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Kinderliebe

Kinderliebe

 

 

by Dark Sephiroth & Detail

 

 

Es war schon spät, als ich nach Hause, von der Arbeit, in die WG kam. Obwohl es eigentlich nicht mehr mein Zuhause war und ich im Gästezimmer auf dem Sofa schlief.

 

Seit ein paar Tagen waren mein Ex und ich getrennt. Ich hatte es verbockt, es war allein meine Schuld! Als er für zwei Wochen mit seiner kleinen Tochter in Italien war und ich wegen der Arbeit kurzfristig nicht mit konnte, hatte ich ihn betrogen.

 

Stolz war ich gar nicht drauf, zumal ich mich nicht dran erinnern konnte, schon mal so schlechten Sex gehabt zu haben. Außerdem war ich sternhagelvoll und hatte irgendwas eingeschmissen, was ich meinem Ex auch verschwiegen hatte, weil er es gar nicht ausstehen konnte, wenn ich Drogen nahm.

 

Im Grunde wäre es sowieso keine Entschuldigung und ich hatte auch nur große Sehnsucht nach ein bisschen Nähe. Was genauso wenig entschuldigt, dass ich den Menschen betrogen hatte, den ich am Meisten liebte!

 

Leise pulte ich mich aus meinen Schuhen, da die zwei Jungs, unsere Freunde, die hier ebenfalls wohnten, schon schliefen. Für meinen Ex war es praktisch hier zu wohnen, da immer mal jemand einspringen konnte, wenn es bei ihm zeitlich nicht klappte, für seine Tochter da zu sein.

 

Sie war fünf und hing extrem an mir.

 

Meine Jacke hing ich auf, bevor ich mich nach oben schlich. Eigentlich sollte ich etwas essen, hatte den ganzen Tag nichts, doch zog sich mein Magen zu. Runterkriegen würde ich ohnehin nichts, da bräuchte ich es gar nicht erst versuchen.

 

Lisas Tür war nur angelehnt, das Nachtlicht ließ das Zimmer rosa leuchten und ich schaute noch nach ihr. Sie lag quer im Bett und die Decke war abgestrampelt. Vorsichtig rückte ich sie zurecht und deckte sie liebevoll zu. Ihren Teddy zog sie an sich ran und ich wischte ihr noch die Locken aus dem Gesicht, bevor ich das Zimmer wieder verließ.

 

Duschen! Ich musste dringend duschen, denn ich stank nach Schweiß und Motoröl. Den Job in der Werkstatt hatte ich mit viel Glück bekommen, denn ohne Schulabschluss was zu kriegen war echt schwer. Allerdings war es auch ein Knochenjob: viel arbeiten für wenig Geld.

 

Müde betrat ich das Bad und wusste, dass ich mich mit dem Duschen beeilen musste, da ich sonst meinen Ex weckte, der sein Zimmer direkt neben dem Bad hatte. Die Jungs hatten ihre Zimmer unten und wir schliefen oben, genauso wie sich hier das Gästezimmer befand, in dem ich auf der unbequemen Couch schlief.

 

Es war schwer eine günstige Wohnung zu finden oder eine andere WG. Genauso schwer, wie einen anderen Job. Wie ich mich hasste, für das, was ich getan hatte.

 

Traurig sah ich in den Spiegel, konnte mich kaum ansehen. Mein Gesicht war total dreckig und meine Hand, die ich mir heute verletzt hatte, pochte wie wild gegen den Verband. Kurz fuhr ich mir durchs mittellange dunkle Haar und aus meinen hellgrünen Augen trat eine Träne.

 

Selbst schuld, Micha!, dachte ich und wickelte den Verband ab, damit ich zügig duschen konnte.

 

Natürlich blutete es wieder wie wild und nachdem ich mir ein Handtuch um die Hüften gebunden hatte, wickelte ich Toilettenpapier um meine Hand. Alleine könnte ich das unmöglich verbinden.

 

Also suchte ich nach einem Verband und Heftpflaster, bevor ich an die Tür meines Ex klopfte, um sie anschließend leise aufzuschieben. Meine dicken Haare tropfen noch und irgendwie war mir, als blutete ich den Boden voll, da auch etwas von meiner Hand zu tropfen schien.

 

Es war ja nicht so, dass wir gar nicht mehr miteinander redeten. Schon allein wegen Lisa mussten wir uns zusammennehmen und relativ normal sein. Auch hatte ich am Wochenende bei ihm geschlafen. Zumindest ein wenig gekuschelt hatten wir, allerdings ohne weiteren Kommentar.

 

Mir fiel es schwer ihn loszulassen.

 

*-*-*

 

Seit ein paar Tagen war es zwischen Micha und mir aus. Ich hatte mich von ihm getrennt, als ich erfahren hatte, dass er mir fremd gegangen war, als ich mit meiner Tochter Lisa in Italien Urlaub gemacht hatte und er wegen seiner Arbeit nicht mitkommen konnte.

 

Das alles hatte mich sehr mitgenommen und doch wohnte er noch immer hier und trotz allem musste ich mich, wie auch immer, um Lisa kümmern. Sicher, ich bekam Hilfe von den Anderen hier... aber ich wusste auch, dass ich für Lisa und mich ein neues... eigenes Zuhause brauchte.

 

So würde ich eben etwas kürzer treten müssen, wenn ich demnächst mit Lisa aus der WG ausziehen würde. Ich ertrug es nicht länger mit Micha unter einem Dach zu leben. Mir tat es noch immer weh, dass er mich betrogen hatte.... vom Verzeihen und Vergessen mal ganz abgesehen.

 

Da ich vor einiger Zeit schon eine Wohnung gesucht und auch gefunden hatte, in die ich eigentlich mit Micha und Lisa hatte ziehen wollen, musste ich nun nicht mehr suchen, sondern würde schon in den nächsten Tagen hier ausziehen. Organisiert hatte ich dafür schon alles.

 

Für Lisa würde es sehr schwer werden, da sie arg an Micha hing, doch konnte ich darauf jetzt keine Rücksicht mehr nehmen. Auch sie würde irgendwann verstehen warum, wieso, weshalb...

 

Solange wir noch hier wohnten, ging ich mit Micha relativ normal um, eben wegen Lisa, aber auch das würde sich in nächster Zeit ändern.

 

Wie jeden Abend hatte ich mich um Lisa gekümmert und sie auch ins Bett gebracht, anschließend war ich selbst schlafen gegangen. Micha beachtete ich kaum noch, nur das nötigste sprach ich noch mit ihm... na ja, bis auf das eine Mal, wo wir noch einmal miteinander gekuschelt hatten... das war es aber auch schon und würde so nie wieder vorkommen.

 

Etwas unruhig schlief ich in dieser Nacht, als ich plötzlich ein Geräusch vernahm. Lisa konnte es nicht sein, denn dafür waren die Schritte definitiv zu schwer, außerdem hatte ich die Dusche nebenan gehört, da ich, schon wegen der Kleinen, einen sehr leichten Schlaf hatte.

 

Noch müde und schlaftrunken öffnete ich die Augen und sah im Halbdunkel Micha das Zimmer betreten. Er schien sich seine Hand zu halten und so setzte ich mich auf.

 

"Micha? Was ist mit dir?", fragte ich leise und besorgt, wobei ich mich langsam aus dem Bett schälte.

 

*-*-*

 

''Bobby... Ich... Meine Hand habe ich mir verletzt. Könntest du mir bitte helfen einen Verband drum zu machen?'', bat ich ihn, eher kleinlaut.

 

Immerhin hatte ich ihn geweckt und es tat mir leid, dass ich ihn belämmern musste.

 

Zögernd drückte ich den Lichtschalter und sah wie verschlafen er war. Seine kurzen schwarzen Haare standen in alle Richtungen, was ich total mochte. Natürlich waren seine sonst so schönen großen braunen Augen zu kleinen Schlitzen verengt, wegen des Lichts.

 

Jetzt sah ich, dass ich wirklich doll blutete. Da hatte ich mir ganz schön was zugefügt und das nur, weil ich schnell machen wollte. Die ganze Woche schon war ich so gut es ging Bobby aus dem Weg gegangen, obwohl ich mich total nach ihm sehnte.

 

Es machte mich fertig und man sah es mir an, wie sehr ich daran zu knabbern hatte.

 

Außerdem fragte Lisa jeden Morgen, wann ich ihr denn nun endlich mal wieder vorlesen würde. Sie vermisste das gemeinsame Zubettbring-Ritual sehr und ich konnte es nicht leugnen, dass es mir ebenso erging.

 

Langsam tabste ich ins Zimmer rein und setzte mich zu Bobby aufs Bett, in dem wir sonst gemeinsam genächtigt hatten. Meine nassen Haare tropften auf meine Schultern und meine Hand hielt ich immer noch und irgendwie auch den Verband.

 

Hatte ich tatsächlich in Bobby Stimme Sorge gehört? Schmerzerfüllt schaute ich ihn an, konnte aber nicht lange in seine Augen sehen. Zu tief saß der Schmerz und zu sehr schämte ich mich für das, was ich getan hatte.

 

*-*-*

 

Au man, Micha hatte es echt drauf, mich um den Finger zu wickeln, aber da ließ ich mich nicht drauf ein. Meine Sorge um ihn war rein beruflicher Natur, da ich als Krankenpfleger, in einem Krankenhaus arbeitete... nichts weiter... sagte es mir zumindest immer wieder, den Gedanken verdrängend, dass wir einst zusammen gewesen waren.

 

Schnell zog ich einige Taschentücher aus der Box, die auf dem Nachttisch stand und die ich wegen Lisa immer hier zu stehen hatte, und hielt diese unter Michas blutende Hand, damit er mir nicht mein Bett voll tropfte, mit dem Blut.

 

"Warte kurz, bin gleich wieder da", sprach ich, stand auf und holte eine antiseptische Salbe aus dem Arzneischränkchen, um gleich wieder zu Micha zu gehen. Mit der Salbe setzte ich mich zu ihm aufs Bett und nahm ihm das Verbandszeug ab, das ich aufs Bett legte.

 

"Sag mal, wie hast du denn das gemacht?", fragte ich, während ich seine Hand nahm und mir die Wunde vorsichtig anschaute, die schon recht schlimm aussah.

 

"Damit solltest du aber morgen zum Arzt gehen. Ich tu dir jetzt eine antiseptische Salbe drauf, damit sich nichts entzünden kann und verbinde es, aber morgen gehst du zum Arzt und lässt das untersuchen, ok", sprach ich ruhig weiter, währenddessen ich ihm die Salbe drauf tat, ein Stück Mull auf die Wunde legte und die Hand anschließend behutsam verband.

 

"Wenn du Schmerzen haben solltest, kann ich dir noch eine Schmerztablette geben, damit du wenigstens schlafen kannst", bot ich Micha an.

 

Ruhig hatte ich zu ihm gesprochen und sachlich, aber ohne irgendwelche Gefühle für ihn aufkommen zu lassen. Für mich galt diese Beziehung als abgeschlossen... die "Akte" hatte ich, in meinem Gedächtnis, ganz tief und weit weg vergraben... Schluss.... aus... Feierabend...

 

Micha hätte niemals fremdgehen dürfen... das war sein Fehler. Alles hätte ich ihm verziehen... aber nicht so etwas... nein...

 

*-*-*

 

Kurz schaute ich Bobby nach, wie er sich gewandt aus dem Zimmer schlich, um eine Salbe zu holen. Sehnsucht machte sich bei mir breit und ich hätte mich am liebsten in die Lacken gekuschelt. Die Couch im Gästezimmer raubte mir noch den letzten Nerv und mein Rücken brachte mich beinahe um.

 

Wie toll er aussah, als er wieder reinkam und sich zu mir aufs Bett setzte. Wie gerne hätte ich ihn einfach umarmt.

 

''Ich bin abgerutscht...aua... war nicht mit den Gedanken bei der Arbeit... au'', erklärte ich die Wunde, denn ich hatte nur an ihn gedacht und wollte schnell fertig werden.

 

Alles was ich anpackte, haute nicht hin, egal was ich auch tat und jetzt hatte ich das Einzige, was in meinem Leben richtig lief, auch noch verloren. Wegen einer Nacht, wegen eines Ficks, den ich noch nicht mal richtig miterlebt hatte, so high wie ich war.

 

Außerdem war ich mir noch nicht mal sicher, ob dieser Kerl, dessen Namen ich nicht mal wusste, ein Gummi benutzt hatte.

 

Zum Arzt sollte ich mit der Wunde, aber womöglich nicht nur deswegen...

 

''Eine Tablette wird nicht nötig sein, es geht schon so, danke'', sprach ich, als Bobby fertig war. Es tat weh und zwar höllisch und ich hatte mich, wie fast immer, angestellt wie ein Kind, die ganze Zeit gejammert, als er mir den Verband anlegte.

 

Außerdem versuchte ich Tabletten ebenso zu meiden, wegen meiner Sucht. Nur im Notfall würde ich eine nehmen. Bobby hatte sich wirklich Mühe gegeben und seine Fassade war kühl, wie ich es erwartet hatte. Nur sah es auch in ihm drin schon so aus?

 

Es fiel mir schwer ihn loszulassen und ich konnte nicht aufhören mir die Schuld zu geben, mich hundeelend zu fühlen, als wäre ich am Weltuntergang schuld. Doch ich war schuld und keiner sonst. Ihm traf keine Schuld und er würde mir das womöglich niemals verzeihen.

 

Sehnsüchtig schaute ich ihn an und saß da, als wäre ich festgewachsen.

 

Nimm mich in den Arm, nur kurz und sag mir, dass mein Leben noch nicht vorbei ist, dass das mit uns noch nicht vorbei ist...

 

Aber was erwartete ich eigentlich?

 

*-*-*

 

Nein, Micha würde es nicht schaffen mich um den Finger zu wickeln, denn das versuchte er gerade... auch nicht mit diesem ...seinem sehnsüchtigen Blick. Das konnte er ganz getrost vergessen. Auch sein Gejammere, während des Verbindens, hatte ich überhört... kannte es ja schon.

 

Seine Erklärung, wie das passiert sei, hörte ich zwar, doch hinterließen diese Worte kein Mitgefühl in mir. Ich hatte ihm jetzt geholfen... aber das wars auch schon.

 

"Na, dann... kannst du ja schlafen gehen, ich würde nämlich auch gern noch etwas schlafen, wenn es recht ist.", kam es von mir, mich auf nichts einlassend.

