 

So goss ich die Blumen, pflegte den Rasen und beschnitt die Bäume und Sträucher. Auch pflanzte ich ein paar rote und weiße Rosen. Ja, ich hatte mir eine kleine Ecke ausgebaut und wollte mir hier einen Rosengarten anlegen... der immer mehr Gestalt annahm.

 

Stolz überblickte ich meinen Rosengarten, ich liebte Rosen über alles... sie waren wie ich... zart, empfindlich und doch mit Dornen bestückt... bereit sich zu verteidigen.

 

Dass mein Freund inzwischen fertig war, ahnte ich nicht, denn dazu war ich viel zu sehr beschäftigt.

 

*-*-*

 

Endlich erblickte ich Kaine, der ganz mit seinen Rosen beschäftigt war. Eine Weile beobachtete ich ihn, wie schön er war und wie gut die Rosen zu ihm passten.

 

Dann aber trat ich langsam etwas näher an ihn heran.

 

''Na, du hast es dir aber richtig schön hier gemacht'', sprach ich ruhig, während ich an Kaine herantrat.

 

''Was meinst du? Eine kleine Pause mit etwas zu Trinken wäre gut, oder? Ich bin fertig und habe alles eingeräumt. Meine Sachen haben jetzt ihren festen Platz und ich bin wirklich glücklich, dass ich hier bei dir sein darf'', meinte ich.

 

Dabei lächelte ich Kaine an, wie es schon zur Gewohnheit geworden war. Erneut zuckte mein Arm, aber dieses mal ohne mir Schmerzen zu bereiten. Es war ein seltsames Gefühl und langsam wurde ich ungeduldig, wollte ich doch meine Hand endlich benutzen können.

 

*-*-*

 

Da ich so beschäftigt war, hatte ich mich schon etwas erschrocken, als Anska auf mich zu kam und mich ansprach. Ein wenig erschrocken schaute ich ihn erst an, dann aber legte sich ein Lächeln auf meine Lippen, als ich sein Lob hörte... sein Kompliment.

 

"Danke, ich habe mir auch sehr viel Mühe gegeben und wirklich alles allein gemacht.", erwiderte ich und fragte meinen Freund auch gleich mal: "Was meinst du... einen weißen runden Tisch genau hierher und weiße Stühle... dazu...?", dabei zeigte ich auf eine unbebaute Fläche in meinem Rosengarten, während ich die Rosen sanft streichelte... sie sanft liebkoste.

 

"Eine Pause...? Hmm... brauche ich eigentlich nicht... aber wir können trotzdem gern etwas trinken.", willigte ich ein und wischte mir meine schmutzigen Hände erst mal an der Hose ab, ehe ich ein Tuch nahm, das an meinem Gürtel hing, und mir die Hände säuberte.

 

Meinen Freund anschauend nickte ich lächelnd, ja, das glaubte ich ihm unbesehen... dass er glücklich war.

 

"Ich bin auch sehr glücklich, dich bei mir zu haben und... endlich nicht mehr allein sein zu müssen... danke, dass du mein Angebot angenommen hast.", antwortete ich Anska, ging noch etwas auf ihn zu... überwand mich und nahm ihn lieb in die Arme, drückte ihn sanft an mich. Er war so hübsch, mit seinen tollen blauen Augen und seinen langen blonden Haaren...

 

Ich freute mich wirklich und auch, dass er sich hier sehr schnell eingewöhnte.

 

Etwas später löste ich mich sacht wieder von ihm, denn auch ich hatte das Zucken seines Armes bemerkt und nahm den Arm in meine Hände... hob ihn ganz vorsichtig und sacht hoch... wollte ich meinem Freund doch nur helfen und ihm nicht etwa weh tun.

 

"Tut es dir weh... wenn ich das tue? Versuche vorsichtig deinen Arm auf dieser Höhe zu halten.", sprach ich liebevoll zu Anska und lächelte sanft. "Wenn es noch nicht geht, ist das nicht schlimm, aber zusammen schaffen wir das.", versuchte ich Anska Zuversicht zu geben.

 

*-*-*

 

Kaines Blick verfolgend, hatte ich mir die freie Fläche angeschaut.

 

''Ja, ich denke weiße Gartenmöbel in einem edlen Stil werden sich hier gut machen'', lächelte ich und konnte es mir bildlich vorstellen, wie wir hier saßen.

 

Man konnte Kaine ansehen, wie glücklich er war mit der Gartenarbeit, und dass er eigentlich keine Pause brauchte. Für mich wäre es auch okay so, je nachdem, wie Kaine es lieber hätte.

 

Über sein Lob freute ich mich riesig und mein Herz begann wie wild zu schlagen, als mein Freund sich überwand und mich in den Arm nahm.

 

Ich genoss es in vollen Zügen und legte meinen linken Arm sanft um ihn, wollte ihn am Liebsten nie mehr loslassen. Kaines Reaktion auf meinen Arm tat mir gut und überhaupt nicht weh.

 

''Es tut nicht weh und ich spüre, was du machst. Als wäre es mein richtiger Arm fühlt es sich an. Nur kann ich ihn nicht halten'', meinte ich etwas enttäuscht und versuchte mich zu konzentrieren.

 

Halten konnte ich ihn alleine nicht, aber meine Finger bewegten sich ein bisschen.

 

''Hast du das gesehen?'', strahlte ich Kaine an und spürte wie Tränen in meine Augen stiegen.

 

Also ging es voran und ich war mir sicher, dass es etwas mit Kaine zu tun hatte.

 

*-*-*

 

Ich nickte andächtig, mein Freund war also der selben Meinung, dass es so, wie ich es mir vorgestellt hatte, super aussehen würde.

 

Mit einem freudigem Lächeln registrierte ich, wie Anska seine Finger bewegte und nickte, als mich mein Freund, mit Freudentränen in den Augen, anstrahlte.

 

"Ja... ich habs gesehen und ich bin wirklich stolz auf dich.", lobte ich meinen Freund und strich ihm sanft über die linke Wange.

 

"Gemeinsam schaffen wir das. Du hilfst mir meine Angst zu besiegen und ich helfe dir mit deinem Arm.", meinte ich, und schaute Anska direkt in die hübschen Augen... überlegte... ich wollte... ja, ich wollte es tun... aber... was wenn er mich... nein, das würde er nicht tun... er würde mich nicht auslachen... allenfalls würde er sich sicherlich wundern. Aber wenn ich nun etwas falsch machte... was dann...?

 

Ach egal, ich war hier in Sicherheit, stand auf dem schönsten Fleckchen Erde überhaupt... was konnte mir da schon passieren... also wagte ich es einfach... überwand mich wieder einmal und schob meine Angst einfach mal beiseite. Ein mulmiges Gefühl blieb dennoch ...kannte ich es doch nicht... aber ich war nun mal sehr neugierig.

 

Noch einmal nahm ich Anska in die Arme, während mein Herz sich beinahe überschlug und mein Gesicht zu glühen begann, schaute ihm in das hübsche Gesicht... genoss den Anblick dieser tollen Augen und näherte mich seinem Gesicht... langsam... unaufhaltsam...

 

...ein letzter Zweifel wurde schnell noch beiseite geschoben... erst dann legte ich meine Lippen zärtlich auf die Seinen... küsste ihn, was sich wie ein Blitz durch meinen ganzen Körper zog und es sich anfühlte, als würde die Haut auf meinen Lippen zu kribbeln anfangen.

 

Ich konnte aber auch nicht aufhören ihn zu küssen... es fühlte sich so... ja... einmalig an...

 

*-*-*

 

Auf Kaines Aussage hin nickte ich und genoss seine Hand, die über meine Wange strich. Nur zu gerne ließ ich mich erneut von ihm in seine Arme schließen. Doch wurde ich das Gefühl nicht los, als ob er... ja tatsächlich er wollte mich küssen.

 

Ohne mich ihm aufzudrängen, ließ ich ihm die Zeit, bis er sich überwunden hatte. Doch dann nahmen meine Lippen, die seinen nur allzu gerne in Empfang.

 

Genießend streichelte meine linke Hand über seinen Rücken, ohne allzu viel Druck auszuüben. Dabei schloss ich die Augen und vergaß alles um mich herum. Leise nahm ich den sanften Kuss hin und spürte wie sich in mir eine angenehme Wärme ausbreitete.

