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Jeder wie er will

Jeder wie er will

 

 

by Dark Sephiroth & Detail

 

 

Es war schon spät und bereits dunkel, als ich auf den Parkplatz hinausging. Erst musste ich kurz überlegen, wo ich geparkt hatte, doch dann fiel es mir wieder ein. Während ich meinen Schlüssel heraus kramte, ging ich an den Autos entlang.

 

Plötzlich waren da Schritte hinter mir und als ich mich umdrehte, bekam ich auch schon etwas auf die Fresse. Mit so einer Wucht, dass es mich zu Boden riss.

 

''Schwuchtel'', vernahm ich eine Stimme. Dann folgten Tritte in die Magengegend, die mich zusammenkrümmen ließen und auf den harten Kiesboden hielten.

 

Meine Augen presste ich fest zusammen und hielt einfach die Luft an, bis es endlich vorbei war. Erst als ich die Schritte fortgehen hörte, spuckte ich das Blut, was sich in meinem Mund gesammelt hatte aus und schnappte wie blöd nach Luft.

 

Mir den Bauch haltend, schaffte ich es mich aufzurichten und gekrümmt zu meinem Wagen zu schleppen. Taumelnd hielt ich mich an diesen fest, bevor ich es endlich schaffte den Schlüssel ins Schloss zu stecken und einzusteigen.

 

Warum war auch die verfluchte Zentralverriegelung im Arsch!

 

Nur kurz lehnte ich mich in meinem Sitz zurück, dann startete ich den Wagen. Um etwas im Rückspiegel von meinem Desaster zu sehen, war es hier zu dunkel.

 

Außerdem wollte ich nur nach Hause, denn ich war spät dran.

 

Irgendwie schaffte ich es auch dort anzukommen und parkte meinen Wagen an der Straße. Das Haus meines Bruders, wo ich seit etwa zwei Wochen wohnte. Die Auffahrt stand voll mit den Autos seiner Freunde. Sie spielten wie jeden Freitag und Samstag zusammen Karten.

 

Mein Bruder hatte noch zu mir gesagt, ich solle pünktlich wieder Zuhause sein, weil sie mit dem Essen bestellen auf mich warten würden. Doch als ich einen Blick auf meine Armbanduhr werfen wollte, musste ich feststellen, dass sie fort war. Wahrscheinlich hatte ich sie auf den Parkplatz verloren oder aber diese Dreckskerle hatten sie gestohlen.

 

Na Toll, mein Portemonnaie war auch weg. Also doch gestohlen! Egal, es war sowieso nicht mehr viel drin gewesen.

 

Nachdem ich mich vor meinen Eltern Weihnachten geoutet hatte, meinte mein Vater kurze Zeit später, nicht mehr mein Studium finanzieren zu wollen. Da ich, genauso wie mein Bruder, ein verwöhnter Bengel war, hatte ich keine Lust auf einen Job, um mir mein Studium selber zu bezahlen.

 

Kurz entschlossen, schmiss ich es und zog bei meinem Bruder ein. Der eher weniger begeistert war, sein Haus jetzt teilen zu müssen. Zumal er ein Leben führte, wovon manche nur träumten.

 

So beliebt waren wenige und er schmiss mit seinem Geld nur so um sich. Nun ja, aufgrund seines erstklassigen Studiums und seines Jobs, konnte er es sich auch leisten.

 

Mühselig stieg ich aus dem Auto und taumelte zur Tür, wo ich verzweifelt versuchte den Schlüssel ins Loch zu bekommen. Verflixt nochmal, ich kam mir vor, als wäre ich besoffen. Dabei hatte ich nur Cola und ein Wasser.

 

Endlich gelang es mir und ich ging in den Hausflur, knipste das Licht an und schloss die Tür hinter mir.

 

''Tamo, verdammt, kommst du auch noch? Ich hatte doch gesagt...'', hörte ich meinen Bruder Momo hinter mir, der sofort stockte, als ich mich zu ihm umdrehte.

 

''Verdammt... Tamo!'', kam es entsetzt von ihm. Immerhin war es in den zwei Wochen nun schon das zweite Mal, dass ich zusammengeschlagen wurde und er war sichtlich genervt.

 

Doch dieses Mal war ihm das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Sah ich wirklich so schlimm aus? Alles in meinem Mund schmeckte nach Blut und Sand. Aber vor allem mein Magen tat weh. Wie blutverschmiert und dreckig mein Auto von innen aussah, wollte ich gar nicht wissen.

 

Eine Hand hielt ich immer noch an den Bauch gedrückt und die andere versuchte die schwarzen, mittellangen, gelockten, blutverschmierten Haare aus dem Gesicht zu wischen. Verzweifelt versuchte ich mit meinen rehbraunen Augen ein klares Bild von meinem Bruder zu bekommen.

 

Wie immer war er schick gekleidet, im Gegensatz zu meinen sportlichen Klamotten. Er hatte seine langen, schwarzen, gelockten Haare streng zu einem Zopf gebunden und starrte mich mit den selben Augen, wie die meinen an.

 

Außerdem war er einen Kopf größer als ich und um einiges schlanker. Ich hingegen hatte eigentlich mehr Muskeln und hätte meinen Gegnern durchaus etwas entgegensetzten können. Jedoch verabscheute ich Gewalt, auch wenn es sich um Gegengewalt handelte.

 

In der Küche war es ruhig geworden und ich hörte noch jemanden kommen.

 

*-*-*

 

Eben hatten wir noch zusammen gesessen und Karten gespielt, als wir Tamo kommen hörten.

 

Mein Freund, der sein Bruder war, stand auf und ging seinem Bruder auf dem Flut entgegen. Dann hörten wir auch schon, dass etwas passiert sein musste.

 

So stand ich ebenfalls auf, während ein anderer unserer Freunde meinte:

 

"Jetzt bleib doch mal hier, Marvin.", doch ich machte nur eine abweisende Handbewegung, dann war er still und ich ging ebenfalls raus auf den Flur, wo ich Tamo sah, wie er sich den Bauch hielt und aus dem Mund zu bluten schien.

 

Da ich, mit meinen fünfundzwanzig Jahren Krankenpfleger war, ging ich sogleich auf die Beiden zu, schaute mir Tamos Wunden an und meinte:

 

"Es wäre wohl besser, wenn ich dich ins Krankenhaus bringen würde. Das sollte wenigstens abgeklärt werden... denn es sieht ziemlich schlimm aus.", und wand mich dann an meinen Freund:

 

"Bring mir bitte mal etwas Verbandsmull und lauwarmes Wasser, damit ich die Wunde säubern kann und danach sollte ich dich zu einem Arzt bringen, okay.", sprach ich hinzufügend zu Tamo, dem ich sanft über den Kopf streichelte.

 

Es sollte so aussehen, als wollte ich ihn beruhigen, doch in Wahrheit steckte da etwas ganz anderes hinter... ich hatte mich schon ziemlich lange in Tamo verliebt, doch hatte ich mich zum einen noch nicht geoutet und zum anderen wusste ich doch wie die meisten Menschen auf so etwas reagierten... zudem hatte ich Angst mich auch vor meinen Freunden zu outen... nicht auszudenken, was die dann wohl von mir denken würden?

 

Sacht, um ihm nicht weh zu tun, hob ich Tamo hoch, was bei meiner schlanken, aber sehr athletischen Figur, für mich kein Problem darstellte, und brachte ihn ins Wohnzimmer, wo ich ihn auf die Couch setzte und auf seinen Bruder wartete.

 

"Wie ist denn das passiert? Haben sie dich schon wieder zusammen geschlagen?", wollte ich von Tamo wissen, während ich ihn mit meinen blauen Augen ein wenig und möglichst unauffällig musterte.

 

Ich schaute mir seine Wunden noch einmal genauer an, während mir meine mittellangen, dunkelblonden Haare, die zu einem Seitenscheitel gekämmt waren, etwas ins Gesicht fielen, die ich dann aber hinters Ohr strich.

 

*-*-*

 

Marvin war wirklich lieb und fürsorglich. Mit einem Mal merkte ich erst, wie schlecht es mir ging. Wie hatte ich es bloß bis hierher geschafft.

 

Wenigstens kümmerte sich Marvin um mich, nicht so, wie mein Bruder, der sich nicht gerührt hatte.

 

''Ja, auf dem Parkplatz habe ich Schritte gehört... und als ich mich umdrehte, haben sie schon auf mich eingeschlagen... Ich weiß nicht mal, wie sie aussahen...'', stammelte ich und spürte, wie sich mein Magen zuschnürte.

 

Dann kam Momo mit dem angeordneten Wasser und Verbandsmull.

 

Vermutlich war es wirklich besser, wenn wir ins Krankenhaus fahren würden. Momo stand nur da und ich konnte mir denken, dass er nur ans Karten spielen und Essen bestellen denken konnte.

 

Im Grunde hatte er kein Verständnis dafür. Meinte vermutlich, dass ich selber daran schuld sei, wenn sie mich schlugen.

 

''Mir tut alles weh... und ich... ich bin müde...'', sagte ich zu Marvin.

 

*-*-*

 

Nachdem ich alles gewünschte erhalten hatte, tauchte ich das Mull ins Wasser und begann vorsichtig Tamos Wunden sanft tupfend zu reinigen.

 

"Wenn es dir weh tut, dann sag es bitte. Ich bin so vorsichtig, wie möglich, okay.", sprach ich beruhigend auf Tamo ein.

 

Über Momo konnte ich nur den Kopf schütteln.

 

"Schh... schon gut... ich bring dich gleich ins Krankenhaus, okay.", flüsterte ich ihm zu und beeilte mich die Wunden zu säubern.

 

Schließlich erhob ich mich und sagte zu Tamo: "Ich bin gleich wieder da, hole nur schnell meine Sachen, dann fahren wir los.", und wand mich dann an Momo: "Ich werde ihn ins Krankenhaus bringen und untersuchen lassen. Mit dem Kartenspielen wird es wohl heute nichts mehr, denn Tamos Gesundheit geht vor."

 

Dann verließ ich kurz das Zimmer, holte meine Sachen, verabschiedete mich von meinen Freunden, brachte diese ins Auto und holte Tamo, den ich aus dem Haus in mein Auto trug. Vorsichtig setzte ich ihn auf den Beifahrersitz und setzte mich dann auf den Fahrersitz und fuhr mit Tamo ins Krankenhaus.

 

Unterwegs rief ich noch meinen Kollegen, der ein mit mir befreundeter Arzt war, an und schilderte ihm den Fall, sagte ihm auch, dass ich gleich mit Tamo ankommen würde.

 

Wir legten auf und schon bald hatte ich das Krankenhaus, mit Tamo erreicht.

