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1. Türchen 1

Zum Teufel mit Weihnachten

 

 

written by Detail and Dark Sephiroth

 

 

1. Türchen / 1. Advent

 

 

Brüder

 

Kapitel 1

 

Es war schon Ende November und der Herbst hatte schon lange Einzug gehalten. Die Bäume hatten schon längst ihre Blätter verloren, die nun verteilt auf den Straßen lagen, so dass sich viele Kinder, oder auch Erwachsene, einen Spaß daraus machten durch die Blätter zu schlürfen, die dann so schön raschelten.

 

Herrje, in gut drei Wochen ist Weihnachten... daran mochte ich gar nicht denken, denn ich hasste Weihnachten und die kalte Jahreszeit... den Winter.

 

Ich mochte den Herbst, denn dafür war diese Jahreszeit der Inbegriff von Gemütlichkeit.

 

Ja, ich mochte es gemütlich in der warmen Stube zu sitzen, Tee zu trinken und bei Kerzenschein in einem guten Buch zu lesen.

 

Ich fand es aber auch schön nachmittags im Wald spazieren zu gehen und die frische Luft einfach nur zu genießen.

 

Oh, entschuldige bitte, ich habe mich dir, lieber Leser, noch gar nicht vorgestellt.

 

Mein Name ist Pascal Sewering. Ich bin 23 Jahre jung, 1,75m groß und schlank. Mein jugendliches Gesicht wird von schulterlangen dunkelbraunen Haaren sanft umrahmt und lassen meine grün-blauen Augen so gut zur Geltung kommen.

 

Seit gut zwei Jahren arbeite ich als Schriftsteller und kann ganz gut davon leben, da sich meine Bücher mehr als gut verkaufen.

 

Ich lebe in London, wo ich in einer einigermaßen preisgünstigen Zwei-Zimmer-Wohnung allein wohne.

 

Zu meinem Glück fehlt mir bislang leider ein Partner, denn ich habe bis jetzt noch nicht den richtigen gefunden.

 

Ja, du hast das richtig erkannt, ich bin homosexuell und stehe auch offen dazu, was leider dazu führte, dass sich viele meiner sogenannten Freunde von mir abgewendet haben und auch mein Umfeld wenig Verständnis dafür zeigt.

 

Selbst meine Eltern haben mich deswegen verstoßen, so dass ich keinen Kontakt mehr zu ihnen habe.

 

Meinen Bruder habe ich auch schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr gesehen, was auch gut so ist, denn wir hassen uns seit je her... warum auch immer.

 

Mir ist es allerdings gleich, denn ich sehe nicht ein mich für andere zu verstellen.

 

*-*-*

 

''Juli, das schaffst du nie im Leben!'', donnerte es von meinem besten Freund Berry auf mich ein, ''Julian Sewering, du bist verrückt, so eine Wette anzunehmen!''

 

Wütend schnappte ich mir eine Zigarette und verließ das Lokal, um draußen vor der Tür eine zu Rauchen. Dass jetzt noch nicht mal mein bester Freund hinter mir stand, konnte ich einfach nicht fassen.

 

Sicher waren Freunde dazu da, um einen die Wahrheit zu sagen und auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Aber ein bisschen Unterstützung in manchen Sachen brauchte man doch auch.

 

Berrys Nase lugte um die Ecke und schaute mich mit Hundeblick an.

 

''Bist du jetzt sauer?'', fragte er und wagte es gar nicht zu mir nach draußen zu kommen.

 

Wie, lieber Leser, soll ich bei so etwas sauer sein? Wenn der Mann, der schon mein halbes Leben an meiner Seite verbringt, mit mir viele Höhen und Tiefen durchstanden hat, so eine Show abzieht.

 

''Nein!'', brummte ich.

 

Langsam kam Berry auf mich zu und lehnte sich neben mir an die Wand. Doch konnte ich ihn nicht wirklich ansehen. Meine Gedanken waren woanders, wobei meine blaugrünen Augen die andere Straßenseite musterten.

 

''Bald schneit es'', murmelte Berry, der wohl meinem Blick gefolgt war.

 

Windig war es heute und meine mittellangen, dunkelbraunen Haare wurden ganz kraus. Die Blätter tanzten über die Straße und spielten ein kleines Rassellied.

 

''Du spinnst!'', blaffte ich ihn an, ''Das sagst du schon seit Herbstanfang.''

 

Wir mussten beide lachen und dann wurde ich wieder ernst. Erst jetzt steckte ich mir meine Zigarette an und tat einen tiefen Zug.

