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Its Partytime

It's Partytime

 

 

by Dark Sephirtoh & Detail

 

 

Die Tanzfläche bebte unter dem Rhythmus der Musik. Mein aufgeheizter Körper rieb sich an dem meines Nachbars. Seine Zunge glitt über seine Lippen, dann lächelte er mich an und verschwand in die Dunkelheit einer Ecke.

 

Kurz zögerte ich und grinste in mich hinein, dann folgte ich ihm. Der junge Mann lehnte an der Wand und lächelte mich an, während er begann sich über seinen nackten Oberkörper zu streicheln.

 

Mit meinen sechsundzwanzig Jahren hatte ich schon sehr viel Sex gehabt und war auf unendlich vielen Partys gewesen. Die letzte feste Beziehung hatte ich schon vor einer ganzen Weile an den Nagel gehangen. Für so etwas war ich einfach nicht geschaffen.

 

Zur Zeit war ich Single und hatte gerne meinen Spaß, doch wäre eine offene Beziehung auch eine nette Alternative. Ich wusste, wie ich auf die meisten wirkte und nutze es gerne aus.

 

Einen durchtrainierten Körper mit den richtigen Proportionen besaß ich, strahlende grüne Augen und kurze dunkle Haare mit hellen Strähnen. Dabei legte ich es nicht einmal darauf an, mir boten sich die Typen von sich aus an.

 

*-*-*

 

Wie jeden Freitagabend war ich mal wieder auf einer jener Partys, die ich normalerweise nur aus schlechten Filmen kannte und die ich eigentlich gern mied.

 

Aber in letzter Zeit wusste ich einfach nichts mehr mit mir anzufangen und da waren diese Partys eine, wenn auch nicht willkommene, Ablenkung.

 

Es war immer noch besser, als daheim vor dem Fernseher zu sitzen und sich verblöden zu lassen.

 

Dennoch konnte ich nur mit dem Kopf schütteln, bei dem was hier teilweise abging.

 

Typen, die sich heiß aneinander rieben, sich die Zunge in den Hals steckten... au man... die mussten es ja echt nötig haben.

 

Ich blieb an der Bar sitzen, genoss mein Bier und schaute, mit meinen braunen Augen, den anderen zu. Meine kurzen braunen Haare waren zur Seite gekämmt und gestylt, wobei eine Strähne mein rechtes Auge leicht verdeckte.

 

Nachdem ich mein Bier ausgetrunken hatte, musste ich dringend mal und machte mich auf den Weg zur Toilette, dort standen sich zwei Typen gegenüber, die sich noch heißer zu machen schienen, als sie ohnehin schon waren.

 

Ich schaute die Beiden an, von dem der eine an der Wand lehnte und der andere ihm gegenüber stand, dann schüttelte ich nur mit dem Kopf, doch sagte ich natürlich nichts, denn mich ging das ja nichts an und Ärger wollte ich nun wirklich vermeiden.

 

Am Liebsten verhielt ich mich unauffällig und ruhig, so konnte ich wenigstens nicht anecken. Zudem ich mit meinem doch eher schmächtigen Körper, wirklich jeder Konfrontation besser aus dem Wege ging.

 

So drängte ich mich an den beiden Typen vorbei und ging aufs Klo...

 

*-*-*

 

Ein noch viel heißerer Typ drängelte sich auf einmal an mir vorbei. Natürlich schaute ich ihm nach. Der andere Kerl schien es gar nicht toll zu finden und zog beleidigt hab.

 

Was war das denn bitte. Herrje, wenn er sich jetzt schon so verhielt, als wäre ich mit ihm verheiratet, wie wäre es erst, wenn ich mit dem Sex gehabt hätte.

 

Dann eben nicht!

 

So schlich ich langsam dem anderen Typ Richtung Klo hinterher. Einen süßen Hintern hatte er allemal und ich leckte mir genüsslich über die Lippen. Außerdem zwirbelte ich kurz meine rechte Brustwarze.

 

Wollte er mich gerade anmachen oder war es ein Versehen?

 

Geil war ich noch nicht, aber Lust auf Sex hatte ich fast immer. Meine enge Jeans brachte alles gut zur Geltung, genauso wie das ärmellose Shirt, das ich trug.

 

Genießend musterte ich ihn und schaute, was er trieb. Ich tat so, als müsste ich ebenfalls, um zu schauen, was er zu bieten hatte und ob er mit meinem nicht wirklich kleinen Freund mithalten konnte.

 

*-*-*

 

Gerade pinkelte ich los, als noch wer das Klo betrat und ich mir plötzlich ziemlich beobachtet vorkam.

 

Nur aus den Augenwinkeln heraus sah ich den Typen, der doch eben noch, mit einem anderen Typen, vor dem Klo gestanden war.

 

Au man, was gab es denn zu glotzen?

 

Natürlich dachte ich mir meinen Teil nur, sagte aber nichts. Dass der mich nun aber so krass anstarrte.... zudem auch noch auf mein Männlichkeit... man war das peinlich!

 

Schließlich war ich fertig, schloss meinen Reißverschluss und ging mir die Hände waschen. Diesem Typen schenkte ich keinerlei Beachtung.

 

Ich verließ anschließend die Toilette und ging wieder an die Bar, wo ich mir noch ein letztes Bier bestellte und es langsam, genießend trank.

 

Den Typen hatte ich längst vergessen... er war mir ziemlich egal gewesen. Ich wollte einfach nur ein wenig entspannen, mein Bier trinken und dann wieder heim gehen... Ärger wollte ich gewiss keinen.

 

*-*-*

 

Scheinbar war der Typ nicht interessiert, da er mich nicht mal beachtete. Also ging ich erst mal wieder auf die Tanzfläche und genoss die Musik.

 

Lange dauerte es nicht und ich hatte mit jemand anderen Blickkontakt.

 

Eine ganze Weile gingen die Blicke hin und her, man lächelte kurz. Dann ging ich zu ihm rüber und bestellte mir, rein zufällig direkt neben ihm etwas zu Trinken.

 

Als wäre es ein Zeichen, drehte er sich zu mir um und trank sein Glas leer.

 

''Nochmal das Gleiche bitte'', hörte ich ihn sagen.

 

Mein Blick fiel in seinem Schritt, was mir sagte, er war ziemlich gut gebaut. Mit Sicherheit aktiv und so was würde nur Ärger geben im Bett. Deshalb nahm ich mein Glas und setzte mich woanders hin.

 

Er verstand erst, nachdem ich seine Blicke jetzt ignorierte.

 

Vielleicht würde ich nach diesem Getränk noch woanders hingehen.

 

*-*-*

 

Noch immer saß ich an meinem Glas Bier, beobachtete die Leute und rauchte ab und zu eine Zigarette.

 

Dann sah ich diesen Typen wieder... der sich wohl schon ein anderes "Opfer" ausgewählt hatte.

 

Na super!

 

Nein, so was konnte ich nun mal gar nicht brauchen. Solche Typen kannte ich nun wirklich zur Genüge, die wie eine Biene von einer Blüte zur nächsten flogen und nicht genug bekamen.

 

Nein danke! Auf solche Typen konnte ich ganz getrost verzichten.

 

Als sich der Typ neben einen anderen setzte rollte ich mit den Augen, schaute genervt nach oben. Aber an dem anderen Typen schien ihm etwas nicht zu passen, so dass er sich schon bald einen anderen Platz suchte... der sich natürlich so halbwegs neben dem meinen befand.... klar, wo sonst...

 

Nachdenklich schaute ich mal auf den Tresen und mal in mein Glas... zog an meiner Zigarette... hoffend, dieser Typ würde mich nun nicht ansprechen.

 

Aber nun ja, was erwartete ich eigentlich? Immerhin war ich hier in einer Bar und da war es ja wohl normal, dass man eventuell auch angesprochen wurde... sonst hätte ich ja ebenso gut auch daheim bleiben und dort mein Bier trinken können.

 

*-*-*

 

Mein Getränk genießend, schaute ich in die Runde und blieb bei dem Typen von der Toilette hängen. Irgendetwas hatte er an sich, was ihn interessant machte.

 

Einen Versuch gab ich mir und ihm noch.

 

Also stand ich auf, nahm mein Getränk mit und setzte mich neben ihn auf den Stuhl. Beiläufig berührte mein Arm den seinen.

 

''Kann ich dir was ausgeben?'', fragte ich ihn und schaute tief in seine Augen.

 

Nachdem, was gerade abgelaufen war, machte ich mir keine großen Hoffnungen. Dann würde ich eben mein Glas leeren und noch woanders hingehen.

 

*-*-*

 

Nach dem nächsten Zug von der Zigarette, deren Rauch ich in die ohnehin schon stickige Luft blies, und dem letzten Schluck Bier... das Glas wieder auf den Tresen stellend, musste ich feststellen, dass mich dieser Typ von vorhin, in der Toilette, ansprach.

 

Nun, es war je zu erwarten, also wollte ich nicht unhöflich sein und antwortete ihm:

 

"Danke gern... wenn ich dir dafür auch einen ausgeben darf", mit einem Lächeln, das wohl eher aufgesetzt, aber doch nett gemeint, war.

 

"Mein Name ist übrigens David (englisch)", stellte ich mich wenigstens vor... auch wenn es wahrscheinlich unnötig war... dennoch empfand ich es als höflich, wenn man sich wenigstens einander vorstellte... selbst wenn man sich eventuell eh nie wieder begegnen würde.

 

*-*-*

 

Wow, er nahm mein Angebot tatsächlich an. Auch ich lächelte ihn an und nickte dann auf seinen Kommentar.

 

''Okay, gerne. Ich heiße Alex. Schön dich kennenzulernen'', sagte ich, ''Möchtest du noch eins? Ich nehm nochmal das selbe.''

 

Dann winkte ich den Barkeeper herbei und bestellte. Außerdem trank ich mein Glas leer und zwinkerte David kurz zu.

 

*-*-*

 

"Freut mich auch dich kennen zu lernen, Alex.", erwiderte ich und tätigte ebenfalls meine Bestellung an den Barkeeper, nachdem ich Alex, bezüglich seiner Frage zugenickt hatte.

 

Nun, ein bisschen Unterhaltung konnte ja vielleicht doch nicht schaden und vielleicht war Alex ja auch ganz nett... zumindest schien es auf den zweiten Blick so zu sein.

 

Aber ich wollte auch nicht voreilig urteilen, sondern mir erst einmal ein genaues Bild von ihm machen. Was blieb mir auch anderes übrig?

 

Ich zwinkerte Alex ebenfalls zu... wenn auch nur, weil ich "nett" sein und es erwidern wollte... wie gesagt, ich wollte eben keinen Ärger.

 

Vielleicht konnte man sich ja wirklich gut mit ihm unterhalten... ich würde es auf jeden Fall auf einen Versuch ankommen lassen.... warum auch nicht.

 

Nachdem der Barkeeper mein Bier hingestellt hatte, trank ich direkt einen Schluck... das Bier hier war wirklich gut... so was fand man selten.

 

*-*-*

 

Auch ich nippte von meinem Getränk und schaute David von der Seite an.

 

''Bist du öfters hier?'', stellte ich eine Frage, die gerne gestellt wurde, um ins Gespräch zu kommen.

 

Ich war mal hier, mal dort unterwegs, hatte keine festen Clubs. Doch fand ich stets immer etwas oder jemanden, der interessant war. Mein Trieb leitete mich und machte es mir einfach.

 

Wenn man wollte, fand man immer jemanden um Sex zu haben. Ganz selten ging man alleine nach Hause.

 

Kurz schaute ich auf die Tanzfläche, die langsam leerer wurde und dann blickte ich wieder David an. Musterte ihn ein wenig und leckte mir dabei über die Lippen.

 

*-*-*

 

"Ja, ich bin eigentlich jeden Freitag hier. Ich trinke hier ein paar Bier und gehe meist dann wieder heim.", antwortete ich Alex.

 

"Und du? Wo gehst du gern hin?", stellte ich dann gleich auch eine Frage.

 

Wieder trank ich einen Schluck Bier und zündete mir eine Zigarette an... blies den Rauch aus und schaute Alex an.

 

Er sah nicht schlecht aus, nur konnte ich irgendwie spüren, dass er beinahe wie die meisten Typen hier war... am liebsten jemanden abschleppen, dann Sex haben und dann kam der berühmt berüchtigte Stempel auf den Arsch... und tschüss...

 

Genauso lief es doch bei den meisten hier und ob Alex da eine Ausnahme war... wagte ich irgendwie zu bezweifeln. Mich würde er so sicher nicht bekommen... das war schon mal Fakt. Da konnte er noch so toll ausschauen.

 

Ich ließ so etwas nicht mit mir machen.

 

Gegen ein gutes Gespräch hatte ich dagegen nichts einzuwenden.

 

*-*-*

 

''Wow, jeden Freitag. Ich geh mal hier, mal dahin. Je nachdem es mir gerade steht. Hast du Lust noch woanders hinzugehen? Langsam wird es hier ruhig...'', wollte ich dann wissen.

 

Sicher hätte ich auch direkt fragen können, ob er mit zu mir kommen wollte. Aber damit wartete ich lieber noch. Irgendwie ahnte ich, dass er mich zappeln lassen würde.

 

Doch gerade der Gedanke reizte mich sehr, weil ich sonst grundsätzlich leichtes Spiel hatte.

 

David war anders und besonders. Da würde ich mich ganz schön ins Zeug legen müssen.

 

*-*-*

 

Ruhig hörte ich Alex zu und nickte ab und zu verständig.

 

Dann grinste ich ihn an, als er mir diese Frage stellte, auf die ich gewartet hatte... das war ja so klar gewesen:

 

"Nein, ich denke, ich werde nach dem Bier heim gehen. Lust auf noch mehr Partys habe ich eigentlich nicht. Trotzdem danke, dass du gefragt hast.", gab ich zur Antwort und konnte mir ein wirklich freches Grinsen nicht verkneifen.

 

Ich hatte es doch geahnt... nun, unterhalten würde ich mich noch etwas mit ihm... aber, mitgehen... ganz sicher nicht.

 

Alex war tatsächlich einer jener Typen die immer jemanden fanden und abschleppen konnten. Bei mir würde er wohl auf Granit beißen.

 

Wieder trank ich einen Schluck und nahm noch einen Zug von der Zigarette.

 

*-*-*

 

''Wovor hast du Angst? Dass ich dich abfüllen will und mit nach Hause nehme? Dass es dir womöglich noch Spaß macht?', fragte ich auf sein freches Grinsen hin.

 

Ich bekam selten einen Korb und gab eben genauso selten auf.

 

Selbst wenn ich mir die Zähne ausbiss. Wenn ich etwas wirklich wollte, blieb ich hartnäckig.

 

Davids schöne Augen fixierte ich. Jungfrau würde er wohl kaum mehr sein und auf aktiv tippte ich auch weniger. Eigentlich war er genau mein Typ und meine Krangenweite, nur stellte er sich noch etwas quer.

 

Warum war er dann hier, wenn er keinen Sex suchte? Bier konnte er doch überall bekommen, hier suchte man und fand einander.

 

*-*-*

 

"Ich... und Angst? Tze... ich habe keine Angst... sicher nicht. Aber, ich werde mich ganz sicher nicht von dir abschleppen lassen. Das kannst du vergessen. Das mache ich schon aus Prinzip nicht.", antwortete ich Alex und mein Grinsen verschwand augenblicklich.

