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Blue Moon

Blue Moon

 

written by Detail und Dark Sephiroths

 

 

"Kaname, magst du noch die letzte Kiste reinbringen?", rief meine Mum, von unten und ich lief sogleich herab.

 

"Ja, Mum, ich geh schon.", willigte ich ein und lief auch gleich hinaus zum Auto.

 

Ich holte die schwere Kiste aus dem Auto und trug sie zu meiner Mutter ins Haus.

 

Tja, wie unschwer zu erkennen war, sind wir gerade hierher gezogen. Meine Mutter hatte hier im Krankenhaus eine neue Stelle als Ärztin bekommen, deshalb mussten wir umziehen.

 

Es war insbesondere für mich nicht leicht, denn alle meine Freunde musste ich dort lassen und ich wusste schon jetzt, dass sie mir übelst fehlen würden.

 

Mein Name ist Kaname, ich bin 17 Jahre jung, habe schulterlange dunkelbraune Haare und braune Augen. Ich bin 1,75m groß und habe einen sportlich durchtrainierten, sehr schlanken Körper, dessen Hautfarbe einem schönen Milchkaffee braunen Teint aufweist.

 

Ich bin nun Schüler eines Londoner Gymnasiums und ich spreche die Sprachen Japanisch, Koreanisch, Englisch und Deutsch fließend.

 

Ich war 10 Jahre alt, als meine Mum, nach dem Tod meines Vaters, mit mir von Japan nach England gezogen war.

 

Richtig, ich bin eigentlich Japaner.

 

Sie hatte ziemlich gelitten, als mein Vater gestorben war. Aber dann hatte sie sich nur noch in die Arbeit gestürzt.... na ja, und ich war mir meist selbst überlassen.

 

Sehr früh musste ich lernen auf eigenen Beinen zu stehen und somit selbstständig zu sein. Es war sehr schwer für mich, aber ich hatte damals Freunde gefunden, die immer für mich da waren, so dass ich kaum oder nie wirklich allein war.

 

Tja, dies hier war nun schon mein zweiter Umzug und wieder würde ich mir neue Freunde suchen müssen... meine Mutter wusste ja scheinbar nicht, wie schwer es mir fiel Freunde zu finden. Wie sehr ich zudem unter dem Verlust meiner Freunde litt... aber das schien sie echt nicht zu interessieren.

 

Sie redete ja auch kaum noch mit mir... guten Tag und guten Weg, war alles was ich noch von ihr zu hören bekam. Es kümmerte sie nicht, ob ich vielleicht Probleme hatte oder wie ich mich fühlte.

 

Ja, das tat schon sehr weh... zu sehen, wie andere Eltern zu ihren Kindern waren und ich eigentlich niemanden zum Reden hatte. Wie oft hatten sich die Eltern meiner Freunde um mich gekümmert... mir zugehört und mir geholfen.

 

Nun war es mal wieder vorbei und ich hoffte sehr, dass wir so schnell nicht wieder umziehen würden.

 

Eigentlich traute ich mich gar nicht mehr, mir neue Freunde zu suchen. Und dazu kam, dass ich schon Morgen in die neue Schule gehen musste... wovor mir ehrlich graute. Nun ja, ich würde eben versuchen möglichst wenig aufzufallen und so vielleicht Ärger entgehen... oder eventuellen Hänseleien, seitens der Mitschüler.

 

Doch jetzt ging ich nach oben, in mein Zimmer, packte alles aus und räumte alles dann ordentlich weg. Anschließend richtete ich mein Zimmer gemütlich her, schaltete mir ein wenig Musik an und heftete die Poster eines bestimmten japanischen Sängers und einer koreanischen Band an meine Wände.

 

Mein Lieblingssänger war Gackt Camui. Ich kannte alle seine Songs... war bislang auf allen Konzerten... wusste fast alles über ihn und hatte auch sonst noch jede Menge Material über ihn.... ja, ich vergötterte diesen Sänger regelrecht.

 

Meine Lieblingsband war Super Junior. Diese Band wird mit Recht die größte Band der Welt genannt, denn sie besteht aus 10 – 13 Mitgliedern und die Jungs sahen so dermaßen Spitze aus.... und wie die Tanzen konnten... da fiel es einem schon schwer nicht ohnmächtig zu werden. Auch von denen kannte ich jedes Lied auswendig und hatte jede Menge Material über diese Band.

 

Meine Mutter kümmerte sich derweil um ihren Bereich.

 

*-*-*

 

''Kimi'', hörte ich meinen besten Freund Meiky rufen, ''Jetzt leg schon das blöde Buch weg und spiel noch eine Runde mit! Morgen sind die Osterferien vorbei, da kannst du wieder genug Bücher wälzen.''

 

Ich saß am Rande des Basketballfeldes an eine niedrige Mauer gelehnt in Schatten und las ein sehr spannendes Buch, was nur sehr schwer wegzulegen war. Doch nachdem Meiky nun direkt vor mir stand und mich breit angrinste, ließ ich mich doch hochziehen.

 

Basketball spielte ich nun mal für mein Leben gern, aber lesen fand ich auch toll. Vielleicht weil ich ein totaler Träumer war und da dann in meine eigene kleine Welt tauchen konnte.

 

Dabei war es mir nicht wichtig was ich las, das Buch musste nur gut geschrieben sein.

 

Wir spielten noch eine Runde, dann müssten wir auch langsam nach Hause. Meiky war mir sehr wichtig, obwohl ich nie viel sprach, konnte ich mich ihm immer anvertrauen. Er war ein Muskelpaket schlecht hin und vor ihm hatte jeder Angst.

 

Kurze schwarze gut gestylte Haare trug er und rehbraune Augen. Ich würde mal behaupten, dass er der bestaussehenste Typ an unserer Schule war, gepaart mit einer großen Klappe und zu viel Kraft.

 

Wenn es eine Schlägerei gab, war er meistens mit beteiligt. Aber jetzt musste er sich zusammenreißen, wenn er nicht noch einen Schulverweis ernten wollte. Ein Jahr musste er nun schon wiederholen und jetzt blieb ihm nichts anderes übrig als sich zusammenzureißen.

 

Ich war genau das Gegenteil: ruhig, ausgeglichen, der Träumer eben. Ein Sonnyboy mit mittellangen blonden Haaren und Himmelblauen Augen. Leicht durchtrainiertem Körper, aber einer schmalen Statur.

 

Der Kuscheltyp, der mit 17 Jahren immer noch nichts von Mädels wissen wollte, weil die nervten. Sich lieber an einen guten Freund rankuschelte, die schon alle deswegen ganz genervt waren... aber ich machte es trotzdem.

 

Meiky hatte ich vor sieben Jahren durch Zufall auf einen Spielplatz kennengelernt, wo er mich vor ein paar schrägen Größeren beschützt hatte. Seitdem gingen wir durch dick und dünn. Er war ein Jahr älter als ich und als er sitzen blieb, wechselte er die Schule und wir waren endlich auch in einer Klasse.

 

Es tat ihm gut, dass meine ruhige Art ihn ausbremste.

 

Nachdem wir das Spiel gewonnen hatten, fuhr auch schon mein Ziehpapa mit seinem heißen Schlitten vor. Er zeigte ungeduldig auf die Uhr.

 

''Ich muss dann los. Wir sehen uns morgen früh'', sagte ich zu den anderen, schnappte meinen Rucksack und mein Buch, bevor ich über die kleine Mauer sprang, um zum Auto zu rennen.

 

Mein Ziehpapa war der beste Freund meiner Eltern gewesen. Sie waren, als ich 12 war, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Von da an, hatte Leon mich bei sich aufgenommen.

 

Er war wohlhabend, aber nicht zu sehr und immer auf dem Teppich geblieben. Doch arbeitete er viel, da er seine eigene Firma hatte. Aber ich hatte damit keine Probleme, denn wenn ich etwas auf dem Herzen hatte, war er jederzeit da.

 

Jetzt war er zu einem Geschäftsessen eingeladen, mit Begleitung und da nahm er mich einfach mit.

 

Unsicher schaute ich auf meine Klamotten, an meinen Körper hinunter, als wir bereits auf dem Weg waren.

 

''Ich habe etwas zum Wechseln für dich mit. Wir halten gleich wo an, da kannst du dich frisch machen und umziehen'', beantwortete er meine Frage, ohne dass ich überhaupt eine stellen musste.

 

*-*-*

 

Mit meinem Zimmer war ich ziemlich schnell fertig und gedachte mir nun ein wenig die Gegend anzusehen. Bei der Gelegenheit wollte ich mir gleich noch einen neuen Kampfsportclub suchen.

 

.Ich wollte ja weiter trainieren und es noch etwas weiter bringen. Zwar war ich schon dreifacher Weltmeister in Kendo und Karate und war auch Träger des schwarzen Gürtels, aber ich wollte noch sehr viel weiter kommen. Und dafür trainierte ich sehr hart, verbissen und mit viel Ehrgeiz.

 

Das war auch der Grund dafür, dass ich bis jetzt noch nie eine Freundin oder überhaupt eine Beziehung gehabt hatte. Für so etwas hatte ich schlicht und ergreifend keine Zeit.

 

Man sah mir den dreifachen Weltmeister und Träger des schwarzen Gürtels keineswegs an. Auf Außenstehende wirkte ich eher schwach.... beinahe hilfebedürftig.... da ich eben sehr schlank war. Aber die wenigsten wussten was wirklich hinter dieser Fassade steckte.

 

Wenn ich raus ging trug ich meist eine Sonnenbrille, so dass man mich nicht gleich erkennen konnte. Denn die vielen Wettkämpfe waren auch im Fernsehen ausgestrahlt worden, so dass ich sehr oft damit zu kämpfen hatte, wenn mich wer auf der Straße erkannte.

 

Wie oft musste ich schon Autogramme geben, was auf Dauer ziemlich nervig war.

 

Es war mir jedes Mal sehr unangenehm, denn ich mochte so viel Rummel um meine Person nicht.

 

Das Tragen der Sonnenbrille hatte ich mir zudem auch deswegen angewöhnt, weil mein Lieblingssänger Gackt auch immer eine trug, wenn er raus ging. Leider besaß ich nur eine Kopie der Sonnenbrille, die er immer trug. Dennoch war ich sehr stolz drauf....

 

So duschte ich mich schnell ab, zog mich anschließend an und brachte meine Haare in Ordnung, band sie dann nach hinten zusammen.

 

Ich schnappte mir meine Tasche, hängte sie mir quer über den Oberkörper, so dass sie an meiner linken Seite herab hing.

 

Nachdem ich mich versichert hatte, dass ich alles, was ich brauchte dabei hatte, verließ ich mein Zimmer, schloss die Tür und und verließ anschließend auch das Haus.

 

Meiner Mutter Mariko brauchte ich eh nicht zu sagen, wohin ich ging, denn es interessierte sie sowieso nicht was ich tat.

 

Draußen angekommen, schnappte ich mir mein sehr teures royalblaues Mountainbike, schwang mich sportlich – elegant drauf und raste davon.

 

An die zwei Stunden war ich nun schon unterwegs gewesen, als ich endlich einen Sportclub fand. Ich stellte mein Fahrrad ab und betrat den Club sogleich.

 

Nach der Anmeldung wurde ich dem Meister vorgestellt, der mich leider auch gleich erkannte und mir anbot mich persönlich zu trainieren und mich auch fragte, ob ich nicht auch andere Schüler trainieren wollte.

 

"Ich weiß nicht... das traue ich mich nicht zu.", erwiderte ich.

 

"Kaname, ich weiß um deine Leistungen und ich weiß auch, dass du es kannst. Bitte, überlege es dir. Ich würde mich sehr freuen, dich auch als Lehrer hier begrüßen zu dürfen."

 

"Gut, ich werde es mir überlegen. Wann darf ich denn anfangen zu trainieren?"

 

"Wenn du willst schon morgen."

 

"Danke, gern, ich werde hier sein."

 

"Ich freue mich auf dich, Kaname.", meinte Akihito, der ebenfalls ein Japaner war und ich mich freute, endlich wieder einen Landsmann zu treffen, von diesem trainiert zu werden und auch meine Muttersprache sprechen zu können.

 

Ich liebte Japanisch.... Englisch hingegen hasste ich und sprach es nur in Ausnahmefällen.

 

Wenn mich hier wer ansprach und ich nicht antworten wollte, verstellte ich mich und gab an, nichts zu verstehen... natürlich in meiner Sprache. Da kam von mir dann meist nur ein: "Gomen nasai. Wakarimasen.", damit konnten die meisten nicht viel anfangen und ließen mich somit in Ruhe.

 

Und ich wollte sehr oft einfach nur meine Ruhe haben... mich nicht mit fremden Menschen unterhalten. Ich redete nicht viel, schwieg meist und beobachtete die Leute gern aus einer gewissen Distanz heraus. So war ich eben auch sehr ruhig, ließ mich niemals reizen oder provozieren.

 

Den Club wieder verlassend, schwang ich mich auf mein Fahrrad und gönnte mir noch ein paar Stunden Training, indem ich die Straßen entlang fuhr, immer die gleiche Geschwindigkeit beibehaltend.... und ausdauernd.

 

Um die Schule morgen mochte ich mir noch keine Gedanken machen...

 

*-*-*

 

Nachdem ich mich frisch gemacht und mich umgezogen hatte, fuhren wir ins Restaurant. Ich kannte so was ja nun schon, also schwieg ich noch mehr, als normal.

 

Leon unterhielt sich die ganze Zeit und ich dachte schon, der Abend würde nie vorbeigehen. Dabei sehnte ich mich so nach meinem Buch.

 

Doch allzu lange ging es zum Glück nicht, schließlich ging morgen die Schule wieder los und da musste ich ausgeschlafen sein.

 

Endlich waren wir zu Hause angekommen, in unserer kleinen Villa, am Ende einer großen Straße. Leon parkte den Wagen in der Garage neben den anderen Autos und wir gingen dann zusammen ins Haus.

 

''Ich hab noch etwas Schreibkram zu erledigen. Du mach heute nicht mehr so lange, klar?'', sagte er zu mir.

 

Kurz drückte ich ihn, dann verschwand ich nach oben, in mein kleines Reich. Es war ein sehr großer zweigeteilter Raum. In der einen Hälfte befand sich mein Schlafzimmer, in der anderen mein Arbeits- und Wohnzimmer mit angrenzender großer Balkonteerasse.

 

Ein Badezimmer und einen begehbaren Kleiderschrank hatte ich ebenfalls hier oben. Mit der Zeit hatte ich mich an den Luxus gewöhnt und für mich war es selbstverständlich, doch blieb ich immer auf dem Boden der Tatsachen.

 

Sehr genau wusste ich noch, wie es vorher war und wie es anderen erging.

 

Wir hatten einen Gärtner und eine Haushaltshilfe, sowie einen Pool draußen im großen Garten und einen im Keller, direkt neben dem Partyraum.

 

An Geld mangelte es also nicht und an Liebe auch nicht, denn Leon war jederzeit für mich da. Trotzdem suchte ich irgendetwas - irgendetwas fehlte mir!

 

Es war nun gerade mal 22 Uhr, also nahm ich noch mein Buch zur Hand und las ein wenig. Zwischendurch meldete sich mein Laptop mit leisen Piepgeräuschen.

 

Meiky schrieb mich an, also antwortete ich ihm und zwischendurch las ich ein wenig.

 

Gegen 23 Uhr ging ich dann rüber ins Bett, schrieb noch eine Weile mit meinem besten Freund, bevor ich dann erschöpft einschlief.

 

Am nächsten Morgen weckte mich Leon: ''Guten Morgen, Schlafmütze... Meiky kommt schon gleich, um dich abzuholen.''

 

Da war ich blitzschnell wach und stand auf, ging schnell duschen und zog mich an.

Gerade als ich meine Haare kämmte, hörte ich schon Meikys Harley vorfahren.

 

Schnell drückte ich noch mal Leon, der nun auch zur Arbeit fuhr, bevor ich raus zu Meiky ging. Der rauchte eben eine Zigarette, nickte Leon zu, der wegfuhr und drückte mich kurz an sich.

 

''Guten Morgen. Können wir?'', fragte er.

 

Aber ich nickte nur, setzte den Helm auf und stieg hinter ihm aufs Motorrad. Dann machten wir uns auf den Weg zur Schule.

 

*-*-*

 

Ein wenig war ich noch herum gefahren, dann hatte ich kehrt gemacht und war wieder heim gefahren. Meine Mutter war schon wieder verschwunden und ich war mal wieder mir selbst überlassen.