 

Was meine Vorsätze fürs neue Jahr wären? Das hatten mich die Jungs gefragt und großkotzig, wie ich war, hatte ich gesagt, dass ich sesshaft werden wollte und keine One-Night-Stands mehr machen würde.

 

Gelacht hatten sie! Außer mir vor Wut, hatte ich geschworen, ab sofort keine One-Night-Stands mehr zu haben. Dabei war es Ende November und noch eine Ecke hin bis Neujahr.

 

Wie sollte ich sexsüchtiges Monster, der beinahe jeden Abend Sex hatte, das nur schaffen? Warum hatte ich die kleine Süße von gestern Abend auch abblitzen lassen?

 

Nun ja, um ehrlich zu sein, lieber Leser, hatte ich die Hoffnung auf eine bessere Partie.

 

Dabei war es mir egal, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte. Hauptsache gutaussehend und gut riechen müssen sie. Ich bin eben ein kleiner Geruchsjunkie und süchtig nach gut riechenden Menschen.

 

Was mir drohen würde, wenn ich das nicht durchhielt, war klar. Meine Freunde würden bestimmen, wer als nächstes in meinem Bett landete.

 

*-*-*

 

Gerade saß ich am PC und schrieb weiter an meinem derzeitigen Buch, als mich der Sohn meines Verlegers anrief, mit dem ich, seit einiger Zeit, sehr gut befreundet und der sehr tolerant mir gegenüber war.

 

Ich hob ab und meldete mich:

 

"Ja, bitte?"

 

"Hi, Pascal! Gerrit hier, du sag mal, hast du nicht Lust heute was mit mir zu unternehmen?"

 

"Sorry, du, aber ich muss das Buch fertig kriegen, sonst reißt mir dein Vater den Kopf ab.", gab ich zu bedenken.

 

"Ach wo, der reißt dir schon nicht den Kopf ab. Außerdem hast du doch deinen Zeitplan immer eingehalten... also, erzähl mir bloß keine Märchen."

 

"Gerrit... ich... steh total unter Druck.", erwiderte ich und hörte es am anderen Ende prompt kichern.

 

"Du stehst also unter Druck, ja? Soll ich zu dir kommen und dir helfen deinen Druck loszuwerden?"

 

"Gerrit!", beschwerte ich mich gespielt, musste aber auch direkt loslachen.

 

"Also, was ist nun?"

 

"Man, du bist echt eine Nervensäge! Okay, ich mach mich fertig. Wann und wo treffen wir uns?"

 

"Ich komm dich in einer Stunde abholen, okay."

 

"Okay... du gibst ja doch nicht auf.", antwortete ich resignierend.

 

"Fein, ich freu mich, dann bis gleich."

 

"Ja, tschau bis gleich."

 

Wir legten auf und ich speicherte meine Arbeit ab, dann schaltete ich den PC aus und machte mich fertig.

 

Lange brauchte ich nicht, dann war ich fertig und wartete auf meinen Freund Gerrit.

 

Da ich noch etwas Zeit hatte, setzte ich mich in die Küche und zündete mir eine Zigarette an, die ich in aller Ruhe genoss.

 

Dabei dachte ich nur immer wieder, dass ich doch eigentlich viel zu gut für diese Welt war und vielleicht mal einen Kurs belegen sollte, wo ich lernen konnte auch mal "nein" zu sagen.

 

Es war zwar nicht so, dass ich nie "nein" sagen konnte, aber insbesondere bei Gerrit fiel es mir ganz besonders schwer.

 

*-*-*

 

Als ich die Zigarette aufgeraucht hatte, drückte ich sie aus und schaute zu Berry rüber. Der grinste mich Kopfschüttelnd an.

 

''Glaub ja nicht, dass ich dir bei dem Mist helfe. Du weißt genauso gut wie ich, dass es für dich unmöglich ist ohne Sex auszukommen'', kam es gelassen von ihm.

 

Berry hatte eine angenehme ruhige Art an sich, die Ausgeglichenheit in Person war er. Eben genau das Gegenteil von meiner flippigen und vielleicht etwas schrägen, durchgeknallten Art.

 

Ich legte ebenso grinsend den Arm um ihn und nickte frech.

 

''Komm schon, lass den Scheiß!'', beschwerte er sich.

 

Dabei kannte er meine Überredungskünste zu genüge. Während meine Finger seinen Hals anfingen zu kitzeln, konnte er nicht anders und musste loslachen.

 

''Juli!'', kicherte er.

 

Unser Treiben blieb nicht unbemerkt, denn schon stand Sven in der Tür und schaute zu uns rüber.

 

''Willst du schon gleich jetzt die Wette verlieren?'', neckte er mich.

