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Mensch oder Maschine Teil 2

Mensch oder Maschine


written by Dark Sephiroth


Teil 2


Erinnert ihr euch noch an M10, der von Christian liebevoll Blue Ice genannt worden war? …und erinnert ihr euch auch an das Ende der Geschichte?
Richtig, im Epilog ging es auch um M9, dem Vorgänger von M10, der von Christian Blue Steel genannt worden war.

Leider war dieser Androide nur auf sich programmiert und war das ganze Gegenteil von M10, der nur auf den Schutz der Menschen programmiert worden war.

Während der Geschichte wurde M9 ja immer wieder mal erwähnt und genau um diesen Androiden soll es in dieser Geschichte gehen, die ich aber nun allein und ohne meine liebe Freundin und Co-Autorin Detail schreiben werde und der Spaß am Schreiben dann sehr wahrscheinlich ein wenig auf der Strecke bleiben wird…

*-*

„Glaubst du wirklich, dass Christian M10 gestohlen hat?“, fragte Maureen ihren Kollegen Sean.

„Ja, denn die Kameras waren manipuliert und jemand anderer war ja hier nicht mehr anwesend, als ich Feierabend machte.“

„Ich denke nicht, dass es sich so verhalten hat.“

„Ach, und was glaubst du, was passiert ist?!“

„Na, überleg doch mal, wie sehr sich Christian bemühte M10 zu konstruieren… wie viel Herzblut er in das Projekt hinein gesteckt hat und wenn das geschehen ist, was ich glaube, dann hat M10 Gefühle entwickelt und vielleicht auch selbstständig zu denken gelernt. Das würde aber auch bedeuten, dass M10 lebt.“

Sean dachte über Maureens Worte nach und nickte bedächtig.

„Du meinst, dass M10 mit Christian gemeinsame Sache gemacht hat und geflohen ist?“

„Genau, das meine ich.“

„Hm… möglich wäre es ja immerhin. Nur, was machen wir jetzt? Wir haben einen Großauftrag zu erfüllen.“

„Wir könnten doch versuchen M9 zu reaktivieren.“

„Das kannst du vergessen, denn M9 wird niemals gehorchen und ohne Christian können wir die Sache ohnehin vergessen. Machen wir uns nichts vor… Christian wird nicht mehr zurückkommen.“

„Stimmt schon, aber wir könnten es zumindest versuchen… vielleicht lässt sich M9 ja umprogrammieren.“

„Wie stellst du dir das denn vor? M9 trägt Christians Signatur, da ist doch kein drankommen. Außerdem ist M9 mit einem Passwort geschützt und das hat nur Christian.“

„Aber auch das Passwort kann man umgehen oder heraus finden, wenn man nur den richtigen Ansatz hat.“

„Ah ja, und du hast natürlich den Ansatz.“, wurde Sean zynisch.

„Mensch, denk doch mal nach! Wie hat Christian M10 genannt?“

„Blue Ice.“

„Richtig, nach der Farbe der Augen und des Skeletts von M10. Die Augen – und Skelettfarbe von M9 war… stahlblau und er hat ihn Blue Steel genannt… das könnte auch das Passwort für M9 sein. So kämen wir an ihn heran und könnten ihn umprogrammieren.“

„Du hast recht, versuchen wir es.“, gab sich Sean geschlagen.

Gemeinsam gingen sie in die Lagerhalle und suchten nach den Teilen des Androiden. Es dauerte schon eine Weile ehe Maureen und Sean die Teile von M9 zusammen hatten. Alles wurde in eine Kiste getan, die auf einem fahrbaren Untersatz stand, und dann hinauf zum Labor gefahren.

Alles wurde anschließend auf einem Tisch ausgebreitet und mit den beiden anderen
Kollegen Fady und Simon, in stundenlanger, mühevoller Kleinarbeit, wieder zusammen gesetzt.

Bis hierher schien alles gut zu sein. Laut des Konstruktionsplans befand sich alles an seinem richtigen Platz. Jetzt hieß es herauszufinden, ob Maureen mit ihrer Vermutung Recht hatte.

Sean schloss den Androiden an den Strom an, schaltete das System ein und gab anschließend das Passwort „Blue Steel“ in das System ein….: „Error, das Passwort ist falsch!“, warnte das System.

Sean probierte noch einige andere Kombinationen des Passwortes aus, doch immer wieder erschien die selbe Meldung. Auch Maureen versuchte ihr Glück… jedoch war alles umsonst.

Das System ließ sich weder reaktivieren noch umprogrammieren.

Die vier Techniker schauten einander an und zuckten resignierend mit den Schultern.

„Tja, das war es dann wohl.“, meinte Sean, warf den Kugelschreiber, den er gerade in der Hand hatte, wütend auf den Boden und verließ dann das Labor.

Anscheinend hatte Christian das System so gut gesichert, dass man wohl Jahre brauchen würde, um M9 wieder herzustellen.

„Na, dann… lassen wir es und bringen diesen Schrotthaufen auf die Mülldeponie. Es hat doch eh keinen Sinn.“, schlug Fady vor und räumte sein Werkzeug weg.

Maureen schaute den Androiden traurig an. So sehr hatte sie sich gewünscht, M9 reaktivieren zu können... jedoch, war alles umsonst. So holte sie den fahrbaren Untersatz und hievte mit Fady und Simon den Androiden auf das Gestell.

Simon und Fady brachten den zusammengebauten Androiden auf die Mülldeponie, da sie damit ohnehin nichts mehr anfangen konnten. Christian hatte seine Spuren viel zu gut verwischt und seine Arbeit einfach viel zu gut gesichert.

Maureen brachte den Konstruktionsplan wieder in den Safe zurück und holte die anderen… neueren Pläne... heraus. Es sollte diesmal eine C-Serie werden, jedoch befand sich diese Serie noch in der Planung. Nun, aber man konnte sich zumindest schon mal die Pläne anschauen…

*-*

Der Tag heute war wunderschön, als das neunzehn Jahre junge, einen Meter achtzig große Technik – und Computergenie JD (englisch), wie er sich selbst nannte und seinen wahren Namen niemals preis gab, auf den Schrottplatz, der eher einer Mülldeponie glich, ging und sich „neue“ Teile für neue Projekte heraussuchen wollte.

Nach einem einstündigen Spaziergang erreichte er den Schrottplatz, den er normalerweise nicht betreten durfte. Natürlich wusste er das, denn dieser Schrottplatz gehörte einer Firma, die Androiden herstellte. Seine Recherchen, in Form von Hackerangriffen, waren da sehr informativ.

JD begann seine Suche, schaute sich aber auch immer wieder um, damit er nicht noch erwischt wurde. Jedoch war seine Suche heute nicht so sehr von Erfolg gekrönt… bis auf ein paar kleinere Teilchen, die er brauchen konnte und in einen Beutel steckte. Langsam, sehr vorsichtig ging er um den Schrottplatz herum und blieb plötzlich, wie angewurzelt, stehen.

„Herrje… wer bist du denn? Bist du ein Mensch... oder… bist du etwa ein... Cy... ähhh... Androide?“, fragte er mehr sich selbst, als den am Boden liegenden „Körper“, während er sich seine schulterlangen, schwarzen Haare hinter die Ohren strich.

 

Langsam kniete er sich auf den Boden, berührte den Körper, schaute sich diesen, mit seinen blauen Augen, sie sich in einem männlich-markanten Gesicht befanden, an und stellte dabei sehr schnell fest, dass es sich hierbei um einen ausrangierten Androiden handeln musste.

„Hm… was mache ich denn jetzt mit dir? Hier kann ich dich unmöglich liegen lassen… das wäre Verschwendung und das wiederum wäre ein Frevel. Aber du bist sicher sehr schwer, oder.“, sprach JD feststellend… zu sich selbst.

Er wollte diese Maschine hier nicht zurücklassen. Also zückte er sein Handy, rief seinen Freund Damian an, erzählte ihm was er gefunden hatte und bat ihn, mit seinem Auto, zum Schrottplatz zu kommen.

 

Er gab ihm dann noch die Adresse, musste sich zwar auch Damians Bedenken und sonstiges Bla Bla anhören, aber schließlich sagte Damian zu und erreichte eineinhalb Stunden später den Schrottplatz.

JD wartete bereits auf seinen Freund, der kurze braune Haare und braune Augen hatte, und zeigte ihm seinen Fund.

„Wow!“, entfuhr es Damian und konnte JD nun doch ganz gut verstehen: „Okay, dann mal ab ins Auto mit ihm.“, willigte er ein.

Beide packten den Androiden und schleppten ihn zum Auto, wo sie ihn hinein hievten.

„Scheiße… ist das Ding schwer…“, beschwerte sich Damian, aber auch JD stöhnte, ob der schweren Last.

Endlich hatten die beiden Freunde den Androiden ins Auto geladen und fuhren zu JD nach Hause, das ein kleines, aber sehr hübsches Häuschen darstellte, welches er von seinen Eltern, nach deren Tod, geerbt hatte.

Das Haus erreicht fuhr Damian so nahe wie möglich an das Haus heran, stoppte und stieg aus. Auch JD stieg aus, dann öffneten sie die Rücktüren und hievten nun den Androiden wieder aus dem Auto.

Immer wieder mussten sie eine Pause einlegen, da dieses „Ding“, wie Damian den Androiden nannte, viel zu schwer war. JD nutzte eine der Pausen und schloss schon mal die Haustür auf.

„Na, los, weiter… das Stückchen schaffen wir noch. Ich will nicht noch erwischt werden. Man, die machen sonst Kleinholz aus mir.“, mahnte JD zur Eile.

Damian nickte bedächtig, packte wieder mit an und schleppte die Maschine mit JD ins Haus, danach waren beide wirklich fix und fertig. JD schloss die Haustür, nachdem sie die Maschine endlich abgelegt hatten.

„Komm, trinken wir erst mal was.“

„Au ja, danke, das kommt jetzt echt gut.“

Beide gingen in die Küche und JD goss für Damian und sich etwas Mineralwasser in zwei Gläser ein, dann gab er seinem Freund ein Glas und nahm selbst gleich mal einen kräftigen Schluck. Auch Damian nahm direkt einen großen Schluck zu sich und musste daraufhin kräftig rülpsen.

„T‘schuldigung…“, murmelte er, weil es ihm heraus gerutscht war: „Was willst du mit dem Ding jetzt eigentlich machen? Schlachtest du das Teil aus, oder was?“

JD grinste nur. Ja, so kannte er seinen Freund und überhörte so etwas schon mal.

„Ich will versuchen den Androiden wieder zum Laufen zu bringen.“, antwortete JD und machte sich schon mal so seine Gedanken.