 

"Ich finde es hier sehr nett und ich bin nur hier, um mein Bier zu trinken. Nicht mehr und auch nicht weniger. Wenn du jemanden zum Abschleppen suchst, dann wirst du dir wohl jemand anderen suchen müssen, denn ich werde es gewiss nicht sein.", fügte ich erklärend hinzu.

 

Wieder nahm ich einen Zug von meiner Zigarette und drückte dann die Kippe im Aschenbecher aus. Das Glas trank ich nun leer und bezahlte dann bei dem Barkeeper meine Bestellungen.

 

"Tja, also ich denke, es wird wohl besser sein, wenn ich jetzt heim gehe... allein... wohl bemerkt.", verabschiedete ich mich von Alex: "Vielleicht sieht man sich mal wieder...", dann stand ich auch schon von dem Barhocker auf...

 

*-*-*

 

Wow, da kam es sehr eiskalt rüber und ich konnte nur nicken.

 

''Dann gute Nacht!'', sprach ich, vielleicht ein wenig sauer oder angegriffen. Was hatte ich mir auch dabei gedacht, denn bei den Toiletten hatte er mich schon abblitzen lassen.

 

Also atmete ich tief durch und trank in Ruhe aus, bevor ich noch in einen weiteren Club ging. Dort tanzte ich erst eine ganze Weile, bis ich mich ein wenig umsah.

 

Es war hier noch einiges los und so wurde ich auch bald fündig.

 

Ein schöner junger Mann, der mit zu mir kam und mit dem ich den Rest der Nacht wilden hemmungslosen Sex hatte. Erst am frühen Morgen verabschiedete ich mich von ihm und ging duschen.

 

Gerade unter der Dusche weg, ging mein Telefon. Mein bester Freund war dran und wollte, dass ich zum Frühstücken komme.

 

''Philipp... wo ist der Haken? Ich wollte gerade ins Bett!'', wollte ich von ihm wissen.

 

''Ähm... also... ich hab vergessen Butter zu besorgen'', rückte er mit der Sprache raus, ''Und es sind gleich sechs Leute hier, wovon ich die Hälfte nicht mal kenne.''

 

''Nur Frühstücken?'', hakte ich zaghaft nach.

 

''Schauen wir mal'', kam es von Philipp.

 

''Gib mir eine halbe Stunde, dann bin ich bei dir'', sagte ich und legte auf.

 

*-*-*

 

Da hatte ich wohl ins Schwarze getroffen und gewonnen... wow... er ließ mich tatsächlich in Ruhe. Ich hatte den Club verlassen und war heim gegangen.

 

Froh Alex entkommen zu sein, atmete ich auf.

 

Er war mir ja nicht unsympathisch gewesen, nur mochte ich es eben nicht, wenn man mich nur mal eben abschleppen wollte... für eine "schöne" Nacht.

 

Zwar war ich schwul, ja... aber meine Erfahrungen in Sachen Männer und Sex waren bisher nicht wirklich die Besten gewesen. Nicht umsonst war ich, mit meinen zweiundzwanzig Jahren, seit nunmehr zwei Jahren allein.

 

Immer wieder hatten sie mir Schmerzen zugefügt... gefühlsmäßig und auch körperlich... ja, auch während des Sex.

 

Alex hatte schon Recht gehabt... dass ich Angst hatte, aber das musste er ja nicht wissen und ich musste es ihm ja nicht auf die Nase binden.

 

Ich rauchte noch eine, dann duschte ich und ging zu Bett.

 

Als ich am Morgen erwachte, räkelte ich mich kurz, dann stand ich auf und machte mich fertig zur Arbeit. Ja, ich musste auch schon mal am Wochenende arbeiten.

 

Schnell zog ich mich an, frühstückte noch was und verließ dann meine Wohnung, um zur Arbeit zu gehen.

 

Bis zum Supermarkt war es nicht sehr weit für mich, quasi fast um die Ecke. So war ich in einer viertel Stunde dort, zog mich schnell um und machte mich dann an meine Aufgaben.

 

Ich hatte hier einen guten, sehr angenehmen Job, als Filialleiter probehalber, da ich Einzelhandelskaufmann gelernt hatte. Würde ich mich gut anstellen, würde ich auch Filialleiter dieses Marktes bleiben. Und ich gab wirklich mein Bestes.

 

*-*-*

 

Ich zog mich an und machte mich auf den Weg in den Supermarkt. Als ich gerade da war, rief Philipp an, ob ich auch noch Eier mitbringen könnte.

 

''Reichen meine zwei nicht?'', fragte ich frech und konnte das Augenrollen von ihm quasi hören.

 

''6 oder 10?'', wollte ich dann wissen.

 

''20!'', kam es noch, bevor ich auflegte.

 

Wie viele Eier wollte er denn kochen? Nun denn.

 

So schlenderte ich nichts ahnend durch die Gänge des Supermarktes, holte Butter und 20 Eier. Damit ich später nicht nochmal los musste, nahm ich mir gleich etwas fürs Abendbrot und noch was zu Trinken mit.

 

*-*-*

 

Mein Arbeitstag begann in meinem Büro, wo ich die Dienstpläne für den nächsten Monat erstellte, meinen Kaffee trank und ab und zu ein Auge auf die Monitore der Überwachungskameras warf.

 

Natürlich rauchte ich auch eine Zigarette dazu, so konnte ich besser nachdenken.

 

Bei meinem nächsten Blick auf die Monitore wäre mir doch beinahe glatt die Zigarette aus der Hand gefallen.

 

Scheiße... was suchte Alex denn hier?!

 

Man, ich war gerade so zufrieden, dass ich hier im Büro saß und nicht in den Laden musste. Jetzt wusste ich, dass sich die Mühe des Lernens gelohnt hatte und ich nicht da draußen herum krebsen musste.

 

Leider brachte es dieser Job aber auch mit sich, dass man bei brenzligen Situationen... wie wenn sich ein Kunde beschwerte und dergleichen, nach vorn gerufen wurde, weil der Kunde vielleicht den Filialleiter zu sprechen wünschte.

 

Genau das traf ausgerechnet jetzt ein und so wurde ich von einer meiner Mitarbeiter nach vorn in den Verkaufsraum gerufen:

 

"Herr Schmidt bitte an Kasse zwei, Herr Schmidt bitte...", rief es. Ich wollte nicht, aber ich musste... okay... hier konnte mir schließlich nichts passieren und er würde es sich sicher nicht wagen mich hier anzumachen.

 

Also holte ich noch einmal tief Luft, verließ mein Büro, das ich natürlich abschloss und ging nach vorn an die Kasse zwei, wo sich ein Kunde wohl über einen meiner Mitarbeiter beschwerte.

 

Ruhig und geduldig hörte ich mir alles an und versuchte die Situation friedlich aufzuklären.

 

Es gelang mir, so wie meist eben. Der Kunde war zufrieden, bezahlte und verließ den Supermarkt dann.

 

Dem Kassierer nickte ich zu und meinte: "Ist schon gut, machen sie sich nichts draus... alles gut."

 

Der Kassierer war neu hier und wusste nicht, dass der Kunde immer irgendwas zu meckern hatte... irgendwas war immer... das kannte ich glücklicherweise schon.

 

Verständig nickte der Kassierer und machte dann weiter, während ich mich wieder auf den Weg in mein Büro machte.

 

*-*-*

 

Als ich dann alles hatte, ging ich zur Kasse, wo ich mich anstellte und siehe da, wer dort stand.

 

Mit einem breiten Grinsen packte ich meine Ware aufs Band und sprach David an.

 

''So schnell sieht man sich wieder. Der Zufall will es wohl so'', sagte ich und schaute David dabei tief in die Augen.

 

Da ich die Durchsage gehört hatte, wusste ich jetzt auch seinen Namen und wo er arbeitete. Zwei Punkte für mich, dachte ich mir.

 

''Schade, dass du arbeiten musst, sonst hätte ich dich jetzt zum Frühstück eingeladen'', feigste ich frech.

 

Dann war ich auch schon dran und der Kassierer zog meine Ware durch. Alles packte ich in eine Tüte, aber so, dass meine Sachen unten lagen und ich alles fürs Frühstück obendrauf tat.

 

Anschließend bezahlte ich die Sachen.

 

*-*-*

 

Ja, genau das hatte ich gebraucht... Alex, der mich anlaberte mich mit einem frechen Blick bedachte... und dann dieses Grinsen dazu... au man... ich aber nur einen nichtssagenden Blick für ihn übrig hatte und dann meinen Weg in mein Büro fortsetzte.

 

Toll fand ich es nun nicht, dass er meinen vollen Namen wusste und ich mich wahrscheinlich schon auf etwas gefasst machen konnte.

 

Aber, nun ja, er wusste ja nicht wo ich wohnte, also konnte er mich ja wohl kaum in meiner Wohnung aufsuchen. Okay, dafür konnte er mir nach der Arbeit auflauern.

 

Was sollte ich denn aber jetzt tun?

 

Überstunden... ja, das war genau das richtige.

 

Wieder in meinem Büro angekommen, setzte ich mich in meinen Sessel und starrte erst auf meinen Schreibtisch, dann auf den Monitor... wo ich Alex beobachtete, wie er seine Waren bezahlte und ich schüttelte dabei den Kopf.

 

Du bekommst mich niemals, Alex..., dachte ich bei mir und machte mich dann wieder an die Dienstpläne.

 

Natürlich war meine Konzentration gerade echt dahin... warum musste ich ihm noch einmal begegnen...

 

Der sicherste Ort gerade war hier in meinem Büro... hierher konnte er nicht kommen... auf keinen Fall, denn da stand schon der Security vor und ein anderer bewachte den Supermarkt.

 

*-*-*

 

Das hatte ich nun nicht erwartet, dass von David so rein gar nichts kam. Ich beließ es also dabei und ging zu meinem besten Freund.

 

Der strahlte mich dankbar an und drückte mich kurz zur Begrüßung. Er hatte in etwa meine Statur, war aber um einiges Schüchterner als ich. Seine dunkelblonden Haare hingen ihm wild ins Gesicht und verdeckten meistens seine wunderschönen hellblauen Augen.

 

''Danke!'', kam es von ihm.

 

''Alles gut!'', erwiderte ich, ''Wo kann ich mich satt essen?''

 

Philipp lachte kurz auf und ich folgte ihm in die Küche, wo schon zwei Gäste saßen und sich unterhielten.

 

''Hallo zusammen'', grüßte ich, gab freundlich die Hand und stellte mich vor, eben, wie es sich gehörte.

 

''Ich benutze mal kurz deinen Kühlschrank'', warnte ich Philipp vor und stellte einen Teil meines Einkaufes dort bei ihm unter.

 

Natürlich war es völlig okay für ihn.

 

Anschließend setzte ich mich, nachdem ich meinem besten Freund die Butter gegeben hatte und unterhielt mich mit den Anderen.

 

Nach und nach trudelten auch die weiteren Gäste ein und so frühstückten wir genüsslich, unterhielten uns amüsant und hatten einen sehr schönen Vormittag.

 

*-*-*

 

Es war kurz nach achtzehn Uhr als ich Feierabend machte und somit schon wieder etliche Überstunden geschoben hatte. Die Dienstpläne waren fertig und auch alles andere hatte ich erledigt. Ich übergab die Schicht nun an meinen Stellvertreter, zog mich um und verließ den Supermarkt, nachdem ich noch etwas für mich zu Essen und zu Trinken mitgenommen und es an der Kasse bezahlt hatte.

 

Mit zwei vollen Tüten machte ich mich auf den Weg nach Hause, dachte aber auch nicht mehr an Alex und die Begegnung von heute Morgen. Zu viele andere Sachen gingen mir durch den Kopf, da war für Alex gar kein Platz in meinem Kopf.

 

Etwa eine viertel Stunde später erreichte ich meine Wohnung und betrat diese, nachdem ich die Tür aufgeschlossen hatte.

 

Hinter mir schloss ich die Tür und ging geradewegs in die Küche, wo ich meinen Einkauf verstaute und mich anschließend auf eine warme Dusche freute.

 

So zog ich mich aus, ließ meine Sachen genau dort liegen wo ich sie hatte fallen lassen. Das Wasser in der Dusche stellte ich auf eine angenehme Wärme und begann mich zu waschen und zu pflegen.

 

Natürlich konnte ich es nicht lassen, meine Männlichkeit sehr intensiv zu streicheln und dabei zu stöhnen. Als ich schließlich meinen Höhepunkt erreichte, den ich laut stöhnend genoss, hatte ich plötzlich Alex vor meinem geistigen Auge...

 

*-*-*

 

Nachdem Philips Gäste gegangen waren, schaute ich meinen besten Freund von der Seite her an. Er war die ganze Zeit über sehr ruhig gewesen und ich machte mir ein wenig Sorgen, da ich überwiegend seine Gäste unterhalten hatte.

 

''Er hat sich immer noch nicht gemeldet'', spuckte er dann endlich damit aus, was ihm bedrückte.

 

''Ich habe dir doch gesagt, du sollst ihn vergessen. Philipp, die Männer heutzutage sind ganz einfach Schwanzgesteuert und suchen nicht immer eine feste Bindung'', erklärte ich ihm, womit wir wieder beim Thema waren.

 

''Alex, du musst nicht immer von dir auf andere schließen'', machte mein bester Freund mich an.

 

Mir war das jedoch zu blöd und ich wollte nicht schon wieder mit ihm streiten. Deshalb verließ ich die Wohnung und ging zu mir.

 

Schon so oft hatten wir darüber gestritten und vertraten einfach verschiedene Meinungen. Er wollte sich fest binden und ich hingegen lieber etwas offenes mit Spielregeln.

 

Als ich Zuhause ankam, legte ich mich schlafen und schlief bis zum Abend. Gegen 20 Uhr wurde ich wach, stand auf, duschte ausgiebig und machte mich fürs ausgehen in aller Ruhe fertig.

 

*-*-*

 

Den Schock, dass ich Alex vor meinem geistigen Auge gesehen hatte... musste ich erst mal verarbeiten... das war echt zu viel des Guten.

 

Man, der Kerl verfolgte mich doch selbst noch in meinen Gedanken. Dabei wusste ich doch ganz genau, dass er nur das eine wollte... nein danke... ich wollte das nicht und konnte so etwas auch nicht brauchen.

 

So würde ich eben heute nicht weggehen und es mir lieber hier gemütlich machen.

 

Oder vielleicht würde ich auch einfach nur zu einem Kumpel gehen oder ins Kino oder Gott-weiß-was tun.

 

Ich war mehr als unsicher, als ich so mit dem Badetuch um meine Hüfte, durch meine Wohnung spazierte und nicht wusste, was ich tun sollte oder tun wollte.

 

Na klar, jetzt ließ ich mir mein Leben schon von Alex bestimmen... super... nein, ich würde einfach tun was ich wollte... und auch gehen wohin ich wollte.

 

Und wenn Alex mir eben begegnete, konnte ich ja nein sagen.

 

Also machte ich mich erst mal fertig und überlegte währenddessen, wo ich hingehen würde...

 

*-*-*

 

Zur gewohnten Zeit ging ich los, zog um die Häuser. Erst zog es mich in eine Disco, wo aber nicht wirklich was los war, weshalb ich nach einem Getränk schon wieder ging.

 

Heute schien in dem Club von gestern gut etwas los zu sein. Also ging ich dort hinein, trank auch dort erst mal etwas, schaute mich suchend um.

 

Jede Menge Typen, die mir mehr als gefielen. Doch ich hatte jede Menge Zeit und ging vorerst auf die Tanzfläche, wo ich ein bisschen abtanzte.