 

Na ja, was hatte ich auch erwartet?

 

So machte ich mir etwas zu Essen... zumindest kaufte sie noch ein, welch eine Ehre... doch als das Essen fertig war, hatte ich keinen Hunger mehr.

 

Also ging ich hoch in mein Zimmer, zog mich aus, ging dann ins Bad duschen und pflegte mich. Anschließend bekleidete ich mich nur mit einer Shorts und ging dann ins Bett.

 

Wie jeden Abend weinte ich mich, still und leise, in den Schlaf.

 

Meine Mutter war eh nicht da und sie hatte es auch noch nie mitbekommen.... niemand wusste davon und eigentlich war es ja auch egal.

 

Zu gern hätte ich meine Freunde bei mir gehabt, aber das konnte ich wohl vergessen... ich fühlte mich allein und von allen verlassen. Zudem mochte ich gar nicht daran denken, dass ich Morgen schon in die neue Schule gehen musste... mir graute davor...

 

So schlief ich endlich ein und hatte mal wieder schreckliche Albträume... eben auch wie immer.

 

Als ich am nächsten Morgen erwachte, quälte ich mich aus dem Bett, ging duschen und zog mich dann an. Meine Haare band ich wieder nach hinten zusammen, schnappte mir meine Tasche und flitzte runter in die Küche, wo ich frühstückte und feststellen musste, dass meine Mutter noch immer nicht zuhause war.

 

Langsam war es mir vollkommen egal geworden... sie war eh nie da, wenn ich sie brauchte... vielleicht sollte ich auch einfach abhauen, das würde ihr doch eh nicht auffallen.

 

Schließlich verließ ich das Haus, schnappte mir mein Fahrrad, schwang mich drauf und raste zur Schule.

 

Dort angekommen, schloss ich mein Fahrrad an und betrat die Schule.

 

Zunächst meldete ich mich im Sekretariat an und wurde eingewiesen. Danach ging ich wieder auf den Schulhof, der sich nach und nach füllte. Ich stellte mich, wie immer, irgendwo außerhalb der Masse... hoffend, dass mich niemand sehen und ansprechen würde... verhielt mich möglichst unauffällig...

 

*-*-*

 

Mit einem kurzen Zwischenstopp beim Bäcker, kamen wir bei der Schule an. Die Clique war schon beinahe vollzählig versammelt, als wir eintrafen.

 

Meiky rauchte noch eine Zigarette und ich wartete auf ihn. Anschließend gingen wir rein, zu unserem Klassenraum und setzten uns davor auf den Fußboden hin.

 

Ich kuschelte mich anlehnend an einen meiner Mitschüler, Sascha, der auch gleich dagegen protestierte.

 

''Boa Kim! Meiky, nimm mir die Klette vom Hals'', beschwerte er sich lautstark.

 

Dabei sagte seine Körpersprache etwas ganz anderes. Er entspannte sich immer sehr, wenn ich mit ihm kuschelte, doch tat er immer so, als würde er es nicht mögen.

 

Meiky grinste nur und ein paar andere mussten lachen, wegen Saschas Reaktion, die mal wieder typisch für ihn war.

 

Dann kam auch schon unser Klassenlehrer und schloss die Tür auf.

 

Wir setzten uns alle nach und nach hin, während wir uns noch unterhielten. Wobei ich eher mein Buch las, als etwas zu sagen.

 

Der Klassenlehrer hatte uns aber scheinbar etwas zu sagen, bevor er Meiky losschickte um noch einen Tisch und einen Stuhl mit Sascha zu holen.

 

''Oh man, warum immer ich'', beschwerte sich mein bester Freund, da er immer für so etwas zuständig war.

 

''Weil du hier wohl der Stärkste bist und dein lautes Organ eher als Kraft zum tragen einsetzten solltest'', kam es von unserem Lehrer und die Klasse musste lachen.

 

*-*-*

 

Am Klassenraum angekommen stellte ich mich wiederum Abseits und beobachtete meine neuen Mitschüler... konnte über ihr Verhalten aber nur den Kopf schütteln.

 

Ich wusste schon jetzt, keiner von denen würde sich irgendwann mein Freund nennen dürfen. Meinen Abschluss würde ich hier machen und dann konnte ich hoffentlich endlich wieder in meine Heimat ziehen... nach Japan.

 

Als der Klassenlehrer dann den Raum aufschloss und alle den Raum betraten wurde auch noch ein Tisch und ein Stuhl für mich geholt. Ich verhielt mich allerdings weiterhin so unauffällig wie möglich.

 

Nur kurz hatte mich der Lehrer gefragt, wie ich heiße, woher ich komme und schien irgendwie fasziniert davon zu sein, dass ich Japaner war und wollte noch so einiges über meine Heimat wissen.

 

Ich sagte ihm, dass ich Kaname Yamada heiße, 17 Jahre alt war und aus Japan kämme.

 

Natürlich hoffte ich sehr, dass mir die Peinlichkeit der Vorstellung erspart bleiben würde, allerdings ahnte ich, dass diese Hoffnung verschwindend gering war.

 

Nachdem der Tisch und der Stuhl nun im Raum und aufgestellt worden waren, durfte ich mich setzen... so wie alle anderen sich auch setzten.

 

Mein Tisch stand etwas weiter hinten am Fenster... so konnte ich wenigstens ab und zu hinaus schauen, denn Unterricht war für mich eh eher langweilig... ich konnte das alles doch sowieso.

 

*-*-*

 

Am Rande bekam ich den Neuen mit, mein Buch war einfach viel zu spannend und auch jetzt wo der Unterricht begann, konnte ich es nicht aus der Hand legen.

 

Der Lehrer rief mich zwar zwischendurch auf, doch da ich ein Fotographisches Gedächtnis hatte, war es mit ein leichtes, seine Fragen zu beantworten.

 

Die erste Stunde ging schnell, vorüber und mein Buch hatte nur noch wenige sehr spannende Seiten. Der Gong ließ es mich ungern beiseite legen.

 

Kaum auf dem Flur, wurde unser Neuer auch schon gleich blöd von einem aus der Parallelklasse angemacht. Natürlich ging Meiky gleich dazwischen, schließlich gehörte er ab jetzt zu unserer Klasse und wir hielten alle zusammen.

 

''Oh schau mal, ein Reisfresser'', kam es von Björn.

 

''Pass auf, was du sagst'', warnte ihn Meiky und schlug zurück, ''Dein Vater bumst doch die Tochter vom Griechen. Also sei mal schön ruhig.''

 

Das war fies, aber es saß. Zumal es ein unausgesprochenes offenes Geheimnis war, was Meiky da aussprach.

 

Dann nickte er Kaname zu. Björn würde so schnell nichts mehr sagen und Meiky fühlte sich wie ein Held.

 

*-*-*

 

Wie immer fand ich den Unterricht todlangweilig und war echt froh, dass dieser schnell vorbei war. Nun gut, ich musste zwar diese dämliche Vorstellung über mich ergehen lassen, aber ich kannte es ja zum Glück schon.

 

Nach dem Unterricht, wurde ich mal wieder dumm angemacht, von wem auch immer, aber auch das kannte ich ja bereits, und es war somit auch nichts neues mehr für mich.

 

Dass sich jemand für mich einsetzte, fand ich zwar okay und ich nickte "meinem" neuen Mitschüler ebenfalls zu, nachdem es dieser getan hatte, aber mehr kam von mir auch nicht... ich verzog mich.... wollte einfach keinen Ärger.

 

Natürlich hätte ich mich gut wehren können, aber dann hätte ich mich zu schnell verraten und den anderen wären dann wie üblich die Augen aus dem Kopf gefallen. Außerdem verbot mir mein Codex, mich wegen solcher Kleinigkeiten mit meinem Können zu wehren.

 

Ich war die ganze Zeit ruhig geblieben... hatte mich nicht provozieren lassen.

 

Dann jedoch verzog ich mich und ging meiner Wege.

 

Mein Weg führte mich zunächst ins Sekretariat, wo ich bat, nach Hause gehen zu dürfen.... da es mir angeblich nicht gut ging.

 

Man willigte ein und ich verließ dann das Schulgebäude... ging dann über den Schulhof... in Richtung Ausgang...

 

*-*-*

 

Wir gingen nach draußen, weil Meiky eine Rauchen wollte und Sascha hatte etwas zu erzählen. Er kannte unseren Neuen, von irgendwelchen Wettkämpfen, an denen sein großer Bruder teilnahm.

 

''Glaubt mir, der ist echt berühmt... wenn ich es euch doch sage!'', kam es von Sascha.

 

Dann sahen wir auch schon Kaname und Sascha hielt ihn auf, wollte dass er es alles sagte, dass er recht hatte.

 

''Hey, Kaname. Stimmt doch, dass du auch an vielen Wettkämpfen teilgenommen hast. Bitte sag etwas. Die anderen wollen mir nicht glauben!'', kam es von ihm.

 

Auch ich schaute unseren Neuen an und Meiky grinste mich von der Seite an und flüsterte: ''Das wäre es noch. Dann hätte er sich ja gut selbst verteidigen können.''

 

Kevin, auch aus unserer Klasse, stand neben mir und bekam alles mit.

 

''Das verbietet ihm sein Codex'', mischte er sich klug tuend ein.

 

Die ganze Clique schaute gebannt auf Kaname und Meiky ging auf ihn zu, legte den Arm um ihn und zog ihn in unsere Richtung.

 

''Nun erzähl uns schon von deinem kleinen Geheimnis'', grinste mein bester Freund. Meinte es aber keineswegs böse, sondern wollte dem Neuen nur zeigen, dass er dazugehörte.

 

*-*-*

 

Mist verdammter, warum war ich nicht schneller gewesen?!

 

Irgendjemand von denen kannte mich wohl... au man, auch das noch. Genervt rollte ich mit den Augen, doch dann wurde ich von diesem Kraftpaket und einem anderen mehr oder weniger zurückgezogen und gebeten irgendwas zu bestätigen.

 

Das ich als Japaner ja nicht unhöflich war, antwortete ich, wie es sich gehörte:

 

"Ja, es stimmt. Ich bin... dreifacher Weltmeister in Kendo und Karate.", richtete aber meinen Blick zu Boden. "Es stimmt auch, dass ich mich, ohne triftigen Grund, nicht wehren darf... mein Codex verbietet es mir."

 

Ich konnte sie alle nicht ansehen, doch wand ich mich aus der "Umarmung" dieses Kraftpakets.

 

Dann sagte ich noch:

 

"Also, ich geh jetzt... mir geht es nicht gut. Wir sehen uns morgen. Jaa ne.", mit diesen Worten, wobei ich es nicht lassen konnte ein paar japanische Wörter einzufügen, entfernte ich mich von der Gruppe, rannte vom Schulhof, schloss mein Fahrrad ab, schwang mich drauf und raste davon, als sei der Teufel hinter mir her...

 

*-*-*

 

''Was war denn mit dem los?'' schaute Meiky ihn fragend hinterher.

 

''Hoffentlich hat er nichts ernsthaftes'', sagte ein anderer.

 

Aber ich hatte eher das Gefühl, als könne er mit so viel Güte und Wärme nicht umgehen. Er gehörte für uns wie selbstverständlich dazu, doch scheinbar kannte er so etwas nicht.

 

Ich schwieg wie immer und die Pause war schnell vorbei. Allerdings zog sich der Rest des Schultages wie ein Kaugummi in die Länge. Mein Buch hatte ich schon in der zweiten Stunde zu ende gelesen und brauchte dringend Nachschub.

 

Nach dem Unterricht musste Meiky bei der Bibliothek anhalten, damit ich mir Nachschub holen konnte.

 

''Aber beeile dich, ja? Ich will nachher noch zum Basketballplatz'', sagte Meiky zu mir, als er sich eine Zigarette ansteckte.

 

Ich verstand ihn ja, dass er es eilig hatte, vor allem, weil wir für den ersten Tag nicht gerade wenig Hausaufgaben aufbekommen hatten. Doch ich brauchte auch meine Zeit, um neuen Lesestoff zu finden.

 

Also musste er wohl oder übel warten.

 

*-*-*

 

Natürlich hatte ich nichts... mir ging es gut... aber ich konnte mich noch nicht mit ihnen "anfreunden". Zudem sie jetzt mein "Geheimnis" kannten und ich mich nun nicht mehr verstecken konnte.

 

Mein Weg führte mich natürlich nicht nach Hause... ich fuhr zum Dojo... zu meinem Meister und berichtete ihm was vorgefallen war. Er hörte mir einfach zu und wir redeten lange miteinander. So erzählte ich ihm auch von meinen familiären Verhältnissen und er bot mir daraufhin an:

 

"Hör zu, wenn du magst, kannst du gern bei mir einziehen, aber dazu muss deine Mutter ihre Zustimmung geben. Und was deine neuen Mitschüler angeht... nun, du solltest ein wenig auf sie zugehen... ihnen eine Chance geben. Lerne sie kennen und gib ihnen die Chance dich kennen zu lernen. Sonst stellst du dich doch selbst ins Abseits und das ist auch nicht gut für dich. Ich bin immer für dich da, wenn du mich brauchst, okay."

 

"Okay. Danke. Ich habe verstanden."

 

"Gut, willst du dann jetzt ein wenig trainieren?"

 

Ich nickte und war froh, dass er mir zugehört hatte und ich endlich wieder in meiner Sprache sprechen konnte.

 

Als ich später heim fuhr ging es mir schon sehr viel besser und ich wusste nun, dass ich vor dem morgigen Schultag keine Angst zu haben brauchte. Ich würde mich schon irgendwie einbringen... und nicht mehr weglaufen... egal wie schwer es werden würde.

 

Daheim angekommen, machte ich mir etwas zu essen und begab mich dann in mein Zimmer, wo ich Hausaufgaben machte, ein wenig lernte und Musik dabei hörte.

 

*-*-*

 

Nachdem ich mir zwei Bücher ausgeliehen hatte, fuhren wir zu mir und machten unsere Hausaufgaben. Dabei aßen wir etwas, was die Haushälterin uns gekocht hatte.

 

Anschließend verbrachten wir den restlichen Nachmittag mit einen Teil der Clique beim Basketballplatz. Natürlich las ich mal wieder mehr, als wie ich mitspielte.

 

Ich brauchte eben meine Zeit um zu Träumen. Doch ein wenig machte ich mir auch Gedanken um Kaname.

 

Meiky ärgerte mich zwischendurch immer wieder, dass ich mitspielen sollte und so verging der Tag wie im Flug. Nach und nach verabschiedeten sich alle und gingen nach Hause.

 

''So, ich will nun auch los. Meine Schwester kommt heute zum Abendessen, da muss ich wohl auch anwesend sein'', scherzte Meiky.

 

Nickend, stimmte ich ihm zu und sagte: ''Fahr ruhig, ich komm schon alleine nach Hause.''

 

Dann drückte ich ihn noch kurz an mich und ging zu Fuß, dass Buch vor mir haltend, damit ich noch ein wenig lesen konnte, in Richtung Zuhause.

 

*-*-*

 

Nachdem ich gelernt und mich dann ein wenig erholt hatte, dachte ich noch einmal über den heutigen Tag, über die Schule und meine neuen Mitschüler nach.

 

Da ich noch ein wenig raus gehen wollte, duschte ich, zog mich um, kämmte meine Haare, doch ließ ich sie jetzt mal offen. Ein schließen an der Wohnungstür, sagte mir, dass meine Mutter heim gekommen war.

 

Mich störte es nicht, denn sie würde eh gleich schlafen gehen und wenn ich morgen aufstand, wäre sie eh wieder weg, also brauchte ich mich nicht um sie zu kümmern und sie auch nicht zu begrüßen.

 

So machte ich mich weiter fertig, verließ dann mein Zimmer und anschließend auch mein Zuhause.

 

Ich wollte jetzt einfach nur spazieren gehen und noch ein wenig nachdenken. Zudem wollte ich mir die neue Umgebung ein wenig ansehen.

 

Die Straßen hier schienen unendlich lang zu sein und ich sah mir alles genau an.

 

Tja, und wie ich noch so am Nachdenken und mir alles am Anschauen war, stieß ich urplötzlich mit jemandem zusammen, der da lief und währenddessen ein Buch las.

 

Ich sah auf und erblickte einen meiner Mitschüler, dessen Namen ich noch nicht kannte.

 

Au man, wie peinlich war das denn...

 

Sogleich entschuldigte ich mich:

 

"Ich... es tut mir leid. I'm sorry... gomen nasai."... benutzte dafür dann doch glatt drei Sprachen, ohne drüber nachzudenken.

