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Weihnachtsspecial Teil 1

Weihnachten in Skyrim

 

(FF zu The Elder Scrolls V: Skyrim)

 

written by Detail and Dark Sephiroth

 

 

1. Kapitel / 6. Türchen / Nikolaus

 

Wie ich es hasste, ständig hier zu sitzen und die Sterblichen zu beobachten. Nie durfte ich mal etwas tun. Meine Mutter war überfürsorglich und immer darauf bedacht, dass mir nur nichts passiert.

 

Dabei konnte ich doch gar nicht sterben, immerhin war ich ein Daedraprinz, geboren von einer Daedrafürstin, die sich vor sechzehn Jahren, auf einer Feier, mit einem Daedrafürsten eingelassen hatte und dann mich bekam.

 

Ich bin Jamalee, Sohn der Daedrafürstin Azura und des Daedrafürsten Sanguine. Meine Mutter erzog mich allein, denn meine Eltern konnten leider nicht zusammen leben, also war mein Vater auf seine und meine Mutter wieder auf ihre Oblivionebene, was so viel wie Ebene des Vergessens heißt, gegangen.

 

Sie behütete und beschützte mich, wie einen Schatz und als könnte ich mich jeden Moment auflösen, dies zeigte mir aber auch, dass sie meinen Vater sehr geliebt haben musste... auch wenn sie nur eine Nacht zusammen waren.

 

Ich liebte meine Mutter sehr, gar keine Frage, aber... sie nervte mich einfach nur mit ihrer Überbesorgtheit... herrje.

 

Dabei bin ich schon auf den Ebenen der anderen Daedrafürsten gewesen und fand es eigentlich ganz lustig. Auch meinen Vater hatte ich so kennen gelernt... ein toller Kerl. Ich mochte ihn auf Anhieb.

 

Ich kannte die Daedrafürsten ganz gut, einige mochte ich sehr und andere wiederum waren mir mehr als unsympathisch.

 

Da war z.B. Mehrunes Dagon, der wohl viel von der Zerstörung hielt und ein Mistkerl war. Ich mochte ihn somit gar nicht leiden.

 

Dies war nur einer von den sechzehn Daedrafürsten, die ich mag oder eben nicht, aber jeder für sich war mehr oder weniger böse und das Gegenteil zu den Göttern von Tamriel.

 

Tja, was soll ich sagen, jeder Daedrafürst residierte auf seiner eigenen Oblivionebene, die irgendwie alle anders aussahen und doch war mir so langweilig. Alles was mir blieb, war die Sterblichen, durch einen Spiegel, zu beobachten.

 

Seit einiger Zeit schon beobachtete ich einen jungen Sterblichen. Sehr stark schien er zu sein und in der Lage alles zu meistern. Dovahkiin nannten sie ihn, was in der Sprache der Sterblichen, so viel wie Drachenblut heißt. Er war sehr hübsch, groß und unglaublich stark.

 

So viel hatte er schon erreicht, auch die Aufgaben einiger Daedrafürsten konnte er bewältigen und davor hatte ich Achtung, So gern würde ich ihn kennen lernen, aber meine Mutter erlaubte es nicht und meinen Vater brauchte ich gar nicht erst zu fragen, denn er konnte sich gegen meine Mutter nicht durchsetzen.

 

Allein schaffte ich es leider nicht, hier heraus zu kommen, denn dafür war ich, trotz meiner vielen, sehr mächtigen Fähigkeiten, noch zu schwach. Somit würde ich einen Fürsten brauchen, der mir ein Portal erschaffen konnte, durch welches ich in die Welt der Sterblichen gelangen könnte.

 

Da meine Mutter derzeit eh nicht anwesend war, dachte ich angestrengt nach, wer mir helfen könnte. Dann fiel es mir ein. Ich könnte Meridia oder auch Hircine fragen... einer von beiden würde mir sicher helfen.

 

So machte ich mich auf den Weg auf die Ebene von Hircine. Es war nicht ganz einfach auf eine der anderen Ebenen zu gelangen, doch ich konnte das, weil ich eben zwei Daedra in mir vereinte. So traf ich sehr bald schon auf Hircine, dem Fürsten der Jagd.

 

"Hallo Hircine", begrüßte ich ihn.

 

"Hallo Jamalee. Wie geht es euch?"

 

"Och, mir ist so langweilig und Azura lässt mich nichts allein machen... ich darf gar nichts.", beschwerte ich mich bei dem Fürsten.

 

"Nun, eigentlich hat Azura da vollkommen Recht, denn ihr seid noch viel zu jung. Aber ich finde die Besorgtheit eurer Mutter auch etwas übertrieben. Also, was kann ich für euch tun, hm?"

 

"Na ja, ich... wollte mal in die Welt der Sterblichen reisen und mich dort ein wenig umschauen. Könntet ihr mir da helfen, Hircine?"

 

"Sicher, könnte ich, aber wenn Azura das heraus bekommt... dann gibt es Ärger."

 

"Bitte, Hircine... bitte...", quengelte ich: "Ich komm auch gleich wieder zurück... ich bleib bestimmt nicht lange."

 

"Also gut, passt auf. Ihr nehmt euer Pferd Arkay mit und ich gebe euch noch einen daedrischen Bogen und Pfeile mit, nur für den Fall, dass irgendwas sein sollte. Ihr könnt doch mit Pfeil und Bogen umgehen, oder?"

 

"Klar, das beherrsche ich doch im Schlaf."

