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1. Türchen

Alphatier

Weiße Weihnachten bei den Wölfen

 

 

by Dark Sephiroth & Detail

 

 

1. Türchen

 

 

Es war Anfang Dezember und eine dünne, hellblaue Eisschicht lag über dem Tal. Die Bäume und das Gras waren bereits von einer dichten Schneedecke überzogen.

 

In dieser Gegend konnte es sehr kalt werden und die Bewohner hier, waren dafür ausgelegt hier zu überleben.

 

Eine Fabelwelt, die es so nur noch hier in Sarkar gab und die früher oder später dem realen Leben weichen würde. Grüne und dunkelblaue Bäume, sowie violette und rosafarbene Büsche zierten das Land und machten es zu einem wunderschönen Fleckchen.

 

Wir lebten in einer Welt indem Wesen lebten, die halb Mensch und halb Tier waren. Unser Verhalten glich dem von Tieren, doch gingen wir auf zwei Beinen und konnten auch reden.

 

Sehr schöne Geschöpfe, elegant und anmutig.

 

Wir lebten im Rudel und hatten unsere Leittiere, die man eben Alphatiere nannte.

 

*~*

 

Mein Name war Haru und ich war so ein Alphatier. Ich wurde in diese Rolle hineingeboren. Mein Vater war der Leitwolf dieser Gruppe von Menschen in Wolfsgestalt und so übernahm ich diesen Platz, nachdem mein Vater starb.

 

Manches Mal fiel es mir schwer die Rolle des Chefs zu übernehmen. Denn ganz tief in meinem Herzen war ich ein sehr Gutmütiger und hatte Probleme damit streng zu sein. Nur musste ich auch meinen Platz als Alphatier verteidigen und durfte deswegen meine Schwächen nicht zeigen.

 

Im Gegensatz zu den Anderen fiel ich auf, weil ich hellbraunes Fell besaß und himmelblaue Augen.

 

Ich war eben anders!

 

*-*-*

 

Ahhhh.... NEIN!!! Vater.... Mutter... ihr dürft nicht sterben!“

 

Jede Nacht der selbe Traum... immer wieder erlebte ich diese Szene in meinen Träumen, wie meine Eltern und das ganze Rudel von Menschen erschossen worden waren. Damals war ich noch recht klein und unscheinbar... konnte mich dieser Vernichtung entziehen, indem ich mich versteckt hatte.

 

Seitdem war ich allein, schlug mich irgendwie durch und durchstreifte die Wälder von Sarkar. Immer wieder kam ich dabei an den rosafarbenen Büschen vorbei, die meine Mutter so sehr gemocht hatte.

 

Um zu jagen blieb mir nur das, was mich bis dahin mein Vater gelehrt hatte und das war nun wirklich nicht viel. Immer wieder entkam mir meine Beute.... und nur ab und an konnte ich ein paar Fetzen Fleisch zu mir nehmen... Reste... die andere nicht mehr wollten.

 

Mein Vater war kein Leittier und ich somit auch nicht unbedingt etwas besonderes. Zudem ich als Tier auf die Welt gekommen war... nicht wie andere halb Mensch und halb Tier. Allerdings konnte ich sehr wohl meine Gestalt ändern, wenn ich wollte. Aber meist wollte ich das eben nicht. Ich hasste diese menschenähnliche Form, wo es doch eben Menschen waren, die so viel Leid über mich gebracht hatten.

 

Wie jeden Morgen verließ ich meine Behausung, die sich hinter einem rosafarbenen Busch befand und machte mich auf den Weg zum Fluss, dessen Wasser türkisfarben schimmerte.

 

Auf dem Weg dorthin nahm ich eine Fährte auf.... die Fährte eines fremden Rudels... eines fremden Wolfsrudels. Aber ich wollte dieser Fährte nicht folgen, denn meine Erfahrungen mit fremden Rudeln waren bislang nicht wirklich die Besten gewesen.

 

So stapfte ich durch den Schnee und erreichte den Fluss bald, der zum Glück niemals einfror. Durstig machte ich mich über das Wasser her und trank es gierig. Natürlich badete ich nicht in diesem Wasser... und schon gar nicht bei dieser Witterung. So sah mein Fell, das schwarz, wie die Nacht war, sehr struppig, ungepflegt und wild aus. Meine dunkelbraunen Augen blickten über den Fluss hinweg in den schneebedeckten Wald.

 

Tränen rannen dabei aus meinen Augen, denn genau dort waren mein Rudel und meine Eltern getötet worden. Das war jetzt schon ein paar Jährchen her.