„Bist du total irre, man?!“, stieß Damian entsetzt aus: „Mal angenommen du schaffst das… wovon ich leider überzeugt bin… was ist dann aber, wenn dich dieses Ding angreift?!“

„Glaub ich nicht…“, dachte JD laut nach: „…die Androiden von dieser Firma greifen niemanden an.“

„Wenn du dich da mal nicht irrst…“, gab Damian zu Bedenken.

„Ich irre mich nicht… ich weiß es einfach. Dieser Konstrukteur, mit Namen Christian, hätte so was niemals zugelassen.“

„Na gut, wie du meinst. Wo soll das Teil jetzt eigentlich hin? Soll ich dir noch was helfen?“

„Ja, wir bringen ihn in die Werkstatt.“

„Okay… na, dann mal los.“

JD nickte, beide stellten die Gläser auf den Tisch und gingen wieder auf den Flur, wo die Maschine noch am Boden lag.

Gemeinsam packten sie an, hoben die Maschine hoch und schleppten sie in JDs Werkstatt, die eigentlich ein Zimmer war, jedoch von JD in eine Werkstatt umfunktioniert worden war.

„Komm, legen wir ihn dort auf die Liege.“, dirigierte JD und brachte den Androiden, zusammen mit Damian, zur Liege, wo sie ihn drauf legten.

„Geschafft…“, stöhnte Damian, sich über die Stirn wischend, und JD nickte ihm dankend zu.

„Wenn du meine Hilfe jetzt nicht mehr brauchst, würde ich gern wieder heim, hab ja auch noch zu tun.“

„Ist okay, mach ruhig. Ich danke dir, dass du mir geholfen hast.“, meinte JD dankend.

Damian grinste noch, dann brachte JD seinen Freund noch zur Tür, verabschiedete sich von ihm und Damian verließ dann das Haus. JD schloss hinter ihm die Tür.

Neugierig, wie JD war, lenkte er seine Schritte geradewegs zur Werkstatt und schaute sich den Androiden nun mal ganz genau an. Diese Maschine war ein Meisterwerk und er konnte, so auf den ersten Blick, keine Fehler feststellen. Auch schien, so auf den ersten Blick, nichts kaputt zu sein.

Erst mal ging er aber in die Küche, kochte sich einen Kaffee und ging dann damit wieder in die Werkstatt, wusste er doch, dass es jetzt ein langer Tag und wahrscheinlich auch eine sehr lange Nacht werden würde.

Die Tasse stellte er auf dem Tisch ab und untersuchte die Maschine weiter. Es dauerte nicht allzu lange da hatte er den Anschluss für den Strom gefunden, nur wenig später öffnete er schon die Abdeckung vom Kopf, wo sich das elektronische Gehirn befand.

Mit großen Augen bestaunte JD dieses Meisterwerk eine ganze Weile, traute sich da jetzt aber erst mal nicht heran.

„WOW….“, gab er erstaunt von sich und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, ehe er sich aus der Starre löste, das elektronische Gehirn mit einer Lupe betrachtete und so auch erfuhr, dass diese Maschine auf den Namen M9 zu hören schien.

Was für ein unpersönlicher Name… so herz-und gefühllos… „Ich werde dich Sweety nennen, denn irgendwie siehst du total niedlich und hübsch aus.“, murmelte JD vor sich hin.

So, wie JD es sah, musste der Androide funktionieren, denn einen Fehler konnte er wirklich nicht entdecken, obwohl er sich ja mit der Konstruktion dieser Maschine noch nicht so wirklich auskannte… dennoch sah diese für ihn absolut fehlerfrei aus.

Er versuchte es jetzt einfach mal. Die Abdeckung am Kopf, verschraubte er wieder ordnungsgemäß, schloss den Androiden an den Strom an und wartete ab, was passierte.

Das System schien anzulaufen… aber dann kam schon die erste Hürde:

 

Bitte, geben sie das Passwort ein.“, forderte das System.

Nun stand JD vor einem kleinen Problem… aber auch das war er bereit zu lösen.

Eine kleine Maschine, die wirklich jedes Passwort knacken konnte, setzte er dafür ein. Diese schloss er an das System an und musste nur noch ein wenig warten.

Fünf Minuten später hatte es die Maschine geschafft und JD brauchte das Passwort jetzt nur noch abzulesen und einzugeben.

„B.L.U.E.M.9.S.T.E.E.L.“, sagte er vor sich hin und gab den Code dabei ein.

„Leicht verdientes Geld…“, jubelte JD: „Blue Steel heißt du also… dein Schöpfer muss dich geliebt haben.“, bemerkte JD weiterhin und wartete nun ab, was passieren würde.

Die Augen des Androiden öffneten sich langsam und JDs Herz machte vor Aufregung, aber auch vor Freude beinahe einen Luftsprung, während er gespannt abwartete.

Die Maschine begann sich zu bewegen, setzte sich langsam auf und schaute sich um… dann fiel sein Blick auf JD und er begann ihn, mit seiner metallisch klingenden Stimme, zu fragen:

„Wer bist du? Wo bin ich hier?“

„Mein Name ist JD und ich habe dich reaktiviert. Du bist hier bei mir Zuhause, M9. Dein Schöpfer hat dich Blue Steel genannt, richtig.“

„Ja, das ist richtig.“

„Aber ich werde dich Sweety nennen… weil du irgendwie niedlich aussiehst.“, antwortete JD.

Der Androide schaute JD nur fragend an und antwortete:

 

Mein Name ist aber M9 oder Blue Steel.“

„Och, jetzt hab dich nicht so. Ich habe dich doch reaktiviert… darf ich mir dann nicht etwas wünschen?“

„Nein.“

„Wow… ein sturer Roboter also.“

„Ich bin kein Roboter… ich bin ein Androide.“, widersprach Blue Steel beharrlich.

JD lachte nur und meinte beschwichtigend:

 

Schon gut, schon gut… du hast gewonnen. Sag, hast du eigentlich einen lernfähigen Prozessor?“

„Ich bin nicht autorisiert auf diese Frage zu antworten.“

„Okay… wie du willst, dann schalte ich dich eben wieder ab und schaue selber nach… willst du das, hm?“, drohte JD der Maschine nun.

Blue Steel schien nun zu überlegen, wusste er doch wie es sich anfühlte… abgeschaltet zu werden und bat:

 

Nein… bitte… schalte mich nicht wieder ab. Ich will nicht noch einmal „sterben“.“

„Dann antworte mir.“

„Es geht nicht. Eine Sperre, in meinem System, verhindert dies.“

JD nickte verstehend und fragte ruhig:

 

Lässt du mich an dich heran? Vielleicht kann ich die Sperre aufheben. Ich bin vorsichtig… versprochen.“

„Du willst mich abschalten.“, erwiderte Blue Steel skeptisch… misstrauisch.

„Nein, ich will dich nicht abschalten. Meinst du wirklich, dass ich dich wieder abschalten würde, wo ich mich doch so sehr freue, dass du funktionierst. Bitte, lass mich wenigstens nachschauen, okay.“

Blue Steel nickte und ließ JD an sich heran.

Behutsam schraubte JD die Abdeckung ab und schaute sich das elektronische Gehirn ganz genau an… ging dabei aber wirklich sehr vorsichtig vor.

Schließlich entdeckte er etwas, das da, seiner Meinung nach, nicht hingehörte. Mit einer sehr dünnen Pinzette, griff er nach diesem winzigen Teilchen und zog es ganz sacht heraus. Dann forderte das System einen Neustart, den JD auch gleich durchführte.

Wieder musste JD den Code eingeben und das System lief langsam wieder an. Doch nun warnte das System, dass die Sperre entfernt worden wäre und ein weiterer Code notwendig sei, um die Sperre endgültig aufzulösen.

Wieder musste die kleine Maschine helfen, um den Code zu knacken, was wiederum ein wenig Zeit in Anspruch nahm.

Bingo… auch diesen Code hatte JD geknackt und gab diesen dann in das Eingabefeld ein.

Eine kleine LED Lampe leuchtete nun grün auf und das System meldete, dass die Sperre aufgehoben sei.

Endlich, jetzt hatte JD freie Bahn.

Er sprach Blue Steel an, hoffend, dass er keinen Fehler gemacht hätte und der Androide noch funktionierte.

„Blue Steel… bist du okay?“

Nach einen kurzen Selbstcheck antwortete Blue Steel:

 

Ja, JD, ich bin okay.“

JD grinste und fragte den Androiden wiederum:

 

Hast du einen lernfähigen Prozessor?“

„Ja.“

„Gut, dann ist das Erste, das du jetzt lernst… dein neuer Name… Sweety.“

„Nein, mein Name ist Blue Steel oder auch M9.“

„Herrje, muss ich wirklich erst noch deine Programmierung ändern, hm?“, antwortete JD grinsend, weil er nicht erwartet hätte, dass diese Maschine so derart stur sein würde.

„Du änderst doch auch nicht deinen Namen, oder?“, konterte die Maschine nun.

„Du irrst dich… denn mein Name ist eigentlich nicht JD, das sind nur Initialen. Eigentlich heiße ich Jeremy Dar. Weil mir der Name aber zu lang ist verwende ich nur die Initialen JD.“

Blue Steel schien alles abzuspeichern, was ihm JD sagte und antwortete:

 

Ich verstehe. Sweety ist dann wohl nur ein Kosename.“

„Ja, Blue Steel… das ist richtig.“

„Dann bin ich mit dem Namen einverstanden.“

JD lächelte die Maschine sanft an… wieder etwas das Blue Steel lernen musste, da man sonst nicht so freundlich zu ihm gewesen war… bis auf Christian eben.

„Warum bist du so freundlich zu mir?“, wollte Blue Steel wissen.

„Warum sollte ich denn nicht freundlich zu dir sein? Ich mag dich. Ach… ich verstehe… du kennst das nicht. Hab ich Recht?“

Blue Steel nickte und senkte dann seinen Kopf.

„Hey, kein Grund traurig zu sein, Sweety. Ich mag dich und wenn du magst, dann ist das hier dein neues Zuhause.“

„Dankeschön, du bist sehr freundlich zu mir.“

„Du musst dich nicht bedanken, Sweety. Wenn du magst, kannst du ruhig hier noch etwas sitzen bleiben und deinen Akku aufladen, okay. Ich bleibe auch gern solange bei dir und trinke meinen Kaffee, dann bist du nicht so allein.“, erwiderte JD, denn er kannte das Gefühl des Alleinseins nur zu genau.

„Danke.“

JD nickte, setzte sich auf seinen Stuhl und trank seinen Kaffee, während er nachdachte. Die Programmierung von Sweety musste er unbedingt noch ändern oder zumindest daran ein wenig arbeiten. Nicht grundlegend, aber doch so, dass es für ihn leichter wäre mit Sweety umzugehen und zu arbeiten.

Sweetys Sturheit war kein Problem für JD, im Gegenteil, das machte den Androiden nur noch menschlicher, als er ohnehin schon aussah.