 

Mein Gott, er saß echt da, als wäre er angeklebt, bewegte sich nicht.

 

"Ja, schon okay, dann pennst du eben hier, ich geh aufs Sofa schlafen. Gute Nacht.", sprach ich weiter und verließ das Zimmer sehr genervt, hinter mir die Tür ins Schloss fallen lassend.

 

"Man, man, man....", brummte ich leise vor mich hin, während ich ins Gästezimmer ging: "...warum verstehen einige Menschen nicht, dass es vorbei ist... verdammt noch mal!"

 

Das Gästezimmer erreicht, nahm ich Michas Bettzeug von dem Sofa, packte es auf einen der Sessel, nahm mir eine Fleecedecke und ein Kissen dazu, dann legte ich mich zum Schlafen auf das Sofa. Ich wollte einfach nicht in seinem Bettzeug schlafen... wollte auch seinen Geruch nicht mehr.

 

Ich hatte die Nase gestrichen voll und wollte nur noch eines... hier weg, in mein eigenes Reich... zusammen mit Lisa.

 

Michas Anblick, so niedlich er eigentlich auch war, konnte ich nicht mehr ertragen. Zu tief saß die Verletzung um das Wissen, dass er mich betrogen hatte...

 

*-*-*

 

Traurig starrte ich Bobby hinterher, wollte etwas gesagt haben und doch verließen meine Worte den Mund nicht. Lange starrte ich auf die zugeschlagene Tür, hatte mit den Tränen zu kämpfen und mit mir selbst.

 

Ich hatte es zu weit getrieben und gehofft, dass ein paar Tage reichen würden, zu vergeben und zu vergessen, was ich Bobby angetan hatte.

 

Erst als alles still schien und sich nichts mehr rührte im Haus, legte ich mich zögernd ins Bett und löschte das Licht. Alles roch nach ihm und ich sog den Geruch im Schutze der Dunkelheit gierig in mir auf. Meine Hand pochte wie wild gegen den Verband und ich wünschte mir, ich hätte doch eine Tablette angenommen.

 

Nun war es zu spät und eine Träne lief über meine Wange, bevor ich erschöpft meine Augen schloss. In Gedanken war alles gut, es roch nach Bobby und ich schlief in seinen Armen, fühlte mich geborgen.

 

Gerade als ich dabei war, wegzudösen, hörte ich ein Ticken gegen die Tür. Es war so zart, dass ich es für einen Traum hielt, bis es sich wiederholte und die Tür geöffnet wurde.

 

Erst wollte ich nach Bobby fragen, doch wusste ich ganz genau, wer da war. Lisa stand im Nachthemd mit ihrem Teddy, den sie am Bein festhielt, so dass der Ärmste mit dem Kopf nach unten hing, da. Ihre Locken waren wild durcheinander waren, rieb sie sich verschlafen ein Auge.

 

Die Tür, die Bobby zugeschlagen hatte, musste sie geweckt haben oder aber sie brauchte etwas.

 

''Hey'', begrüßte ich sie und machte Licht.

 

''Michaa?... '', kam es langgezogen von ihr und sie schaute mich verwundert an.

 

''Da hat jemand geschossen'', wimmerte sie und ich starrte sie verblüfft an.

 

''Nein, das war eine Tür'', versuchte ich ihr zu erklären und stand auf, ''Geh man jetzt wieder schlafen.''

 

''Aber da hat jemand Bambi erschossen'', sagte sie und schaute mich traurig an.

 

''Du hast wieder nicht vorgelesen'', fügte sie dann wütend hinzu, als ob ihr das plötzlich wichtiger erschien.

 

''Es war nur ein Traum und ja, ich musste lange arbeiten'', meinte ich daraufhin, ''Komm, ich bring dich wieder rüber.''

 

*-*-*

 

Mehr schlecht als recht hatte ich geschlafen, als ich am nächsten Morgen erwachte und mich irgendwie gerädert fühlte. Aber es nutzte ja nichts, ich musste raus, denn ich hatte schon einige Dinge zu erledigen, die keinen Aufschub duldeten.

 

Also erhob ich mich, legte alles ordentlich zusammen, räumte auch das Bettzeug von Micha weg, um mir anschließend mein Handy zu schnappen, in die Küche zu gehen und mir einen hallo-wach-Kaffee zu kochen.

 

Da es hier noch recht ruhig war, schloss ich hinter mir die Küchentür, um niemanden zu wecken. Während der Kaffee durchlief, rief ich per Handy im Krankenhaus an, wo ich sogleich den Chefarzt an der Strippe hatte, mit dem ich mich wunderbar verstand und der auch sehr viel Verständnis für meine Situation hatte.

 

Ich erklärte ihm was los war und bat um einige Tage frei, um den Umzug in meine Wohnung vollziehen zu können.

 

"Na klar, Bobby. Reicht dir eine Woche?"

 

"Ja, ich denke schon. Danke, Rolf."

 

"Nichts zu danken, wenn was sein sollte, kannst du dich jederzeit an mich wenden, das weißt du."

 

"Natürlich... und... danke noch mal."

 

"Ja, also bis dann. Wir sehen uns."

 

Nach diesem Gespräch legten wir auf und ich nahm mir erst mal eine Tasse Kaffee, starrte dabei versonnen aus dem Fenster.

 

Warum nur hatte alles so kommen müssen? Warum nur hatte Micha mich betrogen? Hatte ich etwas falsch gemacht... war ich ihm nicht gut genug gewesen?

 

Die ganze Sache machte mich nervlich total fertig und ich wusste, dass ich hier schnell raus musste, um nicht noch verrückt zu werden.

 

Langsam schlürfte ich meinen Kaffee, wobei ich mir die Zunge verbrannte und leise brummend fluchte.

 

Die Wohnung war ja soweit schon fertig, fehlte nur noch mein Bett. Das Kinderzimmer für Lisa hatte ich neu eingerichtet, so dass ich von hier nichts weiter, außer meines Bettes und natürlich noch einige Sachen, mitnehmen musste.

 

Also rief ich einen guten Freund von mir an, den ich schon aus dem Sandkasten her kannte, schilderte ihm mein Problem und er sagte zu, dass er mir helfen würde. Wir verabredeten, dass er hier in etwa vier Stunden auftauchen würde. Dann legten wir auf und ich trank erst mal noch meinen Kaffee aus, bevor ich unter die Dusche springen würde.

 

Ein bisschen Sorgen machte ich mir um Lisa, aber mit der kleinen Maus würde ich schon irgendwie klarkommen.

 

*-*-*

 

Nachdem ich Lisa nicht davon überzeugen konnte, wieder in ihrem Bett zu schlafen, erlaubte ich ihr bei mir zu nächtigen. Natürlich war es eine Ausnahme und ich merkte dabei, wie sehr sie mich vermisste.

 

Zum Glück schlief sie schnell ein, ganz im Gegensatz zu mir.

 

Immer wieder hatte ich diese Nacht vor Augen und alles lief wie in einen Film vor meinen geistigen Augen ab:

 

Bobby hatte gesagt, ich sollte zur Party gehen von Anne, obwohl ich ohne ihn eigentlich keine Lust darauf gehabt hatte und es nur tat, um das Wochenende ohne meine beiden Lieben herum zu bekommen. Anne, war eine gute Freundin, eher von Bobby und seit der Geschichte sprach sie kein Wort mehr mit mir.

 

Auf dieser Party war auch Lukas, den ich noch von früher kannte und der eine Wohnung über Anne wohnte. Damals hatte ich den Kontakt zu ihm abgebrochen, als ich mit den Drogen Bobby zuliebe aufgehört hatte.

 

Natürlich hatte Lukas sich erst abwimmeln lassen, als ich das Zeug, was er mir unbedingt geben wollte, angenommen hatte. Nach der Party bin ich mit ein paar Leuten noch in diese neue Bar.

 

Den ganzen Abend über hatte ich versucht Bobby anzurufen, wie jeden Abend und ihn dieses Mal nicht erreicht, weil er früh schlafen gegangen war und sein Handy auf lautlos stand. Deshalb hatte ich wirre Sachen im Kopf, dass er mich betrügen würde und so was.

 

Was wohl auch der Grund war, warum ich mich so volllaufen lassen hatte.

 

Als ich vom Klo kam, waren die Anderen weitergezogen und ich stand alleine da, fühlte mich auch genauso. Zahlen wollte ich und nur noch nach Hause, als mir das Zeug, in die Hände fiel, was in meiner Tasche gewesen war.

 

Also nahm ich es, ohne weiter drüber nachzudenken. Ohne Rückhalt machte ich oft so unüberlegte Sachen, ohne an die Konsequenzen zu denken.

 

Keine Ahnung, wie lange ich da in der Bar, in einer Ecke saß. Erst, als ich wieder einigermaßen klar denken konnte, stand ich auf und zahlte. Da sprach mich ein Typ an, dem ein Euro fehlte, um zu zahlen, den er mir gleich bei sich wiedergeben wollte.

 

Gutmütig wie ich war, dachte ich nicht weiter drüber nach und gab ihm den Euro. Außerdem folgte ich den Fremden, der nicht weit wohnte. Nichtmal dessen Namen kannte ich und als wir bei ihm waren, war ich wahnsinnig froh, mich auf die Couch setzten zu können.

 

Müdigkeit hatte sich bei mir breit gemacht und ich konnte nicht mal mehr sagen, ob ich den Euro zurückbekommen hatte. Der Typ gab mir etwas zu Trinken, was komisch schmeckte und richtig heiß runterging. Dann fing er an zu fummeln und ich gab ihm zu verstehen, dass ich das nicht wollte.

 

Aber er blieb hartnäckig und letztendlich siegte er, denn ich ließ ihn...

 

Als ich wieder zu mir kam, war mir schlecht und mein Kopf dröhnte. Völlig entsetzt über das, was geschehen war, wobei ich weder Lust noch einen Orgasmus hatte, verließ ich die Wohnung und ging nach Hause.

 

Bobby hatte keine Details wissen wollen, es reichte ihm, dass ich ihn betrogen hatte. Einerseits war es mir recht, weil ich die Drogen nicht erwähnen musste und doch, fühlte ich mich schlecht dabei.

 

Je mehr ich darüber nachdachte, um so schuldiger fühlte ich mich und doch siegte irgendwann die Müdigkeit.

 

Als Bobby schon längst wach war, schliefen Lisa und ich noch in seinem Bett.

 

*-*-*

 

Nachdem ich den Kaffee ausgetrunken hatte und mich nun schon etwas fitter fühlte, ging ich ins Bad und duschte kurz. Anschließend trocknete ich mich ab und wickelte mir das Badetuch um die Hüfte.

 

So betrat ich leise mein Zimmer und musste schon, bei dem Anblick, der mir hier geboten wurde, schmunzeln. Irgendwie war es echt niedlich, wie Lisa und Micha in meinem Bett lagen und schliefen. Jedoch wollte ich das so nicht mehr haben, beide würden sich eh gleich aus dem Bett erheben müssen.

 

Leise holte ich mir Sachen aus dem Schrank und zog mich auch gleich an. Noch die Haare ordentlich kämmen, dann brachte ich das Badetuch ins Bad, faltete es einfach zusammen und legte es über den Badewannenrand.

 

Aus der Küche holte ich mir ein paar Tüten und Kartons, ging mit alledem in mein Zimmer und begann die Sachen aus den Schränken auszuräumen, diese anschließend in die Beutel und Kartons einzupacken. Auch Lisas Sachen, aus ihrem Zimmer und das Spielzeug, packte ich ein.

 

Danach brachte ich alles auf den Flur, stellte es dort ab und ging wieder zurück ins Zimmer.

 

"Guten Morgen, Micha, du solltest langsam aufstehen und zum Arzt gehen", weckte ich meinen Ex, danach weckte ich Lisa behutsam und liebevoll.

 

"Guten Morgen, meine Kleine. Zeit zum Aufstehen", flüsterte ich meiner Tochter zu und kitzelte sie leicht an der Nase.

 

Ich hatte jetzt noch gut eine Stunde Zeit, bis John hier eintreffen würde.

 

*-*-*

 

Mehr als gut hatte ich geschlafen und wurde dann von Bobby geweckt. Genüsslich reckte ich mich und beobachtete wie Bobby, Lisa weckte. Er ging so liebevoll mit ihr um und es fiel mir schwer aufzustehen.

 

Trotzdem hatte ich es gestern schon mehr als zu bunt getrieben und nahm mich deshalb zusammen.

 

''Morgen...'', meinte ich ruhig und spürte gleich wieder meine Hand pochen.

 

Langsam stand ich auf, schnappte mir mein Handtuch, was wieder um meine Hüften gebunden wurde, nachdem ich Lisa ebenfalls kurz gekitzelt hatte.

 

''Morgen Papa'', hatte sie gleich geträllert und gelacht. Mich grinste sie lieb an und als ich gerade dabei war, den Raum zu verlassen, hörte ich sie fragen: ''Habt ihr euch jetzt wieder lieb?''

 

Mich trafen diese Worte hart und ich musste kräftig schlucken. Dennoch oder gerade deswegen verließ ich das Zimmer, starrte zwar etwas unschlüssig auf die Sachen im Flur, ging aber trotzdem ins Bad. Kurz horchte ich noch, was Bobby wohl sagen würde.

 

*-*-*

 

"Guten Morgen, Prinzessin", begrüßte ich Lisa liebevoll, die mich so süß anlächelte, dass es mir das Herz erwärmte.

 

Kurz schaute ich Micha nach, der das Zimmer verließ, dann hörte ich auch schon Lisas Frage und wusste nicht wirklich was ich ihr antworten sollte. Egal was ich sagen würde... es wäre falsch und sie würde es eh nicht verstehen.

 

"Na ja, müssen wir erst mal schauen. Du und ich, wir ziehen jetzt in eine andere Wohnung, dort bekommst du ein tolles Zimmer und wenn du Micha besuchen willst oder er dich, dann ist das okay. Aber wir brauchen jetzt ein bisschen Ruhe. Ich werde mir für dich jetzt ganz viel Zeit nehmen. Verstehst du das, Prinzessin?", versuchte ich meiner Tochter zu erklären, ahnte jedoch, dass sie es vielleicht doch noch nicht so wirklich verstehen würde.

