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3. Türchen

3. Türchen

 

Marcs Reaktion ließ mich zusammenzucken und ich schluckte hart. Der Knall seiner Zimmertür hallte in meinen Ohren nach und ich konnte auf Babs Worte hin nur nicken. Sie war nett, wie immer, und doch schien etwas in der Post gewesen zu sein, was sie traurig machte.

 

Natürlich fragte ich nicht weiter nach, denn wenn sie reden wollte, würde sie das tun. Auch während des Kaffees schwiegen wir und ich fragte mich schon, warum ich mich so gefreut hatte, hier herzukommen.

 

Obwohl ich mit Marc verabredet gewesen war, kümmerte er sich nicht um mich und als Babs sich auch zurückzog, da sie wohl noch zu tun hatte, ging ich, nachdem ich mich nur von ihr verabschiedet hatte.

 

Ich war verletzt und versuchte, da drüber zu stehen.

 

Vielleicht war es dieses Mal etwas ernstes zwischen Marc und seiner Neuen? Wie hieß sie nochmal? Celine...

 

Dabei hatte ich mich so darauf gefreut meinen freien Tag mit ihm zu verbringen. Der Abend zu Hause zog sich in die Länge und ich wusste nicht wirklich etwas mit mir anzufangen. Sicher hatte ich noch andere Freunde, nur irgendwie war mir gerade nach Niemanden.

 

Irgendwann nahm ich ein langes Schaumbad und ging anschließend schlafen. Die Nacht schlug ich mir etwas um die Ohren und war deshalb früher hoch, als ich es hätte sein müssen. Ein starker Kaffee und eine gekühlte Gelmaske halfen dabei, mein Gesicht wacher erscheinen zu lassen, als es der Rest meines Körpers war.

 

Den Rest würden die Leute von der Maske gleich schon geradebiegen, weil ich ein Shooting hatte.

 

''Felix'', begrüßte mich Olaf, der Fotograf freudestrahlend, als ich reinkam, ''Du kommst zu früh.''

 

Dabei grinste er schelmisch, bestimmt wegen der Zweideutigkeit dieser Worte und umarmte mich kurz, irgendwie länger, als es nötig getan hätte. Er war etwas kleiner als ich, recht schlank, hatte dunkelblonde, kurze Haare und strahlend grüne Augen.

 

''Ja, irgendwie konnte ich nicht mehr schlafen'', verteidigte ich mich.

 

''Sorgen?'', fragte Olaf und schaute mich lieb an, ''Du siehst auch echt fertig aus. Aber nichts, was Klara nicht wieder hinbekommen würde.''

 

Da war ich aber beruhigt.

 

''Alles gut'', wimmelte ich ihn ab, weil ich nicht drüber reden wollte.

 

Zum Glück ging er nicht weiter darauf ein und ich nahm mir einen Kaffee, während ich auf Klara wartete. Besagte kam auch bald und bereitete mich auf das Shooting vor.

 

Das ging durch meine mittlerweile Professionelle Arbeit flink zu Ende.

 

''Wollen wir noch etwas Trinken gehen?'', fragte Olaf mich, als ich schon auf dem Weg nach draußen war.

 

''Nein danke'', schlug ich die Einladung aus.

 

''Schade. Ich dachte, ich könnte dich auf andere Gedanken bringen'', hörte ich ihn sagen.

 

''Vielleicht ein anderes Mal'', wimmelte ich ihn ab und verabschiedete mich.

 

Anschließend fuhr ich noch zu der Firma meiner Eltern, wo ich allerdings nur meine Mutter antraf, die viel zu tun hatte, weshalb ich nach ein paar Worten wieder verschwand.

 

Zu Hause ging ich kurz duschen und rang mich dann durch, Marc anzurufen. Ich hatte scheinbar etwas falsch gemacht und wollte ihn auf gar keinen Fall, wegen irgendeiner Dummheit verlieren.

 

*-*-*

 

Den ersten "Schock" überwunden, sprach ich noch mit dem Anwalt und stellte ihm diverse Fragen, da ich mich ja doch nicht so auskannte. Natürlich erklärte ich ihm auch unsere derzeitige Situation, aber Dr. Peters, wie er sich nannte, war dennoch sehr höflich und erklärte mir alles was ich wissen wollte und noch einiges mehr, was ich auf jeden Fall wissen sollte.

 

"Sie werden die Firma, gemeinsam mit ihrer Mutter, leiten. Ihnen wird der Leiter, der Firma, zur Seite stehen und sie in alles einweisen, danach müssen sie eigentlich kaum noch etwas tun... außer vielleicht ein paar Kleinigkeiten.

 

Tja, dann wünsche ich ihnen alles Gute und noch mal mein herzlichstes Beileid, zum Tode ihres Onkels und ihres Bruders.", wandte sich der Anwalt auch an meine Mutter, die natürlich kein Wort verstand. "Aber auch meinen Glückwunsch zur Erbschaft darf ich ihnen zum Ausdruck bringen. Nun, werde ich sie allein lassen und darf ihnen, zum Abschluss noch, das Testament und alle anderen nötigen Dokumente, überreichen.", verabschiedete sich der Anwalt und fügte hinzu: "Der Butler heißt Sam und wird alles für ihr Wohl tun."

 

Ich bedankte und verabschiedete mich sehr höflich und auch meine Mutter schaffte das irgendwie, dann verließ der Anwalt das Zimmer und meine Mum und ich standen da... in unserem neuen Zuhause.

 

Wie der Anwalt meinte, würde er unsere Wohnung kündigen und auflösen und meinen Ausbildungsvertrag und den Arbeitsvertrag meiner Mutter würde er ebenfalls kündigen.

 

Wir schauten uns nur an und konnten es so gar nicht fassen. Dann erzählte mir meine Mum, dass Felix ihr immer wieder heimlich, etwas Geld zugesteckt hatte. Wie sie meinte, hatte er es wohl gut gemeint... mich jedoch ärgerte es gewaltig... als ob wir auf seine Almosen angewiesen wären.

 

"Warum hast du mir das nicht früher gesagt?", wollte ich wissen: "Man, das hört sich an, als wollte er mich dir abkaufen, mit seinen Almosen. Aber damit ist jetzt Schluss, er bekommt alles wieder, auf Heller und Pfennig. Man gut, dass wir uns das jetzt leisten können.

 

Aber genug... komm sehen wir uns unser neues Zuhause an.", sagte ich zu meiner Mutter und schaute ihr in die Augen, dann fielen wir uns in die Arme und freuten uns.

 

Natürlich würde ich Celine ebenfalls hier her holen und würde es noch mit ihr besprechen.

 

Doch nun schauten wir uns erst mal unser Haus an... auch den Garten, das riesige Land und die Garage... einfach alles... wir waren beinahe wie betäubt, doch nahmen wir uns vor, uns auch das Haus in Spanien sehr bald anzusehen.

 

Schließlich kehrten wir in die Bibliothek zurück, die wir irgendwie auch wiederfanden, denn das Haus war wirklich sehr groß, so dass man sich hier verlaufen konnte.

 

Gerade hatten wir uns gesetzt, als mein Handy klingelte und ich zunächst aufs Display schaute... Felix... klar, wer sonst sollte mich denn jetzt anrufen.

 

Ich drückte auf die grüne Taste und nahm das Gespräch an.

 

"Hallo Felix.", meldete ich mich, ein wenig verhalten.

 

*-*-*