JD fand Blue Steel sehr hübsch und ja, fast schon süß… deshalb eben der Kosename.

Schließlich legte sich Blue Steel auf die Liege und schaltete sich schon bald in den Ruhemodus ab.

JD sah das und ließ „seinen“ Sweety erst mal dort liegen. Kurz verließ er die Werkstatt, holte aus dem Wohnzimmer eine Decke und ging damit wieder in die Werkstatt, wo er den Androiden liebevoll zudeckte.

Sicher, er wusste, dass Sweety nur eine Maschine war und wahrscheinlich nicht fror, aber es gab ja wohl auch Leute, die ihre Puppen und Plüschtiere in Bettchen legten und zudeckten… und er tat es eben mit Sweety…

„Schlaf gut, Sweety.“, flüsterte er noch lächelnd, bevor er seine Tasse an sich nahm und die Werkstatt verließ, jedoch die Tür nur anlehnte. Er wollte einfach nicht, dass sich Blue Steel allein und eingesperrt fühlte, wenn er erwachte… auch wenn es vielleicht unnötig war.

So verzog sich JD ins Wohnzimmer, setzte sich auf die Couch und hatte gerade nichts anderes zu tun als seinen Freund Damian anzurufen und ihm alles haarklein zu berichten.

„Echt… das Teil hat dich nicht angegriffen?“, war erst mal alles was Damian dazu einfiel.

„Nein, hat er nicht… allerdings ist er sehr stur, was ihn schon fast menschlicher macht, als er eh schon aussieht.“, antwortete JD.

„Herrje, du schwärmst ja richtig von ihm.“

„Ja und, ich habe ihm sogar einen Namen gegeben… ich nenne ihn jetzt Sweety.“

„Au man, du bist doch echt verrückt.“, meinte Damian und kicherte.

„Ich weiß. Aber ich denke, ich werde noch eine Menge an ihm zu tun haben.“

„Na, dann wünsche ich dir noch viel Spaß und eine gute Nacht.“, beendete Damian das Gespräch.

„Ja, danke, dir auch eine gute Nacht.“, verabschiedete sich auch JD.

Beide legten anschließend auf und JD trank noch den Rest seines Kaffees aus, dann ging er ins Bad, zog sich aus, duschte kurz, trocknete sich ab und verließ das Bad, bekleidet mit einer Boxershorts und einem langen Shirt.

Noch einmal schaute er kurz nach Blue Steel, doch ihm schien es gut zu gehen und er schien zu schlafen. Erst dann ging er ins Schlafzimmer, legte sich in sein Bett und schloss die Augen.

Aber einschlafen konnte er nicht sofort. Viel zu viel ging ihm durch den Kopf… vor allem sein Sweety. Aber sein Körper forderte schließlich doch seinen Tribut und JD schlief vollkommen erschöpft ein.

*-*

Mitten in der Nacht erwachte Blue Steel. Sein Akku war voll aufgeladen und so löste er sich von der Stromquelle. Langsam setzte sich die Maschine auf, schaute sich noch einmal um und stand dann auf.

Ein wenig war er schon verwundert, dass er zugedeckt gewesen war. Hatte ihn JD zugedeckt? Laut seiner Datenbank war es eine menschliche …liebevolle Geste. Mochte JD ihn wirklich so sehr?

Trotzdem zweifelte Blue Steel noch immer an JD und überhaupt an der Menschheit. Er hatte es eben einfach nicht vergessen können, dass man ihn abgeschaltet und demontiert hatte.

Noch einmal wunderte er sich, als er sah, dass die Tür nur angelehnt war. Warum nur hatte ihn JD nicht eingeschlossen? Hatte er denn gar keine Angst vor ihm?

Langsam verließ er die Werkstatt, schaute sich aber auch immer wieder um… nicht dass es doch noch eine Falle wäre.

Aber es geschah nichts dergleichen. Blue Steel durchstreifte das Haus, schaute sich alles an, schaute auch in jeden Raum und erreichte schließlich auch das Schlafzimmer, in dem JD in seinem Bett lag und schlief.

Ein wenig betrachtete er JD während dieser schlief und konnte irgendwie nicht glauben, dass dieser junge Mann ihm vertraute und so friedlich schlief. Immerhin könnte er JD jetzt angreifen und ihn ganz leicht… nein, JD war gut zu ihm gewesen und hatte ihm gezeigt, dass es auch andere… gute Menschen gab.

 

Blue Steel konnte ihm einfach nichts antun.

Schließlich verließ er das Zimmer wieder…ließ JD schlafen.

Die ganze Nacht noch wanderte er durch sein neues Zuhause, schaute sich wieder und wieder alles hier genau an. Es gefiel ihm hier sehr viel besser, als in dem kalten, sterilem Labor. Denn hier wirkte alles so... warm und gemütlich… eben wie ein richtiges Heim... zumindest sagte ihm das seine Datenbank.

Ein wenig überforderte ihn die ganze Situation hier schon, da so krasse Gegensätze aufeinander prallten, die er nun auch erst mal verarbeiten musste.

Irgendwo auf dem großen Flur blieb er irgendwann unbeweglich stehen… seine Sicherung hatte einfach den Geist aufgegeben.

*-*

Die Sonne schickte ihre Strahlen zum Fenster herein und kitzelte JD an der Nase, der davon natürlich sogleich erwachte und sich erst mal räkelte. Er hatte lange und gut geschlafen, doch nun galt sein erster Gedanke… allein …Blue Steel.

So erhob sich JD langsam aus dem Bett, ging erst mal ins Bad, wo er sich erleichterte und sich nur kurz erfrischte, anschließend begab er sich in die Küche… wollte zumindest dorthin… blieb aber auf dem halben Wege dorthin stehen.

Erschrocken schaute er Blue Steel an, der unbeweglich vor ihm auf dem Flur stand.

„Hey, was ist denn mit dir passiert?“, fragte er die Maschine erschrocken und traurig zugleich, erwartete aber keine Antwort, denn er sah sehr wohl, dass etwas mit seinem neuen „Freund“ nicht stimmte.

Dass der Akku nicht leer sein konnte, war JD klar, da dieser ja erst aufgeladen worden war.

„Ich mach mir erst mal einen Kaffee.“, sprach er mit sich selbst: „Dann werd ich mal schauen was dir fehlt.“

Also, ging er an Blue Steel vorbei, direkt in die Küche und schaltete die Kaffeemaschine ein. Sein nächster Gang führte ihn anschließend schon mal in die Werkstatt, wo er sich mit einem Schraubendreher bewaffnete und dann zunächst in die Küche ging, sich Kaffee in die Tasse goss und erst mal einen Schluck nahm, wobei er sich aber gleich die Zunge, an dem heißen Kaffee, verbrannte.

„Aua… du Trottel.“, schimpfte er mit sich selbst, ehe er die Tasse wieder hinstellte und sich seinem Freund auf dem Flur widmete.

„Okay, dann wollen wir mal schauen, was mit dir los ist.“, sprach JD weiter mit sich, während er Blue Steel obenherum entkleidete, was ihn einiges an Mühe kostete… er es jedoch schaffte.

Dabei fiel ihm jetzt erst auf, dass die Haut dieser Maschine der, der Menschen zum Verwechseln ähnlich sah. Man hatte also ganze Arbeit geleistet.

Bei genauerem Hinsehen, entdeckte er die Abdeckung am Rücken, entfernte die Haut vorsichtig und schraubte die Abdeckung ab. Sogleich offenbarte sich ihm das Problem.

 

Tja, mein Freund, deine Sicherung ist wohl durch geknallt.“, flüsterte JD vor sich hin.

„Erst mal bekommst du jetzt eine neue Sicherung, dann schau ich mir mal deine Programmierung an… wenn du mich denn noch einmal an dich heran lässt. Tja, und dann, mein Freund, schauen wir weiter.“, dachte das Genie laut nach.

Schließlich wanderte er in die Werkstatt zurück, suchte und fand eine passende Sicherung und baute diese dann in seinen Freund ein, so dass das System gleich… wenn auch langsam… wieder anlief.

Anschließend schloss er die Abdeckung wieder, auch die Haut, auf dieser Stelle, befestigte er und zog dem Androiden das Oberteil wieder an.

Das Passwort brauchte er jetzt zum Glück nicht noch einmal einzugeben.

„Sweety, bist du okay?“, fragte JD seinen Freund, während er abwartete was passierte.

„Ja, JD, ich bin okay.“, kam schließlich die Rückmeldung.

„Ah, fein. Was ist denn eigentlich geschehen, dass dir die Sicherung durch geknallt ist?“

Blue Steel erzählte JD was er getan hatte und obgleich ein wenig erschrocken, schmunzelte JD.

„So, du hast mich also beim Schlafen beobachtet. Woran hast du währenddessen gedacht?“, wollte JD wissen und brachte derweil das Werkzeug weg, um anschließend in die Küche zu gehen.

Blue Steel folgte ihm und antwortete:

„Ich war erstaunt, dass du mir anscheinend vertraust und so friedlich schläfst. Ich dachte auch daran, dass ich dir eigentlich etwas antun könnte…“

„Setz dich, Sweety...“, antwortete JD und sprach weiter: „... aber du hast es nicht getan… und das allein zählt. Hättest du es getan, wäre jetzt niemand da gewesen, um dir zu helfen.“

„Das ist richtig.“, antwortete Blue Steel feststellend und setzte sich auf den Stuhl gegenüber von JD.

„Siehst du, genau deswegen vertraue ich dir, denn du weißt ganz genau, würdest du mich beispielsweise töten, ist niemand da, der dir helfen kann. So wie vorhin… wer hätte denn deine Sicherung wechseln können… wenn nicht ich, hm?“

JD trank einen Schluck Kaffee und sprach weiter: „Das soll keine Drohung sein, bitte versteh mich nicht falsch, es sollte dir nur aufzeigen, dass du mir vertrauen kannst… so wie ich dir auch vertraue. Außerdem hätte dein Schöpfer Christian niemals gewollt, dass du tötest... das weiß ich ganz genau.“

Alle Informationen speicherte Blue Steel in seiner Datenbank ab, denn es klang für ihn schon logisch, was JD von sich gab. Allerdings wollte er von Christian nichts hören, denn er hatte doch zugestimmt, dass man ihn deaktivierte und demontierte. Ihm gab er eine gewisse Mitschuld.

„Hör mal, Sweety, ich würde mir gern mal deine Programmierung anschauen. Ist das okay für dich?“

„Ich weiß nicht… was, wenn du alles löschst?“

„Was habe ich dir eben versucht beizubringen, hm? Du kannst mir vertrauen, ich werde sicher nichts tun, das dir Schaden zufügt. Hast du das verstanden? Sweety, du musst mir vertrauen, auch wenn es für dich vielleicht schwer ist, weil deine Erfahrungen nicht die Besten sind, aber... ich bin keiner von diesen komischen Labortechnikern und will dir nicht schaden, okay. Außerdem kenne ich mich gut mit solchen Dingen aus.“

„O-okay.“, willigte Blue Steel zögernd ein.