 

Behutsam hob ich meine Tochter hoch, kitzelte sie an ihrem Bäuchlein und streichelte anschließend über ihr Köpfchen.

 

"Jetzt ziehst du dich erst mal an und dann kommt ein großes Auto und fährt uns in eine schöne große Wohnung, da kannst du ganz viel toben und spielen", versprach ich Lisa.

 

*-*-*

 

Lisa liebte es mit ihrem Papa rumzutoben und so lachte sie und nickte verstehend. Die Tatsache, dass ich sie jederzeit besuchen könnte und sie mich, schien ihr erst mal zu reichen.

 

Schnell stapfte sie mit ihrem kurzen Beinchen in ihr Zimmer, wo sie sich etwas zum Anziehen raussuchte. Dabei achtete sie immer ganz genau, dass alles farblich zusammen passte.

 

In Ruhe zog sie sich dann an und sang dabei. Ihre Laune steckte eigentlich an, aber trotzdem ging ich, nach dem, was ich gehört hatte ins Bad.

 

Mir kamen die Tränen und ich konnte nicht dagegen ankämpfen, egal was ich auch tat.

 

Bobby hatte mich nicht abgeschrieben. So wie es sich angehört hatte, hätte ich vielleicht noch eine winzige Chance und ich musste ihm die Zeit geben, die er brauchte. Natürlich war ich auch geschockt, weil ich nichts von dem Auszug wusste.

 

Die Tatsache, dass er nicht mehr da sein würde, wenn ich später wieder hier wäre, machte mich zusätzlich fertig. Wie sollte ich ohne ihn klarkommen? Ohne, dass er mir den Rücken stärkte? Undenkbar!

 

*-*-*

 

Gut, Lisa schien es zumindest erst einmal verstanden zu haben, was ich ihr erklärt hatte, das beruhigte mich etwas und so machte ich mich daran das Bett auseinander zu bauen, nachdem meine Kleine in ihr Zimmer gegangen war.

 

Alle Teile stellte ich an eine Wand und steckte dann das Werkzeug wieder weg. Das Bettzeug würde ich eben so mitnehmen müssen... dann klingelte es auch schon.

 

Ich ging die Türe öffnen und sah John davor stehen.

 

"Hey, na, mein Alter. Alles gut?"

 

"Hallo Bobby. Klar, alles bestens. Können wir dann?"

 

"Warte kurz, meine Tochter muss noch mit und wenn du magst kannst du schon mal alles runter bringen. Das Bett hab ich schon auseinander gebaut."

 

"Super, na dann, werd ich mal."

 

"Danke John.", bedankte ich mich und schaute nach Lisa, die sich in ihrem Zimmer anzog.

 

Ich wartete auf sie vor dem Zimmer, während sich John schon mal an die Arbeit machte und alles ins Auto brachte.

 

*-*-*

 

Es dauerte einen Moment bis ich mich beruhigt hatte. Dann wusch ich mein Gesicht mit kaltem Wasser, was mehr als gut tat. Alles war gar nicht so einfach, mit nur einer Hand und ich wusste, dass der Arztbesuch nicht zu umgehen war.

 

Natürlich musste ich mich dem stellen und mein Herz war schwer, da ich den Gang alleine gehen musste. Dazu kam, dass mein Chef nicht begeistert sein würde, wenn ich mich krank meldete.

 

Eine ganze Weile später hörte ich die Türklingel und musste erneut hart schlucken. Da ich immer noch nichts anhatte und auch nichts mit ins Bad genommen hatte, blieb mir erneut wieder nur das Handtuch.

 

Das Bad verlassend, sah ich John, der sich an das Bett machte, was bereits auseinandergebaut war. Es gab kein Zurück mehr und ich wusste nicht, was ich sagen oder machen sollte.

 

''Hey'', begrüßte ich John kleinlaut, da ich keine Ahnung hatte, wie er nach der Sache mit mir umgehen würde. Wäre er genauso wie Anne und würde nicht mehr mit mir reden?

 

Dann ging ich ins Gästezimmer, wo Bobby sogar alles aufgeräumt hatte und ich zog mir schnell etwas über. Anschließend ging ich in Lisas Zimmer, die gerade ihre schicken Schuhe anzog.

 

''Na Prinzessin'', zwang ich mir ein Lächeln ab und schaute dann Bobby an.

 

Immerhin dachte ich, dass ich Derjenige wäre, der ausziehen sollte. Aber er ahnte wohl, wie unfähig ich auch hierzu war.

 

Nimm mich noch einmal in den Arm und sag Auf Wiedersehen.

 

Weinen wollte ich nicht und doch fühlte ich es in mir hochkommen, war eben einfach zu nah am Wasser gebaut.

 

''Naaa'', quiekte Lisa, ''Jetzt ziehen wir um und ich darf in der neuen Wohnung toben. Kommst du mich dann auch besuchen?''

 

Sie kam auf mich zu und ich nahm sie auf den Arm, konnte kaum mehr meine Tränen unterdrücken.

 

''Warum weinst du denn'', fragte sie kindlich, unwissend.

 

''Ich wein doch gar nicht'', schluchzte ich, wobei schon die erste Träne ihren Weg fand.

 

*-*-*

 

"Hallo Micha", begrüßte mein Freund John meinen Ex freundlich, wie immer, obgleich er Bescheid wusste.

 

John hörte sich zwar meine Sorgen an und gab mir hier und da einen Rat, aber er hielt sich weitgehend aus allem heraus, war eigentlich immer und zu jedem freundlich. Er hatte seine Frau und seinen Sohn, beide liebte er abgöttisch und wollte sich durch irgendwelche Streitigkeiten nicht die Nerven kaputt machen. Er ging die Sache locker an.

 

Als Micha verschwand, meinte John noch: "Man sieht sich, Micha", dann machte er weiter mit dem was er tat und ich schaute mir diese Szene, vor dem Zimmer, an... zwischen Micha und Lisa.

 

Ich hatte aber keinen Nerv für so etwas und so sprach ich nur kurz. "Ich geh dann mal John helfen", damit machte ich mich an die Arbeit und brachte den Rest der Sachen runter ins Auto.

 

Man, wie mich das alles fertig machte. Was bitte wollte er damit erreichen... mit seinen Tränen? Wollte er mich jetzt fertig machen... mir womöglich die Schuld geben, weil ich ihn zu der Party geschickt hatte?

 

Toll, Micha... wirklich toll...vielen Dank auch....Mach mir ruhig ein schlechtes Gewissen und mach mich ruhig fertig... alles gut... ich muss das verstehen, aushalten und dir möglichst verzeihen... boah... ich bin auch nur ein Mensch... verdammt noch mal, was erwartest du von mir?!

 

Meine Gedanken behielt ich für mich, ließ wirklich nichts mehr an mich heran kommen, auch John gegenüber verschwieg ich die Szene, die sich dort oben abspielte.

 

Gedanklich dachte ich aber ernsthaft darüber nach Lisa zu meinen Eltern zu bringen, da ihre Mutter sie eh nicht wollte, und mich dann ins Ausland abzusetzen. Ich hatte ohnehin, auf Grund meiner Qualifikation, eine super Stelle in Sydney (Australien) angeboten bekommen und dachte wirklich drüber nach, diese anzunehmen.

 

Bisher war ich nicht bereit dazu gewesen, weil ich so sehr an Lisa hing und sie dorthin nicht mitnehmen konnte, aber so langsam dachte ich ernsthaft über das Angebot nach.

 

Ich musste weg von alledem hier... raus aus der Stadt... einfach weg. Das alles machte mich vollkommen fertig.

 

Nachdem nun auch das letzte Gepäckstück die Wohnung verlassen und ins Auto geladen war, ging ich wieder hoch und nahm Lisa behutsam an mich.

 

"So, Prinzessin, bist du bereit mit einem großen Auto zu fahren... kommst du mit, hm?", fragte ich meine Tochter liebevoll und mit einem Lachen.

 

Auf Michas Tränen ging ich nicht direkt ein, meinte nur zu Lisa: "Schau mal, Kleines, der Micha hat sich an der Hand ganz dolle weh getan, deshalb weint er. Und nun muss er zum Onkel Doktor. Aber bald ist die Hand wieder heile", gab ich die Erklärung an meine Tochter ab und verließ anschließend mit ihr die Wohnung... hinter uns die Tür schließend.

 

Die Schlüssel hatte ich am Schlüsselbrett hängen lassen, da ich sie nicht mehr benötigte...

 

*-*-*

 

Natürlich versuchte ich mich zu beruhigen, was gar nicht so leicht war, da ich mir an allem die Schuld gab, weil es ja auch so war und sich diese nur noch tiefer in mich bohrte.

 

Bobby half dann John und ignorierte mich gekonnt. Was hatte ich auch erwartet? Vermutlich wollte er mit seinen Worten gerade eben Lisa nur beruhigen und es gab nicht mal einen Hauch einer Chance mehr für mich.

 

Sanft strich ich Lisa noch einmal durch ihre Locken, bevor Bobby reinkam und sie an sich nahm. Ich wollte etwas sagen, noch so viel sagen, aber er war so kalt und nahm Lisa mit sich.

 

Ihr Blick, mit dem sie mich ansah, machte es nicht besser und sie winkte mir zum Abschied. Den Schmerz versuchte ich zu unterdrücken, so gut es ging, um nicht laut loszuheulen. Auch ich hob meine Hand, um ihr zu winken, dann waren sie fort.

 

Dabei wollte ich mich doch auch von Bobby verabschieden...

 

Ich wusste nicht mal wo sie ab jetzt wohnen würden. Langsam sackte ich auf meine Knie hinunter und heulte los. Es ging gar nicht anders, weil der ganze Schmerz raus wollte.

 

Erst als mein Handy ging, musste ich mich wieder besinnen. Mein Chef war dran und der war nicht sonderlich begeistert, dass ich gleich ins Krankenhaus wollte. Er schrie mich an und meinte, wenn ich heute nicht mehr käme, brauchte ich gar nicht mehr aufzutauchen.

 

Wie sollte es auch anders sein? Das Pech hatte mich eben gern und ich wusste nicht, ob ich stark genug war, dem zu Trotzen.

 

Eine Ewigkeit verging, ehe ich aufstand und mich frisch machte. Dann machte ich mich auf den Weg ins Krankenhaus und der Weg war gewiss kein leichter.

 

*-*-*

 

Es war schon seltsam, jetzt so Knall auf Fall alles hinter mir zu lassen und irgendwie tat Micha mir schon leid, denn so wirklich ausgesprochen hatten wir uns ja auch nicht.

 

Auch der Kleinen zuliebe müsste ich mich mit Micha zumindest noch mal aussprechen, egal wie das ausgehen oder was bei rauskommen würde.

 

Endlich hatten wir meine Wohnung erreicht und brachten alles hinein. Es ging schnell, denn jetzt wohnte ich Parterre, so dass wir keine Treppen steigen mussten.

 

John verabschiedete sich dann von uns und fuhr gleich wieder ab, denn seine Frau brauchte ihn.

 

Nun stand ich allein hier, in der Wohnung, mit Lisa. Seufzend atmete ich aus und plötzlich lief eine Träne über meine Wange, die ich nicht aufhalten konnte.

 

"Na, komm, Prinzessin. Magst du mir beim Einräumen helfen oder möchtest du lieber spielen, hm?", fragte ich meine kleine Tochter, liebevoll.

 

Dass ich mich mit Micha noch einmal aussprechen musste stand fest, nur würde ich mir noch ein klein wenig Zeit lassen, so ein oder zwei Tage, und erst einmal zur Ruhe kommen.

 

*-*-*

 

Im Krankenhaus ließ ich meine Hand verarzten und einen Aids-Test machen. Nach dem ersten Test, müsste ich wegen der Inkubationszeit noch einen zweiten zur Sicherheit machen lassen.

 

So elend hatte ich mich lange nicht gefühlt und trotzdem fuhr ich zur Arbeit. Mein Chef war trotzdem außer sich und es gab eine große Auseinandersetzung, nach der ich die Werkstatt verließ.

 

Vielleicht war es besser so, da der Job ohnehin mies bezahlt war. Doch wo sollte ich eine neue Stelle herbekommen, ohne Schulabschluss fast unmöglich.

 

Aber erst mal ging ich nach Hause, auch wenn mich die leeren Räume oben quälten. Die Türen schloss ich, damit ich sie nicht sehen brauchte. Dann lenkte ich mich mit ein bisschen Hausarbeit ab.

 

Die Jungs waren beide arbeiten und ich konnte walten, wie ich wollte.

 

Erst, als noch nicht mal mehr ein Staubkorn zu sehen war, fuhr ich mit dem Rad in die Stadt.

 

Vielleicht suchte ja irgendein Geschäft eine Aushilfe.

 

Doch Glück hatte ich keines. Wiedermal nur vom Pech verfolgt, bekam ich nur Absagen. Als ich an dem Geschäft vorbeikam, in dem Anne arbeitete, sah ich zwar ein Schild, auf dem sie jemanden suchten, der Ware ausräumte, nur traute ich mich nicht hinein.

 

Anne redete ohnehin kein Wort mehr mit mir, nach der Sache, sie würde einen Teufel tun und jetzt ein gutes Wort für mich einlegen.

 

So fuhr ich wieder nach Hause und vergrub mich in meinem Zimmer. Immer wieder wischte ich den Bildschirm meines Handys, damit mein Hintergrundbild zum Vorschein kam. Ein Bild, auf dem Lisa, Bobby und ich drauf waren.

 

Währenddessen bei Bobby hatte Lisa sich dazu entschlossen ihrem Papa ein Wenig zu helfen. Sie fand alles aufregend und war sehr fleißig. Zwischendurch spielte sie aber auch mal, wobei sie doch immer wieder Bobby zur Hand ging, als ahnte sie, dass ihr Papa jetzt einfach ein bisschen Liebe brauchte.

 

Küsse und Umarmungen gab es von ihr und sie wusste ganz genau, wo was in ihrem Zimmer stehen sollte.

 

*-*-*

 

Och je... meine kleine Maus, wie lieb sie war. Nein, ich konnte und würde das Angebot und sei es noch so super bezahlt, nicht annehmen. Ich konnte meine Tochter doch unmöglich so zurücklassen.

 

"Hey, Maus, du machst das super und du bist mir eine große Hilfe. Ich danke dir, mein Schatz", lobte ich Lisa und nahm sie liebevoll, sanft in die Arme... gab ihr einen kleinen Kuss auf die Stirn.

