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Queerbeet

 

Queerbeet


 


 

Mario führt ein Leben, wie es viele schwule Männer tun. One-Night-Stands ohne Ende, da Sex für ihn zum Alltag gehört. Es würde wohl ewig so weiter gehen, wären da nicht seine Eltern, die von seinem Treiben nichts wissen und so ganz andere Pläne mit ihm haben.


 


 

Wenn dein Leben schon geplant ist, gehst du dann diesen Weg oder den, den du gehen willst?


 


 

Tägliche Spielchen


 

Ein Blick, ein Nicken und schon verschwinden wir im hinteren Teil des Darkrooms.

Ich springe grundsätzlich auf den gleichen Typ Mann an: dunkler Teint, dunkles Haar und dunkle Augen. Er darf ruhig älter sein als ich. Da ich gerade mal 22 bin und die meisten hier ab Mitte 20 sind, ist das kein Thema, aber er muss sich mir grundsätzlich unterwerfen. Ich lasse nur selten jemanden ran, wenn, dann hat das schon was zu bedeuten. Kräftiger als ich darf er nicht sein und auch nicht viel größer, wobei das bei meinen Muskeln und bei einer Größe von 1,87 wohl auch schwierig ist.

Wiedereinmal habe ich ein Opfer gefunden, wie jeden Abend und am Wochenende gerne mehrmals täglich. Seit ich 16 bin, führe ich dieses Leben, gönne mir jeden, den ich möchte. Noch nicht einmal vor Heteros mache ich halt, was auch nicht besonders schwer fällt, da diese für etwas Abwechslung gern zu haben sind.

Wüssten meine Eltern, was ich so treibe, hätten sie mich bestimmt schon längst vor die Tür gesetzt. So warten sie vergebens auf eine Schwiegertochter und den einen oder anderen Enkel.

Ich mache mir nunmal nichts aus Frauen, habe ich noch nie. Schon in der Schule habe ich auf dem Klo in der Pause dem einen oder anderen Mitschüler einen geblasen. Nach meinem Realschulabschluss blieb mir leider nichts anderes übrig, als in der Werbefirma meines Vaters eine Ausbildung zu starten, mit der ich nun seit 3 Jahren durch bin. Dennoch ist es keine leichte Arbeit, da ich alles besser machen muss als andere, da ich doch der Sohn des Chefs bin. Außerdem muss ich meine kleinen Spielchen mit den Kunden oder Mitarbeitern ja auch geheim halten.

Hastig dränge ich den Fremden an die kalte Wand und presse meinen Schoß an seinen festen Hintern. Er gibt ein Stöhnen von sich, was mich total anmacht, denn ich mag es laut. Ich lecke an seinem Ohrläppchen entlang und sage zu ihm in einem befehlenden Ton: 'Sag mir deinen Namen!' Das gehört für mich dazu, zumindest muss ich wissen, wie mein Sexpartner heißt, auch wenn ich womöglich den Namen schnell wieder vergesse oder bei einer nächsten Begegnung den falschen nenne.

'Dirk', stöhnt mein Lustobjekt. 'Schön Dirk, dann lass mal deine Hosen runter!', kommandiere ich ihn herum, wobei ich gleichzeitig seinen Gürtel öffne und mit einem kräftigen Ruck aus den Schnallen ziehe. Ein Knallen erklingt durch den Raum und unterbricht für einen kurzen Augenblick das Gestöhne und Keuchen der Menschen, die sich gerade nach Herzenslust um uns herum vergnügen. Auch Dirk schreckt zusammen und öffnet rasch seine Hose, die daraufhin runter rutscht. Ein Lächeln zaubert sich auf meine Lippen und so führe ich mein Spiel fort. 'Beine spreizen!', ordne ich als Nächstes an. Dem kommt Dirk auch sofort nach. 'Na, ist das alles? Oder bekomme ich noch mehr Einblick?', frage ich frech, wobei ein richtiger Einblick bei diesem Licht ja nicht möglich ist. Wie angeordnet drückt Dirk seine Stirn gegen die Wand und streckt seinen Hintern mir entgegen.

Langsam lasse ich nun meine Hand über seinen festen Po wandern, tätschle

ihn ein wenig, nur um ihn mit einem festen Ruck wieder an meinem Schoß zu ziehen. Dirk stöhnt erschrocken auf und ich muss kichern. Was hat er denn erwartet? 'Keine Angst, entspann dich einfach und vertrau mir', versuche ich ihn zu beruhigen. Ich vernehme ein Nicken von Dirk und auf einmal wirkt er viel entspannter. So lasse ich meine Hände unter sein Shirt gleiten, streichle über seinen flachen Bauch, ertaste seine Brust und liebkose ihn dabei am Hals. Nun reckt er sich mir noch mehr entgegen und fängt sogar an sich an meinem Schoß zu reiben. Natürlich geht das nicht ohne Spuren an mir vorüber und so wölbt sich eine beachtliche Beule zwischen meinen Beinen. Dirk presst sich mit seinen Händen gegen die Wand und so habe ich freie Bahn. Also entblöße ich mein bestes Stück, um mich vorzubereiten, schließlich ist es wichtig sich zu schützen und mit etwas Gleitcreme flutscht es noch besser. Sein fester Hintern drückt sich mir entgegen, so dass ich eine Hand zwischen die Backen gleiten lasse, um Dirk etwas zu dehnen. Ein Grunzen kommt von ihm, jetzt wo er merkt, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis er mich endlich spürt.