 

"Es tut mir leid, ich hätte besser aufpassen sollen.", entschuldigte ich mich höflich und doch peinlich berührt.... ihm nicht in die Augen sehen könnend.

 

*-*-*

 

Da stieß ich doch tatsächlich mit unseren Neuen zusammen. Ich schaute mich erst mal suchend nach meinem Buch um und versuchte mich krampfhaft daran zu erinnern, auf welcher Seite ich war.

 

''Ist schon okay'', sagte ich, ''Du bist Kaname, richtig? Ich heiße Kim.''

 

Dann lächelte ich ihn an und gab ihm die Hand.

 

''Was hast du da gerade zu mir gesagt?'', hakte ich nun doch neugierig nach.

 

Dabei hatte ich schon viel mehr gesprochen, als es sonst für mich üblich war.

 

*-*-*

 

Ein wenig peinlich berührt, antwortete ich:

 

"Ja, mein Name ist Kaname.", dann lief mein Gesicht auch schon ein wenig rot an, gab ihm aber auch die Hand, auch wenn es ja in meinem Land nicht üblich war.

 

Dann erklärte ich:

 

"Na ja, ich... habe mich in drei Sprachen entschuldigt... Deutsch, Englisch und Japanisch. Da hab ich wohl nicht so richtig nachgedacht.... tut mir leid." und sah ihn ein wenig scheu an, versuchte nun aber auf die Worte meines Meisters zu hören.... auch wenn es mir etwas schwer fiel.

 

"Was liest du denn da?", fragte ich ihn, um ein wenig auf ihn zuzugehen und mich zu überwinden.

 

*-*-*

 

Wieder lächelte ich Kaname an und antwortete: ''Das ist ein Buch über Vampire. Aber ich lese alles mögliche.''

 

Ich fragte mich, ob es ihm schon besser ging, da er heute schließlich von der Schule nach Hause gegangen war. Doch sprach ich es nicht an.

 

Irgendwie fand ich die Art und Weise, wie er sich verhielt und sein leichtes erröten niedlich.

 

*-*-*

 

"Vampire, also... hmm... ich lese auch sehr gern... leider habe ich nur selten Zeit zum Lesen. Ich muss viel trainieren, denn in zwei Wochen findet schon der nächste Wettkampf statt.", antwortete ich.

 

Ich holte tief Luft und sprach entschuldigend weiter:

 

"Also, das von vorhin... auf dem Schulhof... tut mir leid. Mir ging es eigentlich gut, aber ich habe halt ein Problem damit auf neue Mitschüler zuzugehen. Es wird nicht noch einmal vorkommen.", sah ihm in die Augen, machte eine kurze Pause und sprach dann weiter:

 

"Ja, also, ich wollte dich nicht aufhalten und sorry, noch mal, dass ich nicht aufgepasst habe. Ich werde dann mal auch weiter. Wir sehen uns ja morgen in der Schule wieder." und nickte ihm dann kurz zu.

 

*-*-*

 

Ebenfalls nickte ich ihm zu und lächelte: ''Schön, bis morgen.''

 

Dann ging ich weiter, nach Hause.

 

Als ich dort ankam, war Leon noch nicht da. Also machte ich mir eine Scheibe Brot, die mir reichte, da ich sowieso nie viel aß und ging nach oben.

 

Dort las ich wieder die meiste Zeit und schrieb ein wenig am Laptop, bevor es Schlafenszeit war.

 

Zwischenzeitlich kam Leon nach Hause und wir redeten ein wenig, bevor er wieder nach unten ging.

 

Die halbe Nacht las ich, weshalb Leon mich am nächsten Morgen wieder wecken musste.

 

Kaum dass ich mit dem Duschen fertig war, hörte ich auch schon Meikys Harley.

 

Jetzt musste ich mich beeilen, zog mich schnell an und stylte mich. Leon drückte mich noch, bevor er losfuhr. Dann fuhr auch ich mit Meiky zur Schule.

 

*-*-*

 

Irgendwann traf auch ich wieder zuhause ein, ging sogleich in mein Zimmer und legte mich vollkommen fertig ins Bett.

 

Gerade als ich einschlafen wollte, klopfte es an meiner Tür und meine Mutter betrat mein Zimmer, nachdem ich ein "Herein" hatte hören lassen.

 

Sie kam zu mir ans Bett und sah mich an.

 

"Mum, was ist los?"

 

"Das frage ich dich auch, Kaname."

 

"Warum, habe ich was angestellt?"

 

"Dein Meister hat mich angerufen und du kannst dir sicherlich denken, was er wollte. Kaname willst du wirklich bei ihm leben?"

 

"Ja, das will ich. Denn... du kümmerst dich doch eh nicht um mich... ständig ignorierst du mich, dich interessiert es nicht, was ich tue... du gehst mir aus dem Weg... meinst du ich finde das toll?!"

 

Mariko sah mich erschrocken an und erwiderte ruhig.

 

"Es tut mir leid, aber... das ist keine Absicht. Du siehst deinem Vater nur so ähnlich und ich kann seinen Tod noch immer nicht überwinden. Bitte, verzeih und bleib bei mir... bitte. Ich liebe dich doch, Kaname.", dann sah ich sie weinen, erhob mich und legte meine Arme um sie.

 

Sogleich drückte sie mich an sich und versprach mir, schluchzend:

 

"Ich werde es ändern, okay, aber bitte, gib mir ein wenig Zeit."

 

"Natürlich Mum. Es ist okay."

 

"Gute Nacht, Kaname. Wir reden dann morgen noch weiter, wenn du aus der Schule kommst, okay."

 

Ich nickte, dann gab sie mir einen Kuss auf die Stirn und verließ mein Zimmer, während ich ihr ein wenig erstaunt nachsah.

 

Aber dann grinste ich zufrieden, legte mich hin und schlief sogleich ein.

 

Als ich am nächsten Morgen erwachte, stand ich auf und sah, dass auf meinem Tisch schon das liebevoll zubereitete Frühstück stand und ich mich tierisch drüber freute. Ich aß ein wenig und trank etwas, während ich den kleinen Brief meiner Mutter las und lächeln musste. Dann ging ich duschen und machte mich fertig.

 

Anschließend schnappte ich mir meine Tasche, verließ das Haus, schwang mich dann auf mein Mountainbike und raste mal wieder zur Schule.

 

Heute ging es mir schon sehr viel besser und so betrat ich mit etwas mehr Selbstbewusstsein den Schulhof, nachdem ich mein Fahrrad abgeschlossen hatte...

 

*-*-*

 

Wir waren auch gerade auf dem Schulhof angekommen, als ich Kaname sah. Meiky bemerkte ihn auch und grüßte ihn freundlich.

 

''Na, geht es dir heute wieder besser?'', fragte er und drückte ihn kurz. Ich musste grinsen, da ich genau wusste wie viel Kraft Meiky hatte.

 

Vorsichtig trat ich an Kaname heran, nickte ihm zu und knuddelte ihn kurz, wie ich es nun mal bei vielen machte.

 

Dann stieß auch schon Sascha auf uns zu und beschwerte sich gleich, weil ich auch ihn drückte.

 

*-*-*

 

Ein bisschen befremdlich war es für mich schon, dieses Begrüßungsritual.

 

Höflich, wie immer, begrüßte auch ich meine Mitschüler und ließ auch das eine und andere Knuddeln und drücken über mich ergehen.

 

Natürlich merkte ich auch, dass Meiky seine Kraft spielen ließ, aber mich störte das nicht, denn ich war ganz andere Sachen gewohnt, somit konnte mich Meiky nicht wirklich schocken.

 

Ich wand mich aber aus seinen Armen und beschwerte mich gespielt:

 

"Hey, lass das, ich bin doch kein Kuscheltier.", musste aber gleich darauf grinsen und beantwortete seine Frage:

 

"Danke, alles okay. Es geht mir schon wieder gut."

 

Okay, es war ein wenig gelogen, denn Kim hatte ich ja gestern noch etwas anderes erzählt.

 

Auch bei Kim beschwerte ich mich gespielt, als er mich knuddelte und konnte mir ein leises Lachen nicht verkneifen.

 

Wie ich bemerkte, beschwerte sich noch ein Mitschüler, dessen Namen ich aber noch nicht kannte, über diese Knuddelattacke.

 

*-*-*

 

Nach und nach stellten sich alle brav vor und einige rauchten noch eine, bevor der Unterricht losging.

 

Kaname wurde von allen gut aufgenommen, er gehörte ab jetzt einfach dazu.

 

Die erste Stunde verging zum Glück recht schnell und in der Pause meinte Meiky, Kaname ein wenig ausquetschen zu müssen.

 

''Sag mal, betreibst du nur Kampfsport oder magst du auch Basketball? Wir spielen fast jeden Nachmittag, am Strand oben ist ein Platz. Vielleicht hast du ja auch mal Lust darauf?'', fragte er ihn.

 

Er schien großes Interesse an ihm zu haben, löcherte ihn regelrecht. Ein wenig komisch kam mir das ganze schon vor, auch wenn ich es auch alles wissen wollte.

 

In mir machte sich etwas breit, was ich bis dahin noch nicht kannte. Nur wusste ich nicht auf wen es bezogen war. Fühlte ich mich vernachlässigt, weil mein bester Freund keine Zeit für mich zu haben schien oder weil ich lieber die Nähe von Kaname genießen wollte?

 

Als wir uns draußen wie fast jede Pause auf eine Mauer setzten, lehnte ich mich ein wenig an Meiky an. Obwohl ich wusste, dass er gleich wieder aufstehen würde, eben wie er es immer tat, wenn ich so was machte.

 

Die Mädchen könnten es ja falsch verstehen, hatte er mir einmal erklärt.

 

*-*-*

 

Anders als ich erwartet oder auch gewollt hatte, bekam ich recht schnell sehr guten Kontakt zu meinen neuen Mitschülern und musste zu meinem "Bedauern" feststellen, dass ich sie langsam zu mögen begann... und sie mich tatsächlich gut aufnahmen.

 

Sie waren schon irgendwie eine lustige Truppe.

 

Ich hoffte und betete zu Gott, dass wir nicht wieder so schnell wegziehen würden... das wäre echt mein Ende. Es war doch immer das selbe Spiel... kaum, dass ich mich an neue Mitschüler gewöhnt hatte... zogen wir wieder weg...

 

Aber vielleicht würde sich das ja irgendwann mal ändern... ich hoffte es...

 

Der Unterricht war für mich mal wieder langweilig, wie eh und je, wusste ich doch eh alles. Ich stellte es auch unter Beweis und die Lehrer staunten dann meist nicht schlecht.

 

In der Pause wurde ich sogleich von Meiky halbwegs ausgequetscht und stellte mich seinen Fragen:

 

"Ich betreibe nur Kampfsport... Kendo und Karate und dafür verwende ich all meine Energie. Denn ich will der Beste sein. Zeit für etwas anderes habe ich da kaum. Zudem in zwei Wochen wieder ein Wettbewerb stattfindet. Und darauf will ich mich vorbereiten. Aber vielleicht komme ich irgendwann mal mit und schau es mir an." und sah ihm ernst in die Augen, als Zeichen, dass ich es auch so meinte, wie ich es sagte.

 

Ich fühlte mich hier wirklich schon sehr wohl und willkommen, aber mich störte es, dass manche rauchten, so dass ich mich doch immer wieder ein klein wenig entfernte... aber nicht zu viel... nur so, dass ich den Qualm nicht direkt abbekam.

 

Ansonsten redete ich nur, wenn ich gefragt wurde, oder wenn ich wirklich etwas sinnvolles von mir geben konnte.

 

*-*-*

 

Ich schwieg wie immer die meiste Zeit. Daran dass einige, unter anderem auch mein bester Freund rauchten, hatte ich mich schon gewöhnt. Für mich war das jedoch nichts.

 

Kurz bevor es läutete, ging ich schon rein und setzte mich auf den Fußboden, vor unserer Klasse. Dort lehnte ich mich an die Wand und las mein Buch weiter.

 

Es machte mir sehr viel Spaß zu lesen, so konnte ich alles um mich herum ausblenden und in eine Traumwelt abdriften.

 

Noch war es hier recht ruhig, da die meisten draußen waren.

 

*-*-*

 

Langsam verließ auch ich den Schulhof und ging zurück in den Klassenraum. Dort setzte ich mich auf meinen Platz, doch wagte ich es nicht Kim anzureden, denn er schien sehr vertieft in sein Buch zu sein.

 

So sah ich träumend aus dem Fenster, beobachtete die Vögel und sah zu wie sich die Baumkronen im Wind wiegten.

 

So holte ich einen Schreibblock hervor und einen Bleistift, dann begann ich meiner Lust nachzugeben... dem Zeichnen. Meine Figuren sahen meist aus, wie Mangafiguren, und so merkte ich gar nicht mehr, was um mich herum los war...

 

Zwar bekam ich mit, dass meine Mitschüler wieder im Klassenraum und der Unterricht wieder angefangen hatte, aber das wars auch schon...

 

*-*-*

 

Als der Unterricht begonnen hatte, konnte Meiky es nicht lassen und schielte zu Kaname rüber. Schon wieder fing er an mit ihm zu quatschen.

 

Warum nur, ging mir das so gegen den Strich?

 

''Wow, du bist ja richtig begabt'', flüsterte er, ''Gibt es etwas was du nicht kannst?''

 

Er wurde richtig frech und griff rüber, um sich den Block zu nehmen.

 

*-*-*

 

Aus meiner Traumwelt zurück, hörte ich wie Meiky mit mir zu reden begann und mich etwas fragte.

 

"Nein, ich bin nicht begabt... es ist nur die Langeweile. Es gibt eine Menge, von dem was ich nicht kann.", flüsterte ich zurück.

 

Als Meiky, dann versuchte sich meinen Block zu schnappen, sah ich ihn kalt und wortlos an, griff meinen Block blitzschnell und brachte diesen vor ihm in Sicherheit.... steckte meinen Block in meine Tasche.

 

Dann folgte ich ein wenig dem Unterricht, sah dann jedoch wieder gelangweilt aus dem Fenster...

 

*-*-*

 

''Träumer'', funkelte Meiky nur, dann versuchte auch er dem Unterricht zu folgen.

 

Der Tag zog sich wieder mal in die Länge, aber man war es ja nicht anders gewohnt.

 

Dann klingelte es zur Essenspause und die Hälfte der Schüler stürmte die Cafeteria. Ich hatte wie immer keinen richtigen Hunger und schloss mich nur den anderen an.

 

Ohne Essen setzte ich mich an einen Tisch und starrte vor mich hin, während ich auf die anderen wartete.

 

*-*-*

 

Endlich wieder eine Pause... der Unterricht hier langweilte mich fast zu Tode.

 

Ich verließ den Klassenraum aber noch nicht und wand mich an den Lehrer:

 

"Dürfte ich bitte gehen? Ich muss zum Training. Ähm, die Sondergenehmigung liegt im Sekretariat vor."

 

Der Lehrer willigte ein, wusste er doch von meinem Sport. Er wünschte mir noch viel Glück, dann packte ich meine Sachen zusammen und ging den anderen nach in die Cafeteria.

 

Nur ganz kurz verabschiedete ich mich:

 

"Also, ich muss dann mal los.... zum Training. Machts gut, wir sehen uns dann morgen wieder." und grinste in die Runde... einem nach dem anderen ansehend.

 

*-*-*

 

Als ich mitbekam, dass Kaname sich von den anderen verabschiedete, ging ich zu ihnen rüber und drückte ihn kurz, wie es eben meine Art war.

 

Auch die anderen verabschiedeten sich höflich, allerdings war ich der einzige, der sich so verabschiedete. Meiky drückte nur manchmal jemanden und die anderen hielten so etwas für schwul.

 

Ich hatte mir über so etwas nie Gedanken gemacht. Auch kuschelte ich gerne mit jemanden und Kaname zog mich irgendwie magisch an.

 

Sascha würde wohl in nächster Zeit ruhe vor mir haben, denn ich hatte ein neues Opfer gefunden. Wenn er mich denn ließe.

 

Irgendwie war ich traurig, dass er jetzt schon ging.

 

Meiky bot mir seinen Nachtisch an, den ich auch gleich vernaschte. Aus irgendeinem Grund brauchte ich jetzt Nervennahrung.

 

*-*-*

 

Nur ganz kurz drückte ich Kim ebenfalls und grinste ihn an, auch von den anderen verabschiedete ich mich höflich, wie es sich gehörte, bevor ich die Cafeteria verließ und mich auf den Weg zum Sport machte.