 

Dann widmete ich mich dem Aufbau des Bettes, während sie ein wenig spielte und sich zwischendurch um ihre Sachen kümmerte.

 

Auch wenn es nicht einfach war, aber ich schaffte es, das Bett allein aufzubauen und herzurichten. Das Bettzeug bezog ich frisch, nachdem ich alles gründlichst gereinigt hatte. Zwischendurch schaute ich immer wieder mal nach Lisa, aber sie kam wirklich super klar... was mich sehr stolz auf sie machte.

 

Die paar Sachen, die ich nun noch einzuräumen hatte, gingen sehr schnell von der Hand und so war der größte Teil recht schnell geschafft, als ich wieder zu Lisa ging und nach ihr schaute. Einkaufen müssten wir auch etwas und vielleicht würden wir vorher noch etwas anderes erledigen müssen... das sich nicht aufschieben ließ.

 

"Mäuschen, wir müssen noch einkaufen gehen und schauen ob es dem Micha besser geht, okay."

 

Meine Kleine nickte und strahlte mich an. "Au ja... einkaufen gehen. Aber erst zu Michaaaa!", begeisterte sie mein Vorschlag, wie nicht anders zu erwarten.

 

Eigentlich könnte ich das Auslandsangebot doch annehmen, wenn ich so genau drüber nachdachte, denn so sehr wie Lisa an Micha hing würde sie mich doch wohl kaum vermissen.

 

Ich hatte mich in letzter Zeit einfach viel zu wenig um sie gekümmert. Micha und die anderen Jungs waren doch immer für sie da... so kam mir wieder der Gedanke, ob es für sie nicht doch besser wäre, würde ich gehen und sie bei Micha lassen.... er konnte sich doch eh viel besser um sie kümmern.

 

Mein kleines Mädchen hatte doch wirklich etwas besseres, als mich, verdient.

 

Also nahm ich meine Schlüssel vom Haken, schnappte mir was ich brauchte und auch meine Kleine und verließ die Wohnung wieder... auf dem Weg zu Micha.

 

Unterwegs lachte und kicherte ich mit ihr, ließ sie nicht spüren, wie traurig und verzweifelt ich eigentlich war, dass ich hätte einfach so losheulen können... es aber nicht tat... alles brav überspielte.

 

Schließlich erreichten wir die Wohnung und ich klingelte... in der Hoffnung Micha wäre zuhause. Ich musste mit ihm reden... wir mussten uns aussprechen... alles andere machte keinen Sinn und würde nur entsetzlich wehtun.

 

*-*-*

 

Irgendwann war ich eingenickt und wachte ganz verschlafen, durchs Klingeln an der Tür auf. Die Jungs waren scheinbar noch nicht da und so quälte ich mich hoch und ging die Treppe hinunter.

 

Als ich die Tür öffnete, schaute ich nicht schlecht. Da stand tatsächlich Bobby mit Lisa und ich wusste gar nicht im ersten Moment was ich sagen sollte.

 

''Hey'', kam es dann zögernd von mir, ''Habt ihr etwas vergessen?''

 

Lisa ging gleich an mir und zupfte an meinem T-Shirt, damit ich mich zu ihr runterkniete und sie in die Arme nahm. Bei Bobby hätte ich zu gerne das Selbe gemacht und dennoch ließ ich es.

 

''Ich ähm... Kommt doch rein'', meinte ich.

 

So schnell hatte ich nicht mit einem Wiedersehen gerechnet und ich war froh beim Arzt gewesen zu sein. Denn Bobbys Kennerblick hätte es sicherlich direkt bemerkt, wenn ich noch den Verband von ihm umgehabt hätte.

 

Streit wollte ich keinen und innerlich bettelte ich nach Vergebung. Nur dazu musste ich ihm wohl reinen Wein einschenken.

 

Auch, dass ich meinen Job verloren hatte... Vielleicht könnte er bei Anne ja ein gutes Wort für mich einlegen, damit sie mal mit ihren Chef sprach, wegen des Jobs.

 

*-*-*

 

Ja, genauso hatte ich es mir gedacht... Lisa schien Feuer und Flamme zu sein, so wie sie Micha umarmte. Nun, dann hieß es wohl bald Ade sagen... mir tat es weh, diese Szene zu sehen, aber noch immer nahm ich mich zusammen, ließ mir nichts anmerken.

 

"Hey", kam es auch von mir: "nein, wir haben nichts vergessen... wir wollten nur schauen, wie es dir geht und... ja, ich... würde mich gern mit dir aussprechen... wenn du magst. Außerdem würde ich jetzt gern die ganze Geschichte hören wollen... was genau an dem Abend passiert ist."

 

Ich sah natürlich, dass Micha schon beim Arzt gewesen sein musste, denn der Verband war gewechselt worden, was er sicherlich nicht allein getan hatte.

 

Wir betraten die Wohnung... Lisa ließ Micha natürlich nicht los... war ja klar... was hatte ich denn auch erwartet...

 

"Also, können wir reden?", fragte ich Micha ruhig, aber mit einem traurigen Blick.

 

*-*-*

 

Dann war es jetzt wohl soweit, der Moment der Wahrheit war gekommen und ich nickte zustimmend.

 

''Sicher, können wir reden'', kam es von mir ebenso traurig und ich hatte auch Angst vor dem, was kommen würde

 

Wie auf Knopfdruck kam einer der Jungs eher nach Hause und ich bat ihn, sich kurz um Lisa zu kümmern. So könnten Bobby und ich in Ruhe reden.

 

Also setzten wir uns in die Küche und ich musste mich kurz sammeln, bot Bobby auch etwas zu Trinken an, bevor ich die Geschichte erzählte. Dabei ließ ich nichts aus, wollte ich auch nicht.

 

Außerdem beteuerte ich, wie leid mir alles tat, sagte zwischendurch immer wieder, dass ich ihn immer noch liebte und wie sehr ich mein Tun bereute.

 

Auch, dass ich mich testen lassen musste und jetzt in Ungewissheit war, erzählte ich. Es tat gut, alles auf den Tisch zu legen und dennoch fühlte ich mich jetzt ziemlich nackt.

 

Auf den Küchenboden hockend, an die Wand gelehnt, hatte ich alles preisgegeben.

 

*-*-*

 

Gut, wir hatten erst einmal Zeit zum Reden denn die Kleine musste nun wirklich nicht alles mitbekommen und so war auch ich froh, dass einer der Jungs grad Heim kam. Ich dankte ihm, dann saßen Micha und ich in der Küche, doch lehnte ich etwas zu Trinken dankend ab.

 

Schließlich und endlich, rückte er nun mit allem heraus was geschehen war und meinem Gesicht wären beinahe sämtliche Züge entglitten.

 

"Dann... dann... konntest du eigentlich nichts dafür... irgendwer hat dir, ganz offensichtlich, was ins Getränk gemischt", stellte ich fest und fragte ihn dann ein wenig quengelnd: "Warum hast du mir das so vorher nicht erzählt, hm... man ey... echt, du bist mir schon eine Nase. Aber ich finds gut, dass du dich hast testen lassen und ich wünsche dir, dass nichts ist... wirklich."

 

Ich schüttelte nur den Kopf... und doch war ich froh, dass Micha mir nun doch alles gesagt hatte.

 

"Danke für deine Ehrlichkeit und Offenheit. Aber wenn du mir das doch nur früher schon erzählt hättest, dann wäre das alles nicht soweit gekommen... es hätte alles nicht sein müssen", sagte ich ruhig, schaute Micha an, sah auch, wie traurig er war und konnte dann nicht mehr an mich halten.

 

So ging ich langsam auf ihn zu, hockte mich vor ihm hin und nahm seine Hände in die Meinen, schaute ihm in die Augen... dann nahm ich ihn einfach in die Arme... tröstend.

 

*-*-*

 

''Du wolltest einfach keine Details wissen'', sagte ich beschämt, da mir langsam alles klar wurde und ich wusste, dass ich darauf hätte bestehen müssen, ihm alles zu erzählen.

 

Nur hatte ich mich so schuldig gefühlt. Außerdem waren da auch die Drogen gewesen, weswegen ich mich geschämt hatte.

 

''Meinst du wirklich, der Kerl hat mir was ins Getränk gemischt?'', fragte ich skeptisch und ließ mich nur zu gerne in die Arme nehmen.

 

Mit allem hatte ich gerechnet, aber damit nicht. Sehnsüchtig drückte ich meine Nase an Bobby, sog seinen Geruch in mich auf.

 

''Lass mich nie wieder los'', flüsterte ich genießend.

 

Dass mir Jemand etwas ins Getränk gemischt haben sollte, erklärte auch die aufkommende Hitze. Außerdem hatten die Drogen ja bereits nachgelassen gehabt und ich konnte mich nicht mal an alles erinnern.

 

Trotzdem schämte ich mich sehr dafür, was geschehen war. Immerhin hätte ich niemals mit diesen fremden Typen mitgehen sollen, dann wäre das alles nicht passiert.

 

*-*-*

 

"Schhhh... schon gut. Ich bin ja da", flüsterte ich zurück und strich sanft über Michas Rücken.

 

Ja, er tat mir leid und irgendwie... ja, liebte ich ihn ja auch noch... aber ich würde ein bisschen Zeit brauchen, um alles zu überdenken und zu verarbeiten.

 

"Ich ...liebe dich ja auch noch... nur werde ich ein bisschen Zeit brauchen, verstehst du. Ich muss alles überdenken und verarbeiten. Das alles ist schon ganz schön starker Tobak, was du mir jetzt erzählt hast", musste ich bittend loswerden.

 

Weiterhin hielt ich Micha in meinem Armen fest, wollte ihn einfach trösten. Es war doch zu niedlich, wie er sich an mich schmiegte... na ja, eben wie ich es ja eigentlich von ihm gewohnt war.

 

"Aber was ich wirklich nicht gut heißen kann, ist, dass du dir wieder dieses Zeug reingezogen hast... aber wie gesagt, lass mir ein wenig Zeit, über alles nachzudenken, okay", fügte ich abschließend hinzu: "Ich weiß ja nun, dass du eigentlich nichts dafür konntest... und sehe es nicht mehr als... Seitensprung an."

 

Ein Wenig löste ich mich von ihm, schaute ihm in die Augen und lächelte...

 

*-*-*

 

''Klar, verstehe ich und ich schwör dir, dass ich nie wieder Drogen nehme. Die Lektion habe ich mehr als gelernt. Das kannst du mir glauben'', versicherte ich Bobby.

 

Natürlich verstand ich ihn und ich würde ihm die Zeit geben, die er brauchte. Bis dahin wären wir Freunde und allein der Gedanke gab mir großen Halt.

 

Auch ich konnte nun wieder lächeln und seines erwidern. Es tat so gut, alles losgeworden zu sein und etwas Klarheit ins Dunkle gebracht zu haben.

 

''Da wäre dann noch die Sache mit meinem Job'', musste ich noch loswerden und erzählte Bobby auch dieses und bat ihn mit Anne zu reden.

 

Immerhin hatte sie mal gesagt, dass sie jemanden zum Ware einräumen einstellen wollten und dazu bräuchte man nun wirklich keinen Schulabschluss. Vielleicht könnte sie ja ein gutes Wort bei ihrem Chef einlegen.

 

Dann blieb da noch die Frage, ob ich erfahren würde, wo Bobby mit Lisa hingezogen war, oder ob er das lieber vorerst für sich behalten wollte.

 

*-*-*

 

"Hey, schon okay. Ich glaube und verzeihe dir.", erwiderte ich und hörte mir dann an, was er mir noch zu erzählen hatte, nickte bedächtig.

 

"Okay, ich rede mit ihr und mach ihr alles klar, dann wird sie sicher zustimmen, mit ihrem Chef zu reden. Mach dir keine Sorgen, alles wird wieder gut. Aber vielleicht könntest du ja deinen Abschluss auf der Abendschule nachholen. Was hältst du davon? Ich mein, es ist ja noch nicht zu spät für dich", hörte ich mich sagen und freute mich, dass Micha nun auch wieder lächeln konnte.

 

Es fühlte sich schon gut an, endlich wirklich wieder normal miteinander umgehen und reden zu können. Sichtlich erleichtert atmete ich auf... es war, als fiele mir ein Stein vom Herzen.

 

Es war also gut gewesen, jetzt mit Micha zu reden... ja.. das war es definitiv.

 

"Weißt du was, ich muss jetzt noch einkaufen gehen und dann nach Hause und die Maus fertig machen... magst du mit uns mitkommen?", fragte ich Micha sanft und mit ruhiger Stimme.

 

*-*-*

 

Über die Abendschule hatten wir schon mal geredet und ich wollte Bobby keineswegs enttäuschen.

 

''Danke! Vielleicht hast du recht und ich versuche es mit der Abendschule'', entgegnete ich deshalb, auch wenn es mir davor graute, war ich bereit zu neuen Taten.

 

Sorgen machte ich mir jetzt ohnehin keine wirklichen mehr. Obwohl es da noch die Zeit war, die Bobby brauchte und noch nicht alles wieder im Lot war. Außerdem war da dann noch der Test, auf dessen Ergebnis ich wartete. Gut, ein Bisschen unwohl war mir noch, aber nur gering.

 

Dann kam ein erneuter Lichtblick und ich konnte wieder nur lächeln.

 

''Gerne begleite ich euch. Immerhin muss ich ja wissen, wo und wie ihr jetzt wohnt'', kam es von mir, ''Falls du dann noch bei irgendwas Hilfe brauchst, helfe ich dir gerne. Du hast doch bestimmt noch nicht alles fertig.''

 

Voller Tatendrang stand ich auf und reichte Bobby die Hand, um ihm ebenfalls hoch zu helfen. Peinlicher weise machte sich nun auch mein Magen lautstark bemerkbar, was kein Wunder war, da ich die letzten Tage so gut wie nichts gegessen hatte.

 

Jetzt wo es mir besser ging, kam eben auch der Hunger zurück.

 

*-*-*

 

Nickend bedankte ich mich bei Micha, dafür, dass er mir beim Aufstehen hoch geholfen hatte und hörte gleichzeitig aber auch, dass er Hunger zu haben schien.

 

"Wir sollten uns beeilen, mit dem Einkaufen, denke ich... sonst wird aus deinem Magen noch ein böser Wolf", musste ich loswerden und kicherte leise vor mich hin.