 

Gerne ließ ich mich angraben und tanzte auch mit jemanden ganz eng. Es gefiel mir eben zu spüren, dass man mit sechsundzwanzig noch immer so begehrt war.

 

*-*-*

 

Endlich hatte ich mich fertig gemacht und war bereit auszugehen.

 

Mir konnte schließlich nicht allzu viel passieren. Fressen würde mich schon keiner.

 

Also verließ ich meine Wohnung und ging in meinen gewohnten Club... eben wie immer.

 

Natürlich setzte ich mich, eben auch wie immer, an den Tresen und bestellte mir ein großes Bier. Ja, so war es gut.

 

Ich schaute mich auch erst mal nicht großartig um, redete ein paar Worte mit dem Barkeeper und war doch noch immer ganz woanders mit meinen Gedanken.

 

Irgendwie schien mich die Arbeit heute nicht so ganz loslassen zu wollen... oder war es nur die Angst, dass Alex hier sein könnte?

 

Ich traute mich gar nicht, mich umzuschauen... Unbehagen machte sich wieder in mir breit... was wenn er mich wieder angraben würde...?

 

Nein, ich wollte jetzt nicht daran denken... einfach nur hier abhängen und etwas trinken...

 

*-*-*

 

Na einer Weile, bemerkte ich David am Tresen und schubste meinen Tanzpartner unsanft beiseite. Denn auch wenn dieser mir gefiel, so musste ich erneut mein Glück bei David versuchen.

 

Sicher ahnte ich, dass er mich erneut abblitzen lassen würde, dennoch ließ ich es nicht unversucht.

 

Ich näherte mich ihm von hinten und hielt ihm die Augen mit den Händen zu. Dem Barkeeper, der mich nun schon länger kannte, zwinkerte ich kurz zu.

 

''Dreimal darfst du raten, wer hier ist'', flüsterte ich in Davids Ohr, wobei meine Zunge, natürlich rein ausversehen, seine Ohrmuschel berührte.

 

*-*-*

 

War ja, klar, dass Alex mich sehen musste... au man und nun hielt er mir auch noch die Augen zu und die Krönung des ganzen... war seine Zunge, die meine Ohrmuschel... natürlich aus Versehen leckte.... klar, wers glaubt...

 

"Lass mich los, Alex!", fordert ich genervt und leicht wütend.

 

Ich löste mich etwas unsanft von ihm, drehte mich um und schaute ihn an.

 

"Was soll das? Warum packst du mich an, hä?! Unterlass das bitte in Zukunft... das hab ich nicht so gern, okay.", sprach ich so ruhig es mir möglich war.

 

Dann trank ich einen Schluck und steckte mir anschließend eine Zigarette an.... versuchte alles um ruhig zu bleiben... auch wenn ich wieder an die Dusche denken musste... wo... ich Alex vor meinem geistigen Auge sah... aber ich würde einen Teufel tun und es ihm auf die Nase binden....

 

*-*-*

 

''Hey, warum so gereizt?'', fragte ich, setzte mich neben David und bestellte mir etwas zu Trinken.

 

''Möchtest du auch noch ein Bier? Ich würde dir gerne eins ausgeben'', fragte ich höflich nach.

 

So gut es ging, versuchte ich seine miese Laune zu ignorieren. Schließlich konnte ich ja nicht ahnen, dass ich der Auslöser war. Deshalb vermutete ich etwas anderes dahinter und wollte ihn ablenken.

 

Zumal mir der Streit heute mit Philipp gereicht hatte.

 

Intensiv schaute ich David an und hätte nur zu gerne meinen Arm um ihn gelegt, doch das ließ ich lieber vorerst bleiben.

 

Stattdessen passierte etwas komisches. Ein Typ, der etwa das doppelte von mir war, gesellte sich an Davids andere Seite. Er grinste mich frech an und meinte: ''Hör mal Herzchen. Der Kleine will seine Ruhe und hat keinen Bock auf dich! Nicht wahr, mein Süßer!''

 

Nach diesen Worten legte er seinen Arm um Davids Schultern und ich starrte wie ein kaputtes Auto.

 

*-*-*

 

Gerade hatte ich Alex geantwortet, dass ich kein Bier mehr wollte und wenn dann könnte ich es mir auch allein bestellen, als sich so ein völlig verblödeter Typ, der das doppelte von Alex war, zu uns gesellte und dann auch noch, in dreister Form und Weise, seinen Arm um meine Schulter legte!

 

Auf Alex' andere Frage konnte ich so nicht mehr antworten, denn so langsam hatte ich echt die Faxen dicke. So nutzte ich eine günstige Gelegenheit, befreite mich sehr unsanft und mit aller Kraft, von diesem kaputten Typen und begann beide anzuschnauzen:

 

"Man, sagt mal, habt ihr alle beide was am Kopf, außer den Ohren?! Fickt euch doch gegenseitig, man, aber lasst mich in Ruhe!!!", mit diesen Worten legte ich noch das Geld für das Bier auf die Theke zu dem Barkeeper und verließ dann den Club eilig... fluchtartig...

 

Man, was für eine kranke Scheiße!

 

Mir ging der Arsch richtig auf Grundeis... und ich hatte Angst... richtig Angst.

 

Ich zitterte am ganzen Körper, konnte mir nur mit viel Mühe die Tränen verkneifen... wartete damit, bis ich zuhause ankam.

 

Meine Wohnung erreicht, schloss ich, so schnell ich konnte und in Panik, die Tür auf, betrat meine Wohnung und schlug die Tür hinter mir zu, die dann krachend ins Schloss fiel... was mich nun etwas zusammenzucken ließ.

 

Anschließend ließ ich mich an der Tür zu Boden gleiten, zog die Knie an mich heran, umarmte diese und legte meinen Kopf auf meine Knie... weinte schluchzend....

 

Irgendwie versuchte ich mich zu beruhigen... durfte und wollte mich nicht aufgeben... aber was sollte ich tun...

 

Die Panik fraß sich tief in meine Sinne...

 

*-*-*

 

Der Typ schaute ganz schön blöd aus der Wäsche und ich grinste mir einen. David hatte ganz schön Temperament, ob er auch im Bett so wäre?

 

Ohne diesen Typen weiter zu beachten, trank ein mein Getränk leer und begab mich wieder auf die Tanzfläche, wo ich nicht lange alleine tanzte.

 

''Ich heiße Marvin und du?'', lächelte mich ein blonder Schönling an.

 

''Alex'', antwortete ich ihm und leckte mir frech über die Lippen.

 

Dann tanzten wir eine ganze Zeit sehr erotisch miteinander, bevor wir zum Tresen gingen und noch etwas tranken.

 

''Wird langsam ziemlich voll hier'', kam es von Marvin und ich grinste breit.

 

''Wir könnten zu mir, da ist es ruhiger'', antwortete ich und Marvin nickte.

 

Also tranken wir aus und machten uns auf den Weg zu mir.

 

*-*-*

 

Ich hatte mich wieder einigermaßen beruhigt, stand auf, wischte mir die Tränen ab und ging dann ins Wohnzimmer, wo ich meinen Bruder anrief und ihm alles erzählte.

 

"Na, nun beruhige dich erst mal, ich komme gleich rum und dann reden wir, okay."

 

"Okay, danke Faolan."

 

"Kein Problem, nichts zu danken. Ich hab dir doch gesagt, dass ich dich immer für dich da bin, wenn du mich brauchst, kleiner Bruder. Also, bis gleich."

 

"Bis gleich.", antwortete ich, dann legten wir auf und ich ging ins Bad, um mir schnell noch mal das Gesicht zu waschen und mich etwas zu erfrischen.

 

So war es besser.

 

Dank meines drei Jahre älteren Bruders gab ich niemals auf. Er baute mich immer wieder irgendwie auf und ich konnte so sehr viel von ihm lernen.

 

Wir waren schon immer ein Herz und eine Seele... was, zwischen Brüdern, eigentlich relativ selten war.

 

Mein Bruder war ziemlich groß, hatte lange schlanke Beine, lange blonde Haare, die sein Puppengesicht sanft umschmeichelten, und eine sehr schmale Taille.

 

Er schminkte sich auch schon mal ganz gern, aber unauffällig und glich somit eher einem Barbiepüppchen und nicht wenige Typen flogen meist nur so auf ihn, nur seine sehr tiefe Stimme wollte so gar nicht zu seinem Aussehen passen.

 

Aber wer ihn näher kennen lernte... oder sich mit ihm anlegte, zog schnell den Kürzeren, denn er hatte es faustdick hinter den Ohren.

 

Anders als ich, war er sehr draufgängerisch und prügelte sich schon mal ganz gern, was ihm nicht selten Knochenbrüche, ein blaues Auge oder auch mal eine blutige Nase einbrachte... aber Angst hatte er überhaupt nicht.

 

Da er viel größer war, als ich, beschützte er mich sehr oft, was so manch anderem kleinen Bruder eher peinlich und unangenehm gewesen wäre, aber mir nicht. Ich war stolz auf meinen großen Bruder, der nicht auf den Mund gefallen war und immer sagte was er dachte.

 

Wie ich noch so am nachdenken war, klingelte es an der Tür und ich ging hin, um zu öffnen.

 

"Faolan!", freute ich mich und fiel meinem Bruder um den Hals.

 

"Na du.", begrüßte er mich grinsend und nahm mich in die Arme, während er die Tür hinter uns schloss.

 

Wir gingen in die Küche und setzten uns, dann rauchten wir eine und tranken eine Cola zusammen.

 

Ich erzählte ihm alles und er schüttelte nur den Kopf.

 

"Warum gehst du dann erst in den Club, wenn du weißt, dass da nur Eierköpfe herumlaufen, hm? Dein Bier kannst du doch auch woanders trinken."

 

"Na ja, ein bisschen Gesellschaft ist ja manchmal auch ganz gut und wer trinkt schon gern allein."

 

"Ja schon, das verstehe ich, aber wenn du weißt, dass da notgeile und schwanzgesteuerte Typen lauern, dann halt dich doch von da fern. Ansonsten brauchst du dich doch nicht zu wundern, dass die dir da Avancen machen. Mich wundert es nicht. Außerdem gibt es noch andere Clubs und Kneipen, wo du dein Bier trinken kannst. Am besten hältst du dich von dem Club fern, wenn du diesem Alex aus dem Wege gehen willst."

 

"Du hast ja Recht, aber... der weiß ja, jetzt auch wo ich arbeite... und so weiter..."

 

"David, du kannst dich doch auf deine Leute verlassen, nicht."

 

Ich nickte.

 

"Siehst du, und wenn du weißt, dass dieser Typ da ist, schick deinen Stellvertreter... der dann sagt, dass du nicht im Hause bist, falls ein Kunde sich mal wieder beschwert und bleib im Büro, da hast du doch eh mehr zu tun, oder."

 

Ich nickte wieder und nahm einen Zug von meiner Zigarette.

 

Faolan grinste, stand auf, drückte die Kippe aus und meinte:

 

"So, jetzt gehen wir beide noch um die Häuser und saufen uns zu, okay."

 

"Faolan, du bist unmöglich, weißt du das."

 

"Ja, ich weiß und ich werde mich nicht ändern und schon gar nicht werde ich irgendwann um einen Hanswurst herum wuseln oder mich womöglich in einen verknallen. Du weißt wie ich bin."

 

"Ja, und ich hab dich lieb."

 

"Ich dich auch. Und nun genug gelabert, komm, wir gehen. Hier wird sich nicht versteckt."

 

Damit zog er mich mehr oder weniger mit sich in den Flur, wo ich mir noch meine Jacke anzog, meine Schlüssel schnappte und dann mit Faolan die Wohnung verließ.

 

Es war eine schöne Nacht, die Luft roch frisch und so gingen wir langsam durch die Straßen und unterhielten uns angeregt...

 

*-*-*

 

Auf dem Weg zu mir, ging plötzlich mein Handy. Eigentlich hatte ich gerade ganz anderes im Sinn und wollte gar nicht rangehen. Doch als ich schaute, wer es war, sah ich Philipps Namen aufleuchten.

 

''Philipp?'', fragte ich, als ich abnahm. Dabei blieb ich stehen und drehte mich ein wenig weg.

 

Mein bester Freund war etwas aufgelöst und im Hintergrund lief Musik.

 

''Ganz ruhig, sag mir nur wo du bist, ich bin gleich da!'', sagte ich und ließ Marvin einfach stehen.

 

''Sorry, ein Notfall'', sagte ich noch zu ihm und machte mich dann auch schon auf den Weg zu Philipp.

 

*-*-*

 

Immer weiter gingen wir durch die Straßen und unterhielten uns. Mein Bruder meinte dann: "Lass uns doch noch mal in den Club gehen... ich würde mir den gern mal anschauen."

 

"Nein, ich hab keinen Bock drauf.", antwortete ich und schaute meinen Bruder böse an.

 

"Herrje, ist ja gut, jetzt schau nicht so. Dann eben ein anderes Mal.", meinte er noch... dann stieß ich ihn an, als Alex eilig an uns vorbei lief.

 

"Das ist der, von dem ich dir erzählt hab.", flüsterte ich Faolan zu.

 

Er grinste nur frech: "Würde gut zu dir passen. Toller Typ."

 

"Man, bist du blöd, oder so?!", blaffte ich meinen Bruder an, der nur laut loslachte.

 

"Getroffene Hunde bellen, mein Kleiner...", meinte er dann nur und ich blickte beleidigt weg. Was hatte ich auch von meinem Bruder erwartet?

 

"Am besten geh ich heim und du auch... das bringt doch eh nichts.", meinte ich beleidigt.

 

"Och, ist der Kleine jetzt eingeschnappt, hm?", begann mich Faolan zu ärgern.

 

Tze...

 

*-*-*

 

David hatte ich gar nicht gemerkt, weil ich viel zu sehr in Gedanken bei Philipp war. Der saß heulend vor einer Bar und ich setzte mich erst mal neben ihm, legte den Arm um ihn.

 

Er reichte mir sein Handy und ich schaute mir die SMS durch, die er von seinem nicht mehr Freund bekommen hatte.

 

Dabei hatte ich ihm gesagt, dass das nichts wird und er damit rechnen müsse.

 

''Sag mal, wie viel hast du getrunken?'', wollte ich von ihm wissen.

 

''Noch nichts'', schluchzte er.

 

''Gut, dann werden wir das gleich mal ändern. Aber nicht hier. Das ist nicht mein Stil, sorry'', sagte ich, zog Philipp mit hoch und hackte ihn ein.

 

Ihm blieb nichts anderes übrig, als mitzuziehen und sich von mir aufmuntern zu lassen.

 

Wir gingen in einen Club, ein paar Straßen weiter. Die Musik und die Leute waren gut drauf. Vorerst gingen wir direkt zu den Toiletten, wo Philipp sich frisch machte.

 

''Du reißt mir aber keinen Typen auf'', hörte ich ihn mich noch ermahnen.

 

Daraufhin konnte ich aber nur Lachen.

 

*-*-*

 

Wie immer setzte ich aber meinen Dickkopf durch und Faolan gab nach.

 

"Gut, dann gehen wir eben in einen anderen Club. Ich kenne da einen ganz tollen Club, du wirst ihn lieben. Die Leute dort sind toll drauf... ehrlich."

 

"Okay, ich komme mit.", willigte ich ein, dann gingen wir los und erreichten den Club nur wenig später, den wir betraten und ich mich erst einmal umschaute.