 

Witzig fand ich diese Unterstellung nicht. Zwar war Berry zuckersüß mit seinen kurzen hellbraunen Haaren und seinen rehbraunen Augen, doch für mich ein absolutes Tabu, weil er mein bester Freund war.

 

Eben einer der wenigen Menschen, mit denen ich keinen Sex haben würde. Auch wenn es sicherlich sehr schade war, denn Berry roch mehr als gut.

 

Meine Eltern wussten selbstverständlich von meinem Treiben nichts. Ich hatte zwar noch Kontakt zu ihnen, doch dachten sie wohl noch immer, dass ich mit irgendeinem Mädchen ging und brav meine Arbeit als Verkäufer tat.

 

Dass ich den Job nur noch auf ein paar Stunden die Woche reduziert hatte und am Wochenende als DJ auflegte, hatte ich ihnen irgendwie verschwiegen. Im Grunde ging es sie doch auch nichts an.

 

Mit 21 Jahren war es mein Leben, was ich lebte. Zudem war ich 1,75 groß, schlank und konnte meinen Körper durchaus sehen lassen.

 

Außerdem blieb noch die Erinnerung an meinen Bruder, der viel zu früh das Elternhaus verlassen hatte, weil unsere Eltern mit seiner Orientierung nicht klar kamen.

 

Auch ich hatte nicht wirklich gute Erinnerungen an ihn. Wir hatten uns irgendwie immer nur gestritten und das nicht zu knapp.

 

*-*-*

 

Pünktlich auf die Minute, stand Gerrit auf der Matte und klingelte. Ich ging zur Tür und öffnete diese.

 

"Hallo Gerrit, komm erst mal rein, ich rauche nur noch schnell meine Zigarette auf."

 

"Hi, mein Süßer.", begrüßte mich Gerrit neckend.

 

"Gerrit! Hör auf damit... manno!", beschwerte ich mich wiederum und piekste ihm in die Seite.

 

Mein Freund lachte und schmollte gespielt:

 

"Du bist richtig gemein..."

 

Ich grinste meinen Freund an, ging mit ihm in die Küche und wir setzten uns.

 

"Kann ich dir was anbieten?", fragte ich Gerrit.

 

"Ja, dich.", kam es spontan von Gerrit.

 

Ich schüttelte den Kopf.

 

"Ich meinte, ob du was trinken möchtest."

 

"Ja, kann ich was dafür, dass du so süß aussiehst? Aber okay, dann nehm ich eine Cola, wenn du hast", verteidigte sich mein Freund.

 

Nickend stand ich auf, nahm eine Colaflasche und ein Glas, füllte die Cola ins Glas und stellte es vor Gerrit auf den Tisch.

 

"Danke, mein Süßer.", neckte mich Gerrit abermals.

 

Klar, ich wusste, dass Gerrit voll auf mich abfuhr und er es nicht lassen würde mich anzugraben... bis... ja, bis er bekam was er wollte....

 

...mich...

 

Zu seinem Pech war ich nicht bereit für eine Beziehung oder einen One-Night-Stand.

 

Obwohl er wirklich sehr hübsch war, mit seinen langen schwarzen Haaren, die er offen trug und die sein fast schon feminin wirkendes Gesicht sanft umrahmten, so dass seine himmelblauen Augen richtig strahlten und so noch mehr zur Geltung kamen.

 

Auch seine Größe von ca. 1,85m war beachtlich, so war er zehn Zentimeter größer als ich, was mich aber nicht störte. Ich mochte ihn, als Freund sehr und er wäre auch durchaus mein Typ gewesen, aber ich konnte nicht.

 

Ich fühlte mich einfach nicht reif für eine Beziehung... hielt mich sogar für vollkommen beziehungsunfähig.

 

"Was ist los, mit dir, mein Süßer?", wollte Gerrit wissen.... sah wohl, dass ich traurig und bedrückt war.

 

"Nichts alles okay, mach dir keinen Kopf.", antwortete ich ihm und schenkte ihm ein Lächeln.

 

"Na gut, aber lass uns gleich losgehen, okay."

 

Ich nickte nur und rauchte nur noch schnell meine Zigarette auf.

 

"Wohin geht es eigentlich?"

 

"Ich dachte mir, wir gehen mal in einen Club und amüsieren uns ein bisschen. Ich hab da einen ganz tollen Club gefunden, wo der DJ echt super Musik auflegt."

 

Wieder nickte ich nur zustimmend.

 

Na gut, es war ja eh Wochenende... also warum sollte ich nicht auch mal mit Gerrit um die Häuser ziehen...