 

Mit einem Mal konnte ich meinen rechten Arm ein wenig heben. Jedoch blieb ich ruhig, da ich den Kuss nicht unterbrechen wollte. Leider war der Arm wohl durch das ganze ruhige Halten noch etwas schwerfällig und ging langsam in seine Ursprungsform wieder zurück.

 

Aber das machte mir nichts aus, denn ich war gerade mehr als glücklich.

 

Niemals hätte ich gedacht, dass Kaine so schnell den Mut fasste und mich von sich aus küssen würde. Ich hätte mich vielleicht heute Abend an einen kleinen Gute-Nacht-Kuss versucht und nun standen wir hier im Garten und küssten uns.

 

*-*-*

 

Offenbar machte ich es richtig und Anska schien zu gefallen, was ich tat... dass ich mich überwunden hatte... für ihn überwunden hatte und er erwiderte meinen Kuss sogar, streichelte sanft über meinen Rücken und ich ließ es zu... ohne Angst... ohne Panik... und... ohne Zweifel.

 

Natürlich fühlte es sich für mich erst mal seltsam an, aber ich wusste, dass ich mich daran sicher sehr schnell gewöhnen würde, denn dazu war es einfach viel zu schön.

 

Außerdem übte mein Freund keinen Druck aus... ließ mir die Zeit, die ich brauchte... eine Geste, für die ich ihm mein Vertrauen schenkte.

 

Aber auch ich streichelte meinem Freund zärtlich, sanft über den Rücken... erforschte so schon mal ein wenig seinen Körper und was ich spürte... fühlte sich toll an.

 

Würde ich wirklich meine Berührungsängste, mit Anskas Hilfe und seiner Liebe, verlieren?

 

Es schien wohl so, denn mein Herz schlug nun wieder sehr ruhig und meine Psyche war ebenfalls sehr ruhig, nur meine Wangen schienen noch immer zu glühen.

 

Ganz nah schmiegte ich meinen Körper nun an den Seinen, ließ meine rechte Hand sacht unter sein Oberteil gleiten und streichelte nun die nackte und, wie ich feststellen durfte, weiche Haut meines Freundes.

 

Es kam mir wie ein Traum vor... niemals hätte ich erwartet, dass es sich so einzigartig anfühlen würde... ja, davon wollte ich definitiv mehr. Währenddessen machten sich in meinem Körper Gefühle breit, die ich zwar nicht kannte, die sich aber schon schön anfühlten und ich merkte, dass es nichts war, wovor ich mich fürchten musste.

 

Nun, da war ich wohl auf dem besten Wege, mich auch in meinen Freund zu verlieben...

 

*-*-*

 

Kaine überraschte mich sehr, als seine Hand über meine nackte Haut streichelte. Ein sanftes Brummen gab ich von mir, ohne jedoch den Kuss zu lösen.

 

Wie toll sich das anfühlte und ich wollte es Kaine gleich tun. Langsam streichelte meine Hand über seine Brust, wanderte hinunter zu seinem Bauch und fand bald den Weg unter sein Oberteil.

 

Wow, wie toll sich Kaines Bauch anfühlte und seine Haut schien wie Seide zu sein.

 

Meine Lippen knibbelten währenddessen an den meines Freundes und meine Zunge spielte mit. Dabei öffnete ich immer wieder leicht meinen Mund und genoss es einfach.

 

Kein Zwang und vor allem kein Zeitdruck hatte ich. Völlig neu war dieses Gefühl und ich versuchte ganz gelassen damit umzugehen. Es auszunutzen, was hier zwischen uns geschah, ohne irgendeinen Druck auszuüben.

 

Wir hatten alle Zeit der Welt.

 

*-*-*

 

Nur einen Moment brauchte ich, um wirklich ganz ruhig zu bleiben, als Anskas Hand nach vorn wanderte, hinab und ebenfalls unter mein Oberteil glitt. Er streichelte meinen Bauch und es fühlte sich toll an.

 

Keine Zweifel, keine Panik... ich vertraute Anska... zwar noch nicht ganz blind... aber doch so, dass ich ihn schon mal an mich heran lassen konnte.

 

Warum er seinen Mund immer wieder öffnete verstand ich noch nicht, aber ich konnte ja nur lernen, also öffnete auch ich meinen Mund ein wenig, strich mit meiner Zunge über seine Lippen.

 

Nur ganz kurz löste ich den Kuss, schaute meinen Freund an und sprach ein wenig stammelnd:

 

"Ich... ich... glaube... ich habe mich auch in dich verliebt, Anska", ja, genau das war es was ich gerade fühlte und mich bewegte... was ich unbedingt loswerden musste.

 

Und ich wusste genau, dass es meinen Freund sicher freuen würde...

 

*-*-*

 

Als ich Kaines Worte vernahm, wanderte meine Hand wieder hinauf und streichelte sanft seine Wange.

 

''Das ist schön und macht mich sehr glücklich. Aber wir haben Zeit, okay. Lass uns es langsam angehen'', bat ich meinen Freund und drückte meine Stirn gegen die Seine, ehe ich seine Hand nahm.

 

Jetzt war ich erst recht glücklich und ein breites Grinsen lag auf meinem Gesicht.

 

Einen Moment genoss ich es noch, so mit Kaine dazustehen, ehe ich das Thema wieder aufnahm.

 

''Also, wie kann ich dir helfen? Hast du Stühle und Tisch da oder müssen wir erst etwas kaufen gehen?'', wollte ich von ihm wissen.

 

Hoffentlich war er jetzt nicht enttäuscht, dass wir nicht weitermachten, aber ich fand es einfach zu verfrüht. Immerhin war Kaine sich gerade seiner Gefühle sicher und wir hatten noch die ganze Woche... ach, was dachte ich da... wir hatten Zeit.

 

Es war nicht wichtig, wann wir intim miteinander sein würden. Wichtig war, dass wir zusammen waren.

 

''Sind wir denn jetzt richtig zusammen?'', fragte ich nun doch unnötigerweise, als bräuchte ich eine Bestätigung.

 

*-*-*

 

Zunächst fragte ich mich nun doch ob ich etwas verkehrt gemacht hatte, als ich die Worte meines Freundes hörte, doch nickte ich verständig. Ja, ich verstand es wirklich... auch wenn ich mir nun wieder ein wenig Gedanken machte.

 

Aber Anska hatte recht... wir sollten uns Zeit lassen... nicht dass ich mich doch noch überforderte. Ich war es wohl doch zu schnell angegangen.

 

Auf seine Frage antwortete ich, ohne jedoch auf seine vorhergehenden Worte einzugehen:

 

"Ich hab alles schon im Keller stehen, wir müssten es nur heraus holen und hierher stellen und vielleicht müssten wir die Sachen ein wenig säubern."

 

Es war gut so, dass wir das Thema gewechselt hatten.

 

Aber dann kam Anska doch wieder auf das Thema zurück und ich antwortete ihm daraufhin:

 

"Wenn du mich liebst und ich dich... ich denke... ja, dann sind wir zusammen.", schenkte ihm ein kurzes, aber sanftes Lächelnd und verließ langsam meinen Rosengarten um in den Keller zu gehen und die Gartenmöbel zu holen.

 

*-*-*

Natürlich freute ich mich wie ein kleines Kind über die Worte von Kaine. Auch folgte ich ihm in den Keller, um ihm tragen zu helfen.

 

Anschließend ging ich hinein und bat Sebastian, der mittlerweile wieder da war, mir einen Eimer heißes Wasser und Lappen zu geben. Alles brachte ich dann nach draußen. Außerdem bestellte ich bei ihm etwas zu Trinken, für uns, was wir uns anschließend schmecken lassen konnten, wenn wir mit dem Saubermachen fertig wären.

 

Den Eimer brachte ich zu Kaine, wo wir uns daran machen konnten und die Sachen zu schrubbten. Ein wenig übermütig wurde ich doch und spritze Kaine mit etwas Wasser ab.

 

Nicht dass ich ihn ärgern wollte, mir war einfach danach etwas Spaß zu haben. Was würde da die Situation eher auflockern, als herumzualbern. Wo wir beinahe fertig waren, war es umso witziger.

 

Blöd schaute ich nur, als der nächste Schlag an Sebastian ging, der gerade rauskam, um uns unser Trinken zu bringen.

 

Erst kicherte ich nur, doch dann musste ich herzhaft loslachen. Obgleich es mir auch leid tat, dass der Butler unter meinen Albernheiten leiden musste. Sein Gesicht war aber einfach zu komisch.