 

Immerhin musste ich drei Kilometer mit dem Fahrrad zum Dojo fahren... was ein gutes Aufwärmtraining war.

 

Dort angekommen, betrat ich den Dojo, redete kurz mit meinem Meister, dann begannen wir etliche Stunden zu trainieren.

 

Danach hatte ich noch ein paar Schüler... Anfänger, die ich dann trainierte... natürlich blieb mein Meister zunächst dabei und beobachtete mich... aber irgendwann ließ er mich mit den Anfängern allein.

 

Erst sehr spät am Abend kam ich wieder heim... war fix und fertig... aber da wartete tatsächlich meine Mutter auf mich... bereit mit mir zu reden.

 

Sie hatte auch schon das Abendessen bereitet und ich setzte mich zu ihr...

 

*-*-*

 

Der Tag zog sich noch ein wenig dahin. Dann war eigentlich alles wie immer. Erst ging ich nach Hause machte meine Hausaufgaben, aß etwas und machte mich frisch.

 

Anschließend traf ich die anderen beim Basketball.

 

Es war für Wochenende ein kleines Sit-In geplant und wie schon so oft, sollte es bei mir stattfinden, weil ich den meisten Platz hatte.

 

''Wir sollten Kaname fragen, ob er auch kommen mag'', kam es von Meiky und aus irgendeinem Grund war ich ziemlich gereizt und wurde laut.

 

''Was hast du denn immer mit Kaname?'', machte ich meinen besten Freund an und ließ meiner aufgestauten Wut Luft.

 

Meine Sachen nahm ich dann und machte mich auf dem Weg nach Hause, doch hatte ich die Rechnung ohne Meiky gemacht, der mir nachlief.

 

''Nun mach mal langsam'', ermahnte er mich, ''Ich dachte nur, dass du ihn gerne dabei hättest.''

 

"Ich? Wieso denn ich?"

 

Fragend schaute ich ihn an und er grinste breit.

 

''Na komm, du schaust ihn immer an, als wolltest du ihn gleich bespringen'', lachte Meiky verteidigend.

 

''Wovon redest du?'', fragte ich dann skeptisch und schaute mich um. Weit und breit war Niemand zu sehen, nur wir zwei.

 

War es wirklich so, dass ich ihn anstarrte.

 

''Mensch Kimi... Ich denke mal, ich kenne dich schon besser, als du selbst... Komm wir gehen noch ein bisschen zu dir'', sagte Meiky dann zu mir und legte den Arm um mich.

 

Danach gingen wir schweigend zu mir nach Hause, wo Leon schon wartete.

 

Wir aßen in Ruhe zusammen Abendbrot und während Leon und Meiky sich unterhielten, schwieg ich wie immer. Doch dieses mal grübelte ich darüber, was mein bester Freund zu mir gesagt hatte.

 

*-*-*

 

Von dem was irgendwo vor sich ging, ahnte ich natürlich nichts. Ich saß mit meiner Mutter am Tisch und wir aßen, seit langer Zeit, mal wieder gemeinsam zu Abend.

 

Ich freute mich so sehr, dass mir glatt die Tränen an meinem Gesicht herab liefen.

 

"Ist alles okay, mit dir, Kaname?", fragte Mariko.

 

Ich nickte und erwiderte schluchzend:

 

"Ja, alles gut, es ist nur... na ja, weil... also weil... wir...", Mariko unterbrach mich:

 

"Schh... ist gut... ich weiß was du meinst.", beruhigte sie mich, stand auf und kam zu mir.

 

Tröstend drückte sie mich an sich und streichelte meinen Rücken, liebevoll.

 

Ich krallte mich richtig an sie ...wollte sie nicht mehr loslassen.

 

"Ich freue mich nur so, weil wir doch schon so lange nicht mehr... zusammen gegessen haben... und überhaupt...."

 

"Ich weiß... ich habe dich sträflich vernachlässigt und es tut mir schrecklich leid. Ab jetzt werde ich für dich da sein, wenn du mich brauchst, okay. Und wenn du jemanden zum Reden brauchst, kannst du jederzeit zu mir kommen."

 

"Danke, Mama."

 

Eine ganze Weile hielt sie mich noch an sich gedrückt und so langsam beruhigte ich mich wieder.

 

Schließlich aßen wir weiter und ich erzählte ihr von der Schule und den neuen Mitschülern... Kim, Sascha, Meiky... den anderen und vom Training.

 

Sie hörte mir gespannt und neugierig zu, stellte Fragen, wenn sie etwas mehr wissen wollte und ich beantwortete nur allzu gern ihre Fragen... endlich interessierte sie sich für mich.

 

So redeten wir noch sehr lange, bis es für mich wirklich Zeit wurde und ich mich fürs Bett fertig machte.

 

Mariko gab mir noch einen gute-Nach-Kuss auf die Stirn, dann schlief ich friedlich und selig ein.

 

Meine Welt war wieder in Ordnung. Mich quälten nun auch keine Albträume mehr.

 

Meine Hausaufgaben, brauchte ich nicht zu machen, das übernahm jetzt mal Mariko, so dass ich sie am anderen Morgen nur noch abzuschreiben brauchte.

 

*-*-*

 

Nach dem Essen verabschiedete Meiky sich. Aber anstatt dass ich ihn wie immer drückte, stand ich wie angewurzelt da und starrte vor mich hin.

 

''Mach dir nicht so den Kopf!'', kam es von meinem besten Freund Erst jetzt reagierte ich und knuddelte ihn kurz.

 

''Das will ich auch nicht!'', antwortete ich ihm.

 

Dann ging er und ich las wie immer noch ein wenig, bevor auch ich schlafen ging.

 

Ich hatte mir nie Gedanken gemacht über meine Sexualität oder darüber was ich überhaupt wollte. Es war für mich immer so, dass die Mädels nervten und ich lieber den Kontakt zu den Jungs aus meiner Klasse suchte.

 

Bei denen holte ich mir eben auch die nötige Nähe, die mir fehlte. Die Sehnsucht nach Liebe war sehr groß. Nach dem Tod meiner Eltern war Leon zwar für mich da, aber er erfüllte mein Verlangen nicht.

 

Wenn ich wirklich anders wäre, würden die anderen es dann auch noch so zulassen?

 

Tränen liefen über meine Wangen, denn Unsicherheit machte sich bei mir breit. Dabei wollte ich doch nur geliebt werden.

 

*-*-*

 

Sehr zeitig stand ich am anderen Morgen auf, duschte, zog mich an und setzte mich dann in die Küche an den Tisch wo auch schon das Frühstück stand und die Hausaufgaben, die ich jetzt nur noch nebenbei abzuschreiben brauchte.

 

Mariko hatte also wirklich Wort gehalten. Jetzt kümmerte sie sich tatsächlich um mich. Nun es war zwar spät, aber nicht zu spät.

 

Während ich also frühstückte, schrieb ich alles ab, prüfte auch noch einmal ob alles richtig war... aber das war es natürlich... war eigentlich klar gewesen... Mariko hatte es echt drauf.

 

Dann schnappte ich mir meine Tasche, verließ das Haus, schloss die Tür ab und schwang mich auf mein Fahrrad, um diesmal ganz gemütlich zur Schule zu fahren.

 

Heute hatte ich mal kein Training und würde bis Schulschluss in der Schule bleiben können.

Aber heute war eh nicht so ein langer Schultag. Vier Stunden standen heute nur auf dem Stundenplan... dann wäre ich schnell wieder daheim, wenn nichts anderes dazwischen käme.

 

Bald hatte ich die Schule erreicht, schloss mein Fahrrad an und betrat den Schulhof.

 

*-*-*

 

Nachdem ich irgendwann späte eingeschlafen war, weckte Leon mich wie jeden morgen.

 

''Guten Morgen. Du solltest dein Gesicht kühlen, deine Augen sind ganz verquollen'', riet er mir und ging dann wieder runter.

 

Der Blick in den Spiegel, zeigte mir, dass er recht hatte und so duschte ich erst und legte mir dann einen kühlen lappen aufs Gesicht.

 

Anschließend machte ich mich fertig und ging runter. Leon wollte auch gerade los und draußen war Meiky schon zu hören, der wie immer die Auffahrt hinauffuhr.

 

''Alles klar?'', hakte Leon nach, ''Du weist, dass du mit mir über alles reden kannst?''

 

Ich nickt nur und drückte ihn an mich. Dieses mal länger als sonst. Dann ging ich raus zu Meiky und wir fuhren zur Schule.

 

Leon fuhr wie immer zur Arbeit. Als er dort ankam, rutschte er auf einer frisch gewischten Treppe aus und wurde ins Krankenhaus gebracht. Auf dem Weg dorthin, meldete er sich bei mir. Er sagte aber auch, dass ich bis zum Unterrichtsende in der Schule bleiben sollte, da es nur halb so wild bei ihm sei.

 

Trotzdem war ich unruhig, aber da musste ich jetzt durch. Meiky und ich gingen auf den Schulhof, wo mein Blick gleich auf Kaname fiel. Wir gingen auf ihn zu und ich knuddelte ihn mal wieder. Vielleicht auch etwas länger als sonst.

 

*-*-*

 

Freundlich und höflich, wie immer begrüßte ich Kim und Meiky, ließ mir auch das knuddeln von Kim gefallen, das diesmal etwas länger ausfiel... warum auch immer.

 

Natürlich konnte ich es nicht lassen, mich trotzdem ich das Knuddeln erwidert hatte, zu beschweren.

 

"Lass das, ich bin doch kein Schmusetier.", und pikste ihm leicht in die Seite.

 

Allerdings spürte ich, dass etwas nicht okay mit ihm war. Hatte er vielleicht Sorgen... oder Kummer?

 

Sollte ich ihn drauf ansprechen? Ich versuchte es einfach mal.

 

"Was ist los, mit dir, Kim? Hast du Sorgen... magst du reden... ich kann dir zuhören, wenn du magst.", bot ich ihm an und sah ihm sanft lächelnd in die Augen.

 

*-*-*

 

Auf Kanames Reaktion hin musste ich grinsen und lachte kurz auf, als er mich pikste.

 

Doch noch bevor ich etwas sagen konnte, auf seine Frage, kam mir Meiky zuvor.

 

''Er redet noch nicht mal mit mir. Dann glaube ich kaum, dass er mit dir reden wird'', lachte er.

 

Ich hingegen konnte aus irgendeinem Grund Kanames Blick nicht stand halten. Schaute nun verlegen zu Boden und tat so, als wären meine Schuhe sehr interessant.

 

''Na, was ist gehen wir zu den anderen'', sagte Meiky noch und war auch schon auf dem Weg dorthin.

 

*-*-*

 

"Hmm... na gut, okay. Aber wenn du reden willst, ich bin da, okay.", sagte ich noch und sah ihn an.

 

War er etwa verlegen? Nein, das konnte ich nicht glauben... vor allem warum sollte er plötzlich so verlegen sein. Ich verstand es nicht.

 

Vor allem, warum sollte oder wollte er nicht mit mir reden?

 

Ein wenig ging ich auf Kim zu und sah ihn an.

 

"Was hast du denn, Kim, hm? Hab ich was falsches gesagt?", sorgte ich mich, wusste ich doch nicht was mit ihm los war.

 

*-*-*

 

''Ähm... Nein, alles okay...'', stotterte ich, ''Lass uns zu den anderen gehen. Es geht mir gut wirklich. Hab vielleicht zu wenig geschlafen.''

 

Versuchte ich mich rauszureden und wich ihm aus. Kurz schaute ich ihn an, dann ging ich Meiky hinterher.

 

Verflucht was tat ich hier eigentlich? Drehte ich jetzt vollkommen durch?

 

*-*-*

 

Okay, dachte ich mir... dann eben nicht. So trottete ich ihm hinterher und gesellte mich zu den anderen, jedoch schwieg ich nachdenklich.

 

Ich spürte doch, dass etwas nicht stimmte... warum log Kim?

 

Nun ja, wenn er meinte lügen zu müssen, wollte ich auch nicht hier mit ihnen stehen... zudem mich der Zigarettenrauch eh störte... also ging ich ins Klassenzimmer und setzte mich auf meinen Platz. Dann holte ich meinen Zeichenblock aus der Tasche und begann gedankenverloren zu zeichnen.... ab und an ließ ich meinen Blick verträumt aus dem Fenster schweifen...

 

*-*-*

 

Kaname ging schon rein und ich war versucht ihm zu folgen, ließ es aber sein. Ich konnte einfach nicht mit ihm reden. Vor allem nicht, weil ich mir selber erst klar werden musste darüber, was ich wollte.

 

Doch eigentlich wollte ich mir nicht den Kopf darüber zerbrechen – tat es aber.

 

Nach einer Weile gingen auch wir rein und der Unterricht begann. Wie immer versuchte ich mich in mein Buch zu verkriechen, schaffte es aber nicht. So legte ich es weg und schaute verträumt aus dem Fenster.

 

In der Pause fragte Meiky dann Kaname, ob er heute Abend auch zu mir kommen wollte. Die Clique wäre da, wir würden was trinken, knabbern und Billard spielen oder im Pool schwimmen. Einfach Spaß haben!

 

Ich befürchtete schon, dass er nicht kommen würde, nach meiner Reaktion von heute morgen.

 

*-*-*

 

Während des Unterrichts hatte ich mal wieder nichts besseres zu tun gehabt, als zu zeichnen und weiterhin ab und zu aus dem Fenster zu schauen.

 

Als dann endlich Pause war und Meiky auf mich zukam und mich fragte ob ich mit zu Kim, auf die Party gehen wollte, überlegte ich, sah ihn an und nickte dann zustimmend.

 

"Ja, okay, danke für die Einladung. Aber ich trinke nur Mineralwasser.", meinte ich dazu, mehr hatte ich nicht zu sagen.

 

Dann schwieg ich wieder, wusste nicht was ich noch sagen sollte. Zudem es mich ärgerte, wenn man mich belog... das konnte ich auf den Tod nicht ausstehen.

 

Ein leicht böser Blick ging dann noch an Kim, sah dann Meiky wieder an und nickte nur kurz, bevor ich mich in die Cafeteria begab und mir ein Mineralwasser kaufte.

 

*-*-*

 

Es tat weh, dass Kaname mich so böse ansah, deshalb folgte ich ihm.

 

''Hey... Sei mir bitte nicht böse. Nur kann ich nicht mit dir reden. Ich muss das erst mal mit mir selber ausmachen. Aber danke und wenn was ist, dann werde ich gerne auf dein Angebot zurückkommen'', versuchte ich mich zu entschuldigen.

 

Auch bemühte ich mich seinem Blick stand zu halten und lächelte ihn an.

 

Ich wollte nicht, dass er böse war. Dafür mochte ich ihn viel zu sehr.

 

*-*-*

 

"Schon gut, ich habs nicht böse gemeint. Nichts zu danken.", erwiderte ich, fragte aber nicht weiter nach.

 

Ein wenig lächelte auch ich ihn an, unterließ es aber schon gleich wieder, meinte stattdessen:

 

"Dann bräuchte ich aber noch deine Adresse, wenn ich zur Party kommen soll." und sah ihn nun wieder etwas ernster an... na ja... Japaner eben.

 

"Um welche Uhrzeit soll ich eigentlich erscheinen?", wollte ich noch von ihm wissen, während ihn meine braunen Augen regelrecht gefangen hielten.

 

*-*-*

 

Jetzt konnte auch ich nicht anders und schaute Kaname in die Augen. Dann gab ich ihm meine Adresse und meinte.

 

''Komm, wann du möchtest. Meiky wird sicher schon nach der Schule mitkommen und die anderen trudeln dann so nach und nach ein...''

 

Nun lächelte ich ihn wieder an, wie ich es am Anfang auch gemachte hatte. Alles war vergessen und ich war wieder ich selbst – Versuchte es zumindest zu sein.

 

Ich genoss seine Nähe sehr und hoffte, dass ich ihm heute Abend noch näher sein durfte. Dabei malte ich mir Saschas Sprüche schon aus, die er von sich geben würde. Sofern Kaname mich denn ließe.

 

*-*-*

 

"Gut, ich werde da sein.", versprach ich noch, sah ihm noch kurz, aber direkt, in die Augen, dann läutete es auch schon zur letzten Unterrichtsstunde und wir gingen wieder ins Klassenzimmer.

 

Nach diesem, etwas interessanteren Unterricht, war endlich Schluss und ich verabschiedete mich dann von Kim und seiner Truppe... bis zur Party.