 

Ich brachte ihn dann, auf meinen Armen hinein und gleich ins Behandlungszimmer, zu meinem Kollegen, der sich ihn gleich anschaute und im Röntgen durchleuchtete.

 

"Also es ist nichts schlimmes.", meinte er zu mir: "Es ist nichts gebrochen, nur ein paar Schwellungen und Quetschungen, das heilt bald ab. Ich gebe dir ein paar Medikamente mit, die gibst du ihm."

 

"Danke Gregor, du bist ein Schatz."

 

"Na, ist doch selbstverständlich, Marvin."

 

"Ich fahr jetzt mit dir zu mir nach Hause, okay. Da kannst du schlafen und dich ausruhen.", meinte ich zu Tamo und strich ihm sanft über die Wangen, während mich Gregor verwegen angrinste.

 

Gemeinsam mit Gregor brachte ich Tamo in mein Auto und legten ihn vorsichtig auf den Rücksitz. Dann stieg auch ich ein und fuhr mit Tamo zu mir nach Hause.

 

*-*-*

 

Hätte ich nicht so mit den Schmerzen zu tun gehabt, so hätte ich mir sicherlich meinen Teil gedacht, als Marvin meinem Bruder sagte, wie der Hase läuft.

 

Bereitwillig und Widerstandslos ließ ich mich von Marvin ins Krankenhaus bringen. Der Arzt schien auch ganz nett zu sein. Zum Glück war es nichts ernstes.

 

Nur war ich so müde und mir alles tat weh.

 

Als Marvin dann meinte, wir würden zu ihm fahren, konnte ich nur müde nicken. Mir war fast alles egal. Auch seine Berührung an meiner Wange nahm ich kaum wahr.

 

Nun lag ich endlich auf dem Rücksitz und schloss vorerst die Augen. Es ruckelte ganz gut während der Fahrt, was ich sonst nie so empfunden hatte.

 

Erst als der Wagen hielt, öffnete ich die Augen und versuchte Marvin ein wenig entgegenzukommen. Verdammter Mist aber auch. Entweder sollte ich wirklich ein Versteckspiel aus meiner Neigung machen, wovon ich nicht wirklich was hielt oder aber hier weg ziehen.

 

Aber jetzt wollte ich nur noch schlafen.

 

*-*-*

 

Tamo hatte sich ruhig verhalten und so fuhr ich ganz in Ruhe die Strecke zu mir nach Hause. Denn ich wollte Tamo jetzt nicht seinem Bruder überlassen, der eh kein Verständnis für ihn hatte.

 

Mein Zuhause erreicht, das ein kleines Häuschen mit Garten war, welches ich von meinen Eltern geschenkt bekommen hatte, parkte ich den Wagen in der Auffahrt, stieg aus und öffnete erst mal die Tür zu meinem Haus. Anschließend holte ich Tamo aus dem Auto und trug ihn ins Haus hinein. Von dort aus ins Schlafzimmer, wo ich ihn zunächst aufs Bett legte.

 

Kurz verließ ich das Zimmer und schloss die Haustür, um dann wieder das Zimmer zu betreten und Tamo, bis auf die Unterhose, zu entkleiden. Danach deckte ich ihn mit einer leichten Decke zu, streichelte noch einmal über seinen Kopf und flüsterte:

 

"Nun schlaf ein bisschen... ich bin da, wenn du mich brauchst.", verließ das Zimmer dann wieder und lehnte die Tür nur an.

 

So verzog ich mich in die Küche, wo ich mir erst mal etwas aß und trank, um anschließend ins Arbeitszimmer zu gehen, in dem auch ein Bett stand, in das ich mich nun legte, nachdem ich mich, bis auf die Shorts, ebenfalls entkleidet hatte.

 

Noch ein wenig in Gedanken versunken, schlief ich schließlich völlig übermüdet ein...

 

*-*-*

 

Marvin war so lieb zu mir. Er trug mich rein, half mir beim Ausziehen und deckte mich sogar zu. Vorerst brauchte ich erst mal nichts, bis auf Schlaf.

 

Denn ich war so was von müde. Die Art, wie er über meinen Kopf streichelte, war schon komisch. Bisher hatte er so was nie gemacht.

 

Trotzdem war ich viel zu erschöpft, um darüber weiter nachzudenken.

 

So kuschelte ich mich ins Kissen, so gut es ging, versuchte die Schmerzen zu vergessen und schlief auch bald ein.

 

*-*-*

 

Ich erwachte am nächsten Morgen, da mich die Sonne an der Nase kitzelte, die ins Fenster schien. Zunächst räkelte ich mich und blieb noch etwas liegen bevor ich mich aufraffte und aus dem Bett krabbelte.

 

Noch immer etwas müde schleppte ich mich ins Bad, wo ich mich erst mal auf der Toilette erleichterte und anschließend in die Dusche stieg, um mich kurz abzuduschen. Mit dem Badetuch um meine Hüfte ging es dann zum Waschbecken, um mir die Zähne zu putzen und mir die Haare zu kämmen.

 

Hmm... aber was nun? Eigentlich müsste ich ja ins Schlafzimmer, aber dort schlief ja Tamo und ihn jetzt zu stören... ob das eine so gute Idee war... zudem ich ja nur mit einem Badetuch bekleidet war.

 

Nun, ich musste ohnehin ins Zimmer, um nach ihm zu sehen, also konnte ich beides ja verbinden. Leise schlich ich mich also ins Schlafzimmer, öffnete ebenso leise meinen Kleiderschrank, holte Sachen raus und kleidete mich sogleich an.

 

Danach ging ich leise an das Bett heran und schaute nach Tamo, der aber noch zu schlafen schien. Soweit ging es ihm wohl gut, also verließ ich das Zimmer wieder, um in die Küche zu gehen und uns etwas zu Essen und zu Trinken zuzubereiten.

 

Auch die Medikamente für Tamo legte ich bereit.

 

Alles stellte ich auf ein Tablett, dekorierte es schön und ging dann mit dem Tablett ins Schlafzimmer zurück. Das Tablett stellte ich zunächst auf den Nachttisch und setzte mich dann zu Tamo auf das Bett... streichelte sanft über seine rechte Wange.

 

"Guten Morgen, Tamo. Hey, Schlafmützchen, aufwachen.", versuchte ich Tamo liebevoll und sanft zu wecken, kitzelte ihn dabei auch ein wenig an der Nase.

 

*-*-*

 

Die Nacht hatte ich sehr unruhig und schlecht geschlafen. Die Schmerzen hatten mich doch ein wenig gequält.

 

Als Marvin mich weckte, ging es mir schon ein bisschen besser. Er war ganz schön frech, indem er mich an der Nase kitzelte. Außerdem roch er frisch geduscht, was ich von mir eher weniger behaupten konnte.

 

''Morgen'', brummte ich, da ich morgens immer meine Zeit brauchte, bis ich wirklich ansprechbar war. Kurz blinzelte ich Marvin an, bevor ich nochmal kurz die Augen schloss und meine Nase unter der Decke versteckte.

 

Dann öffnete ich erneut die Augen und grinste Marvin an, was er allerdings nicht sehen konnte, da mein halbes Gesicht ja noch verdeckt war.

 

Da hatte er mir doch tatsächlich Frühstück ans Bett gebracht.

 

''Pfleger durch und durch, wie...'', kam es dann doch von mir. War er jetzt mein privater Pflegedienst?

 

Auf Anhieb fielen mir tausende Dinge ein, die ich ihn machen lassen könnte und musste meine freche Zunge hüten.

 

*-*-*

 

Nach diesem etwas brummigen "morgen" von Tamo, musste ich grinsen... wusste ich doch, dass er morgens immer etwas Zeit brauchte und konnte ich mir wohl die Frage ob er gut geschlafen hätte, doch eher sparen.

 

"Wenn schon, denn schon, nicht.", antwortete ich frech auf seinen Kommentar, den er wahrscheinlich wegen des Frühstücks abgelassen hatte.

 

"Zuerst nimmst du aber deine Medikamente, okay. Die habe ich dir hier hin gelegt.", meinte ich hinzufügend und zeigte auf den Teller, der mit auf dem Tablett stand.

 

"Ach ja, und deine Sachen liegen da auf dem Stuhl, ich muss nachher noch arbeiten und hoffe du kommst dann allein klar, oder soll ich dich vorher noch bei Momo absetzen?"

 

Natürlich schmachtete ich ihn insgeheim an, doch outen konnte ich mich noch nicht, auch wenn er es sehr wahrscheinlich gut aufgenommen hätte... aber ich war eben noch nicht so weit. So würde ich eben vorerst immer wieder seine Nähe suchen... und meine kleines Geheimnis für mich behalten...

 

*-*-*

 

''Ähm...'', antwortete ich und rutschte etwas hoch. Dabei spürte ich nun doch die Schmerzen und griff direkt zu den Tabletten.

 

''Ich glaube Momo ist auch arbeiten... Werde schon klar kommen...'', gab ich dann von mir.

 

Die Medikamente würden sicher anschlagen und dann könnte ich noch etwas schlafen.

 

''Vielleicht macht Momo sich ja mal ein bisschen Sorgen'', kam es dann von mir.

 

Anschließend schnappte ich mir etwas zu Trinken und spülte die Tabletten runter. Hunger hatte ich auch, weshalb ich mich bediente und zu Essen begann.

 

Da hatte sich jemand schon ein wenig Mühe gegeben. Ein wenig genießen tat ich es nun schon, so verwöhnt zu werden.

 

''Danke'', sagte ich dann, nachdem ich den ersten Bissen runter geschluckt hatte.

 

*-*-*

 

Seine Worte vernehmend, musste ich schmunzeln.

 

"Ja, ich denke auch, dass sich Momo ruhig ein bisschen Sorgen um dich machen kann. Also, wenn du magst bleibst du eben erst mal bei mir, okay.", meinte ich einwilligend.

 

"Also gut, wenn du klar kommst, dann gehe ich jetzt zur Arbeit und bin dann so gegen Mittag wieder daheim... vielleicht schaue ich zwischendurch auch mal nach dir.", fügte ich grinsend hinzu.

 

Jetzt wo er so hoch rutschte konnte ich meinen Blick gar nicht mehr von ihm nehmen... verschlang ihn schon beinahe mit meinen Blicken... und hätte ich den Mut gehabt, hätte ich ihn wohl zu verführen versucht...

 

Aber zum einen ging es ihm ja nicht gut, er hatte Schmerzen und da gehörte sich so etwas ja nicht.... zudem hatte ich mich ja noch nicht geoutet und er wäre sicher sehr erstaunt gewesen, wenn ich ihn jetzt unsittlich angefasst oder ihm ein Liebesgeständnis gemacht hätte.

