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8. Türchen 8

Zum Teufel mit Weihnachten

 

 

written by Detail and Dark Sephiroth

 

 

8. Türchen / 2. Advent

 

 

Clique

 

Kapitel 1

 

 

Es war ein Tag, wie so viele vorher auch. Kalt war es draußen geworden und der erste Schnee hatte die Straßen weiß gefärbt. Hell schien es durchs Fenster herein, weshalb ich nach draußen schaute. Ich konnte mal wieder nicht schlafen, da unten in der WG zu viel Lärm war.

 

Also schälte ich mich aus meinem Bett und schlich die große Holztreppe runter. Leises knarren war unter meinen nackten Füßen zu hören. Erst als ich die warmen Fliesen erreichte, die durch die Fußbodenheizung aufgeheizt waren, wurde es still.

 

Auch im Gemeinschaftszimmer wurde es ruhig. Man konnte noch Getuschel hören, da sie wussten, dass ich es war. Schon wieder würde ich die Runde der Großen stören.

 

Die Männer saßen um den Computer gedrängt und schauten sich im Internet lustige Videos an. Der Fernseher lief auch nebenbei.

 

Meine Jogginghose, die mir viel zu groß war, hing man gerade so an meinen zarten Hüften. Mit meinen Achtzehn Jahren war ich der Jüngste in der Clique und wurde man gerade so geduldet.

 

Nach meinem Comingout hatten meine Eltern gemeint, dass es Zeit wäre jetzt auf eigenen Beinen zu stehen. Also brauchte ich schnell ein Zimmer, was ich mir bei meinem geringen Ausbildungsgehalt als KFZ-Mechaniker leisten konnte.

 

So war ich hier gelandet. Alle gut 6 Jahre älter als ich und die meisten waren Studenten.

 

Müde wischte ich meine dunklen Locken aus dem Gesicht und lugte durch den Türspalt hinein. Mit meinen dunkelbraunen Augen musterte ich die mir bekannten Gesichter.

 

Zwei Kerzen brannten auf dem Tisch und Alkohol tranken sie, wozu geraucht wurde.

 

Einen Moment zögerte ich noch, bevor ich ins Zimmer ging und ohne ein Wort auf die Couch huschte und mich zu einem bestimmten jungen Mann unter die Decke kuschelte.

 

Es war eben einfach meine süße Art, indem ich langsam hineinging und vorsichtig ein bisschen die Decke anhob, um mir ein wenig davon zu nehmen.

 

Reden tat ich ohnehin nicht viel, da ich mich unterbelichtet fühlte. Alle wussten immer alles besser, da sie immerhin älter waren und dazu noch studierten.

 

Einzig allein meine nackten Füße berührten ihn rein zufällig.

 

*-*-*

 

"Hey, Bobby... jetzt komm schon... schau dir das hier doch mal an... ist echt lustig.", hörte ich einen meiner Mitbewohner reden, als sich dann auch schon ein anderer einmischte:

 

"Lass ihn doch! Der schläft doch schon halb... warum sonst kuschelt er sich in eine Decke ein und schaut nebenbei fern. Zudem ja jetzt unser kleines Küken... bei ihm liegt."

 

Alle begannen zu lachen, doch ich sagte nichts, ließ es stattdessen zu, dass sich der Kleine zu mir legte und unter meine Decke huschte. Allerdings erschrak ich mich ein wenig, als mich seine nackten Füße berührten, die doch ziemlich kühl waren.

 

"Hey...", flüsterte ich ihm neckend zu... schaute ihn kurz mit meinen dunkelbraunen Augen an, schaute dann aber wieder zum Fernsehen, machte es mir bequem, kümmerte mich auch so nicht weiter um den Kleinen.

 

Mit meinen fünfundzwanzig Jahren hatte ich meine Lehre, als Einzelhandelskaufmann, schon lange hinter mir und arbeitete seit einer ganzen Weile schon in einem Elektronikfachgeschäft.

 

Dort verdiente ich gutes Geld und das Arbeitsklima war auch ganz in Ordnung.

 

So hatte ich mir vorgenommen schon bald hier auszuziehen und mir eine eigene Wohnung zu mieten. Dieses Jahr würde ich noch hier bleiben und würde erst Anfang des nächsten Jahres in meine Wohnung ziehen.

 

Davon wussten die Anderen hier aber noch nichts... doch müsste ich sie wohl sehr bald darüber informieren, immerhin hatte ich die Wohnung schon und brauchte nur noch umzuziehen.

 

Allerdings machte ich mir ein bisschen Sorgen um den "Kleinen". Was würde aus ihm werden, wenn ich auszog?