 

Dann fuhr ich heim. Dort angekommen erwartete mich auch schon Mariko, die mich freudig begrüßte.

 

Ich freute mich ebenfalls sie zu sehen, ging aber erst mal nach oben, stellte meine Tasche ab und setzte mich auf mein Bett. Nachdenklich ließ ich meinen Oberkörper nach vorn sinken... konnte mir aber auf das alles keinen Reim machen.

 

Irgendwann betrat Mariko mein Zimmer, nachdem sie angeklopft hatte und setzte sich zu mir auf das Bett.

 

"Was hast du denn?"

 

"Nichts Mum... alles okay.", belog ich sie nun auch... obwohl ich Lügen, wie die Pest, hasste.

 

Leider merkte sie es sogleich und meinte:

 

"Kaname, bitte belüge mich nicht. Was ist los? Hast du Ärger in der Schule?"

 

"Nein, ich habe keinen Ärger.... im Gegenteil ich bin gerade dabei neue Freunde zu finden."

 

"Was ist es dann? Bitte, rede mit mir."

 

Ich holte tief Luft und erzählte ihr dann alles und ich ließ auch wirklich nichts aus. Sie grinste nur, mit jedem Wort, das ich von mir gab.

 

"Und nun weißt du nicht, wie du dich verhalten sollst und warum Kim nicht mit dir reden wollte, hm."

 

Ich nickte.

 

"Ich kenne diesen Kim ja nicht, aber deinen Worten zufolge möchte er vielleicht etwas mehr von dir, als nur Freundschaft."

 

"Häää?!"

 

"Nun, er sucht ganz offensichtlich deine Nähe, ist sich aber noch nicht so richtig im Klaren darüber, was er will und konnte sich dir... und insbesondere dir... deshalb nicht anvertrauen. Vielleicht fürchtet er aber auch deine Reaktion, würde er sich dir anvertrauen."

 

"Du meinst, er will... ich mein..."

 

"Ich weiß es nicht, aber ich könnte es mir denken."

 

Wir redeten noch sehr lange und so langsam wurde mir einiges klar. Nun, ich würde dennoch auf die Party gehen... denn zur Not, das wusste ich, könnte ich mich sehr gut verteidigen. Niemand würde also an mich herankommen, wenn ich es nicht wollte.

 

Wir aßen noch etwas, dann machte ich mich langsam und mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend, fertig.

 

Von Mariko ließ ich meine Haare ein wenig schneiden und stylen... so dass ich eine beinahe-Kopie meines Lieblingssängers Gackt darstellte.

 

Bekleidet mit einer schwarzen Designerhose, einem weißen Shirt, auf dem ein schwarzer Wolf abgebildet war und schwarzen Schuhen, legte ich mir den Schmuck an, den auch Gackt gern trug... natürlich alles nur genaue, sehr gut angefertigte Kopien.

 

Nun noch die blauen Kontaktlinsen und ein wenig Platinum Egoiste (Parfüm)... fertig.

 

Ich besah mich dann im Spiegel und musste grinsen... mir gefiel was ich sah. Anschließend zog ich mir noch eine schwarze Designerjacke an, zupfte hier und da noch was zurecht, setzte mir meine Sonnenbrille... ebenfalls eine genaue Kopie meines Lieblingssängers Gackt... auf und fragte dann Mariko:

 

"Und, kann ich so gehen?"

 

Sie grinste nur und antwortete:

 

"Ja, kannst du, wenn du willst, dass sich Kim gleich in dich verliebt." und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.

 

"Mama!", beschwerte ich mich, musste aber auch gleich lachen, weil sie es so trocken rüber gebracht hatte.

 

"Soll ich dich fahren?"

 

"Nein, Mama, lass nur, ich laufe, so weit ist es ja nicht. Außerdem habe ich so noch eine Galgenfrist und kann ein wenig frische Luft schnappen."

 

"Okay, aber du musst wirklich nicht aufgeregt sein... so wie du aussiehst, eroberst du jedes Herz im Sturm, Kaname.", meinte Mariko und drückte mich ganz lieb an sich.

 

"Viel Spaß.", wünschte sie mir noch.

 

"Danke, Mama.", bedankte ich mich und verließ dann mein Zuhause... sehr aufgeregt.

 

Auf dem Weg zu Kim, sahen mich einige Leute bewundernd an, was mich aber nicht störte, denn ich hatte ja meine Sonnenbrille auf und so erkannten mich die meisten, wie ich hoffte, nicht.

 

Die angegebene Adresse erreicht... wartete ich einen Moment... traute mich nun doch nicht so richtig ...war super aufgeregt... holte noch einmal tief Luft, dann betätigte ich die Türklingel... und war irgendwie auf Flucht eingestellt.

 

Mein Herz raste und ich hoffte, dass niemand da wäre... aber ich wusste, dass diese Hoffnung verschwindend gering war.

 

*-*-*

 

Als es klingelte, wollte Meiky gerade vom Partykeller aus, nach oben gehen, als ich ihm sagte, dass Leon zu Hause sei und aufmachen würde.

 

Also mixte er weiter seine Cocktails und bereitete alles dafür vor, für die anderen welche zu mixen.

 

Irgendwie war ich ziemlich nervös, doch Meiky grinste nur vor sich hin.

 

Oben machte Leon die Tür auf und begrüßte Kaname.

 

''Hi, ich bin Leon. Einmal um die Ecke und dann die Treppe runter. Meiky und Kim sind schon im Partykeller. Ach ja, links musst du, rechts geht es zum Pool'', sagte er zur Begrüßung.

 

*-*-*

 

Nun wurde ich noch nervöser, als ich ohnehin schon war, als mir Leon... wie er sich mir vorgestellt hatte... die Tür öffnete.

 

"Hallo, ich bin Kaname.... ähm ja... danke.", begrüßte ich ihn ebenfalls sehr höflich.

 

Dann ging ich den angegebenen Weg zum Partykeller und wäre vor Aufregung und Nervosität, am liebsten umgekehrt. Aber ich riss mich zusammen und ging weiter.

 

Was würde mich erwarten?

 

Schon erreichte ich auch schon den Partykeller und betrat diesen... vorsichtig... scheu... und begrüßte Kim und Meiky... den Coolen spielend.... ja, irgendwie musste ich meine Nervosität schließlich überspielen.

 

"Hallo, ihr Beiden.", sagte ich, nahm aber meine Sonnenbrille noch nicht ab, so fühlte ich mich im Moment doch etwas sicherer und ...cooler.

 

*-*-*

 

Als Kaname den Raum betrat, wäre ich beinahe aus den Latschen gekippt. Er sah umwerfend aus.

 

''Wow'', kam es von Meiky, ''Wir haben aber keine Mädels eingeladen. Hast dich umsonst so in Schale geworfen.''

 

Ich ging etwas unsicher auf Kaname zu und umarmte ihn. Zaghaft tastete ich an seine Haare, da ich die Frisur nicht ruinieren wollte.

 

''Lass dich nicht ärgern. Sieht echt gut aus'', flüsterte ich ihm zu. Schließlich kannte ich Meikys Sprüche zu genüge.

 

''Okay, Kaname, was möchtest du Trinken? Ich kann dir auch einen Cocktail ohne Alkohol mixen, wenn du möchtest?'', fragte Meiky dann.

 

''Also ich nehme auch einen ohne. Aber wirklich ohne. Das letzte Mal als ich Alkohol getrunken habe, wurde es etwas peinlich. Das kann ich irgendwie nicht gut ab'', erzählte ich Kaname.

 

*-*-*

 

Nur ganz kurz umarmte ich Kim, ließ ihn aber gleich wieder los.

 

"Danke, ich nehme nur ein Wasser.", antwortete ich Meiky, sah ihn an und erwiderte auf seine Bemerkung ein wenig frech:

 

"Wenn ich irgendwohin gehe, sehe ich immer so aus. Außerdem bin ich nicht drauf aus, jemanden kennen zu lernen."

 

An Kim gewandt antwortete ich mich bedankend:

 

"Danke, du siehst auch gut aus. Keine Sorge, ich lasse mich nicht ärgern." und lächelte ein wenig, mich hier ein wenig umsehend.

 

*-*-*

 

''Ich hoffe du hast keine Tusche aufgelegt, sonst verläuft die noch nachher im Pool'', zwinkerte Meiky frech.

 

''Meiky'', schimpfte ich, da ich fand, dass das nun wirklich zu weit ging.

 

Er streckte mir frech die Zunge raus und stellte Kaname ein Wasser hin. Mir nach kurzer Vorbereitung dann einen Cocktail.

 

Davon nahm ich auch gleich einen Schluck und schaute dann Kanames Blicken hinterher.

 

''Soll ich dich ein bisschen herumführen? Hast du Lust?'', fragte ich ihn dann.

 

*-*-*

 

"Tusche brauche ich nicht, ich bin schließlich keine Tunte! Zudem habe ich nicht die Absicht in den Pool zu gehen.", erwiderte ich ebenso frech und warf ihm einen bösen Blick zu, den er aber sicher nicht sehen konnte, da ich ja noch meine Sonnenbrille auf der Nase hatte.

 

Als er mir das Wasser hinstellte, nickte ich dankend, und nahm gleich mal einen Schluck... hach ja, das tat gut. Meine Kehle war richtig ausgetrocknet gewesen... doch ließ ich mir noch immer nichts anmerken.

 

Nur im Inneren dachte ich mir: Noch so ein Ding und ich vergesse meinen Codex.

 

Aber noch riss ich mich zusammen und blieb weitgehend ruhig... versuchte mich nicht provozieren zu lassen.

 

"Ja, danke,", wandte ich mich Kim zu: "ich würde mich freuen, wenn du mich ein wenig herumführst und mir alles zeigst." und nahm dann noch einen Schluck Wasser, stellte dann aber das Glas wieder hin.

 

*-*-*

 

Bei dem Wort Tunte, musste ich schon ein wenig zusammenzucken. Doch freute ich mich, dass Kaname Interesse hatte, dass Haus zu sehen.

 

''Also, das ist der Partyraum'', fing ich an und zwinkerte ihm grinsend zu, ''Dann komm mal mit. Drüben im Zimmer finden wir den Pool.''

 

Ich ging voraus und verließ den Raum, wo sich schräg gegenüber noch eine Tür befand, die ich öffnete. Hier war es sehr warm drin und das Wasser lud einen geradezu ein.

 

''Schade, dass du nachher nicht mit ins Wasser willst. Es ist herrlich'', sagte ich zu ihm. Irgendwie hatte ich heute wohl Sprechperlen genommen, da es nur so aus mir heraus blubberte.

 

*-*-*

 

Ich hatte schon gemerkt, wie Kim bei meinem sehr unschönen Wort zusammengezuckt war, was mir aber auch zeigte, dass Mariko mit ihrer Vermutung vielleicht doch Recht hatte... ich hatte es ja irgendwie nicht so ganz glauben wollen.

 

Gern ließ ich mich herumführen und alles erklären. Wenn mich etwas besonders interessierte, stellte ich Fragen.

 

"Es sieht wirklich toll hier aus.", lobte ich und sprach dann entschuldigend weiter: "Sorry, wegen vorhin, das unschöne Wort war nicht so gemeint... es ist mir halt raus gerutscht. Es tut mir leid."

 

Als ich nun den Pool sah, fand ich ihn schon ganz toll, aber ich würde einen Teufel tun und mich hier womöglich... ausziehen... und womöglich irgendwelche Blicke auf mich ziehen... nein, nicht mit mir.

 

Ja, das glaubte ich wohl... das könnte Kim so passen... musste aber bei dem Gedanken schon innerlich grinsen.

 

"Glaub ich dir, dass es hier angenehm ist. Aber ich möchte es dennoch nicht."

 

*-*-*

 

''Ist doch alles gut und es ist dein gutes Recht, wenn du nicht möchtest'', antwortete ich ihm.

 

Dann gingen wir nach oben, wo ich ihm das Wohnzimmer, Esszimmer, die Küche, den Hauswirtschaftsraum, Leons Zimmer, Arbeitszimmer und Bad zeigte.

 

Anschließend ging es nach draußen in den großen Garten, wo ebenfalls ein Pool war.

 

Danach begaben wir uns nach oben, in mein Reich. Mein Schlaf und Wohnzimmer, der begehbare Kleiderschrank und das Bad, sowie die Balkonterrasse zeigte ich ihm.

 

*-*-*

 

Geduldig ließ ich mir alles zeigen und folgte Kim einfach.

 

"Wow, es sieht toll hier aus... wirklich.", lobte ich erneut und sah mir alles ganz genau an.

 

"Du hast ein schönes Zuhause. In Japan... genauer in Okinawa... hatte ich auch so ein Zuhause, nur eben im japanischen Stil. Irgendwann gehe ich eh nach Japan zurück und werde dort dann als Kampfsporttrainer arbeiten, dann kann ich mir das wahrscheinlich auch wieder leisten.", erzählte ich Kim und sah ihm in die Augen, während ich meine Sonnenbrille nun hoch schob, so dass sie auf meinem Kopf saß und ließ so meine "blauen" Augen sehen.

 

"Was machst du eigentlich, wenn du mit der Schule fertig bist?", fragte ich ihn sehr interessiert.

 

*-*-*

 

Anstatt seine Frage zu beantworten, starrte ich Kaname in die Augen.

 

''Was... Was hast du mit deinen Augen gemacht?'', kam es stockend von mir.

 

Doch dann fing ich mich wieder und schaute verlegen zu Boden.

 

''Ganz ehrlich gesagt, weiß ich es noch nicht. Ich könnte alles mögliche machen. Habe überall super Noten, da ich ein photographisches Gedächtnis habe. Nur weiß ich es irgendwie nicht. Ich bin total unentschlossen, verstehst du?'', erklärte ich ihm.

 

In mir ging es schon lange hin und her, doch bisher hatte ich es immer vor mir hergeschoben. Irgendwie ließ ich mir noch alle Wege offen.

 

*-*-*

 

Leise kichernd antwortete ich Kim:

 

"Keine Sorge, das sind nur Kontaktlinsen. Ich trage sie ganz gern mal... wie mein japanischer Lieblingssänger."

 

"Hey, du findest auch noch was. Es ist ja auch noch Zeit, bis wir mit der Schule fertig sind. Mach dir da mal keinen Stress.

 

Ein fotografisches Gedächtnis also... hmm... interessant. Dann langweilt dich der Unterricht wohl genauso, wie mich, hm.", kam es grinsend von mir.

 

Natürlich sah ich, dass er irgendwie verlegen zu sein schien, allerdings konnte ich mir nicht erklären warum.

 

Irgendwie begann ich Kim immer mehr zu mögen... er schien ein ganz lieber Mensch zu sein, den man einfach gern haben musste.

 

*-*-*

 

Ich lächelte Kaname an und nickte zustimmend. Dann drückte ich ihn kurz.

 

''Danke. So etwas sagt Meiky nie. Er drängt mich nur immer, dass ich mich entscheiden müsse'', sagte ich dann zu ihm.

 

Unten ging in der Zwischenzeit die Klingel und man konnte Leon hören, wie er mit jemanden sprach.

 

''Willst du noch ein bisschen hier bleiben oder wollen wir schon wieder runter gehen?'', fragte ich Kaname dann.

 

Mir war es egal, es gab hier und unten eine Couch, wo man sich gemütlich hinsetzen konnte und wo ich mich vielleicht ein wenig an ihn kuscheln konnte.

 

*-*-*

 

Hmm... seinen Worten zufolge schien er sich nach Nähe und Liebe zu sehnen und beides sehr zu brauchen.

 

"Wenn du magst, bleiben wir noch ein wenig hier, okay. Und wenn du möchtest kannst du auch mit mir reden... egal worüber. Ich höre dir zu.", bot ich Kim liebevoll an und lächelte ein wenig... was langsam wirklich zur Gewohnheit wurde.

 

Ich überwand mich ein wenig und nahm ihn sanft in die Arme.

 

"Du musst dich nicht bei mir bedanken, ich sage nur was ich denke. Na, komm, setzen wir uns, okay.", ging ich ein wenig auf ihn ein.

 

Sicher, ich war sehr, sehr ehrgeizig und wusste ganz genau was ich wollte. Aber ich wusste auch, dass nicht jeder so war und auch nicht so sein konnte. Zudem gab es da eh diese kulturellen Unterschiede. Ich, als Japaner, hatte ganz andere Ziele und Vorstellungen, als beispielsweise ein Europäer.