 

Nachdem ich mich an dem Wasser satt getrunken hatte, senkte ich meine Nase wieder dem Boden entgegen und nahm nun doch die Fährte auf, folgte dieser, doch blieb ich auf Abstand, wollte ich doch nicht entdeckt werden.

 

*-*-*

 

Ein kalter Morgen brach herein und ich war wie immer vor dem ersten Sonnenstrahl erwacht. Unsere Höhle, in der sich das Rudel aufhielt lag in einem kleinen Berg und war gut geschützt. Den Eingang konnte man, dank einiger Sträucher so nicht erkennen.

 

Die Höhle war groß und geräumig. Außerdem unterteilt in kleinere Einzelräume, wie eine Art Wohnhaus. Kurz spitzte ich die Ohren und horchte, ob schon jemand wach war, bevor ich durch die Gänge schlich.

 

Raum für Raum schaute ich mich in aller Ruhe um und stellte sicher, dass es allen gut ging und wir vollzählig waren.

 

Erst dann ging ich hinaus und legte mich vor die Höhle, wo ich auf die Sonne wartete, die auch bald aufging.

 

Das Tal färbte sich erst Rot, dann Violett, bevor alles seine schönen Farben annahm.

 

Die Nase in die Luft, witterte ich, ob Gefahr drohte. Nichts war zu riechen und zu hören, war nur der Lauf der Natur. Vögel sangen ihre ersten Morgenlieder und langsam regte sich auch etwas in der Höhle.

 

Nach und nach kamen die Damen des Rudels heraus, drei an der Zahl. Schöne und stolze Wölfinnen, die jeder andere Wolf nur zu gerne begatten würde. Doch dieses Rudel gehörte mir und ich allein führte sie an.

 

Außerdem gab es noch zwei Jungwölfe, die ich duldete, solange sie noch nicht geschlechtsreif waren und vier Welpen, die von einer Wölfin waren, die ich schwanger aufgenommen hatte.

 

Denn auch, wenn es eigentlich meine Aufgabe war, rührte ich die Wölfinnen nicht an. Irgendetwas in mir, wehrte sich extrem dagegen, auch wenn ich somit nicht für den Erhalt des Rudels sorgte.

 

Liebevoll wurde ich begrüßt und auch liebkost. Eine Wölfin leckte mein Fell und säuberte es vom Schlaf der Nacht.

 

Ich duldete es, weil ich es nicht anders kannte und trotzdem regte sich in mir nichts dabei. Irgendetwas schien zu fehlen oder aber man müsste erst bei mir einen Schalter umlegen, den scheinbar noch keine Wölfin gefunden hatte.

 

Die Welpen tollten munter herum vor der Höhle und alle schienen sich Gegenseitig zu putzen.

 

Dann war es Zeit, jetzt wo alle erwacht waren, gingen wir langsam in Richtung Tal. Immerhin hatten alle Durst, auch wenn es ein Risiko darstellte, die Kleinen mitzunehmen. So war es mir lieber, da ich sie im Blick hatte, als sie hier bei der Höhle zu lassen, wo sie unbeaufsichtigt wären und vermutlich nur Dummheiten machen würden.

 

*-*-*

 

Sie gingen also hinunter ins Tal, nun, von dort war ich ja erst gekommen, doch folgte ich ihnen, wiederum in einigem Abstand.

 

Angst hatte ich, große Angst entdeckt zu werden. So hielt ich mich versteckt, wenn sie stehen blieben, blieb auch ich stehen, versteckte mich so gut es ging.

 

Dennoch wusste ich auch, dass sie mich irgendwann wittern würden und dann könnte ich mein Testament machen. Immer wieder musste ich an meinen Vater denken, der zu mir gesagt hatte: „Faolan, pass gut auf dich auf und denke daran, dass andere Wesen dich ebenso wittern können wie wir oder du sie.“

 

Das Rudel bzw. das Alphatier würde mich so zwar nicht sehen können, aber irgendwann, wenn ich so weiter machte, würde er mich sicher wittern und ich wusste, doch, dass er einige Wölfinnen und Welpen im Rudel hatte. Diese würde er zu verteidigen wissen.

 

Ich hingegen hatte so gar keine Kampferfahrungen und würde wohl verlieren, wenn sie mich erwischten.

 

Vielleicht wäre es besser mich ihnen zu zeigen... mich ihnen todesmutig entgegen zu stellen und mich von dem Leitwolf töten zu lassen. So wäre mir ein Platz bei meinen Eltern sicher.

 

Ja, heute bereute ich es, dass ich mich damals versteckt hatte und mich die Menschen nicht erwischt hatten.