 

"Setz dich ruhig an die Bar und trink dein Bier, ich geh mich amüsieren.", meinte Faolan und verzog sich dann auch schon auf die Tanzfläche, wo er nicht lang allein blieb... was ja zu erwarten war.... wie immer eben.

 

Ich bestellte mir etwas aber kein Bier, sondern einen Martini und schaute meinem Bruder zu, wie er sich tanzend amüsierte und auf der Tanzfläche beinahe schon ne Nummer schob...

 

Man, der konnte echt geil tanzen... mir fiel dazu nichts mehr ein... echt nicht. Dieser Hüftschwung... diese Eleganz, mit der er tanzte... raubte mir fast schon den Atem.

 

So hatte ich meinen Bruder noch nie erlebt.

 

Irgendwie beneidete ich ihn... er war das ganze Gegenteil von mir. Er war aufgeschlossen, offen, ehrlich, wunderschön und mutig...

 

Dann drehte ich mich von ihm weg... es deprimierte mich, ihn so zu sehen und ich war nur … ja, keine Ahnung... was...

 

*-*-*

 

Anschließend setzten wir uns an einen Tisch und ließen uns etwas zu Trinken bringen.

 

''Jetzt versuch einfach nicht mehr an ihn zu denken. Es war doch schon die ganze Zeit über klar'', versuchte ich Philipp aufzumuntern.

 

''Wenigstens sagst du nicht: Ich habs dir ja gesagt!'', kam es von meinem besten Freund und ich musste Grinsen.

 

''Na schau, da hab ich doch schon wieder ein Lächeln gesehen'', entgegnete ich, ''Ich lade dich auch ein.''

 

Als dann das Trinken kam, bezahlte ich und wir unterhielten uns einfach weiter und alberten auch wieder rum. Eben so vertraut, wie wir es immer taten. Philipp war einfach durch nichts und niemanden zu ersetzten.

 

Würde ich eine feste Bindung vorziehen, wäre er längst nicht mehr Single. Doch dafür war ich einfach nicht geschaffen und bevor ich ihn verletzten würde, blieb es lieber eine Freundschaft.

 

Aber dafür eine sehr gute!

 

*-*-*

 

Als ich mich umdrehte und meinen Bruder weiter beobachtete, sah ich Alex an einem der Tische, mit noch einem Typen sitzen.

 

Meinen Bruder brauchte ich jetzt nicht anzusprechen, denn der hatte besseres zu tun. Also blieb ich wo ich war und trank meinen Martini, rauchte nebenher eine Zigarette.

 

Lange würde ich mir das nicht mehr mitansehen... sollte er sich doch amüsieren... ich würde nach dem Martini gehen und gut.

 

Sollte er doch tun und lassen was er wollte... da störte ich doch eh nur.

 

*~*

 

Faolan tanzte gut und hatte einen Tanzpartner nach dem anderen, dann jedoch ging er zur Bar und stieß dabei versehentlich an den Tisch an, an dem Alex mit noch jemandem saß.

 

"Ups... Entschuldigung... das tut mit leid.", entschuldigte er sich mit einem Lächeln, wollte aber nicht weiter stören, sonst hätte er Alex sicher angesprochen...

 

*-*-*

 

Natürlich schaute ich auf, als wer den Tisch anstieß. Dazu sah er auch noch sehr gut aus. Dann sah ich, dass dieser Jemand zu David rüberging, der an der Bar saß.

 

Ich hatte ihn gar nicht bemerkt und musste innerlich Grinsen, weil mir Philipps Worte im Ohr klangen, dass ich ihn nicht verkuppeln sollte.

 

''Bin gleich wieder da'', zwinkerte ich meinem besten Freund zu und ging rüber zu David und dem heißen Typen.

 

Eine Hand legte ich auf die Schulter von David, die andere auf die des süßen Typen.

 

''So schnell sieht man sich wieder. Wie wäre es mit einem Drink und ihr gesellt euch zu uns?'', fragte ich frech.

 

*-*-*

 

Noch bevor ich etwas sagen oder überhaupt reagieren konnte... weil ich doch sehr erschrocken war, erwiderte Faolan:

 

"Hallo Alex. Ich bin Faolan, Davids großer Bruder. Wir nehmen deine Einladung gern an." und grinste Alex frech an, als wollte er ihn anmachen... ließ seinen Charme spielen.

 

Au man, mein großer Bruder... würde er sich je ändern...?

 

"Komm, kleiner Bruder.", und zog mich dann auch schon von dem Barhocker runter.

 

Ich schwieg nur, schaute mal zu Alex und mal zu Faolan... au man... Faolan zog Alex ja schon fast mit seinen Blicken aus.

 

So gingen wir mit Alex mit zu dessen Tisch und dem anderen Typen.

 

Ich begrüßte den anderen Typen zwar, mit einem kurzen "Hallo", aber das war es auch schon.

 

Faolan hatte seine Bühne gefunden und begrüßte den anderen Typen mit einem sanften Lächeln und sehr aufgeschlossen.

 

"Hallo, mein Name ist Faolan und du bist...", dabei gab er sich so heiß und aufreizend... dass ich die Luft hier schon knistern hören konnte...

 

*-*-*

 

Philipp reagierte beinahe wie David, etwas zurückschreckend, da er solche Typen nicht verstand. Jedoch war er höflich und stellte sich vor.

 

''Mein Name ist Philipp'', sprach er und schaute sich hilfesuchend um.

 

Ich bestellte uns etwas zu trinken und ließ gleich eine ganze Flasche bringen. Natürlich flirtete ich mit Faolan, warum auch nicht. Da David kein Interesse zu haben schien und eher genervt war, genau wie Philipp, könnten sie sich doch amüsieren.

 

Davids Bruder schien jedenfalls williger zu sein, was mir durchaus gefiel.

 

*-*-*

 

Ich nannte Philipp höflicherweise auch meinen Namen und setzte mich dann neben ihn, während sich Faolan zu Alex setzte, der auch schon munter mit ihm flirtete.

 

Ein wenig deprimiert schaute ich erst in die Runde, dann auf den Tisch und mein Glas. Auch Philipp schaute ich an, lächelte etwas scheu und verlegen... doch wollte mir einfach nichts einfallen, worüber ich mich unterhalten sollte.

 

So zündete ich mir eine Zigarette an und trank einen Schluck, während ich mir Faolans Spiel mit anschaute.

 

Oh, ich kannte meinen Bruder nur zu gut. Er hatte bisher jedem Typen das Herz gebrochen. Erst schlief er einmal mit den Typen und schob sie dann ab. Wusste er doch wie er auf die Männerwelt wirkte.

 

Faolan war das pure Gift. Wer ihn sah, traute ihm das nicht zu. Er war ungezähmt und wild... und doch sehr höflich und mir gegenüber meist sehr liebevoll und sanft.

 

*~*

 

Faolan flirtete natürlich auch mit Alex, legte seine Hand dann auf dessen Knie und drückte leicht zu, während er sich verführerisch über die halb geöffneten Lippen leckte.

 

Er kam dann Alex' Ohr ganz nahe, leckte ein wenig an dessen Ohrläppchen und flüsterte hinein:

 

"Lass uns tanzen, Alex. Ich will mich mit dir amüsieren." und ließ seine Hand noch ein klein wenig an Alex' Bein hoch gleiten.

 

*-*-*

 

Ich kannte so was zu gut und mir war es nur recht. Suchte ich doch meist nur das Eine. Wobei Faolan schon recht heiß war und ich bedenken hatte, ob er mich wirklich ranlassen würde.

 

Einschätzen konnte ich sein tun nicht wirklich.

 

Dennoch nickte ich und ging mit ihm auf die Tanzfläche. Denn wenn ich eins konnte, dann tanzen und das tat ich nun auch mit Faolan. Dabei ging ich richtig ran und er sollte merken, worauf er sich einließ.

 

*~*

 

Auch Philipp hatte sich David vorgestellt. Das Treiben von Alex und Faolan konnte er kaum nachvollziehen.

 

''Darf ich auch eine?'', fragte er David, als sich dieser eine Zigarette ansteckte. Eigentlich rauchte er nur gelegentlich bis gar nicht. Doch irgendwie war ihm jetzt danach.

 

Auch er wusste nicht wirklich, was man reden sollte, wie man ins Gespräch kam.

 

Dann sprach er einfach aus, was er dachte, als sich Faolan und Alex auf die Tanzfläche verzogen.

 

''Schlimm so was. Warum müssen alle Männer nur das Eine im Kopf haben?''

 

*-*-*

 

Natürlich ging Faolan mit Alex auf die Tanzfläche und ihm gefiel was er sah. Alex konnte genauso toll tanzen wie er selbst.

 

Faolan tanzte Alex aufreizend an... spürte und wusste aber auch, mit wem er es zu tun hatte. Ihm war es recht. Er wollte sich auf Alex einlassen... zumal er eh auch nur an das Eine dachte.

 

Sanft umfasste Faolan Alex' Hüfte beim Tanzen, ließ seine Hände zu dessen Po herabgleiten, wo er erst über die Pobacken strich und sie dann leicht knetete. Dabei sah er Alex verführerisch in die Augen, zog ihn schon fast mit seinem Blick aus... rieb seinen Unterleib sacht an dem von Alex.

 

Irgendwie passten sie zusammen, beide konnten toll tanzen, beide wollten keine Beziehung und beide wollten nur das Eine.

 

*~*

 

Ich nickte Philipp zu, holte meine Zigaretten wieder raus und gab ihm eine und gab ihm auch Feuer.

 

Er schien genau wie ich zu sein, aber netter als ich... fand ich zumindest.

 

"Ja, ich finde so was auch schlimm. Selbst mein eigener Bruder scheint nicht viel besser zu sein. Au man...

 

Ich mag so was nicht... hab schon zu viele schlimme Erfahrungen machen müssen.", erzählte ich Philipp und nahm noch einen Zug von meiner Zigarette, während ich, aus den Augenwinkeln, meinen Bruder und Alex beobachtete... und wirklich nur noch den Kopf schütteln konnte.

 

*-*-*

 

Ich tanzte mit Faolan sehr eng und sexy. Doch wies ich ihn in seine Grenzen, als er mir meinen Po zu kneten begann. Denn ich war ausschließlich aktiv und mein Hintern gehörte mir.

 

Dennoch gefiel mir Faolan und ich war gespannt, was kommen würde. Seit langem war mal jemand mehr als interessant. Trotzdem versuchte ich den Wunsch nach einer offenen Beziehung zu verdrängen.

 

Immerhin wusste ich nicht, was Faolan bezwecken wollte. Vielleicht lag ihm etwas daran sich in Davids Namen an mir zu rächen, mir quasi einen reinzuwürgen.

 

Deshalb beschloss ich meine Gefühle beiseite zu schieben und alles auf mich zukommen zu lassen.

 

*~*

 

Philipp hatte die Zigarette dankend angenommen und sich anzünden lassen. Nur kurz schaute er dabei in Davids Augen.

 

''Ach, ihr seid Brüder?', kam es dann von Philipp, weil er damit nun nicht gerechnet hatte.

 

''Ich weiß genau, was du meinst. Kenne das auch nur zu gut. Immer reden sie von großer Liebe, um einen ins Bett zu kriegen und dann melden sie sich nicht mehr. Reden von Treue und gehen dann doch fremd.

 

Zum Kotzen so was.''

 

Anschließend trank er sein Glas leer und konnte die Zwei auf der Tanzfläche nicht verstehen.

 

''Magst du ein wenig frische Luft schnappen? Die Luft hier ist nicht so meins'', fragte er dann David. Immerhin ahnte er, dass Faolan und Alex sich sowieso bald verdrücken würden.

 

*-*-*

 

"Gut gehen wir... ich mag die Luft hier drin auch nicht so wirklich.", erwiderte ich: "Vielleicht gehe ich einfach heim und schlafe ein wenig. Immerhin war es ein langer Tag."

 

Zu den anderen Worten von Philipp mochte David jetzt nichts sagen... sonst wäre er hier und jetzt in Tränen ausgebrochen und das wollte er Philipp nicht zumuten, der sah eh schon traurig genug aus.

 

Ich rauchte meine Zigarette noch auf und trank auch noch einen Schluck, bevor ich mich erhob und auf Philipp herabblickte.

 

"Ich geh dann mal unsere Getränke bezahlen... oder...", meinte ich noch und wollte tatsächlich nur noch nach Hause.

 

*~*

 

Faolan merkte sehr schnell, dass Alex es nicht mochte, dass er ihm an den Hintern ging und hielt sich auch dran.... ließ die Finger von ihm und tanze ihn nur noch so an.

 

Irgendwie spürte er nun, dass er bei Alex anscheinend nicht landen konnte. Nun, auch das gab es eben. Und Faolan würde sicher jemand anderen finden... es gab immerhin genug Typen, die morden würden um nur eine Nacht für ihn Betthäschen spielen zu dürfen.

 

Es war ja nicht so, dass Faolan der Aktive wäre... nein, ganz und gar nicht... aber diese Geste von Alex zeigte ihm... dass er nicht von ihm wollte.

 

Dabei hatte er an nichts weiter gedacht als an Sex mit Alex... und dann Schluss... eben wie immer... war er doch eh nichts anderes gewohnt und hatte es sich eben auch so angewöhnt... nur mit den Typen in die Kiste zu steigen und dann tschüss.

 

Nur zeigte er nicht was er fühlte. Auf seinen Gefühlen hatte sich eine dicke Eisschicht gelegt und er überspielte seine Gefühle sehr gut... sogar so gut, dass selbst David nichts davon mitbekam.

 

Dass er Alex nicht bekommen konnte... nun ja... eben einer weniger... was solls. So entfernte er sich beim Tanzen wieder von Alex... als er dessen Reaktion gespürt hatte... ließ sich aber sonst nichts anmerken.

 

*-*-*

 

Auch Philipp erhob sich und meinte zu David: ''Die Getränke sind schon bezahlt. Alex hat euch eingeladen. Wenn du magst, begleite ich dich noch. Ein Spaziergang wird mir gut tun, dabei bekomme ich den Kopf frei.''

 

Denn auch er war traurig und wollte eigentlich nicht wirklich nach Hause. Weil er ganz genau wusste, wenn er dort ankäme, würde er heulen.

 

Vielleicht half die Luft und ein Spaziergang ein wenig abzuschalten. Auf Davids Gesellschaft hoffte er nun eher weniger, auch wenn er ihn sympathisch fand.

 

*~*

 

Scheinbar war ich zu forsch rangegangen, denn Faolan hatte mich falsch verstanden. Das merkte ich sofort und da ich durchaus mehr wollte, ging nun ich ran.

 

Ich tanzte ihn an und ließ meine Hände frech werden. Mein Körper schmiegte sich an Faolan und meine Hände lagen nun auf seinen Po. Ob er mich lassen würde?

 

Er machte mich mehr als heiß und ich wollte eigentlich hier weg, mit ihm irgendwohin, wo es gemütlicher war.

 

*-*-*

 

"Gerne. Ich gehe mit dir gern etwas spazieren.", antwortete ich Philipp und lächelte ein wenig.

 

"Wir können uns auch ein wenig unterhalten, wenn du magst... müssen wir aber nicht.", sprach ich hinzufügend.

 

Dann verließ ich auch schon den Club... hielt es hier nicht mehr aus.

 

Mich kotzte das alles einfach nur an. Dass Philipp traurig war, sah ich, aber ich wollte auch nicht nachbohren und ihn womöglich bedrängen.

 

Also würde ich ihn in Ruhe lassen, wartete aber draußen, vor dem Club auf ihn.