 

Mich freute es, dass Micha so einsichtig war und bereit war seinen Abschluss nachzuholen.

 

"So, jetzt holen wir erst mal Prinzessin Lillifee, gehen dann einkaufen und dann nach Hause, wo du dann auch erst mal was zu futtern bekommst", fügte ich abschließend hinzu.

 

Liebevoll wuschelte ich durch Michas Haare, konnte meine Hände wohl irgendwie einfach nicht bei mir behalten, musste ihn necken.

 

Dann verließ ich grinsend die Küche und schaute nach wo sich mein kleiner Schatz aufhielt... sie rufend.

 

"Lisaaaa! Komm, wir gehen... Micha kommt auch mit!", rief ich freudig... dann hörte ich auch schon ihr Kichern und Lachen...

 

*-*-*

 

Auf Bobbys Kommentar hin, musste ich ebenfalls Lachen und es tat so gut. Endlich war ich nicht mehr traurig und es war okay, was kommen würde, da ich wieder Bobbys Halt hatte, der mir den Rücken stärkte.

 

Seine Hand, die durch mein Haar wuschelte, war so vertraut und ich mochte es gerne, wenn er das tat.

 

''Das hört sich gut an. Dann lass uns mal los'', erwiderte ich strahlend.

 

Langsam folgte ich ihm und sah auch schon, wie Lisa ankam. Sie freute sich scheinbar, dass ich sie begleiten würde und mich freute es auch.

 

''Papa, ich will bei dir an die Hand und bei Micha auch!'', beschloss sie gleich und drückte Bobby herzlich mit ihren kleinen Ärmchen.

 

Wir verabschiedeten uns noch und machten uns dann, wie eine kleine Familie, zu dritt auf den Weg zum Einkaufen.

 

*-*-*

 

Grinsend sah ich meine Tochter an, die beschloss, dass wir beide sie an den Händen halten sollten. Zwar genoss ich es sehr, wie sie mich mit ihren kleinen Ärmchen drückte, aber ich wusste auch... dass sie sehr viel mehr an Micha hing, als an mir.

 

Na ja, egal, ich würde eben damit leben müssen... wie auch immer.

 

Auch würde ich damit leben müssen, dass sehr viel Last auf meinen Schultern ruhte... Lisa, die mich ja, eh brauchte... Micha... dem ich Halt geben musste... und ich nicht wusste, wie lange ich das so mitmachen würde... konnte... zudem dann auch noch die Arbeit kam.

 

Gemeinsam ging wir in den Supermarkt, wo wir alles kauften, was wir brauchten, auch etwas Süßes, für die Kleine war dabei und natürlich auch für uns was zu knabbern. Vielleicht wollte Micha bei uns schlafen... kein Plan... aber nein sagen würde er sicher nicht.

 

Da wir heute kaum was hatten, würde ich uns gleich etwas kochen, auch an den Nachtisch dachte ich. Lisa war währenddessen wirklich sehr lieb... ganz anders als andere Kinder in ihrem Alter, die doch gern mal beim Einkaufen quengelten, was man so sah.

 

Ich bezahlte anschließend alles und packte alles ein, dann machten wir uns auf den Weg nach Hause. Es war nicht sehr weit und so erreichten wir meine neue Wohnung sehr bald.

 

Ein Glück, dass wir keine Treppen mehr steigen mussten.

 

Ich schloss die Tür auf, ließ erst Lisa, dann Micha eintreten und betrat die Wohnung nach ihnen, hinter mir die Tür schließend.

 

Den Einkauf brachte ich in die Küche und räumte alles ein, bis auf die Sachen, die ich gleich zum Kochen brauchte.

 

*-*-*

 

Es war schön mit den Beiden einkaufen zu gehen, auch wenn ich das Gefühl hatte, Bobby auf der Tasche zu liegen. Aber im Moment ging es wohl nicht anders und ich würde hoffentlich bald eine neue Arbeit finden.

 

Als wir die Wohnung erreicht hatten, musste ich breit Grinsen, da es die Wohnung war, die wir uns zusammen angesehen hatten. Tatsächlich hatte Bobby sie genommen und schon ein bisschen liebevoll hergerichtet.

 

Sicher hatte er die Möbel teils anders hingestellt, als wir es uns in unseren Köpfen vorgestellt hatten, aber das war bestimmt, damit er nicht dauernd an mich denken musste. Es war wahrscheinlich schwer genug hier herzuziehen.

 

Lisa stürmte in die Wohnung und zog ihre Schuhe aus, stellte die an ihren Platz, genauso wie die Jacke dahin kam, wo sie hingehörte. Dann ging sie in die Küche und half Bobby.

 

Langsam betrat ich die Wohnung und schaute mich um. Es war noch ein bisschen auszupacken und aufzubauen. Aber das wichtigste stand bereits schon.

 

Nun ging auch ich in die Küche und schaute, ob ich helfen konnte.

 

''Bobby...'', kam es dann nachdenklich von mir, ''Denkst du, du kannst mir helfen selbstsicherer zu werden. Ich möchte keine Last für dich sein und außerdem, wenn du mal nicht da bist, nicht gleich wieder in ein tiefes Loch fallen.''

 

Er war immer für mich da und was tat ich für ihn? Da musste ich dran arbeiten, damit es Bobby nicht zu viel wurde, ich ihm nicht zu viel werden würde.

 

*-*-*

 

Wie sehr ich Lisa liebte, vermochte ich nicht zu sagen, allein dafür dass sie da war, aber sie half mir auch und es sah einfach zu süß aus, wenn sie sich, wie jetzt auf eine Arbeit konzentrierte.

 

Wie sehr wünschte ich mir, dass sie an mir genauso hängen würde, wie an Micha... aber dafür war ich wohl viel zu oft nicht für sie da... waren andere für sie da, wie Micha.

 

Das hatte ich nun davon... toll gemacht, Bobby, wirklich toll!

 

Nun, da würde ich wohl durch müssen.

 

"Du machst das richtig toll, mein Schatz", lobte ich meine Prinzessin, denn sie war eine gute und liebe Tochter.

 

Sie lachte mich an und ich lächelte einfach nur zurück.

 

Als Micha dann ebenfalls in die Küche kam und mich ansprach... wusste ich nicht was ich dazu sagen sollte. Wie sollte ich ihm helfen selbstsicherer zu werden?

 

"Du fällst mir nicht zur Last... alles gut. Ich wüsste auch nicht, wie ich dir dabei helfen könnte, Micha, wo ich gerade selbst so ziemlich am Ende bin.", antwortete ich Micha, wobei ich mich selbst verriet, was so gar nicht geplant ...mir einfach so heraus gerutscht war.

 

Wieder konnte ich die Tränen nicht zurückhalten, die einfach so über meine Wangen liefen, während ich dabei war Gemüse zu schnippeln.

 

*-*-*

 

''Hey'', hörte ich mich erschrocken sagen und nahm Bobby liebevoll in die Arme.

 

''Du musst nicht immer der Starke sein, mein Hase'', meinte ich liebevoll, wobei mir der Kosename eher aus Gewohnheit herausrutschte und streichelte ihm über den Rücken.

 

''Was hältst du davon, wenn wir uns beide den Rücken stärken. Ich kann dir bestimmt genauso gut eine Stütze sein, wie du mir. Wenn du mich lässt'', bot ich an und hatte nicht vor Bobby loszulassen.

 

''Papa, ich hab dich auch lieb, da musst du nicht weinen!'', hörte ich Lisa, die nun ebenfalls rüber kam und Bobby so gut es ging umarmte.

 

''Und was ist mit mir?'', wollte ich gespielt beleidigt wissen.

 

''Nein, ich hab den Papa lieb!'', meinte Lisa und schaute uns dann fragend an, ''Habt ihr euch jetzt auch wieder lieb?''

 

Auch ich schaute Bobby fragend an, denn ich hatte ihn ja lieb und hoffte, ihm ging es auch immer noch so.

 

''Außerdem höre ich dir auch zu, wenn du Probleme hast. Wie wärs, wenn du dich nachher wenn die Prinzessin im Bett ist, mal so richtig ausheulst bei mir... hmm?'', schlug ich vor und schmiegte mein Gesicht an Bobbys. Seine Tränen störten mich dabei nicht, immerhin war ich sonst ja die reinste Heulsuse, da durfte Bobby auch mal weinen.

 

Vielleicht konnte ich ganz alleine stark werden, brauchte einfach nur den nötigen Ansporn dazu.

 

*-*-*

 

Wie gut es tat auch mal gehalten zu werden... nicht stark sein zu müssen und so lehnte ich mich an Micha, hielt mich an ihm fest und heulte einfach los. Natürlich versuchte ich mich wieder zusammen zu nehmen, als meine Kleine das nun auch noch mitbekam und mich, so gut es ging, ebenfalls umarmte... aber es gelang mir nicht.

 

Es war einfach als wollte gerade jetzt alles raus, was sich aufgestaut hatte, und als mein Mäuschen dann auch noch meinte, dass sie mich lieb hat... wäre ich fast dahingeschmolzen.

 

Ob wir uns jetzt auch wieder lieb hätten, fragte meine kleine Prinzessin... und Micha... schaute mich nun auch an... erwartungsvoll... herrje.... was denn nun...

 

"Ja, meine Kleine... wir haben uns auch wieder lieb", brachte ich heraus und nickte auch dankbar auf Michas Angebot, mich nachher bei ihm ausheulen zu können.

 

"Danke... ihr seid so lieb... beide", schluchzte ich, während die Tränen langsam wieder versiegten.

 

Dann nahm ich beide in die Arme, wobei ich Lisa hoch hob und so beide besser an mich drücken konnte.

 

"Ist schon gut, wir schaffen das... gemeinsam", flüsterte ich beiden zu und war froh gerade jetzt nicht allein zu sein.

 

Wenn Prinzessin Lillifee im Bett wäre, würde ich mit Micha reden... über alles was mich bedrückte und irgendwie würden wir gemeinsam eine gute Lösung finden. Uns gegenseitig den Rücken stärken... hörte sich schon mal mehr als gut an.

 

Nachdem meine kleine Heulattacke vorbei war und ich mir die restlichen Tränen, mit einem Taschentuch, abgewischt hatte, ließ ich Lisa wieder runter, ließ auch Micha los und machte mich wieder an die Arbeit.

 

Schließlich hatten wir alle Hunger und später wäre ja auch noch Zeit zum Heulen oder eben zum Reden.

 

*-*-*

 

Ich verstand Bobby nur zu gut und würde mir alle Mühe geben, ihm den Halt zu gehen, den er mir auch gab. Natürlich schmerzte es auch sehr, ihn so fertig zu sehen und ich konnte mir ausmalen, wie es ihm ging, wenn ich so fertig war.

 

Außerdem, was für Kraft so was kostete. Obwohl es bei mir sicherlich schon eher nervig war. Aber ich war nun mal nahe am Wasser gebaut und musste mir auch jetzt eine Träne wegwischen. Meinen Liebsten weinen zu sehen, war wirklich komisch und ging mir ziemlich nah.

 

''Kann ich dir irgendetwas helfen?'', fragte ich, nachdem Bobby sich beruhigt hatte.

 

Zwar war ich nie gut im Kochen, aber im Helfen um so besser.

 

''Schön habt ihr es euch hier gemacht'', lobte ich ihn dann, ''Nur, wundert es mich, dass du diese Wohnung gewählt hast, wo du mich doch vergessen wolltest...''

 

Diese Frage beschäftigte mich und auch wenn ich nicht streiten, auch keine neuen Wunden aufreißen wollte, musste ich das loswerden und hoffte Bobby würde es mir nicht übel nehmen.

 

Liebevoll schaute ich ihn an, während Lisa wieder rüber ging und sich daran machte den Tisch zu decken.

 

*-*-*

 

"Och, danke, lass mal, ich schaffe das schon", lehnte ich Michas Hilfe dankend ab und begann dann auch schon etwas leckeres für uns zu kochen.

 

Es würde nicht allzu lange dauern. Zwischendurch machte ich mich daran den Nachtisch zuzubereiten, den ich anschließend in den Kühlschrank stellte.

 

Dann aber hörte ich Michas Lob, und gleichzeitig auch seine Frage. Einen Moment lang schwieg ich, dachte kurz drüber nach und antwortete ihm anschließend, in einem sehr ruhigen, sanften Ton:

 

"Mir hat die Wohnung eben einfach gefallen, also hab ich mich für diese Wohnung entschieden und bin hier eingezogen. Das hatte nichts mit dir zu tun, Kleiner."

 

Natürlich sah ich Michas liebevollen Blick, sah auch Lisa wegtapsen, und den Tisch decken. Jedoch ließ ich mir nichts anmerken, schluckte alles runter und verdrängte es gekonnt... lächelte Micha an.

 

*-*-*

 

In Ruhe schaute ich Bobby zu, wie er alles zubereitete und genoss es ihn zu beobachten. Seine Hände, wie sie arbeiteten und sein Körper, der in Aktion war.

 

Er sah einfach toll aus und ich liebte ihn sehr.

 

''Verstehe ich, '', meinte ich auf seine Erklärung hin, ''Die Wohnung ist auch wirklich toll.''

 

Ich freute mich darauf mit den Beiden zu Essen und half Lisa noch kurz, mit den Tellern, die oben im Schrank standen.

 

Dann setzte ich mich an den Tisch und genoss den Anblick von Bobby. Ja, ein wenig starrte ich auch, aber er sah nun mal einfach toll aus. Wie sollte ich da widerstehen?

 

Außerdem freute ich mich auf das Essen, denn es roch jetzt schon herrlich und mir lief das Wasser im Munde zusammen. Lisa klebte richtig an Bobby. Die letzten Tage schienen sie anhänglicher gemacht zu haben.

 

Vielleicht hatte sie Angst, nachdem der Kontakt zu mir eingeschränkt war, dass der zu ihren Papa abbrach. Nur hatte ich das Gefühl, er hätte es nicht mal mitbekommen. Es war wichtig, dass wir später redeten, damit er seinen Frust los wurde. Vielleicht könnte ich ihm ja auch irgendwie helfen und einen Rat geben.

 

*-*-*

 

Auf Michas Kommentar hin nickte ich erst einmal nur, machte weiter und bald war das Essen fertig und ich trug es zum Tisch, stellte es drauf.