 

*-*-*

 

Ich führte das Rudel an. Hinter mir liefen die Weibchen, die in der Mitte, die unachtsamen Welpen versuchten gemeinsam beisammen zu halten. Sie tollten umher und dachten sich nichts dabei.

 

Für sie war es wie ein Ausflug und sie spielten wie jeden Morgen munter miteinander.

 

Das Schlusslicht bildeten die zwei Jungwölfe, die mir noch etwas Sicherheit gaben. Sicher würden sie im Falle eines Falles noch nicht richtig kampfbereit sein, aber ein wenig entgegenzusetzen hatten sie durchaus.

 

Immer wieder blieb ich stehen und horchte auf, schaute mich prüfend um. Es war mir, als wäre etwas anders als sonst und ich ging mit großer Vorsicht an den Fluss heran.

 

Doch hier schien alles sicher zu sein und ich trank bis mein Durst gestillt war. Dann gab ich das Zeichen für die Anderen und hielt erneut Ausschau.

 

Danach gingen wir zurück zur Höhle, wo die Wölfin Layca mit ihren Welpen blieb. Auch einer der Jungwölfe Zeus blieb dort.

 

Wir anderen gingen nun auf die Jagd, da alle hungrig waren.

 

Hinaus in die Steppe, wo wir nach Beute Ausschau hielten.

 

Immer wieder kam die Wölfin Mai zu mir an und umgarnte mich. Dabei konnte ich das gerade jetzt nun gar nicht gebrauchen und war schon leicht gereizt.

 

Doch was sollte ich tun? Sei weg beißen konnte ich nun nicht. Also schob ich sie immer wieder sacht beiseite und versuchte eine mögliche Beute auszumachen.

 

Zwischendurch kam mir immer wieder eine fremde Witterung in die Nase, die ich nicht zuordnen konnte.

 

*-*-*

 

Natürlich spürte und sah ich, dass das Alphatier etwas spürte... nein, nicht etwas... mich spürte... witterte.

 

Obgleich ich Angst hatte, folgte ich dem Rudel weiterhin und konnte so ausmachen, wo sie sich aufhielten... ihre Höhle. Als der Leitwolf mit einigen anderen seines Rudels auf die Jagd ging, folgte ich ihnen abermals, auch wenn ich mich eigentlich hätte mit den zurückgelassenen Wölfen beschäftigen können.

 

Aber ich tat es eben nicht, sondern folgte den Anderen, ging auf sie zu... langsam, aber unaufhaltsam... sah wie gereizt das Alphamännchen war, als ihn eine hübsche Wölfin umgarnte.

 

Schließlich stand ich genau vor dem Leitwolf, während mich die anderen gefährlich anknurrten... mir jedoch ziemlich egal war.

 

Übermütig, oder in einem Anflug von Todessehnsucht knurrte ich die anderen und auch den Leitwolf an... so als wollte ich sein Rudel übernehmen... machte mich bereit zum Angriff....!

 

*-*-*

 

Im einen Moment hatte ich noch eine Beute im Visier, als plötzlich ein fremder Wolf vor mir stand. Sein Kopf war schwarz wie die Nacht mit leuchtend gelben Augen und sein Körper war braun schwarz gefärbt. Ihn hatte ich also gewittert.

 

Dazu knurrte er mich noch frech an. Wollte er mich etwa herausfordern?

 

Kurz zögerte ich, weil ich so überrascht war. Die Anderen meines Rudels hatten schon längst reagiert und knurrten ihn an, als auch ich zu Knurren begann.

 

''Was willst du?'' zischte ich.

 

''Hau ab! Das ist mein Revier!'', warnte ich ihn.

 

Es war, als würde ein Sturm aufkommen, denn eine gewaltige Windböe fegte über die Steppe. Meine Haare stellten sich auf und ich stemmte meine Vorderpfoten kampfbereit in den Sand.

 

''Sei Vorsichtig!'', hörte ich Mai flüstern.

 

Dann wichen die Weibchen Mai und Fina und der Jungwolf Hermes hinter mir zurück. Wenn es darauf ankäme würde ich sie beschützen vor dem fremden Wolf.

 

Angst hatte ich jetzt keine, denn mein Vater brachte mir vieles bei, was ich wissen musste. Es konnte nur einen Sieger geben und zwar den Stärkeren von uns Beiden.

 

Instinktiv würde ich mein Rudel verteidigen. Aber wollte ich das insgeheim überhaupt?

 

*-*-*

 

~ Ende Teil 1 ~