 

*-*-*

 

Sven starrte uns immer noch an. Er war sehr groß und hatte schwarzgefärbte, kurze Haare und hellblaue Augen. Außerdem kleidete er sich immer ganz in schwarz, was seine schlanke, beinahe zu dünne Figur, schon fast kränklich aussehen ließ.

 

Frech war er und hatte immer etwas zu melden.

 

Aber ich hatte mit der Zeit gelernt damit umzugehen und ignorierte ihn gekonnt. Berry schaute ich noch einmal an, dann fiel mein Blick auf meine Armbanduhr.

 

''Mist, ich muss langsam rüber, mich fertig machen'', sagte ich dann.

 

Also ließ ich Berry los, ging an Sven vorbei, wobei ich ihn absichtlich anrempelte. Drinnen trank ich meine Cola leer und winkte in die Runde.

 

''Ich bin dann schon mal drüben!'', verabschiedete ich mich von meinen Freunden.

 

''Wer passt denn auf ihn auf?'', hörte ich Sven, der plötzlich hinter mir stand.

 

''Na, immer der, der fragt!'', neckte ich ihn, ging auf ihn zu und legte meine Hand auf seine Brust. Dabei schaute ich ihn von unten her in die Augen.

 

Es verwirrte ihn scheinbar und er schaute mich skeptisch an. Nun musste ich doch kichern und Berry grinste auch breit, der ebenfalls wieder drinnen war.

 

''Na ja, ich muss rüber'', sagte ich nochmal und ließ Sven los. Dann verließ ich das Lokal, Berry an meiner Seite und ging mit ihm rüber zu dem Club.

 

Sowieso hatte ich jetzt keine Zeit für irgendwelches geflirte, da ich mich vorbereiten musste.

 

Während ich Platten zurechtlegte und mein Pult einstimmte, hatte Berry es sich hinter mir gemütlich gemacht und spielte an seinem Handy rum. Langsam legte ich dann die erste Musik auf und bald kamen auch die ersten Gäste.

 

Der Club war beliebt und angesagt, so dass die Tanzfläche und die Tische schnell voll waren. Wie immer zog ich die Menge mit und mischte voll auf! Meine Arbeit machte mir nun mal Spaß und das merkte man auch.

 

*-*-*

 

Irgendwann schließlich waren wir soweit, verließen meine Wohnung und machten uns auf den Weg zum Club, den Gerrit vorgeschlagen hatte.

 

Wir redeten viel und lange und ich rauchte auf dem Weg dorthin wenigstens ein dutzend Zigaretten, so dass mir schon ganz schlecht vom vielen Rauchen geworden war, als wir den Club erreichten.

 

Ohne große Probleme betraten wir den Club und suchten uns einen Platz an der Bar.

 

Wir bestellten uns was zu trinken und ich schaute mich hier derweil ein wenig um. Zum Glück waren noch nicht allzu viele Leute hier und der Club noch einigermaßen übersichtlich.

 

Meinen Blick ließ ich etwas umherschweifen, hörte somit gar nicht, dass Gerrit mit mir zu reden versuchte.... denn was ich etwas weiter hinten zu sehen bekam... ließ mich stocken... hatte ich ihn doch erkannt...

 

...meinen Bruder Julian...!

 

Hart musste ich schlucken... mir dabei noch die Tränen verkneifen, als mich Gerrit kurz anstupste.

 

"Hey, hörst du mir zu?! Ich rede mit dir!"

 

"Ich... ja... ich... glaub ich muss hier schnell raus... bitte, lass uns gehen..."

 

"Wir gehen nirgendwo hin. Sag mal, was ist denn los mit dir?!", wollte Gerrit wissen.

 

Doch ich schwieg... wollte hier nur noch raus... schaffte es aber irgendwie nicht mich zu bewegen...

 

*-*-*

 

Berry hatte mir in der Zwischenzeit etwas zu Trinken geholt und tippte mich an der Seite an. Er wollte mir etwas sagen und so ließ ich meinen Kopfhörer runterrutschen.

 

Ganz dicht an mein Ohr kam er mit seinen Lippen und zeigte in Richtung der Bar.

 

''Der Typ da hinten gefällt mir'', raunte er. Eine angenehme Gänsehaut machte sich über meinen Nacken breit, weil seine Lippen beinahe mein Ohr berührt hatten.

 

Ich muss schon zugeben, lieber Leser, dass ich solche Momente der Nähe zwischen uns sehr genoss.

 

Meine Augen wanderten die Bar entlang und versuchten den Typen ausfindig zu machen, auf den mein bester Freund so abfuhr. Jedoch kam ich ins Stocken, da ich einen Mann sehr wohl erkannte.

 

Meinen Bruder Pascal!

 

*-*-*

 

 

~ Ende Teil 1 ~