 

*-*-*

 

Es machte Spaß nicht mehr alles allein machen zu müssen, dennoch würde ich auch Anska niemals an meine Rosen heran lassen. Das Aufstellen und säubern der Gartenmöbel war ja okay, aber... niemanden... wirklich niemandem würde ich meine Pflanzen anvertrauen.

 

Als wir endlich alles draußen hatten begannen wir die Möbel zu säubern, was ich sehr ernst nahm, nur Anska schien es nicht gar so ernst zu nehmen und machte sich einen Spaß daraus.

 

Ich schüttelte nur den Kopf und machte weiter, nur ein kurzes: "Hey, lass das!", musste ich von mir geben und erledigte meine Arbeit weiterhin sehr gewissenhaft.

 

Leider schien Anska nicht so wirklich auf mich hören zu wollen, oder er war einfach... ja keine Ahnung was nun los war und er mich unbedingt mit diesem Wasser nassspritzen musste.

 

Also hörte ich erst mal auf, da es sowieso nicht mehr viel war, und schaute Anska ein wenig ernster und kopfschüttelnd an. Sicher verstand ich irgendwie, dass er Spaß machte... nur war ich es nicht gewohnt bei der Arbeit, egal ob Hobby oder Dienst, Spaß zu machen.

 

Herrje, armer Sebastian, der das nun auch noch abbekam und ich sogleich auf ihn zu ging.

 

Er regte sich natürlich nicht auf, aber ich wusste, was er von solchen Scherzen hielt und es nicht so toll fand... zudem mein Freund nun auch noch lachte.

 

Zwar schaute ich Anska sanft an, aber ich stöhnte auch leicht genervt, doch sehr leise, meckerte aber nicht herum, sondern ging auf Sebastian zu:

 

"Es tut mir leid, Sebastian", sprach ich und nahm ihm das Tablett ab.

 

"Schon gut, Kaine", erwiderte er, schaute aber Anska sehr ernst an.

 

Tja, wir waren es hier eben nicht gewohnt. Von mir kannte Sebastian so etwas nicht und war dementsprechend schon etwas verärgert, was er aber nicht so zeigte.

 

"Kann ich dir etwas helfen?"

 

"Nein, schon gut, Kaine. Das nächste Mal schicke ich Cole raus."

 

"Mach das... alles gut."

 

"Ich gehe mich dann mal umkleiden", meinte Sebastian und machte auf dem Absatz kehrt, um ins Haus zurückzukehren und sich umzuziehen, während ich das Tablett auf den schon sauberen Tisch stellte.

 

Da ich Anska seinen Spaß nicht verderben wollte, schwieg ich erst mal und reichte ihm nur das Glas Limonade, während ich mir das andere nahm und sogleich einen Schluck zu mir nahm.

 

Zwar waren meine Sachen auch ziemlich nass, aber es machte mir wenig aus, da ich abgehärtet war. Schließlich brach ich mein Schweigen und sprach, liebevoll und sachlich, zu meinem Freund:

 

"Hey, es ist nicht schlimm, dass du Spaß machst, nur versuche bitte das nächste Mal etwas vorsichtiger zu sein, okay. Hier ist es niemand gewohnt, dass wer Scherze macht oder Spaß... aber wir werden uns sicher auch daran gewöhnen... alles zu seiner Zeit.

 

Sebastian wird dir jedenfalls vorläufig aus dem Wege gehen, das hat er dir übel genommen... ich kenne ihn ganz genau. Wenn Gras über die Sache gewachsen ist, kommt Sebastian von allein wieder.", mit meinen letzten Worten lächelte ich leicht, doch waren meine Gedanken noch immer ganz woanders... bei dem Fehler... den ich vorhin offensichtlich begangen hatte, weshalb ich nun wieder ein klein wenig auf Abstand ging, da ich nicht wieder einen Fehler machen wollte.

 

*-*-*

Scheinbar zu spät merkte ich, dass mein Spaß nun so gar nicht ankam. Auch ich hatte mich bei Sebastian entschuldigt, der wirklich sehr angefressen zu sein schien.

 

Da konnte man sich noch nicht mal einen Scherz erlauben und Absicht war es mit Sebastian, sowieso nicht. Mein Glas nahm ich dankend an und hörte anschließend Kaines Worte, die mich innerlich trotzdem extrem runter fahren ließen.

 

Ich wollte nicht, dass irgendjemand sauer auf mich war oder einen Spaß nicht verstand. Dann würde ich mich eben wieder ruhiger geben und zurückziehen. Gerade war ich dabei gewesen los zu lassen und aus mir herauszukommen, da schlug diese Reaktion bei mir ein.

 

''Entschuldige bitte'', meinte ich, da ich nicht mehr dazu sagen konnte, und stellte den Stuhl, den ich gesäubert hatte, neben den Tisch.

 

Danach setzte ich mich auf diesen und trank mein Glas halbleer. Meine Gefühle hatte ich wieder im Griff und ließ mir wegen des Vorfalles eben nichts anmerken. Aber innerlich war ich ein wenig traurig. Wie konnte ich mich nur so gehen lassen und es übertreiben?

 

Niemanden wollte ich schaden oder gar verärgern.

 

''Was machen wir gleich schönes?'', wollte ich von Kaine wissen, um dem Thema auszuweichen und auf andere Gedanken zu kommen.

 

Irgendwie hatte ich das Gefühl, er ging mir aus dem Weg. Oder war es gar Einbildung?

 

''Wenn wir hier fertig sind, könnten wir es uns drinnen etwas gemütlich machen'', schlug ich deshalb vor. Der Kuss von eben hatte nach mehr geschmeckt und mein Körper sehnte sich nach diesen Berührungen. Dabei wollte ich Kaine Zeit lassen und nicht mit der Tür ins Haus fallen.

 

*-*-*

 

Hmm.... nun hatte ich mal wieder alles kaputt gemacht... toll, Kaine... wirklich toll! Nun hatte ich Anska offensichtlich traurig gemacht und er schien sich wieder in sich zurückzuziehen.

 

Irgendwas war offenbar gerade ziemlich schief gelaufen.

 

Also ging ich auf meinen Freund zu, hockte mich vor ihm hin und schaute ihm in die Augen, während ich meine Hände auf seine Beine legte.

 

"Es tut mir leid, wirklich. Ich wollte dir doch den Spaß nicht verderben, bitte, sei doch nicht traurig. Wir alle werden uns schon an dich und deinen Spaß gewöhnen, hm. Lass uns doch etwas Zeit, uns an dich zu gewöhnen. Wir kannten das bisher nicht und so schlimm fand ich es jetzt nicht.

 

Nur, weißt du, ich nehme meine Arbeit sehr ernst, egal ob es sich um eines meiner Hobbys handelt oder um meinen Dienst, nur so habe ich all das hier geschafft. Das heißt aber nicht, dass du dich nun so in dich zurückziehen musst und ich möchte schon gar nicht, dass du traurig bist.

 

Bitte, lach doch wieder. Du hast so ein süßes Lächeln", sprach ich zu meinem Freund und Tränen traten mir in die Augen: "Wir werden alle etwas Zeit brauchen, um uns aneinander zu gewöhnen", fügte ich hinzu, dann stahl sich auch schon eine Tränen aus meinen Augen, die ich, mit der linken Hand, weg wischte.

 

Mit der anderen Hand streichelte ich sanft über seine Wange und lächelte zaghaft.

 

Es tat mir wirklich leid, wie es gelaufen war, aber ich wusste auch, dass es sicher noch oftmals zu kleinen Missverständnissen kommen würde und wir alle uns einfach zusammen raufen mussten.

 

"Na, komm, machen wir das hier noch schnell fertig und dann gehen wir rein und machen es uns, bei einer Tasse Tee gemütlich, okay.", schlug ich Anska vor und zwinkerte ihm zu.

 

Etwas später stand ich auf und brachte den Tisch an seinen Platz, wohin ich wollte und auch die drei Stühle stellte ich an den Tisch, fehlte nur noch der vierte, auf dem aber mein Freund saß. Ich pikste ihm leicht in die Seite, dann hob ich den Stuhl, samt Anska hoch und stellte diesen an den Tisch.

 

Anskas Gesichtsausdruck war gerade unglaublich süß, so dass ich vor mich hin kichern musste.

 

"Kommst du mit rein, oder möchtest du von mir getragen werden, hm", fragte ich meinen Freund und wuschelte leicht über seine Haare.