 

"Okay, dann nehmt das hier und besinnt euch auf eure Magie. Ich werde euch jetzt das Portal öffnen und ihr seid bitte sehr vorsichtig.", damit übergab mir Hircine den Bogen und die Pfeile, aber auch mein daedrisches Zweihandschwert hatte ich dabei.

 

"Versprochen.", erwiderte ich und strahlte Hircine an, der dann mit einer Handbewegung das Portal öffnete, das mir als schwarzes Loch erschien und mich erst einmal zurück schrecken ließ.

 

"Ihr könnt ruhig hindurch gehen, es geschieht euch nichts, Jamalee.", ermunterte mich Hircine und ich nickte ihm zu, um mich anschließend dem Portal zu nähern und es gleich darauf zu betreten.

 

Ein seltsames Gefühl durchzog mich, dann... so ganz plötzlich... war das Gefühl vorüber und ich befand mich auf einem ziemlich großen Gebiet von Nirn... Tamriel... genauer in Himmelsrand.

 

Hier schaute ich mich erst einmal um und sah auch schon Arkay auf mich zu galoppieren, was mir ein Lächeln auf die Lippen zauberte, denn ich liebte mein Pferd, das mir immer treu zur Seite stand.

 

*-*-*

 

Gerade hatte ich mal wieder eine Aufgabe eines Daedrafürsten bestanden und ein Artefakt bekommen. Mittlerweile war ich ganz schön gut geworden, um mich allem zu stellen. Nur meiner kranken Mutter zu Liebe, von der ich nicht mal wusste, ob sie die wenigen Tage bis Weihnachten überhaupt überstehen würde. Sie war schwer krank und das schon länger.

 

Nur deshalb trainierte ich so viel und meisterte eine Aufgabe nach der Anderen. Dafür bekam ich Artefakte, konnte vieles Nützliche verkaufen und dafür Heilmittel besorgen. Meiner Mutter ging es dadurch nicht wirklich besser, es machte alles nur erträglicher.

 

Einen Vater hatte ich nie und musste schnell lernen, wie grausam die Welt doch war. Alleine schlug man sich irgendwie durch und es fühlte sich einsam an. An manchen Tagen war meine Mutter noch ansprechbar, dann an anderen wiederum schlief sie nur und ich wünschte ihr den Tod nur so herbei.

 

Es wäre so viel einfacher für sie und auch für mich.

 

Was, wenn ich eine Aufgabe nicht meisterte und nicht wiederkäme? Nicht auszudenken, was aus ihr werden würde.

 

Wieder einmal war ich draußen, trotzte der Kälte und trainierte. Da meine Mutter schlief, hatte ich ohnehin nichts anderes zu tun. Immer wieder fuhr ich mir durch meine mittellangen dunklen Haare und suchte, mit meinen braunen Augen, das Ziel, bevor ich mit dem Bein zutrat.

 

Dabei war ich gerade mal 17 Jahre alt und musste schon für mich sorgen und dafür, dass meine Mutter nicht so litt. Eigentlich freute ich mich nicht wirklich auf Weihnachten. Wie denn auch?

 

*-*-*

 

Als Arkay vor mir stand, streichelte ich ihn sanft, dann stieg ich auf und wollte eben los reiten, als ich die donnernde Stimme meiner Mutter hörte:

 

"Jamalee, was soll das werden?! Du kommst sofort zurück! Warum bist du überhaupt einfach weggegangen, ohne mich zu fragen, verdammt noch mal?! Warte, bis du wieder nach Hause kommst, dann kannst was erleben, das schwöre ich dir!!!"

 

Oh, oh..., dachte ich, in diesem Moment, bei mir, ehe ich ihr gedanklich antwortete:

 

"Ja, ich werde irgendwann heim kommen, aber nicht gleich und auch nicht demnächst, Mutter. Ich will mich einfach nicht mehr von dir bemuttern lassen und meinen eigenen Weg gehen!"

 

"Okay... Jamalee... ganz wie du willst. Aber rechne nicht mit meiner Hilfe!!!!", hörte ich ihre Warnung, dann verstummte sie und ich war allein.

 

Allein in einer Welt, die ich nicht kannte, an die ich mich erst gewöhnen musste. Herrje, wie sollte ich das bewerkstelligen? Aber ich wollte es so und hatte mir vorgenommen meinen eigenen Weg zu finden.

 

So ritt ich los, ritt einfach durch die Wildnis von Himmelsrand und kam so auch mit dessen Bewohnern in Kontakt, die teils freundlich waren, mir jedoch auch sehr oft mit Unfreundlichkeit begegneten.

 

Aber ich wollte nur eines... das Drachenblut finden... wie auch immer und dafür würde ich alles geben.

 

Sicher, ich könnte ihn, mittels meiner Magie, suchen und ganz schnell finden... aber dann wäre der Spaß viel zu schnell vorbei und ich müsste alsbald wieder zurück in die Ebenen von Oblivion.

 

Auf Arkay ritt ich weiter und weiter durch die Weiten dieses wunderschönen Landes, das an vielen Teilen schon winterlich verschneit war und so wunderschön aussah, als mich ein paar Sterbliche angriffen, die offensichtlich nichts Gutes im Sinn hatten.

 

Herrje, meinten die das Ernst... die schienen nicht zu wissen, mit wem sie sich hier anlegten... tja, welch ein Pech für sie. Meinen Bogen zog ich, legte präzise einen Pfeil nach dem Anderen an und schoss auf die Sterblichen. Einer nach dem anderen starb... qualvoll... versteht sich.

 

Nun, ich war zwar eigentlich auf der Seite der Guten, aber... ich war auch ein Daedraprinz und als solcher trug ich das Böse praktisch in mir... stand somit im Gegensatz zu den Göttlichen... den Göttern.