Doch so schnell will ich Dirk nicht geben, was er möchte und so entziehe ich meine Finger seiner Hitze, um meine Härte zwischen seinen Backen auf und nieder gleiten zu lassen. Dabei fange ich an Dirks Hals zu liebkosen, bis ich zum Nacken komme, in den ich lustvoll hinein beiße. Auch wenn ich dabei mehr zärtlich als hart bin, klingt das Stöhnen sehr gequält, was er von sich gibt. Also streichle ich etwas über die geschundene Stelle und gebe noch ein paar Küsse darauf. Dirk drängt sich unterdessen mir immer mehr entgegen, was mir ein Grinsen auf die Lippen zaubert. Weshalb ich ihn nun auch endlich erlösen will, da ich auch meine eigene Lust kaum noch unter Kontrolle habe. Noch einmal schiebe ich einige Finger in seine Hitze, um kurz darauf den Weg mit meiner Härte zu finde. Ich unterdrücke ein Stöhnen, da ich eigentlich nie Laute dabei gebe und genieße umso mehr Dirks Keuchen. Stück für Stück bahne ich mir meinen Weg in sein Inneres, wohl bedacht dass mich nicht jeder Mann schafft. Hin und wieder halte ich inne, tätschle seinen Bauch oder seine Brustwarzen, knabbere an seinem Ohrläppchen und gebe ihm Befehle, wie er sein Gewicht zu verlagern hat. Dirks flache Hand gibt mir ein Zeichen, wo Schluss ist und so halte ich mich auch daran, da ich ihn ja nicht all zu sehr schinden möchte. Jetzt fange ich an mich langsam zu bewegen, meine Härte raus und rein gleiten zu lassen. Dirk übertönt alle Anwesenden im Raum, was mir sichtlich gefällt, denn so erregt war ich lange nicht mehr. Deshalb steigere ich auch meinen Rhythmus und treibe nicht nur mich, sondern auch Dirk an seine Grenzen. Spielerisch knibbele ich an einer seiner Brustwarzen und versenke mein Gesicht in seiner Halsbeuge. Erst als ein Zittern von Dirk ausgeht, gebe ich einen langsameren, gezielteren Takt an, um den einen gewissen Punkt in ihm zu Treffen. Meine Härte stößt immer wieder gegen seine Prostata, massiert sie so sehr, dass der Höhepunkt nicht mehr fern ist. Aber nicht nur Dirk scheint gleich erlöst zu sein, auch meine Lust findet gleich ein Ende. Als ich vernehme, dass Dirks Stöhnen einen anderen Klang annimmt, halte ich inne, um noch ein bisschen mit ihm zu spielen: 'Willst du kommen?', frage ich ihn neckisch. 'Ja', stöhnt er gequält und so lasse ich mich treiben und erlebe die Erlösung, nach der ich mich schon den ganzen Tag gesehnt habe.In den wenigen Sekunden laufen Bilder des ganzen Tages vor meinen Augen ab: Der süße Typ im Bus; der heiße Hintern hinter der Rezeption; der geile Kunde, der leider seine Frau mitbringen musste; der verheiratete Bäcker, auf den ich schon so lange scharf bin; und...und...und. Halt alles Männer, die ich heute gerne gehabt hätte, bei denen es aber aus irgendeinem Grund nicht möglich war. Doch auch Dirk ist gekommen und lehnt nun erschöpft an meiner Brust. 'Danke', raunt er.

Aber eigentlich müsste ich mich bedanken, denn nun bin ich endlich befriedigt!

 


 


 

Selbst das Opfer


 

Ich habe kaum bemerkt, dass es schon so spät ist. Gern würde ich Dirk noch auf einen Drink einladen, aber so langsam sollte ich nach Hause, da ich morgen früh raus muss. Noch so ein Nachteil, dass man als Sohn des Chefs auch ab und an mal am Samstag arbeiten muss. Aber die Aussicht auf den Kunden morgen lässt mich nur zu gerne dieses Opfer bringen.

Den Weg nach Hause kenne ich im Schlaf, genauso wie die Busfahrzeiten. Deshalb komme ich auch pünktlich an der Haltestelle an, so dass ich direkt in den Bus einsteigen kann. Um die Uhrzeit ist wenig los, weshalb ich auch vorne neben dem Fahrer platz nehme. Es ist ein junger Fahrer, zwar nicht ganz mein Typ, aber trotzdem gutaussehend. Die Tatsache, wie er mich heimlich im Spiegel beobachtet, lässt mich annehmen, dass er hetero ist. Leider habe ich für dieses Spiel keine Zeit, aber diese Begegnung muss ja nicht die Letzte gewesen sein.

Bevor ich den Bus verlasse, werfe ich dem Fahrer noch einen intensiven Blick zu und ich bin mir sicher, der erkennt mich beim nächsten Mal wieder. Die wenigen Meter nach Hause male ich mir aus, wie ich ihn am Besten verführen könnte und schmunzle genüsslich vor mich hin.

Als ich die Wohnungstür aufschließe, muss ich leise sein, denn ich habe zwar eine separate Wohnung, aber leider teile ich mir mit meinen Eltern einen gemeinsamen Eingang. Es ist ihr Haus und so schleiche ich mich nach oben, um auch gleich darauf in mein Bett zu fallen. Morgen früh gibt es bei meinen Eltern Frühstück, da auch mein Vater einen wichtigen Kunden hat und wir etwa gleichzeitig los müssen. Lust habe ich ja keine, mal wieder dem Gerede meiner Mutter zuhören zu müssen, aber sie ist bekannt für ihr üppiges Frühstück, was ich mir nur ungern entgehen lasse. Irgendwie werde ich schon das Geschnatter überleben.


 

Als mich das nervige Geräusch meines Weckers aus dem Schlaf holt, habe ich das Gefühl gerade erst eingeschlafen zu sein. Am liebsten würde ich mich gerne noch einmal umdrehen und in meine weichen Kissen kuscheln, aber meine Mutter möchte ich ungern wütend erleben. Weshalb ich auch beschließe aufzustehen und ins Bad, um duschen zu gehen.

Als ich nach unten komme, sitzen meine Eltern schon am Küchentisch und meine Mutter begrüßt mich mit einem Küsschen: 'Na, mein Schatz. Hast du gut geschlafen? Irgendwie siehst du heute blass aus, geht es dir nicht gut?', sagt sie zu mir. Ich setze mich zu meinem Vater an dem Tisch, der die Zeitung liest und antworte ihr wie üblich: 'Die Nacht hätte etwas länger sein können. Vielleicht kriege ich etwas Farbe, wenn ich gefrühstückt habe.' Meine Mutter schenkt mir Kaffee ein und mein Vater schaut mich über die Zeitung hinweg an. 'Wenn du abends nicht so lange weg bleibst, dann ist die Nacht auch länger.' Ich nicke ihm nur zustimmend zu und greife in den Brötchenkorb, in dem sich selbstgebackene Brötchen befinden. Mit meinem Vater zu diskutieren bringt nichts, da man stets den Kürzeren zieht. Deshalb schneide ich mein Brötchen auf und belege es nach Lust und Laune mit Salat, Tomaten und Käse. Eine kleine Tomate wandert so in meinem Mund und während ich noch kaue, hat mein Vater hinter seiner Zeitung Schutz suchend, noch mehr zu sagen:

'Ich habe die Tage mit Herrn Janssen gesprochen...',

Herr Janssen ist einer unserer Besten Kunden,

'...seine Tochter scheint ein Auge auf dich geworfen zu haben...',

er hat eine hübsche Tochter, aber sein Sohn würde mir eher zusagen,

'...ihr seid für heute Abend beim Italiener an der Ecke verabredet...',

ein sehr teures Restaurant,

'...also blamiere uns nicht!'

Bitte was? Ich soll mit ihr ausgehen? Na super, dass kann ja was werden.