 

So stand ich vom Bett auf, schaute ihm nun in die Augen und lächelte ihn an.

 

"Tja, bis dann und wenn was sein sollte... ruf mich ruhig an... ich bin immer für dich da.", sagte ich noch, ehe ich mich aus dem Zimmer entfernen wollte...

 

*-*-*

 

''Mach dir bloß keinen Kopf um mich. Ich schaff das schon'', sprach ich und grinste zurück.

 

Irgendwie schien er auf einmal einen so komischen Blick drauf zu haben, jetzt, wo meine Brust frei lag. Man könnte meinen, dass er gleich gegen die Tür rennt, vor lauter schauen.

 

Noch bevor er aus dem Zimmer war, rutschte ich noch etwas hoch und nahm mir erneut etwas zu Essen.

 

Sobald ich mich bestärkt hätte, würde ich versuchen zu duschen. Hatte ja immerhin nichts mit den Beinen, sondern nur mit dem Magen, und dass mein Gesicht wehtat. Meine Lippen fühlten sich an, als hätte ich die ganze Nacht geknutscht.

 

Ob mich jemand angeschrieben hatte? Auf meine Handy würde ich auch gleich schauen und dann bestimmt einfach nur schlafen.

 

Aber vorerst brauchte ich das Gefühl frisch zu sein. Da war ich sehr penibel.

 

*-*-*

 

Nach Tamos Zusage, dass er allein klar käme, verließ ich das Zimmer, wobei ich doch fast nach gegen die Tür gelaufen wäre, hätte ich nicht rechtzeitig den Dreh bekommen.

 

Warum nur musste er seinen Oberkörper nun noch mehr freilegen... herrje... da lief einem ja das Wasser im Munde zusammen.

 

"Okay, dann bis nachher.", verabschiedete ich mich von Tamo, während mir schon fast der Sabber aus dem Mund lief.

 

Wie lange würde ich das durchhalten?

 

Schnell hatte ich mich aus dem Zimmer entfernt, zog mir Schuhe und Jacke an, dann verließ ich mein Haus.

 

Draußen angekommen, atmete ich tief durch, ging dann zu meinem Auto, stieg ein und fuhr zur Arbeit ins Krankenhaus.

 

Ich wusste, dass ich Tamo so nicht allzu lange widerstehen konnte. Also würde ich mich entweder outen müssen, oder aber meine Gefühle mehr unter Kontrolle halten müssen.

 

*-*-*

 

Nachdem Marvin fort war, aß ich alles brav auf und trank alles leer. Er hatte sich wirklich Mühe gegeben und es schmeckte köstlich.

 

Anschließend stand ich vorsichtig auf und schaute auf mein Handy. Ein Freund hatte mir geschrieben und ich antwortete ihm. Aber mein Bruder Momo hatte noch nichts von sich hören lassen.

 

Vorsichtig ging ich ins Bad, zog mir die Unterhose aus und verschwand in der Dusche, wo ich mich ausgiebig pflegte. Danach trocknete ich mich ab, zog die Unterhose wieder an und ging zurück ins Schlafzimmer.

 

Dort angekommen zog ich auch mein T-Shirt über und legte mich mit meinem Handy ins Bett. Die Tabletten hatten gut angeschlagen, so dass ich kaum noch Schmerzen hatte.

 

Dann surfte ich noch ein wenig im Internet, bevor ich irgendwann müde einschlief.

 

*-*-*

 

Wie immer tat ich meine Arbeit im Krankenhaus sehr sorgfältig und doch musste ich immer wieder an Tamo denken.

 

Es fiel mir sehr schwer mich zu konzentrieren und doch tat ich es.

 

Immer wieder sah ich das Bild seines nackten Oberkörper vor meinem geistigen Auge, so dass ich nur mit Mühe ein Sabbern verhindern konnte.

 

Stunden zogen sich hin wie Kaugummi und Zeit wurde mir, trotz der vielen Arbeit sehr lang. Ich wollte endlich wieder heim... zu Tamo.

 

Irgendwann würde ich mich wohl outen müssen, das wusste ich, wenn ich Tamo irgendwann meine Gefühle gestehen und nicht für mich allein leiden wollte.

 

Aber vorerst konnte ich es nicht und würde somit abwarten müssen... auf eine Gelegenheit... einen günstigen Augenblick.

 

Es war kurz nach Mittag, als mein Dienst endlich vorbei war und ich nach Hause fahren konnte.

 

Das tat ich auch, schneller, als sonst, war ich daheim, parkte mein Auto in der Auffahrt, stieg aus und betrat das Haus... ebenfalls schneller, als ich es normal tat.

 

Nachdem ich meine Schuhe und meine Jacke ausgezogen hatte, begab ich mich zum Schlafzimmer und schaute nach Tamo. Leise trat ich an das Bett heran und lächelte, als ich sah, dass er friedlich schlief.

 

Sanft und so, dass er nicht erwachen konnte, strich ich über seine Haare und hatte wohl schon wieder Herzchen auf den Augen.... wenn ich ihn so anschaute.

 

*-*-*

 

Ich träumte unterdessen von allem Möglichen, woran ich mich später mal wieder nicht erinnern würde. Doch mit einem Mal wurde ich wach, spürte dass da jemand saß.

 

Erschrocken zuckte ich zusammen.

 

''Man, hast du mich erschreckt'', atmete ich erleichtert auf.

 

Keine Ahnung mit wem ich gerechnet hatte. Doch war ich erleichtert, als Marvin dasaß.

 

Nachdem mein Herzschlag sich beruhigt hatte, rieb ich mir die Augen und streckte mich genüsslich. Der Schlaf hatte richtig gut getan und mir ging es wesentlich besser.

 

''Hab ich so lange geschlafen?'', fragte ich unnötigerweise und blickte auf mein Handy, dass mir die Uhrzeit verriet und eine neue Nachricht anzeigte.

 

Wieder war sie nicht von Momo, sondern von einem Freund. So las ich sie und antwortete direkt.

 

*-*-*

 

Verdammt, hatte ich ihn doch geweckt. Hoffentlich merkte er nichts... scheinbar hatte ich aber Glück, denn er schrieb jetzt erst mal auf eine Nachricht auf dem Handy, so dass ich erst mal wieder aus dem Schneider war.

 

Jetzt musste ich unbedingt vorsichtiger sein, sonst würde es doch noch auffallen oder Tamo würde den Braten riechen... na, das würde mir ja noch fehlen... au man...

 

So ließ ich ihn in Ruhe seine Nachricht schreiben und begab mich in die Küche, wo ich erst mal was zu essen für uns bereitete.

 

Dabei musste ich andauernd an Tamos Reaktion eben denken, als er aufgewacht war. Herrje... er musste ja wirklich Angst haben... die hatten ihm anscheinend mächtig zugesetzt.

 

Er tat mir schon richtig leid. Nun, ich würde mich ein wenig um ihn kümmern... und dann schauen was werden würde.

 

Outen konnte ich mich jetzt noch nicht... dafür war ich definitiv noch zu früh und ich war noch nicht bereit.

 

*-*-*

 

Als ich mit dem schreiben fertig war, schaute ich mich um. Scheinbar hatte ich Marvin vergrault. Manchmal tat man so was mit seinen Mitmenschen, auch wenn man es nicht beabsichtigt hatte. Nur weil einem sein Handy in dem Moment wichtiger war.

 

Langsam stand ich auf und ging in die Küche, wo ich Marvin vorfand. Er machte uns etwas zu Essen, was mich grinsen ließ. Eben doch ein Pfleger durch und durch.

 

Dann hatte ich eben jetzt meinen eigenen privaten Pfleger!

 

Vorsichtig setzte ich mich an den Tisch und schaute ihm zu.

 

''Du bist viel zu lieb zu mir'', sagte ich feststellend.

 

''Ich hoffe, es ist okay für dich, wenn ich wieder zu meinen Bruder zurück will. Nicht, dass es mir hier nicht gefällt, aber es geht mir soweit ganz gut und ich würde einfach gerne in meinem Bett schlafen'', fügte ich dann hinzu.

 

Hoffentlich würde er es verstehen und nicht sauer sein. Er war wirklich sehr nett zu mir und super gastfreundlich. Doch wollte ich ihn auch nicht ausnutzen.

 

*-*-*

 

Ein wenig war ich zusammen gezuckt, als Tamo die Küche betrat und mich ansprach.

 

Ich drehte mich aber nicht um, kümmerte mich weiter um das Essen und antwortete:

 

"Das hat mit Pfleger sein nichts zu tun... immerhin muss ich ja auch etwas essen.", dann hörte ich was er noch meinte und mir wurde ziemlich schwer ums Herz... so dass ich mir nun doch die Tränen verkneifen musste.

 

Die Fassung bewahrend erwiderte ich lieb:

 

"Ja, ist okay. Ich fahre dich nachher hin, wenn du magst.", dann kümmerte ich mich weiter um das Essen und verbot mir irgendwelche Gefühle zu zeigen.

 

Das konnte ich auch später noch tun, wenn er wieder bei seinem Bruder war... der sich doch eh nicht für ihn interessierte.

 

Nur ein paar Mal atmete ich tief durch, versuchte wirklich alles zu unterdrücken, was auch nur ansatzweise nach wer-weiß-was aussah.

 

Da das Essen noch ein bisschen kochen musste, machte ich mich daran den Tisch zu decken und mich somit abzulenken... ja, so war es erst mal gut.

 

Reiß dich zusammen, Marvin... sonst verrätst du dich noch...!, ermahnte ich mich in Gedanken, immer wieder.

 

*-*-*

 

''Oh ja, das wäre echt lieb. Ich glaube zu Fuß schaffe ich es dann doch nicht'', antwortete ich auf seinen Vorschlag.

 

''Aber ich komm gern wieder, wenn ich darf'', grinste ich Marvin an.

 

Er war anders, wie die meisten von Momos Freunden. Ihm schien es nichts auszumachen, mit wem ich ins Bett ging oder wen ich liebte.

 

Dann musste ich doch tatsächlich gähnen. Wie konnte man nach soviel Schlaf immer noch müde sein. Manno.

 

''Danke, Marvin!'', bedankte ich mich dann einfach mal für sein Verhalten.

 

''Weißt du, irgendwie stecke ich gerade in einem tiefen Loch fest, muss mich erst mal selber finden und schauen, wie es weitergeht, was ich jetzt machen will. Weiter studieren, da habe ich keine Lust drauf. Im Grunde war es doch nur der Wunsch meines Vaters.

 

Aber was ich will, weiß ich gerade nicht...'', erzählte ich Marvin dann ganz offen.