 

*~*

 

So, der Herr beliebte also Spielchen zu spielen... interessant. Faolan ließ es zu, dass Alex seinen Hinter anpackte, schob diesen direkt an dessen Hände heran.

 

Mit seinem Gesicht kam er dem von Alex gefährlich nahe, doch küsste er ihn nicht, das würde er auch nicht... niemals... Küsse waren etwas für Liebende... nicht für Partner, mit denen man nur Sex haben wollte.

 

Seine Lippen glitten an Alex' Ohr und er schnurrte:

 

"Lass uns hier weggehen... irgendwohin, wo es gemütlicher ist...", dabei lächelte er verführerisch, während er noch etwas mit Alex tanzte.

 

*-*-*

 

Philipp folgte David, holte noch eben seine Jacke an der Garderobe ab, die er aber nicht anzog, weil es herrlich draußen war.

 

''Gerne können wir reden'', kam es dann von ihm, wenn auch etwas schüchtern. Er war einfach nicht gut in so was und man merkte es auch. Nie wusste er, was er sagen könnte, wie man ein Gespräch begann.

 

Bisher hatten immer die Anderen die Initiative ergriffen. Doch bei David wollte er sich einfach trauen, denn zum ersten Mal seit langem sprach Jemand genau das aus, was er dachte.

 

''Du kennst Alex?'', fragte er und könnte sich ohrfeigen, genau über seinen besten Freund zu reden. Warum hatte er nichts anderes gefragt. Nur wenn, was?

 

*~*

 

Faolan spielte auch mit mir und seit langem zogen mich mal Lippen magisch an. Auch ich küsste nicht, weil es für mich zum Sex nicht zwingend dazugehörte. Es sei denn, man wollte mehr als nur eine Nacht miteinander verbringen.

 

Aber die Lippen von Faolan zogen mich an und ich musste mich stark beherrschen nicht schwach zu werden.

 

''Gern. Lass uns zu mir gehen'', bot ich ihm an. Da wusste ich, wo alles lag, was wir brauchen würden und ich war in meinem Element. Immerhin wusste ich immer noch nicht so ganz, ob ich Faolan trauen konnte.

 

*-*-*

 

Als ich mit Philipp so durch die Straßen ging, nachdem auch er den Club verlassen hatte, fragte er mich doch glatte, ob ich Alex kennen würde... hmm...

 

"JA, leider, aber erst seit Kurzem und ich glaube, ich will ihn nicht näher kennen lernen. Bitte sei mir nicht böse, aber... Typen wie er... haben mir schon sehr oft... viel zu oft körperlich und seelisch weh getan. Ich mag nicht mehr.

 

Wäre mein Bruder nicht, hätte ich mich schon längst... sorry... Ich wollte nicht jammern.", erzählte ich, konnte meine Tränen aber nur ganz knapp zurückhalten.

 

Um mich abzulenken fragte ich Philipp: "Du kennst Alex aber schon etwas länger, hm?"

 

Ich schaute zu ihm, beobachtete ihn ein wenig und fand ihn doch sehr sympathisch und hübsch. So wie er gerade aussah, hatte auch er sicher viel durchmachen müssen.

 

Er tat mir leid. Vielleicht konnten wir ja irgendwann Freunde werden.

 

*~*

 

Faolan merkte sehr wohl was in Alex vorging, aber er spielte noch immer mit.... spielte den coolen, heißen Typen, dem nichts etwas ausmachte.

 

Für ihn war Alex auch nur ein weiterer Mann, mit dem er einmal Sex haben und den er sehr wahrscheinlich nie wieder sehen würde.

 

"Okay, gehen wir.", willigte er frech grinsend ein und wusste schon, dass Alex der Letzte wäre, mit dem er Sex haben würde.

 

Danach würde er die Stadt und damit auch seinen Bruder verlassen. Faolan würde in ein anderes Land und in eine andere Stadt ziehen, wo man ihn nicht kannte und er noch einmal ganz von vorn anfangen konnte.

 

Auch ahnte er, dass Alex ihm nicht traute, weil er doch Davids Bruder war... nun ja... er traute ihm genauso wenig... aber für einmal Sex würde es wohl reichen.

 

Den Brief an seinen Bruder hatte er längst verfasst, auch seine Koffer hatte er schon vor einer ganzen Weile gepackt und würde schon morgen abreisen.

 

Sicher, seinem Bruder würde es sehr weh tun, aber Faolan hatte keine andere Wahl. Er hatte Liebe gesucht... Liebe, die er nie bekommen hatte auch von seinen Eltern nicht... David war ja immer der tolle und liebe Sohn... nur den Sex hatte er gefunden...

 

Er hatte sich cool gegeben, kalt und unnahbar... ließ gefühlsmäßig niemanden zu nahe an sich heran kommen... nicht einmal David wusste es.

 

"Ich warte draußen auf dich.", flüsterte Faolan Alex, verführerisch und mit süßer Stimme, zu. Da er keine Jacke dabei hatte, verließ er den Club schon mal, um draußen auf Alex zu warten.

 

*-*-*

 

Philipp bemerkte Davids Blicke, die ihn etwas nervös machten, weil David ihm gefiel.

 

''Ich verstehe was du meinst. Alex ist eben speziell. Aber wenn man ihn richtig kennt, dann ist er toll...'', sprach er und ärgerte sich, dass sie jetzt über seinen besten Freund redeten.

 

Dabei hätte er viel lieber mehr über David erfahren. Obgleich er noch um seinen Ex trauerte und nicht gleich wieder in etwas neues vorhatte zu rauschen.

 

''Er ist mein bester Freund und das nun schon seit der Schule. Wenn man ihn braucht, dann ist er da. Außerdem weiß ich ganz genau, dass er neben dem Sex eigentlich doch eine Beziehung sucht, wenn auch etwas lockeres, weil er sowieso nicht treu sein könnte'', fügte Philipp hinzu und merkte gar nicht, wie er ein wenig aus sich rauskam.

 

*~*

 

Voller Vorfreude wartete ich auf meine Jacke und folgte dann Faolan. Herrje, was für ein heißer Körper und diese Lippen.

 

Ich schaute ihm tief in die Augen und lächelte: ''Na dann, wollen wir?''

 

Ein wenig ging ich voraus, schlug die Richtung ein, in die wir mussten. Drehte mich aber flirtend um und neckte Faolan, indem ich über meine Lippen leckte.

 

Dann wartete ich kurz, bis er bei mir war und zog ihn eng an mich heran. Seine Nähe genießend, ließ ich wieder von ihm ab, um weiterzugehen.

 

*-*-*

 

So ganz langsam schien Philipp ein wenig aus sich herauszukommen... es machte die ganze Sache leichter... auch für mich.

 

"Ich verstehe dich, aber sei mir nicht böse, es waren Männer, wie Alex, die mir so sehr weh getan haben, dass ich kaum noch Nähe zulassen kann... mich am liebsten irgendwo verkriechen würde.", gab ich ihm zur Antwort und hörte, was er weiter erzählte.

 

Verstehend nickte ich ihm zu, schaute ihn an und lächelte ein wenig.

 

Nach seinem letzten Satz antwortete ich Philipp:

 

"Es ist schön einen Freund zu haben, ich habe zwar auch einen Freund, aber ich sehe ihn nicht sehr oft. Alex sucht also eine lockerer Beziehung, dann braucht er doch aber gar keine Beziehung... wenn er eh nicht treu sein kann. Ich mein, das bringt doch nichts. Jeder der Partner hat ab und zu einen anderen im Bett und dann treffen sie sich wieder um noch mehr Sex zu haben. Das ist doch Schwachsinn. Dann kann man doch gleich Single bleiben.

 

Aber nun ja, dann haben sich ja die beiden richtigen getroffen. Faolan will, soweit ich weiß, gar keine Beziehung. Obwohl ich mir bei ihm nicht so sicher bin. Er war so seltsam... irgendwas stimmte mit ihm nicht.", wurde dann nachdenklich... hatte Angst um Faolan.

 

Nun, er war ja alt genug... und würde schon wissen was er tat.

 

Langsam ging ich weiter neben Philipp her und musste mir eingestehen, dass er wirklich sehr nett war.

 

*~*

 

Natürlich gefiel Faolan was Alex gerade mit ihm so trieb, mit ihm flirtete, ihn neckte... und er spielte das Spiel auch weiter mit... hätte sich aber dann beinahe versteift, als Alex ihn so nahe an sich heran zog.

 

Alex' tiefer Blick in seine Augen berührte ihn nicht, ließ ihn kalt, aber er spielte seine Rolle perfekt.,.. so wie immer, schaute Alex ebenfalls tief in die Augen und nickte auf dessen Frage hin... folgte ihm.

 

Faolan wusste, dass Alex, mit seiner Zustimmung, das letzte bisschen Gefühl, das er noch hatte, abtöten würde... und er ließ es zu. Sein Herz glich doch eh schon einem Eisklumpen, dass er selbst fast daran erfror.

 

Aber er spielte weiter den heißen Kerl, der nur das Eine im Sinn hatte.

 

Für ihn hatte Alex ungefähr so viel Gefühl... wie eine Kettensäge oder ein Holzhammer... wobei, so viel besser war er selbst ja auch nicht, zu sich selbst.

 

Aber Faolan jammerte nicht. Er würde es zulassen und dann verschwinden.... für immer... niemand würde ihn hier je wieder sehen.

 

*-*-*

 

Philipp nickte verständlich auf Davis Worte.

 

''Ich weiß was du meinst und verstehe solche Leute auch nicht wirklich... Außerdem weiß ich genau, wie du dich fühlst, denn außer Alex, meide ich solche Typen eben auch, weil sie mich verletzt haben...

 

Erst jetzt, habe ich mich mit Alex getroffen, weil mein Freund nach Wochen meinte sich melden zu müssen, um Schluss zu machen. Dabei habe ich Idiot die ganze Zeit über geglaubt, er meint es ernst. Wie soll man da je wieder jemanden vertrauen?'', sprach Philipp.

 

Er bemerkte auch, wie nachdenklich David geworden war.

 

''Das Verstehe ich auch sehr gut. Ständig mache ich mir Sorgen um Alex und Gedanken...'', fügte er dann hinzu.

 

*~*

 

Es dauerte nicht lange und wir kamen bei mir an. Noch bevor ich unten die schwere Haustür öffnete, zog ich Faolan an mich heran.

 

Die drei überdachten Stufen vorm Haus, bildeten eine dunkle Ecke, in die ich Faolan hineinzog. Gierig drängte mein Körper sich an den seinen, wobei meine Hände schon mal voller Vorfreude abtasteten, was mich erwartete.

 

Aus irgendeinem Grund hätte ich ihn jetzt gerne geküsst. Seine Lippen zogen mich magisch an. Doch war ich brav und drückte schnaufend meine Stirn an die seine.

 

Dabei kramte ich suchend nach meinem Haustürschlüssel, während mein Knie frech zwischen Faolans Beine drückte. Ich konnte die Hitze durch unsere Kleidung spüren und die Erregung.

 

*-*-*

 

Wieder zog Alex Faolan an sich heran... doch in ihm regte sich dabei nichts... absolut nichts. Er schaute Alex nur mit kalten Augen verletzt an.

 

Alles ließ er einfach nur mit sich machen, ohne Gegenwehr, aber auch ohne eine Reaktion. Alex wollte Sex mit ihm, okay... aber er konnte von ihm keinerlei Gefühle erwarten und würde er ihn dann auch noch küssen... wäre er schneller weg, als Alex denken konnte.

 

Er wollte das alles hier einfach nur noch irgendwie hinter sich bringen und dann weg... einfach weg. Dabei ekelte er sich schon vor sich selbst, hätte sich am liebsten übergeben, aber er riss sich zusammen.

 

Auch Alex' Bein, zwischen den seinen rief keinerlei Reaktion oder Gefühl in ihm hervor... wie eine Puppe ließ er das alles mit sich machen.

 

Irgendwie war ihm erst jetzt richtig bewusst geworden, was er die ganze Zeit über getan hatte. Er fühlte sich so dreckig... so schmutzig und eklig.

 

Aber noch immer jammerte er nicht und weinte auch nicht. Seine Hände behielt er nun bei sich... berührte Alex nicht.

 

Warum konnte er nicht einfach auf der Stelle umfallen und sterben...? Das konnte er hinterher noch tun... anstatt woanders neu anzufangen...

 

Aber er hatte es ja nicht anders gewollt... es sogar drauf angelegt...

 

*~*

 

"Ich kann dich gut verstehen, denn ich vertraue niemandem mehr... kann ich auch gar nicht, bei dem was man mir angetan hat.", sprach ich erwidernd: "Es tut mir leid, was dir passiert ist, wirklich und ich kann es gut nachvollziehen, wie du dich fühlst."

 

Während wir weiter gingen, fixierte mein Blick den Boden, getraute mich nicht mehr hochzuschauen oder Philipp anzusehen... warum auch immer.

 

Die Sorge um Faolan blieb und ich hatte plötzlich ein heftiges Gefühl der Unruhe. Irgendwas stimmte mit meinem Bruder nicht.

 

Am liebsten hätte ich ihn jetzt angerufen, aber ich wusste ja auch nicht ob ich ihn dann nicht doch stören würde... also sollte ich es vielleicht doch besser sein lassen.

 

Die Unruhe blieb bestehen und wollte nicht verschwinden.

 

Faolan, wenn dir was passiert... verzeihe ich mir das nie... ohne dich will ich dann nicht mehr leben., dachte ich bei mir, sagte aber zu Philipp nichts davon.

 

Irgendwie erreichten wir das Haus in dem ich wohnte und ich meinte dann zu Philipp:

 

"Tja, also, hier wohne ich. Danke, dass du mich hierher begleitet hast. Ich werde jetzt etwas schlafen, wenn ich kann... und hoffen, dass mit meinem Bruder alles okay ist..."

 

*-*-*

 

Irgendetwas stimmte nicht mit Faolan und so ließ ich von ihm ab, schloss die Tür auf. Im Hausflur angekommen machte ich Licht und ging mit ihm in meine Wohnung.

 

Hier zog ich Schuhe und Jacke aus, lotste ihn herein.

 

''Setz dich doch. Möchtest du etwas Trinken?'', fragte ich.

 

Was war los mit ihm? Bedrückte ihm etwas?

 

Nachdem er sich gesetzt hatte, holte ich etwas zu Trinken und schenkte uns was ein.

 

''So und nun raus mit der Sprache! Warum bist du mitgekommen?'', fragte ich ihn.

 

Gehenlassen würde ich ihn nicht, soviel stand fest. Mir kam es so vor, als wäre ich es David schuldig, mich um Faolan zu kümmern.

 

*~*

 

Philipp war ein wenig traurig, dass sie nun schon bei Davids Wohnung angekommen waren, auch wenn er sich nichts anmerken ließ. Doch dann schien da ein Funken Hoffnung, noch ein wenig Zeit mit David verbringen zu können.

 

''Denkst du, dass etwas mit deinem Bruder ist? Wir können gerne nachsehen gehen. Sie sind sicher zu Alex gegangen...'', kam es von Philipp.

 

''Wenn du dir Sorgen machst, kannst du sowieso nicht einschlafen'', fügte er dann hinzu.

 

*-*-*

 

"Nein, lass nur, wir würde sie vielleicht nur stören... ich...", antwortete ich, dann rannen schon die Tränen an meinen Wangen herab.