Natürlich hat meine Mutter auch noch was dazu zu sagen, wo sie mich doch ständig fragt, ob ich immer noch keine Freundin habe: 'Deinen neuen Anzug habe ich gestern aus der Reinigung geholt, der ist dafür perfekt. Ihr seid beide im heiratsfähigem Alter, sie ist hübsch und reich, was willst du mehr?'

Einen Mann!

Mir stockt der Atem und dann verschlucke ich mich auch noch an dem Stückchen Brötchen, was ich gerade runterschlucken wollte. Hustend versuche ich meinen noch viel zu heißen Kaffee runter zu schlürfen und verbrenne mir auch noch die Zunge.

Der Tag fängt ja gut an!


 

Während ich auf dem Weg zu meinem Kunden bin, versuche ich mir krampfhaft eine Ausrede für heute Abend einfallen zu lassen. Jedoch bin ich schneller an meinem Ziel, als dass mir etwas Sinnvolles einfällt. 'Nur keine Hektik, bis heute Abend ist noch genug Zeit', sage ich vor mich hin, während ich durch das Tor des großen Anwesens gehe. Die Klingel, die ich anschließend betätige, spielt eine nette Melodie und ein älterer Herr im Pinguin-Dress öffnet mir die große, schwere Eingangstür.

'Guten Tag, Sir. Sie werden bereits erwartet. Bitte folgen Sie mir', begrüßt mich der Butler und führt mich wie schon so oft den langen Flur entlang, in das Arbeitszimmer, in dem, seit ich regelmäßig herkomme, auch eine sehr bequeme Couch steht. Meine dunkelgrünen Augen erblicken einen Mann Anfang dreißig, der genau meinem Geschmack entspricht. Es ist mein Kunde Herr Salzberger oder wie ich ihn seit einiger Zeit nennen darf, Armin.

'Hi. Seit wann verspätest du dich?', fragt er mich neckisch.

'Seit wann stellst du hier die Fragen?', stelle ich eine Frage zurück und grinse dabei frech. Armin schweigt und fängt an sein Hemd aufzuknöpfen. Anschließend kniet er vor mir nieder und fängt an mir die Hose aufzumachen.

'Siehst du, so ist es doch gleich viel besser', sage ich zu Armin und streichle sanft über seine kurzen, dunklen Haare. Während er bereits sein Ziel ausgepackt hat und es kräftig bearbeitet, bekomme ich einfach keinen freien Kopf. Die Sache mit heute Abend geht mir nicht aus dem Kopf, weshalb ich auch nicht richtig in Stimmung komme. Armin kann noch so intensiv saugen und lecken, es regt sich nichts.

Ich atme kräftig durch und lege dann meine Hand unter Armins Kinn.

'Du lass mal, irgendwie bin ich nicht in Stimmung', sage ich mit ernster Stimme zu ihm. Er lässt auch gleich von mir ab und so verstaue ich mein bestes Stück und gehe in Richtung Fenster, um hinaus zu schauen.

'Kann jedem Mal passieren', versucht Armin mich aufzumuntern.

'Mir ist so etwas noch nie passiert', gebe ich zurück und muss mich dabei zwingen, meine Stimme normal klingen zu lassen. Ich lasse meine Hand durch meine kurzen, blonden Haare fahren und drehe mich zu Armin um. 'Dann lass uns mal anfangen. Schließlich bin ich nicht nur deswegen hier', sage ich und setze mich an dem großen Schreibtisch. Armin setzt sich auch hin und ohne ein weiteres Wort über das Geschehene zu verlieren, machen wir uns an die Arbeit.

Natürlich bin ich nur halb bei der Sache, weswegen wir auch früh abbrechen und einen Termin für nächste Woche ausmachen. Vielleicht auch besser so, denn dann habe ich gewiss auch alles überstanden und bin wieder voll einsatzbereit – in jeglicher Hinsicht.


 


 

Selbstunterwerfung


 

Kaum zu Hause falle ich todmüde ins Bett und verschlafe den halben Tag. Meine Mutter weckt mich um fünf Uhr, indem sie bei mir Sturm klingelt. 'Mama, bitte. Mir geht es nicht gut', sage ich zu ihr, da mir keine bessere Ausrede eingefallen ist.

'Mario, jetzt komm mir nicht so. Du gehst jetzt duschen und ziehst dich schick an', befielt sie mit ernster Stimme und mir bleibt nichts anderes übrig, als ihren Anordnungen Folge zu leisten.

Die Dusche tut mehr als gut. Jeder der nachmittags schon mal geschlafen hat, weiß wie man sich dann fühlt. Wie gerädert und noch müder, man möchte am liebsten im Bett liegen bleiben.

Vielleicht trödle ich gerade deshalb etwas, bin aber trotzdem um halb sieben fertig. Während meine Mutter mich umkreist und kritisch mustert, zupft sie an meinem Hemd herum. 'Das geht so nicht', schimpft sie. 'Das muss ich noch einmal bügeln. Ausziehen!'

Genervt ziehe ich das Hemd wieder aus und lasse meine Mutter walten, damit sie zufrieden ist und ich meine Ruhe habe.

Dann gehe ich halt mit dieser Frau aus, ist doch egal. Es ist nur ein Abend mit einer hübschen Frau und niemand verlangt, dass es mehr als ein Abendessen sein soll.

Als meine Mutter endlich fertig ist mit mir, mache ich mich auf den Weg zum Italiener, natürlich mit einer Rose, die meine Mutter mir extra besorgt hat. Ich werde den Abend so schnell es geht hinter mich bringen und dann noch woanders hingehen, um mich zu vergnügen.

Am Restaurant angekommen, sehe ich, dass Herr Janssens Tochter, Petra, bereits da ist. Ich versuche höflich zu sein, denn wer weiß vielleicht wurde sie ja auch von ihrem Vater hierzu überredet. Außerdem ist Herr Janssen ein wichtiger und wohlhabender Geschäftspartner, den ich besser nicht verärgern sollte. Also muss ich mir in der Hinsicht noch etwas einfallen lassen.

Mit einem 'Hallo', gebe ich Petra die Hand und sie tut das gleiche, wobei sie mich anlächelt. Wir setzen uns und bekommen auch gleich die Karte. Auf Grund der Auswahl weiß man gar nicht wirklich, was man bestellen soll. So viele leckere Sachen und die Preise lassen vermuten, dass nur die feinsten Speisen verwendet werden.

Nachdem die Bedienung unsere Bestellung aufgenommen hat, versucht Petra mich in ein Gespräch zu verwickeln.