 

Sicher wusste ich, dass ich meinen Bruder auf den Sack ging. Nur im Grunde war alles eine Frage der Zeit. Denn sobald ich mein eigenes Geld verdiente, könnte ich auch eine eigene Wohnung halten und müsste nicht mehr bei ihm wohnen.

 

*-*-*

 

Während ich den Tisch deckte und noch einmal nach dem Essen schaute, hörte ich Tamo zu, nickte ab und zu verstehend... hätte auch gern etwas dazu gesagt... aber es kam einfach nichts über meine Lippen.

 

Wortlos servierte ich das Essen, nachdem es fertig war, stellte auch etwas zu Trinken und Gläser auf den Tisch, dann setzte ich mich.

 

"Bitte, bedien dich.", sprach ich tonlos, konnte mich irgendwie nicht mehr so wirklich unter Kontrolle halten... es ging einfach nicht mehr... dennoch... ich musste mich zurückhalten.

 

"Guten Appetit.", wünschte ich ihm, dann tat ich mir etwas auf den Teller und begann zu essen.

 

Zwischendurch antwortete ich:

 

"Ich verstehe dich. Letztlich musst du ja selbst wissen was du tun willst und was nicht. Aber bedanken musst du dich bei mir nicht … es ist schon okay. Mach dir mal keinen Kopf... hast ja schon einen."... versuchte ich zu scherzen und lachte künstlich auf... obwohl mir nach heulen zumute war.

 

Aber ich konnte es ihm nicht sagen... nicht jetzt und nicht zu dieser Zeit.

 

Vielleicht würde ich mich in nächster Zeit einfach ein bisschen rar machen, so würde es eventuelle leichter für mich werden, wenn ich Tamo nicht dauernd sehen musste.

 

Auf seine Aussage, dass er gern wieder kommen würde, nickte ich nur... doch dachte ich mir meinen Teil...

 

*-*-*

 

Was in Marvin vor sich ging, ahnte ich nicht im Geringsten. Auch hatte ich wohl nicht so das Feingefühl für so was. Er war ein Freund meines Bruders und ich war dabei mich ihm freundschaftlich anzunähern.

 

Auch ich lachte kurz auf, hielt aber direkt meinen Bauch, weil es doch noch weh tat, wenn ich lachte.

 

Mit Freude aß und trank ich, was Marvin bereitet hatte.

 

Anschließend stand ich auf, half sogar beim Abräumen und ging ins Schlafzimmer, wo ich mich anzog. Langsam, um keine Schmerzen zu haben.

 

Kurz schrieb ich erneut einen Freund, der mich auf dem Handy anschrieb.

 

Anschließend ging ich wieder zurück in die Küche. Eilig hatte ich es zwar nicht, aber wenn ich mich wieder hinlegte, würde ich vermutlich erneut einschlafen.

 

Das wollte ich einfach vermeiden.

 

*-*-*

 

Mit einem dankbaren Blick quittierte ich, dass Tamo mir half. Dann schaute ich ihm nach, wie er ins Schlafzimmer ging.

 

Bald war er wieder bei mir, in der Küche, wo ich traurig am Fenster stand, mir jedoch nichts anmerken lassen wollte.

 

In der Zwischenzeit, wo sich Tamo angezogen hatte, hatte ich seine Medikamente eingepackt, mir meine Schuhe und meine Jacke angezogen. Als Tamo wieder in der Küche war, drehte mich zu Tamo um.

 

"Ja, also ich bin dann soweit.", sagte ich trocken, während mir das Lächeln vergangen war.

 

Schließlich verließ ich, mit Tamo, mein Haus, ließ ihn, in mein Auto einsteigen und stieg dann selbst auch ein. Anschließend fuhr ich ihn nach Hause.

 

Auf der Fahrt dorthin schwieg ich, sagte nicht ein Wort mehr. Eine tiefe Traurigkeit hatte mich erfasst, die unüberwindbar schien.

 

Momos Haus erreicht, ließ ich Tamo wieder aussteigen, klingelte an der Haustür und wartete, dass uns Momo öffnete.

 

Nachdem Momo die Tür geöffnet hatte, begrüßte ich ihn und meinte tonlos:

 

"Kümmere dich bitte weiter um deinen Bruder, er will es ja so... also... ach ja, und hier sind die Medikamente... die muss er nehmen."

 

Diese Worte ausgesprochen, verzog ich mich wieder in mein Auto, startete den Motor und fuhr mit quietschenden Reifen davon. Ich konnte mich einfach nicht weiter in Tamos Nähe aufhalten.

 

Nach etwa einer Stunde, hatte ich mein Haus wieder erreicht, fuhr mein Auto in die Garage, verschloss diese und verzog mich dann in mein Haus, wo ich alles verriegelte und mich vorläufig nicht mehr sehen lassen wollte.

 

Nachdem ich mich, bis auf die Shorts ausgezogen hatte, räumte ich auf, bezog auch mein Bett frisch, so dass ich Tamos Geruch nicht noch haben musste... denn das wäre eine noch größere Folter für mich gewesen.

 

Sodann ging ich runter in den Keller, wo ich mich in meinem Fitnessraum richtig auspowerte und anschließend noch im Swimmingpool, der sich ebenfalls im Keller befand, einige Runden schwamm.

 

Nein, ich wollte nicht drüber nachdenken, ich wollte nicht heulen... ich wollte mich nur ablenken und richtig auspowern.

 

Was hätte ich denn überhaupt für Chancen bei Tamo... vermutlich keine... zudem ja noch niemand wusste, dass ich schwul war...

 

*-*-*

 

Etwas schräg schaute ich Marvin hinterher, als er sich nicht mal verabschiedet hatte. Während der Fahrt war er schon so komisch gewesen oder gar schon vorher.

 

''Hi...'', begrüßte ich meinen Bruder, der genauso dreinschaute. Dann nahm ich ihm die Tüte mit den Medikamenten ab, da ich immerhin kein Kind mehr war und die auch selber nehmen konnte.

 

''Was war denn mit dem los?'', wollte Momo von mir wissen, ''Du hast ihn doch nicht angegraben, oder? Du weißt genau, dass meine Freunde tabu sind.''

 

Bei den letzten Worten wurde er ganz schön laut und starrte mich böse an.

 

''Ich habe gar nichts gemacht. Er war total nett zu mir und ich habe mich höflich bedankt. Da ich auch gut alleine klar kommen, habe ich ihn gebeten, mich zu dir zu fahren. Das war alles'', versuchte ich mich zu rechtfertigen.

 

Aber Momo schien mir kein Wort zu glauben.

 

''Ach, denk doch, was du willst'', machte ich ihn an und verschwand auf mein Zimmer, wo ich mich auf Bett legte.

 

Während ich ein wenig Musik hörte, schrieb ich nebenbei mit ein paar Freunden und wollte einfach geschehenes vergessen.

 

*-*-*

 

Nachdem ich mich wirklich ausgepowert hatte, ging ich wieder hoch und duschte ausgiebig... das brauchte ich jetzt aber auch.

 

Anschließend wickelte ich mir das Badetuch um meine Hüfte, ging in die Küche und machte mir dort etwas zu essen und zu trinken.

 

Dann setzte ich mich an den Tisch und aß eine Kleinigkeit.

 

Ich musste mir Tamo aus dem Kopf schlagen, sonst... ja, was sonst? Momo würde es wahrscheinlich nicht verstehen und ob Tamo es verstehen würde... kein Plan.

 

Okay, mir konnte es eigentlich egal sein, wie und was andere von mir dachten... aber Tamo interessierte sich doch eh nur für andere, für sein Handy und seine ...Freunde... da war ich ihm doch eh nur im Weg.

 

So redete ich mir ein, dass es ja vielleicht gar nicht so schlecht wäre... allein zu sein und zu bleiben... egal...

 

Ich hatte ja auch meine Arbeit und ein paar Freunde hatte ich ebenfalls... somit war ich ja gar nicht so allein... auch wenn ich mich nun für einige Zeit etwas rar machen würde.

 

*-*-*

 

Nachdem ich dann meine Medikamente genommen, legte ich mich eine Weile schlafen. Irgendwie machten die Tabletten wohl müde und so ruhte ich mich eine ganze Weile aus.

 

Als ich irgendwann wach wurde, waren aus der Küche schon Stimmen zu hören. Es war schon spät und so stand ich auf. Draußen war es bereits dunkel und nachdem ich Licht gemacht hatte, ging ich in die Küche.

 

Alle saßen brav versammelt da und spielten Karten. Nur Marvin fehlte und sie hatten sich bereits etwas zu Essen bestellt.

 

''Nabend zusammen'', grüßte ich höflich in die Runde, als ich die Küche betrat, ''Hast du mir gar nichts mitbestellt?'', fragte ich meinen Bruder und starrte ihn an.

 

''Du warst am schlafen'', kam es nur von ihm und ich musste mich arg zusammenreißen.

 

''Trotzdem habe ich auch Hunger'', blaffte ich ihn an.

 

''Dann mach dir was'', sagte Momo nur stur.

 

Genervt ging ich zum Kühlschrank, der so gut, wie leer war. Mein Bruder hatte mal wieder nicht eingekauft, da er sowieso immer nur irgendwo aß oder etwas bestellte.

 

Wie sollte ich mir da etwas machen?

 

Natürlich knallte ich die Kühlschranktür sauer zu.

 

''Lass den Kühlschrank leben'', kam es von einem seiner Freunde und noch während ich am rausgehen war, hörte ich einen anderen fragen: ''Was ist eigentlich mit Marvin? Kommt der heute nicht?''

 

''Den hat Tamo vergrault'', zischte Momo und ich musste mich extrem zusammenreißen, um ihn nicht eine rein zu hauen.

 

Stattdessen ging ich auf mein Zimmer und ließ die Tür knallen. Dabei spürte ich, wie mein Magen wieder weh tat. Mist verdammter!

 

*-*-*

 

Mein Essen hatte ich beendet, wusch noch alles ab und räumte noch ein wenig auf, bevor ich mich ins Wohnzimmer begab und das Fernsehen anschaltete.

 

Doch da lief eh nur Mist... also machte ich mir die Spielkonsole an und begann so ein wenig zu zocken... irgendwie musste ich mich schließlich ablenken.

 

Natürlich hatte ich immer noch Tamo im Kopf, doch versuchte ich ihn mir, mit aller Macht, aus dem Kopf zu schlagen.

 

Er war der Bruder meines Freundes... so was ging doch nicht... nein... es konnte und durfte mir nicht egal sein... ich wollte es mir doch nicht mit meinen Freunden verscherzen.

 

Und doch war da auch die andere Seite, die mir sagte... wenn sie mich nicht verstehen würden... wären sie keine echten Freunde und dann konnte ich sie vergessen.