 

Nicht umsonst war ich dreifacher Weltmeister und hatte schon drei schwarze Gürtel und etliche Trophäen gewonnen. Wenn ich etwas erreichen wollte, gab ich eben alles und gab nicht eher Ruhe, bis ich mein Ziel erreicht hatte... auf Gedeih und Verderb.

 

Aber das war eben die Mentalität von uns Japanern.

 

Außerdem stand es mir sowieso nicht zu Kim zu etwas zu drängen, was eh nicht gut war.

 

Kim noch immer in meinen Armen haltend streichelte ich sanft und tröstend seinen Rücken.

 

*-*-*

 

Als Kaname mich umarmte, gab ich ein leises Seufzen von mir. Es fühlte sich so gut an, dass ich nicht wusste was ich machen sollte. Sonst war ich es immer gewesen, der jemanden umarmt hatte.

 

Zum ersten Mal kam jemand von sich aus, auf mich zu. Ob das ein Zeichen war oder würde ich mir alles verderben, wenn ich jetzt offen ausplauderte, was mich bedrückte.

 

''Danke'', raunte ich nur und kuschelte mich an Kaname.

 

Ich wusste zwar immer noch nicht, was ich wollte, aber das hier fühlte sich schon mal richtig gut an.

 

Dieser Moment hier und jetzt war so vollkommen. Total genießend schmiegte ich mich an ihn ran und schloss für einen Moment die Augen.

 

Ob es sich mit einem Mädchen auch so anfühlen würde?

 

*-*-*

 

Eine Zeitlang hielt ich ihn noch in meinen Armen und streichelte ihn. Dann löste ich mich sacht von ihm, nahm ihn an die Hand, ging mit ihm auf die Couch zu und setzte mich mit ihm drauf.

 

Wieder nahm ich ihn in die Arme und flüsterte ihm zu:

 

"Magst du jetzt darüber reden, was dich bedrückt, hm? Du kannst mir alles erzählen... ich höre dir gern zu. Aber bitte, belüge mich nicht, das mag ich gar nicht leiden. Ich weiß, dass es für dich vielleicht schwer ist, mit mir zu reden, weil wir uns ja noch nicht so gut und so lange kennen, aber vielleicht versuchst du es einfach mal. Ich beiße dich auch nicht... versprochen.", scherzte ich ein wenig, um ihn etwas aufzulockern.

 

"Weißt du, ich hab dich echt gern und ich würde mir wünschen, dass du mir ein klein wenig Vertrauen entgegen bringen würdest. Ich mein, vielleicht kann ich dir ja helfen... wenn du mich lässt und mir ein bisschen vertraust. Es muss nicht gleich sein, wenn du nicht möchtest, aber denk einfach mal drüber nach, okay.", fügte ich hinzu.

 

Schließlich schwieg ich... ließ ihm die Zeit, die er brauchte und hielt ihn weiter in meinen Armen... streichelte ihn sanft.

 

*-*-*

 

''Danke'', flüsterte ich und genoss einfach nur seine Nähe, ''Ich werde drüber nachdenken, versprochen.''

 

Es war einfach viel zu schön, um den Moment jetzt kaputt zu machen. Aber vielleicht hatte er recht. Meiky war ganz anders drauf als Kaname.

 

Ein Klopfen an der Tür ließ mich zusammenzucken.

 

''Ich störe euch ja nur ungern, aber die anderen fangen schon an zu munkeln, was ihr hier so ganz alleine treibt'', hörte man Meiky durch die geschlossene Tür sagen.

 

Deutlich konnte ich spüren, wie mir die Hitze in den Kopf stieg und ich rot anlief. Na Super!

 

Verlegen schaute ich zu Boden. Was würde Kaname jetzt von mir denken? Dass ich...

 

*-*-*

 

"Gut, mach das.", erwiderte ich mit sanfter Stimme, dann hörte ich es auch schon an der Tür klopfen und merkte auch, wie Kim sogleich zusammenzuckte.

 

Schließlich hörte ich, dass es Meiky war, der anklopfte und ich hörte auch, was er sagte. Ich sah Kim an, dessen Reaktion und das errötete Gesicht mich stutzig werden ließen.

 

Ich löste mich nun ein klein wenig von ihm, hielt ihn aber weiterhin fest.

 

"Kim, bist du sicher, dass du mir nicht doch etwas zu sagen hast...? Verdammt, Kim, rede mit mir!", bat ich ihn nun doch ein wenig sauer, weil er scheinbar absolut nicht bereit war mit mir zu reden.

 

Dann fragte ich ihn direkt:

 

"Hat dein Problem was mit mir zu tun? Jetzt rede endlich, Kim!", wurde ich nun doch etwas ungehalten.

 

Ich ließ ihn schließlich los, stand auf und sah auf ihn herab. Dann holte ich meine Karte aus meiner Jackentasche, legte ihm die Karte auf den Tisch und sprach enttäuscht:

 

"Wenn du bereit bist mit mir zu reden, auf der Karte steht meine Telefonnummer und meine Adresse. Ich gehe jetzt nach Hause, denn ich habe keine Lust meine Zeit mit jemandem zu verschwenden, der nicht ehrlich zu mir ist. Tschau... man sieht sich."

 

Ich holte noch einmal tief Luft und sprach dann ruhig weiter:

 

"Nur lass dir nicht zu viel Zeit. Übernächste Woche fliege ich für drei Wochen nach Japan zu Wettkämpfen... dann werde ich keine Zeit mehr haben."

 

Mit diesen Worten verließ ich das Zimmer, drängte mich an Meiky vorbei und rannte dann die Treppen herab... durch das Haus... in Richtung Ausgang...

 

*-*-*

 

Na toll, das hatte mir gerade noch gefehlt. Da hatte Kaname mir gar keine Chance gelassen zu reagieren.

 

Ich schnappte mir also die Karte und meine Jacke und rannte ihm hinterher. Meiky ließ ich ohne ein weiteres Wort zu sagen, einfach stehen.

 

''Kaname... Warte!'', rief ich und wählte gleichzeitig seine Nummer.

 

Als ich jedoch aus der Haustür raus wollte, war ich zu hektisch und stolperte über die Türschwelle. Es gab einen riesen Knall und ich machte mich lang. Mein Handy flog im hohen Bogen.

 

Mist, das tat mal richtig weh!

 

*-*-*

 

Gerade hatte ich das Haus verlassen, als ich hinter mir Kim rufen hörte, dann hörte ich auch schon einen lauten Knall und drehte mich erschrocken um.

 

"KIM!", rief ich entsetzt und eilte zu ihm.

 

Ich bückte mich und hob ihn vorsichtig hoch und nahm ihn in die Arme.

 

"Hey, was machst du denn für Sachen, hm? Gehts, oder soll ich einen Arzt rufen?", fragte ich ihn und wurde beinahe ein wenig blass.

 

Fast bereute ich meinen kleinen Ausbruch von vorhin und sagte ruhig zu ihm:

 

"Es tut mir leid, das wollte ich nicht." und hielt ihn vorsichtig fest.

 

*-*-*

 

''Alles gut. Gibt bestimmt nur blaue Flecken'', sagte ich. Allerdings war meine Hose kaputt und meine Knie schienen aufgeschürft zu sein.

 

Es brannte stark, doch ich schluckte den Schmerz runter.

 

''Meiky hatte das gerade nicht so gemeint. Weißt du, ich weiß nicht wirklich was ich will. Deswegen zieht er mich ständig auf. Nur weil ich finde, dass Mädchen nerven und ich lieber mit Jungs kuschel, muss ich doch nicht...'', erklärte ich Kaname, konnte die letzten Worte, aber nicht aussprechen.

 

Dabei schaute ich ihm tief in die Augen, als Zeichen wie ernst es mir war und hoffte, dass er merkte, dass es das war, was mich so bedrückte.

 

Dann setzte ich mich auf und besah meine Knie, die schon etwas mitgenommen aussahen.

 

*-*-*

 

"Hey, schon gut... ich habs nicht so gemeint. Es tut mir leid. Komm, ich bring dich rein, okay.", erwiderte ich, ohne allerdings drauf einzugehen, was er gesagt hatte.

 

Ich schien mich wohl geirrt zu haben... auch gut, das ersparte mir einiges.

 

Vorsichtig stellte ich Kim auf die Beine und ging mit ihm zurück ins Haus.

 

Da ich mir alles gemerkt hatte, ging ich mit ihm ins Wohnzimmer und setzte ihn dort auf die Couch.

 

"Brauchst du irgendwas? Kann ich dir irgendwie helfen?", fragte ich und mich plagte das schlechte Gewissen.

 

Scheinbar brachte ich ihm nur Unglück, vielleicht war es besser, wenn ich, nach der Weltmeisterschaft, in Japan blieb.

 

*-*-*

 

Leon kam schon an und schaute besorgt.

 

''Danke, das ist lieb von dir. Ja, wenn du mir etwas zu Trinken holen könntest? Das wäre noch viel lieber'', sagte ich zu Kaname und schaute Leon an.

 

Der schüttelte den Kopf und sagte: ''Was machst du denn für Sachen? Hattest es wohl sehr eilig, was?''

 

Jetzt fing er auch noch an. Was hatten die denn alle? Wussten die mehr, als ich selber?

 

*-*-*

 

Ich nickte: "Ist okay, bin gleich wieder da.", dann ging ich auch schon los, ging in den Partykeller... in die Küche traute ich mich nicht, denn ich war ja hier fremd, da gehörte sich so was nicht... und holte für Kim ein Mineralwasser.

 

Damit ging ich dann zurück ins Wohnzimmer und gab ihm dann, schweigend, das Glas.

 

Erst schaute ich unsicher zu Leon, dann sah ich Kim wieder an.

 

"Ja, also... kann ich dir noch was helfen? Wenn nicht, dann würde ich jetzt gern heim gehen. Ich habe morgen den ganzen Tag Training und da muss ich ausgeschlafen sein.", dabei sah ich zu Boden... konnte weder Leon, noch Kim wirklich ansehen.

 

"Ich... es tut mir leid... wegen vorhin... verzeih mir, bitte, dass ich dir die Party verdorben habe.", entschuldigte ich mich noch einmal und richtete meinen Blick weiter zu Boden, als wäre dieser nun ganz besonders interessant.

 

Warum, verdammt noch mal, hatte ich mich auf diese Party eingelassen? Ich musste doch völlig verrückt sein!

 

Leise... kaum hörbar... fügte ich hinzu:

 

"Vielleicht ist es besser, wenn ich nach der Meisterschaft in Japan bleibe...", dann wandte ich mich ab.

 

Ein Gefühl der Enttäuschung machte sich in mir breit... meine erste Party und ich hatte sie verdorben.

 

Warum hatten sie mich überhaupt eingeladen?

 

*-*-*

 

''Du musst dich nicht entschuldigen'', wandte ich ein, ''Und ja, du kannst etwas für mich tun. Bleib nicht in Japan. Denn ich würde dich echt vermissen.''

 

Dann lächelte ich Kaname an, hoffte er würde mich nun auch wieder ansehen.

 

Leon ging unterdessen was für meine Knie holen. Der wollte mich bestimmt quälen.

 

''Sicher darfst du gehen, auch wenn ich es echt schade finde. Aber du musst sicher ausgeschlafen sein. Hab ich recht?'', hakte ich dann nach.

 

''Außerdem war es meine Schuld. Ich hätte einfach langsamer die Treppe runter gehen müssen'', erklärte ich Kaname. Dabei hoffte ich sehr, dass die Worte auch bei ihm ankamen und er vielleicht doch noch ein wenig bleiben würde.

 

Leon kam unterdessen wieder, ich musste dann meine Hose ausziehen, die sowieso nun in den Müll konnte und er desinfizierte meine Knie. Ich quittierte das mit einem kleinen Aufschrei, weil es brannte.

 

Jemanden zum Händchen halten wäre jetzt ganz gut. Meiky hatte es zwar mitbekommen, doch da ich versorgt wurde und es nichts schlimmeres war, kümmerte er sich um die anderen, die im Keller schon Party machten und von alle dem nichts mitbekamen.

 

*-*-*

 

Ich drehte mich wieder um, als ich den Aufschrei von Kim hörte und ging zu ihm auf die Couch. Da ich so etwas auch kannte, nahm ich seine Hand in meine und streichelte diese liebevoll.

 

Währenddessen versuchte ich ihn abzulenken, indem ich mit ihm redete:

 

"Also weißt du, das mit dem hier bleiben... ich weiß nicht. Für immer möchte ich nicht hier bleiben. Ich liebe mein Land und ich liebe meine Sprache, deshalb möchte ich schon irgendwann nach Japan zurück. Verstehst du das? England ist zwar auch schön, ja, aber ich bin hier nur, weil Mariko hier arbeiten muss und ich leider noch keine achtzehn Jahre alt bin. Kannst du mich ein wenig verstehen?

 

Natürlich würde ich dich und auch die anderen sehr vermissen, aber weißt du, ich habe auch in meiner Heimat sehr viele Freunde und auch diese vermisse ich sehr. Die einzigen, die jetzt noch mit mir in meiner Sprache reden sind Mariko und mein Trainer.", dabei sah ich ihm direkt und sanft in die Augen.

 

Ich überlegte ein wenig, sah zu was Leon da tat, dann willigte ich ein:

 

"Also gut, ein wenig kann ich ja noch bleiben."

 

Wieder überlegte ich, dachte an Marikos Worte und wollte es nun doch ansprechen... egal was dann kommen würde.

 

"Kim, ich möchte gern über etwas mit dir reden und ich bitte dich, mir erst mal einfach nur zuzuhören, okay.", begann ich, holte tief Luft und sprach dann weiter:

 

"Ich habe mit Mariko über die Schule und meine Mitschüler gesprochen und ihr alles erzählt. Na ja, und ich habe auch über dich mit ihr gesprochen, über dein Verhalten mir gegenüber... nichts schlechtes... keine Sorge. Aber sie meinte, dass du mehr von mir willst, als... Freundschaft. Ist da was dran, Kim? Sei bitte ehrlich zu mir. Ich reiße dir nicht den Kopf ab.

 

Zudem hat mir deine Reaktion vorhin, als Meiky an die Tür klopfte und etwas sagte, gezeigt, dass Mariko Recht hat. Ich mein, es ist nichts schlimmes daran, wenn man das gleiche Geschlecht bevorzugt. Ich habe in Japan auch einige Freunde, die homosexuell sind, damit kann ich also gut umgehen.

 

Aber weißt du, ich habe bislang nur für meine Karriere als Kampfsportler gelebt und sehr hart dafür gearbeitet. Ich bin sehr ehrgeizig, das ist auch der Grund dafür, dass ich noch nie eine Beziehung hatte... weder zu einem Mädchen, noch zu einem Jungen. Eigentlich weiß ich nicht einmal zu welcher Seite ich mich hingezogen fühle.

 

Nicht umsonst habe ich etliche Preise gewonnen, bin dreifacher Weltmeister und habe den schwarzen Gürtel... das kommt alles nicht von allein."

 

Sicher, jetzt hatte ich viel geredet, aber ich wollte ihm einfach meinen Standpunkt klar machen und wartete nun auf seine Reaktion, während ich weiterhin streichelnd seine Hand hielt.

 

*-*-*

 

Leon hatte sich, als er fertig war, aus dem Raum entfernt und uns alleine gelassen. Ich war wie hypnotisiert und hing förmlich an Kanames Lippen.

 

''Wenn ich das wüsste? Dann könnte ich es dir auch sagen. Ich habe dich irgendwie sehr gern. Aber ich kann dir nicht sagen, ob das Liebe ist. Weil ich auch noch nie eine Beziehung hatte. Irgendwie war ich immer innerlich so aufgewühlt und konnte mich nicht entscheiden was ich will'', versuchte ich zu antworten, wobei es mir recht schwer fiel, so offen zu sein.

 

Kaname sah gut aus und die anderen brachten nicht seit gestern solche Sprüche und Gesten an dem Tag. Vielleicht hatten sie ja recht und ich wollte wirklich mehr als Freundschaft. Aber was dann? Wie es sich anhörte würde Kaname es nicht erwidern.

 

''Ich weiß auch nicht, wie ich herausfinden soll, was ich will'', fügte ich noch hinzu und senkte nun etwas traurig den Blick. Dennoch genoss ich Kanames Nähe sehr. Ein wenig mehr, als wie bei den anderen.

 

*-*-*

 

"Hey, schon gut, ich wollte es auch nur mal angesprochen haben, okay. Mach dir keinen Kopf. Ich hab dich echt gern. Und wie du es herausfinden kannst, was du willst... hmm... das kann ich dir auch nicht sagen, denn ich habe mich nie mit solchen Sachen beschäftigt.", erwiderte ich mit ruhiger Stimme.