 

"Alles gut... ich... sollte mir nicht solche Sorgen machen...", schluchzte ich, doch konnte ich irgendwie nicht aus meiner Haut.

 

"Wenn du magst, kannst du ja noch mit hoch kommen... und wir trinken und reden zusammen.", bot ich Philipp lieb an.

 

Dann suchte ich mein Taschentuch raus und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht.... versuchte Philipp anzulächeln...

 

*~*

 

Faolan ging mit in Alex' Wohnung und wunderte sich nun doch, dass dieser auf einmal so freundlich tat.

 

"Nein, danke, ich stehe lieber.... außerdem hast du doch das selbe gewollt wie ich... oder irre ich mich da, hä. Nur deswegen bin ich mitgekommen.... reicht dir das als Antwort...", antwortete Faolan kalt und verletzt.

 

Weinen konnte er schon lange nicht mehr... wen ging es denn auch was an, was mit ihm los war... sonst war es doch auch allen egal gewesen.

 

"Wenn du jetzt nur reden willst, bitte... mir egal...", dabei entfernte er sich von Alex ein wenig... ihm sein Gefühlsleben offenbaren... für Faolan derzeit undenkbar...

 

*-*-*

 

''Wow... hey... nicht weinen...'', kam es erschrocken von Philipp.

 

''Wenn du dir so große Sorgen um ihn machst, kann ich Alex doch einfach mal eine SMS schicken. Antwortet er, gehen wir hin, kommt nichts, gehen wir zu dir hoch... wäre das okay für dich?'', wollte er dann wissen.

 

Irgendwie wollte er helfen und hoffte, dass David sich darauf einlassen würden. Denn er wollte ihn nicht traurig sehen.

 

*~*

 

''Ich wollte mit dir Sex haben, das ist richtig. Doch irgendetwas ist doch mit dir. In Wirklichkeit willst du das hier doch gar nicht. Habe ich Recht?

 

Du musst mir jetzt nichts erklären, wenn du nicht willst.

 

Aber sage mir bitte offen und ehrlich, ob du das hier wirklich willst'', bat ich Faolan.

 

In so einer Situation war ich lange nicht und ich wusste gar nicht, wie ich reagieren sollte. Eises Kälte brachte Faolan mir entgegen und es war schwer damit umzugehen.

 

''Faolan, du bist hübsch und gutaussehend. Wirkst mit Sicherheit genauso, auf die Männer, wie ich. Es ist meistens schwer eine feste Bindung einzugehen, weil man mit den vielen Reizen nicht klarkommt.

 

Aber manchmal sehnt man sich danach, dass jemand da ist, wenn man nach Hause kommt. Jemand den man liebt, mit den man anders Sex hat, als wie mit den Anderen. Intimer'', sprach ich und wusste nicht mal, ob meine Worte ankamen.

 

*-*-*

 

Ich nickte verständig auf Philipps Worte hin.

 

"Okay... so machen wir das. Danke, du bist echt lieb, Philipp.", sprach ich und war dankbar, dass er mir helfen wollte.

 

Ich machte mir sehr große Sorgen um meinen Bruder... auch wenn er eigentlich ja alt genug war.

 

*~*

 

"Ist doch egal... was ich wollte und was nicht. Und dir kann es doch egal sein, oder.", erwiderte Faolan doch ließ er sich noch immer nichts anmerken.

 

"Vielleicht wirke ich auf Männer so... okay.. muss ich eben mit klarkommen. Ich brauche niemanden. Und Liebe... was ist das schon... es tut nur weh sich auf dieses seltsame Gefühl einzulassen."

 

Faolan war verletzt und doch kalt... er wollte niemanden gefühlsmäßig an sich heran lassen... keine Chance.

 

"Wer sagt, denn dass ich eine feste Bindung will... geschweige denn eine offene Beziehung... nein, danke... du willst das doch auch nicht... also, was solls.

 

Du behältst deine und ich meine Freiheit...", fügte Faolan hinzu.

 

*-*-*

 

Philipp schrieb wie abgemacht eine SMS an Alex und wartete dessen Reaktion ab.

 

''Schon okay. Ich bin eben zu lieb. Das ist eher mein Problem'', sagte er dann zu David. Denn er wollte ihm gerne helfen.

 

*~*

 

Zwischenzeitlich bekam ich eine SMS von Philipp, ob er stören würde. Da ich nicht unhöflich sein wollte, schickte ich nur ein knappes 'Nein', zurück.

 

''Ich weiß nicht, was du willst. Das weißt nur du allein. Bei mir ist es im Moment so, dass ich gerne eine Beziehung hätte, aber genau weiß, wenn ich etwas festes angehe, werde ich früher oder später ausbrechen und fremd gehen.

 

Deshalb möchte ich lieber etwas offenes mit Spielregeln. Im Grunde müsste ich es dir nicht erzählen, doch warum sollte ich ein Geheimnis daraus machen?'', antwortete ich auf Faolans Vermutung.

 

Dabei blieb ich ganz ruhig und gelassen. Immerhin wollte ich Faolan nicht angreifen, sondern nur versuchen herauszubekommen, was ihm bedrückte.

 

*~*

 

Unterdessen bekam Philipp die Antwort, auf die er und David gewartet hatten.

 

''Schau. Na komm'', sagte er, legte den Arm tröstend um David und zog ihn mit sich.

 

''Es ist nicht weit von hier'', fügte er dann hinzu und hoffte sehr, dass Faolan noch bei Alex war.

 

*-*-*

 

"Danke, das ist echt nett von dir.", erwiderte ich, putzte mir die Nase und steckte mein Taschentuch dann in meine Hosentasche.

 

Dann ging ich mit Philipp mit und hoffte nur, dass es meinem Bruder gut ging.

 

Ich konnte noch immer diese Unruhe spüren... Faolan bedrückte was.... nur was... Ich konnte mir absolut keinen Reim drauf machen.

 

*~*

 

Faolan hörte Alex zu und nickte. Doch dann sagte er ihm was er dachte:

 

"Verstehe... du willst zwar was festes, aber dann doch wieder nicht... das ist doch Unsinn. Eine offene Beziehung ist keine Beziehung... dann kannst du auch gleich Single bleiben und mit anderen herum machen. Wo ist da der Unterschied?!

 

Also, ich kann drauf verzichten... lieber sterbe ich, als mich an jemanden auf diese Weise zu binden. Außerdem bin ich ab Morgen eh verschwunden und niemand wird mich mehr wieder sehen... ich fange woanders neu an...", was er wirklich vorhatte... sagte er nicht.

 

Dass Alex' Handy kurz klingelte störte ihn wenig... er wollte eh weg und wenn jetzt eh nichts lief... was ihm eigentlich ganz recht war... dann konnte er auch gehen und schon vorher weggehen... oder … tja...

 

*-*-*

 

Philipp tat es richtig gut, den Arm um David zu haben. Doch ließ er sich nichts anmerken. Im Grunde brauchte er dafür sehr viel Mut.

 

Bald erreichten sie Alex Wohnung und klingelten unten.

 

*~*

 

''Single sein ist etwas anderes. Es ist eben schön, wenn man nach Hause kommt und da ist jemand, mit dem man reden kann und der Sex ist ganz anders, viel intimer eben. Wenn ich eine richtige Beziehung eingehe, darf ich nicht mehr so intensiv flirten oder gar spontan Sex haben.

 

Dann würde ich fremd gehen und weil ich Niemanden verletzten will, möchte ich eben eine offene Beziehung'', erklärte ich Faolan.

 

Natürlich spürte ich, dass er gehen wollte. Nur was sollte ich tun? An ihn kam ich scheinbar nicht heran. Dabei war er genau mein Typ. Nur es gegen seinen Willen mit ihm tun, das könnte auch ich nicht bringen.

 

Auf einmal läutete es und ich ging zum Summer und betätigte diesen.

 

Kurze Zeit später standen auch schon David und Philipp in der Tür.

 

''Hey'', begrüßte ich die zwei.

 

*-*-*

 

Es tat so gut, dass Philipp seinen Arm um mich gelegt hatte... es war tröstend und ich genoss es schon ein wenig.

 

Ein mulmiges Gefühl beschlich mich, als wir Alex' Wohnung erreichten und Philipp klingelte.

 

Einerseits hatte ich große Angst um Faolan und andererseits hatte ich noch immer Angst vor Alex.

 

Endlich öffnete Alex und begrüßte uns. "Hallo Alex. Ist Faolan noch hier...?", begrüßte ich Alex fragend und Tränen rannen wieder aus meinen Augen.

 

Dann sah ich Faolan auch schon auf uns zukommen...

 

*~*

 

"Tze... alles klar, ich versteh schon... nein, danke... so was mache ich sicher nicht mit. Ich bin der Meinung entweder habe ich einen Partner und bin treu, oder aber ich bleibe Single und kann machen was ich will... ohne mir Gedanken machen zu müssen. Meinst du nicht, dass es auch in einer offenen Beziehung vorkommt, dass es dem Partner weh tut, wenn der andere fremd geht... sich woanders vergnügt...

 

Man, man, man, was bist du bloß für ein Mensch?!", antwortete Faolan verächtlich.

 

Dann hörte er es auch schon klingeln und wenig später hörte er Davids Stimme... er ging ebenfalls auf den Flur und schaute sich die Drei Gestalten zunächst nur an.

 

Gegen Philipp hatte er nichts... aber gegen David und Alex ging er nun an:

 

"Ach ja... David... mein armer kleiner Bruder... der so sehr von Mami und Papi geliebt wurde... verehrt wurde... während der große Bruder immer schön die Schläge einstecken durfte... Weißt du was, David... lass mich einfach in Ruhe... verschwinde aus meinem Leben... oder ich werde dich mal so windelweich prügeln, wie es unsere Eltern immer mit mir getan haben... dann weißt du was ich durchgemacht habe! Du Jammerlappen... du miese kleine Ratte!" und ereiferte sich dabei richtig.

 

Unglaublich verletzt, kalt und wütend, aber sich keinen Tränen hingebend, sprach er weiter:

 

"Ich habe immer die Liebe gesucht... aber was habe ich gefunden... Prügel... und... Sex... man ich krieg das Kotzen!

 

Und du Alex... hast nur das Eine im Kopf... eine offene Beziehung, damit du bloß weiter in der Gegend herum vögeln kannst! Pfui Teufel... was seid ihr alles für Menschen?!

Du, Alex, kannst weiter deine Freiheit genießen... und du, David, kannst weiter herum jammern und ich... habe jetzt ein Rendezvous mit dem Tod!

 

Euch noch ein schönes Leben!", sprach Faolan noch, dann drängte er sich an den Dreien vorbei.

 

Als David ihn aber aufzuhalten versuchte, in dem er sich ihm in den Weg stellte, packte Faolan ihn am Kragen und wütete:

 

"Lass mich vorbei... oder du kannst dein Essen ab Morgen aus der Schnabeltasse trinken... das schwöre ich dir!", dabei schaute er erst David an, dann Alex... während ihm nun doch eine Träne an seiner rechten Wange herab kullerte...

 

"A-aber... ich will dich nicht verlieren... ich hab dich doch lieb... Faolan... bitte... bleib da...", weinte David und zitterte.

 

Schließlich ließ Faolan seinen Bruder los, der ihn nur noch mit großen Augen anschaute, und lief davon...

 

Faolan rannte die Treppen herab, raus aus dem Haus und dann rannte er nur noch die Straßen entlang.

 

Faolan blieb erst stehen, als er die Eisenbahnbrücke erreicht hatte... stellte sich ans Geländer und schaute herab... wartend... auf den nächsten Zug... der vorbeifahren würde... kletterte schon übers Geländer und hielt sich nach hinten, mit seinen Händen, am Geländer fest, bereit zu springen...

 

*-*-*

 

Philipp stand wie versteinert da, konnte kaum glauben, was hier geschah. Ich hingegen ging dazwischen und machte Faolan an: ''Lass David sofort los!''

 

Dass gerade er, als Szenegänger mich nicht verstand, kapierte ich nicht wirklich. Nur war es mir im Moment eher egal, denn umbringen sollte er sich nicht. Zu packen bekam ich ihn nicht, aber schnell war ich und so folgte ich ihm.

 

Vielleicht war Faolan stark, aber das war ich auch und so zog ich ihn direkt zurück auf die Brücke, vors Geländer.

 

''Spinnst du jetzt total?'', schrie ich ihn an und knallte ihn eine runter, damit er wieder zu Sinnen kommen würde. Nicht zu stark, das verstand sich von selbst.

 

*~*

 

Philipp hatte Alex Wohnung abgeschlossen und war mit David im Arm ebenfalls den Beiden gefolgt. Da sie allerdings so schnell waren, blieb nur zu vermuten, wo sie hin waren.

 

Nebenbei versuchte Philipp, David zu beruhigen und redete tröstend auf ihn ein.

 

''Alex macht das schon. Da musst du versuchen mir zu vertrauen. Wir finden die zwei sicher auch gleich'', sagte er.

 

Dann kam auch schon ein Anruf von Alex, wo sie sich befanden. Schnell eilten auch sie zur Eisenbahnbrücke.

 

*-*-*

 

Ich verstand Faolan und ich würde ihn in Ruhe lassen, wenn er es so wollte. Zwar ließ ich mich ohne Gegenwehr von Philipp trösten und auch mitziehen, nur brachte es mir nicht viel.

 

Meinen Bruder hatte ich jetzt eh verloren... was sollte ich dann noch dort?

 

Als wir auf der Brücke ankamen ahnte ich was er vorgehabt haben musste, nur rückte und rührte ich mich nicht von der Stelle.

 

Von nun an würde ich wohl nie wieder jemandem vertrauen... nie wieder.

 

Philipp kannte ich zu wenig, auch wenn er nett war... aber es brachte mir nichts... vor Alex hatte ich Angst und Faolan... hatte ich verloren.

 

So ging ich nur kurz zu den Beiden, schaute meinen Bruder an und sprach, ohne Faolan zu berühren:

 

"Ist schon gut, Faolan. Ich verstehe dich. Und auch wenn du nichts mehr mit mir zu tun haben willst... ich werde dich immer lieb haben...", doch weinte ich nun nicht mehr... denn Tränen hatte ich keine mehr. Nach meiner kurzen Ansprache zu Faolan, verließ ich die Brücke und machte mich auf den Weg nach Hause... mir war jetzt einfach nur alles egal...

 

Das würde das letzte Mal sein, dass ich irgendwohin gegangen war. Nie wieder würde ich einen Club betreten ...arbeiten, einkaufen... nach Hause... das war mein Weg... nicht mehr und nicht weniger.

 

Kontakt zu anderen Menschen... nur wenn es sein musste und sich nicht vermeiden ließ.

 

*~*

 

Nachdem Alex Faolan wieder auf die Brücke gezogen und ihm eine geknallt hatte, schaute er ihn nur noch traurig und kalt an.

 

So war das also... Alex war also nicht nur ein notorischer Fremdgänger... nein, er schlug ihn auch noch... das war alles was ihm einfiel..... Schläge...

 

Er hatte es doch gewusst... Alex konnte er nicht vertrauen... und er würde es auch nicht.... niemals. Zwar schlug er nicht zurück, aber er sagte nun auch nichts.

 

Faolan hasste Alex, seinen Bruder David und den Rest der Welt. Das was sich Alex nun geleistet hatte war das Tüpfelchen auf dem i und er würde es ihm niemals verzeihen... er würde einen anderen Weg finden für immer zu verschwinden.

 

Alex schaute er auch nicht mehr an, das Thema war für ihn erledigt ein für alle Mal.