'Ich finde dich schon so lange interessant, doch irgendwie habe ich mich nie getraut dich anzusprechen...', fängt sie ein Gespräch an und ich versuche so gut es geht, im richtigen Moment zu nicken. Ansonsten stelle ich meine Ohren auf Durchzug und widme mich ganz dem Wein, den wir bestellt haben.

Aus irgendeinem Grund habe ich einen Wahnsinnsdurst oder ist es nur die Langeweile? Noch bevor das Essen kommt trinke ich drei Gläser und würde am liebsten noch etwas Härteres trinken, aber das schickt sich natürlich nicht in einem so teuren Restaurant.

'Siehst du die Schuhe? Die habe ich in der kleinen, neuen Boutique gekauft...', höre ich Petra sagen und nicke wieder, als würde ich ihr zuhören. Ich habe absolut keine Lust auf Smalltalk und bemühe mich mit einem Lächeln auf dem Gesicht, dass sie nichts bemerkt.

Das darauffolgende Essen schmeckt bestens, auch wenn es durchaus etwas mehr hätte sein können für den Preis. Dafür füllen die nächsten Gläser Wein meinen Magen ein wenig und das Dessert ist auch ein Traum.

Dass mit dem Bezahlen kriege ich auch noch irgendwie hin und dann ist da ein Taxi, bevor mir schwarz vor Augen wird.


 

Als ich wach werde, liege ich auf einem unbekannten Sofa, in einer fremden Wohnung und muss mir erst einmal den Kopf halten, da dieser so brummt. Es dreht sich alles, ich reibe mir die Augen und versuche mich vom Sofa abzustützen.

'Du bist endlich wach, wie schön', erklingt die Stimme von Petra, die langsam auf mich zukommt. Sie trägt einen Bademantel, wobei ich nicht erkennen kann, was drunter ist. Ihre Beine jedenfalls sind nackt. Jetzt fällt mir aus irgendeinem Grund auf, wie toll ihre Schuhe tatsächlich aussehen, vielleicht weil sie so besonders in Szene gesetzt werden.

'Du bist im Taxi eingeschlafen und ich musste den Taxifahrer dafür bezahlen, dass er dich nach oben in meine Wohnung bringt', kommt es von Petra, wobei sie ein Bein auf dem Sofa abstützt und den Bademantel dabei etwas aufgehen lässt.

'Na, gefällt dir was du siehst?', fragt Petra mich und dann ist sie mir auf einmal ganz nah und leckt sich über ihre vollen, roten Lippen.

Erst jetzt bemerke ich, dass auch ich fast nichts mehr anhabe und ich muss kräftig schlucken, kann mich aber aus irgendeinem Grund nicht bewegen. Vermutlich ist das so etwas wie eine Schockstarre, denn schließlich war ich einer Frau noch nie so nahe.

Ehe ich mich versehe, sind ihre Lippen auf den meinen und ihre weichen Brüste drücken gegen meinen Brustkorb. Dann wandert sie tiefer und lässt ihre Brüste langsam über mein Kinn gleiten. Danach über meine Lippen, die ich fest zusammen presse und letzten Endes über mein ganzes Gesicht. Ich halte die Luft an, kneife die Augen zu und spüre an meinem Bauch etwas Warmes, Feuchtes gleiten.

Oh mein Gott, sie ist unter dem Bademantel nackt!

Als sie sich endlich zurücklehnt, schnappe ich nach Luft. Wie nach einem Tauchgang hole ich tief Luft. Ich hatte schon Angst zu ersticken, doch zum Erholen bleibt keine Zeit, denn jetzt spüre ich wie ihre harten Brustwarzen über meine Wangen reiben. Ein Schauer folgt dem anderen und das feuchte Etwas an meinem Bauch fühlt sich verdammt unangenehm an.

Mit einem Mal macht es Klick bei mir und ich drücke Petra von mir weg. 'Schluss damit!', schreie ich sie an. 'Ich steh nicht auf Frauen!'

Petra springt erschrocken auf, wodurch ich mich so was von erleichtert fühle, wie schon lange nicht mehr. Schnaubend suche ich meine Sachen zusammen und ziehe mich an.

'Das ist doch nicht dein Ernst, oder?', kommt es zögernd von Petra.

'Doch mein voller Ernst!', versichere ich ihr.

'Gefalle ich dir etwa nicht?', fragt sie zögernd.

'Noch einmal zum Mitschreiben: Ich... bin... schwul!', sage ich mit fester, lauter Stimme und winke ihr noch zum Abschied.

'Das glaube ich nicht! Was bildest du dir eigentlich ein? Ich wette deine Eltern wissen nichts da von', grinst Petra mich an.

Ich stehe etwas unschlüssig in der Tür und bin mir nicht sicher, ob ich es darauf ankommen lassen soll.

'Dachte ichs mir', kommt es von Petra, die es sich auf ihrem Sofa mehr als bequem macht, wobei sie ihre Beine übereinander schlägt.

Bevor ich noch verrückt werde, verlasse ich die Wohnung und bestelle mir ein Taxi. Soll Petra doch tun, was sie nicht lassen kann, wobei ich hoffe, dass ihrem Vater das Ganze egal ist.

Während der Fahrt bemerke ich erst, dass es schon ziemlich spät ist und beschließe mich direkt nach Hause fahren zu lassen.

Ausnahmsweise ohne Sex, schaffe ich es aber trotzdem schnell einzuschlafen, nach dem ganzen Wein. Meine Träume sind wirr und Petra verfolgt mich gerade zu, weshalb ich auch öfters wach bin. Ich schwitze stark, trinke viel und muss deshalb auch öfters raus. Petra hat mich zum Grübeln gebracht, denn wenn meine Eltern erfahren, dass ich schwul bin, verliere ich alles. Meinen Job und meine Wohnung, dann habe ich kein Geld und keine Bleibe mehr. Aber wenn ich es ihnen nie erzähle, werde ich früher oder später heiraten müssen. Oder wie soll ich meinen Eltern weismachen, dass keine Frau gut genug ist für mich ist?

Und als wäre das nicht schlimm genug, werde ich nach dieser unruhigen Nacht unsanft aus dem Bett geschmissen.


 


 


 

Selbstzweifel

 

Lautes Hämmern an meiner Eingangstür weckt mich unsanft. Ich weiß genau, wer davorsteht. Also hat Petra doch nicht dicht gehalten. Aber was habe ich auch erwartet?

Vorsichtig öffne ich die Tür und werde auch schon in meine Wohnung zurückgedrängt.

'Bitte sag mir, dass das ein übler Scherz ist', fleht mich mein Vater an.

'Äh...Was meinst du?', frage ich ihn, als wüsste ich nicht, was er meint.

