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13. Türchen

Alphatier

Weiße Weihnachten bei den Wölfen

 

 

by Dark Sephiroth & Detail

 

 

13. Türchen

 

 

Guten Morgen.“, begrüßte Alan Haru: „Ja, danke, ich habe wunderbar geschlafen.“, beantwortete er dessen Frage.

 

Auf Harus nächste Frage hin schaute Alan ebenfalls auf den Schlafplatz der Beiden und fügte dann antwortend hinzu:

 

Nein, ich weiß nicht wo Faolan ist. Ich war so müde, dass ich nichts mitbekommen habe.“, dabei schaute er sich etwas um, stand auf und schaute sich weiter um... „Das Fenster ist auf... schau mal.... Ich glaube Faolan hat uns wohl verlassen.“, kombinierte Alan traurig, schloss das Fenster richtig und konnte sich ein paar Tränen nicht verkneifen.

 

Er wusste irgendwie, wenn ein Wolf weg wäre, würde es nicht lange dauern ehe auch der andere ihn verlassen würde und er dann wieder allein wäre.

 

Aber er hatte eben nicht das Recht ein Tier zu zwingen bei ihm zu bleiben... das würde er niemals tun, denn es war Unrecht in seinen Augen.

 

*~*

 

Ich weiß nicht wie lange ich gelaufen und gerannt war, aber irgendwann hatte ich das Rudel endlich aufgespürt und freute mich irgendwie, zeigte es ihnen aber nicht.

 

Sie schienen sich ebenfalls zu freuen, dennoch stellte ich sie zur Rede... warum sie einfach weitergezogen und somit abgehauen waren.

 

Schließlich erklärten sie es mir und ich verstand es irgendwie auch, bekam so auch mit, dass nun Zeus das Alphatier war... was mich nicht störte. Eine Weile unterhielten wir uns noch, dann fragte ich, ob ich mit ihnen gehen dürfte.

 

Natürlich willigten sie ein, wollten mich auch wieder als Alphatier haben, womit selbst Zeus einverstanden gewesen wäre... doch ich lehnte ab... wollte kein Leittier sein... wollte nur die Gesellschaft des Rudels und mit ihnen gehen.

 

Ich akzeptierte und respektierte Zeus als Leitwolf und ging mit ihnen...

 

*-*-*

 

Nicht nur Alan war traurig, sondern ich auch und mein Blick war zu Boden gerichtet.

 

''Es ist alles meine Schuld'', schluchzte ich, nachdem Alan das Fenster geschlossen hatte.

 

''Nur weil ich ihm nicht alles gesagt habe, was mich bewegt.''

 

Ich war ziemlich fertig, weil ich es jetzt erst richtig begriff, wie sehr ich an Faolan hing. Ohne ihn wollte ich nicht sein und es schmerzte, dass er einfach ohne ein Wort gegangen war.

 

*~*

 

Das Rudel hatte sich sehr gefreut einen der beiden Leitwölfe wiederzusehen. Sie waren auf der Suche nach ihnen gewesen und da die Menschen zu nah an die Höhle gekommen waren, hatten sie sich zum Weiterziehen entschlossen.

 

Auch fühlten sie sich insbesondere von Haru im Stich gelassen.

 

Mai freute sich ganz besonders darüber, dass Faolan nun wieder bei ihnen war. Sie suchte seine Nähe und flirtete ohne Scheu mit ihm.

 

''Ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht und dich sehr vermisst'', sprach sie liebevoll und schmiegte sich an Faolan.

 

Zeus duldete es und war froh, dass er der Leitwolf bleiben durfte, auch wenn er sich sicherer fühlte durch Faolans Gesellschaft.

 

*-*-*

 

Alan strich seine Tränen weg, als er Haru schluchzen und etwas sagen hörte.

 

Langsam bewegte er sich auf Haru zu, streichelte ihn und versuchte ihn zu trösten.

 

Nichts ist deine Schuld, Haru, mach dir keine Gedanken. Ich bin weiterhin für dich da... wenn du magst. Aber sag, was hättest du Faolan denn sagen sollen, hm? Magst du mit mir darüber reden? Ich höre dir sehr gern zu.