„Ich werde dich an meinen Computer anschließen und mir erst mal nur alles anschauen, okay. Wenn ich etwas verändern möchte, dann sage ich dir Bescheid, einverstanden?“

Der Androide nickte zwar, doch so wirklich konnte er JD, in dieser Hinsicht, noch nicht vertrauen.

JD trank seinen Kaffee aus, stellte den Becher in die Spülmaschine und wandte sich an seinen Freund.

„Kommst du dann mit in die Werkstatt?“

Diese Frage von JD vernehmend, beschlich Blue Steel ein neues… anderes, sehr heftiges Gefühl… das sich Angst nannte und er erst mal sitzen blieb… der Bitte von JD nicht nachkommend.

JD wartete auf seinen Freund, schaute ihn an und wunderte sich nun, dass sich dieser nicht erhob... sich nicht einmal bewegte.

„Sweety…? Kommst du?“

„Ich weiß nicht. Ich… habe plötzlich so ein heftiges Gefühl, das ihr Menschen… Angst nennt.“

Nach den Worten seines mechanischen Freundes, ging JD auf ihn zu und schaute ihm direkt in die hübschen, stahlblauen Augen.

„Sweety, du brauchst doch keine Angst zu haben. Ich bin dein Freund und Freunde… tun einander nicht weh und sie vertrauen einander. Ich werde dir nicht weh tun und dir auch keinen Schaden zufügen.

Schau mal Sweety, ich habe dich mit einem Freund von dem Schrottplatz geholt, auf den man dich gebracht hatte. Ich habe dich reaktiviert und dir geholfen. Glaubst du wirklich, dass ich dir schaden will? Schau mich an, Sweety… bitte. Was muss ich tun, damit du mir glaubst und vertraust?“

Nun hatte Blue Steel wieder etwas worüber er nachdenken konnte.

Schließlich nickte er, stand auf und schaute auf JD herab:

„Also gut, ich will versuchen dir zu vertrauen.“

„Danke. Weißt du was, wir machen das so: Ich fange erst mal an und wenn dir etwas unangenehm ist oder du etwas nicht möchtest, sagst du mir Bescheid und ich höre auf. Einverstanden?“

„Einverstanden.“, willigte Blue Steel ein.

Gemeinsam gingen sie in die Werkstatt und JD bat Blue Steel sich an den Tisch zu setzen. JD entfernte sacht die Haut vom Kopf seines Freundes, entfernte auch die Abdeckung und nahm anschließend ein paar Kabel, die er an das elektronische Gehirn und die anderen Enden an seinen Computer anschloss.

Nachdem er sich auf den Stuhl, neben seinen Freund, gesetzt hatte, schaltete er den PC ein, woraufhin sich sogleich ein Programm installierte. Ein Weilchen dauerte es noch ehe JD das Programm öffnen und die Daten seines Freundes aufrufen konnte.

„Keine Angst, alles ist gut.“, redete JD beruhigend auf seinen Freund ein, während er nun endlich die Daten und auch die Programmierung von Blue Steel einsehen konnte.

In aller Ruhe schaute sich JD alles an, suchte auch nach Fehlern und erfuhr so, dass es einen Nachfolger von M9 gab… M10!

„Weißt du etwas über deinen Nachfolger M10?“, fragte JD seinen Freund und lenkte ihn somit ein wenig ab.

„Ja, er ist das perfekte, ausgereifte und verbesserte Model, mit dem Namen Blue Ice.“, ging Blue Steel auf die Ablenkung ein, ohne dies allerdings zu bemerken.

„Ich sehe das schon und er scheint vollkommen anders programmiert worden zu sein. Du wurdest wohl abgeschaltet, weil deine Programmierung dich egoistisch erscheinen ließ, du nicht gehorchen wolltest und nur an deinem Schutz interessiert gewesen bist. Blue Ice hingegen, dient den Menschen, wurde zum Schutz der Menschen programmiert.

Na, mal schauen, was ich tun kann.“, meinte JD und schaute weiter auf den Bildschirm.

Minute um Minute, Stunde um Stunde verging, dann hatte JD den Fehler in der Programmierung gefunden…

„Ah, ich habs, hier ist die fehlerhafte Stelle. Schau mal, Sweety.“, gab JD von sich und zeigte Blue Steel die Stelle auf dem Monitor.

Der Androide schaute tatsächlich auf den Monitor und sah diese fehlerhafte Stelle ebenfalls.

„Bist du einverstanden, dass ich diese Stelle ändere?“

„Ja.“

JD nickte kurz und machte sich an die Arbeit.

Kopfschüttelnd tippte JD die richtige Programmierung ein, denn er hatte tatsächlich noch einen Fehler entdeckt. Sein Freund hatte schon ein Belüftungssystem, sogar ein sehr gutes, nur war es leider versäumt worden, dieses System auch in die Programmierung einzufügen.

So musste nun JD die ganze Arbeit machen. Wieder verging Stunde um Stunde… zwischendurch machte sich JD aber auch mal einen Kaffee, damit er besser nachdenken konnte und nicht etwa einschlief.

Blue Steel rückte und rührte sich nicht, blieb ganz ruhig sitzen und ließ JD machen. Langsam merkte er, dass JD ihm nichts Böses wollte.

Es dauerte schon noch etwas bis JD wirklich alle Fehler ausgemerzt hatte, zudem er zwischendurch auch mal eine kleine Pause einlegen musste. Irgendwann hatte er es aber endlich geschafft und das Umprogrammieren abgeschlossen.

Die Kabel vom PC und seinem Freund entfernte er, nachdem das System seines Freundes einen Neustart gefordert hatte. Diesmal musste er aber wieder ein anderes Passwort eingeben, wobei ihm mal wieder sein kleines Gerät, zum Knacken von Passwörtern, geholfen hatte.

Endlich lief Blue Steels System fehlerfrei. JD war zufrieden und Blue Steel dankte seinem Retter… nun wissend, dass er ihm vertrauen konnte.

„Geht es dir gut, Sweety?“

„Ja, danke... ich funktioniere einwandfrei.“

JD kicherte und meinte:

„Sweety, du siehst aus wie ein Mensch, da sagt man... es geht mir gut... nicht so was wie, ich funktioniere. Du wirst noch sehr viel lernen müssen.“

Sanft lächelte JD Blue Steel an und legte seine Hand ebenso sanft auf die seines Freundes... streichelte sacht drüber.

Blue Steel schaute erst auf seine Hand... etwas verwirrt war er... schaute dann JD in die Augen.

„Was tust du da... und ...warum?“, wollte er von JD wissen.

„Ich streichle deine Hand. Mir gefällt es, deine Hand zu streicheln, ich könnte auch dein Gesicht streicheln. Gefällt es dir? Fühlt es sich für dich gut an?“

„Ich... weiß nicht. Ja... schon... es fühlt sich gut an. Nur... ich kenne so was nicht.“, stammelte Blue Steel.

„Hey, es muss dir nicht peinlich sein. So etwas, weißt du, tut man, wenn man jemanden, richtig gern hat. Schade, dass du es nicht kennst... aber... jetzt lernst du es kennen.“, erwiderte JD, stand auf und ging auf seinen Freund zu.... legte liebevoll seine Hand auf dessen Wange... sanft drüber streichelnd.

Blue Steel senkte den Kopf, fixierte den Boden, doch antwortete er nicht... genoss es irgendwie schon... dieses neue... so fremdartige Gefühl.

„Schau mich bitte an, Sweety. Wie fühlt es sich für dich an, hm? Kannst du es überhaupt fühlen?“

„Ja, ich fühle es. Es... ich... es erzeugt seltsame Gefühle in mir... NEIN... nicht...!“, stammelte Blue Steel, sprang von dem Stuhl auf und flüchtete nach hinten.

JD blieb vorerst wo er war, konnte er sich doch denken, dass Blue Steel es nicht kannte... wusste es und doch freute es ihn, dass sein Freund Gefühle haben konnte und somit beinahe lebendig war.

„Du lebst, Sweety... deshalb hast du diese Gefühle. Auch das Gefühl der Angst, das du vorhin gespürt hast, ist etwas normales und keineswegs gefährlich. Vertrau mir... bitte, Sweety.“, redete JD beruhigend auf Blue Steel ein.

„Schau, ich bleibe hier stehen... werde dich nicht bedrängen und wenn du es willst, werde ich den Raum verlassen.“, fügte JD ruhig hinzu und ging, langsam... rückwärts, zur Tür.

Nicht wissend was er tun sollte, hörte Blue Steel JD zu, wusste auch, dass JD nicht log, denn genau wie Blue Ice, hatte er einen eingebauten Lügendetektor und konnte Lügen somit sehr schnell erkennen.

„Nein, bitte... JD... du musst das Zimmer nicht verlassen. Ich weiß, dass du nicht lügst, aber das alles... es macht mir Angst.“

„Ich verstehe dich, Sweety. Aber du musst keine Angst haben. Bisher hast du mir doch auch vertraut, oder. Ich habe nichts getan, was dir geschadet hat und auch jetzt kannst du mir vertrauen, denn Gefühle können etwas sehr schönes sein und sind mit Sicherheit nichts wovor du Angst haben musst.“

Sanft lächelte JD seinen Freund an und fragte ihn:

„Darf ich mich dir nähern... oder magst du zu mir kommen?“

Blue Steel antwortete nicht, setzte sich stattdessen in Bewegung und ging langsam auf JD zu, der genau da stehen blieb, wo er war, sich jedoch freute, dass Blue Steel ihm glaubte und anscheinend auch vertraute.

Als der Androide endlich vor JD stand, schaute dieser ihn sanft an:

„Na, siehst du. Ich tu dir nichts. Danke, dass du mir vertraust. Darf ich dich berühren und streicheln?“

Einen Moment lang herrschte Ruhe, dann nickte Blue Steel und willigte leise ein:

„Ja.“

JD lächelte noch immer und hatte das Gefühl, dass das Grinsen sein Gesicht gar nicht mehr verlassen wollte. Langsam hob JD seine Hand, legte diese behutsam auf Blue Steels Wange und streichelte ihn sanft.

Ganz still blieb Blue Steel stehen, rührte sich nicht und ließ diese Situation auf sich wirken. Dabei spürte er wie sanft und liebevoll JD zu ihm war, dass er ihm wirklich nicht schadete... auch wenn es sich für ihn sehr seltsam anfühlte.

„Wie fühlt es sich für dich an? Ist es für dich okay?“

„Ja, es ist okay... aber es fühlt sich seltsam an... ich kenne so was nicht.“

„Ich weiß, Sweety, ich weiß.“, erwiderte JD verträumt und sehr glücklich.