Mein Vater stellt sich mit verschränkten Armen vor mich hin und schaut mir direkt in die Augen, wobei sein Blick sehr streng ist.

'Wie war dein Abend mit Petra Janssen?', fragt er mich und ich kann mir schon denken, woraufhin das hinausläuft.

'Nett?', sage ich in einem fragenden Ton.

'Ich habe dich gefragt, wie der Abend war!', kommt es wieder von meinem Vater, diesmal mit noch eindringlicher Stimme.

'Okay, es war langweilig!', gebe ich offen zu, obwohl langweilig vielleicht nicht das passende Wort für den Abend ist. Kurios würde schon eher passen oder ein Alptraum.

'Nur langweilig?', will mein Vater weiter wissen.

'Ach Papa...', beginne ich meinen Satz, komme jedoch nicht weiter, da mein Vater mir ins Wort fällt.

'Komm mir nicht mit 'Ach Papa'. Ich weiß darüber Bescheid, was gestern war!', schreit mein Vater mich jetzt an. 'Was denkst du dir eigentlich dabei?'

'Weißt du, ich...', versuche ich es erneut, doch wieder darf ich nicht ausreden.

'Komm mir nicht mit irgendwelchen Ausreden! Ich weiß genau, wie lange das schon so geht. Immer habe ich ein Auge zugedrückt, in der Hoffnung, dass du den richtigen Weg noch findest. Doch jetzt ist Schluss!', wettert mein Vater weiter.

Er wusste es also die ganze Zeit und hat nur abgewartet?

'Entweder du änderst dein Leben oder ich habe keinen Sohn mehr!', sagt mein Vater mit wieder ruhiger Stimme und verlässt meine Wohnung.

Mein Leben ändern... kann und will ich das überhaupt?

Aber ändern muss ich es so oder so, egal wie ich mich entscheide.

Es steht zur Auswahl ein Leben, wie ich es mir wünsche:

Ich könnte endlich offen schwul leben, mich austoben nach Lust und Laune und vielleicht sogar mal einen Freund haben. Keine Versteckspiele mehr, das würde heißen, ich kann anziehen, was ich will und flirten, mit wem ich will. Aber es hätte auch Nachteile, denn ich müsste direkt umziehen und mir einen neuen Job suchen.

Dann wäre da noch ein Leben, wie es im Buche steht:

Eine Frau heiraten und Kinder kriegen, sofern ich einen hochkriege dabei. Dann müsste ich mich komplett verstellen und dürfte auch nie wieder einen Mann lieben. Ich würde dann meine Wohnung behalten, obwohl mit Frau und Kindern hier nicht genug Platz ist. Auch mein Job wäre mir sicher und irgendwann würde ich die Firma sogar übernehmen.


 

Ich lasse mich aufs Bett fallen und kuschel mich noch einmal in meine Decke ein. Doch dann stehe ich auf, dusche und ziehe mich an. Ich muss raus und deshalb gehe ich eine Weile umher, bevor ich meinen Weg gefunden habe, der mich geradewegs zur Bushaltestelle führt.

Als ich in den Bus einsteige, nach dem passenden Geld im Portemonnaie suchend, bemerke ich sofort einen intensiven Blick auf mir. Es ist der junge Fahrer von letztens, dessen blaue Augen mich fixieren und mich wissen lassen, dass er mich erkannt hat. Etwas schüchtern streicht er sich seine dunklen Haarsträhnen aus dem gebräunten Gesicht und schaut mir direkt in die Augen. Ein Lächeln wandert auf meine Lippen und schon bin ich wieder voll und ganz in meinem Element.

'Welche Station?', fragt mich der hübsche Fahrer.

'Wann hast du Feierabend?', will ich von ihm wissen.

'Also Endstation', bekomme ich zur Antwort und bezahle anschließend bei ihm. Ich nehme vorne neben dem Fahrer Platz und beobachte die Leute, die ein- und aussteigen, wobei die Vorfreude, auf das was kommen mag, groß ist. Es dauert seine Zeit, bis wir die Endstation erreicht haben, eine Zeit, in der ich immer wieder vielsagende Blicke bekomme und auch welche zurückgebe.

Wir warten beide, bis alle anderen Fahrgäste ausgestiegen sind und dann gehe ich direkt auf ihn zu.

'Ich hole nur schnell meine Sachen von der Arbeit und dann gehen wir zu mir. Meine Wohnung ist gleich da vorne', gibt er mir zu verstehen und springt er aus dem Bus.

'Aber lass mich nicht zu lange warten', sage ich zu ihm und schon rennt er los.

Es dauert auch nicht lange, bis er wieder da ist und so gehen wir zu seiner Wohnung. Die Sicherheit, mit der er das alles hier macht, lässt mich erahnen, dass er es nicht zum ersten Mal macht.

Kaum fällt seine Haustür ins Schloss, küssen wir uns auch schon und ich merke, dass er am liebsten die führende Position übernehmen würde. Was mich natürlich nur noch mehr antreibt und ich versuche ihn es auch spüren zu lassen. Mit festem Griff reiße ich ihn an seinen Haaren und schaue direkt in sein Gesicht. 'Willst du dich nicht erst einmal vorstellen?', frage ich ihn mit fester Stimme.

'Erik', bekomme ich als Antwort, darauf folgt ein Stöhnen.

'Gut Erik. Hör genau zu', sage ich zu ihm. 'Hier gibt nur einer den Ton an und das bin ich! Verstanden?'

Ein Nicken ist die einzige Antwort, die ich bekomme und seine Unterwerfung lässt ein Glücksgefühl in mir aufkommen.

'Braver Junge', sage ich zu Erik, während meine eine Hand zärtlich seine Wange tätschelt.

'Und nun?', grinse ich ihn fragend an. 'Zeig mir mal, was du so mit deiner Zunge drauf hast.'

Erik lässt sich nicht lange bitten und fängt an mein Hemd aufzuknöpfen, wobei er nach jedem Knopf die erscheinende nackte Haut küsst. Dann streift er mir mein Hemd über die Schultern und bearbeitet meine Brustwarzen.

'Das kannst du doch noch besser', necke ich ihn, wobei mir sein Blick sicher ist und er mich nun endlich ins Schlafzimmer führt. Dort angekommen bugsiert er mich zum Bett und weist mich an mich hinzulegen.

Bevor er sich mir wieder widmet, befehle ich ihm: 'Zeig mir mehr Haut! Ich will deinen geilen Hintern sehen!'

Erik kommt dem schnell nach und zieht sich aus, wobei seine Augen mich keine Sekunde loslassen. Als er fertig ist, dreht er sich elegant um sich selbst, doch das reicht mir nicht.