 

War ja klar, dass ihn niemand verstand... warum auch... und mit dem Taktgefühl eines Holzhammers, so wie es Alex hatte... konnte man ja nichts verstehen... da konnte man allerhöchstens mit dem Schwanz denken...

 

Faolan drehte sich weg und verließ die Brücke, ohne ein weiteres Wort zu sagen.

 

Doch jetzt suchte und fand er ein Taxi, das ihn heim brachte... um dann... hier zuhause zu sterben... Er hatte schließlich genug Mittel und Wege...

 

Schläge... Prügel... immer nur Gewalt... Liebe und Verständnis... wer brauchte das schon...

 

Daheim angekommen, betrat er seine Wohnung, schloss hinter sich die Tür und schloss diese auch ab. Die Schlüssel legte er auf einem kleinen Tischchen ab, dann führte ihn sein nächster Weg in die Küche, wo er sich ein großes scharfes Messer nahm und damit ins Wohnzimmer ging, wo er sich auf das Sofa setzte, das Messer auf seinen Schoß legte und die Klinge zunächst nur anstarrte... fast liebevoll drüber strich... während er am ganzen Körper zitterte.

 

*-*-*

 

Ich konnte nur mit den Kopf schütteln und schaute Philipp an. Der wusste auch nicht, was er dazu sagen sollte.

 

''Denkst du, wir können sie einfach so gehen lassen?'', fragte er dann doch.

 

''Die haben vielleicht Probleme!'', antwortete ich nur wütend.

 

''Was sollen wir denn tun? Kein Plan, wo Faolan hin ist und wenn er nach Hause ist, weiß ich auch nicht, wo das sein soll. Sie wollen sich scheinbar nicht helfen lassen. Also, was kümmert es uns?'', kam es von mir nach einer kurzen Pause.

 

Philipp schaute schon wieder traurig drein und ich ging auf ihn zu, nahm ihn in den Arm.

 

''Du hast ja recht'', hörte ich ihn dann sagen, ''Trotzdem ist das alles traurig... Wenn Faolan sich etwas antut... Wege und Mittel gibt es viele...''

 

''Dann können wir das auch nicht ändern. Wir wollten doch helfen...'', sagte ich und strich Philipp eine Träne weg.

 

''Na komm, lass uns bei mir noch etwas Trinken'', schlug ich dann vor.

 

''Aber... ist es nicht unterlassene Hilfeleistung?'', hörte ich Philipp sagen.

 

''Nein! Weil wir geholfen haben! Wenn du jemanden kennenlernst und der dir sagt, dass er sich jetzt gleich umbringen will und in ein Taxi steigt, damit davon fährt, du aber nur den Vornamen kennst, was sollst du denn da tun?'', fragte ich.

 

''Zur Polizei gehen?'', antwortete Philipp und ich nickte etwas genervt, weil ich eigentlich nur nach Hause wollte.

 

''Gut, na dann lass uns zur Polizei. Ist ja nicht weit von hier'', sprach ich.

 

Also machten wir uns auf den Weg zur Polizei. Dort angekommen, schienen wir zwei Polizisten bei der Nachtschicht und einem Kartenspiel eine gelungene Abwechslung.

 

Sie nahmen alles auf, was wir erzählten, machten aber keine Anstalten in irgendeiner Form zu helfen.

 

''Wollen sie denn nicht auf die Suche gehen?'', fragte Philipp verunsichert.

 

''Junger Mann, wo sollen wir ihrer Meinung nach denn anfangen zu suchen? Ohne einen vollständigen Namen oder einer Adresse können wir auch nichts weiter tun, als abzuwarten'', kam es vom Polizisten.

 

''Ich weiß, wo David, also sein Bruder wohnt. Der müsste doch wissen, wo Faolan seine Wohnung hat'', sprach Philipp.

 

''Sofern, er in seiner Wohnung ist'', brachte ich ein.

 

Die Polizisten notierten dann die Adresse von David und meinten, wir sollten nach Hause gehen und sie würden sich um alles kümmern.

 

Endlich bekam ich Philipp dazu mit mir mitzukommen, auch wenn er sich noch ziemlich viele Gedanken machte.

 

*-*-*

 

Noch eine ganze Weile saß Faolan auf dem Sofa, starrte auf die Klinge... dann erhob er sich, brachte das Messer in die Küche zurück, räumte auch seine Koffer dann wieder aus und zerriss den Brief, den er eigentlich an David geschrieben hatte.

 

Danach räumte er alles ordentlich weg, säuberte und polierte seine Wohnung auf Hochglanz, ging anschließend duschen und pflegte sich.

 

Alex und auch seinen Bruder David verdrängte er gekonnt. Von ihnen wollte er nichts mehr wissen und er wollte jetzt auch ein etwas anderes Leben führen. Zu viele Exzesse waren es, die er sich in letzter Zeit geleistet hatte.

 

Noch immer im Bad, schnitt er sich die langen Haare ab, färbte diese von Blond auf schwarz und frisierte sich diese so, dass er jetzt einen Seitenscheitel hatte und auf der rechten Seite eine etwas längere Strähne herab hing.

 

In seinem Schlafzimmer kleidete er sich in edle schwarze Sachen ein, die eng an seinem Körper anlagen und diesem schmeichelten, legte sich seine Lieblingskette um, die er von einem sehr guten Freund bekommen hatte, setzte dann noch den Siegelring auf seinen Ringfinger, ein Andenken an einen sehr guten Freund, der nach Australien ausgewandert war. Noch etwas dezentes Parfüm... dann war er fertig. Fehlte nur noch die Sonnenbrille... obgleich es draußen ja dunkel war... er konnte dennoch gut sehen.

 

Übers Handy rief er eine Freundin an und fragte sie, ob er zu ihr kommen dürfte. Sie bejahrte und Faolan machte sich sogleich auf den Weg zu ihr.

 

Er brauchte sie jetzt einfach, denn sie konnte ihm den Halt geben, der ihm derzeit fehlte.

 

Auf dem Weg zu ihr ging er noch in eine Spätverkaufsstelle, wo er eine Kleinigkeit für Mara besorgte. Anschließend setzte er seinen Weg fort.

 

So wie er jetzt aussah würde ihn niemand mehr erkennen.

 

*~*

 

Derweil saß ich daheim und heulte mir die Augen aus dem Kopf. Wusste ich doch, wenn man bei Faolan einmal unten durch war... dann war das für die Ewigkeit und dann war auch kein herankommen mehr an ihn.

 

Nun, ich würde eben meinen Weg weiter allein gehen müssen... etwas anderes blieb mir kaum mehr übrig.

 

Wie ich so am Nachdenken war, klingelte es plötzlich an meiner Tür und ich erschrak mich erst mal mächtig. Wer wollte denn jetzt noch was von mir?

 

Ich stand auf, ging zur Tür und öffnete diese direkt.

 

Ach herrje... die Bullen... was wollten die denn von mir...?

 

"Hallo. Wie kann ich ihnen helfen?", begrüßte ich die Herren.

 

"Guten Abend. Sind sie David Schmidt?"

 

"Ja... aber warum wollen sie das wissen?"

 

"Es geht um ihren Bruder Faolan. Wir wüssten gern wo er wohnt."

 

"Warum wollen sie das wissen? Ist irgendwas mit ihm?"

 

"Das wissen wir nicht, aber es ist Gefahr in Verzug. Er hat gedroht sich etwas antun zu wollen... also... wo wohnt ihr Bruder?"

 

Ich nickte nur, gab den beiden Polizisten die Adresse von Faolan, die sie sich aufschrieben, sich anschließend bedankten, sich dann von mir verabschiedeten und sich verzogen.

 

Die Tür schloss ich direkt wieder. Natürlich machte ich mir Sorgen um Faolan, aber ich konnte eh nichts tun. Ich hatte bei ihm verschissen... er hasste mich.

 

Dabei waren wir immer durch dick und dünn gegangen...

 

...traurig... alles war so traurig...

 

Ich setzte mich, im Flur, an die Wand und weinte nur noch. Ich hatte meinen Bruder wirklich lieb gehabt... und ich vermisste ihn schon jetzt so sehr, dass es mir richtig im Herzen weh tat.

 

*-*-*

 

Wir waren unterdessen zu mir gegangen und ich hatte uns einen heißen Kakao gemacht.

 

''Geht es dir nun besser?'', fragte ich Philipp und er schien nicht wirklich den Eindruck zu machen, nickte aber.

 

''Fein, dass können wir ja gleich schlafen gehen. Ich bin nämlich todmüde'', entgegnete ich.

 

Also tranken wir unseren Kakao in Ruhe und dann verabschiedete Philipp sich von mir. Irgendwie bewegte ihn das alles noch sehr, aber er sagte nichts.

 

Müde ging ich zu Bett, obgleich auch ich mir noch ein paar Gedanken machte. Denn ich war mehr als müde.

 

*~*

 

Philipps Weg führte ihn allerdings noch nicht nach Hause, weil er sich wirklich Sorgen machte. Nicht nur um Faolan, sondern auch um David, bei dem er klingelte.

 

*-*-*

 

Noch immer ziemlich fertig und am Heulen, hörte ich es plötzlich wiederum klingeln.

 

Herrje, was wollten die Bullen denn nun wieder von mir... oder waren sie es gar nicht?

 

So stand ich auf, ging ein paar Schritte zur Tür und öffnete diese.

 

"Philipp...", entkam es mir und ich wischte mir noch die Tränen aus dem Gesicht: "Hallo... bitte, komm doch rein.", begrüßte ich ihn und bat ihn in meine Wohnung.

 

"Magst du was trinken?", fragte ich meinen Gast und war schon irgendwie froh, dass er da war... auch wenn ich nicht wusste, warum er zu mir gekommen war.

 

*~*

 

Faolan ging weiter und hatte eine viertel Stunde später Maras Haus erreicht, wo er klingelte und geduldig wartete.

 

Kurze Zeit später öffnete sich die Tür und Mara schaute Faolan erst mal etwas seltsam an.

 

"Hallo. Bist du es wirklich, Faolan?"

 

Faolan nickte grinsend.

 

"Wow... du siehst ja echt heiß aus. Die kurzen schwarzen Haare stehen dir viel besser, als die langen blonden Haare. Pass auf, sonst verliebe ich mich noch in dich.", neckte ihn Mara.

 

"Mara... also nein. Hallo, meine Liebe."

 

"Hallo, mein Großer.", erwiderte Mara grüßend und umarmte ihren Freund fest.

 

"Komm rein, ich mach uns einen Kaffee, okay."

 

"Okay.", willigte Faolan ein und betrat das Haus... folgte Mara dann in die Küche.

 

Er setzte sich an den Tisch, während Mara Kaffee zubereitete. Sie stellte anschließend die Tassen auf den Tisch und goss den Kaffee ein, nachdem der fertig war.

 

Sie setzte sich dann zu ihm und meinte fragend:

 

"So, nun sag mal... was ist passiert? Umsonst kommst du mich doch nicht zu so später Stunde besuchen. Komm schon, raus mit der Sprache."

 

"Man, dir kann man auch nichts verschweigen, hm.", erwiderte Faolan lachend.

 

"Ich kenne dich schon viel zu gut, mein Großer.", sprach Mara, die zehn Jahre älter als Faolan war und ihn von Anfang an "mein Großer" nannte.

 

Faolan erzählte ihr dann was los war und was ihn bedrückte, während Mara einfach nur zuhörte.

 

"Also, das ist ja... oh weh... Mensch, was machst du denn für einen Mist, hm? Wenn du so was noch mal abziehst und ich höre davon, dann kannst was erleben. Ich will dich nicht verlieren, weil ich dich als Freund wirklich sehr schätze... hörst du. Denn es gibt immer einen Ausweg... nicht nur den Tod.

 

Was eine offene Beziehung angeht... da kann ich dich durchaus verstehen... so was ist einfach nur blöd und demütigend. Lass dich da bloß nicht drauf ein. Ich mein, ich kenne diesen Typen nicht... aber so was musst du dir echt nicht geben... dafür bist du einfach zu schade. Am besten gehst du diesem Typen aus dem Weg.

 

Was David angeht... nun, am besten ihr gönnt euch eine Pause.... und redet irgendwann mal miteinander. David hat dich lieb, das weiß ich. Und er kann am allerwenigsten was dafür, wie eure Eltern mit dir umgegangen sind. Sei nicht so hart zu ihm."

 

"Danke Mara.", sprach Faolan, nachdem er seiner Freundin zugehört hatte und trank einen Schluck Kaffee. Dann schlug er sich leicht vor den Kopf und holte das Geschenk für Mara raus.

 

"Hier Mara, das ist für dich."

 

"Och, bist du süß. Danke dir, mein Großer.", bedankte sie sich, stand auf und knuddelte ihren Freund... gab ihm einen Kuss auf die Wange.

 

Nachdem sie sich wieder gesetzt hatte, fragte sie Faolan:

 

"Was ist, kommst du mit ins Kino? Da ist heute eine Nachtvorstellung."

 

"Aber nur wenn es keine Liebesschnulze ist."

 

"Nein, nein, keine Sorge... ist ein Horrorfilm... so was magst du doch, oder."

 

"Au ja... geil... ich komm mit."

 

"Okay, ich mach mich fertig und dann hauen wir ab... ich lade dich ein."

 

"Danke Mara."

 

"Noch ein Danke und ich leg dich übers Knie.", kam von Mara der freche Kommentar, dann ging sie sich umziehen.

 

Einige Minuten später war sie fertig und ging wieder zu Faolan in die Küche.

 

"Gehen wir?"

 

"Na klar.", antwortete Faolan, stand auf und verließ mit Mara das Haus... auf dem Weg ins Kino...

 

*-*-*

 

''Hallo David'', begrüßte Philipp, David und betrat dessen Wohnung.

 

''Gerne, wenn du hast, ein Wasser'', antwortete er etwas schüchtern und legte seine Jacke ab.

 

Anschließend schlich er David hinterher und setzte sich hin.

 

''Du fragst dich sicher, was ich hier möchte, richtig?'', kam es dann von ihm, wobei er etwas verlegen wirkte, ''Ich habe mir einfach Sorgen um dich gemacht.''

 

Dabei konnte er David einfach nicht in die Augen sehen und schaute sich unterdessen ein wenig um.

 

*-*-*

 

"Komm mit ins Wohnzimmer... das Wasser bekommst du gleich.", antwortete ich und holte noch schnell eine Flasche Wasser und zwei Gläser aus der Küche, bevor ich mit Philipp ins Wohnzimmer ging.

 

"Bitte, setz dich doch.", bot ich ihm einen Platz an und setzte mich auf das Sofa.

 

Dann stellte ich die Gläser auf den Tisch und goss Philipp und mir etwas zu trinken ein. Dann jedoch hätte ich beinahe die Flasche fallen lassen, als ich die Worte aus Philipps Mund hörte.

 

"Ähm... ja... ich... hab mich schon gefragt... warum... also... ich...", antwortete ich ebenfalls sehr verlegen und schaute Philipp an: "...ich... ähm... weiß nicht was ich grad sagen soll... ähm...", stammelte ich und sah natürlich auch, dass es Philipp mindestens genauso erging wie mir.

 

*~*

 

Mara und Faolan hatten eine menge Spaß zusammen und waren nach dem Kino noch etwas essen gegangen, bevor sie den Heimweg antraten und Faolan bei ihr übernachtete... sie wollte es so, da sie sich noch immer Sorgen um ihn machte... Faolan konnte kaum etwas dagegen tun.