Denn endlich war er nicht mehr allein:

„Darf ich dich küssen, Sweety?“

Sich den Streicheleinheiten nun wieder entziehend... sich zurückziehend, antwortete Blue Steel verwirrt:

„Warum... willst du das?“

„Weil ich dich eben sehr gern habe.“

„Aber so was tut ihr Menschen doch nur, wenn ihr euch liebt.“

„Ja, das stimmt und vielleicht habe ich mich ja auch ein wenig in dich verliebt, Sweety. Ich bin so unsagbar glücklich, dass ich endlich nicht mehr allein bin.“

„Nein, ich glaube, das möchte ich so nicht. Du bist doch ein Mann.... und... ja, ich weiß, dass das auch geht, aber... ich weiß nicht ob ich das so möchte und kann. Ich mein, was möchtest du denn als nächstes tun... mit mir... schlafen?“

Blue Steel war gerade mehr als verwirrt und konnte kaum noch klar denken, denn ihn erschreckte es, was sich JD von ihm wünschte.

„Nein, ich möchte nicht mit dir schlafen... zumindest noch nicht, Sweety. Aber zu einer Liebe gehört eben auch, dass man irgendwann intim miteinander wird. Dir schadet es aber in keinster Weise. Ich verspreche es dir. Lass es uns wenigstens versuchen und wenn es dir nicht gefällt, dann höre ich auf, okay.“


Zögernd nickte Blue Steel und ging wieder ein wenig auf JD zu.

„Hab keine Angst, Sweety.“, flüsterte JD seinem Freund zu und streichelte wieder sanft dessen Wange, schaute ihm liebevoll in die Augen, stellte sich dann auf die Zehenspitzen und legte seine Lippen sanft auf die seines Freundes.

Natürlich wollte er das erst mal nur ausprobieren... schauen wie es sich anfühlte und es fühlte sich für ihn einfach nur einmalig an, viel zu schön, um jetzt von Blue Steel ablassen zu können.

Blue Steel erwiderte den Kuss.. warum auch immer, aber irgendwie gefiel es ihm doch besser, als er angenommen hatte.

Sacht löste JD den Kuss und schaute Blue Steel an.

„Und... was sagst du... lässt sich das wiederholen?“

Blue Steel schaute JD in die Augen und nickte nur, ohne etwas zu sagen. So richtig wusste er nicht, was er dazu sagen oder was er davon halten sollte. Er spürte diese Gefühle, wie sie ihn überfielen und er nichts dagegen tun konnte.

„Ach herrje, du scheinst ja richtig verlegen zu sein. Musst du doch nicht... ich hab dich echt gern. Du bist zu süß.“, flüsterte JD grinsend, ließ den Androiden dann aber doch in Ruhe, entfernte sich etwas von ihm.

„Also, ich muss noch was tun, du kannst dich hier frei bewegen, okay. Ach ja, was ich dich fragen wollte... möchtest du in einem richtigen Bett schlafen und damit auch ein eigenes Zimmer haben, oder bleibst du hier in der Werkstatt?“

„Ich... darf... ein Zimmer haben?“, fragte Blue Steel erstaunt, aber freudig lächelnd.

„Ja, natürlich.“

„Danke. Dann hätte ich gern... ein eigenes Zimmer... bitte.“

„Herrje, bist du süß. Natürlich kriegst du dein Zimmer. Komm mal mit.“, erwiderte JD, nahm Blue Steel an die Hand und ging mit ihm in die erste Etage.

Vor einem der Zimmer blieb er mit seinem Freund stehen, öffnete die Tür und zeigte Blue Steel das Zimmer.

„Ist das Zimmer für dich okay?“

Mit beinahe glänzenden Augen, antwortete Blue Steel:

„Wow... danke, das Zimmer sieht toll aus.“ und schien sich dabei wie ein kleines Kind zu freuen.

JD freute sich mit ihm:

„Na, dann... willkommen in deinem neuen Zuhause. Schau dich ruhig noch etwas um, wenn du magst, ich werde inzwischen noch etwas arbeiten.“

Blue Steel nickte, betrat das Zimmer und JD schloss grinsend... hinter sich die Tür.

Zunächst ging JD aber ins Bad, duschte sich kurz ab, zog sich danach in seinem Schlafzimmer an und ging anschließend in die Werkstatt, wo er noch einiges zu erledigen hatte.

Währenddessen buchte er eine Reise in die Karibik für sich und Blue Steel. Auch ließ er sich per Internet einen Ausweis für seinen Freund ausstellen, den er für die Reise brauchen würde.

JD war so glücklich, dass er sich nun endlich mal einen Urlaub gönnen und diesen mit Blue Steel verbringen wollte.

*-*

In der Zwischenzeit hatten sich die Wissenschaftler im Labor zwar mit den Plänen des neuen Projektes befasst, doch hatte man M10 noch nicht aufgegeben und versuchte weiterhin alles um den Androiden und Christian zu finden.

Außerdem hatte man inzwischen auch bemerkt, dass jemand M9 vom Schrottplatz gestohlen hatte. Na gut, um M9 war es nicht schade, wie sie fanden, doch M10 wollten sie schon gern wieder haben, Christian überführen und bestrafen.

Die Chefetage forderte dennoch den Beginn der C-Reihe, so dass man zumindest M10 wiederfinden konnte... ja, und M9, wenn auch unbrauchbar, wollte man ebenfalls wieder haben. Vielleicht konnte man diesen ja dann auch als Ersatzteillager für M10 nutzen.

Also machten sich die Konstrukteure, die noch übrig und auch ganz gut waren, daran die C-Reihe sehr sorgfältig zu planen und aufzubauen...

*-*

Eine Woche später:

JD hatte es tatsächlich geschafft, denn Blue Steel vertraute ihm mehr und mehr, auch ließ er es nun immer öfter zu, dass JD ihn küssen durfte, was diesen insbesondere sehr freute. Allerdings bedrängte JD seinen Freund niemals.

An diesem etwas regnerischem Tag war JD aufgestanden, hatte sich fertig gemacht und nach Blue Steel gesehen, der aber sich aber noch in seinem Zimmer im Ruhemodus befand und seinen Akku, der inzwischen von JD verbessert worden war, auflud.

Er ließ ihn noch etwas am Strom hängen, denn heute wollten sie ja weg fliegen... in die Karibik.

Während JD noch sein Frühstück aß und seinen Kaffee trank, dachte er daran, wie sehr sich Blue Steel gefreut hatte, als JD ihm sagte, dass sie wegfahren würden. Auch dachte er daran, wie schwer es noch war bis sein Sweety ihm endlich und wirklich vertraute.

Den langen Weg zu Blue Steels „Herzen“ hatte JD gemeistert, hatte wirklich alles gegeben, was er konnte, ihm immer wieder gut zugeredet, es letztlich geschafft und Blue Steel erobert.

Sex hatten beide aber noch nicht, denn JD wollte seinem Freund noch etwas Zeit lassen und dafür vielleicht den Urlaub nutzen... die Romantik des Urlaubs ein wenig ….ausnutzen.

Aus dem Fenster schauend musste JD schmunzeln, als er daran dachte, wie stur sein Sweety trotz allem noch immer war, wie viele menschliche Eigenschaften er von ihm – JD – übernommen hatte und wie menschlich er in der kurzen Zeit schon geworden war. Kaum war er noch zu unterscheiden von einem echten Menschen.

Besonders stolz war JD aber darauf, dass er Blue Steels Stimme hatte verbessern können, so dass diese sehr viel menschlicher und nicht mehr so metallisch klang.

Noch immer am Nachdenken, hörte er plötzlich Schritte in die Küche kommen und drehte sich um.

„Guten Morgen, Sweety.“

„Guten Morgen, JD.“

„Na du, hast du gut geschlafen?“

„Geschlafen? Ich schlafe doch gar nicht.“

„Oh doch, du schläfst... denn, wenn du einem Menschen auch nur ähnlich sein willst... dann schläfst du auch. Bei uns heißt es nun mal schlafen. Verstehst du das?“, erklärte JD seinem Freund grinsend.

Blue Steel nickte nur und setzte sich zu JD an den Tisch.

„Ich bin gleich fertig, dann kommt Damian und bringt uns zum Flughafen, wo wir ins Flugzeug steigen und in den Urlaub fliegen. Dein Akku ist voll aufgeladen, ja?“

„Okay. Ja, mein Akku ist voll.“, beantwortete Blue Steel die Frage seines Freundes, als sie es auch schon läuten hörten.

„Ah, das muss Damian sein, bist du soweit.“

Blue Steel nickte wieder, stand nach JD auf und folgte ihm zur Tür. JD nahm die Koffer, gab auch Blue Steel zwei, dann verließen sie das Haus und JD schloss die Tür ab.

Draußen wartete wirklich schon Damian, der Blue Steel und auch JD ins Auto einsteigen ließ, sich selbst hinters Steuer setzte und beide zum Flughafen brachte.

Damian dachte sich seinen Teil über Blue Steel. So richtig traute er ihm nicht über den Weg, auch wenn sein Freund JD noch so sehr beteuerte, dass der Androide friedlich war und er ihn ...liebte... eine Tatsache, die für Damian schon sehr befremdlich war.

Er stellte sich aber nicht gegen diese... Liebe... auch wenn es ihn schon erstaunte, dass JD ganz offensichtlich schwul war und sich nun auch noch einer Maschine an den Hals warf... anstatt sich einen menschlichen Freund zu suchen.

Aber JD war alt genug und musste wissen was er tat, so dass sich Damian nicht einmischte.

Den Flughafen erreicht, stoppte Damian, ließ beide aussteigen und verabschiedete sich von beiden, ehe er nach Hause fuhr.

Gemeinsam betraten die Beiden den Flugplatz, checkten ein und mussten nun nur noch warten, bis ihr Flug aufgerufen wurde.

Eine gefühlte Ewigkeit später wurde der Flug endlich aufgerufen. Gemeinsam gingen sie zum angegebenen Gate, mussten dann durch die Passkontrolle, die reibungslos verlief, um dann durch eine Art Tunnel das Flugzeug zu betreten.

Da JD Blue Steel alles genau erklärt hatte, was das Flugzeug und das Fliegen anging, hatte dieser kein Misstrauen und auch keine Angst. Sie suchten sich ihre Plätze und setzen sich, anschließend schaltete sich Blue Steel in den Ruhemodus, um Energie zu sparen.

Immerhin hatten sie es so besprochen und da Blue Steel ohnehin aussah wie ein Mensch, würde jeder denken, dass er eingeschlafen wäre... was ja auch gar nicht so verkehrt war.

Der Flug dauerte sehr lange, verlief jedoch ohne Zwischenfälle, um eine halbe Ewigkeit und lange Schlafphasen später auf dem Zielflughafen zu landen.