 

Ich sah Kim an und schwieg erst mal.... dachte über alles Gesprochene nach.

 

Dann schob ich aber alles von mir weg und fragte ihn nun:

 

"Und was machen wir jetzt, hm?", spielte dabei aber wieder den Coolen und Aufgeschlossenen, dem angeblich nichts was ausmachte.

 

*-*-*

 

Kaname überraschte mich nun schon, erst schien er so nahbar und dann so unnahbar.

 

''Wir könnten zu den anderen gehen?'', fragte ich etwas unsicher. Mit Kaname alleine war es auch schön, aber eigentlich hatte ich ja Gäste.

 

Meine Blicke hingen förmlich an ihm und ich konnte mich nur schwer losreißen.

 

War ich etwa doch verliebt?

 

*-*-*

 

"Okay, einverstanden. Aber vorher solltest du dir was anziehen.", meinte ich grinsend und wuschelte liebevoll über seine Haare.

 

"Na, nun sieh mich nicht so an, zieh dir eine Hose an und dann gehen wir noch ein wenig feiern.", fügte ich hinzu.

 

Von irgendwelchen Gefühlen seinerseits wusste ich ja nichts... er hatte mir ja alles erklärt und damit war es für mich erledigt.

 

"Kann ich dir irgendwie helfen?", fragte ich ihn und stand schon mal auf.

 

*-*-*

 

Ich musste grinsen, da ich immer noch halb nackt hier lag und stand auch gleich auf.

 

''Danke, ich denke es geht schon'', antwortete ich Kaname und zog mich etwas steif an. Schließlich wollte ich nicht die Jeans an meine Knie reiben lassen.

 

Dann stützte ich mich doch an Kanames Schulter ab, bevor ich noch umfiel.

 

Anschließend humpelte ich in Richtung Tür, damit wir nach unten gehen konnten.

 

*-*-*

 

Kim stützend, hielt ich ihn fest und ging mit ihm in den Partykeller.

 

Dort angekommen, setzte ich ihn auf einen Stuhl, der da herum stand und zog mich anschließend nun doch wieder ein wenig zurück. Es waren mir entschieden zu viele Leute hier und ich wollte nun doch nicht so sehr auffallen.

 

Meine Sonnenbrille hatte ich zwischenzeitlich wieder richtig aufgesetzt, sie gab mir schon ein Gefühl der Sicherheit.

 

Etwas Abseits von dem Trubel, saß ich auf der Couch und beobachtete das Geschehen und die anderen der Truppe...

 

*-*-*

 

Das hätte Kaname so gepasst. Mich auf einen Stuhl abzuladen und sich von mir zurückzuziehen. Also nahm ich mir etwas zu trinken und humpelte langsam zu ihm rüber.

 

Dann setzte ich mich dicht neben ihn auf die Couch und lehnte mich an ihn ran.

 

Tief ausatmend genoss ich seine Nähe und als hätte ich es geahnt, grinste Sascha zu uns rüber.

 

''Kim hat wohl ein neues Opfer gefunden'', lachte er und man konnte förmlich merken, dass er schon einiges intus hatte.

 

Auch Meiky war definitiv nicht mehr nüchtern und rannte schon in Badeshorts rum. Er wollte wohl gleich schwimmen gehen.

 

Aber das würde für mich flach fallen. Denn mit meinen aufgescheuerten Knien wäre es sicherlich nicht angenehm.

 

*-*-*

 

Dass Kim zu mir kam und sich an mich lehnte, hätte mir eigentlich von vornherein klar sein müssen... gut, das ließ ich mir gefallen, dachte jedoch an nichts weiter und unterließ es auch ihn nun zu umarmen.

 

Aber dass Meiky nun schon in Badeshorts hier herum lief... also nein, das war mir definitiv zu viel. Dieser Typ schien es echt nötig zu haben aufzufallen... und dann dieser Alkoholgeruch... scheußlich... und dann dieser Zigarettenrauch...

 

Ich konnte es nicht verstehen, dass man sich so zudröhnen konnte und dann auch noch schwimmen gehen wollte... au man... waren die lebensmüde, oder so?!

 

Na ja, mir konnte das nicht passieren und für mich war das hier definitiv die erste und letzte Party.

 

Aber ich verhielt mich ruhig und beobachtete alles nur weiter... steckte auch die Blicke und die Kommentare relativ ruhig weg... versuchte einfach an das morgige Training zu denken... gab mich unnahbar.

 

*-*-*

 

Langsam würde es hier leerer im Raum, da die meisten beim Pool waren. Also stand ich auf und öffnete erst mal das Kellerfenster, so dass frische Luft hereinkam.

 

Für einen Moment stand ich am Fenster, hielt die Augen geschlossen und genoss die Luft, die hereinkam. Dann jedoch zog es mich wieder zu Kaname rüber.

 

Als hätte er einen Magneten in der Tasche. Mir war es schon unheimlich, so gerne wollte ich bei ihm sein.

 

*-*-*

 

"Danke.", flüsterte ich, als Kim wieder bei mir war, nachdem er das Fenster geöffnet hatte.

 

"Ist alles okay, mit dir?", fragte ich ihn mit etwas Sorge.

 

Schließlich stand ich kurz auf, nahm mir ein Glas Mineralwasser und setzte mich wieder zu Kim auf die Couch.

 

Wieder sah ich ihn an und wieder dachte ich über ihn nach. Sicher, er meinte, dass er nicht wüsste, ob er mehr wollte als Freundschaft... für mich ließ sein Verhalten allerdings nur einen Schluss zu... er wollte sehr wohl mehr als nur Freundschaft und konnte es sich vielleicht nur noch nicht so wirklich eingestehen... nun ja, vielleicht wusste er es ja wirklich nicht.

 

Es war mir allerdings sehr angenehm, dass es hier nun etwas leerer war und ich atmete sichtlich auf.

 

*-*-*

 

''Ich bin mir nicht sicher, ob alles okay ist... Irgendwie bin ich gerne in deiner Nähe...'', sagte ich zaghaft und lehnte mich nun wieder an ihn.

 

Es tat gut, seinen Körper zu spüren und seinen Geruch wahr zu nehmen.

 

Musste ich mich eigentlich fest legen? Konnte ich ihn nicht einfach sehr gern haben? Doch was, wenn er auf einmal mit einem Mädchen zusammen käme?

 

Der Gedanke machte mir irgendwie Angst, denn er sah schon gut aus und würde sicher bald von den Mädels umringt sein. Hätte er dann noch Zeit für mich?

 

*-*-*

 

"Hey, es ist okay. Wie gesagt, ich hab dich auch gern... wirklich.", antwortete ich ihm, ein wenig gedankenverloren.

 

Mir war es egal, ich ließ ihn meine Nähe spüren, wenn er es gern hatte, was sollte ich dagegen haben.

 

Ab und zu sah ich nun aber schon auf die Uhr, denn allzu lange wollte ich nun doch nicht mehr bleiben. Ich musste an meine Karriere denken und da hatte ich leider nicht so viel Zeit. Mein Sport war einfach mein Leben... mein Baby... ich steckte wirklich alle Zeit und Energie da rein... es war schon fast wie eine Sucht.

 

Ja, ich brauchte es einfach... den Sport, die Erfolge... einfach alles.

 

"Ich werde nicht mehr allzu lange bleiben, okay. Ich muss morgen trainieren. Verstehst du?", sprach ich Kim sanft an... um ihn nicht etwa zu erschrecken.

 

*-*-*

 

Das Kaname mich gern hatte, verschaffte mir eine wohlige Wärme im Bauch. Dann nickte ich Verständnisvoll.

 

''Wir können gerne schon mal vor die Tür gehen. Da ist die Luft auch besser. Nicht, dass ich dich loswerden will, aber du brauchst sicher deinen Schlaf und bis ich nach oben gehumpelt bin'', kicherte ich.

 

''Ach ja, nach meinem Handy sollten wir vielleicht auch noch schauen... Das müsste noch irgendwo draußen herumliegen. Ich hoffe, das ist noch heile. Deine Nummer habe ich ja schon, wenn du magst, gebe ich dir noch meine'', fiel es mir plötzlich ein.

 

*-*-*

 

Ich nickte einwilligend:

 

"Okay, dann lass uns gehen. Ja, den Schlaf kann ich echt brauchen.", und stand dann schon mal auf.

 

Vorsichtig zog ich Kim zu mir hoch und hielt ihn stützend fest, während wir langsam nach oben gingen.

 

Es dauerte schon eine Weile, doch schließlich hatten wir es doch geschafft und waren dann endlich draußen. Ich sog tief die frische Luft ein, dann schaute ich nach seinem Handy, das nicht weit entfernt von uns lag. Ich ging hin, hob es auf und ging wieder auf Kim zu.

 

Ich gab ihm das Handy... so wie es aussah, war es noch heile. Dann zog ich mein Handy aus der Tasche und wartete, dass er mir seine Nummer gab, die ich gleich einspeichern wollte.

 

*-*-*

 

Mein Handy schien tatsächlich nichts abbekommen zu haben, so gab ich Kaname meine Nummer und genoss ebenfalls die frische Luft.

 

Eigentlich fand ich es schade, dass er jetzt schon gehen musste, aber ich verstand es voll und ganz.

 

''Bist du morgen den ganzen Tag am trainieren oder hast du noch eine freie Minute für mich übrig?'', hakte ich dann nach.

 

Die Vorstellung ihn morgen nicht sehen zu können, machte mich echt fertig. Was war nur los mit mir? Drehte ich jetzt völlig durch?

 

Gut, bei Meiky war es ähnlich, aber den sah ich jeden Tag und wenn nicht, schrieben wir übers Internet miteinander. Wäre es sonst bei ihm genauso.

 

War ich vielleicht einfach nur besitzergreifend?

 

*-*-*

 

Kims Handynummer in meinem Handy eingespeichert, sah ich ihn an, als er mich fragte, ob ich morgen den ganzen Tag trainieren müsste.

 

Ich nickte bedächtig:

 

"Ja, ich muss morgen den ganzen Tag trainieren. Und die Woche danach wird nicht so sehr viel besser. Ich werde nicht zur Schule kommen können und am Ende der nächsten Woche fliege ich schon nach Japan. Ich werde absolut keine Zeit haben.

 

Ich arbeite für meinen Erfolg sehr hart. Denn der Sport ist mein Leben... und ich lebe für diesen Sport. Vielleicht ist aber ab und zu eine SMS drin, oder ein kurzer Anruf... mehr kann ich dir derzeit echt nicht anbieten.

 

Das heißt, wir werden uns erst in etwa sechs Wochen wieder sehen. Denn nach der Meisterschaft, werde ich mich vielleicht noch mit meinen Freunden treffen, die ich sehr vermisse.

 

Aber sei nicht traurig, ich komme ja wieder.", erwiderte ich sanft, zwinkerte ihm zu und lächelte ihn dann an.

 

Eine freie Minute Zeit für ihn... was wollte er mir damit sagen? Ich war mir verdammt sicher, dass da mehr war, als er zuzugeben bereit war.

 

"Aber wenn du magst, kannst du mir gern beim Training zusehen. Wenn ich dann eine Pause einlege, habe ich etwas Zeit für dich und wir können reden, oder so.", versuchte ich ihn nun aus der Reserve zu locken.

 

Entweder er nahm mein Angebot an, oder er lehnte es ab... das musste er schon für sich entscheiden. Ich gab ihm noch die Adresse des Dojo, in dem ich trainierte, und verabschiedete mich dann langsam.

 

"Also, wir sehen uns entweder in sechs Wochen wieder, oder aber... du kommst zum Training."

 

Noch einmal nahm ich ihn in die Arme, drückte ihn lieb an mich und streichelte ihn, bevor ich mich dann von ihm löste. Ihn noch mal lieb anlächelnd, drehte ich mich um und verließ das Grundstück, ihm noch einmal zuwinkend.

 

Dann machte ich mich auf den Weg nach Hause, wo ich auf Mariko traf, die mich auch sogleich fragte, wie die Party war.

 

Ich erzählte ihr alles und sie nickte nur immer wieder.

 

Wir redeten noch eine kleine Weile miteinander, während wir noch etwas aßen. Sie erklärte mir einiges, was Kim betraf und ich nicht so richtig verstand.

 

Schließlich ging ich zu Bett und schlief sogleich ein.

 

*-*-*

 

Das Angebot zum Training zu gehen, würde ich auf jeden Fall annehmen. Der Abschied fiel mir trotzdem irgendwie schwer und ich ging erst wieder rein, als Kaname außer Sichtweite war.

 

Langsam humpelte ich wieder in den Keller. Es schienen alle im Pool zu sein und ich ging auch in den Raum, setzte mich aber abseits hin.

 

Nach einer Weile zog ich zumindest die Schuhe, Socken und Hose aus und setzte mich an den Rand des Pools. Ließ ein wenig meine Beine ins Wasser baumeln, aber passte dabei auf, dass die Knie nicht nass wurden.

 

Meiky kam zu mir rüber. Sein muskulöser Körper kam richtig zur Geltung in der Badeshorts.

 

Er setzte sich neben mich und schaute sich meine Knie an. Nüchtern war er auf jeden Fall nicht mehr.

 

''Sieht übel aus... geht’s dir denn gut?'', fragte er.

 

Ich nickte nur, da meine Gedanken an Kaname hingen.

 

Dann sprang Meiky wieder ins Wasser und ich wurde doch etwas nass. Er grinste frech, doch ich streckte ihm nur die Zunge raus.

 

Erst jetzt bemerkte ich Leon, der am anderen Ende des Raumes saß und aufpasste, dass nichts passierte. Schließlich war Alkohol mit im Spiel und da konnte schon so einiges passieren.

 

Vorsichtig stand ich auf und ging zu ihm rüber.

 

''Na, nass geworden?'', fragte er schelmisch und ich nickte und zog auch noch mein Shirt aus. Meine Badehose trug ich drunter, so dass ich nicht in Unterwäsche hier stand.

 

Anschließend setzte ich mich zu ihm und schaute dem Treiben zu.

 

Leon legte den Arm um mich, als wüsste er genau, wie sehr ich das jetzt bräuchte.

 

So verging der Abend langsam, bis alle nach und nach, nach Hause gingen und ich ins Bett. Ich war auch so todmüde, dass ich gleich einschlief und von allem möglichen träumte.

 

*-*-*

 

Als ich am nächsten Morgen aufstand hatte ich tatsächlich nur noch mein Training im Kopf. Allerdings fragte ich mich, ob Kim mein Angebot annehmen und zum Training erscheinen würde.

 

Ich machte mich fertig und ging dann in die Küche, wo Mariko schon mit dem Frühstück auf mich wartete, was mich sehr verwunderte, denn normalerweise wäre sie doch längst auf der Arbeit.

 

Gemeinsam frühstückten wir und redeten noch über dies und jenes, auch ein paar organisatorische Dinge waren dabei. Danach schnappte ich mir meine Sachen, die ich brauchte und Mariko fuhr mich, mit dem Auto, zum Training.

 

Mein Lehrer erwartete mich schon. So zog ich mich schnell um und das Training konnte beginnen.

 

Tatsächlich erschien Kim beim Training und sah mir zu.

 

Die Pausen verbrachten wir natürlich gemeinsam und redeten viel miteinander.

 

So ging es das ganze Wochenende weiter und auch die darauffolgende Woche wurde nicht so sehr viel anders.

 

Schneller, als erwartet, kam schließlich der Samstag und ich musste mich nun von Kim und Mariko verabschieden.

 

Beide hatten mich zum Flughafen begleitet und nun folgte eben der Abschied für ganze fünf Wochen. Ich würde Mariko und auch Kim und meine anderen "neuen" Freunde sehr vermissen.

 

"Pass auf dich auf, hörst du. Ich hab dich lieb und freue mich schon, wenn du wieder da bist."

 

"Ja, Mum, schon okay. Ich werd dich auch vermissen. Ich hab dich auch lieb."

 

Dann sah ich schon, dass Mariko zu weinen begann und ich nahm sie lieb in die Arme.

 

"Ist schon gut, Mama, ich bin doch bald wieder da."

 

Auch sie nahm mich in die Arme und schien mich gar nicht mehr loslassen zu wollen, was sie dann aber schließlich doch schaffte und ich mich nun Kim zu wand.