 

So schlief er im Gästezimmer und sie in ihrem Schlafzimmer...

 

*-*-*

 

Nun schaute Philipp doch kurz zu David und lächelte verlegen.

 

''Dann geht es dir ja genauso wie mir'', sagte er und nahm schnell einen Schluck zu Trinken.

 

''Du machst dir sicher noch immer Sorgen um deinen Bruder'', kam es dann von ihm, ''Ich hab gesehen, dass du geweint hast.''

 

Philipp konnte sich gerade ohrfeigen dafür, dass er nicht wirklich wusste, was er sagen sollte. Viel zu nervös war er und dazu kam noch die Angst etwas falsches zu sagen.

 

Er machte sich wirklich Sorgen um David, wollte ihm aber auch nicht zu so später Stunde auf den Wecker gehen.

 

*-*-*

 

Ich nickte und beantwortete seine Frage:

 

"Ja, ich mach mir schon noch Sorgen um ihn, aber ich weiß, dass er jetzt mit mir nichts mehr zu tun haben will. Deshalb hab ich geweint.", und nahm mir auch einen Schluck zu trinken.

 

Irgendwie musste ich nun doch grinsen, weil wir beide verlegen zu sein schienen.

 

"Wenn... also, wenn du magst... kannst du ja heute hier übernachten... es ist ja schon spät und... dann brauchst du nicht jetzt noch nach Hause. Ich würde hier auf der Couch schlafen und du in meinem Bett.", bot ich Philipp an und meinte was ich sagte.

 

Er war schon richtig lieb und total süß, wie er so verlegen war.

 

Ich wusste natürlich nicht ob ich jetzt was falsches gesagt hatte, aber so spät konnte ich ihn doch nicht heim schicken... hoffentlich verstand er mich jetzt nicht falsch...

 

*-*-*

 

''Ähm... ja... Danke, das ist echt lieb. Aber dein Bett kann ich nicht annehmen. Bitte! Ich nehme die Couch und du schläfst in deinem Bett. Es ist schon lieb, mich hier schlafen zu lassen'', kam es von Philipp und er freute sich hier bleiben zu dürfen.

 

Jedoch konnte er unmöglich Davids Wunsch annehmen, in dessen Bett zu schlafen. Die Couch reichte ihm vollkommen und er war sehr froh nicht mehr raus zu müssen.

 

Denn er war schon ziemlich müde und dazu durfte er jetzt noch mehr Zeit mit David verbringen, was ihn sehr freute.

 

*-*-*

 

Herrje... jetzt stellte sich Philipp aber an...

 

"Bitte, nimm mein Bett und schlaf gut.... oder soll ich dich vielleicht noch ins Bett bringen und dir ein Schlafliedchen singen, hm?", neckte ich Philipp nun doch ein bisschen.

 

Ich schaute Philipp an und musste unwillkürlich anfangen zu kichern.

 

"Nun schau mich nicht so an. Ich meine es ernst. Du schläfst in meinem Bett und ich hier... ich kann mich aber auch zu dir ins Bett legen...", neckte Philipp liebevoll weiter und grinste... konnte es mir nicht mehr verkneifen.

 

Das war ja schon zu süß.

 

*-*-*

 

''Okay!'', kam es dann von Philipp. Denn wenn David schon so süß lachte, musste er eben einen drauf setzen.

 

''Musst du wohl schon. Denn auf der Couch werde ich dich nicht übernachten lassen'', folgte es herausfordernd von Philipp.

 

Auch wenn es mutig klingen sollte, machte ihm doch die Schüchternheit einen Strich durch die Rechnung und es kam nicht wirklich so rüber.

 

Dennoch hatte er sich getraut, es David zu sagen und darüber war er sehr stolz.

 

*-*-*

 

Ich nahm die Herausforderung an, stand auf und reichte Philipp die Hand...

 

"Na, dann komm... gehen wir ins Bettchen und Papa David singt dir noch ein Schlafliedchen... oder magst du lieber eine Gute-Nacht-Geschichte hören.", setzte ich mutig ebenfalls einen drauf.

 

Dann konnte ich mich aber wirklich nicht mehr halten und kicherte einfach los.

 

Philipp benahm sich wie ich... nur eben süß und total knuddelig.

 

"Du bist richtig süß, wenn du so verlegen bist, weißt du das eigentlich.", konnte ich mir nicht verkneifen zu sagen und lächelte Philipp total sanft an.

 

*-*-*

 

Bei diesen Worten schien Philipps Herz einen Sprung zu machen und er sagte einfach das, was ihm in den Sinn kam.

 

Er nahm Davids Hand und lächelte ebenfalls sanft.

 

''Ein Gute-Nacht-Kuss wäre toll'', entgegnete er und spürte die Hitze in seinen Wangen.

 

''Und du bist süß, wenn du lachst. Schön dich lachen zu sehen'', fügte er dann ganz offen hinzu und drückte Davids Hand.

 

*-*-*

 

Jetzt war ich es, dem sich die Röte auf die Wangen legte und dem jetzt die Worte fehlten, als ich Philipps Worte hörte.

 

Ich schluckte hart und schaute Philipp an, der meine Hand drückte und sich mein Herz beinahe überschlug... mir schon fast die Luft zum Atmen nahm.

 

"Okay... dann bekommst du eben einen Gute-Nacht-Kuss.", willigte ich ein und wurde nun auch wieder sehr verlegen.

 

"Gar nicht wahr, ich bin nicht süß... du bist viel süßer.", neckte ich Philipp lächelnd.

 

Dann zog ich ihn zu mir heran... vorsichtig... sacht... nahm ihn einfach in die Arme und schaute ihm in seine wunderschönen Augen.

 

Dann konnte ich nicht widerstehen und legte meine Lippen ganz sanft auf die Seinen... küsste ihn voller Zärtlichkeit.

 

*-*-*

 

Entgegnen konnte Philipp nichts mehr, er ließ geschehen, was geschah. Der Kuss, der sich zwischen ihm und David abspielte schien die Luft zum Knistern zu bringen.

 

Ganz sanft und als wäre es das erste Mal, genoss er diesen Kuss.

 

Vorsichtig und nicht zu stürmisch erwiderte er ihn. Als könnte er David kaputt machen, hielt er ihn zaghaft in den Armen, wollte ihn nicht mehr loslassen.

 

Diese warmen, weichen Lippen genoss er in vollen Zügen und ihm war, als würde die Zeit stehen bleiben.

 

*-*-*

 

Obwohl ich eigentlich niemanden mehr an mich heran lassen wollte, konnte ich Philipp nicht widerstehen. Er begann mein Herz zu erobern... sehr schnell, aber sehr sanft eroberte er mich... ließ meine Mauer, die ich hatte um mich herum entstehen lassen, langsam bröckeln...

 

Es war, als wollte er meine gequälte Seele heilen... er bemühte und sorgte sich um mich... mit so viel Liebe... aber im Inneren hatte ich Angst... Angst wieder verletzt, enttäuscht und geschlagen zu werden.

 

Aber ich zeigte es natürlich nicht. Philipp schien so ganz anders zu sein... es schien als könnte und würde er mir niemals wehtun.

 

Seine Lippen waren so weich und brachten mich beinahe dem Wahnsinn nahe. Wie lange würde ich mich so beherrschen können? Zudem ich noch nie den ersten Schritt getan hatte... doch eher der schüchterne... scheue Typ war.

 

So wie er mich in seinen Armen hielt, entspannte ich mich merklich... wollte ihm einfach vertrauen schenken... immerhin war er es mir wert, auch wenn ich ihn erst so kurz kannte.

 

Während des Kusses schloss ich meine Augen genießend... hielt Philipp ebenfalls in meinen Armen, begann ihn sanft zu streicheln.

 

*-*-*

 

Die Nähe und den Kuss genießend, löste sich Philipp ganz sanft von diesen, drückte seine Stirn an Davids und lächelte.

 

''Wollen wir dann jetzt schlafen gehen?'', fragte er daraufhin.

 

Er wollte nichts übereilen, zumal er wusste, dass David genauso Angst hatte, wie er selbst. Sie könnten sich Zeit lassen und Vertrauen erarbeiten.

 

Ein wenig Kuscheln wäre jetzt schön und völlig ausreichend.

 

*~*

 

Ich hatte die Nacht sehr gut geschlafen und war viel zu früh erwacht. Müde wollte ich etwas frühstücken, musste aber feststellen, nichts da zu haben. Also ging ich ins Café um die Ecke, wo ich mir ein Frühstück gestellte und die Sonne draußen genoss.

 

Auch wenn es recht frisch war, zog ich das Frühstücken draußen vor, wo ich mit Jacke und geschlossenen Augen einen Moment ausruhte und die letzte Nacht Review passieren ließ

 

*-*-*

 

Lächelnd ließ ich es zu, dass Philipp den Kuss löste und seine Stirn an die meine legte.

 

"Na klar, komm gehen wir ins Bett.", willigte ich ein, dann nahm ich seine Hand und ging mit ihm ins Schlafzimmer. Dort löste ich mich von ihm und zog mich bis auf die Shorts aus. Sicher war es mir ein wenig unangenehm, da Philipp ja auch mit hier war.

 

Aber ich wusste, dass er nichts tun würde, was ich nicht wollte... so wie auch ich nichts tun würde, was Philipp nicht wollte.

 

Ich war so erledigt, dass ich fürs Bad und eine Dusche echt keinen Nerv hatte und mich so, wie ich war ins Bett legte.

 

Noch einmal lächelte ich Philipp an und klopfte leicht neben mich:

 

"Der Platz neben mir ist leer, ich wünsche mir den Philipp her."

 

*~*

 

Als Faolan am nächsten Morgen erwachte, musste er erst einmal realisieren was passiert war, und dass er hier bei Mara übernachtet hatte.

 

Da er Mara aber nicht allzu lang auf den Geist gehen wollte, duschte er schnell, zog sich an und verließ leise, um Mara nicht zu wecken, das Haus.

 

Auf dem Weg nach Hause, begann sein Magen zu grummeln, so dass er einen kleinen Umweg machte und in ein Café ging, wo er sich ein großes Frühstück bestellte und sich draußen auf einen Stuhl setzte.

 

Wie gut, dass er gestern Abend seine Sonnenbrille aufgesetzt hatte.

 

Die Sonne schien so herrlich und er genoss es jetzt, dass die Sonne so schön warm auf ihn herab schien.

 

Dass da noch wer saß sah er gerade nicht... denn er hatte andere Sachen im Kopf.

 

*-*-*

 

Auch Philipp lächelte, zog sich ebenfalls etwas verlegen, bis auf die Shorts, aus und legte sich dann zu David. Ein wenig rückte er an ihn heran und schaute einfach nur.

 

Irgendwann fielen ihm die Augen zu und er schlief glücklich ein.

 

Sicher wusste er nicht, was kommen würde, aber er war sich dieses Mal sicher, David würde ihn nicht verletzten, wie all die Anderen zuvor.

 

*~*

 

Erst als mein Frühstück gebracht wurde, öffnete ich wieder die Augen und bedankte mich.

 

Dann nahm ich die Sonnenbrille ab und begann zu Essen. Doch mit einem Mal blieb mir beinahe ein Bissen im Halse stecken, da ich Faolan, den ich zuerst gar nicht erkannt hatte, sah.

 

Er hatte sich total umgestylt und schien mich wohl auch nicht bemerkt zu haben.

 

Sollte ich ihn ansprechen? War es Schicksal ihn hier zu treffen.

 

Was, wenn er noch sauer auf mich war?

 

Als auch sein Frühstück kam, wagte ich es einfach und sprach ihn an.

 

''Guten Appetit, wünsche ich.''

 

*-*-*

 

Natürlich riskierte ich einen Blick auf Philipps Körper, als er sich ebenfalls auszog, doch sagte ich nichts und gab auch keinen Kommentar von mir... wusste ich doch, wie so etwas unter Umständen wirken konnte.

 

Als er sich dann neben mich legte, drehte ich mich zu ihm um, legte sanft meinen Arm um Philipps Taille lächelte noch einmal lieb und kuschelte mich an ihn, dann fielen auch mir die Augen zu und ich schlief selig ein.

 

Ein wenig Angst hatte ich zwar noch, aber diesmal hatte ich irgendwie ein gutes Gefühl. Nein, er würde mich sicher nicht verletzen... sicher mussten wir erst mal lernen uns gegenseitig zu vertrauen, aber ich war mir sicher, dass wir das mit der Zeit gemeinsam sicher hinbekommen würden.

 

*~*

 

Gerade hatte sich Faolan so richtig schön entspannt, hatte sich sicher gefühlt und freute sich, als endlich sein Frühstück kam.

 

Er bedankte sich bei der Bedienung und genoss noch ein wenig die Sonne, bevor er sich seinem Frühstück widmete.

 

Dann jedoch sprach ihn jemand an... dessen Stimme er zudem sehr gut kannte... Alex!

 

Aber Faolan ließ sich nichts anmerken und erwiderte höflich:

 

"Danke... ebenfalls.", dann ließ er sich sein Frühstück schmecken... dachte an nichts weiter, außer daran, was ihm Mara gesagt und was er sich selbst vorgenommen hatte.

 

Er wollte nicht mehr ausrasten, wollte sich keine Exzesse mehr leisten und ein halbwegs normales Leben führen. Seine Freundin Mara, die zugleich auch Psychotherapeutin war, würde sich seiner weiter annehmen und sein Trauma lösen.

 

Dann würde es ihm irgendwann besser gehen und er würde dann auch wieder auf seinen Bruder David zugehen können.

 

*-*-*

 

''Danke'', hatte ich nur noch geantwortet und ließ Faolan zufrieden. Er wollte sowieso nicht das, was ich suchte.

 

So aß ich in aller Ruhe und ging dann ein wenig durch die Stadt. In den einem oder anderen Geschäft schaute ich mich um, kaufte aber nichts.

 

Mir war nicht wirklich danach etwas zu kaufen. Lediglich wollte ich die Zeit totschlagen und den einen oder anderen Flirt haben.

 

Und wer wusste das schon, irgendwann einen Mann finden, der das selbe suchen würde, wie ich - Eine offene Beziehung!

 

 

*-*-*

 

 

Epilog

 

 

Philipp und David fanden irgendwann zusammen, gestanden sich ihre gemeinsame Liebe gegenseitig ein.

 

Keiner der Beiden tat dem anderen je weh... weder körperlich noch seelisch. Sicher gab es ab und zu mal ein kleines Gewitter... aber sie vertrugen sich immer wieder und hatten sich dann wieder lieb.

 

Faolan kam nicht mit Alex und auch mit keinem anderen Mann zusammen. Er blieb aber auch nicht allein... Mara hatte sein Herz irgendwann erobert und nur wenig später heirateten die Beiden und bekamen einen Jungen, mit dem Namen Marc.

 

Niemals ging er fremd und hatte auch nie wieder etwas mit einem Mann. Er war seiner Frau treu und sie führten eine feste Beziehung... klar, sie waren ja auch verheiratet.

 

Faolan wurde sehr glücklich mit Mara und zusammen erzogen sie ihren Sohn mit viel Liebe.

 

Es war auf der Hochzeit von Mara und Faolan, als sich Faolan mit David, der mit Philipp zu der Feier erschienen war, wieder versöhnte.

 

Alex fand irgendwann was er suchte... einen jungen Mann der, genau wie er selbst, einer offenen Beziehung zustimmte und sich mit ihm drauf einließ.

 

 

*-*-*

 

~ ENDE ~