 

*-*-*

 

Sicher versuchte ich Kaines Worte in mir aufzunehmen und dennoch würde ich wohl wieder eine Zeit brauchen, um aus mir heraus zu kommen. Auch wenn ich alles verstand und mir Mühe gab es nachzuvollziehen.

 

Natürlich hatte ich auch gelächelt, obgleich es mir nach so etwas nicht leicht fiel. Außerdem hatte ich mich erschrocken, als Kaine den Stuhl mit mir hochgehoben hatte. Dachte ich doch, dass der Tisch und der Stuhl, auf dem ich mich gesetzt hatte, bereits da stand, wo wir es haben wollten.

 

Kaine gab sich sehr große Mühe mich aufzumuntern, seine Hand fühlte sich einmalig an, auf meinem Haar und ich lächelte ihn sanft an.

 

''Ich bin noch gut zu Fuß, aber danke'', zwinkerte ich ihm zu, bevor ich meinen Freund hinein folgte.

 

Der Weg führte mich ins Bad, wo ich erst mal gründlich meine Hände wusch. Auch wenn ich nicht im Garten gearbeitet hatte, so waren die Gartenmöbel doch recht schmutzig gewesen. Das Wasser war eine Wohltat und ich freute mich auf eine schöne Tasse Tee. Vielleicht durfte ich auch noch einmal von Kaines Lippen kosten...

 

*-*-*

 

Na schön, offensichtlich brauchte Anska noch etwas, denn sein Lächeln, seine ganze Mimik und Gestik wirkten auf mich gequält und so ging ich hinein, wohin mir mein Freund folgte.

 

Während Anska in dem einen Bad verschwand, suchte ich das andere auf, wusch mir das Gesicht und die Hände gründlich und blickte dann in den Spiegel... kopfschüttelnd... die Hände auf das Waschbecken stützend.

 

Ich schien einen Fehler nach dem anderen zu machen und dies wiederum machte mich total fertig.

 

Nachdem ich mich abgetrocknet hatte verließ ich das Bad und suchte Sebastian auf.

 

"Hallo, mein Freund. Machst du bitte zwei Tassen Tee und bringst alles ins Wohnzimmer?"

 

"Natürlich, gern. Sag, Kaine... geht es dir gut?"

 

Ich schüttelte den Kopf und machte ein entsprechendes Gesicht.

 

"Weißt du, ich mache anscheinend nur Fehler, denn Anska ist traurig und ich will doch nicht, dass er traurig ist. Ihm tut es auch leid, dass du seinen Spaß zu spüren bekommen hast. Ich glaube... wir müssen uns erst zusammenraufen und richtig kennen lernen."

 

"Ja, das sehe ich auch so. Und... mach dir nicht so einen Kopf... ich habs ja überlebt und es ist auch nichts schlimmes passiert. Vielleicht werde ich noch einmal mit deinem Freund reden. Ich weiß doch, dass er es nicht böse gemeint hat."

 

"Danke", meinte ich und lächelte meinen Freund dankbar an: "Tja, also, dann werd ich mal, wenn du Anska siehst, sage ihm doch bitte, dass ich im Wohnzimmer auf ihn warte."

 

Sebastian nickte und ging dann seines Weges, während ich mich ins Wohnzimmer begab, ans Fenster ging und nachdenklich hinausschaute.

 

*-*-*

 

Nachdem ich im Bad fertig war, schaute ich zuerst im Esszimmer nach und ging dann weiter zum Wohnzimmer, wo ich Kaine am Fenster sehen stand. Ein Lächeln legte sich auf meine Lippen und ich ging langsam auf ihn zu.

 

Kurz zögerte ich, atmete tief durch und umarmte ihn dann von hinten. Dabei schlang ich meinen einen Arm um ihn und legte mein Kinn zaghaft auf seine Schulter. Jedoch übte ich nicht viel Druck aus und ließ ganz locker.

 

Ein bisschen schmiegte ich mich an ihm und schloss kurz die Augen.

 

''Ich habe verstanden, was du mir draußen sagen wolltest. Nur ist es für mich auch neu, so aus mir herauszukommen'', sprach ich das Thema nun doch nochmal an, ''Wir werden schon miteinander klar kommen, da bin ich mir ganz sicher.''

 

Meine Wange berührte die Seine und für einen Moment schien die Zeit still zu stehen. Es war alles wieder so vertraut und einmalig.

 

*-*-*

 

Leicht nur, war ich zusammengezuckt, als mich Anska von hinten umarmte und sein Kinn auf meine Schulter legte.

 

Ruhig lauschte ich dann seinen Worten und nickte, ließ seine Wange kurz an meiner ruhen... ehe ich mich umdrehte und meinen Freund ansah.

 

"Ist schon gut, wir sind es wohl alle nicht gewohnt. Was ich noch sagen wollte, Sebastian ist dir nicht böse und ich sowieso nicht. Sicher wird es immer wieder mal zu kleinen Missverständnissen kommen, aber wir bekommen das hin", flüsterte ich ihm zu, dabei lächelte ich ihn sanft an und umarmte ihn nun meinerseits auch.

 

Nur kurz hatte ich gesehen, dass Sebastian das Zimmer betrat und den Tee auf den Tisch stellte, sich dann aber sogleich wieder rücksichtsvoll entfernte und die Tür hinter sich schloss.

 

"Setzen wir uns, hm?", fragte ich Anska lieb und löste mich sacht von ihm.

 

*-*-*

 

Jetzt konnte auch ich wieder richtig lächeln und brummte sanft, als Kaine mich umarmte. Wie schön sich das anfühlte.

 

''Okay, setzen wir uns', meinte ich und nahm auf der Couch platz.

 

Der Tee roch schon sehr gut und einladend, dass ich mir direkt Zucker hinein tat und mir meine Tasse nahm. Sicher, er war noch heiß, aber mit ein wenig pusten, konnte ich schon einen Schluck trinken.

 

Es war herrlich so zeitlos den Tag zu verbringen, ohne Pflichten und ich genoss es mit Kaine zusammen zu sein.

 

Mein Blick ruhte auf ihm, nachdem ich die Tasse wieder weggestellt hatte und am Liebsten wäre ich ihm jetzt um den Hals gefallen. Viel zu schnell hatte sich unsere Umarmung gelöst und ich sehnte mich nach mehr.

 

''Darf ich denn heute Abend bei dir schlafen oder muss ich mein Bett einweihen?'', fragte ich nun doch direkt, obwohl ich wusste, wie unangenehm es Kaine sicherlich sein würde, darüber zu sprechen.

 

Letzte Nacht war so schön gewesen, auch wenn wir nur gekuschelt hatten. Der Gedanke alleine zu Bett zu gehen war komisch und selbst wenn, würde ich bestimmt des Nachts meinen Weg über den Flur in Kaines Bett finden.

 

*-*-*

 

Nachdem sich Anska auf die Couch gesetzt hatte, setzte ich mich direkt neben ihn und goss mir ebenfalls etwas Tee ein, den ich dann auch mit jeder Menge Zucker süßte. Tja, ich mochte es eben sehr süß... zumindest was den Tee anbelangte.

 

Sein Lächeln, das er offensichtlich wieder gefunden hatte, war einfach nur toll... und unglaublich niedlich.

 

Genau wie mein Freund konnte auch ich nicht widerstehen und nahm sogleich einen kleinen Schluck von dem noch sehr heißen Tee und schloss dabei genießend die Augen, die sich aber auch gleich wieder öffneten, als ich Anskas Frage hörte und hart schlucken musste.

 

Die Tasse stellte ich wieder auf den Tisch zurück, ließ meine Hände sinken und parkte sie auf meinen Beinen... mein Blick sank ebenfalls ab und ich holte erst mal tief Luft, bevor ich antwortete:

 

"Natürlich kannst du bei mir schlafen und musst dein Bett nicht einweihen", hob meinen Blick wieder und schaute meinen Freund kurz an. "Ich mein, immerhin sind wir ja ...zusammen... da brauchst du mich nicht mehr zu fragen, ob du... bei mir schlafen kannst", fügte ich ruhig hinzu.

 

Zwar waren wir noch nicht miteinander... intim geworden, doch wusste ich auch, dass es irgendwann dazu kommen würde... unausweichlich wäre... und auch wenn ich sehr neugierig war, so fürchtete ich diesen Augenblick mehr als alles andere.

 

Sicher, das Küssen ließ ich zu, da es sich wirklich toll anfühlte... auch Anskas Berührungen und Streicheleinheiten ließ ich mir gern gefallen, fürchtete mich davor schon sehr viel weniger... aber davor... ihm noch näher zu kommen... so nahe wie man sich als Paar nur kommen konnte... ängstigte ich mich unsagbar.