 

Mein Mäuschen schien so ganz plötzlich an mir zu hängen... nur konnte ich mir nicht erklären... warum... nun, ich fand es schön, aber es machte mich ein wenig nachdenklich... ahnte sie vielleicht etwas...

 

Etwas zu Trinken stellte ich anschließend ebenfalls auf den Tisch und setzte mich zu Micha, nachdem Lisa sich ebenfalls hingesetzt hatte.

 

Lisa tat ich schon mal etwas auf ihren Teller auf und sie strahlte mich, mit einem "Danke, Papa." an.

 

"Bitteschön, Prinzessin, lass es dir schmecken", meinte ich und zwinkerte ihr zu.

 

Dann tat ich auch Micha etwas auf und wünschte ihm einen guten Appetit, erst dann tat ich mir etwas auf den Teller und begann zu essen.

 

Noch immer war ich nachdenklich, doch ließ ich mir nichts anmerken, schaute zu Lisa und lächelte sie an... auch Micha sah ich ab und zu an... lächelnd.

 

Ich überlegte derweil was ich Micha nachher erzählen wollte und was nicht... oder ob ich einfach alles sagen sollte was mich bewegte... was ich eigentlich vorhatte.

 

Nun, ich würde ihm wahrscheinlich alles erzählen... immerhin war er auch ehrlich zu mir gewesen und da hatte er es doch verdient, dass ich es ebenfalls wäre.

 

*-*-*

 

''Mhhh'', konnte ich nur von mir geben, als es Essen gab. Es schmeckte wie immer köstlich und ich aß genüsslich. Auch erwiderte ich Bobbys Lächeln nur zu gerne, was mir durch und durch ging.

 

Auch tat es gut mit den Beiden zusammen zu sitzen und anschließend der Nachtisch war ebenfalls lecker.

 

Beim Abräumen half ich selbstverständlich.

 

''Was hältst du davon, wenn ich hier klarschiff mache und du Lisa ins Bett bringst'', bot ich Bobby an, denn es war schon reichlich spät geworden und bis die Prinzessin fertig wäre, müsste sie ohnehin schlafen.

 

Sie ließ sich gerne Zeit im Bad, vor allem Abends.

 

Außerdem hatte ich das Gefühl, dass sie Bobbys Nähe gerade brauchte.

 

*-*-*

 

Mich hatte es sehr gefreut, dass beiden das Essen schmeckte und sie es offensichtlich sehr genossen.

 

Michas Angebot nahm ich zu gerne an und nickte ihm dankend zu: "Danke, das ist echt lieb von dir."

 

Dann nahm ich Lisa hoch und ging mit ihr ins Bad, wo ich sie abduschte und sie dann in ein weiches Badetuch wickelte, damit sie nur nicht fror.

 

Im Kinderzimmer zog ich ihr das Nachtzeug an, cremte noch leicht ihr kleines süßes Gesichtchen ein und gab ihr ihren Teddybären, ohne den sie niemals ins Bett ging.

 

"Was möchtest du für ein Märchen hören, hm?", fragte ich Lisa, als ich sie zu Bett brachte und sie behutsam zudeckte.

 

"Bambi", wünschte sie sich und ich nickte, dann holte ich das Buch hervor, setzte mich zu ihr auf das Bett und begann ihr vorzulesen.

 

Bei Stellen, in denen geredet wurde, verstellte ich die Stimme und es schien ihr zu gefallen... so dass sie immer wieder und eigentlich sehr schnell die Augen schloss...

 

*-*-*

 

In alles Ruhe machte ich mich daran in der Küche klarschiff zu machen. Alles wusch ich ab, trocknete es ab und räumte es weg, so gut es ging.

 

Natürlich musste ich hier und da schauen, wo etwas hingehörte, aber das ging auch.

 

Den Tisch wischte ich auch ab und den Herd. Dann betrachtete ich meine Arbeit zufrieden und mit einem Lächeln.

 

In Lisas Zimmer schien es schon ruhig zu sein und so schenkte ich uns etwas zu Trinken ein.

 

Ob wir hier in der Küche reden wollten, wusste ich nicht, also setzte ich mich erst mal. Dabei ging mir vieles durch den Kopf und ich hatte Angst, dass unsere Beziehung rein freundschaftlich bleiben würde.

 

Aber selbst wenn, müsste ich seine Entscheidung respektieren.

 

*-*-*

 

Es dauerte nicht mehr lange und Lisa schlief friedlich und selig. Ich lächelte, küsst ihre kleine Stirn noch einmal und verließ dann ihr Zimmer, lehnte die Tür nur an... nur für den Fall der Fälle.

 

An der Küche ging ich schon fast vorbei, als ich Micha dort sitzen sah, der uns etwas zu Trinken eingeschenkt hatte.

 

Ich betrat die Küche und schloss die Tür hinter mir, setzte mich dann zu ihm.

 

"Danke, für deine Hilfe", bedankte ich mich erst einmal, bevor ich einen Schluck nahm und kurz an die Wand vor mir starrte.

 

Tief holte ich Luft, bevor ich zu reden begann.

 

"Ich finde es toll, dass wir uns endlich ausgesprochen haben, wirklich und es erleichtert mich sehr, dass es nicht deine Schuld war.

Aber mir gehen so viele Dinge im Kopf herum, mit denen ich nicht wirklich fertig werde... nicht weiß was ich tun soll.

 

Es macht mir schwer zu schaffen, dass Lisa viel mehr an dir, als an mir hängt. Nicht dass ich es dir nicht gönne, aber es macht mich traurig... auch wenn ich weiß warum das so ist.

 

Dann habe ich schon darüber nachgedacht Lisa bei dir zu lassen und nach Sydney zu gehen, um dort für einige Jahre zu arbeiten. Man hat mir dort einen Job angeboten, wegen meiner ausgezeichneten Qualifikation und die Bezahlung wäre auch super.

 

Aber ich kann die Kleine doch nicht einfach so... nein, dann würde sie den Bezug völlig zu mir verlieren.

 

Und dann wollte ich eigentlich... dass du ja auch hier einziehst... ich fühle mich allein... trotzdem ich es nicht bin und manchmal... weißt du... so manches Mal... denke ich daran... ach egal....", meinem Leben ein Ende zu setzen... wollte ich noch sagen... doch unterdrückte ich es... schluckte es runter, machte eine kurze Pause und sprach dann weiter:

 

"Ich bin eben nicht der starke Typ, den ihr alle kennt... den ich euch habe sehen lassen. Allen und Jedem habe ich den coolen, starken Typen vorgespielt, habe alle nur sehen lassen, was sie sehen sollten, was ich sie sehen lassen wollte... doch innen drin... sieht es sehr schlimm aus", mit diesen Worten senkte ich meinen Kopf.

 

Trotzdem ich alles heraus gelassen hatte, fühlte ich mich nicht unbedingt besser... im Gegenteil, die Traurigkeit schien sich immer mehr in mich hinein zu fressen...

 

*-*-*

 

''Ist doch selbstverständlich'', hatte ich Bobby geantwortet, als er sich zu mir setzte.

 

Dann hörte ich ihm in Ruhe zu und spürte seine Unruhe in den Worten. Doch war ich auch geschockt, wie schlimm es um ihn stand und was er eventuell vorhatte.

 

Zuerst wusste ich gar nicht, wie ich reagieren sollte, spürte schon die Tränen in mir hochkommen. Doch riss ich mich zusammen, da ich Bobby beweisen wollte, dass ich es konnte und ihm ebenfalls den Halt geben, den er brauchte. Denn wenn ich da versagen würde, wäre er schneller auf den Weg nach Sydney, als mir lieb sein würde.

 

Also stand ich auf und stellte mich hinter ihn, sanft legten sich meine Hände erst auf seine Schulter, bevor ich ihn von hinten umarmte und einfach festhielt.

 

''Lisa liebt dich. Das ist mir heute extrem aufgefallen. Sicher hast du immer viel gearbeitet und ich habe mich gerade deshalb, oft um sie gekümmert. Aber wenn es das ist, kannst du doch sicherlich kürzer treten und mehr Zeit mit ihr verbringen.

 

Gerne würde ich hier einziehen, wenn ich wirklich darf'', bei den letzten Worten sprang mein Herz regelrecht vor Freude, ''Was die Tatsache auch einfacher machen würde, wenn du weniger arbeiten möchtest und deshalb weniger verdienst...

 

Außerdem sagte ich ja schon, dass du nicht immer den Starken spielen musst. Okay, ich gebe zu, für mich ist es erst mal ungewohnt, aber es fühlt sich gut an, dir etwas zurückgeben zu können.

 

Bitte, lass es uns erst mal so versuchen und rede vor allem mit mir, wenn etwas ist. Das mache ich ja auch... sofern du mich lässt.

 

Von hier wegzugehen solltest du als letzte Option sehen... mir, aber vor allem Lisa zuliebe. Sie würde das nicht verkraften. Bei mir hat sie schon so gelitten, dann wird sie bei dir erst recht leiden. Immerhin bist du ihr Papa und sie hängt mehr an dir, als sie zugibt.

 

Glaube mir!'', sprach ich ruhig und aufmunternd, während meine Hände Bobby sanft streichelten und meine Arme ihn hielten.

 

*-*-*

 

Ich hörte Michas Worte, nachdem ich zuende gesprochen hatte, spürte seine Arme, die erst auf meinen Schultern lagen und er mich anschließend von hinten umarmte.

 

Dann lehnte ich mich an ihn... genießend, verbarg mein Gesicht dann an seinem rechten Arm, vergoss abermals Tränen.

 

"Du hast ja recht", schluchzte ich: "Ja... du kannst hier einziehen, wenn du magst... aber ich glaube nicht, dass ich euch beide überhaupt verdient habe.... ihr seid doch viel zu lieb und auch viel zu gut für mich."

 

Beinahe wie ein Ertrinkender klammerte ich mich an Michas Arm und es tat unglaublich gut auch mal gehalten zu werden. Es gab mir Kraft... er – Micha – gab mir gerade viel Kraft und dafür war ich ihm sehr dankbar.

 

Würden wir doch wieder eine Familie werden können?

 

"Ich... gehe nicht nach Sydney... keine Sorge. Es wäre euch gegenüber nicht fair. Ich brauche euch und... na ja... vielleicht braucht ihr mich ja auch ein wenig", fügte ich flüsternd hinzu.

 

Natürlich wusste ich, dass ich einiges ändern musste, wenn ich irgendwie klarkommen wollte. Ab und zu einige Überstunden würden wohl okay sein, aber nicht andauernd.

 

"Danke, dass du für mich da bist", musste ich abschließend unbedingt los werden.

 

*-*-*

 

Mir fiel ein Stein vom Herzen und meine Umarmung schien noch mehr Druck auszuüben, als ohnehin schon.

 

''Du glaubst gar nicht, wie froh ich bin, dass du bleibst'', kam es von mir und ich musste Bobby zustimmen, ''Wir brauchen dich ganz genauso, wie du uns und ich bin gerne für dich da.''

 

Liebevoll strich meine freie Hand durch seine kurzes Haare. Ich genoss es in vollen Zügen ihm nahe zu sein.

 

''Du hast uns verdient, da bin ich mir ganz sicher. Nur weiß ich nicht, ob ich Pechvogel, euch verdient habe. Bloß, wo wäre ich ohne dich?'', sprach ich ruhig.

 

Es war so niedlich, wie Bobby klammerte und ich wollte ihn am Liebsten nie mehr loslassen.

 

''Was meinst du? Es ist alles aufgeräumt hier, sollen wir noch irgendetwas aufbauen oder wegräumen?'', schlug ich dann vor, da ich irgendwie von ihm loskommen musste.

 

Schließlich wollte ich erst meine Testergebnisse abwarten und wenn wir noch länger hier so dicht aufeinander hockten, könnte ich für nichts garantieren.

 

''Versteh mich bitte nicht falsch... Wenn du noch etwas auf dem Herzen hast, raus damit... nur... ich wäre dir gerne noch näher als gerade und das sollte wohl noch besser warten...'', erklärte ich, wobei ich die Hitze in meine Wangen steigen spürte.

 

Hatte wer die Heizung aufgedreht oder wieso war es jetzt so warm hier? Bobby roch so gut, so vertraut und anschmiegsam. Hatte ich mich die letzten Tage, doch so sehr danach gesehnt, ihm nahe zu sein, von ihm gehalten zu werden.

 

Aber ein Kuss durfte es ja wohl sein, oder? Langsam beugte ich meinen Oberkörper vor, so dass mein Kopf seinen berührte.

 

Sanft stupste meine Nase die Seine an, als wollte ich die Tränen, die sein Gesicht benetzten, überall verteilen, schmiegte ich mein Gesicht, an das Seine. Seine Tränen kühlten meine aufgeheizten Wangen. Liebevoll schmeckte ich mit meinen Lippen, die salzigen Tränen und liebkoste Bobbys Wangen.

 

*-*-*

 

"Sicher hast du uns auch verdient", schluchzte ich, unter den schon versiegenden Tränen: "Außerdem bist du kein Pechvogel. Hör auf, so was zu sagen."

 

Langsam beruhigte ich mich wieder und löste mich, nach Michas Worten, langsam von ihm, denn ich verstand sehr wohl was er sagte und auch mir war dieses Risiko viel hoch. Auch ich wollte erst abwarten, was das Ergebnis bringen würde.

 

Immerhin musste ich auch an Lisa denken, da konnte ich unmöglich dieses Risiko eingehen.

 

"Okay, räumen wir noch was ein... aber nicht mehr so viel, weil ich möchte auch nicht, dass Lisa wach wird, außerdem bin ich ziemlich kaputt heute und will eigentlich nur noch ins Bett.", fügte ich sanft hinzu, während ich mich erhob.

 

Es hatte gut getan... wie Micha mich liebkoste, meine Tränen weg küsste... vor allem hatte es mir gut getan, dass er mich einfach nur gehalten und mir zugehört hatte.

 

"Also, dann mal los.", fügte ich hinzu, während ich mir die restlichen Tränen, mit dem Ärmel meines Pullovers weg wischte.

 

Aber eines musste ich ihm unbedingt noch sagen: "Wenn du nachher lieb bist, kannst auch bei mir im Bett schlafen... aber mehr als Kuscheln ist nicht, okay.", damit grinste ich frech in mich hinein und verließ die Küche... leise kichernd... in Richtung Wohnzimmer.