 

*-*-*

 

Nachdem ich mit dem Trainieren fertig war, ging ich Feuerholz sammeln. Es würde gewiss noch mehr Schnee fallen, die Tage, da war es wirklich nötig, den Vorrat aufzustocken. Ich suchte mir einen Baum, der den nächsten Sturm sowieso nicht überleben würde und fällte ihn.

 

Anschließend wurde er in kleine Stücke zerteilt, die ich mit dem Schlitten und unserem treuen Stute Finka abtransportierte. Wir lebten zum Glück nah genug am Wald, so dass es keine allzu große Strecke ist.

 

Zuhause angekommen, stapelte ich das Holz, gut geschützt, weg. Finka versorgte ich auch, rieb ihn gründlich ab und machte seinen Stall noch sauber, bevor er wieder hinein kam und noch etwas Futter bekam.

 

Dann endlich ging ich in die Hütte, wusch mich und machte mir etwas zu essen. Da meine Mutter wach war, versorgte ich auch sie. Daraufhin schlief sie direkt wieder ein.

 

Draußen war es schon ziemlich kalt und fast dunkel. Wie jeden Abend ging ich ums Haus und zündete die Lampen an, die wilde Tiere davon abhielten, hierher zu kommen.

 

Danach setzte ich mich auf die Bank und nahm meine Laute, um ein Lied zu spielen.

 

*-*-*

 

Viel hatte ich heute gesehen und erlebt, doch jetzt wurde es langsam Nacht in Himmelsrand und ich wusste irgendwie nicht, wo ich übernachten konnte.

 

Verdammt, ich hätte doch auf Azura hören sollen... aber nun war es zu spät und ich auf mich allein gestellt.

 

Gut, es gab hier sehr viele Höhlen, aber auch ebenso viele Kreaturen, die einem ans Leder wollten. Ich konnte zwar nicht sterben, aber... geheuer war es mir dennoch nicht.

 

War ich es doch gewohnt von Azura ins Bett gebracht zu werden... in mein weiches, von Seide überzogenes, Bett und jetzt... tja, jetzt würde ich wohl irgendwo auf dem Boden schlafen müssen... auf dem kalten, harten Boden... im Schnee.

 

So ritt ich noch ein Weilchen durch die Gegend, da ich mich scheute auf dem kalten Boden zu nächtigen. Gewiss, ich hätte meine Mutter auch anbetteln und sie um Verzeihung bitten können, aber das hätte sie doch nur gefreut und sie bestärkt, dass ich eben nicht allein klar käme. Genau das wollte ich aber nicht, wollte ihr und vor allem mir beweisen, dass ich es schaffen konnte. Denn nur so konnte ich sie davon überzeugen, dass sie mich eben nicht mehr bemuttern müsste, dass ich auf eigenen Beinen stehen könnte.

 

Irgendwann erreichte ich eine Stadt mit Namen Winterfeste, in der sich ein sehr hohes, großes Gebäude befand... die Magierakademie.

 

So ziemlich am Rande dieser Stadt stand ein kleines Haus, wo Lampen angezündet waren und auf der Bank saß... das Drachenblut! Er spielte auf einer Laute und es hörte sich so toll an, dass ich beinahe zu träumen begann.

 

Endlich hatte ich es gefunden... mein Drachenblut... Nino. Doch würde ich ihm natürlich nicht sagen, dass ich ihn schon kannte und auch seinen Namen bereits weiß. Nein, ich wollte ihn ganz normal kennen lernen.

 

So ging ich langsam auf das Haus zu, nachdem ich von meinem Pferd abgestiegen war.

 

Das Haus erreicht, sprach ich Nino freundlich an.

 

"Guten Abend. Mein Name ist Jamalee. Darf ich mich einen Moment zu euch setzen?"

 

Ich wusste natürlich, dass Nino Sorgen hatte, dass auch er noch viel zu jung war für so viele Sorgen, sich selbst versorgen musste und seine kranke Mutter gleich mit.

 

Ich würde alles geben, um ihm zu helfen... egal was es wäre, ich würde ihm jeden Wunsch erfüllen, sofern dies in meiner Macht stand. Zwar war ich kein Engel, aber auch ein Daedraprinz konnte durchaus Gutes tun, auch dann, wenn mich dafür alle Daedrafürsten hassen würden.

 

*-*-*

 

Kurz unterbrach ich mein Lied und schaute auf. Ein junger Mann, nicht viel jünger als ich selbst, stand vor mir. Er schien nicht von hier zu sein, war ein wenig größer als ich und ebenso schlank.

 

''Nabend. Ich heiße Nino. Gerne, setzt euch doch'', meinte ich, da es zur Abwechslung mal etwas anderes war, nicht alleine hier zu sitzen.

 

Dann spielte ich weiter auf meiner Laute, angespornt von dem Zuhörer, der jetzt neben mir saß.

 

Eine ganze Weile spielte ich, ehe das Stück zu Ende war.

 

''Ihr seid nicht von hier, oder?'', fragte ich neugierig.

 

Wie jung er aussah.

 

*-*-*

 

Wie schön es war einmal einen sehr netten Menschen zu treffen... einen den ich zudem sehr bewunderte und der dann auch noch toll auf der Laute spielen konnte.

 

So schön war das Lied... aber auch irgendwie traurig schien es zu sein.

 

Ich hatte mich selbstverständlich bedankt, dass ich mich hinsetzen durfte, denn meine gute Kinderstube hatte ich natürlich nicht vergessen.