 

Denn ewig würde er nicht nur mit mir kuscheln wollen, das wusste ich... aber ich wollte ihm auch vertrauen... dass er mir nicht weh tun würde... oder waren die eventuell dabei aufkommenden Gefühle mein größtes Problem... da ich sie eben nicht kannte....?

 

Ich schwieg nun, ließ meine Hände ganz ruhig auf meinen Beinen liegen... versuchte mal an nichts zu denken, schaute nur ab und an zu meinem Freund, um meinen Blick immer wieder verlegen zu senken.

 

So versuchte ich mich abzulenken und fragte meinen Freund: "Magst du etwas Musik hören?" und nahm dabei schon mal die Fernbedienung in die Hand... irgendwie... damit ich was zu tun hatte.

 

*-*-*

 

Kaines Worte ließen mich mehr als Lächeln und eigentlich hätte ich doch auch nichts anderes erwarten sollen. Er hatte recht mit dem, was er sagte. Wir waren jetzt ein Paar, nur war es mir noch nicht wirklich bewusst geworden.

 

Irgendwie schwieg er anschließend, was ich durchaus verstand und krampfhaft nach einem Gesprächsthema suchte. Doch da hatte Kaine schon die Lösung parat und ich nickte zustimmend, als er bereits die Fernbedienung in der Hand hatte.

 

Liebevoll legte ich meine linke Hand auf seine Freie, ließ sie dort verweilen. Als die Musik dann anging, genoss ich es einfach.

 

Alles war so, wie ich es mir nie hätte träumen lassen und den Rest würden wir auch hinbekommen.

 

Unterdessen war in der Kaserne rege Unruhe. Die Soldaten mussten die Gegend auskundschaften und herausfinden, wo genau sich die Nester befanden. Es war ein Rennen gegen die Zeit, denn was die Regierung nicht wusste, war, dass die komplette Erdmittelschicht aus Alieneiern bestand.

 

Doch würde sie das jemals erfahren, würden sie zu harten Mitteln greifen, wobei die Menschheit Schaden nehmen würde.

 

Oberleutnant Peter Smith setzte alles daran, die Alphaweibchen schnellstmöglich ausfindig zu machen, damit die Eier nicht mehr versorgt werden würden. Die Männchen, so hatte man festgestellt, spielten hierfür keine Rolle. Dennoch mussten auch sie getötet werden, damit die kleinen Aliens nicht überlebensfähig wären.

 

Sicher hätte Peter jetzt die Hilfe von Anska gebraucht, allerdings konnte er so mit nur einem Arm wenig ausrichten. Er hoffte, dass die Woche schnell umgehen und es seinem Ziehsohn dann besser gehen würde.

 

*-*-*

 

Dem Himmel sei dank... Anska willigte in meine kleine Ablenkung ein und so schaltete ich die Musik an, aber nur ganz leise, sie sollte nur im Hintergrund laufen.

 

Anskas Hand auf der meinen ließ ich zu, genoss es beinahe, ließ sie noch etwas dort liegen, bewegte mich nicht, um den schönen, ruhigen Moment nicht zu zerstören.

 

Dann jedoch machte ich es mir auf der Couch bequem, zog Anska ganz nahe zu mir heran, griff nach einer weichen, kuscheligen Decke und umhüllte uns damit. Während sich meine Arme sanft um meinen Freund legten, schmiegte ich mich an ihn, hielt ihn fest und schloss ein wenig meine Augen.

 

Natürlich wollte ich die Ruhe und die Zweisamkeit mit Anska genießen, aber ich wollte mich so auch noch weiter von meinen Ängsten befreien... diese versuchen noch mehr zu überwinden. Es fiel mir wahrlich nicht leicht und mein Herz raste ängstlich, aber ich ließ meinen Freund nicht los, setzte mich gegen meine Angst zur Wehr, denn ich war ein mindestens genauso guter Kämpfer wie mein Freund.

 

Was da draußen irgendwo vor sich ging wusste ich nicht und es interessierte mich gerade überhaupt nicht. Zudem hatten wir uns auch mal etwas Ruhe verdient...

 

*-*-*

 

Nur zu gerne ließ ich mich von Kaine mitziehen und legte meinen Arm sanft auf seine Brust. Wie von selbst schloss auch ich die Augen und begann sanft über Kaines Oberteil zu streicheln.

 

Nur ein wenig und in kleinen kreisenden Bewegungen zogen meine Finger ihre Bahnen.

 

Meine Nase drückte sich ganz dicht an Kaine, um seinen Geruch in mich aufzunehmen. Mehr wollte ich jetzt gar nicht, denn es war so schön.

 

Die Musik nahm ich nur nebenbei wahr und ich merkte erst jetzt, wie sehr ich diese Nähe brauchte. Mir war, als würde mein Herz wie blöd rasen und aus meiner Brust heraus wollen.

 

Auch ich machte mir gerade keine Gedanken um die Zustände in der Kaserne oder dachte nur eine Sekunde an die Aliens. Jetzt war meine Freizeit und die hatte ich mir wahrlich verdient.

 

Mein eines Bein winkelte ich an und berührte Kaines Beine damit. Dabei spürte ich, wie mein anderer Arm, auf den ich seitlich lag, mal wieder zuckte.

 

Es tat mir mehr als gut, Kaine nahe zu sein.

 

*-*-*

 

Während sich mein Herz langsam beruhigte, begann nun auch mein Kopf sich damit abzufinden und ich begann es zu genießen, mit Anska hier zu liegen und zu kuscheln.

 

Auch seine Streicheleinheiten, die sich wunderschön anfühlten, konnte ich nun endlich genießen. Dennoch war auch ich nicht ganz faul und begann meinen Freund ebenfalls zu streicheln, ganz sanft und zärtlich.

 

Anska tat mir gut, das merkte ich nun. Meiner Liebe und meines Vertrauens konnte er sich deswegen wirklich sicher sein, denn bisher hatte er mir nicht weh getan... und er hatte auch nichts getan, das ich nicht gewollt hätte.

 

Selten hatte ich so tolle Momente, wie diesen hier erlebt... eigentlich niemals... es war das erste Mal, dass ich mich mit einem Menschen an meiner Seite und in meiner Nähe so wohl fühlte.

 

"Ich... liebe dich. Danke, dass du da bist.", flüsterte ich Anska zu, der sich ganz dicht an mich geschmiegt hatte, so dass ich seinen Atem beinahe fühlen konnte, auch spürte ich das Zucken seines rechten Armes, das mir zeigte, dass mein Freund auf einem guten Weg war.

 

*-*-*

 

Kaines Worte waren Musik in meinen Ohren und ich konnte nur lächeln.

 

''Ich liebe dich auch'', meinte ich und schaute Kaine liebevoll an.

 

Dann reckte ich mich zu ihm und legte meine Lippen noch etwas zaghaft auf die seinen. Jetzt wollte ich ihm nicht nur nahe sein, sondern ihn auch schmecken. Nur ein Bisschen...

 

Leise seufzte ich, als ich seine weichen Lippen auf den meinen spürte. Dabei war ich kaum in der Lage mich zu rühren. Außer meiner Hand natürlich, die unaufhaltsam Kaines Oberkörper streichelte.

 

Jetzt vielleicht auch etwas mutiger, mit größeren Kreisen.

 

Es war als würde nichts anderes mehr existieren, nur noch Kaine und ich, hier ganz alleine im Haus.

 

*-*-*

 

Es war schön diese Worte auch von Anska zu hören und es fühlte sich gut an... geliebt zu werden.

 

Von den Lippen meines Freundes bekam ich natürlich nicht genug, als er seine Lippen zu einem Kuss auf die meinen legte. Ich erwiderte den Kuss nur allzu gern, zog Anska noch etwas zu mir hoch, damit er sich nicht so recken musste und ich auch besser an ihn heran kam.

 

Liebevoll, sanft hielt ich ihn in meinen Armen und ließ meine Zunge genießend über seine weichen Lippen gleiten... um Einlass bittend.

 

Meine Augen blieben genussvoll geschlossen, dabei spürte ich aber schon, dass die Finger meines Freund nun etwas mutiger wurden, doch blieb ich noch immer die Ruhe selbst, ließ mich nicht aus der Ruhe bringen, alles was geschehen war, war erst einmal vergessen... die Welt schien sich nur noch um Anska und mich zu drehen... während die Zeit stehen zu bleiben schien.