 

Und wenn du magst können wir zusammen auch deinen Freund suchen gehen. Du kannst doch sicher seine Fährte aufnehmen und dann würden wir ihn finden... ich helfe dir wirklich gern“, richtete Alan seine Worte an Haru, der ihm unglaublich leid tat.

 

Wieder stellte er das Wohl seines Freundes, über das eigene... eben wie immer... niemals würde er anders handeln.

 

Er wollte Haru helfen... koste es was es wolle...

 

*~*

 

Zwar war ich irgendwie froh nicht allein zu sein, doch fühlte ich mich nicht unbedingt wohl und das Gefühl der großen Leere und der Einsamkeit fraß mich von innen her beinahe vollkommen auf.

 

Wie ein unsichtbarer Mantel legte sich eine tiefe Traurigkeit um mich... hülle mich vollständig ein, so dass es auch nicht half, dass Mai mit mir flirtete... mich umgarnte... sich an mich schmiegte und mir so liebe Worte sagte.

 

Ich ließ sie zwar an mich heran und leckte auch ihre Schnauze liebevoll, denn ich hatte meine tierische Form wieder angenommen, so dass ich ihr jetzt auch nicht antworten konnte, und doch blieb in mir das Gefühl... als würde etwas fehlen.

 

Leer war ich und ohne Ziel... fühlte mich auch im Kreise des Rudels vollkommen allein und weinte bittere Tränen.

 

Schließlich versiegten meine Tränen irgendwann und um mein Herz und meine Gefühle schien sich eine dicke Eisschicht zu bilden. So begann ich alles auszublenden was mich noch an Liebe und Freundschaft erinnern konnte... wollte mich jetzt nur noch auf den Schutz des Rudels konzentrieren...

 

...wurde hart und unnachgiebig...

 

*-*-*

 

Ich schaute Alan an und überlegte kurz. Eigentlich wollte ich schon mit ihm reden, denn es war ihm ja genauso ergangen, wie mir.

 

''Darf ich dich vorher etwas fragen?'', wollte ich von ihm wissen.

 

''Wobei du wissen musst, wie dankbar ich dir bin. Du bist einfach für mich da, warst für uns da, obwohl wir nie etwas für dich getan haben. So einen guten Menschen trifft man selten'', meinte ich.

 

''Du lebst hier, weil sie denken, dass du deinen Bruder getötet hast. Dabei hast du ihn geliebt. Wäre es natürlich so zu lieben? Ich meine, ihr wart beide Männer und nicht Mann und Frau'', hörte ich mich sagen.

 

Es beschäftigte mich sehr. Denn, wenn es für Menschen natürlich wäre, könnte meine Liebe doch auch aufrichtig sein. Zumindest war ich nun soweit und wollte mich Faolan offenbaren. Der Gedanke ihn zu verlieren schmerzte sehr, doch wenn ich ihn verlor, ohne es ihm gesagt zu haben, würde ich mir das nie verzeihen.

 

*~*

 

Mai hatte ihr bestes Gegeben und versucht Faolan zu trösten. Aber egal, was sie tat, alles half nichts. Sie konnte nur warten, bis es von selbst aufhörte. Dabei fühlte sie sich hilflos und hatte das Gefühl ihm nicht das geben zu können, was er sich wünschte.

 

*-*-*

 

Auf Harus Frage hin, schaute Alan ihn an und hörte ihm ruhig zu. Harus Worte freuten ihn, doch wollte er keinen Dank. Was er tat, tat er weil er es so wollte, es für richtig hielt... weil es ihm einfach Spaß machte anderen, insbesondere Tieren, zu helfen.

 

Doch hörte Alan zunächst weiter zu, was ihm Haru zu sagen hatte und was er ihn fragte, erst dann antwortete er, mit ruhiger, sehr sanfter Stimme:

 

Erst mal, Haru, musst du mir nicht dankbar dafür sein, dass ich euch geholfen habe, denn es macht mir Spaß Tieren zu helfen, wenn sie in Not sind. Außerdem bin ich wirklich gern für euch da.

 

Und dann... muss ich dir sagen, dass du sicher etwas falsch verstanden hast, denn ich habe meinen Bruder nur so geliebt, wie man eben einen Bruder liebt. Mein Bruder war es, der mehr von mir wollte, als ich ihm zu geben bereit war. Deswegen hat er sich selbst getötet, weil ich ihm meine Liebe... als... Geliebter... verwehrte.