 

"Tja, also, bis bald, ne. Wir sehen uns wieder.", sprach ich sachlich zu ihm, nahm auch ihn in die Arme und drückte ihn kurz an mich.

 

*-*-*

 

Ich musste mich sehr zusammen reißen, um nicht auch loszuweinen. Doch anstatt Kaname loszulassen drückte ich ihn fest an mich.

 

''Wehe du kommst nicht wieder'', flüsterte ich und schaute ihm dann tief in die Augen.

 

''Du kommst doch wirklich wieder, oder?'', hakte ich nochmal nach, da ich irgendwie skeptisch war.

 

Es war als würde mein Herz zerspringen und Kaname einen Teil davon mitnehmen.

 

''Ich vermiss dich jetzt schon'', seufzte ich.

 

*-*-*

 

"Na, nun mach dir mal keine Sorgen. Ich komme wieder, versprochen. Außerdem möchte ich ungern Mariko als Feindin haben, wenn ich nicht wieder zurück komme.", erwiderte ich und zeigte grinsend mit meinem Kopf in Richtung meiner Mutter, die nur grinste.

 

"Ich werde dich sicher auch vermissen... aber jetzt muss ich echt los.", fügte ich hinzu, als dann auch schon die Ansage kam:

 

Letzter Aufruf für die Passagiere des Fluges 947 nach Japan. Bitte, finden sie sich am Gate 4 ein.

 

Ich drückte Kim und Mariko noch einmal, dann zog ich ab und lief zum Gate 4. Mich in die Schlange einreihend, winkte ich beiden noch mal lächelnd zu, dann wurde auch schon mein Ticket kontrolliert und ich ging weiter....

 

*-*-*

 

In meiner Magengegend breitete sich ein mulmiges Gefühl aus, aber ich verstand Kaname, dass es ihm wichtig war. Dennoch hätte ich ihn lieber um mich gehabt.

 

Die Wochen vergingen viel zu langsam. Wir telefonierten zwar täglich und simsten, wenn es seine Zeit zuließ, aber ich vermisste ihn schrecklich.

 

Das sagte ich ihm auch beinahe jeden Abend und immer mehr wurde mir bewusst, wie wichtig er mir war.

 

Ich hatte Gefühle für ihn entwickelt, die ich so stark noch zu Niemanden hatte.

 

Zum Glück würde ich ihn bald wieder in die Arme schließen können.

 

''Hi Kaname'', rief ich ihn an, als ich wusste, dass er Zeit hatte, ''Wann geht jetzt dein Flug?''

 

Sehr ungeduldig war ich, wollte ihn so schnell es ging wiedersehen.

 

*-*-*

 

"Hi Kim.", meldete ich mich und antwortete: "Mein Flug geht morgen früh um 6 Uhr. Ich bin dann so übermorgen um 10 Uhr am Flughafen."

 

Wir redeten noch eine Weile, dann meinte ich:

 

"Also, ich muss mich jetzt hinlegen und schlafen, sonst komm ich morgen nicht aus den Federn und verpasse meinen Flug. Und das willst du doch nicht, oder.", scherzte ich, dann verabschiedeten wir uns und legten auf.

 

In den letzten Wochen war viel passiert. Ich hatte die Meisterschaft mal wieder haushoch gewonnen und konnte somit eine Trophäe mehr mein eigen nennen. Ich war mächtig stolz drauf. Auch hatte ich mich mit meinen Freunden getroffen und wir hatten unheimlich viel Spaß gehabt... endlich... es war so schön sie wieder zu sehen, mit ihnen zu lachen, zu weinen und Spaß zu haben.

 

Als ich mich von ihnen verabschieden musste, war ich es, der weinte und dem das Herz schwer wurde. Sie würden mir wieder einmal so unglaublich fehlen. Aber ich dachte auch an Mariko und an meine neuen Freunde... die ich auch nicht enttäuschen wollte.

 

Wie geplant, flog ich am nächsten Tag zurück nach England, wo ich am folgenden Tag, um 10 Uhr ankam.

 

Traurig verließ ich das Flugzeug und gelangte dann in die Flughafenhalle... wo mich auch schon Mariko erwartete...

 

*-*-*

 

Leider musste ich an dem Tag zur Schule und so wartete ich ungeduldig, dass die Zeit verging.

 

Ich wollte Kaname endlich wiedersehen und simste ihn gleich gegen 10 Uhr an. Sicher ahnte ich, dass er sein Handy noch aus haben würde, aber ich wollte ihn einfach sehen.

 

Deshalb hoffte ich sehr, dass er Zeit haben würde.

 

*-*-*

 

Mariko hatte mich lieb in die Arme genommen und ich hatte mich an sie gedrückt. Sie gratulierte mir zu dem Sieg und war mächtig stolz auf mich.

 

Dann fuhren wir heim und ich erzählte ihr alles. Sie hörte mir einfach nur zu und stellte ab und zu Fragen.

 

Zuhause angekommen, ging ich erst mal in mein Zimmer, warf die Tasche in eine Ecke, den Koffer ließ ich bei Mariko, die ihn wahrscheinlich auspacken würde.

 

Dann warf ich mich auf mein Bett und heulte einfach los. Mir fehlten meine Freunde schon jetzt und auch meine Heimat vermisste ich sehr.

 

Irgendwann hatte ich mich beruhigt, schaltete das Handy an und las die SMS von Kim. Ich antwortete ihm, dass ich nachher Zeit hätte und er ja zu mir kommen könnte, wenn er wollte.

 

Dann packte ich meine Tasche aus und stellte meinen goldenen Pokal vor mir auf den Tisch.... mein Name stand drauf... Kaname Yamada....

 

*-*-*

 

Überglücklich antwortete ich Kaname. Sicher würde ich zu ihm gehen.

 

Nach der Schule duschte ich schnell und zog mich um, bevor ich mit dem Rad zu Kaname fuhr.

 

Aufgeregt sprang ich vor der Tür hin und her, nachdem ich geklingelt hatte. Einen kleinen Teddy als Willkommensgeschenk hatte ich für Kaname mitgebracht.

 

Er trug ein kleines Herz in seinen Tatzen und ich hielt ihn vor mein Gesicht.

 

*-*-*

 

Da Mariko beschäftigt war, ging ich runter, als es geklingelt hatte und öffnete die Tür.

 

Den Teddybären in den Händen von Kim sehend, der das Stofftier vor sein Gesicht hielt, musste ich lachen und begrüßte Kim.

 

"Hi Kim, komm rein.", freute ich mich, noch immer lachend und drückte ihn erst mal lieb an mich.

 

Dann führte ich ihn an der Hand hoch in mein Zimmer und schloss die Tür.

 

"Setz dich, magst du was trinken?", fragte ich ihn, noch immer über den Teddy grinsend... nicht ahnend, was Kim damit vorhatte.

 

*-*-*

 

Im Zimmer drückte ich Kaname noch einmal lange und fest.

 

''Ich hab dich echt vermisst'', seufzte ich.

 

''Herzlichen Glückwunsch zum Pokal und der Teddy ist für dich'', sagte ich dann, als ich mich endlich von ihm löste.

 

Mein Herz raste wie blöd, jetzt wo ich ihn endlich wieder sah und ich war so froh darüber, dass er wieder da war.

 

''In der Zeit, wo du nicht da warst, ist es mir ganz bewusst geworden. Das was vielleicht schon alle vor mir wussten. Du hattest die ganze Zeit recht! Ich habe Gefühle für dich und möchte mehr als nur Freundschaft!'', sprach ich ganz ruhig und offen.

 

Es musste direkt raus, sonst hätte ich mir und ihm etwas vorgemacht. Am Telefon wollte ich es ihm einfach nicht sagen. Sicher erwartete ich jetzt nicht viel, da er mir seinen Standpunkt bereits klar gemacht hatte, aber so war es endlich raus.

 

Ich war mir nun sicher! Ich war definitiv schwul! Ich stand auf Kaname! Ich war in ihn verliebt!

 

Und es war völlig okay!

 

*-*-*

 

"Ich habe dich auch vermisst.", erwiderte ich mit sanfter Stimme.

 

"Hui... dankeschön.", bedankte ich mich, als Kim mir den Teddy schenkte und drückte meinen Freund lieb an mich.

 

"Der ist ja süß.", schwärmte ich und nahm das Stofftier liebevoll an mich.

 

Als ich das Herz an dem kleinen Bären sah, hatte ich es eigentlich eh schon vermutet, so etwas verschenkt man an keinen "normalen" Freund.

 

Tja, und nun gab er mir doch tatsächlich Recht und bestätigte meine und auch Marikos Vermutung.

 

Kim machte mir doch tatsächlich ein... Liebesgeständnis und ich musste mich erst mal setzen, während ich erst den kleinen Teddy, in meinen Händen, und dann zu Kim hoch sah.

 

Meine Wangen hatten derweil nichts anderes zu tun, als sich in ein leichtes Rot zu färben, dann erwiderte ich:

 

"Es stimmt also. D-du... du... bist in mich... v-verliebt...", begann ich zu stottern... obwohl das völlig untypisch für mich war und ich eigentlich niemals stotterte.

 

Ich richtete meinen Blick verlegen zu Boden.

 

"I-ich... ich... weiß... gerade n-nicht, was... also was... ich... sagen soll. Ich hab dich... echt gern...", stotterte ich verlegen und leicht errötet weiter, während ich den kleinen Bären an mich drückte.

 

"A-also... kannst du.... also... k-kannst du mir... na ja... ein... bisschen... Zeit ...geben... bitte? Ich... weißt... d-du... hab es ja... vermutet... na ja... aber... also... ich... dachte... dass ich... mich... irren w-würde...", stammelte ich und es schien, als bekäme ich keinen vernünftigen Satz mehr zustande.

 

Was, verdammt noch mal, war nur mit mir los?

 

Mich konnte doch sonst nichts so schnell umhauen.

 

Aber das Geständnis haute mich nun doch vom Hocker...

 

Bislang hatte ich ja nie eine Beziehung gehabt und wusste nicht wie es sich anfühlte jemanden zu lieben... sollte ich mich echt drauf einlassen?

 

Ich war mir total unsicher... aber ich konnte diese Unsicherheit nun auch nicht mehr verbergen...

 

Mein Herz begann zu rasen, als ich Kim wieder ansah... meine Fassade fiel in sich zusammen!

 

Vollkommen hin und hergerissen zwischen der Freude über meinen erneuten Sieg... der Trauer um meine Freunde und meine Heimat und nun auch noch des Liebesgeständnisses von Kim... brach ich heftig in Tränen aus... vergrub mein Gesicht in meinen Händen...

 

*-*-*

 

''Hey'', erschrak ich, als Kaname auf einmal anfing zu weinen, ''Schhh... nicht weinen, bitte.''

 

Dann nahm ich ihn in die Arme und drückte ihn tröstend an mich.

 

''Wir schauen einfach was wird. Mach dir bloß keinen Kopf. Mit so etwas habe ich nun gar nicht gerechnet'', erklärte ich ihm und fing an liebevoll über seinen Rücken und durch seine Haare zu streicheln.

 

Auf sein Gestotterte konnte ich mir nun gar keinen Reim draus machen. War er so verlegen, weil ich so offen zu ihm war? Vielleicht war ihm so etwas noch nie passiert?

 

Es war schön ihn einfach nur festzuhalten und zu streicheln. Mein Herz raste wie blöd, da er endlich wieder da war. Er hatte sich aber irgendwie verändert und man konnte merken, dass ihm sein Land fehlte.

 

Die Wochen dort taten ihm gut. So blendend sah er vorher nicht aus.

 

Die Tränen zerrissen beinahe mein Herz und ich hatte Mühe ihn nicht einfach zu Küssen, damit er aufhörte. Doch ich beherrschte mich und hielt mich zurück. Schließlich wollte ich ihm Zeit lassen.

 

Die Vorstellung, dass wir vielleicht zusammen kommen würden, ließ mich breit Grinsen.

 

*-*-*

 

Noch immer ein wenig schluchzend lehnte ich mich an Kim und ließ mich von ihm trösten.

Ich genoss es richtig, wie er meinen Rücken und über meine Haare streichelte.

 

Nach einem Weilchen löste ich mich von ihm ein wenig, zog ein Taschentuch aus meiner Hosentasche und wischte mir die Tränen ab. Dann sah ich ihm in die Augen und hatte mit einem Mal das Gefühl mein Gesicht würde glühen.

 

Auf seine Worte hin, nickte ich nur und versuchte weiterhin seinem Blick standzuhalten.... was mir aber nicht so wirklich gelingen wollte.

 

Noch einmal senkte ich meinen Blick ein wenig, dann jedoch wollte ich es für mich wissen... wollte irgendwie ausprobieren, wie es sich anfühlen würde... überwand mich....

 

...legte meine Lippen sanft auf die seinen und küsste ihn zärtlich... aber kurz und schloss dabei meine Augen.

 

Mein erster Kuss... es fühlte sich seltsam, aber gut und... ja, irgendwie ...richtig an.

 

Mein Herz raste noch immer und in meinem Bauch breitete sich nun ein Gefühl aus... unbeschreiblich. Es war als hätte mich ein Blitz getroffen und mich elektrisiert...

 

Dennoch senkte ich nun wieder sehr verlegen einen Blick und sah ein wenig errötet zur Seite...

 

*-*-*

 

Als Kaname mich so überraschend küsste, hielt ich brav still und genoss diese neue Gefühl. Es war schön, aber auch ein wenig seltsam zugleich.

 

Dennoch war ich verunsichert, warum er mich nun so plötzlich küsste. Aber auch sehr froh!

 

Nun nahm ich ihn einfach wieder in den Arm und setzte mich mit ihm auf sein Bett.

 

Ich wollte ihm einfach nur einen Moment nahe sein. Das war alles!

 

Dabei wagte ich es nicht irgendetwas zu sagen, denn das würde vermutlich den Moment zerstören.

 

*-*-*

 

Nun hatte ich also meinen ersten Kuss hinter mir... hmm... auch wenn dieser nicht erwidert worden war, aber es schien Kim auch nicht ganz unangenehm gewesen zu sein.

 

Nun ja, vielleicht würde ich das nicht noch einmal so eigenmächtig versuchen. Vielleicht war es ja auch gar nicht so okay gewesen...

 

Tausend Gedanken schossen mir plötzlich durch den Kopf, als Kim mich dann in seine Arme nahm und mir anscheinend nahe sein wollte.

 

Ich ließ es zu... schmiegte mich richtig an ihn... schloss die Augen und genoss nun ebenfalls seine Nähe... warum auch immer.

 

Es war einfach als bräuchte ich seine Nähe jetzt dringend.

 

*-*-*

 

Nach einer ganzen Weile durchbrach ich die Stille nun doch.

 

''Ich bin echt froh, dass du wieder da bist. Die Wochen wollten einfach nicht vergehen. Solltest du nochmal weg müssen, komme ich mit!'', sagte ich zu Kaname.

 

Um nichts in der Welt, wollte ich ihn je wieder gehen lassen und seine Nähe missen. Er war mir sehr wichtig, das wusste ich jetzt. Auch wenn er noch Zeit bräuchte. Das wäre okay!

 

*-*-*

 

Was weiter passiert ist:

 

Nachdem sich auch Kaname seiner Gefühle gewusst geworden war, wurden er und Kim ein Paar und outeten sich irgendwann auch vor ihren Freunden.

 

Als das Schuljahr beendet war und alle ihren Abschluss geschafft hatten, wollte Kaname zurück nach Japan. Kim war sehr traurig darüber, aber Kaname schlug ihm vor ihn zu begleiten.

 

Kim hatte eine Weile überlegt, dann hatte er zugestimmt Kaname nach Japan zu begleiten, auch wenn es ihm sehr schwer fiel, denn nun musste er ja seine Freunde verlassen. Aber er wollte auch nicht mehr von Kaname getrennt sein, so ging er mit ihm nach Japan.

 

Anfänglich hatte Kim mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, aber dann gewöhnte er sich, mit Kanames Hilfe, gut ein. Beide nahmen sich eine Wohnung, bekamen auch Arbeit und lebten dann in Harmonie miteinander zusammen.... auch wenn es ab und an zu kleineren Streitigkeiten kam.

 

Kaname arbeitete als Kampfsporttrainer, in seinem eigenen Dojo, nahm aber an keinen Wettkämpfen mehr teil. Kim unterstützte ihn bei seiner Arbeit.

 

Beide ergänzten sich perfekt.

 

Natürlich besuchten Leon, Meiky, Sascha und die anderen das Pärchen auch in Japan und hatten dabei unheimlich viel Spaß.

 

ENDE