 

Als Nino zuende gespielt hatte, schaute ich ihn bewundernd an und lächelte.

 

"Ihr spielt gut.", meinte ich zunächst, bevor ich ihm antwortete: "Nein, ich bin nicht von hier. Ich komme aus... Cyrodiil und bin hier eigentlich nur auf der Durchreise.", erklärte ich Nino, wobei ich ein wenig log.

 

Aber was sollte ich sonst tun? Ich konnte ihm doch wohl kaum sagen, wer ich war und woher ich wirklich kam. Sicher hätte ihn das erschreckt. Das wollte ich aber nicht und so musste ich eben ein bisschen schwindeln.

 

Ich musste ihn doch schützen und wollte versuchen seine Wünsche zu erfüllen... wenn er mich denn ließ und mir die Gelegenheit dazu gab.

 

*-*-*

 

''Verstehe, auf der Durchreise. Ganz allein? Ihr seid doch kaum älter als ich. Habt ihr denn schon eine Unterkunft?'', fragte ich aus dem Bauch hinaus.

 

Um diese Uhrzeit würde er hier unmöglich sein, noch etwas bekommen.

 

Ich stand auf und schaute mir sein Pferd genauer an, streichelte es vorsichtig. Es sah müde aus, genauso wie sein Reiter.

 

''Wenn ihr möchtet, könnt ihr heute Nacht hier bleiben. Im Stall wäre noch Platz für euer Pferd und zu essen hätte ich auch noch auf dem Herd. Es ist keine Herberge, aber ein Dach über dem Kopf und ein Feuer heute Nacht sind doch besser, als diese Kälte hier draußen'', schlug ich vor.

 

Es kam vom Herzen und ich hatte ein gutes Gefühl dabei. Sicher konnte man nicht jeden trauen, aber er war doch noch so jung.

 

*-*-*

 

Och, wie lieb er war... unglaublich... ich war den Tränen nahe.

 

Aber ich willigte ein und nahm sein Angebot dankend an.

 

"Ich danke euch und nehme auch das Angebot für mein Pferd Arkay gern an.", antwortete ich Nino und bot ihm im Gegenzug dazu an: "Wenn ich euch mal etwas helfen kann, dann sagt es mir bitte und ich werde euch, so gut ich kann, helfen.

 

Habt keine Scheu und sprecht ruhig aus, wenn euch etwas auf dem Herzen liegt. Ich will mal so sagen, ich bin stärker und mächtiger, als ich aussehe.

 

Ja, ich bin allein auf der Durchreise und ich bin erst sechzehn Jahre jung, aber wie gesagt... ich bin nicht so schwach, wie es den Anschein hat.", erklärte ich Nino und lächelte ihn sanft an.

 

Wieder schaute ich Nino bewundernd an... himmelte ihn schon förmlich an und wenn es möglich gewesen wäre, hätten sich meine Augen in kleine Sternchen oder auch Herzchen verwandelt.

 

*-*-*

 

''Gut. Dann kommt'', meinte ich, ''Danke für euer Angebot. Ich werde es beherzigen.''

 

Ich konnte kaum glauben, was ich von ihm hörte. Erstmal wollte ich sein Pferd und ihn versorgt wissen, bevor ich hier irgendwelche Hilfe wollte.

 

Sein Pferd führte ich zu Meinem in den Stall, wo ich es versorgte, als wäre es mein Eigenes. Sicher hatte ich nicht viel, aber das was übrig war, gab ich gerne. Erst als ich sicher war, dass es ihm gut ging, führte ich Jamalee ins Haus.

 

Als wir es betraten, schloss ich die Zimmertür in der meine Mutter schlief. Er musste es nicht unbedingt sehen.

 

''Kommt'', bat ich meinen Gast und ging voraus in die Küche. Dort wärmte ich das Essen auf, was übrig geblieben war, und schenkte frisches Wasser dazu ein.

 

Dann setzte ich mich und bot ihm ebenfalls einen Platz an. Ich hatte ja vorher schon gegessen und würde mit Freude ansehen, wie er sich den Bauch füllte.

 

*-*-*

 

Mich freute es richtig, wie liebevoll Nino mit Arkay umging, ihn pflegte und fütterte, und das obwohl er selbst nicht allzu viel besaß.

 

Ja, das musste unbedingt belohnt werden, sollten die Fürsten wüten... mir egal, anhaben konnten sie mir eh nichts.

 

Als wir schließlich in seinem Haus waren und er schnell die Zimmertür schloss, wusste ich was er zu verbergen hatte, doch sprach ich ihn, aus Taktgefühl, nicht darauf an, denn ich fühlte, dass das nicht richtig gewesen wäre.

 

Nino hatte es doch schon schwer genug.

 

Eigentlich wollte ich ihm schon was helfen, aber es ging alles so schnell und Nino hatte schon das Essen und Wasser auf den Tisch gestellt.

 

Da konnte ich ihn doch unmöglich enttäuschen, indem ich ihm gesagt hätte, dass ich niemals aß.

 

Daedra aßen nun einmal nicht, aber das konnte ich Nino unmöglich so sagen, der Ärmste hätte sich sicher erschrocken und das wollte ich nicht, also nahm ich das Besteck und begann zu essen, nachdem ich Platz genommen hatte. Immerhin wusste ich, wie man aß, hatte ich doch sonst nichts anderes zu tun gehabt, als die Sterblichen zu beobachten.

 

"Mhmm... das ist lecker. Dankeschön.", lobte ich Nino, den ich inzwischen als meinen Freund ansah.