JD hatte seinen Freund kurz zuvor geweckt, dann stiegen beide, nach der Landung aus, nahmen sich ein Taxi und ließen sich zum Hotel fahren. Währenddessen schauten sie sich aus dem Autofenster alles genau an und freuten sich auf den Urlaub.

Insbesondere JD freute sich schon, denn dieser Urlaub sollte etwas ganz besonderes für ihn und seinen Freund werden. Blue Steel sollte endlich das Gefühl der Liebe kennen lernen, wenn JD ihn verführen würde.

Da es für JD ebenfalls das erste Mal wäre, würden beide eben ihre ersten Erfahrungen in Sachen... Liebe... machen. Denn für JD war Blue Steel etwas ganz besonderes und es absolut wert geliebt zu werden.

Das Hotel erreicht, checkte JD sich und seinen Freund ein, dann wurden die Koffer von dem Pagen auf das gebuchte Zimmer gebracht und JD bezahlte den Pagen für seine Arbeit.

„Und, wie gefällt es dir hier, Sweety?“, wollte JD von seinem Freund wissen, nachdem der Page ihnen alles Nötige erklärt hatte, das Zimmer anschließend verließ und die Zimmertüre hinter sich schloss.

„Es gefällt mir sehr gut hier.“, antwortete Blue Steel und setzte sich auf das Bett... irgendwie fühlte er sich müde und erschöpft.

„Du bist erschöpft, hm. Ist okay, schlafen wir ein wenig und ruhen uns aus.“, meinte JD noch, schaute sich um und entdeckte die Steckdose neben dem Bett.

„Schau mal. Sweety, da ist eine Stromquelle, falls du deinen Akku aufladen möchtest.“, machte JD seinen Freund aufmerksam, der aber nur nickte sich nach hinten auf das Bett fallen ließ, die Augen schloss und sogleich in den Ruhemodus wechselte.

Blue Steel hatte es nicht einmal mehr geschafft sich an die Stromquelle anzuschließen.

JD grinste nur, ging auf das Bett zu und schloss seinen Freund an die Stromquelle an. Anschließend packte er die Koffer von sich und Sweety aus und räumte alles ordentlich weg.

Trotzdem JD ebenfalls sehr erschöpft und müde war, ging er noch duschen, wickelte sich nur ein Badetuch um die schmale Hüfte und erreichte so das Zimmer wieder, wo er sich neben seinem Freund, auf das Bett legte.

Er konnte nicht anders, drehte sich auf die Seite, lächelte seinen Sweety an, hob seine Hand und streichelte seinen Freund zärtlich, ehe er sich an ihn kuschelte, die Augen schloss und sogleich einschlief.

Es war schon dunkel draußen, als Blue Steel erwachte und etwas... nein... jemanden neben sich spürte. Er drehte seinen Kopf seitlich und sah JD, nur mit einem Badetuch bekleidet, an sich geschmiegt liegen. Jetzt probierte er seine Mimik aus und lächelte JD an.

Dennoch war es Blue Steel sehr unwohl, dass sich JD so nahe an ihn kuschelte. Sein Lächeln verschwand und er entfernte sich etwas von JD, der allem Anschein nach noch immer schlief. Erst dann löste er sich von der Stromquelle, an die ihn sein Freund angeschlossen hatte.

Nur wenig später erwachte JD langsam, was Blue Steel sofort mitbekam und sich noch schlafend stellte.

Ein wenig schlaftrunken räkelte sich JD und schmiegte sich noch ein wenig mehr an seinen Freund, streichelte ihn sanft und grinste in sich hinein, denn er hatte sehr wohl mitbekommen, dass Blue Steel längst erwacht war.

„Hast du gut geschlafen, Sweety?“, fragte JD seinen Freund deshalb.

Aber Blue Steel stellte sich schlafend und antwortete eben nicht.

„Sweety, du brauchst dich nicht schlafend zu stellen, ich weiß, dass du wach bist.“

„Woher weiß du das?“, fiel der Androide auf JDs Trick herein.

„Weil du nicht mehr an die Stromquelle angeschlossen bist.“, kicherte JD und streichelte seinen Freund, begann dessen Körper langsam zu erforschen und erhob sich dabei ein klein wenig.

Blue Steel schwieg nun, denn dieser Beobachtungsgabe hatte er nun wirklich nichts mehr entgegenzusetzen.

Sich über seinen Liebsten beugend begann JD ihn zu küssen und so ganz nebenbei knöpfte er dabei das Oberteil seines Lieblings auf, ließ dann seine rechte Hand streichelnd über den Oberkörper von Blue Steel gleiten. Dabei erreichte er auch die Brustwarzen seines Freundes und strich sanft darüber, bevor er den Kuss löste, um den Körper seines Lieblings küssend weiter zu erforschen.

Seine linke Hand wurde inzwischen sehr frech, wanderte zur Körpermitte und legte sich darauf.

„Nein.... nicht... bitte nicht...“, bat Blue Steel, der mit einem Mal seltsame Gefühle... die zudem so unbekannt und befremdlich für ihn waren... zu spüren begann.

JD ließ zunächst von Blue Steel ab, schaute ihm in die Augen und fragte ihn leise:

„Was hast du denn, mein Schöner? Ist es dir unangenehm?“

„Ja, und es.... fühlt sich... so seltsam an...“

„Das was du spürst, ist nichts schlimmes. Ich liebe dich und möchte dir deshalb viele schöne Gefühle schenken. Gefällt es dir denn, wenn ich dich hier berühre?“, meinte JD fragend und legte seine Hand nun auf den Oberschenkel, ganz in die Nähe der Körpermitte seines Liebsten.

Den liebevollen Blick von JD, mit seinen Augen einfangend, nickte Blue Steel zwar, doch beantwortete er die Frage seines Freund nicht, verdrehte vielmehr die Augen, die sich anschließend schlossen und dann ….nichts mehr von Blue Steel kam...

Sehr schnell erkannte JD, dass sein Freund wohl überlastet war und ließ von ihm ab. Er würde es wohl doch noch etwas langsamer angehen lassen müssen. Aber zunächst musste JD seinem Freund helfen und ihn wieder in Ordnung bringen.

Glücklicherweise hatte JD auch hier und jetzt im Urlaub alles dabei, was er brauchte, um den Androiden zu reparieren. Also machte er sich sogleich an die Arbeit, hatte in binnen weniger Augenblicke seinen Freund repariert und ihn somit wieder gerettet.

Jedoch ließ er ihm nun ein wenig Zeit, damit sein Freund wieder zu sich selbst finden konnte.

Ein Weilchen später war Blue Steel wieder ganz okay und sah vor sich JD, der ihm besorgt, aber grinsend in die Augen blickte.

„Na du, alles gut bei dir, hm? Du hast mich ja ganz schön erschreckt.“

„Hallo JD... ich... es tut mir leid... ich... wollte dich nicht erschrecken.“

„Hey, ich habs doch nicht so gemeint... du musst dich nicht entschuldigen. Wenn ...dann müsste ich mich bei dir entschuldigen. Es tut mir nämlich leid, dass ich dich ganz offensichtlich überfordert habe und ich hoffe, du kannst mir verzeihen.“

Der Androide setzte sich auf und schaute JD an... schüttelte den Kopf:

„Nein, auch dir muss nichts leid tun, denn ich weiß und verstehe jetzt was du dir von mir wünschst und was du für mich fühlst. Aber das ist etwas... von dem ich nicht weiß, ob ich dazu fähig und in der Lage sein werde es zu erwidern.“

„Es ist okay, wenn du es nicht erwidern kannst, dann bleiben wir eben Freunde. Obwohl ich der Meinung bin, dass du meine Gefühle sehr wohl erwidern könntest... nur denke ich, dass du Angst davor hast. Womit auch schon bewiesen wäre, dass du sehr wohl Gefühle hast. Denn Angst ist ein sehr intensives Gefühl... genau wie die Liebe, die ich für dich empfinde. Aber von nun an werde ich etwas langsamer und behutsamer mit dir umgehen. Das verspreche ich dir.“

„Es tut mir leid, dass ich dich enttäuscht habe. Vielleicht solltest du mich doch einfach abschalten... und auf den Schrottplatz zurückbringen....“, meinte Blue Steel traurig.

„Nein, Sweety.... niemals... hörst du... niemals werde ich dich abschalten! Ich habe dich sehr gern.... ich liebe dich und wenn du meine Liebe eben nicht erwidern kannst, dann ist das eben so und ich werde auch damit klarkommen! Aber ich werde dich nicht abschalten.... okay!“, ereiferte sich JD, ob der Worte seines Freundes, nun doch etwas, während ihm die Tränen in den Augen standen.

„Außerdem... sehe ich doch, wie traurig du bist... und das ist auch ein Gefühl... also erzähle mir nicht so einen Unsinn!“, fügte JD hinzu und eine Träne lief über seine Wange.

Blue Steel tat es leid, dass JD weinte, so dass er sich vorbeugte, seinen Freund zu sich heran zog und ihn sanft in die Arme nahm.

„Sweety.... nie geb ich dich her... nie schaltete ich dich ab... ich liebe dich...“, schluchzte JD und schmiegte sich an seinen Freund an, der sanft seinen Rücken streichelte und schwieg.

Lange saßen sie noch so auf dem Bett und ließen erst voneinander ab, als JD Hunger verspürte.

Sacht löste er sich von seinem Freund, schaute ihm in die Augen und lächelte leicht... seine Hand an die rechte Wange des Androiden legend.

„Alles gut, Sweety. Ich habe mich falsch verhalten und werde dir einfach etwas mehr Zeit geben. Okay?“

Blue Steel nickte nur, sagte aber nichts.

Alles weitgehend verdrängend verließ JD das Bett, stand auf und meinte:

„Wie siehts aus, Sweety, gehen wir noch raus? Ich hab einen Bärenhunger und würde schon gern was Essen gehen.“

Wiederum nickend stand Blue Steel ebenfalls auf und schwieg noch immer.

Natürlich blieb JD das nicht verborgen und wand sich deshalb an seinen Freund:

„Ist alles okay mit dir?“

„Ja, JD... es ist alles okay... ich denke nur nach, mach dir keine Sorgen. Gehen wir raus.“

JD nickte lächelnd, nahm Blue Steel an die Hand, schnappte sich den Zimmerschlüssel und verließ das Zimmer mit seinem Freund. Das Zimmer schloss er ab, um anschließend das Hotel zu verlassen.

Draußen angekommen schaute sich JD um, erfreute sich an dieser wunderschönen Umgebung und genoss das tolle Wetter. Erst nachdem JD sich hier gründlich umgeschaut hatte, ging er mit seinem Freund an der Hand auf ein Restaurant zu, als Blue Steel urplötzlich, wie erstarrt, stehen blieb und in eine Richtung starrte.