 

Hier bei den Anderen konnte ich ihn kaum lassen... oder doch... hmm...

 

Der Winter machte mich immer ein wenig depressiv und nachdenklich... ich mochte den Winter deshalb nicht so wirklich.

 

Den Film im Fernsehen sah ich kaum... dachte vielmehr nach... über so viele Dinge, die mir wichtig erschienen, während ich ein wenig mit meinen langen dunkelbraunen, gewellten Haaren spielte.

 

*-*-*

 

Tja, lieber Leser, vielleicht sollte ich mich an der Stelle einmal vorstellen. Mein Name ist Kirk und wie du es unschwer erkennen kannst, bin ich bis über beide Ohren in Bobby verliebt.

 

Heimlich himmle ich ihn an und wage es irgendwie nicht, mich ihm zu offenbaren. Dabei kann ich mich ganz gut verstellen, da ich sowieso etwas in mich gekehrt bin.

 

So saß ich nun unter der Decke meines Schwarms und wäre am liebsten in seinen Augen versunken, als Bobby mich so anschaute. Er war immer irgendwie nett zu mir, im Gegensatz zu den Anderen.

 

Ob irgendjemand etwas ahnte, wusste ich nicht. Die Sprüche manches Mal versuchte ich einfach zu ignorieren. Doch wusste ich nicht wirklich was ich hier ohne Bobby tun sollte.

 

Müde war ich und der Film lief auch nur so nebenher. Richtig hinschauen tat ich nicht. Auch die Videos interessierten mich nicht wirklich.

 

Ob die Anderen wohl langsam ins Bett gehen würden? Morgen musste ich früh raus und es war schon beinahe ein Uhr Nachts. Auch wenn ich Samstags nur einen halben Tag arbeitete, wollte ich doch eigentlich ausreichend Schlaf haben.

 

Irgendwie hoffte ich, dass Bobby ins Bett gehen würde. Vielleicht konnte ich ja einfach mit zu ihm ins Bett huschen. Aus irgendeinem Grund war mir kalt und meine Füße schienen aus Eis zu sein.

 

Andererseits würde ich mich das sowieso nicht trauen und es würde einfach ein Wunschtraum bleiben. Er war aber auch einfach hammergeil. Man konnte gar nicht anders, als ihn anzuschmachten.

 

*-*-*

 

Natürlich hatte ich auf keinen von diesen... hm... ja... Volltrotteln... reagiert. Warum sollte ich auch. Denn obgleich einige hier Studenten waren... was nun wirklich nicht auffiel... zumindest nicht, was ihr Verhalten betraf, waren sie mir geistig weit unterlegen.

 

Nein, lieber Leser, ich bin weder eingebildet noch arrogant oder Gott-weiß-was... aber das Verhalten meiner Mitbewohner ging wirklich oftmals gar nicht. Und erst recht nicht, wenn es um Kirk ging.

 

Nachdem diese "Vollidioten" endlich mal ihre Zimmer aufgesucht hatten, um (hoffentlich) schlafen zu gehen, wand ich mich Kirk zu:

 

"Na du, für dich wird’s auch langsam Zeit, hm", sprach ich den "Kleinen" an.

 

"Aber vorher möchte ich gern noch etwas mit dir besprechen, wenn du nicht schon zu müde bist", wagte ich es ihn langsam auf mein Vorhaben anzusprechen.

 

Sicher, ich wusste nicht wie er darauf reagieren würde, aber ich musste es versuchen, denn ich wollte und konnte ihn doch unmöglich mit denen hier allein lassen... nein, das ging echt nicht.

 

Ernst und direkt schaute ich ihm in die Augen, dann sprach ich weiter:

 

"Hör mal, Kirk: Ich werde nicht mehr allzu lange hier sein. Das heißt, dass ich schon Anfang des nächsten Jahres in meine eigene Wohnung ziehen werde, das hieße aber auch, dass du dann hier mit denen allein wärst.

 

Das will ich aber nicht, deshalb habe ich mir überlegt, ob es dir vielleicht gefallen würde, wenn du mit in meine Wohnung ziehst. Ich mein, meine Wohnung wäre groß genug für uns beide.

 

Ich hab drei Zimmer, wo du dein eigenes Zimmer bewohnen könntest, wenn du magst.

 

Du kannst es dir ja überlegen, okay."

 

Meine kleine Ansprache beendet stand ich langsam auf, wand aber meinen Blick nicht von ihm ab... hoffte noch auf eine Reaktion von ihm.