 

*-*-*

 

Sehr gerne öffnete ich meine Lippen, ließ Kaines Zunge hinein und begrüßte sie mit der Meinen. Verspielt umgarnte meine Zunge, die Seine und es war, als wäre sie ein Teil von mir selbst, so gut passte sie in meinem Mund.

 

Vorsichtig suchte meine Hand einen Eingang, in Kaines Oberteil, weil ich unbedingt seine Haut spüren wollte. Noch etwas unsicher war ich und wanderte ganz zaghaft unter das Oberteil.

 

Der Kuss schmeckte einmalig und es war, als würden meine Lippen an Kaines kleben. Hatten wir gerade eben Kleber zu uns genommen und kamen jetzt nicht mehr voneinander los?

 

Egal was ich tat, ich bekam einfach nicht genug von diesen tollen Lippen und der heißen Zunge. Leise seufzte ich.

 

''Kaine'', konnte ich irgendwie leise in den Kuss hinein hauchen.

 

*-*-*

 

Endlich konnte ich Anskas Mundhöhle erforschen... und unsere Küsse wurden immer leidenschaftlicher.

 

Doch spürte ich nun die Hand meines Freundes auf meiner Haut, hörte auch, wie er leise seufzte, während ich mich nun wieder zu beruhigen suchte... wusste ich doch, dass er mir nichts antun würde, was ich nicht wollte.

 

Mein Liebling hatte mich nun aber schon so gefangen genommen, dass auch ich mutig wurde und meine Hand sanft auch unter sein Oberteil gleiten ließ, wo ich ihn zärtlich streichelte.

 

"Mhmm....", gab ich wohlig seufzend von mir und spürte eine ungeahnte, wohlige Wärme in meinem Körper, die mein Denken beinahe vollkommen ausschaltete und sich durch meinen gesamten Körper zu ziehen schien.

 

"Anska....", gab ich nun ebenfalls sehr leise von mir, konnte mich von diesen tollen Lippen nicht lösen, als wäre ich süchtig nach ihnen... als wären sie mein Lebenselixier, das ich so dringend zum Leben brauchte...

 

Herrje, was tat er hier mit mir... das alles fühlte sich unglaublich gut an...

 

*-*-*

 

Von Kaines Streicheleinheiten animiert, wurde ich mutig. Ohne den Kuss zu lösen setzte ich mich auf seinen Schoß und streichelte ihn nun etwas intensiver.

 

Meine Hand erkundete Kaines Bauch und seinen ganzen Oberkörper. Dabei genoss ich seine Streicheleinheiten in vollen Zügen.

 

Er machte mich so heiß und ich wusste nicht, in wieweit ich mich unter Kontrolle halten könnte oder gar sollte. Wollte Kaine schon mehr, war er dazu bereit?

 

Jedenfalls mein Körper schien zu glühen und meine Hose beulte aus. Dagegen konnte ich nichts machen. Viel zu schön war alles und ich lechzte nach mehr.

 

Während meine Zunge mit der Seinen spielte und immer noch nicht genug davon bekam, begann ich mich ein wenig zaghaft an Kaine zu reiben. Ich wollte ihn auf keinen Fall verschrecken oder ihm Angst machen.

 

Aber irgendwie musste ich ihm zeigen, wie sehr ich ihn begehrte.

 

*-*-*

 

Noch immer war alles, das hier gerade geschah, sehr neu für mich und doch fühlte es sich auch irgendwie toll an.

 

Von Anskas Küssen bekam ich nunmehr kaum genug, genau wie er offensichtlich auch nicht, sein zärtliches Streicheln ließ eine angenehme Gänsehaut über meinen Körper wandern, gegen die ich mich nicht wehren konnte, doch dann... setzte er sich auf meinen Schoß und begann sich an mir zu reiben...

 

...ich war nicht blöd... und wusste genau was er mir damit zu sagen bzw. zu zeigen versuchte... Anska wollte sehr viel mehr.

 

Klar, ich wollte auch mehr, nur wusste ich nicht wie weit mein Freund gehen wollte und wie nahe ich ihn schon an mich heranlassen konnte. Sicher, ich hatte im Moment keine Angst und die Gefühle, die sich in mir breit machten waren unbeschreiblich... aber was wenn...

 

...nein, kein Wenn und Aber... wir waren ein Paar, wir liebten uns und Anska würde mir niemals weh tun... also... was hatte ich denn schon zu verlieren... nichts... außer meiner Unschuld?

 

Also hob ich mich ein wenig ihm entgegen, zeigte ihm somit, dass es okay war, was er tat, warf alle Zweifel und Ängste über Bord und befreite meinen Freund von seinem Oberteil, nachdem ich den Kuss kurz und nur sehr ungern gelöst hatte, so konnte ich nun seinen tollen Oberkörper betrachten.

 

*-*-*

 

Kaine hatte mich verstanden und schon zog er mir mein Oberteil aus. Für mich war es wie eine Art okay und ich war sehr froh darüber. Sicher hätte ich auch gewartet, keine Frage, aber so war es viel schöner.

 

Mein Verlangen wuchs und die Freude Kaine näher zu kommen.

 

Nun befreite auch ich ihn von seinem Oberteil, wobei ich ebenfalls kurz den Kuss unterbrechen musste, um diesen anschließend wieder aufzunehmen. Er sah toll aus, viel besser, als ich es mir erträumt hätte.

 

Anstatt meine Lippen wieder auf die Seinen zu legen, bedeckte ich seinen Oberkörper mit Küssen. Wobei ich aber immer wieder seine Lippen aufsuchte.

 

Dieses Spiel gefiel mir und ich leckte mir ab und an über die Lippen.

 

''Wenn es dir zu viel wird, sag es bitte...'', flüsterte ich in einen erneuten Kuss hinein.

 

*-*-*

 

Natürlich war es mir erst einmal unangenehm, als mir Anska mein Oberteil ebenfalls auszog, aber ich wollte es so, hatte ihm mein okay signalisiert und genoss es nun von meinem Freund verwöhnt zu werden.

 

Es fühlte sich einmalig an, seine Küsse... mit denen er meinen Oberkörper bedeckte... wow... einfach nur wow... wenn sich der Rest dann auch so anfühlte.... dann hatte ich definitiv was verpasst.

 

Seine Küsse schmeckten noch immer nach mehr und ich bekam nicht genug, dennoch nickte ich zwischendurch, als Anska meinte, dass ich es sagen sollte, wenn es mir zu viel werden würde.

 

Aber ich wollte das hier, denn es ging mir jetzt und in diesem Augenblick einfach nur unglaublich gut. Keine Angst und keine Zweifel... nichts... außer Liebe und Leidenschaft, die ich spürte.

 

Anska schien ganz genau zu wissen, wie er in mir Gefühle wecken konnte, wie er mich verwöhnen konnte.

 

Nur kurz hatte ich gesehen, wie sich mein Freund über die Lippen leckte und ich ahnte, was das hier sehr wahrscheinlich werden würde und doch wollte ich es...

 

*-*-*

 

Nachdem ich Kaines Oberkörper ausgiebig liebkost hatte, begann ich mich an seiner Hose zu schaffen, zu machen. Was gar nicht so einfach war, aber letzten Endes doch gelang.

 

Mittlerweile begann ich meinen rechten Arm langsam zu spüren. Scheinbar tat dieses Spiel meinen Genesungszustand gut. Bewegen konnte ich ihn noch nicht, aber das war mir jetzt auch nicht wichtig.

 

Erneut rieb ich mich an Kaine, wobei ich nun auch meine Hose öffnete. Ich wollte nicht zu voreilig wirken, konnte es aber kaum abwarten.

 

Immer wieder suchte ich die Lippen meines Freundes auf, zu einem erneuten intensiven Kuss. Mal länger, mal kürzer. Dabei streichelte ich ihn und schaute mir seinen tollen Körper gerne an.

 

Auch wenn sich zwischendurch mal meine Augen genießend schlossen, weil es einfach nur himmlisch war, was wir hier taten.

 

Natürlich war ich ausgehungert... nach Körperkontakt, Sex, aber vor allem... nach Liebe und die bekam ich jetzt zu genüge.

 

*-*-*

 

Bis jetzt fühlte sich alles total schön an, aber nun machte sich Anska an meiner Hose zu schaffen und ich hätte mich nun doch beinahe verkrampft. Jedoch riss ich mich zusammen, spürte ich doch, dass mein Körper danach verlangte... sich danach sehnte... nur mein Kopf wollte jetzt nicht mehr mitspielen, so dass ich hart schlucken musste... zudem sich Anska nun auch noch wieder an mir rieb, nachdem er seine Hose auch geöffnet hatte.