 

So nahm ich mein Handy zur Hand, suchte eine bestimmte Nummer raus und schrieb eine SMS.

 

Hallo Tamo, ich würde mich gern mal mit dir unterhalten, darf ich dich von zuhause abholen? LG Marvin.

 

Dann schickte ich die SMS ab und wartete...

 

*-*-*

 

Mit Schmerz verzogenem Gesicht legte ich mich erst mal aufs Bett und nahm eine Tablette ein. Als dann mein Handy summte, wollte ich erst gar nicht nachschauen.

 

Doch meine Neugierde war größer und so sah ich, dass Marvin geschrieben hatte.

 

Ob ich nochmal ins Krankenhaus sollte? Was, wenn doch etwas nicht stimmte? Der Schmerz war anders als vorher und zog bis nach unten.

 

Kurz entschlossen rief ich Marvin an.

 

''Marvin...'', keuchte ich ins Telefon, ''Kannst du mich vielleicht nochmal ins Krankenhaus fahren. Irgendwie hab ich es wohl gerade übertrieben. Mein Magen tut so verdammt weh...

 

Reden können wir auch soviel zu willst...''

 

Mir drehte sich alles und die Tablette schien irgendwie nicht anschlagen zu wollen. Dabei hatte der Arzt doch nichts feststellen können, was konnte denn jetzt nur sein?

 

Vermutlich hatte ich mich einfach übernommen und zu sehr hineingesteigert. Oder sollte ich die Tabletten nicht auf nüchternen Magen nehmen? Mist... danach hatte ich gar nicht gefragt und die Packungsbeilage auch nicht gelesen.

 

*-*-*

 

Gerade hatte ich die SMS abgeschickt und dachte, dass er mir wahrscheinlich eh nicht antworten würde, doch dann klingelte mein Handy und ich nahm ab.

 

Herrje... Tamo schien ziemlich aufgelöst zu sein, so antwortete ich ihm:

 

"Schhh... ganz ruhig, Tamo, ich bin gleich da, okay. Wir reden erst mal weiter, und ich mach mich derweil auf den Weg." und machte mich derweil fertig.

 

Ich zog mich schnell an, Kämmte mir die Haare, zog dann meine Schuhe an und meine Jacke, dann eilte ich aus dem Haus... zu meiner Garage, hastete ins Auto, startete und fuhr, so schnell ich konnte und durfte los.

 

Doch unterhielt ich mich auch weiterhin mit Tamo.

 

"Hast du schon etwas gegessen? Wie viele Tabletten hast du denn schon genommen, hm? Komm schon... rede mit mir, Tamo, ich bin gleich da...", redete ich beruhigend auf ihn ein, wollte dass er mit mir redete.

 

Schließlich erreichte ich, schneller als sonst, Momos Haus, verließ das Auto und klingelte an der Tür Sturm...

 

*-*-*

 

Es beruhigte mich ungemein, da ich das Gefühl hatte Marvin würde mich verstehen. Dennoch liefen die Tränen über meine Wangen. Einerseits vor Erleichterung, dass Marvin für mich da war, andererseits vor Schmerzen.

 

''Ich wollte etwas Essen, aber Momo hat mal wieder nicht eingekauft... und die haben sich was zu Essen bestellt... nur nicht an mich gedacht. Darüber war ich so sauer... und hab die Kühlschranktür und... auch meine Zimmertür so doll zugeschlagen...

 

Momo schien das völlig egal zu sein...

 

Tabletten habe ich vor einigen Stunden, wie angegeben zwei genommen und jetzt... wo es so schlimm war, noch eine hinterher... Gegessen habe ich noch nichts... wollte ich ja...'', schluchzte ich ins Handy hinein.

 

Bald darauf hörte ich es auch schon klingeln, wollte mich erheben, kam aber vor Schmerzen nicht hoch. Zum Glück ging aber Momo zur Tür.

 

''Hey Marvin'', begrüßter der seinen Freund, ''Wir dachten schon, du kommst nicht, weil Tamo dich vergrault hat.''

 

*-*-*

 

Ohne Momo zu begrüßen, schob ich mich sehr unsanft, mit den wütenden Worten: "Lass mich vorbei!", an Momo vorbei, eilte die Treppe hinauf und betrat sogleich Tamos Zimmer.

 

Sicher hätte ich vorher anklopfen müssen, aber es bestand Gefahr für Tamo... zumindest in meinen Augen... so dass ich jetzt nicht anklopfen konnte.

 

"Tamo... ich bin da... komm, ich hol dich hier weg.", sprach ich, dann suchte ich eine Tasche, packte ein paar Sachen in den Rucksack, schnallte mir diesen auf den Rücken, hob Tamo hoch und verließ eilig das Haus, ohne noch auf irgendjemanden zu achten.

 

Mir war es jetzt vollkommen Wurst, ob und was die anderen von oder über mich dachten, Tamo brauchte Hilfe.... basta!

 

So brachte ich ihn in mein Auto, legte ihn auf den Rücksitz, schnallte ihn an, setzte mich dann hinters Steuer und fuhr los... ab ins Krankenhaus.

 

Dort angekommen, hatte ich Glück, dass mein Freund und Kollege noch da war und Tamo wiederum helfen würde.

 

Ich erzählte Gregor, was los war und er schaute ihn sich, im Behandlungszimmer an.

 

Dann schüttelte er den Kopf und erklärte Tamo ruhig:

 

"Keine Angst, du hast dich nur ein wenig überanstrengt und du solltest auch die Tabletten nicht auf nüchternen Magen einnehmen. Ich gebe dir jetzt etwas zur Beruhigung und ein paar Tropfen für den Magen.", dann wandte er sich an mich:

 

"Du sorgst bitte dafür, dass er die Tropfen nimmt und nicht zu viele von den Schmerztabletten einnimmt. Diese wirken sonst nicht mehr, aber das brauche ich dir ja nicht zu sagen."

 

Ich nickte verstehend, während Gregor Tamo eine Beruhigungsspritze gab.

 

"Danke, Gregor."

 

"Ach was... schon in Ordnung. Und nun ab nach Hause mit euch."

 

Ich grinste und nickte wieder.

 

Dann nahm ich Tamo wiederum in die Arme und brachte ihn, in meinem Auto zu mir nach Hause.

 

Immer wieder redete ich beruhigend auf ihn ein, damit er wusste, dass er nicht allein war.

 

Mein Haus erreicht, parkte ich mein Auto in der Garage und brachte ihn ins Haus, wo ich ihn gleich ins Schlafzimmer brachte und ins Bett legte.

 

Sanft deckte ich ihn zu und strich, mit meiner rechten Hand sanft über seine Haare.

 

"Möchtest du etwas... oder magst jetzt nur ein wenig schlafen?", fragte ich Tamo und schaute ihm lieb in die Augen.

 

Noch einmal würde ich ihn nicht zu Momo zurückgehen lassen... das kam gar nicht in Frage!

 

*-*-*

 

''Marvin...'', hatte ich ihn begrüßt und mit angesehen, wie er ein paar meiner Sachen zusammenpackte. Es war okay für mich und die richtige Entscheidung. Momos Gesicht dabei, werde ich so schnell nicht vergessen.

 

Gesagt hatte er nichts, aber wer weiß was gedacht.

 

Die Fahrt über war ich ruhig, immerhin war Marvin für uns Beide aufgeregt genug. Der Arzt war wiederum sehr nett, doch kam ich mir wieder vor, wie ein kleines Kind, dass betreut werden müsste.

 

Aber vielleicht war ich auch selber Schuld an dieser Situation. Die Fahrt zu Marvin hin, redete er die ganze Zeit mit mir, was mir sehr gut tat.

 

Als ich dann abermals in seinem Bett lag, merkte ich dieses Gefühl zum ersten Mal. Die Art und Weise, wie er mir über die Haare strich. Bildete ich mir das etwa nur ein?

 

''Ja, ich... kannst du dich einfach nur zu mir legen?'', bat ich ihn.

 

Entweder würde er es tun und somit bestätigen, was ich vermutete, oder aber er wollte einfach nur hilfsbereit sein und würde es ablehnen.

 

Ich ließ es auf einen Versuch ankommen.

 

*-*-*

 

Als hätte ich einen Geist gesehen, starrte ich Tamo an. Hatte er etwas bemerkt? Ahnte er, was ich für ihn fühlte?

 

Ich war mir sicher, dass er etwas bemerkt haben musste... bei dem was er sich gerade von mir wünschte... war ich wirklich zu unvorsichtig geworden?

 

Nun saß ich in der sprichwörtlichen Zwickmühle... was sollte ich tun?

 

Legte ich mich zu ihm verriet ich mich, tat ich es nicht... hmm... schwierig.... aber doch so einfach, denn eigentlich wollte ich doch eh mit ihm reden... also... warum es ihm nicht auf diese Art und Weise zeigen...

 

Ich nickte zaghaft und doch wusste ich genau was ich nun tun wollte.

 

Langsam zog ich mir die Schuhe aus, stellte diese ordentlich ans Bett und legte mich zu ihm. Sanft nahm ich ihn in die Arme und streichelte ihn, während ich genießend die Augen schloss und einfach nur seinen Duft einatmete.

 

*-*-*

 

Erst innerlich, dann äußerlich zeigte sich bei mir ein breites Grinsen. Ich hatte also recht gehabt und so erklärte sich auch einiges, was vorher vorgefallen war.

 

Warum hatte ich die ganze Zeit nur kein Auge dafür gehabt? Marvin war nicht mal eine Option gewesen.

 

Es fühlte sich so gut an und so schloss ich ebenfalls genießend die Augen.

 

Eigentlich sollte ich doch etwas Essen, oder nicht. Der Moment war wirklich schön, nur spürte ich immer noch diesen Druck im Magen.

 

''Marvin...'', unterbrach ich leise die Stille, ''… Könnte ich vielleicht etwas Essen, bevor wir weiter kuscheln?''

 

Nur ungern störte ich ihn, denn er schien es total zu genießen. Ob er wusste, was er fühlte? War er etwa schwul und versteckte sich nur?

 

So viele Fragen stellten sich mir, doch wollte ich jetzt noch nicht bohren. Vielleicht erzählte er es irgendwann von sich aus.

 

*-*-*

 

"Oh... ähm... ja, klar, warte ich mach dir gleich was. Entschuldige, bitte...", sagte ich schnell und sprang auf.

 

Gerade hatte es sich so toll angefühlt... aber okay, ich wollte mich ja um ihn kümmern und würde es auch tun.

 

Meine Schuhe nahm ich noch schnell mit und stellte sie auf dem Flur ab, ehe ich in die Küche ging und für Tamo etwas zu Essen und zu Trinken bereitete.