'Zeig mir dein Loch!', fordere ich ihn auf. 'Ich will es sehen.'

Erst zögert Erik, doch dann dreht er mir den Rücken zu und bückt sich.

'Backen auseinander!', schreie ich, da mir so nicht wirklich viel geboten wird. Erik beugt sich also noch mehr vor und hält mit beiden Händen seine Pobacken auseinander. Genüsslich lasse ich meine Zunge über meine Lippen gleiten, denn der Anblick gefällt mir mehr als gut.

Dennoch fordere ich ihn noch mehr, da mir dieses Spiel mehr als Spaß macht und sage zu ihm: 'Beine mehr spreizen! Zeig mir alles, was du hast!'

Erik bemüht sich, so gut er kann und schafft es tatsächlich seine Beine weiter auseinander zu platzieren, was mir den absoluten Einblick verschafft. 'Gut so', belohne ich ihn mit sanfter Stimme. 'So ist es brav.'

Doch auf einmal höre ich die Haustür und Erik verliert vor Schreck sogar das Gleichgewicht. Nur wenige Sekunden später steht eine Frau im Zimmer und kriegt einen hochroten Kopf.

'Schatz, was machst du denn schon hier?', kommt es fragend von Erik, während er versucht seine Erregung zu verstecken. Die Frau steht einfach nur da und mustert uns beide, während ich beschließe mich anzuziehen.

Auch Erik sucht nach seinen Sachen und erhebt an seine Frau das Wort: 'Ich... ich kann dir alles erklären.'

Unterdessen verlasse ich die Wohnung und setze mich erst einmal unten am Haus auf die Stufen vor der Eingangstür.

Erik, der Ärmste, führt genau so ein Leben, wie ich führen würde, wenn ich mich für eine Frau entscheide.

Aber will ich überhaupt so ein Leben führen?


 


 


 

Selbst ist der Mann


 

Ich bin wieder zu Hause, stelle etwas Musik an und lasse mir ein heißes Bad ein. Entspannung ist genau das, was ich jetzt brauche, nicht mehr und nicht weniger.

Danach fühle ich mich sehr viel besser und habe auch eine Entscheidung getroffen. Definitiv bin ich nicht bereit so wie Erik zu enden und mein Leben gefällt mir sehr gut so, weshalb ich beschlossen habe auszuziehen. Außerdem muss ich mich um einen neuen Job kümmern, da ich meinen bestimmt verlieren werde. Mein Vater wird alles daran setzen mir zu kündigen, egal mit welchen Mitteln, und bevor es Krieg gibt, kann ich besser von selbst gehen.

Beschlossen ist beschlossen und so schnappe ich mir mein Handy und telefoniere erst einmal rum, wegen einer Wohnung. Leute kenne ich wie Sand am Meer und so sollte das ja wohl nicht allzu schwer sein.

Etwa dreißig Telefonate später bin ich schon total verzweifelt und weiß nicht mehr, wen ich noch anrufen soll. Ich gehe mein Telefonregister im Handy durch und eigentlich habe ich es schon überall versucht, wo ich etwas erreichen hätte können, bis auf eine Nummer. Eigentlich würde man dort zuerst anrufen, da der Name als Erstes kommt, doch nach meinem letzten Auftritt bei ihm wollte ich es dort nur als letzte Möglichkeit versuchen.

Ich drücke den Knopf und mein Handy wählt die Nummer, obwohl ich eigentlich gar nicht weiß, was ich sagen soll.

'Hi', fange ich das Gespräch an und natürlich weiß mein Gesprächspartner, wer ihn anruft, da er meine Nummer gespeichert hat.

'Hallo Mario', kommt es von einer erotischen Stimme.

Ich atme tief durch und versuche die richtigen Worte zu finden.

'Äh, hör zu Armin. Ich suche eine Wohnung und ich dachte...', versuche ich zu erklären, doch weiter komme ich nicht, da Armin sich am Telefon kaputt lacht.

'Armin?', frage ich etwas skeptisch.

'Entschuldige', kichert Armin. 'So kenne ich dich nicht. Du bist so... kleinlaut?'

'Äh... ja', mehr kriege ich nicht mehr raus und mir wird klar, dass ich wirklich nicht so wie sonst bin. Armin kennt mich nur herrisch und nicht so wie ich jetzt bin – zusammengefaltet wie ein Blatt Papier.

'Komm doch einfach her', sagt Armin auf einmal zu mir und ich bin mehr als froh darüber.

'Gut. Dann bis gleich', bringe ich noch hervor und kaum habe ich aufgelegt, befinde ich mich auch schon auf dem Weg zu ihm.

Meine Hände sind feucht, als der Butler mir die Eingangstür öffnet.

'Guten Tag, Sir, Sie werden bereits erwartet. Bitte folgen Sie mir', kommt es von ihm.

Und wie schon oft, führt er mich den langen Flur entlang zu Armins Arbeitszimmer, wo Armin an seinen großen Schreibtisch sitzt und telefoniert. Der Butler lässt uns allein und ich nehme am Schreibtisch gegenüber von Armin Platz, der auch kurz darauf sein Telefonat beendet.

'Schön, dass du gekommen bist', sagt er zu mir mit ruhiger Stimme.

Ich nicke und versuche mir die richtigen Worte zurechtzulegen, doch zum Sprechen komme ich gar nicht.

'Du suchst also eine Wohnung? Darf ich annehmen, dass deine Eltern nun endlich Bescheid wissen?', fragt Armin mich, mit einem Klang in seiner Stimme, der sich anhört, als wolle er sagen: Ich hab es dir doch immer gesagt.

Ich nicke zustimmend, denn was sollte ich auch anderes tun?

'Mach dir keinen Kopf. Wie der Zufall es will, ist eine Wohnung in meinem Reihenhaus frei. Um genauer zu sein ein Loft*', grinst Armin mich an. Doch was zu schön klingt, um wahr zu sein, hat sicherlich einen großen Haken.

'Das klingt ja alles sehr schön, aber ich glaube kaum, dass ich mir das leisten kann. Schließlich ist es nicht nur die Wohnung, die ich brauche, sondern auch einen neuen Job', erkläre ich schlecht gelaunt und ziemlich kleinlaut Armin.

Ich lasse meinen Blick sinken und betrachte meine Schuhe, doch als nichts von Armin kommt, schaue ich wieder auf. Armin grinst immer noch und wenn ich mich nicht irre, ist sein Grinsen sogar breiter geworden.

Als meine dunkelgrünen Augen seine braunen treffen, fängt Armin an zu lachen und ich verstehe nur noch Bahnhof.

Ich werde sogar richtig sauer auf ihn: 'Kannst du mir mal sagen, was so verdammt komisch ist?'