 

Ich trank auch noch einen Schluck Wasser, was ich auch nicht musste, es aber tun konnte, ebenso wie das Essen. Genauso wenig musste ich schlafen, tat es aber gern, weil ich es als schön und sehr erholsam empfand.

 

Nun, ich konnte und würde für eine kurze Zeit als Mensch leben... oder tat zumindest so... und musste mich eben auch so verhalten. Wer ich wirklich war und woher ich kam, würde ich Nino zu gegebener Zeit, wenn er mir genug vertraute, erzählen.

 

Plötzlich hörte ich die Stimme meiner Mutter in meinem Kopf und was sie sagte:

 

Jamalee, komm sofort zurück und hör auf damit. Die Fürsten... sie toben schon... sie wissen, was du vor hast und sehen, was du tust.

 

Nein, Mutter, ich bleibe. Sollen die Fürsten toben, mir egal.

 

Jamalee, dann darf ich dich nie wieder zurückholen und wir werden uns nie wieder sehen... bitte, komm zurück.

 

Nein, ich bleibe! Und wenn ich eben nicht mehr zurück kann... dann ist das eben so..., erwiderte ich gedanklich, ließ mir vor Nino nichts anmerken, aber ich war traurig... den Tränen nahe.

 

"Bitte...", sprach ich deshalb entschuldigend und nachdem der Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen war: "… ich muss kurz raus.... aber ich komme gleich zurück.", mit diesen Worten verließ ich das Haus, entfernte mich ein kleines Stück, setzte mich in der Nähe auf einen Stein und begann zu weinen.

 

Das tat weh... so weh, und obgleich ich schon am ganzen Körper zitterte, wollte ich weiter machen und Nino helfen.

 

So hoffte ich auf meinen Vater, dass er vielleicht ein gutes Wort für mich einlegen könnte, jedoch ahnte ich, dass er bei Mehrunes Dagon und Hermaeus Mora auf Granit beißen würde, denn beide waren einfach nur Mistkerle und somit zum Davonlaufen.

 

Dann hörte ich ein leises Flüstern und ich schaute zu einem kleinen hellen Fleck, direkt an den Bergen. Ich ging drauf zu und sah meinen Vater, der seine Gestalt verändert hatte, damit sich die Menschen, die hier ab und zu vorbeiliefen, nicht erschraken.

 

"Vater... ich... Mutter sagte...", stammelte ich leise vor mich hin, doch unterbrach mich Sanguine.

 

"Jamalee, ich kann nicht allzu viel tun. Aber, wenn alle Stricke reißen, dann kommst du eben zu mir, okay."

 

"Das würdest du tun?"

 

"Ja, denn, du bist mein Sohn und ich werde dich niemals im Stich lassen. Also, tu ruhig was du willst und wenn sich alle Fürsten gegen dich stellen... bin ich für dich da."

 

"Danke Vater.", bedankte ich mich unter Tränen und umarmte meinen Vater einfach.

 

"Aber, wenn du dann auch Ärger bekommst..."

 

"Werde ich nicht, denn ich kann tun und lassen was ich will, das weißt du doch, hm."

 

"Danke. Du bist so lieb."

 

"Hey, das habe ich jetzt aber nicht gehört."

 

Ich nickte meinem Vater grinsend zu und umarmte ihn noch einmal, bevor er verschwand.

 

Erst als Sanguine weg war, fasste ich mich wieder und ging zurück zum Haus, das ich gleich darauf betrat, nachdem ich kurz angeklopft hatte.

 

"Entschuldigt bitte, Nino, aber ich.... mir ging es eben nicht so gut und da musste ich etwas frische Luft schnappen. Jetzt geht es mir aber schon wieder besser.", erklärte ich Nino, sanft lächelnd, hoffend, dass er mir nicht böse wäre.

 

*-*-*

 

Erst dachte ich, ich hätte etwas falsch gemacht. Der Job von Jamalee bezüglich des Essens hatte mir gut getan und dann ging er hinaus. Ein bisschen Angst kam über mich, er würde nicht wiederkommen.

 

In der Zwischenzeit räumte ich alles auf und wartete ungeduldig.

 

Endlich hörte ich ein Klopfen und lächelte Jamalee an, als er zur Tür herein kam und mir erklärte, was gewesen war.

 

''Alles okay. Mir passiert so was auch öfters, dann muss ich einfach raus. Am Besten kann ich mich immer mit Holzhacken ablenken'', meinte ich und schürte das Feuer.

 

Anschließend legte ich noch Holz nach, so dass es die Nacht über brennen würde.

 

Aus einem Schrank holte ich Decken und Kissen.

 

''Hier, bitte, für euch. Es war ein langer Tag und ich würde jetzt gerne schlafen gehen. Ich habe ein großes Heubett. Es handelt sich dabei um aufgeschichtetes Heu, was mit einem Lacken abgedeckt ist. Dort wäre genügend Platz für uns Beide, dann braucht ihr nicht auf den harten Boden nächtigen'', erklärte ich.

 

Sicher vertraute ich, Jamalee hier blind, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass von ihm eine Gefahr ausging. Also zeigte ich ihm den Raum und entschuldigte mich noch kurz. Schnell verschwand ich in den Nebenraum, wo meine Mutter lag, um nach ihr zu sehen. Sie schlief noch immer und ihr Puls war schwach. Innerlich wünschte ich ihr die Erlösung.

 

Anschließend ging ich wieder nach drüben, wo der Raum beinahe komplett vom Heu eingenommen wurde. Ein komisches Gefühl machte sich in mir breit. Heute nicht alleine schlafen zu müssen, war neu.