 

Während das Essen vor sich hin köchelte, ging ich noch einmal zurück ins Schlafzimmer und fragte Tamo: "Möchtest du hier essen oder lieber mit in die Küche kommen?"

 

Ich nahm mir aber nun doch vor, während des Essens mit ihm zu reden... egal was dann passieren oder er mich vielleicht abweisen würde... ich musste es endlich herauslassen... mich outen und er sollte der Erste sein...

 

*-*-*

 

Etwas lachte ich auf, als Marvin nun direkt aufsprang. Er war eigentlich richtig süß und total besorgt.

 

''Wenn es für dich okay ist, lieber hier. Ich befürchte, ich komm vorerst nicht hoch'', sagte ich dann zu Marvin.

 

Es roch schon gleich richtig lecker aus der Küche und ich war gespannt, was es geben würde.

 

''Vielleicht hätte ich direkt hierbleiben sollen, dann wäre mir das erspart geblieben'', fügte ich dann hinzu.

 

Sanft lächelte ich Marvin an, wie er so dastand. Mein Bruder wird mich lynchen, wenn er herausbekommt, dass ich mit seinem Freund flirte.

 

*-*-*

 

"Okay... i-ich.... bringe es dann hierher.", stammelte ich, mit erröteten Wangen, konnte seinem Blick nicht widerstehen... und dann dieses Lächeln... au man...

 

"Ähm... ja... vielleicht.... wäre es.... b-besser gewesen...", fügte ich stotternd hinzu.

 

Es dauerte ganze Weile, ehe ich mich wieder besann und zurück in die Küche ging, wo ich erst einmal aufatmete.

 

Auf ein Tablett stellte ich alles was wir brauchten, Besteck, Teller und etwas zu trinken.

 

Nachdem das Essen fertig war, tat ich es direkt auf die Teller, legte auch Servierten mit dazu und brachte dann alles ins Schlafzimmer, wo ich es erst mal auf den Nachttisch stellte, damit sich Tamo langsam erheben konnte.

 

Ein wenig half ich ihm und stellte dann das Tablett auf das Bett, bevor ich mich dazu setzte.

 

"Guten Appetit. Hoffentlich... schmeckt es dir.", sprach ich ruhig und lächelte ihn lieb an.

 

*-*-*

 

''Danke... Es sieht jedenfalls schon mal sehr gut aus'', sprach ich und begann gleich zu Essen.

 

''Lecker! Wirklich!'', lobte ich ihn, denn es schmeckte echt gut. So aß ich alles sehr genüsslich auf.

 

Auch trank ich etwas dazu und genoss es einfach, so verwöhnt zu werden. Außerdem tat es richtig gut, jetzt etwas zu Essen.

 

''Das war wirklich sehr sehr gut!'', lobte ich Marvin noch einmal, als ich fertig war mit dem Essen.

 

Vorsichtig lehnte ich mich schon mal zurück und lächelte ihn erneut an, wobei ich meine Hand auf meinen vollen Bauch legte. Mehr ging jetzt wirklich nicht mehr rein.

 

*-*-*

 

Natürlich aß auch ich eine Kleinigkeit und aß natürlich auch alles auf, trank auch etwas dazu, während ich noch immer überlegte, ob ich mich wirklich vor Tamo outen sollte, doch dann tat ich es einfach.

 

Tamo lag doch so schön entspannt da und hatte seine Hand auf den Bauch gelegt... lächelte mich an.

 

Okay... noch einmal tief Luft holen und dann...:

 

"Tamo... ich habe dir ja am Telefon gesagt, dass ich gern mit dir reden möchte und ich bitte dich, mir jetzt einfach nur zuzuhören... okay.", begann ich und es wurde wahrlich nicht einfacher für mich... fast schon drohte ich allen Mut zu verlieren, aber dann atmete ich tief durch und sprach dann weiter:

 

"Also... ich mache es am besten kurz... ich bin schwul. Aber ich bin noch nicht geoutet, auch Momo und die anderen wissen nichts davon. Und... na ja... ich... habe mich, schon von Anfang an, in dich verliebt. Ich sah dich und mein Herz gehörte dir. Ich musste mich so sehr zusammennehmen, wenn du in der Nähe warst. Durfte mir nichts anmerken lassen... aber jetzt kann ich es einfach nicht mehr."

 

Auf alles gefasst, senkte ich meinen Kopf... tja, nun war es raus, doch fühlte ich mich deswegen leichter?

 

Nein, denn jetzt nagte die Angst an mir Tamo könnte mich abweisen und nun doch wieder zu Momo zurück wollen.

 

Mein Magen schien sich regelrecht zusammen zu krampfen. Ich trank dennoch einen Schluck, denn irgendwie hatte ich gerade das Gefühl, dass sich in meinem Mund eine Wüste ausgebreitet hätte.

 

*-*-*

 

''Ja, irgendwie habe ich mir so etwas schon gedacht'', sagte ich mit einem breiten Grinsen auf den Lippen.

 

''Dann magst du dich sicherlich jetzt auch wieder zu mir legen. Hab ich recht?'', kam es dann ganz trocken.

 

Zwar wäre es noch ein Thema, ob er sich outen wollte, aber das hatte ich selber auch schon durch. Also verstand ich das alles. Ich mochte Marvin und die Vorstellung mit ihm etwas anzufangen, gefiel mir sehr.

 

Er hatte sich richtig süß angestellt, wie er es mir gesagt hatte. So verlegen kannte ich ihn gar nicht. Liebevoll schaute ich ihn an und versuchte seinen Blick zu erhaschen.

 

*-*-*

 

Tamo reagierte anders, als ich erwartet hatte... er grinste mich doch tatsächlich an, was mir eine leichte Röte auf die Wangen zauberte.

 

"Wenn ich darf, würde ich mich gern wieder zu dir legen.", antwortete ich auf seine Frage und ließ meinen Blick noch kurz auf dem Bett ruhen... ehe ich Tamo anschaute, der meinen Blick regelrecht zu suchen schien.

 

Dies machte die Sache mit dem Rotwerden nun aber auch nicht so sehr viel besser... eher schlimmer... zudem er es so trocken rüber brachte, dass eine andere Reaktion, meinerseits, kaum möglich gewesen war.

 

Aber dann kam mir eine willkommene, wenn auch sehr kurz Ablenkung in den Sinn...

 

"Warte kurz, ich bin gleich wieder da.", meinte ich, stand dann auf, nahm das Tablett an mich und räumte es wieder in die Küche. Allerdings tat ich erst mal nichts weiter und ließ es genauso stehen, wie ich es hingestellt hatte, denn ich wollte Tamo nun auch nicht allzu lang warten lassen.

 

Aber auch ich wollte nicht allzu lang auf Tamos Nähe verzichten... wenn ich schon die Gelegenheit bekam, wollte ich sie auch nutzen.

 

Ich wusste aber, wenn ich mit Tamo zusammen sein wollte, würde ich mich outen müssen... denn alles andere wäre einfach nicht richtig.

 

Egal was meine Freunde und Tamos Bruder dazu sagen würden... ich war definitiv bereit mich meiner Homosexualität zu stellen und endlich dazu zu stehen... aber auch zu meiner Liebe, die ich für Tamo empfand.

 

Das Schlafzimmer wieder erreicht, schaute ich Tamo an, dann legte ich mich zu ihm ins Bett, nahm ihn vorsichtig wieder in die Arme und streichelte ihn liebevoll... tat aber erst mal sonst nichts weiter... immerhin ging es ihm ja nicht ganz so gut, also wollte ich ihn auch nicht bedrängen.

 

Zudem wusste ich nicht einmal, ob Tamo das selbe für mich empfand.

 

*-*-*

 

Erst verschwand Marvin und stellte das Tablett zurück in die Küche. Okay, das hätte jetzt auch gestört.

 

Dann kam er endlich wieder und legte sich zu mir. Ich atmete tief aus und genoss es einfach nur. Müde war ich und erledigt, weshalb es auch nicht lange dauerte und ich einfach einschlief.

 

Es fühlte sich einfach viel zu toll an und war sehr angenehm.

 

Marvin roch total gut und die Wärme, die er ausstrahlte, machte mich nur noch schläfriger.

 

*-*-*

 

Grinsend bemerkte ich, dass Tamo in meinen Armen eingeschlafen war.

 

Konnte ich mir denken, dass er müde war, zudem ihm Gregor ja eine Beruhigungsspritze gegeben hatte, da wunderte mich das gar nicht.

 

Trotzdem ich ebenfalls sehr müde war, konnte ich meinen Blick nicht von ihm nehmen, beobachtete ihn und bewachte noch eine ganze Weile seinen Schlaf.

 

Irgendwann jedoch konnte auch ich meine Augen kaum mehr offen halten. So krabbelte ich mit unter seine Decke, dann fielen mir, vollkommen erschöpft, auch schon die Augen zu.

 

Es war jetzt schon befreiend gewesen, dass wenigstens Tamo nun schon mal Bescheid wusste.

 

Und so sollte es auch weiter gehen. Zumindest sollten erst mal meine Freunde... ja, auch Momo, Bescheid wissen... egal was dann kommen oder passieren würde. Ob sie es verstanden oder eben nicht, war mir egal. Ich wollte mich einfach nicht mehr verstecken.

 

*-*-*

 

Ich schlief lange, bevor ich irgendwann wieder erwachte und schmunzelnd Marvin anschaute. Da ich einen ganz trockenen Hals hatte, räusperte ich mich kurz.

 

''Hast du vielleicht etwas zu Trinken?'', fragte ich dann zaghaft, ''Oder lass, ich möchte es glaube ich selber holen. Hab ja nichts mit den Beinen. Nicht, dass ich mich nicht gerne verwöhnen lasse, aber es geht schon wieder.''

 

Dann erhob ich mich und ging in die Küche, wo ich mir etwas zu Trinken nahm. Draußen war es bereits dunkel geworden, als ich einen Blick aus dem Fenster erhaschte.

 

Anschließend musste ich erst mal ins Bad.

 

''Ist es okay, wenn ich kurz dusche?'', wollte ich von Marvin wissen, als ich am Schlafzimmer vorbeiging. Denn ich musste mich jetzt dringend frisch machen und etwas anderes anziehen. Irgendwie hatte ich in der Hinsicht einen kleinen Tick.

 

*-*-*

 

Noch etwas schlaftrunken hörte ich was Tamo sagte und nickte nur, etwas geistesabwesend.

 

Ich blieb erst mal liegen und kuschelte mich noch in die Decke und die Kissen ein.

 

Herrje, jetzt fragte er auch noch, ob er duschen dürfte.