 

*-*-*

 

Ich war froh, dass Bobby mich verstand. Aber ich hatte auch nichts anderes von ihm erwartet. Genauso verstand ich ihn, dass er müde war und nicht mehr allzu viel machen wollte, mir ging es da genauso.

 

Seine letzten Worte, ließen mich knallrot anlaufen, wie eine Tomate. Obgleich ich es doch kannte, bei ihm zu schlafen, war da wieder dieses Kribbeln im Bauch, wie damals, als wir zusammen gekommen waren.

 

Kuscheln hörte sich himmlisch an und so folgte ich ihm, während ich seine Neckerei genoss und sein leises Kichern nur zu gerne hörte.

 

''Du wirst sehen, wie lieb ich sein kann'', ließ ich mich darauf ein und hoffte, dass meine Röte langsam verging.

 

Es musste eindeutig jemand die Temperatur erhöht haben in diesen Räumen, anders war mir das gar nicht zu erklären.

 

Dann half ich Bobby dabei noch etwas leise wegzuräumen, immer bedacht darauf, ihm einen Schritt voraus zu sein, da ich ja unglaublich lieb sein wollte.

 

In meinem Kopf kreisten nur die Worte von ihm: Wenn du nachher lieb bist, kannst auch bei mir im Bett schlafen.

 

Klar würden wir nur kuscheln, was ganz in meinem Sinne war. Vielleicht gäbe es ja auch einen Gute-Nacht-Kuss und ganz, ganz vielleicht wäre da das eine oder andere schmusen drin, was ich natürlich Bobby überlassen würde.

 

Für mich galt es jetzt nur, den Preis seiner Nähe zu ergattern, wonach ich mich schon seit Tagen sehnte. Allein diese eine Nacht, in der wir gekuschelt hatten, hatte sich unbeschreiblich gut angefühlt, so dass ich das hier kaum erwarten konnte.

 

*-*-*

 

Tatsächlich war Micha mir gefolgt und legte sich auch mächtig ins Zeug.

 

Er wollte wohl wirklich "lieb" sein und in meinem Bett schlafen... mit mir kuscheln. Natürlich waren diese Worte eher als Scherz gedacht, denn ich würde eh keine Bedingungen stellen, um dass Micha mit mir kuscheln könnte.

 

Es war schön nicht allein zu sein, auch wenn ich noch etwas über alles nachdachte, so hatte ich ihm dennoch vergeben. Irgendwie freute ich mich direkt darauf endlich mit Micha und Lisa zusammen leben zu können.

 

Viel hatten wir wirklich nicht mehr getan, dann wollte ich echt nur noch ins Bett.

 

"Micha, danke für deine Hilfe. Ich bin aber jetzt echt k.o. und will nur noch ins Bett. Komm, gehen wir schlafen, morgen ist doch auch noch ein Tag", meinte ich zu Micha und gähnte herzhaft.

 

Lieb schaute ich Micha an und ging dann schon mal ins Bad, wo ich mich kurz abduschte und mir anschließend ein Badetuch um meine Hüfte wickelte.

 

Das Bad verlassend, nickte ich Micha zu: "Das Bad ist frei, wenn du magst, darfst du jetzt auch duschen", und zwinkerte ihm kichernd zu.

 

Anschließend verzog ich mich ins Schlafzimmer, wo ich mir eine frische Boxershorts anzog und das Badetuch in die Wäsche tat.

 

Ich freute mich schon drauf mit Micha zu kuscheln und mit ihm zusammen einzuschlafen.

 

*-*-*

 

Ein Wenig hatten wir noch getan, als Bobby ins Bad verschwand. In der Zeit hatte ich noch etwas weggeräumt und Trinken ans Bett gestellt. Wieso nur war ich so nervös? Ich musste mich einfach beschäftigen.

 

Es war, als würden wir unsere erste Nacht zusammen verbringen. Zumindest fühlte ich mich innerlich so aufgewühlt.

 

Als dann Bobby nur mit einem Handtuch um den Hüften an mir vorbeiging, drangen die Worte unscheinbar an mir heran. Natürlich starrte ich ihn an. Seine mackellose Haut, der tolle Oberkörper, für den er nicht mal viel tun musste.

 

Er war der absolute Traummann, mein Traummann. Sein Zwinkern brachte mich dann aber doch in die Realität zurück und ich ging ebenfalls ins Bad, wo ich mich abduschte. Wie selbstverständlich nahm ich mir Duschgel und Shampoo, sowie anschließend ein Handtuch.

 

Dann zog ich mir meine Boxershorts wieder an und war am Überlegen, ob ich auch mein T-Shirt überziehen sollte. Sonst schlief ich immer nur so, aber würde ich der Nähe widerstehen können?

 

Das Shirt ließ ich aus und tapste zu Bobby ins Schlafzimmer, wo ich für einen Moment etwas unschlüssig im Türrahmen stehen blieb, bevor ich langsam ins Zimmer ging. Meine dicken Haare tropften noch immer leicht, obgleich ich sie abgetrocknet hatte.

 

Wie sehr ich mich darauf freute mich zu Bobby zu legen, mich an ihm zu kuscheln...

 

Noch etwas unsicher, schlüpfte ich ins Bett.

 

*-*-*

 

Als Micha ins Bad gegangen war, schaute ich noch einmal kurz nach Lisa, aber sie schlief friedlich, wie ein kleiner Engel.

 

So verließ ich das Zimmer wieder und schloss hinter mir leise die Tür.

 

Wie immer hatte Micha noch was zu Trinken hingestellt, eine Angewohnheit, die zwar nicht verkehrt war, ich aber nicht brauchte. Zumal ich immer Angst hatte, das Glas im Schlaf vom Nachttisch zu fegen. Ich mochte nun mal keine Flecken... auch keine Wasserflecken.

 

Sicher wusste ich, dass er es gut meinte, aber... ich brauchte so was definitiv nicht.

 

Wieder im Schlafzimmer, sah ich Micha schon im Bett liegen und grinste in mich hinein, da er etwas unsicher aussah... nur das Warum entzog sich mir.

 

Ich mein, ich wusste, dass nichts zwischen uns sein würde, ehe Micha das Ergebnis nicht hatte... ich würde ihn notfalls auch sacht abwehren.

 

Kuscheln war ja soweit okay, aber mehr würde es heute nicht sein, da ich eh müde war und nur noch schlafen wolle.

 

So legte ich mich zu Micha ins Bett, schaute ihn kurz an, dann zog ich ihn sanft zu mir heran, nahm ihn in die Arme und gab ihm einem Gute-Nacht-Kuss auf die so tollen weichen Lippen, von denen ich nicht genug bekam.

 

"Schlaf gut, Schätzelein.", flüsterte ich Micha zu, dann schloss ich auch schon die Augen... vollkommen fertig.

 

*-*-*

 

Als Bobby den Raum betrat, sah er müde und fertig aus. Auch ich merkte jetzt die Müdigkeit, wo ich hier im Bett lag. Den Gute-Nacht-Kuss ließ ich gerne geschehen und brummte leise, da es sich so toll anfühlte.

 

Leider war es auch schnell vorbei und Bobby schloss müde die Augen.

 

''Nacht, Hasi'', erwiderte ich und schmiegte mich sehnsüchtig an ihn ran.

 

Wie gut sich das anfühlte und wie schön es war. Kaum, dass ich meine Augen geschlossen hatte, war ich auch schon eingeschlafen. Viel zu erschöpft muss ich gewesen sein, nachdem wir alles geklärt hatten. Zudem hatte ich die letzten Nächte nicht wirklich viel geschlafen.

 

Jetzt schien mein Körper alles nachholen zu wollen.

 

Irgendwann mitten in der Nacht zuckte ich jedoch hoch, da ich Lisa vor mir stehen sah. Wie mich die Kleine des Nachts auch immer erschrecken musste.

 

''Ich kann nicht schlafen'', quengelte sie, ''Hier ist alles so anders.''

 

Sicher verstand ich das, weshalb ich sie schnappte und zu uns ins Bett hoch, sie zwischen uns legte.

 

''Aber nur heute Nacht, ok'', gab ich ihr zu verstehen, ''Morgen machen wir dein Zimmer so schick, dass du nur noch da schlafen willst.''

 

Sie gähnte und kuschelte sich an Bobby ran. Auch ich schloss wieder meine Augen und schlief erneut ein.

 

*-*-*

 

Sechs Wochen später

 

Langsam hatte ich mich in meine neue Wohnung eingewöhnt und ich hatte auch schon mit Anne gesprochen, ihr alles erklärt und sie willigte schließlich ein mit ihrem Chef zu reden.

 

Dies war jetzt schon einige Zeit her. Micha war tatsächlich zu uns gezogen und wir lebten nun in Ruhe und Frieden zusammen. Auch hatte ich mit meinem Chef gesprochen und ihm die Lage erklärt. Er verstand mein Problem und änderte meinen Arbeitsvertrag auf Normalschicht, so dass ich mich besser um Lisa kümmern konnte.

 

Zwischenzeitlich hatte ich auch das geplante Auslandsangebot abgelehnt... eben aus dem Grunde, dass Lisa und Micha mich brauchten, genauso wie ich sie eben auch brauchte.

 

Zwar machte ich ab und zu einige Überstunden, die ich auch gut bezahlt bekam, aber es hielt sich in Grenzen und ich konnte mich trotzdem gut um meine Tochter kümmern.

 

Nun warteten wir noch immer auf das Ergebnis von Michas Blutuntersuchung und waren folge dessen schon ein wenig nervös, was dabei herauskommen würde.

 

*-*-*

 

Im Grunde war ich der glücklichste Mann auf Erden. Bobby hatte mir verziehen und ich hatte meine kleine Familie wieder, war sogar zu ihnen in die Wohnung gezogen. Nur nagte an mir die Ungewissheit des Testergebnisses, genauso wie an Bobby.

 

Lisa bekam von alle dem zum Glück nichts mit.

 

Zwar war das erste Testergebnis negativ gewesen, aber wegen der Inkubationszeit musste ich eine Weile warten, bis wir einen Zweiten machen könnten, der dann Gewissheit bringen würde.

 

Dazu kam, dass ich immer noch keinen neuen Job in Aussicht hatte und irgendwie das Gefühl hatte, Bobby auf der Tasche zu liegen. Denn das Geld vom Amt reichte vorne und hinten nicht, so sehr ich mich auch zurücknahm.

 

Endlich hatte sich Anne dann bei mir gemeldet und es stand ein Vorstellungsgespräch an. Sichtlich nervös hatte ich mich fertig gemacht und war auf dem Weg.

 

Du schaffst das! Schließlich bist du nicht doof!

 

Abends besuchte ich seit zwei Wochen die Abendschule, um meinen Abschluss nachzumachen. Einfach war das für mich nicht, da bei mir irgendwie nichts hängen blieb. Doch ich gab mir Mühe und fragte auch oft Bobby um Rat.

 

Sicher wollte ich ihn nicht belasten, aber irgendwie stand ich extrem auf dem Schlauch in vielen Fächern und das, wo es gerade erst begonnen hatte. Vielleicht sollte ich mir Nachhilfe suchen, damit ich es einfacher hätte.

 

Den Laden, in den Anne arbeitete, hatte ich zu Fuß schnell erreicht, da die Wohnung sehr zentral lag. Sie stand vorne und war gerade fertig damit eine Dame zu bedienen. Mittlerweile redete sie zum Glück wieder mit mir und begrüßte mich, als sie mich sah.

 

''Hey Micha. Mein Chef ist hinten, in seinem Büro. Klopf einfach an'', meinte sie lieb und zeigte mir den Weg.

 

Ich atmete noch einmal tief durch, klopfte und betrat dann, nach Anweisung den Raum.

 

Annes Chef stand mit den Rücken zu mir und war am Telefonieren mit dem Handy. Also ging ich hinein und schloss die Tür hinter mir. Er war groß und etwas kräftiger als ich, trug einen Anzug und wirkte sehr gepflegt.

 

Während ich wartete, schaute ich mich im Büro um. Dann war der Chef fertig mit telefonieren und drehte sich zu mir um. Wie versteinert schaute ich ihn an und hatte das Gefühl mich keinen Zentimeter bewegen zu können.

 

Es war der Kerl, wegen dem ich beinahe meine Beziehung verloren hätte, wegen dem ich seit Wochen Angst und Bange war. Dessen Namen ich nicht einmal wusste...

 

Ein breites Grinsen legte sich auf sein Gesicht, da er mich wohl erkannt hatte.

 

''So schnell sieht man sich wieder'', kam es in einem ekeligen Ton von ihm und er kam direkt auf mich zu.

 

Geistesgegenwärtig suchte ich, ohne mich umzudrehen, die Türklinke, damit ich hier wieder rauskam.

 

''Na, wer wird denn gleich fliehen wollen? Hat dir die Nacht etwa nicht gefallen?'', hörte ich seine lüsterne Stimme, ''Oder muss ich dich erst wieder gefügig machen?''

 

Also stimmte es, dass er mir etwas gegeben hatte...

 

''Machst du das immer so?'', fand ich meine Stimme wieder, ''Jemanden Drogen einflößen und dann ihn gegen seinen Willen benutzen?''

 

''Benutzen?... Was für ein unschönes Wort...'', lachte er auf und kam immern och näher auf mich zu.

 

Endlich bekam ich die Türklinke zu fassen, hielt aber noch einen Moment inne.

 

''Finde ich ein passendes Wort! Hast du wenigstens ein Kondom benutzt?'', hörte ich mich fragen und hoffte sehr auf eine ehrliche Antwort. Außerdem war ich bereit zu verduften, denn die Klinke war nun schon gedrückt, ich musste die Tür nur noch aufstoßen.

 

Wieder lachte er und schaute mich angewidert an.

 

''Glaubst du wirklich, ich gehe das Risiko ein, mir etwas bei solchen Typen, wie dir, einzufangen?'', sagte er daraufhin.

 

Mehr brauchte ich nicht zu wissen. Den Job würde ich ohnehin nicht annehmen. Wer wusste schon, was er in den Pausen mit mir machen würde.

 

Ich wollte nur noch raus und stürmte aus dem Büro, an Anne vorbei, die mich komisch ansah und raus aus dem Laden. Die Straße entlang rannte ich, schaute mich immer wieder um und blieb erst stehen, als ich mir sicher war, der Kerl würde mir nicht folgen.