 

*-*-*

 

Nein, Nino war so lieb und verständnisvoll... und was tat ich... ich verheimlichte ihm wer und was ich war. Er vertraute mir... nur ich schien ihm nicht zu vertrauen... oder war es Angst... die Angst er könnte mich davonjagen, erzählte ich es ihm?

 

Und doch musste ich es wagen, auch wenn er müde war und eigentlich ins Bett wollte... aber so konnte und wollte ich nicht weiter machen.

 

Nino versuchte hier sein Bestes zu geben, umsorgte mich, obgleich er doch genug zu tun hatte, kümmerte sich um mich... nein, so konnte es nicht weiter gehen. Ich kam mir so schäbig vor... hatte das Gefühl Nino auszunutzen... und das wollte ich auf gar keinen Fall.

 

"Nino.... bitte, wartet einen Augenblick. Bevor ihr weiter macht, muss ich euch etwas gestehen".... ein Anfang war getan... jetzt könnte ich die Wahrheit sagen oder aber... nein, die Wahrheit war das Beste: "Ihr seid so lieb zu mir, tut was ihr könnt und kümmert euch um mich... und ich will so nicht weiter machen... komme mir schäbig vor.

 

Nino, egal was ich euch jetzt sage bzw. erzähle... bitte, glaubt mir, dass ich euch nichts Böses will, dass ich euch wirklich helfen und euch eure Wünsche erfüllen möchte. Ich mag euch sehr gern, Nino.

 

Dennoch muss ich euch sagen, dass... ich.... kein Mensch bin. Ich bin... ein Daedraprinz. Meine Mutter ist die Daedrafürstin Azura und mein Vater ist der Daedrafürst Sanguine.

 

Ich kam hierher, weil ich euch suchte... weil ich euch schon in meiner Welt durch einen Spiegel beobachtet habe. Ich habe große Achtung vor euch und ihr seid der einzige Sterbliche, den ich mag... den ich wirklich mag.

 

Aber habt keine Angst, ich bin nicht hier, um euch eine neue Aufgabe zu stellen, nein, ich will euch wirklich helfen und euch jeden eurer Wünsche erfüllen, sofern dies in meiner Macht steht.", klärte ich meinen Freund auf, darauf gefasst, dass er mich vermutlich gleich hinauswerfen würde.

 

"Wenn ihr... verärgert seid, dann verstehe ich das und ich werde es auch verstehen, wenn ihr mich nun hinauswerft. Ich... es tut mir leid, dass ich euch das alles nicht früher erzählt habe. Bitte, verzeiht mir.", bat ich abschließend und schaute Nino mit sanften, aber großen Augen an, senkte dann aber reumütig meinen Blick, während sich Tränen in meinen Augen sammelten.

 

Dass ich mich, mit meinem Vorhaben, selbst in Gefahr brachte, davon sagte ich Nino allerdings nichts, denn ich wollte nicht, dass er mich nun auch noch bemitleiden würde, wo ich ihm doch diese Sache verheimlicht hatte.

 

*-*-*

 

Was Jamalee mir da erzählte, ließ mich in meiner Bewegung inne halten. Ich hörte ihm zu und bekam immer größere Augen.

 

''Wie?... Wie ist das möglich?... Ihr seht gar nicht aus, wie ein Daedra?'', stammelte ich, mich umsehend, wo ich meine Waffe hatte.

 

Ihm vertrauen, wo ich schon so viele schlechte Erfahrungen gemacht hatte, fiel mir jetzt sichtlich schwer.

 

''Warum seid ihr denn dann hier?... Soweit weg von Zuhause, in eurem Alter?... Aber vor allem, was heißt hier, ihr habt mich beobachtet?'', wollte ich wissen, hielt mich ein Wenig am Türrahmen fest, da ich das Gefühl hatte, um mich herum würde sich alles drehen.

 

Da hatte ich einen Fremden so vertraut und dann das. Mist verdammter. Wie konnte ich mir nur solchen Ärgern einhandeln. Wird es demnächst von Daedrafürsten hier wimmeln? Was würde mir blühen, wenn er hier bliebe?

 

Jetzt weinte er auch noch und er erweichte damit mein Herz.

 

''Ich habe nicht vor, euch rauszuwerfen. Nur... ach Mist... Warum? Was macht ihr hier? Suchen euch, eure Eltern nicht?...'' schoss es aus mir heraus und ich fing mich endlich und ging einen Schritt auf ihn zu.

 

Er war so ganz anders, als die Daedra die ich kannte. Vielleicht weil er so jung war und dazu meinte er, er wollte mir helfen.

 

Völlig verwirrt setzte ich mich aufs Heubett und schaute ihn fragend an.

 

''Irgendwie ist das gerade etwas viel für mich'', fügte ich hinzu und hätte ihn am Liebsten in den Arm genommen, so leid tat er mir.

 

*-*-*

 

Ja, mit dieser Reaktion hatte ich schon gerechnet, dass mich Nino aber nicht hinauswerfen wollte, wunderte mich schon und damit hatte ich nicht gerechnet.

 

"Da wo ich herkomme, habe ich nichts weiter zu tun und langweile mich deswegen, denn die Oblivion Ebenen sind ziemlich öde und da habe ich euch Sterbliche hin und wieder beobachtet, so war es weniger langweilig. Meine Mutter, Azura... sie ließ mich nie etwas tun, behütete und beschützte mich viel zu sehr und da habe ich irgendwann dich gefunden und begonnen dich zu beobachten.", erklärte ich Nino, leise weinend.

 

"Ich... es tut mir leid... wirklich. Aber, ich will euch wirklich helfen, nur deswegen bin ich hier und... weil ich euch kennen lernen wollte.