 

*-*-*

 

Als ich hörte, was Bobby zu sagen hatte, war ich erst enttäuscht, dass er ausziehen wollte, konnte dann aber meinen Ohren nicht trauen. Er wollte tatsächlich, dass ich mit ihm auszog.

 

Ein Traum sollte wahr werden! Wir zwei in einer gemeinsamen Wohnung.

 

Ich musste hart schlucken, strahlte Bobby aber an.

 

''Ist das dein Ernst? Also... Ja! Klar!... Vorausgesetzt, ich kann mir das leisten'', kam es total überrascht von mir. Sehr gerne würde ich mit ihm zusammenziehen.

 

Auch ich stand auf und folgte Bobby, wobei ich noch weiter mit ihm sprach. So konnte ich zumindest schon mal mit in sein Zimmer gehen und der Weg in sein Bett war nicht mehr ganz so weit.

 

''Wie kommt es denn so plötzlich, dass du hier ausziehen willst?'', löcherte ich ihn auf den Weg in den Flur. Anschließend ging es die knarrende Treppe hinauf und oben im Flur standen wir auch schon vor unseren Zimmern, die direkt gegenüber voneinander lagen.

 

Draußen hörte man den Wind pfeifen und der Schnee fiel immer mehr. Oben hatten wir keine Fußbodenheizung, so dass ich merkte, wie meine Füße kalt wurden.

 

Auch über meinen Oberkörper breitete sich eine Gänsehaut aus und ich merkte, wie meine Brustwarzen hart wurden.

 

*-*-*

 

Mit einem Schmunzeln hatte ich Kirk beobachtet und sah, wie er sich zu freuen schien. Klar, wir verstanden uns ja auch super gut.

 

Denn obgleich er jünger war als wir anderen, war er bei weitem der Vernünftigste von uns... oder zumindest von den anderen Trotteln.

 

"Ja, ich meine das ernst. Und ob du dir das leisten kannst... nun, darüber reden wir, wenn du deine Ausbildung beendet hast, okay.", schlug ich ihm vor und freute mich irgendwie, dass er mit mir zusammenziehen wollte.

 

Gemeinsam mit ihm ging ich nach oben zu unseren Zimmern, dann öffnete ich meine Zimmertür und ging hinein und deutete ihm mit einer Handbewegung, dass er mit reinkommen konnte.

 

Währenddessen beantwortete ich seine Frage:

 

"Ich habe einfach die Nase voll von den anderen Trotteln hier, außerdem verdiene ich genug Geld und habe einiges angespart, um mir was eigenes leisten zu können und nicht mehr auf die WG hier angewiesen zu sein."

 

Ich machte eine gedankliche Pause, schaute ihn an... sah, dass ihm kalt sein musste und meinte:

 

"Dich muss ich wohl erst mal aufwärmen, hm.", grinste ihn dabei direkt an, ging zu meinem Bett und schlug die Decke zurück.

 

"Na, komm schon, ab ins Bett mit dir.", sagte ich freundschaftlich zu ihm und zwinkerte ihm zu.

 

Natürlich ahnte ich nicht, was in ihm vorging... wir verstanden uns einfach nur sehr gut und er war mir ein sehr guter Freund, mit dem ich über alles reden konnte.

 

*-*-*

 

Mein Herz schlug mir bis zum Hals, als sich hier mein langersehnter Traum erfüllten sollte. Tatsächlich durfte ich bei Bobby übernachten.

 

Schnell huschte ich zu ihm ins Bett und kuschelte mich unter die Decke. Er wollte mich aufwärmen. Diese Worte gefielen mir sehr.

 

Alles hier roch so gut, nach ihm und es war so schön weich. Grinsend schaute ich ihn an und merkte wie meine Augen schwer wurden. Doch wollte ich jetzt noch nicht schlafen und kämpfe dagegen an.

 

''Wann willst du denn ausziehen?'', wollte ich dann noch von ihm wissen. Denn das er meinte, dass wir es sehen würden, sobald ich die Ausbildung beendet hatte, machte mich stutzig.

 

Würde es doch noch eine Weile dauern? Oder wollte er etwa erst mal alleine ausziehen?

 

Das wiederum würde heißen, dass ich nicht mehr viel Zeit hätte und ihn in Zukunft nicht mehr so oft sehen würde. Müsste ich meine Gefühle ihm offenbaren? Wäre es fairer ihm Gegenüber, wenn wir vorhatten zusammenzuziehen?

 

Ich konnte es ihm doch nicht einfach so sagen. Oder etwa doch?

 

*-*-*

 

~ Ende Teil 1 ~