Erst langsam beruhigt Armin sich wieder und schaut mich mit einem weichen, sanften Blick an. 'Bei wem bist du gerade?', fragt er mich.

'Bei dir', antworte ich ihm, da ich nun wirklich nicht weiß, worauf er hinaus will.

'Ja, du bist bei mir', grinst er mich an und plötzlich wird mir klar, worauf er hinaus will. Armin Salzberger hat eins der größten Unternehmen hier in der Gegend, weshalb er auch so ein guter Kunde von uns ist.

'Heißt das...?', frage ich mit einem Strahlen im Gesicht.

'Ja, das heißt es!', erwidert Armin. 'Du wirst in das Loft einziehen und dann erwarte ich von dir, dass du morgen früh um sechs Uhr bei mir in der Firma bist. Ich bin mir sehr sicher, dass du dich als meine rechte Hand sehr gut machen wirst.'

'Als... deine rechte Hand?', vergewissere ich mich, da ich mir nicht sicher bin, ihn wirklich richtig verstanden zu haben.

'Klar. Das ist das Mindeste!', kommt es von Armin und ich springe auf, renne um den Schreibtisch rum und falle ihn um den Hals.

'Ich mag den strengen Mario, aber so gefällst du mir noch viel besser', sagt Armin zu mir mit einer so angenehmen Stimme, dass ich eine Gänsehaut bekomme.

Noch am selben Tag schaue ich mir das Loft an. Leider muss ich allein hingehen, da Armin noch jede Menge zu tun hat. Die Wohnung ist der Hammer, weshalb ich auch sofort herumtelefoniere und versuche, Hilfe für meinen Umzug zu organisieren.

Ich stelle nach mehreren Telefonaten fest, dass ich echt tolle Freunde habe, denn wenn man sie wirklich braucht, haben sie keine Zeit.

Also bleibt mir nichts anderes übrig, als mich selbst um alles zu kümmern.

Kaum bin ich zu Hause, fange ich an, meine Sachen in Taschen, Tüten und Kartons zu packen und die Schränke auseinanderzubauen.

So weit so gut, jetzt brauche ich nur noch eine Transportmöglichkeit, die auch schnell gefunden ist, da auf einen Sonntag die meisten Kleintransporter nicht gebraucht werden. Also mache ich mich auf den Weg und hole den Wagen, wobei mein Blick auf die Uhr mir sagt, dass es schon fast fünf Uhr ist. Anschließend räume ich alles in den Kleintransporter und indem ich auch auf dem Beifahrersitz Sachen platziere, bekomme ich schon ziemlich viel mit. Meine Eltern sind entweder nicht da oder lassen sich nicht blicken, was mir auch recht so ist.

Dann fahre ich zum Loft und bringe die meisten Sachen mit dem Fahrstuhl nach oben. Noch eine weitere Fahrt später und nach unzähligen Fahrstuhlfahrten, sind dann nur noch die schweren sperrigen Sachen in meiner Wohnung, die ich unmöglich alleine schaffe. Außerdem ist es schon dunkel draußen und meine Armbanduhr zeigt bereits nach zehn, als es an meiner neuen Wohnungstür klingelt. Nach einigen Problemen mit der Gegensprechanlage, da ich mich zum ersten Mal mit so etwas befassen muss, kann ich auch endlich meinen Besuch rein lassen. Meine Augen leuchten, als aus dem Fahrstuhl ein mit Essen und Trinken bepackter Mann steigt, der wohl genau wusste, dass ich den ganzen Tag noch nichts gegessen habe.

Armin und ich werden nach dem Essen noch eine Fahrt zu meiner alten Wohnung machen und die letzten Dinge holen. Dann werde ich meinen Wohnungsschlüssel in den Briefkasten meiner Eltern werfen, mit einer Kündigung und einen Brief, in dem steht, wo ich jetzt wohne und dass ich mich dafür entschieden habe, so zu leben wie ich es will und nicht, wie ich es muss!


 


 

*Loft bedeutet soviel wie Dachboden-Wohnung. Die meist vorher als Industriehalle genutzten Räume werden renoviert und modernisiert und sind anschließend teure Wohnungen.


 


 


 

Tägliche Routine


 

Zwei Wochen sind seitdem vergangen und ich fühle mich in meinem Loft mehr als zu Hause. Von meinen Eltern habe ich nichts gehört, außer dass ich meine Papiere von meiner ehemaligen Firma zugeschickt bekommen habe. Vielleicht ist es auch besser so, da sie mein Leben, so wie ich es jetzt offen lebe, nicht akzeptieren würden. Mein neuer Job macht mir auch sehr viel Spaß, obwohl ich mehr Arbeit habe als vorher. Aber wahrscheinlich liegt es auch daran, dass ich in Armins Nähe bin und ich mich sehr wohl bei ihm fühle. Doch der Hammer ist, dass ich in der ganzen Zeit noch keinen Sex hatte.

Ich weiß einfach nicht, was mit mir los ist. Es ist nicht so, als hätte ich keine Lust, es ist irgendwie so, als wäre keiner gut genug. Und die Vorstellung es mit meinem Chef zu tun, ist schon absurd, jedenfalls wenn wir es so machen würden, wie wir es sonst gemacht haben.


 

Die Routine hat von meinem Tag Besitz ergriffen. Um fünf Uhr stehe ich auf und mache mich für die Arbeit fertig. Schließlich fahre ich um viertel vor sechs los, damit ich vor Arbeitsbeginn in der Firma bin und alles Notwendige regeln kann. Ich habe nämlich jetzt ein Auto; ein Firmenwagen muss schon drin sein, als rechte Hand des Chefs. Von sechs bis mittags bin ich meistens in der Firma, erledige Papierkram und Telefonate, bevor es zum Mittagessen stets in ein Restaurant geht. Danach bin ich fast immer außerhalb der Firma unterwegs und mache Kundenbesuche, die ich ja schon von der Firma meines Vaters her kenne. Eigentlich hätte ich um vier Uhr nachmittags Feierabend, doch dann fahre ich noch einmal in die Firma und bearbeite die Kundengespräche und alles was für den nächsten Tag gebraucht wird. Mein Tag endet fast immer um acht Uhr abends und ich fahre dann direkt nach Hause. Dort angekommen, esse ich noch eine Kleinigkeit, mache Hausarbeiten und falle anschließend todmüde ins Bett.


 

Es ist ein Tag wie jeder andere, als ich von meinem letzten Kundenbesuch wieder in der Firma ankomme. Die meisten Mitarbeiter sind bereits nach Hause gegangen und die letzten gehen jetzt gerade, was für mich aber kein Problem ist, da ich besser arbeiten kann, wenn es ruhiger ist.