 

Meine Eltern wissen wo ich bin. Meine Mutter hat vor mich zu verstoßen, weil die anderen Fürsten schon toben... und... weil ich euch helfen will... weil ich eben zu den Guten gehöre. Nur... mein Vater... er ist der Einzige, der noch zu mir steht... ansonsten... habe ich niemanden mehr.", erzählte ich Nino, den ich noch immer als Freund ansah, aber doch kein Mitleid von ihm wollte.

 

"Aber bitte, macht euch keine Sorgen. Ich... ähm... werde jetzt gehen und euch wieder in Ruhe lassen. Aber ich möchte euch ein kleines Geschenk da lassen.", mit diesen Worten ließ ich einen mittelgroßen Zauberstab entstehen, der einer Rose glich, diesen überreichte ich Nino, nachdem ich mich vor ihm hin gekniet hatte, mit den Worten: "Wenn ihr meine Hilfe braucht, dann könnt ihr mich mit diesem Stab beschwören. Ich werde euch erscheinen und euch immer helfen.", damit strich ich sanft über seinen Handrücken, erhob mich dann, verließ leise das Zimmer und anschließend auch das Haus.

 

Kaum hatte ich aber das Haus verlassen, stand mein Vater von mir und hielt mich auf.

 

"Hey, mein Kleiner, wohin willst du denn, hm?"

 

"Vater....", stammelte ich leise vor mich hin, ging auf ihn zu und fiel ihm vollkommen verzweifelt in die Arme.

 

"Wolltest du diesem Sterblichen nicht helfen, hm? Schau mal, du hast dich bis jetzt wirklich toll verhalten. Du hast viel Mut bewiesen. Einmal, weil du dich gegen Azura und die anderen Fürsten gestellt hast... zum anderen hast du... viel Mut bewiesen, als du dich diesem Sterblichen offenbart hast.

 

Du bist ein toller kleiner Kerl und ich bin sehr stolz auf dich, wirklich."

 

"Aber vielleicht hat Mutter doch Recht."

 

"Nein, hat sie nicht. Du bist wirklich sehr mutig und ich bewundere dich, mein Sohn. Bleib ruhig einen Moment hier draußen und denke über alles noch einmal nach. Der junge Mann hat es verdient... dass du ihm hilfst, wenn du noch magst."

 

Ich nickte meinem Vater zu, doch wollte ich ihn gerade nicht loslassen und weinte mich einfach bei ihm aus, während sich meine Hände in seine Kleidung krallten.

 

Wie sehr genoss ich es von ihm gehalten zu werden, vermag ich nicht in Worte zu fassen.

 

*-*-*

 

 

In Ruhe hörte ich Jamalees Erklärung zu und staunte nicht schlecht, wo er mir den Stab übergab. Dann war er auch schon verschwunden und ich saß alleine da. Die Stille im Haus lullte mich ein und ich spürte wie Angst von mir Besitz ergriff.

 

Es dauerte einen Moment, ehe ich aufstand und ihm nachlief. Jedoch blieb ich im Türrahmen stehen und sah einen anderen Daedra. Jamalee lag bei ihm im Arm und nachdem, was er erzählt hatte, ging ich davon aus, dass es sein Vater war.

 

Er tat mit Leid und ich wollte gar nicht, dass er ging. Unschlüssig, halb hinter der Tür versteckt, wegen des Fürsten, stand ich da und beobachtete die Beiden.

 

*-*-*

 

Natürlich hatte Sanguine den Sterblichen längst bemerkt und grinste in sich hinein.

 

Flüsternd sprach er dann:

 

"Jamalee, dein Freund steht dort im Haus, halb hinter der Tür... er traut sich nicht zu uns, weil er, denke ich, Angst vor mir hat... aber ich denke auch, dass du ihm fehlen würdest. Geh deinen Weg, ich sehe zu, dass ich die anderen Fürsten besänftige... anderenfalls kommst du eben zu mir, wenn deine Zeit hier vorüber ist.

 

Du weißt, doch, dass du nur eine begrenzte Zeit hier bleiben kannst, nicht."

 

Ich nickte meinem Vater zu, löste mich von ihm und blickte nach hinten. Tatsächlich sah nun auch ich Nino dort hinter der Tür stehen.

 

"Danke, Vater. Ich werde mein Bestes geben."

 

"Das will ich hören und nun geh, geh zu ihm. Wenn, du mich brauchst, bin ich da."

 

Ich lächelte meinen Vater dankbar an, dann verschwand er und ich drehte mich zum Haus um, wo sich Nino hinter der Tür versteckt hielt.

 

Langsam ging ich auf das Haus zu und stoppte meine Schritte, als ich direkt an der Tür stand, wagte es nicht das Haus zu betreten, und lächelte Nino an.

 

"Ihr braucht euch nicht zu verstecken. Mein Vater tut euch nichts, denn er ist nicht wie die anderen Daedra. Wenn ihr also noch... nun ja... ich würde euch schon gern zur Seite stehen, wenn ihr es wünscht.", sprach ich ruhig, während ich mir die restlichen Tränen weg wischte.

 

Mein Vater hatte Recht, denn mir blieb hier nur eine sehr kurze Zeit und diese wollte nutzen, um Nino zu helfen, ihm alles hier erträglicher machen.

 

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Als Jamalee aufs Haus zukam, freute ich mich und öffnete die Tür ganz.

 

''Ich würde mich freuen, wenn ihr bleiben würdet. Wirklich! Denn ich möchte euch glauben, dass ihr mir nichts Böses wollt und mir helfen möchtet. Lasst mich euch auch helfen und euch eine Unterkunft geben.