 

Aber ich weiß auch, dass es vollkommen natürlich ist, wenn ein Mann, einen anderen Mann liebt oder eine Frau, eine andere Frau liebt... man also kann durchaus so leben und lieben. Ich selbst hatte zwar leider noch keinen Geliebten, aber was nicht ist, kann ja vielleicht noch werden. Zumindest fühle ich mich zu Männern hingezogen.“

 

Sanft schaute Alan Haru an und fügte fragend hinzu:

 

Kann es sein, dass du mehr für deinen Freund Faolan empfindest, als es unter „Freunden“ normal üblich ist, hm?“

 

Alan war sich beinahe sicher, dass er mit dieser Frage den Nagel auf den Kopf getroffen hatte.

 

*~*

 

In der Zwischenzeit hatte ich mich sehr in mich zurückgezogen, verweigerte die Nahrungsaufnahme immer öfter und trinken tat ich nur, wenn es sich nicht vermeiden ließ.

 

Sicher, die anderen machten sich Sorgen um mich... insbesondere Mai, die sich wirklich sehr um mich bemühte. Sie war so unglaublich lieb und doch war alles was ich ihr zurückgeben konnte... ein liebevolles Lächeln, und dass ich sie an mich heran ließ... sie nicht von mir stieß... das war aber auch schon alles....

 

Nur des Nachts, wenn alles schlief, heulte ich traurig den Himmel und den Mond an... während mir doch immer wieder bittere Tränen über die Wangen liefen.

 

*-*-*

 

Kaum hatte ich Alans Worte gehört und er zuende gesprochen, liefen mir auch schon die Tränen übers Gesicht.

 

''Du weißt gar nicht wie recht du hast und wie sehr ich ihn liebe. Nie war ich dazu in der Lage mit einem Weibchen intim zu sein, egal wie sehr sie mich darum gebeten haben, mich versucht haben zu verführen.

 

Dann lernte ich Faolan kennen und hatte mit einem Mal das Gefühl, zu bekommen, wonach ich mich schon so lange sehnte.

 

Nur ist es bei uns Wölfen nicht so gerne gesehen. Im Tierreich wird so was meistens mit dem Tode bestraft. Aber ich kann und will nicht länger schweigen'', erklärte ich unter Tränen.

 

''Tut mir Leid, dass ich da etwas missverstanden habe, mit deinem Bruder'', fügte ich dann noch hinzu.

 

''Bitte, lass uns Faolan suchen gehen'', bat ich dann Alan und wischte meine Tränen fort, versuchte mich zu beruhigen.

 

Ich machte mir große Sorgen um meinen Freund und wollte ihn so schnell es ging finden. Hoffentlich hatte er keine Dummheiten gemacht.

 

*-*-*

 

Och, nicht weinen, Haru... bitte.“, sprach Alan mitfühlend und nahm Haru sanft in die Arme um in ein wenig zu trösten.

 

Ich verstehe dich sehr gut. Ihr müsst auch nicht zum Rudel zurückkehren... bleibt doch hier, dann könntet ihr eure Liebe ungestört genießen. Aber du hast recht, wir werden Faolan jetzt suchen gehen und dann musst du mit ihm reden.

 

Keine Angst, ich stehe dir bei und helfe dir, wenn ich kann, okay“, bot Alan helfend an und streichelte Haru noch lieb übers Fell.

 

Mach dir mal keine Sorgen, alles wird gut. Zusammen schaffen wir das“, versuchte Alan seinem Freund Mut zu machen... so wie er eben war.

 

Auf das Thema mit seinem Bruder ging er nun aber nicht weiter ein... ihm tat es nach wie vor weh und er mochte nicht drüber reden.

 

Schließlich zog sich der Tierfreund seinen warmen Mantel an, auch Schuhe, Schal und Mütze fehlten nicht, dann öffnete er die Tür und ließ Haru schon mal raus, folgte ihm und schloss hinter sich die Tür.

 

Komm, gehen wir. Kannst du seine Fährte aufspüren?“, wollte Alan wissen und schaute gespannt auf Haru.

 

Auch er wollte Faolan wieder haben... immerhin hatte er ihn aufwachsen sehen, kannte ihn doch schon so lange...

 

*-*-*

 

~ Ende Teil 13 ~