 

"Ja, klar, mach nur. Du musst mich nicht fragen... alles gut.", hatte ich geantwortet und sah noch keine Veranlassung mich zu erheben. Es war einfach zu schön hier und ein bisschen Ruhe brauchte ich ohnehin.

 

Die letzten Stunden waren nicht spurlos an mir vorbei gegangen. Die Sorge um Tamo, die Arbeit und schließlich mein Outing an Tamo.

 

Jetzt musste ich erst mal zur Ruhe kommen und gönnte mir eben, noch etwas liegen zu bleiben. Zudem roch alles so schön nach Tamo... da konnte ich doch unmöglich aufstehen...

 

*-*-*

 

Ich ging in aller Ruhe duschen, schnupperte dabei an Marvins Duschgel und befand es als toll. Auch sein Shampoo roch angenehm. Nachdem ich mich ausgiebig gewaschen und abgetrocknet hatte, fühlte ich mich besser.

 

So ging ich wieder zurück ins Schlafzimmer, wo ich in meinem Rucksack nach einer Boxershorts suchte. Ohne weitere Scham, legte ich das Handtuch beiseite und zog die Shorts an.

 

Dann trank ich noch etwas aus meinem Glas, was ich mitgenommen hatte und huschte wieder zu Marvin unter die Decke.

 

Sicher war ich noch müde, aber erst mal kuschelte ich mich an ihn.

 

*-*-*

 

Beinahe wären mir die Augen aus dem Kopf gefallen, als Tamo doch tatsächlich zu mir ins Schlafzimmer kam, mit nichts weiter an, außer dem Handtuch... das er dann auch noch, so ganz ungeniert, fallen ließ, um sich die Shorts anzuziehen.

 

Herrje... meinte er das ernst?

 

Da konnte man ja schwach werden!

 

Auf jeden Fall hatte er es, mit dieser Vorstellung geschafft, dass ich nun hellwach war.

 

Als er sich nun auch noch wieder zu mir ins Bett legte, schaute ich ihn nur schmachtend an... nicht wissend was ich tun sollte... oder besser... tun durfte...

 

In meinen Händen kribbelte es und auch in meinen Lenden tat sich so einiges.... erst recht, als er sich nun auch noch an mich kuschelte.

 

Sollte ich mich wirklich zurückhalten?

 

Oder durfte ich wenigstens ein wenig an ihm naschen?

 

Okay, ich hielt es nicht mehr aus... nahm ihn wieder in die Arme... rückte ganz nahe an ihn heran und ließ mein Gesicht dem seinen immer näher kommen.

 

Noch einmal schaute ich ihm in die Augen, dann küsste ich ihn zaghaft … kurz, aber sanft.

 

Ich konnte nicht widerstehen... nicht bei einem Mann wie Tamo...

 

*-*-*

 

''Mhh... Das schmeckt nach mehr'', gab ich nach dem kurzen, sanften Kuss von mir. Es fühlte sich herrlich an, wie Marvin mich geküsst hatte.

 

Genießend hatte ich die Augen geschlossen und dann war es auch schon vorbei.

 

Viel zu kurz und zu schön war es gewesen. Ich hatte keine Ahnung, wann ich das letzte Mal so liebevoll geküsst worden war.

 

Vor allem jetzt nach der Dusche fühlte ich mich richtig gut. Auch wenn ich sicherlich noch vorsichtig sein musste. Aber ein wenig Schmusen würde wohl erlaubt sein.

 

*-*-*

 

"Ach, ehrlich?", erwiderte ich: "Du kannst mehr bekommen... viel mehr, wenn du magst.", flüsterte ich Tamo verführerisch zu und legte meine Lippen abermals auf die seinen... ganz sanft, aber diesmal länger.

 

Meine Augen schlossen sich genießend und meine Hände glitten dabei langsam, aber ganz vorsichtig … streichelnd an seinem Körper entlang.

 

Wieder konnte ich es nicht lassen... konnte ihm einfach nicht widerstehen.

 

Scheu um Einlass bittend strich ich mit meiner Zunge über seine wundervoll weichen Lippen... diese Lippen, von denen ich schon wer-weiß-wie lange geträumt hatte. Jetzt gehörte er, für diesen einen wunderbaren Moment, mir... nur mir allein.

 

Wie lange hatte ich von diesem Augenblick geträumt, wie lange hatte ich mich nach ihm gesehnt und mich fast völlig nach ihm verzehrt.... jetzt wurde mein Traum zur Wirklichkeit.

 

Aber auch wenn ich mehr wollte, bedrängte ich ihn nicht, beherrschte mich...

 

*-*-*

 

Nur zu gerne öffnete ich meine Lippen, hieß seine Zunge mit der meinen willkommen. Ein zarter, leidenschaftlicher Kuss entbrannte.

 

Zu schön, dass ich meine Arme um Marvin schlang und ihn näher an mich zog.

 

Sanft begann ich ihn zu streicheln, wie von selbst, nur ein wenig. Meine Hände glitten über Marvins Rücken und genossen dessen Nähe. Er fühlte sich gut an und roch so toll.

 

Dabei spürte ich, wie mein Körper auf ihn reagierte, auf seine Zärtlichkeiten und wie er sich zurückhielt, mir zuliebe.

 

Alles machte mich nur noch mehr an. Doch ich musste mich eigentlich schonen und konnte jetzt kaum hier Vollgas geben.

 

*-*-*

 

Okay... scheinbar brauchte ich mich nicht wirklich zurückhalten... denn Tamo machte mit und gab mir, mit seinen Streicheleinheiten, zu verstehen, dass es ihm genauso gut gefiel wie mir.

 

Mein Kuss wurde nun doch sehr leidenschaftlich, zumal sein Körper der Hammer war... zumindest was ich ertasten konnte fühlte sich erstklassig an.

 

Aber auch meine Finger glitten weiter streichelnd an seinem Körper herab, langsam, sanft... zärtlich strich ich seinen Rücken entlang... wanderte dann nach vorn zu seinem Bauch, den ich leicht kitzelnd neckte.

 

Ganz langsam wurden meine Finger immer frecher und glitten noch etwas herab... um dann extrem langsam und zärtlich an seinem Hosenbund entlang zu streichen, während ich seinen Blick zu erhaschen suchte.

 

*-*-*

 

Der Kuss war der Wahnsinn und es fühlte sich an, als würde mein Bauch sich mit vielen kleinen Schmetterlingen füllen. Seufzend signalisierte ich, dass es schön war, was Marvin hier mit mir tat.

 

Als seine Finger dann an meinem Hosenbund entlang strichen, stöhnte ich leise auf und warf meinen Kopf nach hinten. Er wusste es wirklich, wie er mich geil machen konnte.

 

Ich kam mir vor Geilheit so ausgeliefert vor. Meine Männlichkeit war schon extrem hart und nachdem ich mich wieder gefangen hatte, schaute ich Marvin mit halboffenem Mund an.

 

Das gab mir dann den Rest. So, wie er mich anschaute, hatte er mich voll im Griff. Ab jetzt konnte er definitiv alles mit mir machen, was er wollte.

 

Eher krampfhaft, als könnte ich mich kaum noch halten, hielt ich mich an ihm fest und genoss dabei seine Nähe.

 

*-*-*

 

Grinsend bemerkte ich, wie geil ich ihn machte, schaute zu, wie er sich wand... seinen Kopf ins Kissen drückte und mir damit zeigte, dass ich weitergehen konnte.... obwohl er sich an mir festhielt.

 

Nur ein wenig glitten meine Finger noch einmal nach oben... umrundeten seinen Bauchnabel, um anschließend gleich wieder nach unten zu gleiten, den Hosenbund zu umgehen und in die Shorts hineinzugleiten.

 

Streichelnd wanderten meine Finger noch weiter nach unten und fanden dort eine schon mehr als harte Männlichkeit vor, die ich sogleich umfasste und zu massieren begann.... nur ein wenig, noch nicht zu viel.

 

Ich erhob mich, nachdem ich erst mal von ihm abgelassen hatte, schlug die Decke zurück und befreite ihn von der Shorts, die achtlos neben dem Bett landete.

 

Wow! Was für ein Anblick! Unbezahlbar!

 

Zwischendurch ließ noch einmal kurz von ihm ab und entkleidete mich ebenfalls, wobei ich mir allerdings ein leises Stöhnen nun doch nicht verkneifen konnte, da meine Männlichkeit ebenfalls schon zum Brechen hart war... was nur fair war, wenn er nicht allein so nackt vor mir liegen musste, während ich noch angezogen war.

 

Nur kurz genoss ich Tamos so erregten Körper, dann spreizte ich seine Beine, kniete mich dazwischen, beugte meinen Oberkörper nach vorn und küsste Tamo leidenschaftlich, während meine Hände seinen Körper erforschten, bei seinen Brustwarzen hängen blieben und diese mal sanft, mal etwas härter bearbeiteten.

 

Von seinen tollen Lippen wanderte mein Mund schließlich an seinem Hals herab... küssend und eine feuchte Spur hinterlassend... so erforschte ich seinen Körper weiter sanft küssend und jedes Fleckchen Haut mit meiner Zunge auskostend... immer weiter herab... erreichte mein Ziel und küsste zunächst nur die Spitze seiner Männlichkeit, während sich meine linke Hand an seine Hoden platzierte und diese vorsichtig massierten...

 

*-*-*

 

Marvin wusste definitiv was er hier tat und ich war mir sicher, dass er es nicht zum ersten Mal machte. Er erregte mich immer mehr und ich genoss es in vollen Zügen, was er mit mir anstellte.

 

Sehr erregt ging mein Kopf hin und her, wobei ich leise stöhnte.

 

Endlich erreichte er sein Ziel und begann mich zu verwöhnen. Viel zu lange war das letzte Mal her gewesen und viel zu sehr sehnte ich mich danach.

 

Auch das beherrschte er mehr als gut und so ließ ich mich einfach treiben.

 

Nur kurz griff ich zwischendurch nach unten, umfasste den Schaft meiner Männlichkeit, um es für Marvin leichter zu machen.

 

Natürlich schaute ich mir auch seinen tollen Körper an, der mich sehr erregte. So toll gebaut, wie er war, ging das auch gar nicht anders.

 

*-*-*

 

Da Tamo mir nun half, konnte ich ihn ganz getrost verwöhnen.

 

Seine harte Männlichkeit nahm ich in den Mund auf und begann zu saugen. Zunächst nur sacht und vorsichtig, dann aber heftiger werdend.

 

Ich wollte ihn schmecken, ließ meine Zunge über seinen Schaft gleiten, kitzelte, mit meiner Zunge, hin und wieder auch seine Eichel... neckte ihn, während ich seine Hoden weiter massierte.

