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11. Türchen

11. Türchen

 

Marcs Angebot hörte sich sehr verlockend an und ich nickte zustimmend. Als er dann aber meinte, dass die Firma meiner Eltern wohl kurz vor der Pleite stand, war ich ziemlich geschockt.

 

''Sicher würde ich mir diesen Traum gerne erfüllen. Wie kommst du überhaupt mit diesem neuen Leben klar? Brauchst du Hilfe wobei? Ich meine, es ist ja nun etwas total anderes und die Erfahrung hätte ich, dir zur Hand zu gehen...'', kurz stockte ich, der Zweideutigkeit wegen, ließ es aber nicht weiter auf mich wirken und fuhr fort:

 

''Gerne kannst du mit dem Stellvertreter reden, zu gerne begleite ich dich zur Firma und Englisch kann ich, darüber mach dir mal keine Sorgen.''

 

Erneut hielt ich inne und ließ alles kurz wirken.

 

''Meine Eltern hätten mir ruhig etwas sagen können, da bin ich wirklich enttäuscht und ich bezweifle, dass sie sich ausgerechnet von Farini Fashion helfen lassen würden. Allerdings muss ich dann wohl auch neue Zukunftspläne schmieden.

 

Eigentlich habe ich sowieso zur Zeit einen Schwebezustand. Kein Plan, ob mein Vertrag bei der Modellagentur verlängert wird und glaube mir, deswegen habe ich nichts mit Manuel angefangen.

 

Auch weiß ich nicht, ob ich noch immer studieren will... eigentlich weiß ich gar nichts...''

 

Nur, dass ich dich unsagbar vermisst habe! Dich über alles liebe!

 

''Aber du scheinst scheinbar ganz genau zu wissen, was dir vorschwebt. Ein neues Leben, ein neues Heim. Bleibst du jetzt hier? Babs in Spanien... und was ist mit Celine?'', musste ich nun doch nachhaken.

 

Was, wenn sie schon hier war? Oder er hier bald mit ihr leben wollte? War da für mich noch platz an seiner Seite? Vielleicht nur in seinem Schatten, aber das war mir egal. Ich würde nehmen, was ich kriegen konnte.

 

*-*-*

 

In aller Ruhe hörte ich mir an, was Felix zu sagen hatte, ließ mir seine Fragen durch den Kopf gehen und nickte ab und zu verstehend.

 

Natürlich war mir auch klar, dass ihn die Sache, mit der Pleite, ziemlich geschockt haben musste, doch es war die Wahrheit und es gab nichts, was ich ihm hätte verheimlichen müssen.

 

Nachdem Felix zuende gesprochen und seine Fragen gestellt hatte, begann ich ruhig und immer der Reihe nach zu erklären:

 

"Mit meinem neuen Leben komme ich wunderbar zurecht und Hilfe brauche ich keine, denn ich habe in der Firma super nette Leute, die auch viel Verständnis für mich haben, wenn ich mal etwas nicht gleich weiß. Ich muss eben noch einiges lernen, aber ich habe in der kurzen Zeit schon sehr viel lernen können. Also, brauchst du mir dabei auch nicht unbedingt zu helfen.

 

Gut, dann fahren wir gleich morgen, nach dem Frühstück, zur Firma und reden mit Pete. Es kann aber sein, dass er dich Probelaufen lässt, denn er ist da sehr genau und auch schon kleinste Fehler toleriert er nicht.

 

Wenn du also vorhast, dir hier, bei mir, eine neue Karriere aufzubauen, dann gib dir Mühe. Pete hat Adleraugen.", kurz machte ich eine Pause, trank etwas und sprach dann weiter:

 

"Wenn deine Eltern keine Hilfe annehmen wollen, dann werden sie über kurz oder lang Pleite sein und glaub mir, das wird nicht mehr allzu lange dauern.

 

Dass sie dir nichts gesagt haben, wird sicher daran liegen, dass sie nicht wollen, dass du dir Sorgen machen musst. Oder vielleicht sind sie sich der Pleite noch nicht wirklich bewusst... wollen es nicht wahrhaben oder denken, die Pleite noch abwenden zu können.", klärte ich meinen Freund ruhig auf.

 

"Dass du nicht wegen deines Vertrages etwas mit Manuel angefangen hast, ist mir klar, sicher liebst du ihn. Dennoch musst du dich drauf einstellen, wenn du hier eine Karriere anfängst, dass du deinen Liebsten sehr wenig sehen wirst. Wenn du nun nicht mehr studieren willst, dann lass das doch und fang hier neu an... wenn du magst.", konnte ich mir nicht verkneifen zu sagen, dachte ich doch, dass er über die unerfüllte Liebe zu mir, hinweg wäre.

 

"Ich habe mich relativ schnell an das Leben hier gewöhnt und ja, ich weiß auch ganz genau was ich will und was nicht. Wie ich schon sagte... ich komme bestens klar und ja.... ich bleibe hier. Meine Mutter bleibt in Spanien und wir telefonieren immer Morgens miteinander und erzählen uns alles mögliche.", kurz hielt ich inne, seufzte und zuckte mit den Schultern.

 

"Tja... Celine will erst mal daheim bleiben und ihre Lehre fertig machen. Natürlich verstehe ich das, nur weiß ich nicht, ob so eine Fernbeziehung auf Dauer gut geht....", kam es von mir... unbeabsichtigt traurig.

 

Obgleich ich wegen Celine traurig war, würde ich mein neues Leben nicht aufgeben wollen. Ich würde hier bleiben, auch wenn die Beziehung zerbrechen würde... denn meine neue Heimat war England... daran gab es nichts mehr zu rütteln.

 

*-*-*