„Sweety, was hast du denn... was ist denn los?“, wollte JD von seinem Freund wissen, doch erklärte sich ihm dessen Verhalten sogleich von selbst, als er ebenfalls in die Richtung blickte.

„Sweety? Ist es das was ich glaube zu sehen? Der da sieht ja aus wie du! Meinst du das ist...“

„Ja, das ist M10 oder auch Blue Ice und der Mensch daneben ist mein Schöpfer... Christian.... der zustimmte, dass sie mich... demontierten... mich sterben ließen...“

„Ist schon gut, Sweety. Ich bin bei dir und beschütze dich. Niemand wird dir etwas antun, denn das werde ich nicht zulassen. Komm, gehen wir ihnen entgegen.“, mit diesen Worten ging JD mit seinem Freund auf die Beiden zu, die etwas entfernt von ihnen standen.

Diesem Christian würde er schon seine Meinung geigen, das war Fakt!

*-*

Auch Christian war mit Blue Ice auf dem Weg ins Restaurant, weil er sich auch mal wieder etwas gönnen wollte, als auch er wie erstarrt stehen blieb, als könnte er nicht glauben, was oder wen er erblickte.

„Blue Steel....“, hörte er sich sagen und schaute Blue Ice an, der lächelte und sich irgendwie freute... seine Augen richtig zu strahlen begannen.

Schließlich setzten auch sie sich in Bewegung und gingen ebenfalls auf das „Pärchen“ zu. Christian fragte sich nun aber wer der Typ war, der sich an der Seite von Blue Steel befand.

Schließlich standen sich die beiden „Pärchen“ gegenüber und schauten sich zunächst einfach nur fragend, aber auch grinsend an. JD war es dann, der das Schweigen brach... in sich hinein grinsend:

„Hallo. Mein Name ist JD. Blue Steel muss ich euch ja wohl nicht mehr vorstellen... oder... er wird von mir aber Sweety genannt. Ihr seid dann wohl... Christian und Blue Ice...wenn ich das richtig sehe...“

„Ja, das ist richtig. Aber, was sucht ihr hier und was hast du mit Blue Steel zu tun? Sucht ihr nach uns.... ist es ein Auftrag? Ich kenne dich nicht und soweit ich weiß, arbeitet niemand mit dem Namen JD in der Firma.... was natürlich nicht heißt, dass sie euch nicht doch.....“

„Hey, hey, hey, nun aber mal langsam.... jetzt beruhige dich erst mal und höre auf mich zu bombardieren, ich habe dir nämlich gar nichts getan. Und dann, nein, wir wurden nicht geschickt. Wir sind nur auf Urlaub hier und was Sweety mit mir und ich mit ihm zu tun habe.... nun.... ich habe ihn von eurem Schrottplatz geholt, ihn gerettet und ihn wieder hergestellt.

Du hattest ja wohl nicht den Arsch in der Hose Sweety zu retten und dich für ihn einzusetzen, oder?! Also halt du doch mal schön den Ball flach! Für Sweety würde ich mein Leben geben. Niemand würde an mir vorbei kommen, um Sweety zu zerlegen!

Er war so ängstlich, dass ich anfangs kaum an ihn heran kam! Oder war dir Sweety zu anstrengend... hä?! Blue Ice ist ja lieber und netter... hab ich Recht?!“, wütete JD Christian an, was Blue Steel grinsen ließ und er sich nun wirklich sicher war, dass er JD tatsächlich vertrauen konnte, hatte dieser es ihm doch ohnehin schon sehr oft bewiesen.

Blue Ice hielt sich da raus, er schaute Blue Steel bewundernd an und lächelte... sich freuend, dass er „seinen Bruder“ endlich kennen lernen durfte.

Beschwichtigend hob Christian die Hände und erwiderte:

„Du.... hast ihn wieder hergestellt.... zum Laufen gebracht? Wie bist du denn an seinem Sicherheitssystem vorbei gekommen?

Was die Demontage angeht... ich konnte nichts tun. Man hatte mich gezwungen und glaub mir... ich war sehr traurig und niedergeschlagen deswegen. Denn ich habe Blue Steel geliebt, nur... leider... war er sehr auf sich und seine Sicherheit fixiert und deshalb wurde er demontiert, Man befürchtete einfach, dass er sich vielleicht irgendwann an Menschen vergreifen und somit ein Sicherheitsrisiko darstellen würde, außerdem würde er niemals einen Menschen retten.“

„Das ist doch noch lange kein Grund! Du hast dir nur nicht genug Mühe mit Sweety gegeben und dich nicht richtig um ihn gekümmert! Ich habe es doch auch geschafft und ich habe noch so einiges mehr erreicht, als …. du vielleicht je imstande sein wirst!“

„JD.... ich.... darf dich doch so nennen, oder.... ich wollte ihm niemals schaden, aber wie gesagt... ich hatte keine andere Wahl.“

„JD.... bitte...“, mischte sich Blue Steel ein: „.... er sagt die Wahrheit.“, als er merkte, dass JD abermals etwas erwidern wollte.

Grinsend schauten JD und Christian den Androiden gleichzeitig an: „Blue Steel....?!“, kam es erstaunt von Christian....: „Sweety...?!“, konnte man auch JD sagen hören.

Christian glaubte seinen Ohren nicht zu trauen, hatte sich Blue Steel gerade wirklich beschwichtigend eingemischt?!

„Also, ich wollte grad was Essen gehen. Kommt ihr mit? Ich will alles wissen, wie du sein Sicherheitssystem umgangen bist... einfach alles. Ich lade dich auch ein... bitte.“

JD nickte grinsend und lächelte Blue Steel stolz an, zog ihn zu sich runter und flüsterte ihm zu:

„Ich bin sehr stolz auf dich, Sweety, und ich liebe dich.“, diese Worte machten Blue Steel direkt verlegen.

Christian grinste in sich hinein, als er das Pärchen so sah und dachte sich schon mal seinen Teil.

„Ich freue mich auch euch kennen zu lernen.“, ergriff nun endlich auch Blue Ice das Wort.

JD ließ von Blue Steel ab und schaute Blue Ice an:

„Wow... an deiner Stimme sollte man aber auch was tun. Aber ich freue mich auch dich kennen zu lernen, Blue Ice.“

Blue Steel nickte Blue Ice nur zu, sagte aber nichts. Gemeinsam machten sich die Vier schließlich auf den Weg ins Restaurant, das sie nur wenig später auch erreichten und sich draußen an einen Tisch setzten.

Kurze Zeit später bekamen sie von der Bedienung die Speisekarte, in die Christian und JD hinein schauten und sich so ganz nebenbei unterhielten.

JD erfuhr von seinem Gegenüber warum dieser die Androiden erschaffen hatte, bot ihm gleichzeitig aber an, auch die Stimme von Blue Ice menschlicher werden zu lassen. JD erzählte Christian auch alles andere was Blue Steel anging und wie er was heraus gefunden und geändert hatte.

So erkannte Christian sehr schnell, dass JD ihm ebenbürtig war. Erst recht erstaunte ihn diese Genialität, nachdem er erfuhr wie jung JD eigentlich war.

Während sie sprachen und sprachen bestellten sie das Essen, das wenig später auch vor beide hingestellt wurde und sie hernach zu essen begannen. Die beiden Androiden aßen natürlich nichts, jedoch stand vor den Beiden je ein Glas Limonade, die sie natürlich nicht trinken konnten.

Zusammen hatten die Vier, an diesem Abend, noch jede Menge Spaß und sich viel zu erzählen.... ja, auch die beiden Androiden hatten sich viel zu erzählen.

So erfuhr Christian aber auch, dass JD Blue Steel liebte und gab ihm ein paar Tipps, wie er mit dem Androiden umgehen musste... oder könnte. JD überraschte es allerdings nicht, dass Christian Blue Ice liebte.... nun, da hatten sie wohl etwas gemeinsam.

Zwar gefiel Blue Ice JD auch, aber dieser Androide war ihm nicht menschlich genug.... alles wirkte irgendwie gespielt. Blue Steel wirkte sehr viel menschlicher, mit all seinen Macken und kleinen Zickereien.

Da die Vier erkannten, dass sie prima miteinander klar kamen, beschlossen sie, dass JD und Blue Steel ihren Urlaub im Haus von Christian und Blue Ice verbringen konnten.

Gedacht, getan. Das Urlauber Pärchen zog aus dem Hotel aus und zu Christian und Blue Ice. Dort richteten sie sich für die nächste Zeit häuslich ein und freuten sich nun noch mehr auf ihren Urlaub.

Noch am gleichen Abend machte sich JD, unter den wachsamen Augen von Christian und Blue Steel, daran Blue Ice Stimme menschlicher klingen zu lassen, wobei er auch an die Programmierung heran musste.

Währenddessen bekam Christian seinen Mund nicht mehr zu, als er sah, wie flott JDs Finger über die Tastatur flogen. Auch die Technik schien JD ausgezeichnet zu beherrschen.

*-*

Die nächsten Tage wurden wunderschön. Die beiden Pärchen unternahmen sehr viel zusammen und lernten sich so sehr viel besser kennen. Zwischen JD und Christian entwickelte sich eine Freundschaft und sie nahmen sich vor, auch nach dem Urlaub den Kontakt zu halten.

Eines Abends, als die beiden Pärchen vom Essen nach Hause zurückkehrten, begaben sich JD und Blue Steel in das Gästezimmer und JD schloss hinter sich ab... wollte jetzt einfach nicht gestört werden. Erst dann wand er sich seinem Liebling zu und grinste ihn schelmisch an.

„Wie gefällt es dir hier bis jetzt?“

„Gut, es ist richtig schön hier.“

„Ich finde es auch schön hier, aber irgendwann fahren wir wieder heim... nur jetzt... möchte ich dich für mich...“, erwiderte JD und näherte sich seinem Freund, langsam aber unaufhaltsam, während Blue Steel, wie automatisch, einen Schritt nach hinten machte.

„Was hast du denn, hm? Ist es dir unangenehm, wenn ich mich dir nähere? Ahnst du was ich mir jetzt von dir wünsche?

Komm schon, Sweety, verführe mich. Ich zeige dir auch wie es geht.... wenn du mich lässt. Bitte, hab keine Angst.“

Nur einen Moment brauchte Blue Steel, zum Nachdenken, dann bewegte er sich langsam auf JD zu.

Erwartungsvoll schaute JD seinen Freund an... seine Augen glänzten.... blickten aber sanft, während auch er weiter auf den Androiden zuging. Liebevoll umarmte JD seinen Freund, streichelte ihn sanft, zog ihn sacht zu sich herab und begann ihn zu küssen... zärtlich und voller Liebe.

Genießend schlossen beide die Augen, auch wenn Blue Steel noch sehr unsicher war, doch jetzt wollte er das hier... egal was auch immer es werden würde oder eben nicht. Jetzt ließ er sich drauf ein, was JD mit ihm tat.