 

Leise stöhnte ich nun doch auf, da ich das Gefühl hatte, alles Blut sei nur dafür da sich in meinen Lenden zu sammeln. Meine Hände streichelten derweil seinen Oberkörper weiter, glitten auch langsam, zaghaft hinab zu seiner Hose und blieben dort erst einmal einfach nur liegen, strichen ab und an über Anskas Mitte.

 

Seltsam fühlte es sich für mich an, einen Menschen auf diese Weise zu berühren... und doch siegte die Neugier und ich machte einfach weiter.

 

Anskas leidenschaftliche Küsse lenkten mich gut ab, so dass ich nicht an meine Ängste denken musste und nicht zu zweifeln brauchte.

 

*-*-*

 

Kaines Reaktion zeigte mir, dass es okay war und ich weitermachen durfte. Eine Weile ließ ich verstreichen, ehe auch meine Hose zu Boden fiel. Fast nackt war es noch viel schöner als vorher und ich hatte Zweifel wie weit ich gehen durfte.

 

Die Streicheleinheiten, die von Kaine ausgingen, ließen meine Männlichkeit nur noch härter werden und ich konnte auch deutlich seine Erektion spüren. Das alles machte mich nur noch mehr an.

 

Deshalb strich ich alle Zweifel nach einer Weile beiseite und fasste in Kaines Unterhose. Sanft und noch etwas zögernd glitt meine Hand hinein und umschloss nach ein paar zärtlichen Zügen Kaines Männlichkeit.

 

Vorsichtig massierte ich diese, da ich kein vorschnelles Ende wollte. Dabei unterbrach ich nur die Küsse, um auch mal den Hals meines Freundes zu liebkosen.

 

Wie in Trance befreite ich uns nun auch von dem letzten Stückchen Stoff und setzte mich wieder auf meinen Freund.

 

*-*-*

 

Jetzt, da mein Freund auch so halb nackt war, konnte ich meinen Blick so gar nicht mehr von ihm lassen, dennoch war es mir erst mal etwas unangenehm, dass wir hier so halbnackt saßen... und an dieses Gefühl von Haut an Haut... musste ich mich nun doch erst gewöhnen.

 

Ich spürte Anskas Erektion und mein Herz begann zu rasen... erst recht, als mein Freund nun auch so schnell das letzte bisschen Stoff von uns genommen hatte und ich nicht wusste, ob mein Herz jetzt vor Erregung, vor Unsicherheit oder vor Scham raste.

 

Anskas Hand an meiner Männlichkeit brachte mich leise zum Stöhnen und irgendwie streckte ich ihm meinen Körper leicht entgegen... obwohl ich leichte Zweifel hegte, aber es fühlte sich dennoch gut an... auch wenn mein Körper leicht zitterte und ich nicht wusste warum.

 

So überwand ich mich wieder einmal, wie so oft in letzter Zeit, und nahm auch die Männlichkeit meines Freundes, der nun mehr oder weniger auf mir saß, in die Hand, um sie sanft zu streicheln, aber auch seine Küsse erwiderte ich.

 

Immer wieder liebkoste er aber meinen Hals, was mich nun doch wieder die Augen genießend schließen ließ und ich mich versuchte ihm hinzugeben, ihn zu streicheln... zu küssen... trotz aller Zweifel, die nun wieder da waren.

 

Wie lange ich es aber so aushalten würde, wusste ich nicht, zudem er meine Männlichkeit nur leicht massierte und ich mir schon denken konnte, dass er vielleicht wohl doch aufs Ganze würde gehen wolle... jedoch wusste ich nun nicht, ob ich dafür wirklich schon bereit war... trotzdem sich alles hier im Moment schon super anfühlte.

 

Natürlich versuchte ich alles, um mich zu entspannen und es zu genießen... aber es war nicht ganz so einfach wie ich es mir vorgestellt hatte.

 

*-*-*

 

Alles fühlte sich an, wie in einen Traum. So unwirklich und wunderschön war es. Ich gab mich Kaine vollkommen hin und ließ mir Zeit. Sein Körper zitterte und ich wusste nicht, ob es wegen der Erregung war oder er doch Angst verspürte.

 

Sollte ich doch aufs Ganze gehen?

 

Etwas rückte ich vor, so dass Kaines Erektion zwischen meine Backen rutschte. Sie drang noch nicht ein, aber ich rieb mich an ihr.

 

''Willst du?'', fragte ich mit einer rauchigen, sehr erregten Stimme.

 

Mein eigenes Glied pochte hart und die Berührungen, die von Kaine ausgingen waren fantastisch. Viel zu schön, um wahr zu sein. Er tat es einfach, hatte sich überwunden und ich genoss es in vollen Zügen.

 

Natürlich wäre ich nicht böse, wenn er nicht wollen würde. So war es schon mehr, als ich erwartet hätte.

 

*-*-*

 

Toll, was sollte ich denn bitte jetzt tun?! Mein Freund hatte ganz offensichtlich den Wunsch, dass ich in ihn eindringen ihn... nehmen sollte... ob ich es wollte, fragte er mich auch noch, wo ich doch null Peilung hatte.

 

Super... wirklich super.... au man...

 

Müsste ich ihn vorher weiten... ich meinte... würde es ihm sonst nicht weh tun?

 

Ja, sicher... ich war zwar sehr unerfahren und hatte wirklich keine Ahnung von der Materie Sex.... aber das konnte ich mir nun schon denken... so dämlich war ich ja nun weiß-Gott nicht.

 

Ich nickte nur, traute mich schon gar nichts mehr zu sagen, dann griff ich unter den Tisch, der ein paar Fächer hatte, in denen man etwas unterbringen konnte und holte die Handcreme hervor, mit der ich meine Hände und insbesondere meine Finger gut eincremte.

 

Anska anzuschauen traute ich mich nicht mehr, denn ich hatte das Gefühl mein Gesicht würde glühen, und dass er mich hier irgendwie... ja, vorführen wollte... mir zeigen wollte, dass ich keine Ahnung hatte.

 

Aber ich schob diesen Gedanken so gut, wie möglich beiseite, fragte mich gedanklich aber dennoch, warum ich ihn nun nehmen sollte.... wo er doch ganz genau wusste, dass ich... na ja... egal.

 

Vorsichtig wagte ich es und führte meine Finger an seinen Eingang heran... während meine andere Hand seine Männlichkeit weiter leicht massierte...

 

*-*-*

 

Kaine schien es unangenehm zu sein und dennoch genoss ich es sehr, ihm zuzusehen, wie er mit der Handcreme hantierte. Jetzt wo seine Finger an meinem Eingang zu Gange waren und er außerdem meine Männlichkeit bearbeitete, stöhnte ich leise auf.

 

Doch bekam ich auch die Creme zu packen und cremte mir ebenfalls die Finger ein.

 

''Oder magst du es auch probieren?'', wollte ich von ihm wissen.

 

Immerhin war er ja noch unerfahren, somit Jungfrau. Vielleicht wollte er, dass wir es so machten. Zumindest sollte er ein wenig spüren, wie es sein könnte.

 

Erregt wie nie, cremte ich weiter und könnte es auch nur als Pflege nehmen. Mir war es egal welche Rolle ich beim Sex einnahm und Kaine sollte dies schon mal wissen.

 

''Egal was du möchtest, ich mag beides und das hier macht mich schon mal echt heiß'', flüsterte ich und küsste meinen Freund.

 

*-*-*

 

Was? Wie? Ob ich es auch probieren wollte...?

 

Im Moment sicher nicht...

 

Ich schüttelte auf seine Frage den Kopf und erwiderte leise stammelnd:

 

"Nein, aber... du kannst dich ja... auf mich... setzen... wenn du magst."

 

Tja, irgendwie würde ich das wohl hinbekommen müssen... egal wie. Aber ich wusste auch, dass ich mich hier voll zum Deppen machte... super... wirklich super, Kaine... warum konntest du deine Flossen nicht bei dir lassen...?!

 

.Trottel...

 

Natürlich erwiderte ich Anskas Kuss, dennoch kam ich mir gerade vor, wie ein Vollidiot. Trotz alledem führte ich meinen Finger schon mal vorsichtig in den Eingang meines Freundes ein, in der Hoffnung, dass ich mich nicht allzu dämlich anstellte und er mich nicht auslachen würde.