 

Nervös und mit zitternden Händen kramte ich mein Handy aus der Tasche und rief Bobby an.

 

*-*-*

 

Ich hatte gerade Feierabend, war auf dem Weg zum Supermark, um noch etwas einkaufen zu gehen und anschließend meine Prinzessin Lillifee aus der Kita abzuholen, als sich mein Handy bemerkbar machte.

 

Ich kramte es aus der Hosentasche, schaute aufs Display und sah, dass Micha mich anrief.

 

Ob er den Job wohl hätte... freuen würde es mich ja für ihn... immerhin hatte er doch alles Glück der Welt verdient... anders als ich selbst.

 

Ich nahm das Gespräch natürlich an und meldete mich:

 

"Hey, mein Schätzelein", begrüßte ich ihn: "Was ist... hast du den Job?", wollte ich logischerweise gleich wissen.

 

Ich war schon sehr stolz auf Micha, dass er wirklich versuchte seinen Abschluss nachzuholen, auch wenn es ihm teilweise verdammt schwer fiel. Aber ich half ihm gern und so gut ich konnte, denn für mich war das alles eh kein Problem.

 

Außerdem glaubte ich felsenfest an Micha, dass er den Abschluss schaffen würde... wie auch immer... aber ich wusste es einfach, auch wenn es zeitweise schwierig war mit ihm zu üben.

 

Gespannt wartete ich nun auf seine Antwort, während ich weiter in Richtung Supermarkt ging.

 

*-*-*

 

Bobbys Stimme beruhigte mich gleich ein bisschen und ich atmete tief durch.

 

''Nein... und ich werde den Job auch nicht nehmen... Annes Chef'', keuchte ich, noch etwas außer Atem und wegen der Situation, die gewesen war, ''Das ist der Kerl... also der, der mich...''

 

Weiter kam ich nicht, musste mich erst mal auf eine Bank setzen. Gott, war ich fertig.

 

Immer wieder schaute ich in die Richtung, in der, der Laden lag. Auch wenn ich nicht glaubte, dass der Kerl mich verfolgen würde, blieb die Angst.

 

''Der mich betäubt und gefickt hat'', brach es aus mir heraus.

 

Mittlerweile kamen mir sogar die Tränen, da irgendwie alles zu viel war. Dabei hatte ich mich so auf den Job gefreut und gehofft endlich wieder mehr zu unserem Leben beitragen zu können.

 

*-*-*

 

Auch das noch... au man... armer Micha... armes Schätzelein. Mit Entsetzen hörte ich, was er sagte... mir erzählte... und antwortete dann so ruhig ich es vermochte:

 

"Schätzelein, bleib wo du bist, ich komm dich abholen, ja. Wo bist du jetzt überhaupt?", was ich wollte, wusste ich schon, doch würde ich Micha da raus lassen.

 

Während wir telefonierten, machte ich schon mal kehrt und ging in Richtung von Annes Laden. Vielleicht war ja Micha da auch noch irgendwo in der Nähe.

 

Meine Schritte waren sehr schnell, denn ich hatte das Gefühl Micha retten zu müssen... unbedingt und schnell.

 

*-*-*

 

Das beruhigte mich nun noch mehr und ich hatte das Gefühl, als wäre Bobby mein Prinz in eiserner Rüstung, der mich retten würde. Ob zu Pferd oder zu Fuß, war mich da recht egal.

 

Ich nannte ihm das Geschäft, vor der die Bank stand und erzählte ihm dann, was sich zugetragen hatte. Auch, dass der Chef es zugegeben hatte und so, wie er sagte, ein Kondom verwendet hätte.

 

Sehnsüchtig schaute ich mich suchend nach Bobby um. Meine Hände waren ganz verschwitzt und auch wenn meine Stimme mittlerweile ruhiger klang, wollte ich nur eins, in Bobbys Arme.

 

*-*-*

 

Alles was Micha erzählte merkte ich mir gut, kannte die Stelle auch sehr gut und machte mich sogleich auf den Weg.

 

Bald schon hätte ich die Bank erreicht, doch machte ich zunächst einen Umweg... ins Geschäft!

 

An Anne vorbei, die ich nur ganz kurz grüßte, ging ich ins Büro zu dem "Chef". Ohne anzuklopfen betrat ich das Büro, schlug die Tür hinter mir laut zu, ging auf dieses Stinktier zu, packte ihn am Kragen und hob ihn hoch.

 

"Du mieses Schwein, was hast du Micha angetan!?", knurrte ich diese miese Ratte an, während mein Blick sich verfinsterte.

 

Doch ließ ich ihn nicht zu Wort kommen, sondern setzte ihn ab und zog ihm mit der rechten Faust richtig eine rein, so dass dieses Schwein nach hinten geschleudert wurde.

 

"Das ist dafür, was du Micha angetan hast und wage dich ja nicht die Bullen zu rufen... dann kriegen die auch gleich von der Vergewaltigung bescheid. IST DAS KLAR!!!!", herrschte ich diese Ratte an, bevor ich das Büro verließ, Anne noch kurz einen schönen Tag wünschte und den Laden dann verließ.

 

Sogleich ging ich auf Micha zu, den ich gleich fand, setzte mich zu ihm und nahm ihn liebevoll in die Arme.

 

"Hey, mein Schätzelein... ich bin da, dir tut keiner mehr was zu leide", sprach ich leise zu ihm.

 

*-*-*

 

Endlich war Bobby da und ich verkroch mich regelrecht in seinen Armen.

 

''Hase, ich bin so froh, dass du da bist'', schluchzte ich, ''Niemals hätte ich gedacht, diesen Kerl wiederzusehen.''

 

Kurz zitterte ich noch, doch beruhigte ich mich schnell. Mit Bobby an meiner Seite fühlte ich mich sehr viel besser und sicherer.

 

''Nur beginnt die Jobsuche jetzt von neuem'', meinte ich.

 

Mich an meinen Freund lehnend, schaute ich nach vorne und sah erst jetzt, dass der Schuhladen ein Schild im Schaufenster hatte. Sie suchten jemanden für den Verkauf und ich fragte mich, ob das vielleicht so sein sollte.

 

Warum nicht einfach mein Glück versuchen...

 

*-*-*

 

"Ist ja schon gut.", versuchte ich Micha zu beruhigen und streichelte seinen Rücken.

 

Ich war froh, dass ich mich für Micha rächen konnte und mir ging es damit schon sehr viel besser. Diese Ratte hatte es aber auch mehr als verdient.

 

"Ist doch nicht so schlimm, wenn du eben einen anderen Job suchen musst. Alles wird gut, du wirst sehen", meinte ich noch, Micha in meinen Armen haltend.

 

Außerdem war ich froh, dass Micha nicht infiziert sein konnte, da wohl ein Kondom benutzt worden war... das einzig Gute... meiner Meinung nach.

 

*-*-*

 

Ich gab Bobby einen Kuss und stand dann auf.

 

''Vielleicht ist da ja schon etwas'', meinte ich und zwinkerte meinem Freund zu.

 

Dann verschwand ich in den Schuhladen und sprach kurze Zeit später mit dem Chef. Ganz offen erzählte ich, dass ich es mir zutrauen würde, aber noch keinen Schulabschluss hätte.

 

Er schien beeindruckt von meiner Offenheit und wollte mir eine Chance geben.

 

Mit einem breiten Grinsen kam ich kurze Zeit später wieder nach draußen zu Bobby.

 

''Morgen ist Probearbeiten'', erzählte ich überglücklich.

 

Kurz dachte ich noch an den Kerl und was Anne wohl dazu sagen würde. Aber ich freute mich auch, dass es mit ziemlicher Sicherheit bei dem Testergebnis bleiben würde.

 

''Und jetzt? Wobei habe ich dich gestört?'', fragte ich, als wäre nichts gewesen.

 

Am Liebsten wollte ich das alles vergessen und mich wichtigerem widmen.

 

*-*-*

 

Nach dem Kuss... schnell weg und schon wieder da... na das ging ja mal echt schnell... und gleich einen fast-Job an der Angel... typisch Micha.

 

Grinsend schaute ich ihm nach und freute mich, als er meinte, dass er morgen schon zum Probearbeiten in dem Geschäft erscheinen sollte.

 

"Na, das sind doch mal gute Nachrichten", meinte ich: "Hmm... ich muss jetzt einkaufen und dann Prinzessin Lillifee abholen", fügte ich hinzu.

 

Mit Micha an der Hand ging ich dann erst in Richtung Supermarkt zurück, wo wir bald ankamen, hineingingen und erst mal ein paar leckere Sachen kauften... auch für die Maus war einiges dabei, damit wir sie verwöhnen konnten.

 

*-*-*

 

Mir war eine große Last von den Schultern gefallen und ich war mehr als glücklich. Wir kauften ein und holten Lisa vom Kindergarten ab.

 

Anschließend machten wir uns einen wunderschönen Abend. Micha kümmerte sich viel um Lisa, während ich den Großteil des Haushaltes übernommen hatte.

 

Lisa tat es gut ihrem Papa mehr für sich zu haben und ich nahm mich ein Wenig zurück, ihm zu liebe. Endlich gehörte der Abend uns und ich war irgendwie nervös.

 

Zwar gab es keine hundertprozentige Sicherheit dafür, dass Annes Chef wirklich ein Kondom genommen hatte, aber wir könnten ja eines benutzen. Bisher lag auch die Anpannung zwischen uns, wegen dem Geschehenen, dass nichts passiert war.

 

Doch beim Einkaufen hatte ich genau gesehen, wie Bobby Kondome in den Einkaufswagen und anschließend in die Einkaufstüte gesteckt hatte. Zwar hatte er es geschickt angestellt und dachte sicher, ich bekäme es nicht mit, hatte ich aber.

 

Im Grunde war alles bereit, Lisa lag im Bett, der Haushalt war gemacht, der Abend noch jung. Ich stand im Bad, wollte gerade unter die Dusche, als Bobby hereinkam.

 

''Na, schläft sie?'', fragte ich hoffnungsvoll.

 

Dabei schlüpfte ich aus meiner Jeans, die zu meinem Oberteil in den Wäschekorb flog. Mein Blick wanderte in Bobbys Gesicht und ich lächelte ihn sanft an.

 

Er lächelte zurück und die Anspannung fiel. Langsam näherte er sich mir und küsste mich, umarmte meinen Körper. Ich war bereits nackt und entkleidete ihn nun ebenfalls. Als wir dann unter die Dusche stiegen, schien die Luft zwischen uns zu Knistern.

 

Seufzend löste ich mich von seinen Lippen, als er mich sacht umdrehte. Bobby liebkoste meinen Nacken und meinen Hals, was mir eine angenehme Gänsehaut bereitete. Zum Brechen hart reckte meine Männlichkeit im Por, doch Bobby beachtete sie nicht.

 

Nur meinen Bauch streichelte er, wobei er einmal meine Schwanzspitze streifte, was mir ein Stöhnen entlockte. Seinen Unterleib hatte er auf Abstand, nur den Oberkörper rieb er an mir. Manchmal war mir, als spürte ich seine Härte gegen meinen Po.

 

Irgendwie versuchte ich ihn so zu streicheln, griff hinter mir und ertastete seine nackte Haut, während das Wasser über uns prasselte. Erst als er begann mich einzuseifen, berühhrte er mich auch unten herum. Meine Hitze war mir so zu Kopf gestiegen, dass ich glaubte gleich zu kommen.

 

Ich machte es ihm nach und seifte ihn gründlich ein, auch zwischen den Backen säuberten wir uns gegenseitig. Wir trieben uns so in Ecstase, dass wir uns vorne gar nicht mehr berühren durften, sonst wäre es schon vorbei gewesen.

 

Erst als wir der Meinung waren, sauber genug zu sein, stellte Bobby das Wasser ab. Fürs Abtrocknen nahmen wir uns kaum Zeit, hatten es eilig ins Schlafzimmer zu kommen, wo wir die Tür vorsichtshalber absperrten.

 

Direkt fielen wir übereinander her und bekamen kaum genug voneinander. Als Bobby dann zum Nachtschrank griff und die Packung Kondome herausnahm, nahm ich diese schweigend entgegen und verpackte seine Männlichkeit. Er wollte etwas sagen, vielleicht erklären, aber ich wusste ja wieso wir auf Nummer-Sicher gingen und küsste ihn direkt.

 

Aufgeheizt und nicht mehr warten wollend, schmiegte ich mich an ihn, während er saß, schlang meine Beine um ihn. Kurz hob er mich an, stopfte ein Kissen unter meinen Po und drang dann in mich ein.

 

Alles um mich herum drehte sich. Ich war so aufgeheizt, dass es nicht spannte oder schmerzte. Unter wilden innigen Küssen trieben wir es im Sitzen, eng aneinandergepresst. Meine harte Männlickeit rieb zwischen unseren Körper und erst als Bobby kurz davor war zu kommen, rutschte seine Hand zu ihr und begann sie kräftig zu kneten.

 

Mir kam es sofort und ich stöhne dabei 'Ich liebe dich so sehr'.

 

Auch Bobby war so weit und ergoss sich in die Lümmeltüte, bevor er ein 'Ich liebe dich viel mehr', keuchte.

 

Nachdem wir wieder klar denken und einen gleichmäßigen Atemrhythmus hatten, lösten unsere verschwitzen Körper sich voneinander. Bobby reichte mir eine Flasche Wasser, die ich zur Hälfte leerte, bevor ich ihm diese zurückkgab und er sie komplett leerte.

 

Ein breites Grinsen lag auf seinen Lippen als er die Kondomschachtel ausschüttete und nachzählte. Ich musste laut lachen und machte mich daran meinen Schatz auf das bevorstehende vorzubereiten, denn jetzt war ich am Zug.

 

*~*

 

Bobby und Micha wurden sehr glücklich miteinander. Micha bekam den Job im Geschäft und holte seinen Schulabschluss nach. Er adoptierte Lisa irgendwann und sie wurden eine richtige kleine Famile.

 

Auch der letzten Test von Micha war negativ und sie sahen den Chef von Anne nie wieder.

 

Anne suchte sich ebenfalls einen neuen Job, nachdem sie von der Sache erfahren hatte, weil sie nicht für so jemanden arbeiten wollte.

 

Micha machte Bobby ein paar Jahre später einen Heiratsantrag und die Zwei heirateten im Kreise ihrer Freunde.

 

*-*-*

 

Ende