 

Immer wieder ließ ich von seiner Männlichkeit ab, leckte dafür an seinen Hoden, oder auch gern an seinem Eingang. Meine Finger hatte ich zwischendurch mit etwas Speichel befeuchtet und drang vorsichtig in seinen Po ein, nachdem ich seinen Eingang schön feucht gemacht hatte.

 

Erst mal weitete ich ihn mit einem Finger bevor ich den zweiten auch dazu nahm, verwöhnte dabei aber Tamos Männlichkeit weiter, damit es für ihn angenehmer wurde.

 

Meine Männlichkeit wippte derweil schmerzhaft geschwollen zwischen meinen Beinen hin und her. Aber noch beherrschte ich mich, wollte ihm keine unnötigen Schmerzen zufügen.

 

Seine Reaktion zeigte mir, dass ich es richtig machte, und das obwohl ich so etwas noch nie getan hatte... aber ich hatte viel drüber gelesen und einige, sehr lehrreiche, Filme geschaut. Natürlich hatte ich mich auch ab und zu befriedigt... nur hatte ich es eben noch nie bei einem anderen Mann getan.

 

Tamo schien sich mir richtig hinzugeben und zu genießen, was ich mit ihm tat... doch lange würde ich mich nun nicht mehr zurückhalten...

 

*-*-*

 

Was Marvin mit mir tat, war sehr gut, doch hielt ich es nicht mehr lange aus.

 

''Bitte Marvin... nimm mich'', bettelte ich leise, wobei ich mich regelrecht vor Geilheit unter ihm wand.

 

Jetzt war ich heiß und wollte ihn spüren. Viel Vorbereitung brauchte ich ohnehin nie, war schnell bereit.

 

Nur sollte er vorsichtig sein, denn so ganz fit war ich noch nicht. Aber da machte ich mir keine Sorgen, denn das wusste er ja.

 

Sanft legte ich meine Hand an seine Wange und streichelte darüber, hob seinen Kopf etwas an. Dabei fuhr ein Finger über seine Lippen.

 

Ich wollte ihn küssen, schmecken, was er geschmeckt hatte und dann seine Männlichkeit tief in mir spüren.

 

*-*-*

 

Ohne Worte nickte ich, auf seine Bitte hin.

 

Dann jedoch kam ich zunächst seiner ungesagten Bitte nach, beugte mich zu ihm vor und küsste ihn leidenschaftlich.

 

Erst dann spreizte ich seine Beine noch etwas mehr und drang sacht in ihn ein, wobei ich mir ein Stöhnen nun nicht wirklich verkneifen konnte.

 

Herrje, diese Enge... das musste doch verboten werden... wow... das war so geil.

 

Immer weiter drang ich in Tamo ein, aber doch sanft... er sollte keine Schmerzen haben, auch musste ich dran denken, dass es ihm ja eigentlich noch nicht so gut ging.

 

Extrem vorsichtig begann ich mich in ihm zu bewegen, da ich es nun wirklich nicht mehr aushielt. Natürlich ließ ich Tamos Männlichkeit dabei nicht außer acht, massierte und streichelte diese weiter, sehr intensiv.

 

*-*-*

 

In den Kuss stöhnte ich hinein, als Marvin in mich eindrang. Erst jetzt bemerkte ich, wie gut er ausgestattet war, und dass er mich mehr als befriedigen würde.

 

Wie in Trance schlang ich meine Arme um seinen Hals und küsste ihn weiter. Natürlich schob ich mich ihm auch ein wenig entgegen, soweit es mein Zustand zuließ.

 

Wow, das brauchte ich jetzt. Wie er mich nebenbei noch bearbeitete, machte mich nur noch heißer. Lange könnte ich diesen Zustand nicht aushalten, dafür war es viel zu erregend.

 

Die ganze Zeit versuchte ich es hinauszuzögern, doch irgendwann ging es einfach nicht mehr. Viel zu viel Ekstase stand zwischen uns, wie ein Flimmern oder Blitzen.

 

So kam es mir in Marvins Hand, wobei ich abermals in den Kuss hinein stöhnte.

 

*-*-*

 

Wow, da wollte aber jemand wirklich mehr und ich gab mein bestes, um ihn zu befriedigen und es ihm dennoch so angenehm wie möglich zu machen.

 

Meine Stöße waren zwar schon etwas heftig, aber nicht zu heftig und nicht zu schmerzhaft.

 

Seine heißen Küsse erregten mich total, machten mich noch erregter, doch als er schließlich in meiner Hand kam und es nun noch enger um meine Männlichkeit wurde, konnte auch ich mich nicht mehr zurückhalten und ergoss mich laut stöhnend in Tamo.

 

"Ich.... liebe ...dich...", haute ich atemlos in den Kuss hinein, streichelte ihn und entzog mich Tamo schließlich wieder sehr vorsichtig. Dann musste ich erst mal wieder zu Atem kommen und legte mich neben ihn... auf die Seite, so dass ich ihn anschauen und liebevoll streicheln konnte.

 

*-*-*

 

Es hatte sich gut angefühlt, als Marvin kam. Sein Liebesgeständnis hörte sich auch toll an und ich spürte die Schmetterlinge in meinem Bauch.

 

''Ich fürchte, ich habe mich jetzt in dich verliebt'', flüsterte ich, da ich den Moment nicht zerstören wollte, ''So schnell wirst du mich sicherlich nicht mehr los.''

 

Müde und glücklich genoss ich seine Streicheleinheiten. Auch ich streichelte ihn liebevoll.

 

Dieses Mal konnte ich nicht so, wie ich wollte und hatte mich verwöhnen lassen. Doch fürs nächste Mal sollte Marvin sich warm anziehen.

 

Genüsslich betrachtete ich seinen tollen Körper und freute mich, dass das alles jetzt mir allein gehörte. Jedoch hoffte ich auch sehr, Marvin würde daraus kein großes Geheimnis machen.

 

*-*-*

 

Wie glücklich es mich machte, dass Tamo sich nun ebenfalls in mich verliebt hatte... kann ich nicht beschreiben. Mein Herz hüpfte beinahe vor Freude und ich lächelte ihn liebevoll an.

 

Ja, er war es definitiv wert, dass ich mich endlich outete und kein Geheimnis draus machen würde.

 

"Wer sagt denn, dass ich dich überhaupt loswerden will, hm?", neckte ich Tamo ebenfalls flüsternd und küsste ihn noch einmal leidenschaftlich.

 

Herrje, sein Blick, der auf meinem Körper ruhte, ließ mich doch glatt erröten, so dass ich für nur kurze Zeit meinen Blick senkte und versuchte woanders hinzuschauen. Doch alles was ich sah, war Tamo... seinen tollen Körper... diese tollen Lippen... einfach alles...

 

...und er gehörte jetzt mir... mir allein... endlich hatte ich meine erste große Liebe erobert... etwas das ich niemals zu hoffen gewagt hätte.

 

*-*-*

 

''Na, wenn ich erst mal wie eine Klette an dir hänge'', scherzte ich weiter, musst es aber dann doch ansprechen, weil es mich zu sehr beschäftigte, ''Weiß es eigentlich jemand, dass du schwul bist?''

 

Dann zog ich die Decke über uns, da mir nun schon ein wenig kalt wurde. Genüsslich schmiegte ich mich an Marvin und genoss seine Nähe und Wärme, seinen Geruch, einfach alles.

 

Es fühlte sich alles so richtig an und ich wollte das mit uns. Zum ersten Mal, seit langem, fühlte ich mich verstanden und aufgefangen. Marvin war für mich da und passte auf mich auf.

 

*-*-*

 

Leise musste ich doch lachen, als Tamos frecher Kommentar kam.

 

Doch wurde ich auch sehr schnell wieder ernst, als seine Frage kam und ich ihm antwortete:

 

"Nein, es weiß noch niemand, aber ich werde damit jetzt auch nicht mehr hintern Berg halten. Ich will und werde zu dir und unserer Liebe stehen, denn du bist es mir definitiv wert. Immerhin bist du meine erste und einzige große Liebe."... gestehend...

 

Dann schmiegte ich mich an Tamo, so wie er sich an mich schmiegte, nahm ihn liebevoll in die Arme, streichelte meinem Schatz sanft über den Rücken.

 

Ich genoss seine Nähe und Wärme ebenso sehr, wie er die meine, so schloss ich die Augen genießend... konnte es eigentlich kaum glauben, dass Tamo jetzt endlich mir gehörte.

 

*-*-*

 

Ich war doch sehr erleichtert über Marvins Worte und konnte mir das Gesicht meines Bruder quasi schon vorstellen. Grinsend begann ich durch Marvins Haare zu streicheln und ebenfalls die Augen zu schließen.

 

Eigentlich hätte ich noch viele Fragen gehabt. Wie er sich outen wollte. Ob es sein erstes Mal war...

 

Aber dafür wäre später immer noch Zeit gewesen.

 

Jetzt genoss ich seine Nähe und Wärme und schlief auch bald wieder ein.

 

*-*-*

 

Tamos Erleichterung konnte ich beinahe direkt spüren, dann hörte ich auch schon sein gleichmäßiges Atmen, und sah dass er eingeschlafen war und musste grinsen.

 

Aber dann fielen auch mir die Augen wieder zu... viel zu müde war ich nun, um auch nur noch eine Minute wach bleiben zu können.

 

Meinen Tamo hielt ich weiter in meinen Armen und schlief ebenfalls ein.

 

Ich wusste, dass mir noch eine schwierige Zeit bevor stand... wenn ich mich outen würde... wenn ich Momo sagen würde, dass ich schwul und mit seinem Bruder zusammen war.

 

Aber für und mit Tamo würde ich es schaffen... dessen war ich mir sicher.

 

Ich liebte Tamo und er mich auch... das war sehr viel mehr, als ich mir je erhofft hatte... besser konnte es doch kaum kommen.

 

Endlich war ich mit Tamo glücklich zusammen.

 

*~*

 

Nach und nach outete Marvin sich bei seinen Freunden und Tamo stand fest hinter ihm. Gegen allen Erwartungen nahm Momo die Sache gelassen auf und kam immer besser damit klar.

 

Tamo machte bald darauf eine Ausbildung und zog bei Marvin ein. Er fand seinen Weg mit Marvins Hilfe.

 

Auch gingen Beide nachwievor am Wochenende zu Momo und spielten mit den Freunden Karten. Übergriffe gegenüber Tamo fanden keine mehr statt.

 

Trotzdem machte er einen Kurs in Selbstverteidigung und begann mit dem Kampfsport. Nur für den Fall dass, damit er sich schützen konnte.

 

*~*

 

Ende