Langsam schob JD den Androiden zum Bett und ließ sich mit ihm behutsam drauf sinken. Sich auf seinen Freund setzend, küsste er ihn weiter... leidenschaftlich und doch sehr zärtlich. Schließlich löste er den Kuss von diesen wunderbaren Lippen, von denen man kaum genug bekam, und begann sich zum Hals hinab zu küssen.

Inzwischen fing JD an Blue Steel auszuziehen, zunächst schob er das Shirt etwas nach oben, küsste die darunter liegende Haut sanft und zärtlich, ließ seine Zunge über die tolle, so zarte Haut streichen, wollte seinen Liebling schmecken, der schon leise aufseufzte.

Der Androide ließ es zu und sich drauf ein, bekam kaum genug. Seine Hände, die eben noch wie wehrlos auf dem Bett gelegen waren, hoben sich und begannen JD zu streicheln. Schließlich zog er seinen Freund zu sich hoch, küsste ihn und drehte sich mit ihm, so dass JD nun unter ihm lag.

Da er sehr schnell lernte, ahnte er nun zumindest, wie er den Wunsch seines Freundes erfüllen konnte. Zunächst tat er das was JD kurz zuvor noch mit ihm getan hatte. Er streichelte und küsste ihn, begann ihn langsam auszuziehen und JDs Körper mit Küssen zu verwöhnen.

Behutsam und sehr zärtlich hatte es Sweety geschafft und JD schließlich ausgezogen, so dass dieser nun splitterfasernackt vor ihm lag und sich der Androide nicht an ihm sattsehen konnte... den Körper seines Freundes mit seinen Blicken förmlich verschlang.

Schließlich begann er JD zu erregen... ganz sanft, zärtlich und voller Liebe.

JD wusste nicht mehr wie ihm geschah. Endlich erfüllte sich sein Traum... endlich hatte Sweety begriffen, was er sich wünschte.... endlich ließ sich sein Liebling drauf ein und schien ihm endlich zu vertrauen.

Stöhnend wand sich JD unter Sweety, konnte es kaum mehr abwarten und seine Männlichkeit stand nun schon wie eine Eins.

Zwischenzeitlich hatte sich auch Sweety ausgezogen und allein der Anblick von JDs Körper und wie dieser sich unter ihm wand, erregte Sweety unglaublich, doch war er sich noch etwas unsicher, ob er wirklich in ihn... herrje, hoffentlich tat er ihm nicht weh.

Irgendwie wusste er dennoch was er zu tun hatte, damit es für JD und auch für ihn selbst schön werden würde.

Seine Finger ließ er sacht in JDs Mund gleiten, der sogleich daran zu saugen begann und diese somit schön feucht werden ließ.

Auch diese Aktion erregte den Androiden sehr, so dass er es kaum noch aushielt, sich aber trotzdem beherrschte. Etwas später entzog er ihm seine Finger wieder, spreizte die Beine seines Freundes, kniete sich dazwischen und drang dann erst mit einem, später mit zwei Fingern in JD ein, der natürlich erregt und laut aufstöhnte... sich Sweety entgegen hob.

Endlich und nach einer gefühlten Ewigkeit, entzog Sweety JD die Finger und drang dann, mit seiner Männlichkeit, sehr behutsam in seinen Freund ein.

Zunächst stöhnte JD vor Schmerz auf, denn nun tat es ihm doch schon etwas weh, da er es eben nicht gewohnt war und auch nicht kannte. JD schloss die Augen, versuchte sich zu entspannen, was ihm nach einer kleinen Weile auch gelang und er sich Sweety entgegen hob.

Ein wenig Zeit hatte ihm Sweety instinktiv gelassen, um sich an ihn zu gewöhnen und erst als sich JD ihm entgegen hob begann er sich in ihm zu bewegen. Zunächst nur sehr sanft und vorsichtig, sein Tempo langsam steigernd.

Währenddessen legte JD Hand an sich und begann sich selbst zu befriedigen, hörte auch immer wieder damit auf, wollte es hinauszögern... diesen wunderbaren Moment mit seinem Liebling genießen... jedoch ahnte er, dass dieser Akt nicht so lange dauern würde, wie er es sich wünschte.

Inzwischen war nun auch Sweety nicht mehr aufzuhalten, stieß recht heftig und schnell in seinen Freund, kaum noch Herr seiner selbst, konnte er sich nicht mehr beherrschen...

Trotz der Schmerzen.... oder gerade deswegen war und blieb JD unglaublich erregt, bewegte sich Sweety entgegen und stöhnte... teils vor Schmerz, teils vor Erregung.

Beider Liebe und Leidenschaft mündete schließlich in einem gemeinsamen Höhepunkt, den beide genießend aus sich heraus stöhnten.

Sweety beugte sich über JD, sich auf seinen Händen abstützend, und schaute JD liebevoll in die Augen. Sich zu JD herab beugend küsste er ihn zärtlich und leidenschaftlich zugleich.

JD erwiderte den Kuss ebenso leidenschaftlich und zärtlich und war gerade jetzt unglaublich glücklich.... sein Traum hatte sich endlich erfüllt...

„Ich liebe dich, Sweety.“, hauchte er dem Androiden ein wenig atemlos zu.

„Ich liebe dich auch, JD.“, erwiderte Sweety, mit sanfter Stimme.

Behutsam entzog sich Sweety seinem Freund wieder und legte sich anschließend neben ihn, drehte sich auf die Seite und liebkoste JDs Körper streichelnd.

Natürlich drehte sich JD ebenfalls auf die Seite.... Sweety zugewandt und erwiderte dessen liebevolle Geste...

*~*

Epilog:

Nach dieser wunderbaren zeit der Zärtlichkeit, verbrachten JD und Sweety noch sehr viele wunderschöne Wochen bei Christian und Blue Ice, ehe sie sich von den Beiden verabschiedeten und nach Hause zurückkehrten.

Beide wurden sehr glücklich miteinander. Niemals stritten sie sich, lebten vielmehr ihre Liebe in vollster Harmonie aus. Allerdings legte Sweety seine kleinen Zickereien niemals ab, was JD oftmals kichern ließ, da sich Sweety immer menschlicher verhielt.

JD durfte Sweety irgendwann auch mal verführen, so dass beide kaum mehr genug voneinander bekamen und die Hände einfach nicht mehr voneinander lassen konnten.

-.-

Die Firma hatte die C-Serie irgendwann fertiggestellt, die zwar wie Menschen aussahen, sich jedoch nicht so verhielten, und diese auf die Suche nach M9 und M10 geschickt.

Um M9 zu finden brauchten sie nicht lange, denn dieser befand sich so ziemlich in der Nähe der Firma. Einfach so hatten sie sich Zutritt zu JDs Haus verschafft und wollten M9 mitnehmen.

Doch da hatte sich JD vor seinen Freund gestellt und diesen mit seinem Leben beschützt.

„Wenn ihr an ihn heran wollt, müsst ihr mich zuerst töten.... andernfalls verschwindet und lasst euch hier nie wieder sehen!“, hatte er diese Cyborgs angeschrieen.

Auch M9 hatte sich gewehrt und seinem Freund beigestanden.

„Wenn ihr ihn aber tötet, werde ich euch alle aufsuchen und vernichten!“, hatte er von sich gegeben, bereit JD gegebenenfalls zu rächen, dagegen kamen dann auch die Cyborgs nicht mehr an und verließen das Haus.... ließen JD und Sweety in Ruhe.

JD war, nach diesem Vorfall so unglaublich stolz auf Sweety und froh, dass er ihn gerettet hatte, dass er ihn wirklich nie wieder hergeben würde. Er ging sogar soweit, dass er sein Leben verlängern ließ, indem er sich in einer anderen Cyberfirma zu einer halben Maschine machen ließ, so dass er nun halb Maschine und halb Mensch war.

-.-

Um M10 zu finden brauchten die Cyborgs doch etwas länger, doch fanden sie auch ihn recht schnell und brachten Christian und M10 zwangsweise zur Firma zurück.

Christian wurde tagelang verhört, bis er schließlich gestand, was man ihm vorwarf.

Blue Ice war es schließlich, der Kontakt zu Blue Steel und JD aufnahm und Christian somit rettete.

Blue Steel und JD waren Blue Ice und Christian zur Hilfe geeilt und hatten beide befreit. Die Mitarbeiter der Firma hatten zu diesem Zeitpunkt schon Feierabend und die Cyborgs waren von JD und Blue Steel, mit einem miesen, sehr hinterhältigen Trick, abgeschaltet worden.

Dankbar und überglücklich waren Blue Ice und Christian in die Karibik zurückgekehrt.

Die Vier hielten den Kontakt zueinander und besuchten sich auch ab und an gegenseitig.

Jedoch wurden sie nie wieder von der Firma belästigt.

-.-

Damian, der ja schon von Blue Steel nicht allzu viel hielt, „durfte“ irgendwann auch Blue Ice kennen lernen, aber auch ihn mochte er nicht besonders.... hielt einfach nichts von diesen Maschinen.

Auch alle Aufklärungsversuche, seitens Christian und JD, halfen nicht. Damian hatte seine vorgefertigte Meinung und diese war er nicht bereit aufzugeben... änderte sie eben nicht. Er mochte die beiden Androiden nicht und damit hatte sich das Thema für ihn gegessen.

Er akzeptierte diese „Dinger“, wie er sie nannte, zwar, aber anfreunden wollte er sich mit ihnen auf gar keinen Fall. Für ihnen waren sie gefährliche Individuen, von denen man nie wissen konnte, ob bei denen nicht irgendwann mal eine Sicherung durchbrannte und die es dann nicht doch noch im Kopf kriegten.

Christian lernte er auch kennen. Er war ihm auf Anhieb sympathisch und freundete sich auch mit ihm an, eben genau wie es damals mit JD gelaufen war, er war ihm auch auf Anhieb sympathisch gewesen.

Irgendwann lernte Damian eine sehr nette, liebevolle und hübsche Frau, mit Namen Viktoria, kennen, die er wenig später heiratete und mit ihr zwei Kinder bekam. Natürlich ließ er seine Frau und seine Kinder niemals in die Nähe der Androiden kommen, wollte seine kleine Familie einfach schützen.

Seine Frau Viktoria hatte zwar nichts gegen die Androiden, aber sie machten ihr Angst, so dass sie sich freiwillig von ihnen fern hielt.

Als JD dann freiwillig zu einer halben Maschine wurde, brach für Damian beinahe eine Welt zusammen. Zwar brach er den Kontakt zu seinem Freund nicht vollständig ab, aber er machte sich rar und ließ sich nur noch ganz selten bei ihm sehen.

JD tat dieses Verhalten seines Freundes zwar sehr weh, aber er liebte Sweety nun mal und daran konnte auch sein Freund Damian nichts ändern.


~ ENDE ~