Ich setze mich an meinen Schreibtisch und fahre meinen Rechner hoch, als mich plötzlich eine Mail erreicht.

'Na, bist du auch noch fleißig?', steht darin und der Absender lässt mich schmunzeln, da ich wohl doch nicht allein bin.

Ich stehe auf und gehe in das Büro direkt neben meinem, wo mein Chef an seinem Schreibtisch sitzt.

'Du arbeitest zu viel', sagt er zu mir, während ich noch im Türrahmen stehe.

'Das musst du gerade sagen', grinse ich ihn an und gehe langsam auf ihn zu. Aber aus irgendeinen Grund bekomme ich meine Stimme nicht so herrisch hin, wie es sonst immer der Fall war.

'Da magst du wohl recht haben', kommt es jetzt von Armin. 'Was hältst du davon, wenn wir beide für heute Schluss machen und etwas essen gehen?'

'Hört sich gut an', gebe ich zur Antwort.

'Oder wir machen es uns bei dir bequem und bestellen uns etwas Leckeres. Schließlich habe ich noch nicht gesehen, wie du dich eingerichtet hast', schlägt Armin mir als Alternative vor.

'Das hört sich noch besser an', sage ich und kurz darauf fahren wir auch schon hintereinander weg zu meinem Loft.


 

'Nicht schlecht. Du hast echt Geschmack', kommt es von Armin, als er meine Wohnung betritt.

'Danke', gebe ich zurück. 'Also was wollen wir bestellen? Ich hab einen wahnsinns Kohldampf.'

'Ich auch', höre ich Armins Stimme ganz dicht an meinem Ohr und ich bekomme wieder diese Gänsehaut, die mir kleine Schauer über meinen Rücken laufen lässt.

Als ich mich zu Armin umdrehe, wird mir klar, dass ich mittlerweile ein ganz anderes Bild von ihm habe. Sonst war er immer mein Spielzeug, um nicht zu sagen: eines von vielen 'Opfern'. Aber jetzt sehe ich nicht nur meinen Chef und einen guten Freund, sondern einen bildhübschen Geschäftsmann. Armin ist nicht sehr viel kleiner als ich und auch nur etwas weniger muskulös. Er hat schöne breite Schultern, über die ich jetzt meine Hände gleiten lasse. Sein Gesicht ist etwas kantig, was ihn sehr männlich wirken lässt und seine tiefbraunen Augen laden zum Versinken ein. Die Haare trug er sonst immer sehr kurz, doch lässt er sie nun wachsen und gelt sie streng zurück. Trotz des Gels bilden sich Wellen und lassen ihn somit nicht ganz so streng wirken.

Liebevoll zieht Armin mich zu sich ran und ich merke, dass er mit der Situation etwas überfordert ist. Noch nie habe ich bei ihm klein bei gegeben, doch nun ist mir danach. Ich schmiege mich an seine Brust, atme den Geruch aus etwas Schweiß und Eau de Toilette ein. Sein Geruch, so riecht nur Armin und das macht mich wahnsinnig an.

Vorsichtig legt er seine Hand unter mein Kinn und drückt mein Gesicht hoch, um mir direkt in die Augen zu sehen. Dann küsst er mich, was er vorher noch nie getan hat und es fühlt sich so himmlisch an.

Ich lasse mich fallen, gebe nach und mich ihm total hin.

Erst nach einer halben Ewigkeit löst er sich von mir und lächelt mich an.

Als er jedoch auf die Knie gehen will, halte ich ihn zurück: 'Nein, warte. Heute bin ich dran.'

Armin schenkt mir einen verwunderten Blick, lässt mich dann aber doch gerne gewähren. Also gehe ich runter und öffne seine Hose, um ihn einen zu blasen. Ich habe das Gefühl, dass das letzte Mal wo ich so etwas getan habe, eine Ewigkeit her ist und ich hoffe mich nicht allzu ungeschickt anzustellen. Ich nehme sein bestes Stück in die Hand und bearbeite es etwas, bevor ich meine Lippen um die Eichel lege und zaghaft dran sauge. Meine Hände zittern und ich fühle mich unsicher, was sich jedoch schnell legt, als ich Armin stöhnen höre.

Während ich seine Eichel bearbeite und seinen Schaft massiere, knöpfe ich mit meiner freien Hand mein Hemd auf. Noch nie habe ich es so sehr gewollt wie heute.

'Langsam', schnaubt Armin. 'Sonst kommt es mir.'

Als ich diese Warnung höre, lasse ich von ihm ab, wobei mein Speichel Fäden zieht. Armin hilft mir auf die Beine, schaut mir tief in die Augen und streicht zärtlich über meine Lippen, um den verbleibenden Speichel wegzuwischen.

Anschließend führe ich ihn in mein Schlafzimmer, wo wir uns hastig gegenseitig ausziehen. Ich lege mich aufs Bett und schaue Armin abermals tief in die Augen. Er nickt lächelnd und dann gebe ich mich ihm hin, wie ich mich noch nie jemanden hingegeben habe. Seine Härte dringt in mich ein und bringt mich um den Verstand. Unter heißen, leidenschaftlichen Küssen streben wir unseren gemeinsamen Höhepunkt an, der wie ein Feuerwerk explosionsartig kommt und langsam verschwindet.

Danach liege ich in Armins Armen und lausche seinen leisen Worten:

'Das war der absolute Wahnsinn. So habe ich das noch nie erlebt. Mir wäre es nie in den Sinn gekommen, dich zu nehmen, hättest du mich nicht so um den Verstand gebracht wie vorhin.' Ein Lächeln ist auf seinen Lippen zu sehen, bevor er mich auf die Stirn küsst und anschließend weiter spricht:

'Wenn du denkst, ich habe dir die Wohnung und den Job verschafft, weil wir regelmäßig Sex miteinander hatten, dann irrst du. Wenn du denkst, dass ich dir all das möglich gemacht habe, weil du mich zur völligen Unterwerfung beim Sex gebracht hast, dann irrst du. Ich könnte mir den Sex auch durchaus so zwischen uns vorstellen wie gerade eben. Und weist du auch warum?'

Ich schaue in Armins schöne dunkle Augen, bin schläfrig vom Akt und weil ich mich so geborgen fühle wie bei keinem zuvor. Trotzdem versuche ich den Kopf zu schütteln, obwohl ich bestimmt auch so die Antwort bekommen hätte. Denn Armin spricht endlich die Worte aus, die mein Leben nicht mehr Querbeet laufen lassen:

'Das alles habe ich getan, weil ich dich liebe.'


 


 

~Ende~