 

So wurden meine Zweifel natürlich keineswegs weniger... trotz dass mein Freund erregt stöhnte...

 

*-*-*

 

''Das werde ich gleich gerne machen...'', meinte ich und es war völlig okay so. Kaines Finger in mir zu spüren, ließ mich erneut stöhnen.

 

''Ja, gut so...'', kam es mir über die Lippen und ich drückte mich Kaine ein wenig entgegen.

 

Ein wenig bewegte ich mich dem Finger entgegen und versuchte mich daran zu gewöhnen. Es war schon viel zu lange her gewesen und ich suchte nach dem guten Gefühl.

 

Langsam ging es und ich küsste Kaine erneut.

 

''Jetzt kannst du einen zweiten Finger dazunehmen und dann spreizt zu sie langsam'', flüsterte ich. Dabei wollte ich Kaine nicht als dumm hinstellen, sondern versuchte ihm zu zeigen, dass wir es zu zweit schaffen würden.

 

''Das ist so gut'', seufzte ich und meine Männlichkeit stand wie eine Eins.

 

*-*-*

 

Okay, Anska führte mich ein wenig, trotzdem kam ich mir wie ein Dummi vor... aber egal, solange es ihm gefiel...

 

So tat ich was er meinte und nahm auch den zweiten Finger dazu und spreizte sie vorsichtig, um ihn zu dehnen... damit es ihm nicht weh tun würde... damit lag ich ja wohl schon mal richtig.

 

So machte ich noch eine ganze Zeitlang weiter, nur wusste ich eben nicht, wie lange es brauchen würde, damit es für Anska nicht schmerzhaft wäre.

 

Deshalb flüsterte ich ihm zu:

 

"Sag, bitte, wenn du soweit bist, ja."

 

Nun, ich würde wirklich noch eine ganze Menge lernen müssen, das stand außer Frage, ehe ich das hier wirklich beherrschte.

 

Zudem ich mich für meine Nacktheit schämte... es mir nicht so wirklich behagte, da ich es eben ja auch nicht gewohnt war.

 

Da meine Männlichkeit aber stand, wie angewurzelt... wollte mein Körper dies hier ganz offensichtlich und verriet mich somit an meinen Freund.

 

*-*-*

 

Auf Kaines Bitte hin, nickte ich nur, da ich so in Ekstase war und mich versuchte zu konzentrieren. Eine Weile brauchte ich noch ehe ich sanft seine Finger entzog.

 

''Das reicht jetzt'', lächelte ich und setzte mich langsam auf Kaine, wobei seine Männlichkeit in mich eindrang.

 

''Kaum zu glauben, dass du das zum ersten Mal machst...'', seufzte ich und setzte mich ganz auf Kaines Schoß. Seine Männlichkeit schob sich so ganz in mich und ich nahm mir einen Moment Zeit.

 

Erst dann begann ich mich zu bewegen und Kaines Lippen abermals aufzusuchen. Es schien ihn sehr erregt zu haben, da er richtig hart war und es freute mich sehr.

 

Nun legte ich seine Hand wieder an meine Männlichkeit und führte sie vorerst, ließ es aber bald, da er genau wusste, wie er mich anzufassen hatte.

 

''Oh... das ist gut... lange brauche ich nicht'', stöhnte ich und schloss genießend die Augen.

 

*-*-*

 

Tatsächlich setzte sich Anska auf mich, ließ meine Männlichkeit in sich gleiten und ich wusste nicht wie mir geschah, da er so eng war und es mich irgendwie erregte, so dass ich meinen Unterleib hob und wieder senkte... in ihn zu stoßen begann, soweit es mir möglich war.

 

Meinem Freund schien es zu gefallen, denn er stöhnte, zudem er nun wieder meine Hand an seine Männlichkeit legte und ich irgendwie wusste, was ich tun sollte. So massierte ich seine Männlichkeit, während auch mir ein leises Stöhnen entkam.

 

Lange würde er nicht brauchen, wie er meinte... ich wohl aber auch nicht. Dazu waren wir wohl beide viel zu sehr erregt, auch wenn ich nicht so stöhnte wie mein Freund... trotzdem es mir auch gut gefiel und mich erregte.

 

Ich schaute Anska zu, wie er es genoss, wie er die Augen dabei schloss... ein Bild das sich in meinem Gedächtnis einbrannte.

 

Und doch... trotzdem es sich schon toll anfühlte, würde ich den Sex nicht andauernd brauchen... oder vielleicht musste ich mich auch erst daran gewöhnen.

 

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Kaine stieß in mich und die Massage, die meine Männlichkeit bekam war mehr als geil. Ohne weitere Vorwarnung ergoss ich mich schon nach kurzer Zeit über Kaines Bauch und teils in seiner Hand.

 

Dabei stöhnte ich erregt auf und drückte ihn tief in mich hinein. Ich hatte ganz vergessen wie geil das hier war und hoffte jetzt schon auf eine baldige Wiederholung.

 

Meine Liebe zu Kaine schien unermesslich und hiermit konnte ich ihm meine Gefühle am Besten zeigen.

 

Sanft beugte ich mich zu ihm hinunter, legte eine Hand an seine eine Wange und die andere an seine Andere, dann küsste ich ihn liebevoll. Erst jetzt realisierte ich mein Tun und ein breites Lächeln legte sich auf mein Gesicht.

 

Tatsächlich konnte ich meinen Arm und auch meine Hand bewegen. Es fühlte sich real an, als wäre mein Arm nie ersetzt worden. Also bedarf es Liebe oder eben das zulassen von Gefühlen, wobei der Sex definitiv beigetragen hatte, bei mir zumindest.

 

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Nur kurz schaute ich ihm zu, wie er sich in meiner Hand und auf meinem Bauch ergoss, dabei stöhnte und mich noch tiefer in sich brachte. Doch wurde es um meine Erregung nun so eng, als Anska gekommen war, dass auch ich mich nicht mehr lange zurückhalten konnte und mich nun ebenfalls ergoss, jedoch ohne dabei laut zu stöhnen.

 

Allenfalls entwich mir ein leises Seufzen, wobei sich auch meine Augen kurz geschlossen hatten.

 

Nur wenig später öffnete ich meine Augen wieder, denn Anska küsste mich und ich konnte sehen, dass er auch seinen anderen Arm und die Hand nun bewegen konnte. Es freute mich ehrlich für ihn, so dass ich seinen Kuss nur allzu gern erwiderte.

 

"Ich liebe dich", hauchte ich liebevoll in den Kuss hinein, legte meine saubere Hand auf Anskas Rücken und streichelte diesen sanft.

 

Es war schön gewesen, keine Frage, aber so schnell nicht wieder... so einmal in der Woche... ob meinem Freund das wohl reichen würde...?

 

Aber ich machte mir wahrscheinlich nur mal wieder viel zu viele Gedanken... wie immer eben.

 

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Wie Kaine recht hatte. Er machte sich viel zu viele Gedanken. Denn die Zwei verstanden sich prächtig und es wurde sehr viel gekuschelt. Außerdem waren die Zwei meistens in der Woche sowieso zu erledigt von der Arbeit und ausgiebigen Sex gab es dann eher am Wochenende.

 

Ben und Kevin tat die Beziehung von Kaine und Anska ebenfalls gut. Sie zogen ganz in der Nähe in ein Haus und alle wurden gute Freunde.

 

Peter Smith war mehr als glücklich, dass sein Verkupplungsversuch aufgegangen war. Er sah immernoch alle wie eine große Familie an und er hatte auch bald privat mehr Kontakt zu ihnen, beinahe wie ein richtiger Vater oder eben Schwiegervater.

 

Die Aliens wurden nach einen erfolgreichen Kämpfen besiegt. Die Leutnants und der Major fanden die Alfas und töteten sie. Deshalb starben die kleinen Aliens nach und nach. Die ganze Zwischenschicht der Erde war übersät von Alieneier, was die Regierung nicht wissen durfte.

 

Dadurch dass die Aliens besiegt wurden, gab es keine mehr, die sich um die Eier kümmern konnte und es herrschte keine Gefahr mehr. Peter konnte endlich in den Wohlverdienten Ruhestand gehen und die Anderen ihrer alten Arbeit nachgehen.

 

Anskas Arm funktionierte Einwandfrei, als wäre nie etwas gewesen und Kaines Liebe trug definitiv dazu bei.

 

 

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Ende