 

Genauso, wie ich es bereits angeboten habe. Möchtet ihr das?'', meinte ich und trat tatsächlich aus dem Haus raus.

 

Der Daedrafürst war also wirklich sein Vater und scheinbar nett. Er würde mir nichts tun und ich konnte Jamalee vertrauen.

 

''Sagt, was möchtet ihr mir Gutes tun? Ihr spracht davon mir helfen zu können. In wie fern?'', wollte ich dann wissen.

 

''Wollen wir wieder hineingehen? Es ist ganz schön kalt geworden'', bat ich meinen Gast und ging schon mal vor ins Haus zurück.

 

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"Gern, gehen wir hinein.", willigte ich ein und betrat nach Nino das Haus, hinter mir die Tür schließend, damit die Kälte eben draußen blieb.

 

"Nino", begann ich zu erklären: "...ich könnte euch jeden eurer Wünsche erfüllen, sofern dies in meiner Macht steht. Zum Beispiel... weiß ich vom Leiden... eurer Mutter, die da nebenan im Zimmer liegt. Ich könnte sie heilen, oder aber, wenn ihr es wünscht.. sie erlösen.

 

Auch könnte ich euch das Leben insofern erleichtern, dass ihr nie wieder schwer arbeiten müsstet und immer genug Gold hättet. Was es auch sei, äußert einfach eure Wünsche ich werde sehen, was ich tun kann.", meine kleine Erklärung beendet schaute ich Nino freundlich in die Augen und lächelte sanft.

 

"Euer Angebot hier zu nächtigen, nehme ich gern an und danke euch für eure Gastfreundschaft. Ich muss euch aber auch sagen, dass ich nicht für immer und ewig hier bleiben kann. Ich muss in Kürze wieder in die Oblivion Ebene zurück... meiner Welt... die Welt der Daedra.

 

Da sich offensichtlich alle Fürsten gegen mich verschworen haben, werde ich zu meinem Vater Sanguine, in den Nebelhain, gehen. Ihr solltet euch also bald entscheiden.", fügte ich weiter erklärend hinzu.

 

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Ich konnte kaum glauben, was Jamalee da erzählte und nickte dann aber verstehend.

 

''Was erwartet ihr als Gegenleistung? Nichts im Leben ist umsonst'', wollte ich von ihm wissen.

 

Zwar fand ich es schade, dass er bald gehen müsste, da ich ihn mochte, nur wenn er mir wirklich helfen konnte, schien es sinnvoll seine Hilfe anzunehmen.

 

''Also, wenn ihr meine Mutter wirklich so heilen könnt, dass ihr kein Schaden von der Krankheit bleibt, werde ich mir selbstverständlich das wünschen. Ansonsten komme ich klar'', war das Einzige, was ich wollte.

 

Sicherlich klang das Andere auch sehr verlockend, doch war ich nicht habgierig und wenn es meiner Mutter besser gehen würde, wäre das Leben schon leichter.

 

''Sagt... wenn ihr geht, sehen wir uns dann nie wieder?'', brannte es mir auf der Seele.

 

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Wie brennende Pfeile bohrten sich Ninos Worte in mein Herz... nichts im Leben ist umsonst... was erwartet ihr als Gegenleistung...

 

Das tat weh... sehr weh.

 

Aber ich hielt mich zurück, ließ mir nichts anmerken und doch war ich voller Traurigkeit... er war also auch wie all die anderen Sterblichen... traute mir nicht.

 

"Ich erwarte nichts", begann ich zu antworten: "Ich werde eure Mutter jetzt heilen und dann.... in meine Welt zurückkehren. Wenn ich gehe, sehen wir uns nicht wieder.... außer ihr benutzt mein Geschenk, das ich euch gab. Dann aber auch nur für eine kurze Zeit", beantwortete ich Ninos Frage und ging dann ins Nebenzimmer zu seiner Mutter, um sie, wie versprochen, zu heilen.

 

Leise öffnete ich die Tür, ging auf das Bett zu und schaute auf die kranke Sterbliche.

 

Meine Hände, die nun ein helles Licht abgaben, ließ ich sanft über ihren Körper gleiten... langsam, aber sehr gründlich. Es dauerte schon eine ganze Weile, aber dann.... war die Krankheit von ihr genommen und das Leben kehrte wieder in ihren Körper zurück.

 

Sie erholte sich sichtlich und sah schon sehr viel gesünder aus.

 

Schließlich verließ ich das Zimmer wieder, schaute Nino an und verabschiedete mich.

 

"Eure Mutter ist wieder gesund, sie wird noch etwas schlafen, aber morgen früh wird es ihr wieder sehr gut gehen. Machts gut, Nino.", damit verließ ich das Haus und dachte an meinen Vater, der sogleich erschien.

 

"Na, willst du wieder zurück, hm?"

 

"Ja, Vater, ich komme mit dir und wir dürfen Arkay nicht vergessen."

 

"Wenn du das so willst, ist es okay.... Arkay kommt doch automatisch mit dir mit."

 

Ich nickte meinem Vater traurig zu, dann verschwanden wir durch ein Portal.

 

Sicher, ich hätte mit Nino reden können... warum er mir nicht vertraute... warum er dachte, dass nichts umsonst wäre... aber ich wollte ihn einfach nicht verärgern... ihm keine Sorgen bereiten.

 

So wie es war, war es gut.

 

Hatten die Fürsten vielleicht doch Recht gehabt?

 

So gern wollte ich nun Azura wieder sehen und sie um Verzeihung bitten.

 

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